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Fanfiction

Aus Vergangener Zeit - Kapitel 16 – Der Schmerz tief in uns

von Freaky-Angel

Soundtrack: Josh Groban mit To where you are

Kapitel 16 – Der Schmerz tief in uns

Er stand vorm Spiegel und knöpfte sein dunkelgrünes Hemd zu. Seine Finger zitterten ein wenig. Doch er atmete tief die Luft ein und richtete weiterhin seinen Blick schnurrgeradeaus in den Spiegel. Er hörte hinter sich die leisen Schritte. Er zuckte erschrocken zusammen und der oberste Knopf flog ab. Er senkte den Blick und seufzte. Langsam drehte er sich herum. Die beiden Damen im Türrahmen klopften noch gegen den Türrahmen um ihr Eintreten anzukündigen, doch bemerkten sofort, dass sie ihn erschrocken hatten.

„Verzeihung, Draco“, sagte Ginny Weasley und hob den dunklen Knopf vom Boden auf. Sie reichte ihn an Draco weiter. Er nahm ihr den Knopf bloß ab und wandte sich dann direkt wieder dem Spiegel zu. Er ergriff seinen Zauberstab auf der Kommode und der Knopf befestige sich von selbst wieder an seinem Hemd.

„Wir wollten dir nur Bescheid geben, dass wir fertig sind. Wir werden mit Blaise, Katie und Marcus unten auf dich warten“, sagte dann Morgan. Draco nickte bloß, schloss dann das Hemd ganz. Er krempelte den Kragen nach oben und griff dann nach der schwarzen Krawatte die neben seinem Zauberstab gelegen hatte und versuchte sie ohne Magie umzubinden. Doch es gelang ihm nicht so wie er es gerne gehabt hätte. Fluchend riss er an dem Stoff und warf ihn zusammengeknüllt gegen die Fensterscheibe. Wütend fuhr er sich durch sein gekämmtes Haar und schrie sein Spiegelbild an.

„Draco…“ – „Verschwindet!“, schrie er ihnen entgegen. „Ich brauche dabei keine Hilfe. Mit Sicherheit nicht!“ Er hörte ein seufzten. „HAUT AB!“ Es erklangen Schritte die sich entfernten. Er senkte den Blick und schloss die Augen. Er brauchte keine Hilfe. Jetzt wo es sowieso zu spät war. Dann spürte er eine Hand auf seiner Schulter. Er zuckte erneut zusammen und griff Instinktiv mit der Hand nach seinem Zauberstab doch eine weitere Hand fing seine Hand ein und hielt ihn zurück. Er schnappte nach Luft und war kurz davor zu platzen. Sie sollten ihn doch einfach nur in Ruhe lassen.

„Draco!“, mahnte eine sanfte, beruhigende Stimme. „Das ist vollkommen okay!“ Ganz langsam entspannte sich sein Körper und Draco schlug die Augen auf. Er hob den Kopf und wandte sich zu Morgan um. Sein Blick war glasig. Er wollte ihn abwenden, doch sie hielt sein Gesicht fest. „Wir wissen dass du sie geliebt hast. Niemand wird es dir verbieten können zu weinen.“ Er entriss sich ihr und hob die Krawatte vom Fensterbrett auf. Was wusste sie schon. Erneut wickelte er sich das Stück Stoff um den Hals und verzweifelte am Krawattenknoten. Resignierend schloss er die Augen. „Lass dir helfen, Draco“, erklärte sie, trat an ihn heran und nahm ihm die beiden Enden aus der Hand um ihm die Krawatte zu binden. Draco stand kerzengerade und regungslos vorm Spiegel. Er starrte seinem eigenen leblosen Anblick im Spiegel gegenüber entgegen und sagte nichts. Sie hatte leicht reden.

„Fertig“, erklärte sie und trat wieder von ihm weg. „Die anderen warten unten“, fügte sie hinzu und er nickte nur emotionslos. „Der Portschlüssel geht um zehn vor zwölf. Bitte sei pünktlich.“ Draco nickte erneut, sagte jedoch nichts. Morgan Fortuna nickte und seufzte. Dann ließ sie ihn alleine und stieg die Treppen des Grimmauld Place‘ hinab. Im Salon im ersten Stock warteten die anderen die Draco auf die Beerdigung begleiten würden. Ginny und Luna. Katie, Marcus und Blaise. Morgan war nun ebenfalls auf dem Weg dorthin. Hatte sie Andromeda nur einige Wochen Unterschlupf in ihren Gemächern geben können, so hatte sie Dracos Tante und den kleinen Teddy sehr lieb gewonnen. Ein so süßes Kind. Und so clever. Dabei wurde Teddy in zwei Monaten gerade Mal zwei Jahre alt. Und das Kind hatte schon so viel mitgemacht.

Vorsichtig klopfte Morgan an die Salontür und trat dann ein. Zu ihrer Überraschung stieß sie mit einem jungen gut aussehenden jungen Mann zusammen. Sie lächelte knapp und Frances Belby hielt ihr die Tür auf. „Verzeihung, Frances. Ich war in Gedanken.“ Er nickte und lächelte: „Das sind wir alle, Morgan.“ Sie nickte erneut. Er trat an ihr vorbei und ging den Flur hinauf.

„Wohin geht er?“, erkundigte Morgan sich.

Marcus Flint rappelte sich aus einem Sessel auf und griff dann nach seiner Tasse Tee: „Er hat sich meine Narben angesehen und ist nun auf dem Weg zu Hermine. Lupin und Snape zerfleischen sich sonst noch, wenn sie die gesamte Zeit alleine auf sie aufpassen sollen.“ Er schnaubte. Noch immer erschien ihm die gesamte Angelegenheit absurd. In den letzten Tagen hatte es sehr viel zu verarbeiten gegeben. Die Tatsache dass in diesem Haus Gestalten aus der Vergangenheit herumschwirrten war für sie alle ungewöhnlich. Gerade für Ginny und Luna war es anstrengend gewesen die Geschichte zu erzählen, in der sie selbst gar nicht involviert gewesen waren. Und neben dem ganzen Kummer und Schmerz der letzten Tage hatten sie auch darauf ein Auge haben müssen, dass niemand ein falsches Wort ihren Gästen gegenüber verlor.

Insgesamt hatte sich dies schwieriger gestaltet, als sie anfangs gedacht hatten. Vor allem wo Draco alles egal zu sein schien. Er hatte die gesamten letzten drei Tage im alten hinteren Salon im Erdgeschoss gesessen und die Wand angestarrt. Es war jener Raum in dem die Stammbaumlinien der Blacks an einem Wandteppich an der Wand hingen. Er hatte nur Andromedas Brandloch angestarrt und war abends zu Hermine ins Zimmer um sich nach ihrem Befinden zu erkundigen. Danach hatte er sich wieder nach unten gesetzt. Snape hatte ihnen erzählt, dass er sich des nachts wenn alle schliefen in die Küche geschlichen hatte um eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken. Ob er geschlafen hatte wusste niemand. Lediglich am Morgen nach Andromedas Tod hatte er das Haus verlassen um seiner Mutter die Nachricht zu überbringen, dass ihre Schwester gestorben war. Narcissa Malfoy wäre vor Trauer beinahe zusammen gebrochen. Es war Blaise gewesen der sie über den Zeitpunkt der Beerdigung und ähnliche Dinge auf dem Laufenden gehalten hatte. Blaise, Katie und Marcus waren im Ministerium gewesen und hatten sich um ihre Jobs gekümmert. Shacklebolt hatte einen Heiler zu Hermine schicken wollen, doch Frances Belby schien seinen Job ebenfalls ganz gut zu machen. Er kam zwei Mal täglich um sich um Hermine zu kümmern. Doch seit ihrem Zusammenbruch in der Küche war Hermine bisher nicht wieder aufgewacht.

„Eine magische Wunde“, hatte Frances gesagt. „Der Gegenstand mit dem sie verletzt wurde war vergiftet. Ich habe das Gegengift gefunden, aber Aufwachen muss sie selbst tun. Ich kann euch nicht sagen, wie lange es dauert.“

Morgan seufzte und nahm ebenfalls eine Tasse Tee vom Kaffeetischchen. Ginny und Katie saßen mit Blaise auf dem Sofa und hatten ihre Köpfe auf seiner Schulter abgelegt. Luna stand am Fenster. „Wo ist das Kind?“, fragte Morgan weiter. Teddy war ihr ans Herz gewachsen. Sie konnten ihn nicht alleine hier lassen.

„Bei Potter“, fuhr Marcus fort. Alle anderen schienen nicht wirklich wahrzunehmen, dass hier ein Gespräch stattfand. „Also bei James“, fügte Marcus dann hinzu. „Harry werden wir wohl gleich noch treffen.“ Morgan nickte.

„Wo bleibt Draco?“, fragte Luna leise. „Der Portschlüssel geht in ein paar Minuten.“

„Er kommt bestimmt jeden Augenblick. Er muss sich erst noch beruhigen“, erklärte Morgan. Katie blickte kurz auf. Sie sagte jedoch nichts. Morgan trat weiter ins Zimmer und setzte sich auf das Sofa aus dem Hermine gelegen hatte, neben Sirius Black. Morgan war die einzige die kein großes Theater um die Sache mit der Zeitreise gemacht hatte. Es lag vermutlich daran, dass ihr die Gesichter, abgesehen das von Snape, so gut wie Unbekannt waren. Das erleichterte der jungen Hexe die Sache natürlich sehr Vorurteilsfrei zu behandeln. Sie war zwischenzeitlich ein wenig mit Sirius ins Gespräch gekommen. Sie behandelte ihn nicht wie einen Aussätzigen. Marcus hatte mehrfach in seinem Taumel von Schmerzmitteln erklärt, dass er diese Gestalten nicht sehen wollte und sie schnellstmöglich einen Weg finden mussten sie hier wieder wegzuschaffen. Vermutlich hätte er dabei sofort Dracos Unterstützung gehabt, wenn Draco nicht völlig weggetreten gewesen wäre.

Die Tür öffnete sich. Draco trat ein. Alle Blicke waren auf ihn gerichtet. Sirius stand auf. Flint knurrte ein genervtes: „Setz dich, Black!“ Doch Sirius reagierte nicht. Er war zu Draco herüber getreten. Draco sah den etwa gleich alten jungen Mann auf sich zuschreiten, bewegte sich aber keinen Millimeter von der Stelle. Die anderen im Raum hatten damit begonnen sie anzustarren. Sirius hob den Kopf an. Sie waren ungefähr gleich groß und beim genaueren Hinsehen konnte man einen geringen Grad an Ähnlichkeit zwischen ihnen erkennen. Sie besaßen beide diese gleichen grauen Augen. Draco hatte sie von seiner Mutter und Sirius, auch wenn er es ungern zugab von der seinen. Es war eine von diesen Kleinigkeiten die sie verband. Sie würden es wohl niemals zugeben und dies war wohl auch der erste Moment in dem ihnen selbst diese Ähnlichkeit bewusst wurde. Einen Moment blickten sie sich gegenseitig in diese Gleichen Augen. Für Draco war es so als würde er in einen Spiegel sehen. Tief in Sirius‘ Augen erkannte er genau den gleichen Schmerz der er augenblicklich empfand. Draco wollte diesem schmerzhaften Blick ausweichen, wollte die Augen schließen, Sirius ließ es nicht zu. Schließlich packte Draco Sirius an der Schulter und nickte langsam. Sirius tat es ihm gleich. Es dauerte nur den Bruchteil von einer Sekunde, so schnell hatte keiner der anderen gucken können, da schlossen die beiden sich gegenseitig in die Arme.

Im Raum herrschte verblüffende Stille. Sie alle beobachteten die Szene die sich dort vor ihren Augen abspielte. Einzig Morgan begann zu lächeln. Doch da begann die Teekanne an zu wackeln.

„Der Portschlüssel“, entfuhr es Ginny, die sich zuerst aus der Trance hatte reißen können. „JETZT!“

Draco war noch wie erstarrt. Die anderen packten nach der Teekanne. Im völligen Chaos ergriff also Morgan ihn bei der Hand und schon wurden sie in den Sog gerissen. Noch immer hielt Draco Sirius am Arm und so war Sirius Black noch immer unter ihnen, als am Friedhof hinter einem Baum wieder ankamen. „Klasse gemacht, Malfoy“, meckerte Marcus sofort los. Katie versuchte ihn zu beschwichtigen. Doch auch die anderen waren nicht sonderlich begeistert. Sie konnten ihn unmöglich mitnehmen oder?„Das ist doch nicht so dramatisch. Er kann einfach hier warten“, schlug Blaise vor. Schließlich war er jetzt erst mal ebenfalls hier. Meckern brachte sie dabei ja jetzt auch nicht weiter. Doch Sirius blickte erneut nur Draco an: „Ich würde gerne mitkommen.“„Du – was?“, fragte Marcus.„Sie war meine Cousine. Ich wäre gerne dabei. Ich war dabei als sie starb. Ich würde mich gerne von ihr verabschieden“, erklärte Sirius ruhig. Während die anderen zu diskutieren begannen nickte Draco bloß: „Okay, in Ordnung.“„In Ordnung?“, wiederholte nun Ginny fassungslos. „Ja“, erklärte Draco völlig entschlossen. „Das geht in Ordnung.“ Sirius lächelte und nickte Draco zu. Draco erwiderte nichts. Er war zu erschöpft um das zu diskutieren. Er konnte Sirius verstehen. Draco empfand genauso. Er hatte nicht die Chance gehabt es zu tun. Er musste sich irgendwie verabschieden.Blaise nahm ihn beiseite. Ihm war Dracos Verhalten nicht ganz geheuer und so blickte er Draco direkt an: „Weißt du was du da tust?“, erkundigte er sich. „Vollkommen“, erwiderte Draco. Sie mochten es nicht verstehen, doch Draco wusste eben wie wichtig ihm dieser Abschied selbst war. Niemals würde er in der Lage sein ihn Black zu verweigern. „Sie ist tot“, sagte Draco dann laut. Er blickte sich in der Runde um und richtete seinen Blick direkt auf Flint. „Sie ist tot und kommt niemals wieder. Möchtest du dass man dir den Abschied verweigert? Die aller Letzte Chance einen Schlussstrich zu ziehen? Was glaubt ihr, wie wird sich Hermine fühlen wenn sie aufwacht und sie hat diese Chance nicht bekommen? Wie wird sie sich fühlen, hm? Was glaubt ihr wie wird sie euch in den Hintern treten, wenn ich ihr erzähle, dass ihr Black verboten habt sich von seiner Cousine zu verabschieden? Ich sag es dir, Flint.“ Draco sprach Marcus Nachnamen so verächtlich aus und ließ den älteren wissen wie viel er von seiner Meinung hielt. „Sie wird dir so kräftig in den Hintern treten, Flint. Dass du wir wünschen wirst der Typ der sie vergiftet hat hätte es mit dir getan.“ Marcus sagte nichts und erwiderte Dracos Blick. Er wich dem nicht aus. Wollte Malfoy ihm drohen?

„Das reicht jetzt, Draco“, sagte Blaise dann und packte Draco an der Schulter um ihn von Marcus weg zu ziehen. „Wir haben dich sehr gut verstanden, okay?“„Den Eindruck habe ich allerdings nicht“, knurrte Draco. „Sei ein braves Baby und hör auf das was Blaise dir sagt“, erwiderte Flint.„Marcus!“, mahnte Katie. Doch Draco riss sich bereits von Blaise los und baute sich vor Marcus auf. Marcus mochte noch immer ein Stückchen größer sein, doch Draco hatte alles andere als Angst vor ihm: „Wenn das hier keine Beerdigung wäre, Flint. Dann würde ich dafür sorgen, dass du gleich deine Knochen zwischen den Steinen hier…“

„DRACO!“, empörte sich Morgan. „Wir könnt ihr euch nur auf solche Kindereien einlassen. Das hier ist viel wichtiger als eure Sturköpfe.“ Sie schüttelte mit dem Kopf und harkte sich dann bei Sirius unter. „Wir gehen jetzt!“, erklärte sie und wandte sich mit Sirius und Luna von den Streithähnen ab. Ginny gab Blaise einen Seitenhieb und drängte ihn dazu ebenso zu gehen. Zurück blieben Draco, Marcus und Katie. „Ihr solltet euch schämen!“, erklärte Katie. Sie lief los und folgte den anderen.

Draco schnaubte und warf Marcus einen abschätzigen Blick zu. In seinen Fingern kribbelte es. Es verlangte ihn danach Marcus zu schlagen, doch Morgan und Katie hatten Recht. Er sollte sich alleine für diesen Wunsch schämen.

Er schüttelte sich und wollte gehen, doch Marcus packte ihn an der Schulter. „Es tut mir Leid“, erklärte dieser, gerade noch rechtzeitig, denn Draco hatte bereits seine Faust geballt und wollte zuschlagen. Draco hielt inne, blickte Marcus an und riss sich dann los. Diese Entschuldigung war er derzeitig nicht gewillt anzunehmen. Er hatte ihn provoziert. Sehr bewusst und absichtlich.

Er folgte den anderen zu der kleinen Kapelle, vor der sie sich sammelten. Er warf Morgan und Black einen kurzen Blick zu und stutze. Wo war Black? Das dort an Morgans Seite konnte unmöglich Black sein, oder? Wer war das? Morgan bemerkte seinen verunsicherten Blick und zwinkerte ihm zu. Es war Black? Morgan lächelte. Unfassbar. Denn Draco musste zugeben, dass Black sehr gut an Morgans Seite aussah. Und sie schien die Nähe auch in keiner Weise zu stören. Sie musste irgendeine Verwandlung über Black gelegt haben, sein Gesicht war ihm fremd. Doch er sah irgendwie gut aus. Ob Morgan eigentlich bewusst war, dass sie da ihre Hand ins Feuer legte?

„Da bist du ja endlich!“ Draco zuckte zusammen und nahm sofort eine aufrechte Haltung an. Er drehte sich langsam um und blickte seinem Vater entgegen, der ebenfalls in schwarz gekleidet war. Dicht hinter ihm erblickte Draco seine Mutter. Zu ihrem schlichten schwarzen Kleid trug sie einen schwarzen Schleier der ihr Gesicht bedeckte. Doch Draco konnte jede einzelne Träne sehen, die das Gesicht seiner Mutter hinab lief. „Guten Morgen, Vater“, sagte Draco langsam. „Mutter.“ Er kam zu ihr herüber und bot ihr seinen Arm an. Narcissa Malfoy versuchte sich mit einem knappen Lächeln und trat dann geleitet von Ehemann und Sohn an den Trauergästen vorbei zum Grab. Bereits neben dem aufgehäuften Haufen Erde lag ein Stein im Gras.

Andromeda Tonks
1953 – 2000


Draco schluckte und wandte so schnell er konnte den Blick ab. Das wollte er nicht lesen. Das konnte er nicht. Die anderen Trauergäste folgten ihnen und sammelten sich langsam um das Grab herum, ließen jedoch eine Gasse frei. Sie alle wussten was gleich passieren würde. Um Punkt Zwölf Uhr öffneten sich die Türen der Kapelle. Draco blickte hinüber und erkannte unter den Trägern des Sarges als aller erstes Kingsley Shacklebolt. Sie atmete tief die Luft ein und Draco fühlte als würden seine Knie weich werden. Doch er würde stark bleiben. Er konnte es seiner Mutter unmöglich zumuten schwach zu sein. Seine Mutter brauchte seine vollste Unterstützung. Er wollte sie nicht enttäuschen. Nicht heute. Die Anderen Träger waren Draco nicht bekannt. Es schienen Bekannte seiner Eltern zu sein.

Draco hielt stand. Die gesamte Zeremonie über. Ihm war ein wenig schlecht, doch er blieb aufrecht stehen und atmete mehrfach laut hörbar die Luft ein und aus. Es war Draco als wollte sich seine Mutter in dieses Loch schmeißen. Narcissa Malfoy verspürte scheinbar den Drang ihrer älteren Schwester zu folgen. Auf jenen Weg den man alleine gehen musste. Draco zitterte am ganzen Leib und umklammerte den Arm seiner Mutter. Was würden sie tun wenn Hermine starb? Was konnten sie jetzt noch dagegen tun, wenn sie einfach nie mehr die Augen aufschlug? Sie mussten doch etwas tun können. Irgendetwas. Draco kam sich in jenem Moment so hilflos vor und warf einen Blick in Richtung Black. Was würde Black tun wenn Hermine starb? Draco hatte mitbekommen, dass Black sich Schuld am Tode dieser Elizabeth Parker gab. Und Black hatte Hermine schon einmal verloren. Was würde er also tun? Draco grauste vor dem Gedanken. Ihm grauste vor der Vorstellung was passieren könnte. Vielleicht würde Black irgendein krummes Ding drehen und die Vergangenheit würde eine ganz schräge Wendung nehmen? Er schüttelte mit dem Kopf und räusperte sich. Er würde das zu verhindern wissen.

„Kommst du, Draco?“ Die sanfte Stimme seiner Mutter riss ihn aus allen Gedanken. Er hob den Kopf und folgte seiner Mutter langsam entlang der anderen Trauergäste zur Kapelle zurück. Er stand dort bei seinen Eltern, als er Harry Potter entdeckte. Und Potter steuerte auch noch auf ihn zu. Er versuchte Haltung zu bewahren, doch irgendwie war ihm nicht danach sich mit Potter zu unterhalten. Er hatte hoffentlich nicht noch Weasley mitgebracht?„Mein Beileid, Mrs. Malfoy“, sagte Harry an Narcissa Malfoy gewandt. Er ergriff die Hand Dracos Mutter und wechselte mit ihr ein paar Worte. Draco atmete weiter. Sehr umsichtig von Potter. Nach allem was in den letzten Wochen passiert war, hatte er dies kaum von Potter erwartet. Man täuschte sich einfach immer wieder.

„Ich würde mit dir gerne ein paar Worte wechseln, Draco“, erklärte Harry nun. Draco wandte verwundert den Blick in Harrys Richtung und fing dessen Blick ein. Er nickte kurz und gab seiner Mutter einen Kuss auf die Wange. Sie traten ein paar Schritte von Lucius und Narcissa Malfoy weg und vergewisserten sich, dass niemand ihnen zuhörte, dann hielt Harry ihm die Hand hin. Draco war verwundert und blickte Harry an.„Waffenstillstand“, sagte Harry leise. Draco war ein wenig verwundert, doch er ergriff Harrys Hand und hielt sie fest. Er wusste dass Harry kein Dummkopf war. Er hatte zur Vernunft kommen müssen. Es war nur eine Frage der Zeit gewesen, das hatte Draco gewusst.„Hermine geht es gut?“, fragte Harry. Draco schloss resignierend die Augen. „Sie wacht nicht auf“, zischte Draco zwischen seinen Zähnen hervor. Dabei ließ er den Blick durch die Trauergäste gleiten und fing Ginnys Blick ein. Er lächelte ihr zu. Und der glaubte Ginnys Herz vor Freude aufhüpfen zu sehen. Die erwiderte das Lächeln.„Ich habe gehört Belby kümmert sich um sie?“ Draco nickte. Von wem hatte er das schon wieder gehört? Man sprach auch wirklich über alles. Ob man wohl auch schon wusste, wo sie untergekommen sind? Wo war dieses Sicherheitslücke?

„Ich habe euch beobachtet“, murmelte Harry betroffen. „Ich war unmittelbar nach dem Angriff auf Hogwarts und habe dich und Blaise vorm Haus gesehen.“ Draco blickte auf. „Ich musste wissen, dass es euch gut geht.“ Draco sagte nichts. Er hörte einfach zu.„Ich weiß, dass ich mich wie ein Idiot benommen habe, Draco. Aber ich verdiene eine zweite Chance.“„So glaubst du das?“, erkundigte Draco sich. Er schaute Harry nun ernst an. Er hatte sich mehr als dumm angestellt. Nicht aus Angst, sondern einfach aus purer Dickköpfigkeit.„Ich hätte niemals an deinen Absichten zweifeln dürfen, Dray.“ Nun senkte Harry den Blick. „Ich hatte nur gehofft…“ Er brach ab und Draco beobachtete ihn. Harrys Gesicht war schmerzverzogen. Draco seufzte. Er wusste genau was Harry dachte. Dafür brauchte man kein Superhirn sein. „Ich habe auch gehofft es hätte längst ein Ende genommen“, knurrte Draco leise. Harry nickte.„Kann ich Hermine und Teddy nachher besuchen?“, fragte Harry leise. „Man sagte mir du meidest das Haus“, entgegnete Draco.„Ich würde es mir nicht verzeihen können nicht einmal bei ihr gewesen zu sein, sollte sie sterben“, sagte Harry aufrichtig. Draco wandte augenblicklich den Blick ab und schnappte nach Luft. Warum sagte er so etwas? Wie konnte er nur an so etwas denken?„Komm spät“, erklärte Draco knapp. „Und alleine. Es wohnen noch einige andere Leute im Haus die nicht gerade gut auf dich und Weasley zu sprechen sind.“ Harry nickte seufzend. Draco sah ihm an, dass Harry fragen wollte wer noch dort anzutreffen war. Doch Harry schien auch zu merken, dass gerade nicht der beste Zeitpunkt war um danach zu fragen.

„Bis heute Nacht, Malfoy“, sagte Harry und verabschiedete sich. Draco nickte. Er nickte Ginny zu, die sie scheinbar die gesamte Zeit über beobachtete hatte. Ihr Blick sagte ihm, dass sie sofort wissen wollte, was los war. Doch Draco zwinkerte ihr nur zu. Er würde später mit ihr reden. Fürs erste verabschiedete sich Draco von seinen Eltern. Er wusste seine Mutter vertrug augenblicklich nicht sehr viel Aufregung. So würde er also Sirius umgehend zum Grimmauld Place‘ zurück begleiten. Ansonsten kam Sirius vielleicht noch auf die völlig verrückte Idee sich mit seiner Mutter unterhalten zu wollen. Das würde seine Mutter derzeitig nicht verkraften können. Draco hatte auch nicht vor seine Eltern darüber zu informieren, dass er Besuch von ein paar Zeitreisenden hatte. Seine Eltern waren nicht unmittelbar involviert. Und dabei wollte er es auch belassen.

„Draco!“, sagte Lucius Malfoy bestimmend und so wandte sich Draco noch einmal kurz seinem Vater zu. Dieser hielt einen Pergamentumschlag in seinen Händen. Er blickte seinen Vater verwundert an: „Vater?“„Ich habe hier ein Schreiben für Miss Granger. Wie man hört pflegt ihr engeren Kontakt, deshalb trage bitte Sorge dafür, dass sie ihn erhält.“ Draco legte den Kopf ein wenig schief und nahm dann den Umschlag entgegen. Er erkannte die feine Handschrift seines Vaters sofort wieder.

„Was ist das für ein Schreiben?“, fragte Draco sofort nach. Er betrachtete nochmal den ordentlichen Umschlag und steckte ihn dann ein.„Nun, Miss Granger wird es dir mit Sicherheit berichten“, sagte Lucius Malfoy. Dann blickte dieser Draco ernst an. Er trat einen Schritt näher an seinen Sohn heran und senkte die Stimme: „Ist es wahr, dass du mit Granger unter einem Dach wohnst, Sohn?“Draco runzelte die Stirn und verschränkte die Arme vor der Brust: „Das entspricht wohl der Wahrheit. Ja! Hast du damit ein Problem, Vater?“Lucius Malfoy räusperte sich: „Du bereitest dir große Schwierigkeiten, Junge.“Draco lachte: „Nach allem was ich im Tagespropheten lesen durfte, bin wohl eher ich derjenige der ihr Schwierigkeiten bereitet.“„Ich denke nicht, dass eine solche Bindung auf kurz oder lang…“„Es gibt keine Bindung!“, sagte Draco mit etwas gehobener Stimme. Er machte keinen Hehl daraus, dass sich einige Leute zu ihnen umdrehten. „Zumindest keine wie sie alle annehmen.“ Draco fehlten wirklich die Worte. Jetzt glaubte selbst sein Vater diesen Unfug?

„Deine Mutter macht sich Sorgen, Draco!“„Mutter hat gerade heute mit Sicherheit andere Sorgen“, knurrte Draco auf. Er war doch keine zwölf Jahre alt. Er würde sich nicht mehr sagen lassen, was er zu tun hatte. Nie mehr. Das Zeichen auf seinem Unterarm würde nie wieder Bedeutung geschenkt bekommen. Dafür bereute er viel zu sehr.„Sprich nicht in diesem Ton mit mir“, warnte Lucius. „Wir haben Miss Greengrass in der kommenden Woche zum Tee eingeladen. Deine Mutter erwartet dein Erscheinen.“ Lucius Malfoy räusperte sich erneut und wandte sich dann ab: „Guten Tag, Sohn.“

Draco blieb fassungslos stehen. Sie hatten Astoria zum Tee eingeladen? Ihm klappte der Mund auf. Wie sollte er… Er würde auftauchen müssen. Das verlangte sein Anstand, aber es gab in Dracos Augen nichts mehr zu sagen. Er hatte mit Astoria bereits vor Monaten abgeschlossen. In Dracos Augen gab es doch nur noch… Er hielt inne. Setzten sie ihm tatsächlich Astoria vor, weil sie glaubten Draco würde Hermine an seiner Seite haben? Er tastete nach dem Umschlag in seinem Umhang. Wollte sein Vater etwa Hermine drohen. Wenn Draco vor die Wahl gestellt werden würde, würde er ganz klar Hermine Astoria vorziehen, doch vor eine solche Entscheidung hatte ihn niemand zu stellen. Draco musste zugeben, dass er sich Hermine sogar mehr als gut an seiner Seite vorstellen konnte. Doch da war Black und er selbst hatte sich und seine Seele längst jemand anderem versprochen. Er lächelte kurz in sich hinein. Dann packte ihn jemand bei der Schulter.

Draco hatte sofort seinen Zauberstab in der Hand und drückte ihn der Gestalt an die Kehle.„Flint!“, knurrte Draco. Marcus ließ ihn sofort los und hob beschwichtigend die Arme hoch.„Spar die das für Warrington auf.“ Draco senkte seinen Zauberstab und blickte Marcus fragend an: „Was?“„Ich habe ihn gesehen“, zischte Marcus mit tiefer Stimme. „Er lungert um das offene Grab herum. Ich schlage vor wir schnappen uns diesen Bastard sofort, ehe der wieder bis zum St. Nimmerleinstag in der Versenkung verschwindet.“ Draco nickte mechanisch. Man hätte meinen können Draco schaltete gerade sein Gehirn ab. In seinem Kopf kursierten nur noch Flüche und Verwünschungen. Es genügte ein Blickwechsel und die beiden Männer wussten was sie tun würden. Blaise kam gefolgt von den anderen auf sie zu.„Was ist los?“, fragte Luna aufgeregt. Scheinbar beunruhigte sie die Ausdruckslosen Gesichter.„Ich werde ihn umbringen“, erklärte Draco. Und sein Tonfall ließ keinen Zweifel an seinen Absichten. Manchmal sagte man dies als einfache Floskel, doch jeder der Draco in diesem Augenblick ins Gesicht sah, wusste dass es alles andere war als ein paar lose Worte. Ginny Weasley schnappte entsetzt nach Luft: „Es gab genug Tote in diesem Krieg!“ Draco blickte sie nur steif an. „Er hat Hermine fast umgebracht“, raunte Draco. „Ich lasse nicht zu, dass er ohne Strafe davon kommt.“ Sekunden später hielten auch Katie und Blaise ihre Zauberstäbe in ihren Händen.„Er ist hier?“, fragte Katie entsetzt. „Bei der Beerdigung?“Morgan gefiel es ganz und gar nicht, dass die Situation außer Kontrolle zu geraten schien. Sie ließ Sirius‘ Arm los: „Ich halte das nicht für eine gute Idee, Dray. Vielleicht sollten wir…“„Niemand hat dich nach deiner Meinung gefragt, Fortuna.“ Morgan runzelte die Stirn. Es verschlug ihr die Sprache.

„Draco, ich glaube auch, dass…“ Doch Draco hob die Hand und unterbrach Ginny. Er hielt seinen Zauberstab fest umklammert und wandte sich ab. Die Gruppe löste sich. Dicht hinter Draco lief Blaise. Draco erhaschte einen kurzen Blick weiter nach links und sah Marcus und Katie auf der anderen Seite der Kapelle verschwinden. Gefolgt von Blaise schlich er dicht an der Kapellenwand entlang. „Wir können nicht sicher sein, dass es Warrington war“, flüsterte Blaise dann. „Weder Hermine noch Flint haben jemanden gesehen.“Draco wandte sich um und kam Blaise sehr nahe: „Sag mir: Wer soll es sonst gewesen sein?“, knurrte er gefährlich. „Warum sollte er sonst hier herum schleichen? An dieser Sache ist irgendetwas faul!“

Draco wollte sich wieder dem widmen, was er geplant hatte: Warrington schnappen, doch sie waren zu unachtsam gewesen. Draco zuckte zusammen, als er die Spitze eines Zauberstabes an seinem Hinterkopf spürte.„Zauberstäbe fallen lassen oder er ist tot“, erklärte eine kratzige Stimme. Draco konnte ihn nicht sehen, doch er erahnte die bullige Gestalt Chester Warringtons hinter sich. Wütend schloss Draco die Augen. Warum hatte er sich von Blaise ablenken lassen? Draco umklammerte seinen Zauberstab. Er wollte ihn nicht fallen lassen. Blaise jedoch ließ keine Sekunde verstreichen, da hörte man seinen Zauberstab zu Boden rascheln. „Fallen lassen, Malfoy“, knurrte Warrington. Draco schnaubte und gab dann aber nur sehr wiederwillig nach. Auch Dracos Zauberstab raschelte zu Boden. Daraufhin ballte Draco die Hände zu Fäusten. Wie hatte er so unachtsam sein können?

„Accio Zauberstäbe“, knurrte Warrington. Und begann dann breit zu grinsen. „Wir wollen ja sicher sein, dass ihr keinen Unfug treibt, nicht wahr?“„Du solltest hier ganz schnell verschwinden, Warrington. Das hier ist eine Begräbnisstätte. Hast du keinen Respekt vor den Toten?“, knurrte Draco und drehte sich dann um.„Oh ja ich weiß, Malfoy. Habs gehört. Dein armes Tantchen ist tot. Tut mir ja furchtbar Leid“, sagte Warrington gedehnt und sein Grinsen wurde noch breiter. „Deine Mutter war wirklich ein sehr furchtbarer Anblick.Draco biss die Zähne auf einander. Er wollte ihn provozieren. Aber darauf würde er sich nicht einlassen. Hermine sagte immer, sein Temperament und Vorlautes Mundwerk würden ihn einmal den Kragen kosten. Er wollte das jetzt nicht aufs Spiel stellen.

„Wir müssen uns unterhalten, Malfoy“, erklärte Warrington dann. Draco schnaubte erneut: „Ich habe dir nichts zu sagen, Warrington. Aber du könntest im Ministerium ein Geständnis ablegen. Dann höre ich dir vielleicht ein paar Minuten zu.“Warrington blickte Draco nun ernst an: „Ich werde nichts gestehen, was ich nicht getan habe.“„Das würde ich an deiner Stelle auch behaupten“, knurrte Draco.„Immer langsam, Malfoy. Ich muss mit dir reden. Nicht mehr und nicht weniger. Du hast jetzt die Chance dazu. Ansonsten behalte ich mein Wissen für mich. Das ist ganz einfach.“„Warum sollten wir dir vertrauen?“, mischte sich Blaise ein. Warrington warf Blaise nur einen kurzen Blick zu. Doch Warrington ignorierte Blaise. Eingebildeter… Blaise stand nun ebenfalls kurz davor Warrington den Hals umzudrehen. Er wusste noch sehr gut aus ihrer Schulzeit, dass Warrington sich selten dazu herabließ mit Leuten zu sprechen, dessen Namen man seltener hörte. Draco hatte einen sehr bekannten Namen. Natürlich wollte er nur mit Draco sprechen.

„Haben wir einen Deal, Malfoy?“, erkundigte sich Warrington.Draco zögerte. Er würde hier keine Deals mit Warrington abschließen, wenn er nicht wusste, wie viel die Information Wert war. Das war ihm viel zu unsicher. Nachher war er wieder an irgendwas Schuld. Nein. Das würde er dieses Mal nicht riskieren.„Ich denke nicht“, meinte Draco langsam. „Ich sehe dazu keine Veranlassung!“Warringtons Augen verengten sich etwas. Er hob wieder den Zauberstab und hielt ihn Draco unter die Nase.„Sehr unkluge Entscheidung, Malfoy. Ich hatte dich cleverer in Erinnerung. Aber wir werden uns noch wieder sehen. Ganz sicher.“ Warrington ging ein paar Schritte Rückwärts. Noch immer hielt er Dracos und Blaise‘ Zauberstäbe in der Hand und richtete seinen eigenen auf Draco. Jetzt hatten sie ihn gehabt und er würde wieder verschwinden. Flint würde ihnen in den Hintern treten. Draco war verdammt Neugierig. Er wollte wissen, was Warrington zu sagen hatte. Aber er vertraute ihm nicht. Flint hatte ihnen gesagt, dass er niemanden gesehen hatte. Aber wer außer Warrington hätte es sonst gewesen sein können? Und er erinnerte sich daran, dass Hermine gesagt hatte dass der Typ in dem Pub seine Informationen von Warrington gehabt hatte. Es musste also eine Verbindung zu Warrington geben. Aber welche?„SIRIUS!“, schrie plötzlich Morgan laut quer über den Friedhof. Draco wirbelte erschrocken herum, doch er spürte dann doch nur einen Windzug und erblickte dann wenige Meter vor sich Sirius Black, der auf Warrington losgegangen war.

Draco war wie versteinert. Er starrte die Szene vor sich an. Blaise reagierte viel schneller und vom anderen Ende des Friedhofs eilten Marcus und Katie herbei.

Blaise war dabei Sirius von Warrington zu zerren, doch dieser ließ sich nicht davon abhalten Warrington erneut ins Gesicht zu schlagen. Von den Zauberstäben war nichts mehr zu sehen. Sirius war so plötzlich aus dem Nichts heraus aufgetaucht, dass Warrington ihn nicht einmal bemerkt hatte. Und als er dann Sirius‘ Faust in Richtung seines Gesichts hatte fliegen sehen, da war es für Warrington dann auch zu spät gewesen.

„Du bringst ihn hm!“, schrie Katie auf. Warrington war längst bewusstlos und lag im nassen Gras zu ihren Füßen. Doch Sirius schlug ein siebtes und achtes Mal zu. Er war wie in einem Rausch. Schließlich legte Marcus ihn mit einem Schockzauber lahm. Draco lösten diesen jedoch fast sofort wieder und fing den etwas verwirrten Sirius auf. Sirius schüttelte mit dem Kopf. Seine Hände waren blutig und in seinem Kopf rasten Bilder von A nach B.„Er lebt noch“, hörte Draco Blaise sagen.

„Was wollte er?“, fragte Marcus.„Reden“, schnaubte Draco. Sirius ließ sich selbst zu Boden sinken und verdeckte seine Augen mit den Händen. Er war völlig verstört. „Geht’s dir gut?“, fragte Draco besorgt und legte Sirius eine Hand auf die Schulter. Sirius schüttelte mit dem Kopf und begann am ganzen Körper zu zittern.

„Was ist passiert?“, Ginny kam gefolgt von Luna und Harry angerannt. Auch Morgan eilte zu ihnen. Sie ließ sich vor Sirius sinken und kramte plötzlich in ihrer Manteltasche. Sie hatte doch irgendwo einen Beruhigungstrank bei sich?

„Black hat Warrington lahm gelegt“, erklärte Marcus. „Ich hätte nie gedacht, dass wir ihn ohne Zauberstab packen könnten. Das gibt ne nette Narbe.“ Marcus grinst etwas.

„Ist er tot?“, fragte jetzt auch Luna. Katie kniete neben Warrington im nassen Gras und schüttelte mit dem Kopf: „Nein, aber bewusstlos.“„Ich würde sagen das war eine sehr gute Arbeit, Black. Hätte nicht gedacht, dass wir dich hier hätten brauchen können.“ Marcus überkam ein Gefühl von völliger Selbstgefälligkeit.

„Halt deine verdammte dumme Klappe“, bluffte Morgan ihn an. „Er steht völlig unter Schock.“„Das tut Warrington mit Sicherheit auch, wenn er wach wird“, lachte Marcus.

Aber es war nicht nur Sirius der völlig unter Schock stand. Da stand Harry dicht neben Ginny und starrte auf seinen Paten, der kaum älter war als er selbst. Sirius hatte seine Arme um seine Beine geschlungen und wippte hin und her. Er summte irgendwas vor sich her. Katie ertrug weder den einen noch den anderen Anblick. Sie stand mit Blaise‘ Hilfe auf und verpasste Marcus eine Ohrfeige.

„Du wirst dich jetzt zusammenreiße und benehmen, Flint. Mach dich nützlich. Wir werden ihn mitnehmen!“ Marcus begann zu fluchen und rieb sich die Wange. Er hielt seinen Zauberstab umklammert und schien damit zu ringen Katie irgendetwas wirklich Fieses anzuhexen. Doch er wusste, dass er gerade sehr alleine dastand. Also half der Blaise und Katie dabei Warrington Reisefertig zu machen.

„Es wird alles gut“, flüsterte Morgan und sie ergriff Sirius‘ Hände, damit er ruhig blieb. Sein Anblick schmerzte sie. „Dray, wir müssen ihn hier fort schaffen.“ Draco nickte sofort. Doch dann aus der Stille trat Harry hervor. Er hockte sich neben Sirius und blickte seinen Paten an. Sirius blickte auf. Er erblickte Harry und starrte ihn an. Es war das gleiche Gesicht, wie das von James. Die gleichen Augen, wie die von Lily. Sirius atmete schwer ein und aus und konnte den Blick nicht abwenden.„Harry“, flüsterte Sirius benommen. „Du… bist Harry. Harry Potter“, sagte er und blickte Harry an. Und Harry begann wie mechanisch zu lächeln, dann ließen an Harrys Wangen Tränen hinab.„Ganz genau“, sagte Harry langsam und packte dann Sirius beim Arm. Er half seinem Paten auf und stütze ihn ab. „Und jetzt werden wir dich nach Hause bringen.“ Draco kam Harry zur Hilfe. Gemeinsam machten sie ein paar Schritte und dann apparierten sie.

Vorm Grimmauld Place machte es Plop und die drei tauchten wieder auf. Draco eilte die Stufen zur Haustür empor und klingelte, während Harry den etwas benommenen Sirius die Treppen hinauf half. Es war Frances der ihnen die Tür öffnete. Frances war irritiert. Er kam sofort zu Harry um ihm mit Sirius zu helfen. Draco stand noch immer unten in der Diele. Doch sein Blick war die Treppe hinauf gerichtet. Als Frances hinter ihnen die Tür schloss, blickte auch Sirius auf. Mit einem mal begannen seinen Augen zu funkeln und er zitterte erneut, doch er packte mit der einen Hand nach dem Treppengeländer und hievte sich selbst die Stufen empor.

Oben auf dem Treppenabsatz stand Hermine. Ihr linker Arm war bandagiert und hing in einer Schlaufe. Müde presste sie mit dem rechten Arm den kleinen Teddy an sich. Doch Sirius war sofort wieder voller Tatendrang und sammelte seine letzte Kraft. Oben angekommen klammerte er sich nur noch an Hermine und legte seinen Kopf auf ihrer linken Schulter ab. Ehe er weinend in sich zusammenbrach.


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Die Halle der Prophezeiung ist das erste Set in einem „Harry Potter“-Film, das komplett im Computer generiert wurde.
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