
von Mica
“Ist dir noch irgendetwas in der Erinnerung aufgefallen? In der, wo Dumbledore Riddle gesagt hat, dass er ein Zauberer ist”,fragte Hermine Harry. Sie saßen an einem Tisch im magisch vergrößerten Zelt in Finnland und wieder war das Gespräch nach einem achten Horcrux aufgeflammt.
“Nee”,antwortete Harry.
“Aber wenn Riddle den Horcrux erst vor einem Jahr gemacht haben sollte, kann es auch etwas ganz anderes sein, etwas, dass er als Elfjähriger noch gar nicht kannte”,erklärte Ron.
“Jaja”,sagte Hermine leicht genervt, “Aber wir brauchen doch irgendwelche Anhaltspunkte. Wir müssen irgendwo anfangen.”
“Wir müssen noch mehr über Riddle herausfinden. Wir müssen jeden Schritt, den er je getan hat, zurück verfolgen”,meinte Harry sachlich.
Auf einmal riss Hermine die Augen auf, sprang auf und lief in eine andere Ecke des Zeltes. Ron glotzte Harry ratlos an und zuckte die Schultern. Nach kurzer Zeit kam Hermine wieder, mit ihrer Perlenhandtasche in der Hand. Sie setzte sich und wühlte kurz darin rum, wobei ihr Arm bis zur Schulter darin verschwand. Dann kam ein Buch zum Vorschein, und Voldemort starrte Harry mit seinen roten Augen an.
“Es gibt viele Biographien über Riddle. Allerdings glaube ich nicht, dass auch nur eine von ihnen wahr ist... Trotzdem, vielleicht bringt uns das auf eine Idee.”
Sie schlug das Buch auf.
“Woher hast du das?”,fragte Ron verblüfft.
“Das hatte ich schon letztes Jahr gekauft. Aber wir haben es nie gebraucht.”
Hermine blätterte das Buch durch und las ein paar Zeilen. Dann schnaubte sie.
“Es steht kein Wort über Horcruxe darin, auch nichts darüber, dass er mal Tom Riddle hieß oder was mit seinen Eltern passiert ist.”
“Naja, das sollte uns doch nicht wundern, oder? Der einzige, der ganz gut über ihn Bescheid wusste, war Dumbledore!”,sagte Ron.und zuckte die Schultern.
“Wir brauchen mehr Informationen. Wenn wir Glück haben, suchen uns die Leute vom Ministerium noch nicht”,sagte Harry. “Das heißt, wir haben noch ein bisschen Zeit, in der wir uns relativ frei bewegen können. Ich finde, wir sollten uns erstmal etwas suchen, womit wir den Horcrux zerstören könnten. Vielleicht stoßen wir zwischendurch auf etwas brauchbares.”
Hermine und Ron nickten.
“Neville hatte Gryffindors Schwer, als er Nargini geköpft hat. Aber er meinte, dass er es nicht mehr hat”,sagte Ron nachdenklich. “Er hat es liegen lassen. Irgendjemand muss das Schwer genommen haben...”
Dann herrschte Stille.
“Wisst ihr, was ich mich frage?”,sagte Harry irgendwann. “Wie arm man sein muss, wenn man sich so sehr dagegen sträubt, zu sterben. Ganz ehrlich, ich habe ein bisschen Mitleid mit Riddle.”
Hermine und Ron schauten ihn an. Doch es war keine Verwunderung oder Abscheu in ihrem Gesichtsausdruck, sondern ihrerseits Mitleid, doch nicht mit Voldemort, sondern mit Harry.
Hermine legte einen Arm um Harry. Ron schaute demonstrativ weg.
“Wir müssen ihn besiegen. Es wäre besser für alle, sogar für ihn selbst”,sagte Harry und stieß Hermines Arm weg. “Wir müssen nach Hogwarts. Irgend jemand muss gesehen haben, was mit dem Schwert passiert ist.”
“Das ist gefährlich!”,flüsterte Hermine.
Harry starrte sie an und fing merkwürdigerweise an zu lachen. “Wir sind auf der Suche nach Riddle und du sagst, in Hogwarts ist es gefährlich?”
“Harry hat Recht, Hermine”,meldete sich Ron zu Wort. “Wir müssen etwas unternehmen, und das Schwert ist unsere einzige Change. Der Basilisk in der Kammer des Schreckens ist schon zahnlos.”
Das Mädchen seufzte. “Gut.”
Harry und Ron strahlten, als hätten ihr Mütter ihnen gerade erlaubt, sich etwas Süßes zu nehmen.
“Dann machen wir es jetzt”,befahl Hermine. “Ich wüsste nicht, wie wir uns darauf vorbereiten sollten.”
Harry und Ron nickten.
“Aber uns bleibt keine andere Wahl als zu apparieren.”
Die drei standen auf, stellten sich vor das Zelt und apparierten das erste Mal vor die Tore von Hogwarts, den Platz, auf den man noch apparieren konnte. Hier war es schon dunkel. Das riesengroße Schloss schien im Mondlicht zu leuchten, der verbotene Wald daneben wirkte geheimnisvoll und einladend. Nichts wies mehr darauf hin, dass hier vor weniger als einem Jahr eine Schlacht stattgefunden hatte, die unzählige Opfer mit sich gebracht hatte.
“Ich hab ganz vergessen, dass Hogwarts so schön aussieht”,sagte Ron mit glänzenden Augen.
“Komm, wir müssen”,sagte Hermine, lächelte den Jungen, die eigentlich schon Männer waren, aufmunternd zu und zog sie mit sich.
Gemeinsam gingen sie über die Ländereien, bis die vor dem riesigen Eichentor standen. Zu ihrer Überraschung öffnete es sich von allein.
Die Eingangshalle war vollkommen leer.
“Am Besten, wir gehen zu McGonagoll”,flüsterte Harry.
Klamm stiegen sie die Treppen hinauf, niemand begegnete ihnen, noch nicht einmal ein Lehrer, bis sie vor dem großen Wasserspeier standen, der sie misstrauisch beäugte.
“Hat einer von euch eine Idee, was McGonagoll als Passwort benutzen könnte?”,fragte Ron.
“Hm”,machte Harry.
Der Wasserspeier sah sie sich alle genau an. Und er ließ sie passieren, wie er es auch in der Schlacht getan hatte. Es war, als würde sich das ganze Schloss Harry fügen. Die drei stiegen die Wendeltreppe hinauf, dann standen sie vor der Tür des Büros, dass früher Dumbledore gehört hatte. Sie sahen sich an. Und Hermine klopfte.
“Bitte?”,kam es von drinnen.
Sie öffneten die Tür. McGonagoll saß ,,gebeugt vor einem Blatt Pergament, auf einem Stuhl vor dem Schreibtisch. Als sie aufblickte, machte sie Tellergroße Augen.
“Merlin”,murmelte sie.
“Dürfen wir reinkommen?”,fragte Harry.
“Natürlich”,sagte McGonagoll. Harry schloss sie Tür hinter sich. Sein Blick wanderte sofort zur Wand. Doch Dumbledore schlief.
“Wie ich hörte, sind sie wieder aufgebrochen”,sagte McGonagoll und ihr Ton war sanft und freundlich.
Hermine nickte. “Ja, und wir haben eine Frage an sie. Nun, eigentlich nicht nur an sie, sondern an alle in Hogwarts, wir können ja aber nicht alle fragen weil wir uns ihnen nicht zeigen können, weil sie dann wissen wo wir sind, und dann können wir ganz große Probleme bekommen, und dann -“;Hermine verhaspelte sich und brach ab.
“Wir wollen wissen, wo das Schwer von Gryffindor ist”,erklärte Ron die Tatsache.
McGonagoll schien ein wenig unruhig zu werden.
“Nun, es tut mir Leid, ihnen das sagen zu müssen, aber die Todesser haben es an sich genommen.”
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