
von Aleta
Blaise grinste flüchtig. Draco war echt süß, wenn er so gar keine Ahnung hatte.
Doch dann entschied er, dass Draco schon selber denken müsste. Er konnte ihm doch nicht alles vorkauen!
„Warum grinst du so?“
„Ich grinse nicht, ich denke.“
„Ja, klar.“
„He! Ne, im Ernst, dei... diese Astoria würde ich gerne mal kennenlernen.“
„Mhm“, machte Draco.
Kurze Zeit war es still, bis
„Blaise? Warum... Warum ist Astoria so nett zu mir, während zum Beispiel die Jungs hier im Schlafsaal noch nicht einmal mit mir reden wollen?“
Blaise antwortete lange nicht, sah Draco einfach nur an und dachte über dessen Veränderung nach. In ihrem 6. Jahr hätte er es für selbstverständlich gehalten, das jeder mit ihm redete und wenigstens so tat, als mochte er ihn. Dass er sich jetzt über so etwas Gedanken machte, war eigentlich nur ein weiterer Beweis seiner Veränderung.
Draco hob eine Augenbraue. „Hallo? Erde an Blaise? Redest du noch mit mir?“
„Ja klar. Aber eine Antwort habe ich nicht. Denk selber nach, ich weiß, dass du draufkommst.“
Damit rutschte Blaise von Dracos Bett und streckte sich gähnend.
„So, ich geh jetzt schlafen. Ich bin echt müde. Und morgen stell ich dir mal Olivia vor. Okay?“
„Mhm“, brummte Draco wieder einmal. Doch der Gedanke, das Mädchen kennen zu lernen, das es geschafft hatte, dass Blaise sich in sie verliebte, war dann doch zu verlockend und so schob er noch ein schon viel begeisterter klingendes „Okay“ hinterher.
Gähnend rappelte auch er sich dann auf und trat ans Fenster. Das Gelände da draußen lag friedlich und ruhig da, nur der Mond schien und tauchte alles in ein seltsames Licht.
Vor seinem inneren Auge erschien wieder die Nacht, in der Dumbledore starb und in der er mit den anderen Todessern aus Hogwarts fliehen musste.
Draco stolperte durch den Wald, Snape,und den Carrows hinterher. Einige jubelten über den Tod ihres größten Feindes, andere hatten Angst vor der Reaktion des Dunklen Lords, wenn er davon erfuhr, dass Dumbledore zwar gestorben war, aber die Schlacht um Hogwarts trotzdem verloren wurde. Wieder andere, so wie Snape, ließen ihre Gefühle mit keiner Miene erkennen, während Draco zum Heulen zumute war. In dieser Nacht hatte er alles verloren, sein Zuhause, seine Freunde, die relative Sicherheit, die Hogwarts geboten hatte und, endgültig, das „Vertrauen“ des Dunklen Lords. Er hatte es nicht geschafft, seinen Auftrag auszuführen und seine Familie so dem Untergang geweiht. War seine Aufgabe doch nur eine Strafe für das Versagen seines Vaters gewesen. Damals hatte Draco seinen Vater verachtet. Doch als er seinen ersten richtigen Auftrag bekam, änderte sich diese Einstellung. Ihm war klar, dass es großes Glück brauchen würde, damit er seinen Herrn zufrieden stellen konnte. Und jetzt hatte er Glück gehabt, hatte Dumbledore alleine und geschwächt auf der Turmspitze angetroffen und war trotzdem nicht fähig gewesen, ihn zu töten.
Angst umfing Draco, machte jedes andere Gefühl unmöglich. Halbblind rannte er den anderen hinterher, stolperte über Wurzeln, fing sich und rannte weiter. Unwirklich erschien ihm die Situation, wie ein böser Traum, aus dem er nicht erwachen konnte.
Nach einer Ewigkeit erreichten sie die Schlossgrenzen. Snape, der bemerkte, dass Draco nicht mehr in der Lage war, zurückzuapparieren, packte ihn grob am Arm und zog ihn mit sich.
Nach Luft schnappend landete Draco im Garten seines Elternhauses. Er brauchte einen Moment, um sich wieder zu fangen; in der Zeit waren die anderen Todesser bereits am Haus angelangt, wo der Dunkle Lord abwartend stand.
Jeder wollte zuerst berichten, es herrschte ein heilloses Durcheinander, bis der Lord die Hand hob. „Ruhe“, zischte er. „Snape, berichte Du mir von dem Erfolg oder Misserfolg dieser Mission. Aber achte auf Deine Worte.“
Ruhig trat Dracos Patenonkel vor und begann zu berichten. Äußerlich völlig ungerührt lauschte der Dunkle Lord, bis Snape am Ende seines Berichts angelangt war. Zwar versuchte Snape, Dracos Versagen etwas hinunterzuspielen, doch wagte er es nicht, seinen Herrn anzulügen.
„Draco! Komm her“, befahl der Dunkle Lord dann täuschend ruhig. Zitternd näherte sich Draco ihm, während er den Blick eingeschüchtert auf den Boden gerichtet hielt. Er wusste aus Erfahrung, dass es nie gut war, dem Dunklen Lord in die
Augen zu sehen, erst recht nicht, wenn er verärgert war.
„So, du hattest also die Chance Dumbledore umzubringen? Hast ihn alleine auf dem Turm erwischt und er war sogar geschwächt? Und du hast es nicht geschafft, ihn umzubringen? Hast ihn entwaffnet und dann? Was war dann, Draco? Hatte unser Kindchen Angst?“
„Verzeiht mir, Herr“, murmelte Draco.
„Verzeihen?“, schnappte Voldemort, „verzeihen? Das ist nicht entschuldbar. Du weißt, dass meine Aufträge erfüllt werden müssen. Ich habe dir sogar einen Auftrag anvertraut, der die Ehre euer Familie wiederherstellen hätte sollen. Die Malfoys haben mir lange gedient, ich wollte ihnen eine erneute Chance geben. Aber anscheinend braucht ihr das ja nicht, anscheinend ist es euch egal, ob ihr unsere Sache gefährdet oder nicht.“
„Nein Herr. Bitte Herr, ich…“
„Ruhe!“ schrie Voldemort mit überschnappender Stimme. „Es ist zu spät. Das war eure letzte Chance. Crucio!“
Das letzte, was Draco hörte, war eine Frau, die leise weinte. Dann umfingen ihn die schrecklichsten Schmerzen seines Lebens.
Gewaltsam riss sich Draco aus der Erinnerung an diese schreckliche Nacht. Heute war alles anders, Voldemort war tot und er hatte einen schönen Tag mit einem netten Mädchen verbracht. Er sollte aufhören, sich mit diesen Erinnerungen zu quälen. Es war vorbei!
*****
So, etwas kurz, aber ich bin wieder da. Auch wenn mich vermutlich niemand so wirklich vermisst hat. Jedenfalls nach der Kommianzahl zu schließen.
Es tut mir leid, ich hatte mit der Schule und auch sonst sehr viel Stress und bin einfach nicht zum Weiterschreiben gekommen.
Ach ja: muss es mir etwas sagen, dass, seit ich meinen Computer wegen einem echt fiesen Virus neuinstallieren musste, mein Schreibprogramm den Namen "Malfoy" nicht mehr akzeptiert? Alles andere konnte ich ihm nochmal beibringen, aber Malfoy mag er nicht... Warum? :O
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