
von jujube58
Am Weihnachtstag machen meine Frau und ich mit dem Hund immer einen schönen Spaziergang durch das Dorf und die angrenzenden Felder und Wiesen. Wenn wir nach Hause kommen, dämmert es meistens schon und es ist Zeit für den Tee.
Auch in diesem Jahr machen wir uns wieder auf den Weg. Es schneit und der Hund hat Freude daran den kleinen Flocken nachzujagen. Wenn wir die Straße hinaufgehen, kommen wir an einen hübschen Park mit einem See, vielen Bäumen und einigen Bänken.
Als wir ihn durchqueren, begegnen wir auf einer Wiese einer jungen Familie. „Schau, Hugo, das sind die Potters. Sie leben in dem hübschen kleinen Cottage in der Näher der alten Miss Bagshot. Ihr Sohn ist unglaublich niedlich und die Frau sehr nett. Ich habe sie ein paar Mal beim Bäcker getroffen. Scheint sehr bodenständig und eine gute Mutter.“ Meine Frau Lisa muss natürlich wieder einmal sämtliche Informationen, die sie über unsere Mitmenschen besitzt, übermitteln. Ich blicke zu den Potters hinüber, sie sehen glücklich aus, eine glückliche kleine Familie, die einen Weihnachtsspaziergang macht.
Die rothaarige Frau legte sich in den Schnee. Was sollte das denn werden? Dann begreife ich es: Sie macht einen Schneeengel. Dann steht sie auf, beugt sich über den Kinderwagen und hebt ihren Sohn hinaus auf ihren Arm. „Schau Harry, das ist der Schutzengel für den Weihnachtsmann, damit immer jemand auf ihn aufpasst und er dir im nächsten Jahr wieder ein schönes Geschenk bringen kann.“ Ich muss schmunzeln. Das ist ja eine witzige Geschichte. „Lily, komm her, gib mir Harry doch mal!“ Ein junger Mann kommt der Frau, Lily heißt sie wohl, entgegen und nimmt ihr den kleinen Jungen ab. Gemeinsam setzen sie sich auf die Bank neben dem Engel im Schnee.
Hinter mir höre ich ein leises Klicken. „Lisa? Machst du etwa Fotos von wildfremden Leuten?“ „Ach Hugo, es ist einfach so perfekt. Und ich bringe ihnen eins, wenn ich sie entwickelt habe.“
Kopfschüttelnd rufe ich den Hund heran, sodass wir unseren Spaziergang fortsetzen können. Im Vorbeigehen wünschen wir der jungen Familie ein frohes Wehnachtsfest.
Lisa hat mir das Foto gezeigt. Es fängt die vollkommene Szene genau so ein, wie sie war. Ein junger Mann mit schwarzen Haaren, den Arm um seine Frau Lily gelegt, die den Kopf an seine Schulter lehnt, auf ihrer beiden Schoss das kleine Baby, das in seinem Schneeanzug aussieht wie ein Michelin-Männchen. Vor ihnen im Schnee der Schutzengel für den Weihnachtsmann. Ein Bild der Idylle und der Stille. Ein Bild von Weihnachten.
Noch einmal blätterte Petunia durch die Seiten. Lilys Schneeengel. Sie selber hatte die Gewohnheit aufgegeben seit ihre Schwester wusste, dass sie eine Hexe war. Aber Lily hatte sie nie vergessen, sie in Erinnerung an ihre große Schwester Petunia immer weiter geführt.
Langsam erhob Petunia sich, stellte das Fotoalbum wieder zwischen die Gedichte, um es dort aufzubewahren bis zum nächsten Jahr.
Dann ging sie zum Fenster, es war an der Zeit Dudley und Harry davon zu überzeugen friedlich zu sein. Als sie durch die Scheibe blickte, sah sie einen kleinen Jungen mit schwarzen verstrubbelten Haaren und smaragdgrünen Augen, die schalkhaft in seinem geröteten Gesicht blitzten, wie er einen Engel in den Schnee machte. „Der ist für den Weihnachtsmann. Sein Schutzengel.“
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