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Fanfiction

Aus Vergangener Zeit - Kapitel 11 - Aufbruch in die Vergangenheit II

von Freaky-Angel

Kapitel 11 - Aufbruch in die Vergangenheit II
SOUNDTRACK: Two Steps from Hell - Heart of Courage

Kapitel 11 - Aufbruch in die Vergangenheit II

Es schneite, als sie eine kurze Zeit später den kleinen Friedhof in Godric Hollow erreichten. Sie waren allesamt in ihre Mäntel gehüllt. Hermine schob mit ihrer in Handschuh gehüllten Hand das kleine Tor auf und betrat als erstes den verschneiten Weg. Sirius sah sich verwundert um, er wurde plötzlich ganz kreideweiß und er ergriff ihren Arm. Sie sah ihn nur an, doch schüttelte dann erstmal den Kopf. Sie brauchte noch ein paar Minuten für sich allein, dann würde mit ihnen darüber sprechen können.

„Hermine!“, rief Ginny, die mit Luna immer noch am Tor stand. „Was wollen wir hier?“
Mit so wenigen Worten, wie möglich, hatten Luna und Hermine ihr in Kurzform beigebracht, was sie heute vorhatten und auch Sirius wurde wohl erst jetzt klar, dass Hermine die einzige aus ihrer Gemeinschaft war, die diesen Krieg überlebt hatte.

„Wir besuchen heute ein paar sehr wichtige Menschen, dass sagte ich doch“, erklärte Hermine fest, doch ihre Stimme wackelte.
„Aber das hier…“ Ginny wedelte mit den Armen um sich „…ist ein Friedhof!“
„Sehr gut erkannt! Denn wir werden heute wohl sehr wenig lebenden Begegnen!“, bemerkte Hermine spitz. „Das hier Ginny, ist meine Vergangenheit. Und um sie zu verstehen werden wir uns ein bisschen mit den Toten und dem Tod ansich auseinandersetzen müssen. Etwas das wir alle längst getan haben müssten!“
Ginny setzte schon zum Reden an, doch Hermine fuhr wütend fort: „Wir haben alle sehr viel durchgemacht, Ginevra.“ Sirius legte ihr beruhigend eine Hand auf die Schulter. „Ich habe alles verloren, Ginny. Einfach alles! Luna und du, ihr seid die einzigen, die mir aus meinem alten Leben geblieben sind!“

Ginny schwieg. Sie verschränkte die Arme vor der Brust und wandte sich von ihr ab. Hermine begann leicht zu zittern. Sie würde es nicht verstehen wollen? Sie schloss resignierend die Augen. Sirius stand dicht neben ihr, doch niemand sagte etwas und einen Augenblick lang hörte man nur den rauschenden Wind, der an ihnen vorbei Pfiff und durch ihre braunen Haare wirbelte.

Mit langsamen Schritten wandte sich Hermine von Sirius und den anderen ab. Sie trat gegen den Wind über den glatten Boden auf zwei Grabsteine zu. Sie hörte sie Sirius den Atem anhielt. Minuten lang…endlose Stille.

„Hermine, was…?“
„Sie haben für Harry ihr Leben gelassen“, sagte sie. „Sie sind der Grund warum wir alle noch Leben.“
„DAS IST NICHT WAHR!“ Beide wirbelten sie herum. Ginny und Luna standen nun dicht bei ihnen. Hermine wusste nicht, wann die beiden zu ihnen getreten waren.
„Ginny…“
„Er hat ihn getötet. Er hat Sein ganzes Leben lang nichts anderes getan, als zu kämpfen. Verdammt Hermine, er…“

„Ich weiß das!“ Hermine behielt ihre Stimme gedämpft und ruhig. Sie trat langsam auf ihre Freundin zu. „Ich weiß das, Ginny. Und ich bin stolz auf ihn. Nichts desto trotz, haben Lily und James ihr Leben dafür gelassen, um ihn zu retten. Damit er die Chance hat uns zu retten.“ Hermine schloss sie in die Arme und drückte Ginny an sich. „Ich kann mir keine Eltern vorstellen, die mehr Liebe zeigen können, als wenn sie für ihr eigenes Kind sterben, Gins. Ich würde genauso für Teddy sterben, das hab ich Remus versprochen.“

Sie hielten sich im Arm, dann legte Luna ihnen beiden eine Hand auf die Schulter und drückte die beiden Streitenden feste in ihren Arm. Ginny liefen einige Tränen über die Wange. Doch sie sagte nichts.

Hermine ließ sie los. Sie atmete tief die Luft ein und löste sich aus diesem Gespräch, aus der Umarmung, sie wandte sich den Grabsteinen zu. Sie zückte ihren Zauberstab richtete ihn auf die Grabsteine. Sie murmelte ein paar Worte gegen den Wind und plötzlich nebelte es. Hermine sank in die Knie in den Schnee zwischen den zwei Gräbern.
„Jane-y, was…?“ Sirius kniete sich neben sie, als er ihre verkampfte Haltung erkannte. Eine unsichtbare Kraft drückte sie mit aller Kraft nieder. Ihr Gesicht war ein wenig schmerzverzogen, doch sie wehrte sich nicht dagegen.
„Tret zur Seite“, keuchte sie auf. Doch Sirius wich nicht von ihrer Seite.
„Hermine, was passiert hier?“, rief Luna ihr durch den Nebel hinzu. Sie konnte selbst auf den Meter hinweg nicht mehr genau erkennen was vor sich ging.
„Bleibt ruhig, bitte!“, flüsterte Hermine.

Ein Wind kam auf und fegte den Schnee erneut über den Friedhof, wirbelte Eis und Kälte neu auf und durch ihre Gesichter. Hermine klammerte sich mit ihren Fingern an Sirius Ärmel fest. Plötzlich stieg aus Wind und Nebel hinten den Gräbern empor, ein weiß glänzender, aus Marmor erbauter Torbogen. Durch all das Rauschen und Pfeifen des Windes erstrahlte der Bogen die Umgebung und die hölzern ausschauende Tür rieselte zu Boden wie die Sterne vom Nachthimmel und gaben schließlich die Sicht ins weißes Nichts.
„Was beim Merlin…“ Luna war die erste die ihre Stimme fand. Doch sie schwieg als in die Stille hinein eine Melodie erklang, die sie alle lähmte. So ruhig und wärmend. Wie das Lachen eines Kindes, das aller Herzen höher schlagen lässt.

Hermine hatte den Kopf immer noch gesenkt und murmelte plötzlich weiter irgendwelche unverständlichen Worte. Die anderen drei standen, konnten nicht fassen, was sie sahen und dann klammerten sich plötzlich jeweils eine Hand von Ginny und Sirius an ihre Schultern. Hermine hörte Ginny nach Luft schnappen.

Aus dem weißen Nichts heraus in scheinbar unendlich weiter Ferne erschienen plötzlich zwei Gestallten. Ihre Schritte waren das einzige, was unter der Melodie zu hören war. Als würde die Musike ihre Füße zu ihnen tragen. Gebettet und behüttet, bei jedem ihrer Schritte. Erst jetzt hob Hermine langsam den Kopf und atmete schwer und tief ein. Es war als würde beim ausatmen jeden Anspannung von ihr abfallen und seit Tagen huschte wieder ein Lächeln über ihr Gesicht, was nur sehr selten jemand zu Gesicht bekam. Sie blickte kurz zu Sirius und ihr Lächeln wurde noch breiter. Doch Sirius schien immer noch nicht zu verstehen, wer es war und was hier vor sich ging.
Mit jedem Schritt den die Gestallten näher kamen, wurden die Umrisse klarer. Und als Lily klar wurde, wer dort am Ende des Torbogens auf sie wartete, ließ sie plötzlich James´ Hand los und rannte los. Hermine schaffte es gerade noch rechtzeitig sich aufrecht hinzustellen, da fiel die rotehaarige Hexe ihr um den Hals.
„Jane!“, rief Lily laut aus und drückte die ebenso völlig überwältige Hermine an sich. Es war wie in einem anderen Leben. Eine völlig andere Zeit und Hermine klammerte sich einen Augenblick ebenso in diese Umarmung. Es war war wie in ihrem früheren Leben einem ganz anderen Leben, dass sie jeden Tag den sie sich mehr davon entfernte, vermisste.

„Komm schon lass sie Leben, Lils. Du erdrückst unsere Hermine noch.“ Hermine nahm James´Warme Stimme nur wie aus der Ferne wahr und fiel auch ihm um den Hals, als Lily sie nach Ewigkeiten endlich losließ.
„Was machst du nur für Dummheiten, Tatze? Lässt man dich nur einen Augenblick aus den Augen und schon stellst du wieder irgendwas an.“ James grinste seinen besten Freund breit an.
„Wir haben nicht damit gerechnet. Du hättest das sagen müssen, Sirius. Ich wäre so gerne mitgekommen!“ Lily blickte den sprachlosen Sirius tadelnd an und lächelte dann wieder sanft.
„Es…es war ein Unfall. Ich hatte nicht geplant James, Remus und Snape mitzunehmen“, sagte Sirius langsam. „Eigentlich wollte ich…“
„Ja, ja, Tatze. Wir wissen schon was du wolltest“ James lachte auf und fing sich von Lily einen scherzhaften Klaps auf den Hinterkopf ein. „Aber ein Unfall? Ich kann mich gar nicht mehr so genau daran erinnern…“
„Bis jetzt sind es nur Erinnerungsfetzen. Es ist noch nicht entgültig…es ist alles noch…ungeschrieben“ Hermine wusste nicht wie sie es erklären sollte.
„Ich weiß, Süße. Diesmal sind wir diejenigen, die ein bisschen mehr wissen, als du“ Lily zwinkerte ihr zu. „Wir können es sehen. Wenn wir wollen…“

Es war wie ein Rausch. Im letzten Jahr war Hermine hier gewesen um sie bei sich zu haben, aber dieses Mal… sie hatte so viele Fragen und sie verfiel von jetzt auf gleich in einen unaufhaltsamen Redeschwall, bis Lily ihr den Finger auf die Lippen legte.
„Es ist noch ungeschrieben, Hermine. So wie du selber gesagt hast. Und deshalb bleibt es auch für uns unausgesprochen. Alles kann sich jederzeit ändern und die Veränderunge in der Zeit sind auch dieses Mal wieder erst mit dem Abschluss des Rituals und dem Ende der Zeitreise entgültig und ewig bindend.“ Lily lächelte. „Ihr müsst ihn eure selber suchen, den Weg durchs das Dunkele. Aber die sei versprochen, Jane. Es gibt am Ende des Bogens immer eine Funken Licht.“

Hermine seuftzte, dann fiel der Blick auf Ginny, die ein paar Schritte hinter Lily stand und sie einfach nur anstarrte und zuhörte. Daneben Luna.
„Lily, James, ich…muss euch jemanden vorstellen…“ Doch Hermine konnte nicht zuende sprechen, da wandte Lily sich lächelnd um und blickte zu den beiden anderen. Sie lächelte warm.
„Nicht doch, Jane. Wir wissen wen du mitgebracht hast. Und ich bin so froh, dich wenn auch nur ein einziges Mal persönlich zu sehen, Ginny Potter.“ Ginny schnappte nach Luft und rang nach Atem. In ihren Augen standen Tränen, als Lily sie in den Arm nahm und flüsterte: „Ich danke dir und bin so stolz auf dich!“ James grinste und tat es kurz darauf Lily gleich. Hermine glaubte Ginny stände kurz vor der Ohnmacht.
Luna hingegen stand nur daneben. Sie lächelte fast seelig und es war ihr anzusehen, dass auch sie diese Begegnung sehr berührte.
„Warum haben wir Harry nicht mitgenommen?“, fragte Ginny völlig perplex und immer noch fassungslos. Hermine öffnete den Mund, doch es war an James, der an ihrer Stelle antwortet.
„Weil er noch nicht dazu bereit ist, Ginny. Es ist ein altes Ritual. Und Hermine beherrscht es Mal wieder völlig Markellos, doch es verlangt viel Kraft und Mut sich dem Tod zu stellen. Es fehlt Harry nicht an Stärke, doch trotz allem ist es jetzt gerade nicht mehr Lilys oder meine Aufgabe ihn daran zu erinnern, was falsch ist und was richtig. Lily hat ihm das gegeben, was sie ihm hat geben können um ihn zu einem aufrichtigen Menschen zu machen. Es ist Harrys Pflicht sich selber daran zu erinnern.“
„Aber er liebt euch. Er wünscht sich nichts sehnlicher, als dass ihr noch Leben würdet!“
„Und daran zweifelt auch niemand, Ginny“, sagte Lily und strich mit ihren Fingern über Ginnys Wange. „Aber du hast genau dieselbe Entscheidung getroffen wie Hermine, Ginny. Auch du bist bei ihm ausgezogen und lässt ihn seine Fehler selber erkennen.“ Ginnys Wangen färbten sich rosa.
„Du musst dich deswegen nicht schuldig fühlen, Ginny“, sagte James sanft. „Ihr seit jetzt erwachsen. Es war keine leichte aber auch keine falsche Entscheidung!“ Er legte eine Hand auf ihre Schulter. „Und glaub mir Ginny, ganz egal was passiert. Zweifel nicht daran, dass es falsch war.“ Ginny nickte zögerlich.

„Ihr seid Stark, alle vier“, erklärte Lily. „Es verlangte eine Menge Mut von euch allen diesen Weg zu bestreiten und bis jetzt hat der Krieg noch gar nicht richtig begonnen, aber…ich weiß dass ihr stark seid. Und die Kraft habt den nächsten Monaten entgegen zu treten. Auch wenn ihr vor sehr schwerwiegende und erschütternde Entscheidungen gestellt werdet!“ Lily blickte zunächst zu Sirius und Hermine, dann zu Ginny. Sie schenkte Luna ein aufmunterndes Lächeln. „Dieses Versteckspiel im alten Haus der Blacks wird seine Kräfte abverlangen. Und du wirst noch mehrere Leute in dein Geheimnis einweihen müssen, Jane. Aber…am Ende glaube mir…du biste eine kluge Hexe. Du weißt was vernünftig ist!“ Hermine schluckte und schloss kurz die Augen. Wie sollte sie diesen Kampf. Ihren eigenen Kampf mit dem Verstand nur bloß noch mal gewinnen?

„Wir sind deine besten Freunde, Jane. Wir passen auf dich auf. Vergiss das nicht!“ Lily strich ihr eine Haarsträhne hinter das Ohr und Hermine hielt den Atem an.
„Ihr wollt schon gehen?“
„Es wird langsam wieder Zeit. Auf uns wartet wieder die Ewigkeit, Hermine!“ James lächelte sie an.
„Aber ihr habt doch Zeit genug. Könnt ihr nicht noch…“
„Es ist nicht unsere Zeit die verloren geht, Hermine. Sondern deine. Irgendwann musst auch du noch loslassen können. Und deswegen denke ich…“ James blickte zu Lily und Hermine folgte seinem Blick, sah wie Lily tief einatmete, die Augen schloss und schweren Herzens nickte. „…Ich denke heute wird das letzte Mal sein, an dem dein Zauber funktionier!“
Hermine riss den Kopf um und starrte James an: „WAS?“
„Es ist das beste für dich!“, hauchte Lily in die aufkommende Stille.
„Aber…“
„Ich werde dich auch vermissen, Jane“, schnitt Lily ihr das Wort ab und schloss sie zum Abschied nochmals in die Arme. „Aber du wirst schon merken, dass dir der Abschied und das Ende sehr viel leichter fallen wird.“
Hermine schluckte aufkommende Tränen herunter und klammerte ihre Finger in Lilys Mantel und hielt sie fest an sich gedrückt.
„Aber ich brauche euch“, hauchte Hermine atemlos. „Du hast Menschen bei dir, die genauso gut auf dich aufpassen können. Du solltest genausowenig wie Harry weiter in der Vergangenheit hängen bleiben“, entgegnete Lily und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Lily trat einen Schritt zurück und ergriff James´Hand.

Hermine wollte sie am Arm packen, doch in diesem Augenblick waren Lily und James längst nur noch wieder eine Illusion und lächelten ihnen zu. Ein paar Schritte weiter und sie traten wieder ins weiße Nichts. Hermine begann zu zittern und woltte ihnen hinterher laufen, doch Sirius schlang seine Arme um sie und hielt sie zurück. Sie schrie auf und wehrte sich gegen seine Umarmung, wollte sich augenblicklich losreißen, doch Sirius war stärker. „Sie dürfen nicht gehen“, schrie Hermine plötzlich auf. „ICH HÄTTE NICHT GEHEN DÜRFEN! ICH HÄTTE DAS VERHINDERN KÖNNEN!“ Sie schluchzte auf und zum ersten Mal war es an Ginny, dass sie verstand, was in Hermine gerade vorging, was ihre beste Freundin durchgemacht haben musste.
Lily und James waren kaum noch zu erkennen, doch ein aller letztes Mal drehten sich die beiden Gestallten, tief im weißen Nichts des Tores um und Hermine konnte es sehen. Lilys strahlendes Lächeln und wie beide die Hände hoben um ihnen zu zu winken. Dann packte es Hermine bei aller Kraft und Sirius konnte sie nicht mehr halten. Sie stürmte los und wollte ihnen nach, doch im gleichen Augenblick regnete der Torbogen in den Schnee nieder, wie die Sterne vom Himmel und das einzige was Hermine blieb waren ihre Grabsteine. Und wieder ließ Hermine sich in den Schnee fallen und umklammerte nun Lilys Grabstein.

Sirius wollte sich neben sie knien, doch es war Ginny, die ihn an der Schulter zurückhielt und zusammen mit Luna links und rechts neben sie in den Schnee kniete. Ginny strich Hermine über ihren Kopf und schloss sie in die Arme.
„Sie hat Recht“, flüsterte Luna irgendwann nach ein paar Minuten. „Es ist nicht nur Harry der die Vergangenheit noch nicht verarbeitet hat.“ Hermine stockte immer noch die Stimme. „Aber wir haben nicht vor euch völlig alleine zu lassen. Wenn du reden willst oder reden musst, dann weißt du wo wir sind und es wird dir leichter fallen, glaub mir!“ Hermine atmete laut hörbar die Luft aus und nickte tapfer, wischte sich ein paar Tränen aus dem Gesicht und rappelte sich mit Hilfe von Ginny auf.
„Ich hatte niemals vor Harry zu verletzen, Ginny.“ Doch Ginny schüttelte nur mit dem Kopf und lächelte. Sie verstand nun.

Hermine blickte zu Sirius, der langsam wieder in Richtung des Tors gegangen war und und verstreut durch die Gegend blickte. Auch er musste verabreiten, was er gerade gesehen hatte.
„Liebst du ihn, Hermine?“, fragte Ginny leise und Hermine wandte den Kopf sehr ruckartig in ihre Richtung. Sezftzte schwer und zuckte mit den Schultern. „Ich darf nicht!“ Und das war die einzige Antwort die Ginny für den Augenblick auf diese Frage erhielt.

~°~

Sie blieben noch eine Weile in Godric Hollow und schlenderten über die verschneiten Straßen am alten Haus der Potters vorbei. Harry war im Ministerium, es bestand also keine Gefahr. Ginny klärte Sirius über das ein oder andere Ereigniss auf, während er selber ihr von seiner Schulzeit und Hermines Zeitreise erzählte, doch Hermine bekam das nur am Rand mit, denn sie ging um einige Schritte langsamer, als die beiden und wünschte sich Lily hätte es anders entschieden.

„Du denkst über dein Herz und deinen Verstand nach, nicht wahr?“ Es war Lunas ruhige Sing-Sang-Stimme, die Hermine nicht mal wirklich aus ihren Gedanken riss. Es war als wäre Lunas Stimme plötzlich in ihren Gedanken. Und Lunas Anwesenheit beruhigte sie.
„Sie hat gesagt, dass ich Vernünftig bin!“, sagte Hermine langsam. „Ich hab beim letzten Mal mit vernunft gehandelt und hab mich von ihm und dem Leben dort getrennt ich…ich weiß nicht ob ich es kann…ob ich das nochmal kann. Deswegen…ich…ich…ich darf nicht, Luna!“
„Das einzige was Lily Potter gesagt hat, war dass du klug bist. Vielleicht erlaubt die Vernunft trotz allem eine Möglichkeit.“
„Aber er wird wieder zurück müssen. Das ist das, was von uns am Ende dann doch verlangt wird. Ganz egal wie der Krieg ausgeht.“ Hermine blieb stehen und blickte Sirius und Ginny nach. „Danach was ich will, fragt am Ende niemand!“
„Und was ist wenn es dann doch eine Möglichkeit gibt? Ganz zum Schluss? Hermine, du hast ein solch alten Zauber entdeckt, der es dir ermöglicht hat an einem Grab ein Portal zu den Toten zu öffnen. Glaubst du nicht, dass wir einen Weg finden können, wenn wir danach suchen…dann…ich meine, dass es doch geht?“
„In der Vergangenheit bei ihm gibt es nur den Tod. Es gibt keinen gemeinsamen Weg. Hier ist er schon Tod, Luna. Wenn er noch Leben würde…ich würde…Luna, ich würde alles dafür geben dass er noch lebt, aber…es hat erst angefangen nachdem er starb.“
„Aber er ist damals ins Ministerium. Sein älteres Selbst…nachdem die Vergangenheit verändert war. Er ist nicht nur wegen Harry dort hin, oder? Er hat auch dich retten wollen. Ihm war damals nichts wichtiger, als dass wir, dass du dort lebend raus kommst.“
„Ich fühle mich manchmal deswegen schuldig“, sagte Hermine. „Ich frage mich…ich kann mich nicht mehr erinnern, ob…ist er wirklich gestorben bevor ich die Vergangenheit geändert habe, Luna? Ich frage mich das manchmal. Ob er sich wirklich so stark in diesen Kampf eingemischt hätte, wenn ich nicht in der Vergangenheit gewesen wäre.“
„Deine Erinnerungen verschwimmen? Sie gehen in eine über. Aber du kannst mir glauben, dass es mit Sicherheit nicht deine Schuld war, Hermine!“

„Wohin geht's jetzt?“, fragte Ginny. Sie und Sirius waren stehen geblieben und blickten sich zu den anderen beiden um.
„Zum Friedhof der Kriegshelden, in der nähe wo deine Eltern wohnen!“, sagte Hermine langsam. „Wir besuchen Remus und Severus!“
„Öffnet sich bei ihnen auch wieder ein solches Portal?“, fragte Luna, doch Hermine schüttelte mit dem Kopf.
„Nein, aber ich möchte dort gewesen sein. Ich möchte, dass sie wissen, dass ich sie nicht vergessen habe. Ich will Remus sagen können, dass es Teddy gut geht. Und ich habe mich noch bei Severus zu bedanken.“
„Bedanken? Wofür?“ Sirius blickte sie verwundert an.
„Ich hatte erst vor ein paar Tagen wieder eine sehr interessante Unterhaltung mit ihm!“ Hermine lächelte etwas matt.
„Vor ein paar Tagen? Aber worüber denn?“ Sirius schien immer noch verwirrt. „Ich hab nicht mitbekommen, dass du die Zeit hattest mit Snape zu reden!“
„Ich rede auch nicht von Severus im Grimmauld Place, sondern von Severus´Portrait in Hogwarts“, entgegnete Hermine und zwinkerte ihm zu.
„Was hat ein Portrait von Snape im Schloss zu suchen?“ Sirius schien aus der Fragerei nicht mehr heraus zu kommen und Hermine spürte aufkommende Unruhe und Misstrauen. Die vielen Informationen verunsicherten ihn zunehmend.
„Alle Schulleiter von Hogwarts erhalten dort einen Platz!“ Hermine lächelte ihm sanft zu und nahm dann seine Hand. Doch bevor Sirius dazu etwas sagen konnte, ergriffen Luna und Ginny ihre andere Hand und sie apparierten davon.

~°~

Unter einer alten Weide lagen die Grabsteine von Remus und Nymphadora Lupin. Hermine blieb mit den anderen eine Weile dort stehen, dann fand auch Ginny plötzlich ihre Stimme und richtete ihre Worte an Remus. Hermine lächelte und schaute sich einen Augenblick um, dann entdeckte sie den Stein von Severus Snape. Keiner der anderen folgte ihr und Hermine trocknete mit einem Zauber die Umgebung des Steins und setzte sich mit dem Rücken an Severus Grabstein gelehnt ins trockene Gras.

„Ich habe doch gesagt, dass ich dich bald wieder Besuche!“ Hermine lächelte in sich hinein. „Ich weiß deine Fürsorge zu schätzen, Severus und ich danke dir für all das was du mir beim letzten Mal gesagt hast. Ganz egal wie Sirius und James damals zu dir gestanden haben. Du solltest bitte niemals vergessen, wirklich niemals, dass…dass ich mir auch gewünscht habe in der Vergangenheit zu bleiben, um dich als Freund zu haben.“
Hermine seuftzte und schloss kurz die Augen, dann blickte sie sich zu Sirius und den anderen beiden um.
„Ich weiß, dass du dir selber nicht verzeihen kannst oder nicht verzeihen willst. Aber du sollst wissen, dass ich dir verziehen habe und Harry! Und du hättest diese Chance verdient, Severus. Genauso wie Draco sie verdient hat. Du solltest dir dass, was du mir damals klar gemacht hast, als ich entschieden habe zurück zukehren, einmal selber klar machen. Denn diesemal würde dir dein Verstand sagen, dass du diese Chance annehmen solltest.“
Eine Weile schwieg sie, ließ ihren Blick über die unterschiedlichen Gräber gleiten und schloss die Augen.
„Es ist merkwürdig aber…ich würde fast sagen ich vermisse es mit dir zu reden. Wir hatten nicht oft und nie lange die Gelegenheit dazu, aber jene wenigen Augenblicke sind mir immer als die prägenden Augenblicke mit dir in Erinnerung geblieben, Severus.“
Ein zweites Mal schloss sie die Augen und eine Windböhe schmiegte sich an ihr Gesicht, es war als spühlte der Wind ihr neue Erinnerungen durch den Kopf, gab sie ihr zurück.

Die Stille machte sie unruhig und die Treppe schien einfach nicht zurückkommen zu wollen, als eine Hand sich auf ihre Schulter legte und Hermine einen spitzen Schrei ausstoßen wollte, doch wie schon ein paar Stockwerke weiter oben, hielt ihr jemand den Mund zu. „Sei ruhig, Grang, sonst ist Bell wieder hinter dir her“, meinte eine kalte, aber ruhige Stimme.
Hermines Herz schlug wieder bis zum Hals, doch als sie erkannte, wer ihr den Mund zuhielt, beruhigte und entspannte sie sich merkwürdigerweise wieder. Die Gestallt, die aus dem Nichts plötzlich aufgetaucht war ließ sie wieder los und Hermines Hand klammerte sich ans Geländer. „Snape“, brachte sie außer Atem leise hervor. „Musstest du mich so erschrecken?“
In der Dunkelheit glaubte Hermine so etwas wie ein Grinsen über Snapes Gesichtszüge huschen zu sehen. Wahrhaftig grinste er sie an und nahm die Hand von ihrer Schulter: „War wirklich keine Absicht!“ Hermine schnaubte, musste dann aber ebenfalls grinsen.
„Bell hat dich gehetzt, wie er sonst nur dem Schnatz hinter her jagt, was hast du ausgebrochen, dass er so hinter dir her war?“, wollte Snape wissen. Hermine zuckte zunächst mit den Schultern. Sie wusste nicht genau, was sie ihm sagen sollte. Irgendwie mochte sie Snape, allerdings hasste er anscheinend Sirius und James. Es wäre ziemlich gefährlich ihm zu erzählen, was sie vorhatte.

Hermine schüttelte mit dem Kopf und kletterte nun eine Stufe hinab. Snape folgte ihr langsam. „Ich hatte nur etwas vergessen“, erklärte Hermine einfach. „Mein Aufsatz lag noch in der Bibliothek.“ Snape begann zu lachen.
„Das ist die schlechteste Lüge, die ich vorn dir je gehört habe“, meinte Snape.
„Und bis jetzt auch die einigste“, fügte er bedrückt hinzu. Hermine biss sich auf die Unterlippe und blickte Snape an. „Hör zu ich habe gehört, wie er dich gefragt hat, was du hier machst und wenn du nur deinen Aufsatz vergessen hättest, dann hättest du ihm das sicher gesagt“, erklärte Snape. „Außerdem würdest du niemals deinen Aufsatz in der Bibliothek vergessen. Das könnte vielleicht Pettigrew, Black oder Potter passieren, aber dir sicher nicht!“

Hermine errötete und wandte den Blick ab. Er kannte sie ziemlich gut.
„Was haben sie vor?“, fragte Snape plötzlich und Hermine sah ihn erschrocken an. „Was hat wer vor?“, wollte sie verwirrt wissen.
„Hör zu Jane, dieses Spiel kannst du mit Bell spielen, aber nicht mit mir. Du würdest nur für deine Freunde lügen, also sag mir jetzt bitte, was sie vorhaben!“
Hermine stolperte erschrocken einige Stufen herunter und konnte sich mit Snapes Hilfe gerade noch fangen. Er hatte sie Jane genannt. Er hatte ihren Plan durchschaut. Sie sah ihn nur an: „Niemand hat hier was vor!“, entrüstete sie sich.

Snape zog die Stirn kraus: „Wie du meinst, Grang“, meinte er dann wieder kalt. Er ging nun ein paar Schritte schneller voraus. Verwundert blickte sie ihm nach, ging dann selber schneller und legte ihm ebenfalls eine Hand auf die Schulter.
Er blieb stehe und Hermine schluckte, als er sie durch seine dunklen Augen ansah. Er würde sehr verärgert sein, aber Hermine entscheid sich, ihn mit seinem Vornamen anzusprechen, so wie er es getan hatte: „Es ist ein Geheimnis, Severus. Und Geheimnisse von Freunden erzählt man nicht weiter, auch wenn man noch so sicher sein kann, dass es nicht weiter erzählt wird.“

Snape sagte nichts. Er schloss kurz die Augen und Hermine beobachtete seine Gesichtszüge. Er hatte sich nicht viel verändert. Er hatte schon jetzt immer ein ernstes Gesicht und machte nie den Anschein entspannt zu sein. Er sah seinem älteren Ich sogar mehr als nur ähnlich. Ob ihr Professor in Verteidigung gegen die dunklen Künste, sich wohl an Jane Grang erinnern würde, wenn sie wieder in der Gegenwart war?
Plötzlich nickte Snape nur und nahm ihre Hand von der Schulter: „Wünsch Lupin morgen früh Gute Besserung von mir“, erklärte Snape und dann war er verschwunden. Hermine war so erschrocken über den Satz, dass sie erst bemerkte, als Snape weg war, dass er auf einem der Gänge verschwunden war.
Sie schüttelte den Kopf und blickte grinsend in der Luft umher. Er hatte es gewusst. Snape wusste, dass Remus ein Werwolf war. Wie hatte sie das bloß vergessen können. In ihrem dritten Schuljahr in der Gegenwart hatten Sirius und Remus ihr doch erzählt, dass James Snape das Leben gerettet hatte, weil er auf Grund eines Streiches in der Heulenden Hütte war.


Hermine lachte auf. Es war so unvergesslich. Und sie hätte es ihm anvertraut, wenn er sie noch einmal darum gebeten hätte, aber Severus war einfach unglaublich. Er hatte auf sie aufgepasst. Und Hermine wusste nicht einmal warum er das getan hatte. Er hatte Lily geliebt, einst als er noch jünger gewesen war und dann…hatte er in Liz jemanden entdeckt der der viel mehr auf ihn angewiesen gewesen war. Und Severus hatte Liz geliebt. Vielleicht sogar mehr als Lily. Und sie war wichtig für die beiden.

Severus war für sie dagewesen, als Sirius sein Urteil erhalten hatte. Er war bei ihr gewesen und hatte sie im Schnee aufgesammelt. Und Hermine erinnerte sich noch genau daran, wie sie ihn gegen Sirius und James verteidigt hatte. Es war so lange her. Wie ein anderes Leben, doch genau jetzt wo sie hier bei ihm saß, da war es als wäre sie genau jetzt dort. Es war ihr bei ihrem Abschied so unendlich wichtig gewesen, sich auch bei Snape zu bedanken. Und er hatte es damals nicht verstanden. Hermine konnte sich nur noch an den aufmunternden Blick erinnern, den Snape ihr einen Tag später in Verteidigung gegen die Dunklen Künste zugeworfen hatte.

„Ich wünschte du hättest den Krieg überlebt, Severus“, sagte Hermine matt. Und mit diesen Worten stand sie langsam auf und und strich mit der Hand über den Grabstein.

„Du hättest deine Chance verdient!“


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