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Fanfiction

Aus Vergangener Zeit - Kapitel 3 - Schuldgefühle

von Freaky-Angel

Kapitel 3 - Schuldgefühle

Draco war vorgegangen. Hermine hatte noch ein paar Minuten Ruhe für sich gebraucht. Einfach nur Ruhe um zu verstehen, was gerade eigentlich vor sich ging. Tief durchatmend saß sie am Küchentisch. Sirius, James, Remus und Severus waren hier. Sirius hatte zu ihr gewollt. Er hatte sie vermisst. Aber...
Da gab es kein Aber. Vielleicht hatte sie einen Fehler gemacht. Sie hätte nicht glauben dürfen, dass es erledigt war. Denn das war es anscheinend nicht. All die Probleme, die die Reisen in die Vergangenheit mit sich gebracht hatten waren wieder da. Sie waren Gegenwärtig. Und Hermine störte es ungemein, dass sie Harry anlügen musste um alles geheim zu behalten.
Lügen. Einst hatte sie sich geschworen ihre beiden besten Freunde nie wieder anlügen zu müssen. Niemals wieder. Und jetzt? Jetzt ging dieses ganze Theater von vorne los? Warum? Warum immer sie? Womit hatte sie das verdient? Alles war gut gewesen. Alles wäre perfekt geworden. Wäre es? Hermine wusste es nicht. Sie wusste nur, dass ihr Leben heute morgen noch völlig normal gewesen war. Ganz im Gegensatz zum jetztigen Zeitpunkt. Es war als würde die Zeit sich an ihr Rächen wollen, als hätte sie in einem früheren Leben alles falsch gemacht und jemand wollte sie bestrafen. Immer und immer wieder.
Hermine fühlte sich in der Zeit zurück versetzt. Kein Dejavu. Aber es kam ihr trotzdem so vor, als hätte sie sich all diese Gedanken schon einmal gemacht. Und jetzt stellte sich Hermine die Frage wieder, ob es richtig gewesen war Sirius zu verlassen. Natürlich! Ron und Harry hatten sie gebraucht. Sie liebten diese beiden. Sie waren wie zwei Brüder die sie gehabt hatte. Auch wenn sich Mädchen im normal Fall ältere Brüder wünschten, anstelle von zwei jüngeren, auf die sie acht geben musste, aber Ron und Harry hatte sie niemals gegen irgendjemanden austauschen wollen.
Und tat sie jetzt das richtige? Sie waren ihre Freunde und sie waren eigentlich alle samt Tod. Harry hatte damals schon schwer damit leben können, dass Hermine seine Eltern hatte kennenlernen dürfen, aber war es richtig ihrem besten Freund zu verschweigen, dass sie jetzt hier in der Gegenwart waren. Was wenn er es herausfinden würde. Was wenn Ron es herausfinden würde? Sirius und sie waren zusammen gewesen. Hermine hatte sich nie vorstellen wollen ihn wieder zu verlassen. Wie würden Harry und Ron reagieren, wenn sie herausfanden, dass sie im Grimmauld Place Sirius Black und James Potter vor der Öffentlichkeit versteckte?

Schließlich stand Hermine auf. Draußen dämmerte es bereits. Ihr war nicht gut. Irgendwie hatte sie das Gefühl ihr würde sich der Magen umdrehen, aber übergeben musste sie sich nicht. Das ganze war wohl doch ein wenig zu viel für sie gewesen. Am besten sprach sie als aller erstes mit Luna. Und danach mit Harry. Aber was war in der Zwischenzeit mit ihren vier Besuchern? Sie hatten die Wohnung am Vormittag zwar heile gelassen, aber irgendwie wurde Hermine das ungute Gefühl nicht los, das Sirius nur den geeigneten Moment abwartete um sich ein weiteres Gefecht mit Severus zu liefern. Sie konnte unmöglich von Draco verlangen hier zu bleiben. Das konnte sie unmöglich tun. Schließlich hatte Draco auch ein eigenenes Leben und... nun gut ihn ging die Sache wohl ebenfalls etwas an. In Gewisser Weise war er mit Schuld an der Sache, aber das konnte sie ihm nicht vorwerfen. Sirius war schließlich auf dumme Ideen gekommen. Und Blaise hatte auch erzählt Draco hätte Probleme mit Astoria? Warum geschahen alle Dinge immer zu den ungünstigsten Zeitpunkten?

„Also“, begann Hermine, als sie das Wohnzimmer wieder betreten hatte. Alle Blick waren auf sie gerichtet, doch daran war sie mittlerweile gewöhnt. „Draco und ich habe eine Möglichkeit gefunden. Wie gesagt, hier könnt ihr nicht bleiben“, erklärte sie und setzte sich dann schließlich wieder auf einen Stuhl.
„Ich denke, die Möglichkeit wird euch nicht gefallen. Zumindeste dir nicht, Sirius!“ Hermine blickte ihn direkt an, doch er schaute nur sehr verwirrt drein. Ihm war es ohnehin egal, wohin sie mussten, solange er bei Hermine war. „Aber es ist so ziemlich die einzige Möglichkeit um in Sicherheit zu sein und genügend Platz zu haben.“
„Alles klar. Wohin gehen wir?“, fragte James begeistert. Er schien den ernst der Lage nicht so ganz zu verstehen. Und Hermine atmete tief ein.
„Ihr werdet im Grimmauld Place unterkommen. Im Grimmauld Place Nummer Zwölf.“

Keiner sagte etwas. Keiner rührte sich. Hermine hielt den Blick zu Sirius stand, der jedoch hatte bei der Erwähnung seines Elternhauses die Augenlider geschlossen und den Kopf gesenkt. Es war als könnte man seinen innerlichen Kampf hören. Zu spüren war er jedenfalls. Eine gewisse Anspannung lag in der Luft. Hermine biss sich auf die Unterlippe. Wann hatte sie das zuletzt getan? Es war Jahre her, dass sie vor nervösität auf der Lippe herum gebissen hatte.

„Grimmauld Place?“, fragte Severus dann und ließ schließlich die Stille ein Ende haben. „Was ist denn der Grimmauld Place?“ Hermines Blick huschte kurzzeitig zu Severus, wandte sich dann aber wieder Sirius zu. Sie hielt die Luft einen Augenblick an, wartete nur darauf, dass Sirius anfing Severus anzuschreien und ihr viel wahrhaftig kein Grund ein ihn davon abzuhalten, außer vielleicht die Nerven zu bewahren.
Hermine nahm wahr, wie Sirius den Mund langsam öffnete, doch er sagte nichts. Ihm versagte wohl noch die Stimme, oder aber ihm fehlten die Worte. Beides war gut möglich. Hermine konnte nicht erraten, was es nun war.
„Hey, wartet mal...“, begann Severus dann wieder und alle Blick gingen in seine Richtung. „Grimmauld Place sagt mir irgendwas“, verkündete er. Severus schien ernsthaft nachzudenken. Doch Hermine ahnte absolut nichts gutes.
„Das alte Haus der Blacks. Das liegt doch am Grimmauld Place, oder?“ Severus sah in die Runde.
Hermine blickte Sirius an. Sie spürte sofort, wie sich langsam aber sicher eine Wut in ihm aufbaute. Doch sie wollte jetzt keinen Streit.

„Okay. Gut. Ich muss vorher aber noch zu Luna. Am besten doch jetzt gleich. Ich muss mich mit ihr über die Wohnung unterhalten. Danach kümmere ich mich um das Haus. Keine Ahnung wie lange das alles dauert, aber ihr müsst mir versprechen, dass ihr die Wohnung nicht verlasst. Könnt ihr das?“ Hermine blickte ihre vier Besucher der Reihe nach an. Draco, Remus und James schienen sofort zu verstehen, warum Hermine so blitzartig das Thema wechselte. Während Severus sie ein wenig verwirrt an sah. Sirius sagte nicht. Er schwieg. Schien aber immer noch mit sich selbst zu ringen und schien kurz davor Severus den Kopf abzureißen.
„Ich kann hier bleiben, wenn dich das Beruhigen sollte“, stellte Draco sich bereit, ganz als hätte er Sirius' Blick bemerkt oder aber Hermines Gedanken gelesen.
„Ich muss nicht sofort nach Hause“, fügte er hinzu und Hermine musterte ihn. Draco schien viel mehr sagen zu wollen, dass er gar nicht nach Hause wollte. Das wunderte sie. Astoria entsprach wohl den Malfoyschen Vorstellungen einer pferfekten Ehefrau in allen Maßen, zwar hatte Hermine geglaubt, sie wäre nicht ganz so Dracos Typ, allerdings war die Beziehung der beiden immer sehr gut gelaufen. Sie hatte zum ersten Mal von Blaise, am Morgen, gehört, dass es Streit gab.

„In Ordnung, aber wirklich nur, wenn es dir nichts ausmacht“, sagte Hermine schnell. Draco würde seine Meinung sowieso nicht mehr ändern, weil Draco seine Meinung nie änderte. Er war ziemlich standhaft was Meinungen und Entscheidungen anging, dass hatte sie im Ministerium schon öfter feststellen können. Draco nickte.
„Gut. Allerdings muss ich vorher noch was wissen.“ Hermine blickte vorallem Remus an, denn sie vermutete, dass er ihr am meisten sagen konnte. „Also... was genau habt ihr Luna gesagt? Ich meine, hat sie keine Fragen gestellt? Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie ohne weiteres vier, ihr völlig Unbekannte, in unsere Wohnung lässt und dann auch noch alleine. Ohne mich zu benachrichtigen.“

„Da musst du schon den Experten fragen“, sagte Severus und klang dabei extrem genervt. „Black hat das geregelt.“ Hermine schenkte Severus einen warnenden Blick, dann sah sie sich zu Sirius um. Er hatte das geregelt?
„Deine Mitbewohnerin war sehr freundlich. Ich habe ihr gesagt, dass ich ein alter Freund von dir wäre und dass ich noch nicht wisse, wie lange ich in London bleiben werde, allerdings war es mir sehr wichtig doch zu sehen und so hat sie mich herein gebeten und gesagt ich könne in der Küche auf dich warten.“ Sirius hielt einen Moment inne.
„Nachdem sie verschwunden war, habe ich die anderen drei rein gelassen und Remus hat den Brief zu dir gebracht, weil Remus ja der Meinung war, dass ich nicht zu dir ins Ministerium könnte. Wir haben dann auf dich gewartet.“

Gewartet! Wie lange hatten sie beide gewartet um sich wieder zu sehen. Sirius hatte gewartet. Er hatte nur auf sie gewartet. Drei Jahre lang. Währenddessen war sie mit Ron zusammen gekommen. Sie fühlte keine Reue wegen Ron. Sie bereute keine Sekunden, die sie mit Ron verbracht hatte, denn Ron hatte ihr gut getan alles zu verarbeiten, den Krieg durchzustehen.
Allerdings fühlte sie sich schuldig. Schuldig gegenüber Sirius. Hatte die Zukunft doch nur ein so tristes und kurzes Leben für ihn vorgesehen und sie war schuld, dass er sein Leben nicht genoss. Sie war Schuld dass er einen Weg gesucht hatte sie zu sehen, anstelle sein Leben zu genießen.
Hermine nickte langsam: „Gut, dann werde ich mich jetzt auf den Weg machen.“

„Kann ich mit?“, fragte Sirius und sah sie direkt und erwartungsvoll an.
„Wohin mit?“, fragte Hermine verwundert.
„Zu Luna und dann um das Haus kümmern. Es ist schließlich mein Elternhaus.“
„Kommt gar nicht in Frage“, sagte Draco sofort, ehe Hermine überhaupt mit der Wimper hatte zucken können. „Ihr dürft nicht auffallen und ihr sollt an einen Ort, an dem euch niemand sieht. Ein solcher Ausflug ist da nicht gerade der idealste Weg, findest du nicht?“
„Dich hat keiner gefragt, Malfoy“, bluffte Sirius Draco an. „Ich habe mit Jane gesprochen.“
„Das ändert nichts an der Situation. Hermine ist doch genaun der gleichen Ansicht, nicht wahr, Hermine?“ Hermine seuftzte. Er verwirrte sie mit zwei unterschiedlichen Namen angesprochen zu werden, aber sie würde es wohl Sirius nicht mehr abgewöhnen können sie Jane oder Jane-y zu nennen. Und eigentlich wollte sie es ihm auch nicht abgewöhnen. Die Art und Weise mit der er ihren Namen aussprach ließ sie immer noch erschaudern.

Hermine blickte Sirius betrübt an: „Ich halte es für keine gute Idee dich mitzunehmen, wenn ich mich um das Haus kümmere“, sagte sie und warf dabei einen kurzen Blick in Dracos Richtung. „Allerdings fällt mir kein Grund ein, warum ich dich nicht mit zu Luna nehmen sollte. Wir apparieren bis kurz vor ihre Tür und dann sieht uns keiner. Es... wäre nicht sehr gefährlich.“
„Ist das dein ernst?“, fragte Draco entgeistert. „Dir fällt kein Grund ein? Was machst du wenn Mr. Lovegood Zuhause ist. Oder wenn Smith gerade dort ist um sich vor Luna zu erklären?“
„Ich kriege das schon hin“, beruhigte Hermine ihn.
„Du kriegst immer alles hin, wie?“, fragte Draco aufgebracht. „Wir sind nicht mehr in der Schule, Hermine. Vielleicht verstehst du die Situation nicht so ganz, aber sie dürfen nicht erkannt werden.“
„Danke, dass du mich daran erinnern musst, Draco.“ Hermine fand einen Ton, der Draco sofort klar machte, dass sie sich nichts von ihm vorschreiben ließ. Das tat sie schon lange nicht mehr. Die Furcht vor seiner Arroganz und seinem Auftreten hatte sie vor langer Zeit verloren. „Und ich denke, ich bin mir dieser Situation viel mehr bewusst, als alle anderen Anwesenden hier. Auch ganz im Gegensatz zu dir, Draco. Ich habe das schließlich schon mal geschafft.“ Draco schnaubte, aber sie wussten beide, dass Hermine Recht hatte. So wie eigentlich immer. Hermine stand auf und verschwand aus dem Wohnzimmer.
„Heißt das jetzt: Ja?“, rief Sirius aus dem Wohnzimmer ihr fragend nach. Hermine blickte zurück und nickte.
„Zieh dir was warmes an“, sagte Hermine. „Ich glaube, es hat schon wieder angefangen zu schneien.“ Ihr Blick fiel durch das Küchenfenster hinaus auf die Straße.

Während Sirius eilig seinen Mantel, Schal und Handschuhe zusammensuchte, war Draco aufgestanden und Hermine aus dem Wohnzimmer gefolgt. Er hatte Lupin mit einem Blick gedeutet, dass die anderen hier bleiben sollen und er gleich wieder kommen würde. Sirius rannte ihn im Flur beinahe um, aber das ignorierte er. Hermine konnte das doch nicht ernst meinen. Sie wollte Black mit auf die Straße nehmen? Was bezweckte sie damit? Was Black damit bezweckte war klar. Er wollte Hermine zurück und er wollte bei ihr sein. Aber Draco graute es aus irgendeinem Grund davor Hermine mit Black alleine weg zu lassen.

Draco klopfte sachte gegen Hermines Zimmertür. Er vernahm von drinnen ihre Stimme und trat schließlich ein. Das Zimmer war nicht sehr groß. Gegenüber der Zimmertür stand ein Bett unter dem großen Fenster. Die hellen Vorhänge waren geöffnete und nun sah auch Draco, dass er wirklich wieder schneite. Links und rechts an den Zimmerwänden standen ein Schrank und ein Schreibtisch. Alles war aufs ordentlichste genau aufgeräumt. Auf und neben dem Schreibtisch stapelten sich die Aktenordner und Papiere. Hermine ging in Arbeit unter!
„Es tut mir Leid, Draco“, sagte Hermine. Sie stand vor ihrem weit aufgerissenen Kleiderschrank und suchte einen Umhang heraus. „Ich konnte nicht Nein sagen“, erklärte sie und deutete ihm mit einer Handbewegung die Tür hinter sich zu schließen. Draco trat weiter ins Zimmer und schloss die Tür. Er lehnte sich mit dem Rücken dagegen, denn er wagte es nicht weiter einzutreten. Er war schon oft bei Hermine und Luna zu besuch gewesen. Oftmals weil Blaise gerne hier war oder weil Harry und Ron auch dagewesen waren. Doch niemals war er hier gewesen, als nur Hermine da gewesen war. Erstrecht hatte er niemals eines der Zimmer der Frauen betreten. Weder das von Ginny Potter (als sie noch hier gewohnt hatte), noch das von Luna oder das von Hermine. Das war das erste Mal, dass er sich im Reich der jungen Hexe, die mit den letzten Jahren zu einer sehr guten Freundin geworden war, wie eine Schwester, betrat. Er fühlte sich verantwortlich für sie.

„Der Gedanke daran, dass Sirius nach Askaban kommt...“ Hermine hielt inne. Draco wandte den Blick vom aufgeräumten Schreibtisch ab und schaute zu Hermine. „...er wird noch lange genug eingesperrt sein. Ich möchte wenigstens, dass er nicht jetzt schon das Gefühl hat eingesperrt zu sein.“
Draco atmete tief ein und beobachtete wie Hermine einen dunkelroten Schal aus dem Schrank zog und ihn sich um den Hals schlang. Er schüttelte leicht mit dem Kopf. Warum glaubte Hermine bloß immer für alles verantwortlich zu sein. Natürlich hatte sie in gewisser Weise Recht. Black würde Jahre lang eingesperrt sein und diese Vorstellung würde ihn ebenfalls rasend machen. Allerdings... das war nicht ihre Schuld. Und nur deswegen konnte Hermine doch nicht in Kauf nehmen, dass man Black und die drei anderen Besucher im Wohnzimmer entdeckte.
„Bist du dir sicher, dass man euch nicht sehen wird?“, fragte Draco vorsichtig.
„Danke, Draco. Aber das schaffe ich wirklich“, sagte Hermine und zog die Umhang über. „Mach dir keine Sorgen. Und nochmal Danke, dass du noch hier bleibst.“
„Kein Problem“, murmelte Draco.

~~~

Sirius zog hinter ihnen die Wohnungstür zu. Hermine war schon ein paar Stufen hinunter gestiegen, wartete aber auf ihn. Er kam nur langsam die Stufen herunter hinter ihr her, strahlte sie jedoch an, wie Hermines es seit Jahren vermisst hatte. Natürlich strahlte Ron sie an, wie er sie sah. Ron konnte sie ebenso anschauen, dass ihr warm ums Herz wurde, aber sie hatte Sirius vermisst. Seine Gesichtszüge, sein leuchten in den Augen. Sein ganzes Wesen eben.
Sirius griff nach ihrer Hand und hielt sie fest, er blickte sie direkt ins Gesicht an: „Danke, dass ich mitkommen darf, Jane-y. Ich hatte gehofft, dass wir vielleicht einen Moment alleine sein könnten“, erklärte er ihr und lächelte sanft. Hermine seuftzte schwer. Alleine sein. Auch sie wollte mit ihm reden. Vorallem ohne Dracos ständige Überwachung, aber sie glaubte, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt dazu war.

„Später, in Ordnung?“, fragte sie sanft. „Wir müssen jetzt wirklich zu Luna.“ Er nickte und sie vernahm, wie er schwer ausatmete. Er ließ ihre Hand nur widerwillig los, das spürte sie. Natürlich spürte Hermine die gewisse Anspannung zwischen ihnen und während sie ruhig und ohne weitere Worte die Treppen hinunter stiegen, verspürte Hermine immer wieder den Drang sich zu Sirius umzudrehen und ihn in den Arm zu nehmen, ihn feste an sich zu ziehen. Sie schielte ab und an zu ihm herüber und hoffte, dass er es nicht wahrnehmen würde, aber wahrscheinlich hatte er es längst bemerkt.

Das hier war wirklich Sirius, sagte eine Stimme in ihrem Kopf immer wieder.

Im Erdgeschoss angekommen ging alles rasend schnell. Hermine schob die Tür auf, die hinaus auf die Straße führte und trat nach draußen auf die verschneite Straße, als sie schräg Gegenüber Ron erblickte. Zum Glück hatte er sie noch nicht gesehen, denn er blickte verträumt durch die Gegend.
Hermine nutzte diese wenigen Sekunden und schob Sirius sofort wieder in den Flur des Hauses und in Richtung der Treppe. Er musste verschwinden.
„Geh schnell da runter und geb keinen Mucks von dir, klar?“, murmelte Hermine aufgeregt und deutete Sirius die Treppe hinunter in den Keller zu gehen. Er öffnete schon den Mund um etwas zu fragen, doch Hermines Blick schien ihm alles zu sagen und so eilte er die Treppe hinunter, als auch schon Ron durch die Haustür eintrat und Hermine erblickte.

„Hermine?“, fragte er verwirrt. „Was machst du hier? Was ist da im Keller?“, fragte er und folgte sofort neugierig ihrem Blick.
„RON“, meinte Hermine extra laut und deutlich, sie tat sehr erstaunt. Sirius hatte hoffentlich gehört, um wenn es sich handelte und war sich damit dann auch bewusst, warum er sich hatte verstecken müssen. Ansonsten wäre er möglicherweise auf dumme Ideen gekommen.
„Ron, was machst du denn hier?“, fragte sie nervös und völlig verwundert. Sie hatte mit sehr vielem gerechnet. Vorallem mit denen die Draco aufgezählt hatte, wie zum Beispiel Xenopilius oder Zacharias, aber nicht mit Ron. Ihn hatte sie schon fast vergessen.
„Ich wollte nach dir sehen. Im Ministerium haben sie gesagt, du wärst noch vor der Mittagszeit völlig aus dem Wind aus dem Ministerium verschwunden, zusammen mit Draco. Ich habe mir Sorgen gemacht.“ Ron war auf sie zugetreten und hatte sie in den Arm genommen, um sie zu begrüßen. Hermine gab ihm sehr schnell einen Kuss auf die Wange, um ihn abzuwürgen. Sie konnte Ron jetzt unmöglich Küssen. Die Tatsache, dass Sirius ihnen möglicherweise zusah, war dabei sogar noch nebensächlich. Vielmehr war es die Tatsache, dass in ihrem Kopf völliges Chaos herrschte und sie ihre Gefühle ersteinmal ordnen musste.

„Achso, nein. Eigentlich ist alles in Ordnung. Ich bin auf dem Weg zu Luna. Sie zieht aus“, sagte Hermine schnell und löste sich aus der Umarmung. „Smith hat mit ihr Schluss gemacht. Sie ist wieder zu ihrem Vater gezogen. Ich wollte nach ihr sehen und mit ihr absprechen, was aus der Wohnung wird“, erklärte sie Ron und zwang sich zu einem Lächeln.
Ron nickte verständlich und hielt ihre Hand fest. Hermine wagte es nicht sie zurück zu ziehen, obwohl ihr diese Geste unangenehm war: „Ich habe es gehört. Harry hat es mir erzählt. Soll ich mitkommen?“ Hermine blieb fast das Herz stehen. Ron wollte mitkommen? Sie schüttelte schnell mit dem Kopf.
„Nein, das brauchst du nicht. Der Kram über den wir reden, würde dich sowieso nicht interessieren. Frauenkram eben.“ Sie lächelte ihm aufmunternd zu.
„Sehr fürsorglich von dir“, flüsterte Ron ihr zu und lächelte. Einen Moment standen sie nur so da. Hermine spürte förmlich Sirius Blick im Nacken, als Ron fort fuhr.
„Was machst du, wenn Luna ganz auszieht?“, fragte er. Hermine fand keine Antwort. Was sollte sie Ron bloß sagen? Doch anscheinend war das kein Problem für Ron, denn er hatte sich wohl schon Gedanken dazu gemacht.

„Weißt du Mine, ich habe schonmal darüber nachgedacht“, begann er langsam. Hermine blickte ihn verwundert an. „In der Wohnung bei Geroge, Angelina, Fred und Lee herrscht ja immer totales Chaos und wir wissen doch alle, dass es auf Dauer keine Lösung ist. Weißt du, ich... ich habe nur gedacht...“ Ron begann zu stottern und seine Wangen liefen rot an. Auch seine Ohren hatten bereits die Farbe seines Feuerroten Haares. „...wenn Luna auszieht und du nicht alleine bleiben wilsst... also vielleicht könnten wir zwei uns dann zusammen etwas suchen“, schlug er vor.

Hermine versagte die Stimme: „Ich... ich...“ Ihr fehlten wirklich die Worte. Ron wollte mit ihr zusammenziehen? Ja, warum eigentlich nicht. Die letzte Woche war schön gewesen. Natürlich konnte Hermine sich das vorstellen, allerdings.
„Wow... Ron, dass... kommt etwas sehr plötzlich... ich...“
„Natürlich, tut mir Leid“, sagte Ron hastig. „Im Ministerium ist ja auch gerade echt viel los und du willst dich um Luna kümmern. Ich wollte dich nicht drängen, oder so. Es war nur ein Vorschlag.“
Hermine atmete tief ein und lächelte Ron an. Sie hob die Hand, strich ihm zart über die Wange: „Ich werde darüber nachdenken, Ron“, sagte sie. „Versprochen.“
Ron strahlte bis hinter beide Ohren: „Okay. Schön. Ich bin auch schon wieder weg. Wir sehen uns“, meinte er und so schnell wie er aufgetaucht war, war er auch schon wieder durch die Haustür verschwunden.

Hermine atmete tief ein und wieder aus. Puh. Das hatten sie geschafft. Sie blieb im Flur wie angewurzelt stehen und bemerkte zunächst nicht, wie Sirius die Treppe hinter ihr wieder hochgeschlichen war.
„Das war Ron?“, fragte er verwundert. Hermine zuckte beim Klang seiner Stimme zusammen. Sie drehte sich zu ihm um. Er schien völlig erstaunt zu sein.
„Irgendwie habe ich mir deinen Ron ganz anders vorgestellt“, erklärte er.
„Ach ja?“, fragte Hermine.
„Er sieht mir absolut gar nicht ähnlich“, stellte Sirius fest. Draufhin begann Hermine sofort zu lachen. Da hatte er Recht. Ron sah Sirius mit seinen feuerroten Weasley-Haaren ganz und gar nicht ähnlich. Und darüber war sie eigentlich froh. Ron war eben Ron. Ron brauchte nicht Sirius zu sein, um sie zu verzaubern. Und Ron hatte sie verzaubert. Ebenso wie Sirius es getan hatte. Und wie er es offenbar immer noch konnte?

„Nein, und das ist gut so. Komm jetzt. Wir wollten zu Luna“, sagte Hermine und trat auf die Straße. Sicherheitshalber schaute sie erst die Straße auf und ab um sie zu vergewissern, dass die Luft rein war, ehe sie Sirius hinter sich her zog. Sie liefen die Straße hinauf un bogen dann in eine kleine Seitengasse ab.
„Warum ist das gut so? Sollte ich vielleicht mehr so Aussehen wie er?“, fragte Sirius.
Hermine blieb stehen: „Worauf willst du hinaus?“
„Ich wusste nicht, dass du mehr auf Rothaarige stehst, als auf...“
„Als auf was? Schwarzhaarige?“, fragte Hermine und Schnitt ihm das Wort ab. „Muss man auf irgendwas bestimmtes stehen? Du und Ron ihr... ihr seid die einzigen, denen ich so nahe stehe.“ Stehe?

Hermien hielt sich die Hand vor den Mund, und drehte sich weg. Was hatte sie da gerade gesagt. Denen sie so nahe stand? Sie stand Sirius doch gar nicht mehr so nahe, oder? Sie war mit Ron zusammen. Merlin, Ron hatte ihr vorgeschlagen zuammen zu ziehen. Das war Rons Art langsam, so nach und nach deutlich zu machen, dass sie zusammen bleiben sollten. Ron war nicht so offen und direkt wie vielleicht Harry und Ginny, aber der Vorschlag zusammen zu ziehen, ging bei Ron schon in die Richtung irgendwann einmal zu heiraten. Und sie? Wollte sie das?
Hätte Ron sie heute morgen, bevor sie die Wohnung in der Winkelgasse verlassen hatte, sie gefragt ihn zu heiraten, dann hätte sie sofort und ohne überhaupt groß darüber nachzudenken ja gesagt, dem war Hermine sich sehr sicher. Jetzt allerdings, nur ein paar Stunden später. Da sah alles völlig anders aus.

„Jane-y?“, fragte Sirius vorsichtig und trat näher an sie heran. „Hör zu, Jane-y, ich wollte dir nicht zu nahe treten“, erklärte er und griff nach ihrer Hand. Hermine fasste den nächsten klaren Gedanken, den sie in ihrem Kopf zu fassen bekam und apparierte Seite an Seite mit Sirius vor das Haus der Lovegoods.

Sirius schien noch völlig durcheinander, sah sich ersteinmal ratlos um, um zu schauen, wo er war, doch Hermine steuerte direkt auf die Haustür zu. Sie wollte ihm jetzt keine Chance geben zuvor über irgendwas zu sprechen. Sie klingelte. Dann drehte sie sich rasch zu Sirius um, der immer näher kam.
„Dort drinnen“, flüsterte sie Sirius zu. „Heiße ich Hermine, verstanden?“, fragte sie und Sirius nickte rasch. Hermine atmete erleichtert aus. Hoffentlich hatte er das wirklich verstanden, denn sie hatte keine Lust Luna auch noch eine Lüge auftischen zu müssen.


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