
von schnattzz
Ich sah mit einem letzten prüfenden Blick in den Spiegel. Die Haare waren kunstvoll hochgesteckt, und das Kleid war ein Traum. Es umspielte elegant meinen Körper. Es war aus blauem Samt und unten am Saum mit mitternachtsblauer Spitze versehen. Um meine Taille war ein schmales Band in derselben Farbe der Spitze geschlungen. An dem Band waren in geringen Abständen kleine, funkelnde Saphire eingearbeitet.
Ich schaute noch ein letztes mal in den Spiegel ehe ich mich umdrehte und aus dem Zimmer schritt. Ja, das Kleid war wirklich perfekt. Ich apparierte aus dem Salon heraus.
Ich hasste apparieren, es war immer so, als würde man durch einen Schlauch gepresst werden. Ich verlor den Boden unter den Füßen, landete aber im nächsten Moment wieder sicher auf den Pflastersteinen vor einem großen Anwesen. Dem Lestrange Palace.
Für ein paar Sekunden verlor ich die Balance, gewann das Gleichgewicht aber schnell zurück.
Wahrscheinlich erwartete mich Bellatrix schon längst, ich muss zugeben, ich hatte mich ein wenig verspätet. Mit einem flauen Gefühl in der Magengegend schritt ich auf das große Portal zu. Mir war unsere letzte Begegnung noch sehr gut in Erinnerung geblieben.
Ich warf meine Gedanken beiseite und klopfte an die schwere Tür. Mir öffnete eine kleine Hauselfe, ich möchte diese Geschöpfe im Übrigen noch nie. „Narzissa Black, Madame Lestrange erwartet mich bereits. Ich wurde eingeladen.“, sagte ich kühl zu der Elfe. Die Kreatur verneigte sich, bat mich hereinzukommen und verschwand dann kurz. Sie erschien wieder. „Wenn Miss Black Dibby bitte folgen würde“, sagte Dibby demütig und ging mit tapsigen Schritten voran.
Dibby geleitete mich in den Salon, wo Bellatrix und ihr Mann, Rudolphus bereits auf mich warteten.
Bella war aufgestanden und wies mich mit einer Geste an, mich auf den Sessel zu ihrer Linken zu setzten. „Guten Tag Narzissa, ich hoffe, es hat dir keine Umstände gemacht, herzukommen?“ Ich verneinte Rudolphus Frage mit einem Kopfschütteln.
„Ich freue mich schon auf deinen Ball, Zissa, ich hoffe doch, das du dir einen guten Ehemann aussuchen wirst?“ Mit diesen Worten von Bellatrix waren meine Hoffnungen auf ein gutes und angenehmes Gespräch mit meiner Schwester und meinem Schwager zerschlagen. „Nein, ich hatte eigentlich noch nicht vor zu Heiraten!“, zischte ich sie finster an. Weg war meine gute Laune.
Rudolphus sah mich überrascht an. „Jetzt musst du dich aber nicht so aufregen. Wir wollten sowieso wegen einer anderen Sache mit dir reden.“ Er blickte seine Frau liebevoll an, etwas, was man diesem nach außen kühlen und distanzierten Mann nicht zugetraut hätte.
„Genau, Zissa, wir wollten dich fragen, ob du nicht die Patin unseres Kindes werden möchtest. Ich bin seit 9 Wochen schwanger.“
„Schwanger?!“, wiederholte ich fassungslos. „Gerne werde ich die Patin!“ Ich hatte mich schnell wieder gefasst und meine Stimmung besserte sich schlagartig. Das war wunderbar! Die Wut war im Nu verraucht.
Rudolphus sah das mit zufriedener Miene und verabschiedete sich dann.
„Weißt du denn schon, was es werden soll?“, fragte ich meine Schwester neugierig. Sie lächelte. „Ja, dank eines Zaubertrankes wissen wir, dass es ein Junge wird.“ Ihr Ton war auf einmal etwas betrübt. „Hm? Ist das denn nicht gut?“ Ich verstand nicht, warum sie sich nicht freute.
„Doch, aber ich hatte mir eigentlich ein Mädchen gewünscht...“ „Aber die Hauptsache ist doch, dass das Kind gesund ist, oder nicht? Habt ihr euch denn schon einen Namen überlegt?“
„Rudolphus hat den Namen Marius Amycus Lestrange vorgeschlagen.“ Ich versuchte sie etwas aufzumuntern. „Das ist doch ein sehr schöner Name. Und bestimmt bekommst du später auch noch eine Tochter!“
Lächelnd stimmte sie mir zu. „Ich freue mich schon auf deinen Nachwuchs Zissa!“ Ich verdrehte die Augen. „Tse, es wird dann aber noch lange dauern, bis du es sehen wirst.“ „Aber Narzissa, du kannst doch deinem Mann keinen Erben verwehren! Er wird das so oder so von dir verlangen!“ Meine Schwester war ehrlich entrüstet. „Ich will aber noch kein Kind, ich möchte ja noch nicht einmal heiraten!“ „Ich hoffe wirklich, dass du weißt, in was du dich da hinein manövrierst!“
„Wo wir gerade beim Thema sind. Mutters Favoriten sind Evan Rosier und Lucius Malfoy.“, informierte ich Bellatrix. „Ja, dass sehe ich genauso, Lucius wäre eine gute Partie, er ist reich, schön und der Name Malfoy wird die viele Wege eröffnen.“
„Da seid ihr euch ja einig. Wunderbar! Mutter hat sogar versucht mich mit einem Hochzeitskleid zu bestechen!“
„Narzissa bitte, du kannst es doch eh nicht mehr ändern!“, versuchte mich meine Schwester zu beschwichtigen. Ich drehte stur meinen Kopf in die andere Richtung. Sie seufzte und meinte dann, das wir ja doch zu keinem Ergebnis kommen würden und bat mich dann zu gehen, sie sei erschöpft.
Ich stand auf und schritt ohne Verabschiedung aus dem Raum.
Zuhause suchte ich nach meiner Mutter. Als ich sie nicht fand, rief ich Twinkles. „Mastress Black ist im Salon:“ Ich ging ohne zu zögern zu Mutter.
„Guten Tag Mutter, Vater“, begrüßte ich sie. „Verlief alles zu deinen Gunsten auf deinem Auftrag, Vater?“ Meine Eltern grüßten zurück und Vater nickte auf meine Frage nur kurz.
„Wir haben gerade über deine Tante Walpurga gesprochen.“, begann meine Mutter eine Unterhaltung. „Jaja, ich habe ihr natürlich geraten, ihn zu verstoßen, so wie wir es mit ihr gemacht haben!“, fuhr mein Vater fort. Anscheinend meinte Vater mit ihr meine älteste Schwester Andromeda. „Was ich mich frage ist, hat sie es denn getan?“ Ich verstand nicht worum es ging. Scheinbar sollte irgendwer aus der Familie verstoßen werden, doch wer und vor allen Dingen, warum?
„Walpurga ist der Ansicht, dass er sich eines besseren besinnen und zur Vernunft kommen wird. Sie hofft, dass er nach Hause zurück kehrt.“, ich hatte selten solch einen abwertenden Ton bei Mutter vernommen.
„Verzeihung, aber um wen geht es denn?“, wagte ich die Frage zu stellen. Perplex sahen beide mich an, doch dann fing Vater an zu erklären. „Weißt du Liebes, der Dunkle Lord ist auf der Suche nach treuen Gefolgsleuten. Die Familie Black ist in den dunklen Kreisen besonders angesehen und es sollte als Ehre gesehen werden, dem Lord beizutreten. Der Lord hat verlangt, dass Sirius und Regulus Black in seinen Zirkel eingeführt werden.“ Interessant. Und davon erfuhr ich erst jetzt?
„Eine gute Idee, wenn du mich fragst!“, warf Mutter dazwischen. Vater beachtete sie aber nicht weiter. „Mit Regulus gibt es keine Probleme, das Problem ist Sirius. Er hat sich geweigert und ist von zu Hause fort gelaufen. In folge dessen kam es zum Streit und du kennst ja Walpurga, sie kann sehr grantig werden. -Mutter nickte zustimmend- Sirius ist zu den Potters gegangen. Ausgerechnet zu den Potters!“, Vater schüttelte sich angewidert, als er diesen Namen aussprach.
Irritiert blickte ich zu Mutter. „Hast du nicht James Potter zu meiner Geburtstagsfeier eingeladen?“
„Du hast recht, Liebes! Cygnus, so ein Gesindel kommt mir nicht ins Haus, wir müssen ihn auf der Stelle ausladen!“
Meine Vater nickte und sie verschwanden aus dem Salon. Ich begab mich in mein Zimmer.
Das Sirius zu den Potter gegangen war, überraschte mich nicht wirklich. Damit war zu rechnen, immerhin war James sein bester Freund, fast schon wie ein Bruder. Beide hatten schon immer eine Abneigung gegen den Dunklen Lord gehabt, James sowieso, da er aus einer weiß-magischen Familie stammte. Insgeheim hoffte ich, dass es Sirius gut ging.
Nach einigen Minuten machte ich mich bettfertig.
Auf einmal fiel mir siedend heiß ein, dass ich vergessen hatte, Mutter von Bellas Schwangerschaft zu berichten. Ich beschloss, dass diese Neuigkeit warten müsste.
Mit diesem Gedanken schlief ich schließlich ein.
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Hallöchen meine Leser :D
Ich muss euch jetzt leider sagen das ich meine story abrechen werde.
Es tut mir wirklich leid.. aber ich habe leider das interresse an ihr verloren und zurzeit auch andere Projekte.
Ich hoffe ihr nehmt mir das nicht übel :D
Biss bald dann und finger weg von dem *benachrichtigungen deaktivieren* button !!
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