Nothing is impossible - When your´re gone (Bellatrix/Lucius)
von Selena
Bellatrix verbeugte sich vor dem dunklen Lord, erhob sich dann und ging. Aber in ihren Augen standen Tränen. Sie war nicht fähig, sie wegzuwischen, zu groß war der Schock des eben erfahrenen. „Ich kann das nicht tun.“ Flüsterte sie vor sich hin.
And I can't stand the pain
And I can't make it go away
No, I can't stand the pain
Todesser begegneten ihr auf dem Flur, grüßten, aber sie beachtete sie nicht. In einem leeren Gang sank sie auf den Boden, eine Hand in ihrem widerspenstigen schwarzen Haar vergrub. Sie wusste immer eine Lösung für alles, sie war „The dark lady.“ Wie die Todesser sie ehrfürchtig nannten. Und trotzdem, dieser Auftrag war unmöglich zu erfüllen.
How could this happen to me?
I've made my mistakes
Got nowhere to run
the night goes on as I'm fading away
“Lucius.“ Die Tränen waren nun nicht mehr zurückzuhalten, sie flossen ihr über das Gesicht und gaben ihr das Gefühl schwach zu sein, Gefühle zu haben. Verzweifelt legte sie den Kopf in den Nacken, versuchte ihre Atmung unter Kontrolle zu bekommen. Noch nie hatte sie sich so gehen lassen, aber mit einem Mal überrollten ihre Gefühle sie wie eine Lawine.
I think I've already lost you
I think you're already gone
I think I'm finally scared now
Der dunkle Lord sah der Todesserin, seiner treuesten Dienerin mit einem milden Lächeln entgegen. Bellatrix durchlief ein kurzer Schauer. Es war kein freundliches Lächeln, es war einfach nur kalt und grausam, wie alles an diesem Mann. „Bellatrix. Ich habe einen Auftrag für dich.“ Bellatrix verbeugte sich vor ihrem Herrn und blieb auch auf den Knien. Ehrfürchtig sah sie ihn an und verhaspelte sich bald bei den nächsten Worten. „Alles, mein Lord.“ Voldemort sah sie nur an und sprach emotionslos weiter.
„Ich möchte, dass du Lucius Malfoy tötest.“
Bellatrix meinte sich verhört zu haben, starrte ihren Gebieter entsetzt an. „Lucius Malfoy, mein Lord?“ Voldemort nickte und wandte sich dem Feuer zu.
„Lucius hat in der letzten Zeit ziemlich viele Fehler zugelassen. Ich kann unzuverlässige Todesser nicht gebrauchen.“ Bellatrix erwiderte immer noch nichts, aber ihre Hände zitterten. „Hast du ein Problem damit, Bella?“
Ihren Kosenamen zu benutzen zeigte, dass er keinen Widerspruch duldete. „Nun, mein Herr. Ich weiß nicht, ob ich die richtige dafür bin.“ Voldemort ließ ein kurzes freudloses Lachen hören. „Höre ich da Mitgefühl aus deiner Stimme heraus, Bella?“ „Natürlich nicht, mein Lord.“ Erwiderte sie trotzig und entgegnete fest seinem Blick. „Also wo ist das Problem?“
You think I'm weak - but I think you're wrong
I think you're already leaving
Feels like your hand is on the door
I thought this place was an empire
But now I'm relaxed - I can't be sure
Das Problem. Ja, was war eigentlich das Problem? Bellatrix raffte sich auf und reckte stolz das Kinn hoch. Sie war eine Black. Seit wann hatten sich diese von Gefühlsduseleien unterkriegen lassen? „Ich schaffe das.“ Versicherte sie sich selbst. Ihr Umhang raschelte geräuschvoll, als sie sich aufrichtete und energisch die Tränen wegstrich. Sie war die Dienerin des dunklen Lords, sie musste seinen Befehlen folgen.
Unbemerkt gelangte sie nach Malfoy Manor. Eine Hauselfe erstarrte, als Bellatrix plötzlich im Wohnzimmer stand. „Du!“Sie winkte Thelfin, wie diese wahrscheinlich hieß, zu sich heran. „Wer ist im Hause?“ Die Hauselfe machte einen hastigen Knicks und erstattete dann Bericht. „Der junge Herr und seine Mutter sind auf einen Spaziergang durch den Park. Mr. Malfoy ist im seinem Büro. Kann ich sie dorthin führen, Miss?“ Ungeduldig wies Bellatrix die Elfe ab und stieg die langen Stufen zu Lucius Büro hinauf. Vor der Tür stoppte sie.
I’m here on the edge again
I wish I could let it go
I know that I’m only one step away
from turning it around
Bellatrix lehnte den Kopf an die Bürotür, tief durchatmend. Ihre Hand umklammerte den Zauberstab fest. Chaos schoss durch ihr Gehirn, Erinnerungen kehrten zurück. Ihre Faust knallte leise gegen das harte Holz, sie biss sich die Lippe blutig.
Bellatrix hatte sich nach langem Bitten ihrer Schwester Narzissa dazu entschlossen, sie und ihre Familie doch mal in Malfoy Manor besuchen zu kommen. Sie hatte Narzissa und ihren Mann das letzte Mal auf ihrer Hochzeit vor zwei Jahren gesehen und seitdem kein Bedürfnis gespürt, sie mal wieder zu treffen. Und nun stand sie doch hier, vor einem wie Bellatrix schon zugeben musste, stattlichem Gebäude. Seufzend klopfte sie an die schwere Holztür. Es dauerte eine Weile, bis Schritte sich näherten.
Die Tür wurde geöffnet, aber niemand war da. Bellatrix war leicht verwirrt, was sie sich natürlich nicht anmerken ließ. Ein Glucksen von unten, ließ sie den Blick senken. Zwei graue Augen sahen sie fragend an. Fasziniert sah Bellatrix auf das kleine Kind hinab. So schön….
In diesem Moment tauchte auch Lucius in der Tür auf. „Draco! Ich hab dir doch gesagt, dass du fremden Leuten die Tür nicht öffnen sollst.“ „Bin ich etwas fremd?“, fragte Bella halb genervt, halb belustigt. Lucius, seinen Sohn inzwischen auf dem Arm, bemerkte sie Besucherin zum ersten Mal richtig.
„Bella!“, meinte er herzlich und umarmte sie so gut es ging mit dem Kind. Draco schnappte sich sofort eine ihrer schwarzen Strähnen und wollte damit spielen, aber Bellatrix entzog sie ihm sofort. „Wenn du das auch nur einmal versuchst!“ Mit einem mörderischen Blick sah sie den kleinen Jungen an, der sich erschrocken an seinen Vater schmiegte. Lucius zwinkerte seiner Schwägerin zu und bat sie herein. Kaum drinnen, wurde sie auch schon von einem kreischenden etwas namens Narzissa umarmt. „Du bist da!“ Schrie sie freudig, Bellatrix drückte sie weg von sich. „Sieht man doch.“, erwiderte sie etwas verärgert, freute sich aber im inneren ihre Schwester wiederzusehen.
„Hast du schon unseren kleinen Draco gesehen? Ist er nicht süß?“ Bellatrix murmelte nur etwas Unverständliches. Sie begegnete Lucius Blick, der leicht die Augen verdrehte und spürte plötzlich Sympathie für ihn. Sie grinsten einander zu, bevor sie ihre Aufmerksamkeit wieder auf Narzissa richteten.
Seitdem war Bellatrix regelmäßig zu Besuch bei den Malfoys. Sie hatte Draco aufwachsen sehen, die Liebe zwischen ihrer Schwester und Lucius zerbrechen sehen, sie war ein Teil dieser Familie geworden. Und jetzt sollte sie ihre Familie umbringen.
I’m dying to catch my breath
Oh why don’t I ever learn?
I’ve lost all my trust,
though I’ve surely tried to turn it around
Wie von selbst drückte ihre Hand die Klinke herunter und nahm somit Bellatrix jede Chance auf einen Rückzug. Sie betrat das Büro, zögerlich, da sie wusste wie Lucius Stimmungen waren, wenn er sich hier verkroch. Und sie hatte Recht behalten. Er saß hinter seinem Schreibtisch, ein Familienfoto in der Hand. Ein Lächeln bildete sich auf Bellatrix Gesicht, sie beobachtete unbemerkt den in sich versunkenen Mann.
Oh boy oh boy I look in your eyes
oh boy oh boy and I realize
oh boy oh boy
I look in your eyes and the morning is alright
Das Alter hatte ihm nichts anhaben können, er sah immer noch genauso gut aus, wie vor zwanzig Jahren, als sie ihn kennengelernt hatte. Sein blondes, langes Haar war immer gepflegt und strahlte so viel Helligkeit aus, das es manchmal in den Augen schmerzte. Seine Augen leuchteten immer, egal ob er erschöpft oder tatendurstig war. „Lucius?“ Sein Kopf fuhr augenblicklich hoch, er ließ das Foto fallen. Bellatrix war mit zwei Schritten bei ihm, hob das Foto mit den drei lachenden Malfoys auf und gab es ihm zurück. Ihre Hände blieben einen Moment in dieser Position, bevor Bellatrix sich ihr entzog.
But I know what to do
and I’m making this decision
I think I’m better off alone
Sie sahen sich einen Moment verlegen in die Augen, bevor Lucius sich leise räusperte. „Was führt dich zu uns, Bella?“ Wenn Lucius ihren Kosenamen benutzte, machte es ihr nichts aus. Er sprach es liebevoll und sanft aus, nicht so kalt wie der dunkle Lord. Bellatrix ließ sich auf dem Stuhl ihm gegenüber nieder. Es dauerte eine ganze Weile, bis die Stille durchbrochen wurde und dann war es nicht Bellatrix sondern Lucius.
„Ich weiß, warum du hier bist.“ Bellatrix begegnete seinem Blick, ihr blieb der Atem weg. In den grauen Augen erkannte sie Schmerz, Trauer und besonders Angst. Angst vor ihr. Angst, vor dem was passieren würde. „Ich hatte keine Wahl.“ Diese Entschuldigung klang lächerlich und das wusste sie auch. Lucius stand langsam auf und ging zu mehreren Bildern hinüber. Generationen der Familie Malfoy waren darauf abgebildet. Lucius wählte eines aus und gab es Bellatrix. Draco winkte fröhlich in die Kamera, sein Vater hatte eine Hand auf die Schulter seines Sohnes gelegt, sichtlich stolz auf ihn. Narzissa beobachtete die beiden lächelnd ein wenig abseits. Sie saß auf den Stufen des Hauses und schnitt die reifen Rosen ab. Auf den Ruf ihres Sohnes sah sie zu ihm und winkt kurz lächelnd in die Kamera.
And my destination
Makes it worth the while
Pushing through the darkness
Bellatrix wusste, dass dieses Foto vor ein paar Jahren in den Sommerferien geschossen worden war, schließlich hatte sie die Familie nach einigem Protest fotografiert. „Lucius.“ Auch sie stand auf und ging zu dem Mann, dessen Schultern nun zu beben begannen. Sie wollte dem weinenden Mann erst eine Hand auf die Schulter legen, zog ihn dann aber doch in eine Umarmung. „Lucius.“ Sagte sie leise und schloss die Augen, um nicht zu weinen. „Ich kann ihn doch jetzt nicht alleine lassen. Draco braucht mich, Narzissa wird zerbrechen.“ Seine Stimme verlor sich und er verbarg das Gesicht an Bellatrix Schulter.
When I know the time
is right for me
I'll cross the stream
I have a dream
Diese wusste nicht mit ihm umzugehen, sie hatte mit ihren eigenen Gefühlen schon genug Probleme. „Es tut mir so leid.“ Erwiderte sie und drückte ihren Zauberstab in Lucius Rücken, hielt ihn aber immer noch im Arm. Sie lehnte verzweifelt ihre Stirn an ihre und biss sich auf die Lippe. „Ich will das gar nicht tun.“ Ihre Tränen benetzten Lucius Hemd, aber er kümmerte sich nicht darum, sondern zog Bellatrix diesmal in eine richtige Umarmung. Sie grub ihre Finger schmerzhaft in seinen Rücken, ihre Knie gaben nach.
If you see the wonder
of a fairytale
you can take the future
even if you fail
Die beiden sanken zu Boden, Bellatrix ließ den Zauberstab aus der Hand fallen. Sie konnte nur noch in diese wundervollen grauen Augen sehen. Lucius strich ihr sanft über die Wange, Bellatrix senkte den Kopf, schüttelte ihn aber nicht ab. Sanft wurde ihr Kinn nach oben gedrückt, sie blickte Lucius verzweifelt an. Die Tränen tropften wieder auf ihn. Lucius zog sie kurzerhand zu sich und presste seine Lippen gegen ihre. Bellatrix Lippen entrang ein Keuchen, sie schlang ihre Arme um Lucius Nacken und zog ihn noch näher heran. Sie spürte die Wärme des anderen Körpers und vergaß alles um sich herum. Sie spürte ihre und Lucius Tränen, die sich in den Kuss mischten. Sie krallten sich aneinander fest, weil sie wusste, dass sie keine zweite Chance dazu kriegen würden.
I believe in angels
something good in
everything I see
I believe in angels
when I know the time
is right for me
Plötzlich lag Bellatrix Zauberstab wieder in ihrer Hand und Lucius löste sich von ihr. Seine Augen sprachen eine deutliche Sprache, aber Bellatrix wollte es nicht begreifen. „Nein, bitte!“ Lucius nahm ihre Hand und richtete den Zauberstab auf sein Herz. „Beende, wofür du hergekommen bist.“ Bellatrix sah ihn nur gelähmt an, sie konnte sich nicht rühren.
I'll cross the stream
I have a dream
I have a dream
Lucius Augen verließ eine Träne. „Bitte, Bella! Sonst wird er dich auch töten!“ Das war der Satz, der Bellatrix aus ihrer Trance weckte. Sie schüttelte den Kopf, ihre Hand mit dem Zauberstab zitterte. Lucius starke Arme legten sich um sie. Er führte ihre Zauberstabhand zu seinem Rücken. Dann sagte er nichts mehr, hielt sie einfach nur.
Spend all your time waiting
for that second chance
for a break that would make it okay
there's always some reason
Irgendwann riss Bellatrix sich zusammen. Sie nahm Lucius Hand fest in ihre, den Zauberstab auf seinen Rücken gerichtet. „Ich liebe dich.“ Sagte sie leise. Sie konnte Lucius schnellen Atem hören, seinen warmen Körper, sie schloss die Augen.
„Avada Kedavra.“
In the arms of the angel
fly away from here
from this dark cold hotel room
and the endlessness that you feel
you are pulled from the wreckage
of your silent reverie
you're in the arms of the angel
may you find some comfort here
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