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Fanfiction

Aus Vergangener Zeit - Kapitel 2 - Schock. Und jetzt?

von Freaky-Angel

Kapitel 2 - Schock. Und jetzt?

Es war Januar. Es war fast auf den Tag genau drei Jahre her, dass Hermine die Vergangenheit für immer verlassen hatte. In einer Woche war der Fünfzehnte Januar. Ein Tag an dem Hermine für frei nahm und die Gräber von sechs besonderen Menschen aufsuchte. Im letzten Jahr war sie dort gewesen. Harry und Ron wussten nicht, was Hermine an diesem Tag tat, aber sie fragten auch nicht danach. Der fünfzehnte Januar war ihr Tag. Zunächst reiste sie nach Godric's Hollow um James und Lily zu besuchen. Danach besuchte sie die Gräber von Remus und Severus die als Kriegshelden in die Geschichte eingegangen waren. Das fünfte Grab war sehr schwer zu finden gewesen. Hermine hatte lange gebraucht bis sie herausgefunden hatte, wo Liz gelebt hatte.

Elizabeth Parker. Hermine hatte in den Unterlagen des Ordens des Phönix gesucht, war aber nirgendwo auf einen Hinweis gestoßen. Sie war niemals dem Orden beigetreten. Als sie in einem alten Jahrbuch ihr Bild entdeckt hatte, hatte sie irgendwann den Weg zu einem kleinen Küstendorf in Schottland gefunden. Liz war während des ersten Krieges gegen Voldemorts gestorben. Bewohner des Dorfes hatten ihr erzählt, dass sie wohl gegen Ende Probleme mit einem gewissen Severus Snape gehabt hatte und es wurde vermutet, dass er sie umgebracht habe, aber Hermine gab nicht viel für diese Gerüchte.

Der letzte Ort, den Hermine aufsuchte war kein Grab. Es war ein Ort des Gedenkens. Harry hatte in Hogsmeade an der heulenden Hütte einen Gedenkstein aufgetsellt. Hermine war es sehr schwer gefallen, als sie zum ersten Mal dort hin zurück gekerht war, aber es hatte ihr gut getan.

„Soll ich den Brief aufmachen?“, fragte Draco leise. Hermine stockte der Atem und sie nickte langsam. Sie fühlte sich nicht in der Lage den Brief eigenständig zu öffnen. Es war als wäre sie in einem Bann, einem Traum gefangen. Wie lange hatte sie vor drei Jahren, kurz nachdem sie zurück gekehrt war darauf gehofft irgendwie eine Nachricht von Sirius und irgendwem anders zu bekommen. Vergeblich.
Und jetzt? Drei Jahre später, wo sie ein halbwegs normales Leben, so normal wie eben ein Leben mit einer solchen Vergangenheit sein kann, führte, jetzt erhielt sie einen Brief, der an Jane gerichtet war.

„Liebe Jane“, las Draco laut vor. Hermine richtete seinen Blick auf Draco. Er sah auf und sah sie fragend an. Er wartete auf ihre Zustimmung weiter zu lesen. Hermine nahm jeglichen Mut zusammen, sie war schließlich eine Löwin des Hauses Gryffindor, und nickte tapfer.

„Liebe Jane, es ist sehr lange her, dass wir uns das letzte Mal gesehen haben. Wir hoffen alle, dass es dir gut geht. Uns geht es... den Umständen entsprechend. Tut mir wirklich Leid, Jane, aber ich habe wirklich versucht auf Sirius aufzupassen, allerdings hat er dann wohl doch einen Weg gefunden, aber dass kann ich dir jetzt so sehr schlecht erklären.
Wir sind seit fast einer Woche hier in deiner Zeit. Es hat ein wenig gedauert, bis wir dich gefunden hatten. Wir haben in der Nähe deiner Wohnung auf dich gewartet, aber du bist nicht aufgetaucht.
Du glaubst nicht wie froh wir waren, als du heute Morgen endlich aufgetaucht bist. Als du nicht mehr aus der Wohnung heraus gekommen bist, haben wir angeklingelt. Zum Glück noch Rechtzeitig, denn deine Mitbewohnerin war wohl gerade dabei aufzubrechen. Sie hat uns gesagt, wo du arbeitest.
Sirius wollte dich direkt besuchen, aber ich fand es ein wenig zu gefährlich, deswegen war ich kurz dort, um dir eine Nachricht zu hinterlassen. Luna hat uns erlaubt in eurer Wohnung auf dich zu warten.
Alles Liebe Remus.“

Draco hielt inne. Er war ebenso geschockt über das, was er gerade vorgelesen hatte wie Hermine, der ein wenig schwindelig wurde. Sie setzte sich auf eine der Bänke und hielt sich die Hände vors Gesicht. Heftig schüttelte sie mit dem Kopf. Das konnte nicht sein. Das war ein Scherz. Irgendjemand musste das lustig finden. Sie glaubte jetzt zwar nicht mehr, dass der Brief von Draco war. Aber er konnte unmöglich echt sein. Er durfte nicht echt sein.

„Ich...“ Hermine brach wieder ab. Draco beschwor ein Glas Wasser aus dem Nichts herbei und reichte es ihr. Sie nahm es ihm dankend ab und trank einen großen Schluck, reichte es ihm dann zurück, damit Draco ebenfalls trinken konnte.
„Ich kann das nicht glauben“, sagte Hermine völlig perplex. „Das kann nicht wahr sein.“ Draco legte ihr beruhigend eine Hand auf die Schulter. Dann sprang Hermine auf: „Ich muss sofort nach Hause“, verkündete sie und blickte Draco an. Er nickte langsam und sah sie an: „Soll ich dich begleiten?“, wollte er wissen.

Hermine schüttelte mit dem Kopf, zuckte mit den Schultern: „Ich... habe keine Ahnung.“ Sie löste zunächst einmal die Zauber von der Tür und öffnete die Tür: „Ich muss jetzt meine Sachen holen und dann sofort nach Hause“, sagte sie erneut. Draco folgte ihr zum Fahrstuhl und fuhr mit ihr zusammen in den zweiten Stock. Hastig eilten sie den Flur hinauf. Als sie Hermines Abteilung betraten stand Luna vor Zacharias Schreibtisch und schrie ihn an.

„Ich will dich nie wieder sehen. Wage es nicht mehr bei mir aufzukreuzen, hast du das verstanden?“, stieß sie wütend aus. Sie lief Hermine entgegen und blickte sie an: „Ich ziehe zu meinem Vater. Ich melde mich wieder bei dir.“ Luna lief an ihr vorbei. Hermine war kurz wie versteinert, dann lief sie auf den Gang zurück.
„LUNA, warte!“, doch sie war schon verschwunden. Luna zog zu ihrem Vater? Konnte das alles hier wirklich echt sein? Zog sie aus, weil Remus und Sirius jetzt in der Wohnung waren. Warum hatte sie Hermine nicht darauf angesprochen?

Hermine hatte ihre Sachen geholt und Draco kam aus seinem Büro zurück, ebenfalls fertig um zu gehen.
„Ich komme heute nicht mehr wieder“, sagte Hermine zu Zacharias. „Schick mir eine Eule wenn hier Chaos ausbrechen sollte. Ansonsten sehen wir uns morgen“, verkündete sie ihm und verschwand mit Draco.
„Ich begleite dich“, verkündete er ihr. Hermine sagte dazu nichts. In Gewisser Weise war sie froh, dass er mit kam. Sie wusste nicht, was sie erwartete. Sie wusste nur dass sie irgendwie Angst hatte. Sie hatte nie einen Gedanken daran verschwendet sie wieder zusehen. Erst recht nicht Sirius.

„Glaubst du, es ist ein Scherz?“, fragte Hermine Draco langsam. Sie hatten Das Ministerium durch den Besuchereingang verlassen und liefen durch Muggellondon. „Luna hat nichts gesagt. Sie hätte doch bestimmt irgendwas angedeutet“, überlegte Hermine. Draco zuckte mit den Schultern und band sich seinen Schal enger um den Hals.
„Vielleicht war sie auch nur ein bisschen aufgebracht wegen, Smith. Allerdings kann ich nicht so ganz verstehen warum. Er hat gestern Abend mit Pansy Schluss gemacht.“ Hermine blickte ihn an. Mit Pansy Schluss gemacht? Vielleicht lag ihm ja wirklich noch was an Luna, aber das Rechtfertigte nicht, dass er hinter ihrem Rücken was mit Pansy angefangen hatte.

„Was ist wenn sie da sind?“, fragte Hermine vorsichtig. „Was machen wir dann? Ich meine... sie sind Tod!“ Hermine hielt inne und sah Draco verzweifelt an. „Draco, was... wie soll ich ihnen das erklären? Remus zum Beispiel... er hat einen Sohn. Stell dir doch vor, wenn ich ihm das sage: Er... er wird ihn doch sehen wollen. Sie könnten die Vergangenheit doch schon wieder verändern. Das... Draco das ist eine Katastrophe.“

Draco blieb stehen und hielt sie an beiden Armen fest. Er strich mit seinen Händen über ihre Arme und blickte sie direkt an: „Ganz ruhig, okay? Du brauchst doch nichts überstürzen.“ Hermine seuftze. Er hatte natürlich Recht. Aber ihr war sehr unwohl bei der ganzen Sache. Was wenn das ein Scherz war? Dann war sie enttäuscht.
Enttäuscht? Warum enttäuscht? Was erwartete sie denn? Sie würde sie wiedersehen. Aber jetzt war alles anderes als vor drei Jahren. Sie war kein kleines Kind mehr. Sie ging nicht mehr zur Schule und sie war mit Ron zusammen. Mit Ron. Sie liebte Ron. Ron gab ihr halt. Er passte auf sie auf. Sie gehörte doch zu Ron.

Hermine blieb mit stockendem Atem, als sie mit Draco vor ihrer Wohnungstür stand. Sie krammte nervös in ihrer Umhangstasche nach dem Schlüssel. Draco hatte eine Hand auf ihre Schulter gelegt. Sie atmete tief ein und drehte den Schlüssel schließlich im Schluss um, als sie sich hastig umdrehte und mit den Rücken gegen die Tür lehnte: „Ich kann das nicht“, sagte sie mit zittriger Stimme.

Draco seuftze schwer und schenkte ihr ein aufmunterndes Lächeln: „In Ordnung. Ich gehe vor“, sagte er und Hermine trat langsam von der Tür zur Seite. Sie stand hinter Draco, als sie das Knacken im Türschloss vernahm. Langsam schob Draco die Tür auf. Hermien hielt sich die Augen zu. Allerdings lugte sie zwischen ihren Fingern hervor, als sie vom inneren der Wohnung keinen Mucks vernahm.

„Hallo?“, rief Draco laut. Hermine zuckte zusammen und trat an ihm vorbei. Der Flur war dunkel. Vorsichtig betrat sie die Wohnung und blieb aber direkt hinter der Türschwelle stehen.
„Hallo? Ist da jemand?“, rief sie in die Wohnung. Im nächsten Augenblick ertönte ein lautes Klirren. Hermine schreckte zurück. Sie stieß mit Draco zusammen, der hinter ihnen wieder die Tür geschlossen hatte. Den Wohnungsschlüssel legte er auf der Kommode ab.

„Na los, gehen wir“, flüsterte Draco ihr zu und schob sie sanft vor. Ganz langsamen Schrittes durchquerte Hermine den Flur. Dann wurde die Küchentür von innen aufgeschoben und ein schwarzhaariger, zerzauster Kopf fiel Hermien um den Hals.
„Jane, ich fasse es nicht, dass du es wirklich bist“, stieß die Person aus und drückte Hermine feste an sich. „Du glaubst gar nicht, was wir allein in der letzten Woche alles erlebt haben. Ich hätte nie gedacht, dass sie so vieles verändern kann. Oh Jane, es ist klasse dich wieder zu haben!“ Völlig überfordert konnte Hermine die Umarmung nicht erwidern. Als die Gestallt sie wieder los ließ taumelte sie zurück. Draco hielt sie fest.

„James Potter“, hauchte Draco Hermine völlig erstaunt zu. Hermine stand starr da und starrte den jungen Mann vor sich an. „Das ist James Potter“, wiederholte Draco. Hermine reagierte nicht. „Du bist James Potter“, erklärte Draco laut und starrte den Mann in der Küchentür an.

„Wow, man kennt mich noch. Aber ich kann mich nicht an dich erinnern, oder? Oder vielleicht doch? Hey... du siehst diesem Typen ähnlich. Wie heißt der noch gleich? Zissa hat ihn doch letztes Jahr geheiratet.“ James drehte sich um und blickte in die Küche. „Komm schon Schniefelus, du weißt doch bestimmt wie er heißt!“, sagte James.
„Lucius Malfoy“, erklang eine Stimme und Hermine trat an James vorbei in die Küche. Am Küchentisch auf zwei Stühlen saßen Severus Snape und Remus Lupin. Allerdings galt ihr Blick jemand ganz anderem, der neben dem Waschbecken auf der Küchentheke saß. „Narzissa hat Lucius Malfoy geheiratet. Ich nehme mal an das ist Draco“, sagte Sirius und blickte zum Schauspiel in der Küchentür.

„Der Draco Malfoy?“, fragte James und trat einen Schritt von der Tür weg. James, Sirius und Remus wussten schließlich wegen wem Hermine damals in die Vergangenheit gereist war.
„Draco, ich glaube ich spinne“, flüsterte Hermine, die völlig neben sich stand.
„Vielleicht solltest du dich erstmal setzten“, schlug Severus vor und schob ihr einen Stuhl zu und Hermine setzte sich direkt.
„Natürlich, Snape der Kavalier. Schau dir das gut an, Krone. Von ihm können wir noch was lernen“, spöttelte Sirius herum. Hermine sagte nichts. Sie starrte aus dem Fenster. Das hier war nicht echt. Gleich würde sie neben Ron aufwachen und es würde ein ganz normaler Tag beginnen.

„Halt die Klappe, Black“, mischte sich Draco ein und trat ebenfalls an James vorbei, der vor ihm zurück wich. „Gehts dir gut, Hermine?“, fragte er ein wenig besorgt.
„Ich glaube, das würde sie wohl dir als aller letztes mitteilen“, sagte Sirius. „Was macht der überhaupt hier. Das hier ist Jane-ys Wohnung.“
„Jane-y?“ Draco schaute skeptisch drein. „Gehts dir gut?“, fragte er erneut und legte eine Hand auf Hermines Schulter. „Soll ich Weasley oder Potter bescheid geben?“
„Fass sie nicht an“, brauste Sirius auf und sprang schließlich von der Küchentheke um Draco von ihr wegzudrängen. „Ich weiß nicht, was du hier zu suchen hast, aber am besten verschwindest du jetzt ganz schnell wieder von hier“, fuhr Sirius Draco an und scheuchte ihn aus der Küche.

„Ich bin hier, weil ich Hermine begleitet habe. Sie hatte Angst alleine hier her zu kommen.“ Draco stellte sich Sirius direkt gegenüber. „Hermine, soll ich Weasley oder Potter bescheid geben?“
„Mir brauch man nicht bescheid geben. Ich bin hier“, beschwerte sich James lautstark. Draco verdrehte die Augen: „Ich rede nicht von dir“, erklärte er genervt. „Hermine?“

„Ich glaube, sie steht unter Schock“, sagte Remus plötzlich. Sofort wichen Sirius und Draco auseinander, eilten beide zu Hermine. Remus hielt sie jedoch zurück, denn Hermine schien nur am Rande wahrzunehmen.
„Jane-y?“, fragte Sirius flüsternd.
„Nenn sie nicht so. Was soll das überhaupt für ein Name sein?“, blaffte Draco ihn an.
„Jane-y“, flüsterte Sirius nahe an ihrem Ohr und Hermine zuckte zusammen. Sie blickte sich zu Sirius um und er lächelte sie warm an. Hermine atmete tief ein. Das durfte nicht wahr sein. Schlagartig schob sie den Stuhl zurück und stand auf. Sehr schnell war sie aus der Küche verschwunden. Draco packte sie am Arm und drehte sie zu sich um.
„Soll ich Weasley oder Potter bescheid geben?“, fragte er zum dritten Mal, doch Hermine schüttelte mit dem Kopf.
„Nein, Harry würde das Herz stehen bleiben“, erklärte Hermine. Sie schluckte, blickte in die Küche. Alle Blicke waren auf sie gerichtet, als sie auf Sirius zu lief und ihn an sich drückte.

Sirius war ein wenig geschockt. Er hatte wohl nicht damit gerechnet noch so stürmisch von ihr begrüßt zu werden, doch als er Hermine dann im Arm hielt legte sich plötzlich ein seeliges Lächeln auf sein Gesicht und er drückte sie an sich. Ihren Kopf auf seine Brust gebettet, konnte sie wieder ruhig atmen. Seinen Herzschlag konnte sie hören, sie konnte ihn spüren. Das hier war echt.
Beruhigend strich Sirius mit seinen Händen über den Rücken und wiegte sie hin und her.
„Jane-y“, flüsterte er und Hermine drückte sich an ihn, wollte ihn nicht mehr los lassen. Das hier war wirklich echt. Das hier war kein Traum. Das hier war Sirius Black. Sirius war hier, bei ihr. „Ich habe dich so vermisst, Jane-y“, flüsterte Sirius ihr zu. Hermine schloss die Augen und atmete tief ein. Zog einen Geruch ein und alles fühlte sich so an wie vor drei Jahren, als sie bei Sirius in Hogwarts gewesen war.

„Schön, wenn ihr dann mit diesen Gefühlsduseleien fertig seid, dann könnten wir vielleicht so langsam mal darauf zu sprechen kommen, wie wir zurück kommen?“, meldete sich zum aller ersten Mal Severus Snape zu Wort.
„Zurück?“ Sirius löste sich von Hermine schob sie zur Seite und griff Severus beim Kragen: „Zurück? Zurück wohin? Ich habe drei Jahre gewartet um sie wieder zusehen und das erste was dir einfällt ist, wie wir wieder zurück kommen?“, schrie Sirius ihn an.

„Hört sofort auf“, rief Hermine dazwischen. „Sirius, lass ihn sofort los.“ Sie verschränkte die Arme vor der Brust und blickte Sirius auffordernd an. Sirius musterte sie und sah ihr an, dass sie es ernst meinte, also setzte er Severus wieder auf dem Küchenstuhl ab.
Draco begann zu lachen und wandte sich kopfschütteldn von der Szene ab: „Den Blick hattest du schon immer perfekt drauf.“ Hermine wandte den Blick an Draco und grinste. Da musste sie ihm Recht geben.
„Also ich wäre ja dafür, dass uns irgendjemand erklärt, wie ihr hier her gekommen seid“, erklärte Draco.

„Zufälliger Weise hat aber niemand nach deiner Meinung gefragt, Malfoy“, fuhr Sirius ihn an. „Außerdem wie kommst du dazu sie zu begleiten?“
„Ich bin ein Freund. Und nachdem ich dafür verantwortlich gemacht worden bin und behauptet wurde der Brief sei ein Scherz von mir habe ich ja wohl das Recht zu erfahren, was hier vor sich geht oder? Schließlich bin ich nicht ganz unschuldig an all dem was passiert ist“, schnarrte Draco in Malfoy-Marnier.
„Nach all dem was du angerichtet hast. Geht dich alles wohl am aller wenigsten etwas an“, antwortete Sirius.

Hermine seuftze und ging dann dazwischen: „GENUG JETZT.“ Abermals waren alle Blicke auf sie gerichtet. „Draco ist ein Freund. Und als ich heute Morgen ein Brief der an Jane Grang gerichtet war erhalten habe, dachte ich wirklich es wäre ein Scherz von Draco.“ Sie hielt inne. Sirius hatte schon den Mund aufgemacht, doch Hermine fuhr schnell fort. „Woher hätte ich denn wissen sollen, dass das hier alles wirklich echt ist?“ Niemand sagte etwas. Alle Schwiegen.

„Es ist drei Jahre her, dass ich die Vergangenheit verlassen habe. Ich habe seit dem Tag an dem ich nach meiner letzten Rückkehr in die Gegenwart im Krankenflügel gelegen habe, nie wieder auch nur zu irgendjemandem ein Wort darüber gesprochen. Was glaubt ihr eigentlich, was für ein Schock es für mich war, als mir jemand einen Brief in die Hand gedrückt war, der an Jane war. Es... gibt keine Jane mehr. In dieser Zeit hat es nie eine Jane gegeben.“

„In der Vergangenheit auch nicht mehr“, fiel Severus ihr ins Wort. Hermine wandte den Blick verwundert in seine Richtung. „Jane Grang ist am fünfzehnten Januar 1978 vom Astronomieturm gesprungen“, erklärte er. Wieder Stille. Hermine starrte ihn an. Das hatten ihr weder Remus noch Severus erzählt. Auch McGonagall oder Dumbledore nicht. Niemand hatte ihr das gesagt. War sie davon ausgegangen, dass Jane Grang irgendwann nach dem Abschluss das Land verlassen hatte.

„Sie ist...“
„Du bist vom Astronomieturm gesprungen“, sagte Severus. „Und ein paar Stunden zuvor hast du mir noch lachend gesagt, dass du es nicht vorhättest.“ Er schaute sie verbittert an. „Du bist fröhlich an mir vorbeigehüpft und dich für irgendwas bedankt, für was das weiß ich bis heute nicht.“
„Ich hatte keine Ahnung“, sagte Hermien betroffen.
„Dann ist es also wirklich wahr?“ Severus sah sie an. „Du bist nicht Jane Grang, sondern jemand anderes aus der Zukunft?“, fragte er verwirrt. „Dann ist also nichts von dem gelogen, was Black, Potter und Lupin mir aufgetischt haben? Von wegen Zeitreisen und so etwas?“

„Das ist eine lange Geschichte“, sagte Hermine.
„Angesichts der Tatsache, dass wir jetzt wohl in der Zukunft feststecken...“
„In der Gegenwart“, unterbrach Draco ihn. „Das hier ist die Gegenwart.“
„Wie auch immer. Angesichts dieser Tatsache habe wir wohl alle Zeit der Welt um uns Geschichten anzuhören.“ Severus blickte Hermine und Draco auffordernd an.
„Zunächst wäre es wohl sehr viel interessanter zu erfahren, wie ihr hier her kommt“, sagte Draco neugierig.

„Da gibts ehrlich gesagt nicht viel zu erzählen“, sagte James. „Sirius hat versucht zu zaubern und dabei ist irgendwas schief gegangen.“ Hermines Blick richtete sich auf Sirius. Versucht zu zaubern? Sie zog die Stirn kraus.
„Wegen Blacks Liebeskranken Versuchen zu dir zu kommen, Grang, sind wir hier“, meinte Severus.
„Du wolltest...“ Hermine sah ihn verwundert an.
„Wow, was für ne Aktion“, murmelte Draco kopfschüttelnd. „Sich selber in eine andere Zeit zu bringen. Dümmer gehts wohl nicht.“
„Du warst ja auch nicht unbedingt der Schlauste als du Jane in die Vergangenheit geschickt hast. Um mich und Lily zu trennen. Uns kann man nicht trennen, klar?“, fuhr James ihn an.

„Schluss jetzt“, rief Hermine nochmal. „Ich brauch jetzt erst mal eine Tee und ganz viel Ruhe. Wir können uns schlecht nur immer und immer wieder anschreien“, entschied sie.
„Gut, setzt dich ins Wohnzimmer“, sagte Draco. „Ich mach dir Tee.“ Hermine nickte ihm zu und verließ gefolgt von James, Remus und Severus die Küche. Sirius blieb im Türrahmen stehen und beobachtete, wie Draco mit Hilfe von Magie den Teekessel dazu brachte Wasser zu kochen.

„Draco Malfoy“, murmelte Sirius und ließ den blonden Malfoy Sprössling nicht eine Sekunden aus den Augen. „Du bist also Narzissas Sohn?“
Draco warf Sirius einen Seitenblick zu, während er Tassen aus dem Küchenschrank nahm und sie auf ein Tablett stellte: „Sieht wohl ganz so aus, Black“, antwortete er. „Ich kann nicht glauben, dass du ihr in diese Zeit nachgereist bist.“ Sirius schwieg. Das ging Draco eigentlich nichts an. Aber herausfordern würde Draco ihn trotzdem. Black meinte ihn herumzu kommandieren oder gar einschüchtern zu können. Ganz sicher nicht. Er war ein Malfoy und er war wohl der Schuldigste an diesem ganzen Debarkel.

„Du glaubst wirklich, es würde alles wieder so werden, wie vor drei Jahren, oder?“, fragte Draco. Dann musste Black wohl wirklich naiv sein.
„Das geht dich nichts an, Malfoy“, entgegnete Sirius knapp, aber beide Männer wussten, dass Draco mit dieser Aussage den Nagel auf den Kopf getroffen hatte. Sirius hatte sehr lange gebraucht um die Trennung von Jane auch nur Ansatzweise verarbeiten zu können und war auf sehr langsamen Weg wieder der alte Sirius geworden. Liz' Tod jedoch hatte dann dafür gesorgt, dass er es nicht mehr ohne Jane ausgehalten hatte. Er hatte innerhalb von ein paar Jahren seine Freundin, sein Leben, und seine beste Freundin verloren.

„Oh, und wie mich das etwas angeht“, sagte Draco und baute sich plötzlich vor Sirius auf. „Sie ist eine sehr gute Freundin und bis heute Morgen hat sie ein glückliches und ruhiges Leben geführt.“
„Kann man Glücklich sein, ohne einen Mann an seiner Seite?“, fragte Sirius und dabei grinste er Draco triumphierend an. Er selber war nie wieder so glücklich gewesen, wie in der Zeit, in der Jane und er in Hogwarts zusammen gewesen waren. „An dir scheint sie ja wohl nicht interessiert zu sein.“
„Sie ist auch nicht mit mir glücklich. Aber sie ist glücklich. Zusammen mit Weasley. Und du wirst hier jetzt ganz sicher nicht wieder alles auf den Kopf stellen. Weißt du wie schwer ihr die Trennung damals gefallen ist?“
„Das war ja wohl deine Schuld. Ich hätte sie niemals gehen gelassen, aber sie musste zurück, weil sie ihren Freunden helfen musste den Krieg zu gewinnen. Ansonsten wäre sie bei mir geblieben“, giftete Sirius zurück und trat näher an Draco heran.
Draco begann zu lachen: „Hat sie das gesagt? Glaubst du allen ernstes sie wäre in der Vergangenheit geblieben, ohne Familie ohne ihre Freunde?“

Draco schüttelte lachend den Kopf. Zum ersten Mal war ihm klar geworden, dass Black ein wenig sehr Liebeskrank war, als feststand, dass er hergekommen war um bei Hermine zu sein, aber mittlerweile war er sich sehr sicher, dass Black auch äußerst naiv war. Vielleicht war dass aber auch nur Fassade. Schließlich hatte man Sirius Black sehr lange für einen Mörder gehalten. Er war aus Askaban entflohen. Er musste schon irgendwie clever sein.
„Sie hätte uns gehabt. Mich, Lily, Liz, James, Remus, Peter. Ja sogar Snape.“
„Klasse, wo sie doch schon wusste, was alles passieren würde. Das hätte sie doch niemals ertragen.“
„Was hätte sie niemals ertragen?“
„Zu sehen wie...“

„DRACO!“, fauchte Hermine. Die beiden Männer wirbelten herum und erblickten Hermine wütend in der Tür stehend. „Du wirst nichts, aber auch kein einziges Wort mehr sagen. Bist du wahnsinnig geworden?“
„Das hätte ich dir auch vorher schon...“
„Halt den Mund, Sirius“, erklärte Hermine und schob Sirius zur Seite. „Wir wissen beide das die Vergangenheit nicht verändert werden darf. Wir waren uns einig dazu gar nichts zu sagen, hast du das vergessen?“

Draco hatte den Blick gesenkt, hob ihn aber wieder und blickte Hermine betreten an: „Es tut mir Leid“, sagte er zunächst sanft. „Aber ich bin immer noch genauso geschockt wie du. Es wäre mir nur ausversehen rausgerutscht. Glaubst du, ich wüsste das nicht?“, fragte er dann gereizt. „Das ist alles ein bisschen viel auf einmal. Heute morgen als ich aufgestanden bin, war alles noch in heiler Ordnung.“
„Ich weiß“, seuftzte Hermine. „Geht ins Wohnzimmer“, sagte sie an beide gewandt. „Ich mach jetzt den Tee fertig.“ Draco nickte und ging. Sirius jedoch blieb bei ihr stehen.

„John Weasley also?“, fragte Sirius leise. Hermine schüttete das heiße Wasser vom Teekessel in eine Porzellankanne. Sie hielt in der Bewegung inne und drehte den Kopf zu Sirius um.
„Er heißt Ron. Nicht John“, sagte sie und stellte den Kessel ab. „Und ja ich bin mit Ron zusammen. Ich... in drei Jahren ist so viel passiert. Das kannst du dir nicht einmal in deinen Träumen vorstellen.“
„Ich weiß nur, dass du dir nicht vorstellen kannst, wie sehr ich dich vermisst habe“, erklärte er und kam näher auf sie zu. „Ich konnte irgendwann an nichts anderes mehr denken, als daran dich wieder zu sehen.“
„Das... das überfordert mich echt“, gab Hermine zu und ließ sich wieder auf einen Küchenstuhl sinken. „Ich habe nicht damit gerechnet dich jemals wiederzusehen“, sagte sie. Und zum ersten Mal heute spürte sie, wie ihr die Tränen in die Augen stießen.
„Liebst du Ron?“, fragte Sirius und hockte sich vor sie an den Stuhl. „Liebst du ihn?“ Er schaute sie an. „Jane, ich...“
„NEIN“, hielt Hermine ihn auf. Sie wischte sich die einzelnen Tränen mit dem Ärmel aus dem Gesicht. „Sag das nicht, Bitte nicht! Ich...ARG... ich drehe wirklich noch durch“, sagte sie schniefend. Hermine schnappte sich das Tablett und trug es an Sirius vorbei ins Wohnzimmer.

Remus, Severus und Draco hatten es sich auf dem Sofa bequem gemacht und James saß in einem der Sessel. Hermine ging zum kleinen Tisch und stellte das Tablett ab. Remus schenkte in alle Tassen Tee ein. Hermine beschwor noch zwei Stühle für Sirius und sich selbst herbei, dann saßen sie schließlich alle beisammen mit einer heißen Tasse Tee in der Hand. Bedrückt schwiegen sie alle.

Severus war es schließlich, der das Gespräch begann. Er war derjenige, der von allem anscheinend noch gar nichts wusste: „Also... vielleicht könntest du bitte erklären, was es mit diesen Zeitreisen auf sich hatte?“
Hermine seuftzte, sah Draco an und mit einer stummen Zustimmung entschied Draco die Sache zu erzählen.
„In dieser Zeit ist war wieder ein Krieg ausgebrochen. Mein Vater hatte bei seinem Auftrag versagt und so sollte ich einen Auftrag erledigen. Wenn ich es nicht tat, wollte der dunkle Lord meine Mutter umbringen.
Ich wusste nicht, wie ich es anstellen sollte, also schickte ich die schlauste Hexe die ich kannte in die Vergangenheit um mir zu helfen.“
„Allerdings wollte ich ihm nicht helfen. Wir standen auf verschiedenen Seiten... damals.“

„Und geklappt hat es sowieso nicht. Ich bin seit einem halben Jahr Vater eines wunderschönen Kindes“, erklärte James stolz.
„Du solltest das Verhindern?“, fragte Severus erstaunt.
„In diesem Krieg war es nur Harry, der den dunklen Lord besiegen konnte“, sagte Draco.
„Draco“, mahnte Hermine.
„Was?“, fragte der angesprochene verwirrt.
„Sie dürfen nichts verändern“, mahnte sie ihn.
„Das weiß ich“, beruhigte der ehemalige Slytherin sie. „Jedenfalls hat es nicht geklappt und Hermine musste zurück.“

„Und danach? Was hast du gemacht nachdem du zurück in deiner Zeit warst?“, fragte Sirius neugierig.
„Ich habe das Schuljahr beendet und...“
„Wir haben den Krieg gewonnen“, sagte Draco. „Hey, das ist ja wohl kaum zu übersehen, ansonsten würde es hier ganz anders aussehen“, meckerte Draco, als er Hermines besorgten Blick sah. „Sie können daran doch sowieso nichts ändern.“ Hermine seuftzte.

„Und ihr? Was habt ihr gemacht?“, fragte Hermine und sah sie nacheinander an.
„Unseren Abschluss“, sagte Sirius knapp.
„Ja, und Lily und ich haben geheiratet. Wir arbeiten im Ministerium“, erzählte James. „Wir stecken mitten in der Aurorenausbildung. Es gab ja Leute die noch daran gezweifelt haben...“ James schielte zu Remus.
„Ihr habt euch sehr hängen gelassen. Vor allem Sirius, nachdem Jane vom Astronomieturm gesprungen ist.“ Remus blickte Hermine an. „Das ist nicht deine Schuld.“
„Remus arbeitet in der Winkelgasse bei Florish & Blotts“, fuhr James fort.
„Und Snape studiert Zaubertränke“, meinte Sirius spöttisch.

„Wirklich?“ Hermine blickte zu Severus herüber. Sie wusste das ihr späterer Professor eine Meister seines Faches war, aber sie hatte nicht gewusst, dass er Zaubertränke direkt nach der Schule studiert hatte. Sie dachte, er hätte erst nach dem Tod von Lily darüber nachgedacht Lehrer zu werden.
„Ich wollte auch Zaubertränke studieren“, erklärte Hermine dann. Von allen Seiten erhielt sie verwunderte Blicke. „Ja, aber Harry und Ron waren dagegen. Sie wollten nicht, dass ich soweit weg bin und damit hatten sie wirklich recht. In London bei den beiden habe ich alles was passiert ist viel besser verarbeitet, als ich je gedacht habe.“

„Zaubertränke?“, fragte Sirius. „Im ernst?“ Er war nicht der einzige, der anscheinend sehr erstaunt darüber war. Auch Remus schien dem nicht ganz glauben zu wollen. „Ausgerechnet Zaubertränke?“, fragte er.
„Die gleiche Frage hat Ron mir auch gestellt“, sagte Hermine und amüsierte sich über die Gesichter der Männer. „Ja Zaubertränke. Was ist daran so schlimm? Es ist ein Vielseitiges und Interessantes Fach. Ich habe es schon immer gemocht. Auch wenn ich nicht immer von meinen Lehrern begeistert war.“ Nun war es Draco der zu Lachen begann. Keiner außer Hermine verstand warum, aber keiner der beiden würde auch je ein Wort dazu sagen. Das Hermine anfangs kein großer Fan von Professor Snape gewesen war, wussten sie beide.

„Wie geht es Lily, Liz und... Peter?“, fragte Hermine dann. Peters Namen traute sie sich zunächst gar nicht auszusprechen. Aber es wäre ja wohl sehr auffällig gewesen, wenn sie sich nicht nach ihm erkundigt hätte.
„Lily geht es gut. Sie geht voll und ganz in ihrer Mutterrolle auf. Alles dreht sich immer nur um Harry“,verkündete James stolz und Hermine lächelte ihn zuversichtlich an. Sie konnte es sich sichtlich vorstellen und ihr standen schon die Tränen in den Augen, als sie daran dachte dass James und Lily sterben würden und Harry alleine blieb.
„Peter ist auch in Ordnung. Wir sehen ihn ein wenig seltener, aber ich nehme mal an dass es ihm gut geht. Liz allerdings...“

„Liz ist Tod“, sagte Severus. Hermine starrte sie entsetzt an. Jetzt schon? Sie war jetzt schon Tod. Aus welcher Zeit der Vergangenheit kamen sie denn? „Sie ist in Schottland ertrunken“, fuhr Severus fort. Er blickte in Richtung von Sirius.
„Oh nein, das wagst du nicht zu behaupten“, sagte Sirius. „Ich habe sie nicht umgebracht. So weit ich mich erinnern kann, warst du der letzte, der sie lebend gesehen hat. Warum heißt es sonst wohl, dass du sie umgebracht hast?“
„Ich habe sie nie angerührt. Du hast sie in den Selbstmord getrieben. Du und dein krankhaftes Nachtrauern“, fuhr Snape ihn an.

„WAS?“ Hermine starrte die beiden an. Selbstmord? Hatte Severus gerade Selbstmord gesagt? „Sie hat sich selbst...?“
„Das behauptet er“, sagte Sirius. „Aber alle Welt weiß, dass Snape Schuld ist, dass Liz Tod ist.“
„Wenn alle Welt das glauben würde, Black. Dann verrate mir, warum ich nicht längst in Askaban sitze?“, bluffte Snape ihn an.
„Ja“, lachte Sirius höhnisch auf. „Warum wohl? Wer an der Seite von Ihr-Wisst-Schon-Wem kämpft, der landet nunmal nicht so leicht in Askaban.“
„Ich habe sie nicht umgebracht“, erklärte Severus lautstark. „Ich hätte sie niemals umbringen können. Ich habe sie geliebt!“

„So wie...“
„Halt die Klappe, Malfoy“, schrie Hermine erschrocken auf. Wie konnte Draco es wagen auch nur annäherungsweise etwas solches zu sagen.
„So wie... WAS?“, fragte Sirius. „Soll das heißen er hat Liz nicht geliebt?“
„Das ist nicht wahr“, stieß Severus aus. „Wie kannst du es wagen...“ Er blickte in Dracos Richtung. „...etwas anderes zu behaupten.“
„Beruhigt euch“, sagte Hermine. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass Severus sie geliebt hat.“

„Ach ja?“, fragten Sirius und Draco gleichzeitig. Sie warfen sich kurz gegenseitig abgeneigte Blicke zu, doch anscheinend schien sie sich beide über diese Aussage seitens Hermine zu wundern. Natürlich wussten Draco und Hermine mehr. Nach dem Krieg war bekannt geworden, dass Severus Snape Dumbledore mit Absprache getötet hatte und dass er nur einen solchen Hass gegen Harry gehabt hatte, weil er Lily Evans so geliebt hatte, aber dennoch war Hermine sicher, dass er echte Gefühle für Liz gehabt haben muss. Vielleicht nicht so starke, wie er sie gegenüber Lily verspürt hatte, aber stark genug um bei ihr zu bleiben.

„Warum hat Liz sich umgebracht?“, fragte Hermine, ohne auf die Frage von Sirius und Draco einzugehen. Sirius schnaubte, doch Severus ignorierte dies und begann zu erzählen.
„Liz hat Black geliebt“, sagte er.
„Das ist eine Lüge“, knurrte der aufgebrachte Sirius Severus an. Er war aufgesprungen. „Das ist eine verdammte Lüge, Snape. Lizzi war nicht in mich verliebt. Sie hat dich vergöttert. Sie hat sich gegen ihre Freunde gestellt, um bei dir sein zu können, was für einen Beweise bedarf es denn noch? Sie hat mich niemals...“
„Das stimmt nicht ganz, Sirius“, unterbrach Hermine Sirius, der direkt auf Severus zugegangen war. „Liz hatte durchaus Gefühle für dich, dass hat sie mir selber gesagt.“ Perplex blieb Sirius stehen und blickte Hermine entgeistert an.
„WAS?“, fragte er. „Das muss ein Scherz sein. Jane-y, sie hätte sich doch niemals...“
„Du hast Recht“, lächelte Hermine ihm zu. „Sie hätte sich niemals zwischen uns gestellt. Dafür waren wir zu Glücklich, aber... am Tag meiner Abreise, da hat sie mir gestanden, dass sie niemals Nein gesagt hätte, wenn du dich mehr für sie als für mich interessiert hättest.“
„HA“ Severus schaute ihn triumphierend an. „Was habe ich dir gesagt, Black? Aber du und dein Kranker Liebeswahn. Um sowas zu erkennen warst du wohl zu Blind!“
„Stellt sich für mich die Frage, warum du dann noch mit ihr zusammen warst und sie heiraten wolltest“, erklärte Sirius patzig. „Hast du geglaubt, sie würde sich mehr für dich interessieren, wenn ihr verheiratet gewesen wärd?“

„Genug davon“, meinte Remus und seine Stimme klang mehr als nur ein wenig genervt. „Das geht dich nichts an Sirius und wir wollen jetzt nicht über Liz Tod reden, oder?“
„Das denke ich auch. Mich würde mehr interessieren, was ihr jetzt vorhabt! Anscheinend habt ihr ja eine ganze Woche Zeit gehabt darüber nachzudenken, wo Hermine sich nicht Zuhause hat blicken lassen“, meldete sich Draco zu Wort.
„Gar nichts“, grummelte Severus. „Jedes Mal, wenn wir Vorschläge gemacht haben, hat Black sie wieder verworfen. Jane-y wird schon wissen, was zu tun ist“, äffte Severus Sirius nach. Hermine blickte Sirius an. Woher sollte sie wissen, was zu tun war?

„Ich habe ehrlich gesagt, keine Ahnung“, gestand Hermine. „Aber eins ist klar.“ Sie blickte in die Runde. „Ihr könnt unter gar keinen Umständen hier bleiben. Die Wohnung ist zu klein und es ist zu gefährlich. Es braucht nur irgendjemand zufällig zu Besuch kommen. Nein!“ Hermine schüttelte mit dem Kopf. Das wäre eine riesen Katastrophe. Es würde sicher nicht lange dauern, da würde sich unter ihren Freunden rumgesprochen haben, dass Luna ausgezogen war. Und dann würden Ginny oder Ron sicher auf einen Überraschungsbesuch vorbeischauen. Sie vermochte sich gar nicht vorstellen, was passieren würde, wenn Harry hier auftauchte.

„Ich geh nicht von dir weg“, erklärte Sirius festentschlossen. Hermine seuftzte. Damit hatte sie schon gerechnet, aber es war einfach unmöglich.
„Aber ihr könnt nicht bleiben. Zumindest nicht in dieser Wohnung. Sie ist zu klein. Außerdem werdet ihr es hier nicht sehr lange aushalten. Wir brauchen eine Ort an dem ihr eventuell mal auf die Straße könnt, ohne dass euch jemand sieht, dereuch möglicherweise kennt.“
„Ach ja, warum das? Könnten wir nicht mal unseren älteren Abbildern einen Besuch abstatten?“, fragte James begeistert. „Das wäre doch total cool.“
„Nein, wäre es nicht“, sagte Draco und klang dabei gelangweilt.
„Aber...“
„Glaubt mir, dass wollt ihr nicht und es geht auch nicht. Also schlag euch das ganz schnell aus dem Kopf, klar?“, fragte Hermine ernst.

„Okay und wo sollen wir hin?“, fragte Sirius. „Wir haben keine Wohnung.“
„Und auf zu kleinem Raum schlagen die sich gegenseitig die Köpfe ab“, raunte Draco Hermine zu. Sie nickte langsam. Draco hatte Recht. Sirius und Severus waren nicht sehr gut aufeinander zu sprechen und auf Liz würden sie wohl noch öfter zu sprechen bekommen. Severus vorhaben Liz zu heiraten hatte sie selbst neugierig gemacht. Er hatte doch Lily geliebt.

„Ich habe eine Idee“, meinte Draco dann plötzlich und blickte Hermine an. „Aber ich muss vorher mit dir alleine reden.“ Er machte eine Auffordernde Kopfbewegung in Richtung der Wohnzimmertür. Hermine stand langsam auf.
„Hey, einen Moment mal“, hielt Sirius sie auf. „Warum musst du sie dazu alleine sprechen. Ich dachte es geht um uns? Wo wir bleiben. Das geht uns wohl genaus was an.“
„Setzt dich, Black. Und halt die Klappe. Was ich mit Hermine bespreche geht dich absolut nichts an“, maulte Draco ihn an und brachte Hermine aus dem Zimmer, die Tür zog er hinter ihnen zu.

„Also?“, fragte Hermine und verschränkte die Arme vor der Brust. Sie war gespannt, was Draco für eine tolle Idee hatte. Und irgendwo hatte Sirius auch Recht. Es ging schließlich um sie.
„Also ich habe mir überlegt. Wir brauchen einen Ort der in gewisser Weise flexibel ist“, begann Draco. „Er muss groß genug sein, dass sie Black und Snape nicht unbedingt ständig über die Füße laufen. Außerdem muss er vor Muggeln geschützt sein, oder zumindest an einem Ort liegen, an dem gezaubert werden kann. Sie brauchen Freizeitbeschäftigung. Ansonsten kommen sie auf dumme Gedanken und... wir brauchen eine Platz für Lupin. Wenn ich mich Recht erinnere dann ist er ein Werwolf und nicht jeder Ort macht es für die anderen sicher.“
Hermine nickte: „Ja, toll. Soweit war ich auch.“
„Ich kennen einen Ort, allerdings wären damit wirklich ein paar kleine Probleme verbunden“, erläuterte Draco.
„Die wären?“
„Das Haus gehört nicht mir. Und eventuell wollen sie dort nicht hin.“
„Merlin, Draco, wenn das Haus nicht dir gehört, wieso kommt es dann überhaupt in Frage?“, fragte Hermine genervt. Sie war angespannt. Sie war nervös. Sie konnte noch gar nicht begreifen, was hier vor sich ging. Sirius war hier. Er war hier in ihrer Wohnung und er wollte sie. Er war her gekommen um sie zu sehen, um mit ihr zusammen zu sein, aber sie? Sie war mit Ron zusammen. Sie liebte Ron. Und Sirius? Sie hatte ihn geliebt. Sie hatte ihre Gefühle von einen Tag auf den nächsten vergessen müssen.
Ging so etwas überhaupt? Seine Gefühle zu vergessen? Unterdrücken? Ignorieren? Nein! So etwas ging nicht. Aber Hermine hatte es versucht und hatte damit leben müssen. Sirius wiederzusehen war ein Schock gewesen. Sie wusste nichts damit anzufangen.

„Weil... das Haus gehört Potter. Und du... bist doch Potters beste Freundin, oder irre ich mich da? Das alte Haus der Familie Black wäre ideal dafür. Der Orden des Phönix konnte dort auch unterkommen, ohne dass die Muggel dort in der Gegend etwas mitbekommen haben. Es wäre genug Platz für alle.“
„Du willst dass wir sie zum Grimmauld Place bringen?“, fragte Hermine schockiert. „Bist du Wahnsinnig? Sirius würde das Haus doch niemals betreten und außerdem... wie willst du ihm erklären, dass sein älteres Ich nicht längst dort wohnt ohne ihm zu sagen, was passiert ist?“
„Sein älteres Selbst wollte eben niemals dorthin zurückkehren“, antwortete Draco.
„Warum hat er das Haus dann nicht längst verkauft?“
„Er hat es seinem Patensohn geschenkt“, erklärte Draco. „Das ist die einfachste Erklärung.“
„Achja, und wie erklären wir James, dass er seinen Sohn nicht sehen kann?“, meinte Hermine. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sirius noch fünf Patensöhne hat, die in Frage kommen. Ihnen wird dann klar sein, dass das Haus Harry gehört.“
„Hast du eine bessere Idee? Ich denke, es dürfte nur eine Leichtigkeit sein dafür zu Sorgen die vier in diesem Haus zu halten, als Potter und Weasley davon abzuhalten dich dort zu besuchen“, entgegnete Draco.

„Mich dort zu besuchen?“, fragte Hermine und starrte Draco an. „Warum sollten sie mich dort besuchen?“
„Na, was willst du denn Potter erzählen, warum du den Schlüssel zum Haus willst? Möchtest du ihm die Arbeit mit dem Frühjahrsputz abnehmen?“, spöttelte Draco. „Irgendeine Erklärung wirst du ihm ja wohl liefern müssen.“
„Und mit welcher Begründung sollte ich in den Grimmauld Place ziehen wollen?“
„Keine Ahnung, irgendwas wird dir schon einfallen. Vielleicht willst du nicht alleine in der alten Wohnung sein, wo Ginny und Luna jetzt beide ausgezogen sind. Sag ihm du suchst eine kleinere Wohnung und hast du alte gekündigt. Du würdest einen Unterschlupf für die Wohnungssuche brauchen.“

Hermine seuftzte. Sie fuhr sie mit der Hand durch ihre lange Haare: „Ich lüge Harry nicht gerne an“, erklärte sie. „Und außerdem kann ich die Wohnung nicht ohne Lunas Einverständnis kündigen. Ich muss das erst alles mit ihr besprechen.“
„Dann machst du das eben. Dann kannst du sie auch gleich Fragen, für wen sie die Chaotentruppe im Wohnzimmer hält. Loony ist schließlich nicht dumm. Sie wird Snape oder Potter mit Sicherheit erkannt haben.“
Hermine schnaubte. Draco schien heute irgendwie auf alles eine Antwort zu haben. Er war schneller und klarer mit dem Denken, als sie selbst. Anscheinend nahm ihn die ganze Sache nicht so sehr mit, wie sie selbst. Er war darin auch nicht ganz so sehr verstrickt gewesen, schließlich waren dass ihre Freunde im Wohnzimmer, nicht seine.

„Okay“, sagte Hermine schließlich. „Ich werde zu Harry gehen. Und mit Luna werde ich morgen vor der Arbeit ganz in Ruhe sprechen. Allerdings müssen wir erstmal denen da drinnen Begreiflich machen, dass es die beste Lösung ist. Ich befürchte Sirius wird nicht sehr viel von dieser Idee halten.“
„Dann sollte Black eben mal ein paar Minuten seinen Stolz vergessen“, grummelte Draco.


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Es gibt wunderbare Sequenzen – von der Spannung beim Trimagischen Turnier bis zum Humor und Herzschmerz beim Weihnachtsball, aber das treibende Element ist der traumhafte Thriller, in dem es ein echter Bösewicht auf Harry abgesehen hat – und nur Harry allein in der Lage ist, ihm die Stirn zu bieten.
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