Forum | Chat | Galerie
 
Startseite | Favoriten
Harry Potter Xperts
Harry Potter Xperts
Startseite
Newsarchiv
Link us
Sitemap
Specials
Shop
Buch 7
Buch 6
Buch 5
Buch 4
Buch 3
Buch 2
Buch 1
Lexikon
Lustige Zitate
Gurkensalat
Hörbücher
Harry, A History
Steckbrief
Biographie
Werke
Erfolgsgeschichte
Interviews
Bilder
Harry Potter & Ich
JKRowling.com
Film 7, Teil 1 & 2
Film 6
Film 5
Film 4
Film 3
Film 2
Film 1
Schauspieler
Autogramme
Galerie
Musik
Videospiele
Downloads
Lesetipps
eBay-Auktionen
Webmaster
RSS-Feed
Geburtstage
Gewinnspiele
Twitter
Fanart
Fanfiction
User-CP
Quiz
Währungsrechner
Forum
F.A.Q.
Über uns
Geschichte
Impressum

Fanfiction

Seelenschwert - Folge dem gelben Regenschirm

von cal50cartridge

Einige Stunden Später saßen Harry und Ron fluchend in ihrem Dienstwagen, einem nachtschwarzen 2005er Mustang, und fuhren die M6 Richtung Norden. Der Unsichtbarkeitsservoantrieb war kaputt und somit konnten sie nicht fliegen, da die Gefahr bestand von Muggeln gesehen zu werden. Also verlängerte sich die Reise um einige Stunden. Harry versuchte etwas Schlaf nach zu holen was aber bei Rons Fahrweise weder besonders einfach noch zu empfehlen war. Trotz der englischen Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 mp/h knallte Ron mit 220 über die Autobahn. Möglich machte dies ein einfaches, aber wirksames kleines Instrument im Kühlergrill und auf dem Dach. Eine ganze Batterie blauer Stroboskopleuchten führte dazu, dass die vorausfahrenden Muggel brav auf der linken Spur blieben während der schwarze Ford an ihnen vorbei raste. Doch je länger die Fahrt wurde desto öfter fielen Harry die Augen zu und schließlich dämmerte er hinüber in einen Schlaf voller wirrer Träume. Wach wurde er erst als er von Ron angestoßen wurde. Erschrocken fuhr er hoch.
„Wasnlos?“ fragte er verpennt und mit einem Abdruck seiner Jacke im Gesicht die er als Kopfkissen benutzt hatte.
„Hast du nicht erzählt, dass eine weiße Eule dir den Brief heute Nacht gebracht hat?“ Er deutete aus dem Fenster. „Guck mal da rüber.“
Harrys Blick folgte Rons Finger und tatsächlich. In einiger Entfernung konnte er einen großen weißen Vogel sehen, der trotz der hohen Geschwindigkeit problemlos mithalten konnte. Verwundert rieb er sich die Augen. An die Eule hatte er gar nicht mehr gedacht. Als er aus dem Haus ging musste sie noch auf seinem Nachttisch gesessen und geschlafen haben. Aber wieso hatte sie ihn bis hierhin verfolgt? Die Luftlinie nach Hogwarts war doch viel kürzer. Minutenlang beobachtete er wie sie mit lockeren Flügelschlägen immer auf gleicher Höhe blieb. Als sie tanken mussten setzte sie sich auf eine Zapfsäule in der Nähe, legte den Kopf schief und schien die beiden zu beobachten. Ron wurde nervös. „Warum verfolgt uns dieses dumme Tier? Ich mag das nicht. Irgendwie fühle ich mich beobachtet.“ Wie auf ein Kommando schoss die Eule auf Ron zu und versetzte ihm einen schmerzhaften Hieb mit ihrem Flügel, bevor sie weiterflog und aus dem Sichtfeld der beiden verschwand. „Warum hast du sie dumm genannt Ron? Das war sehr unhöflich von dir.“ Entrüstete sich Harry der sie gerne in seiner Nähe gehabt hatte.
Wieder versank er in Gedanken und als sie weiter fuhren dachte er an Ginny. Ausgerechnet. Es waren die gleichen Gedanken die er wochenlang hatte nach dem sie getrennte Wege gegangen waren. Nach Voldemorts Sturz hatten sie lange geredet. Ginny hatte einen ihrer Brüder verloren. Natürlich war Freds Tod auch für Harry ein Schock und er konnte ihre Trauer nachvollziehen. Ginny offenbarte ihm das sie Zeit brauchte darüber hinweg zu kommen, Zeit für sich, Zeit für Neues und er verstand es. Es hätte zu dem Zeitpunkt keinen Zweck gehabt sich die große Liebe vorzugaukeln. Er hatte irgendwo mal mitbekommen das Beziehungen die aus solchen Extremsituationen entstehen keine Zukunft hätten. Harry hatte Angst vor der Frage aber dennoch stellte er sie damals: „Wann sehen wir uns wieder?“ Sie hatte ein spitzbübisches Grinsen im Gesicht als sie sagte: „Achte auf den gelben Regenschirm.“ Harry sah sie fragend an. Wie kam sie jetzt auf How i met your mother? Eine amerikanische Sitcom die sie sich immer angesehen hatte. Das waren die letzten Worte die Harry aus ihrem Mund hörte. Hin und wieder eine SMS à la „Es geht mir gut.“ Gelegentlich eine Postkarte aus allen Ecken und Enden der Welt die Harry alle noch hatte. Aus ihren Nachrichten ging hervor das hier und da was mit anderen Jungs lief und es war OK für Harry. Auch er hatte Affären mit Hexen oder Muggelmädchen. Aber es verlief sich alles im Sand.
Es war wieder Rons Stimme die ihn in die Realität zurück holte. „Da ist sie wieder.“ Harry sah aufgeregt aus dem Fenster und tatsächlich. Sie war wieder da, schwebte etwa hundert Meter über ihnen. Die nächsten Stunden verliefen Ereignislos und bald waren aus den kargen Hügeln der Yorkshire Dales die Highlands geworden. Sie näherten sich ihrem Ziel. Sie fuhren jetzt über Landstraßen und als Ron plötzlich auf etwas deutete, dass aussah wie ein Wegweiser mit Beinen und riesigen Clownsschuhen an den Füßen der geschäftig auf und ab sprang und den beiden winkte wussten sie das sie richtig waren. Denn auf diesem Wegweiser stand in altmodischer Schrift „Hogsmeade“.
In dem Moment in dem sie von der Straße abbogen durchfuhr sie ein warmes Gefühl der Geborgenheit. Sie befanden sich jetzt innerhalb der Muggelschutzzauber. Nach einer kurzen Fahrt durch den dichten Wald über holprige Feldwege sahen sie die ersten Häuser. Erst jetzt bemerkte Harry wie aufgeregt er eigentlich war. Wie sehr hatte er diesen Ort vermisst. Das Dorf war nahezu unverändert. Zonkos, Der Honigtopf, die drei Besen und sogar der Eberkopf. Alles war wie vor sieben Jahren als er Hogwarts das letzte mal verlassen hatte. Seltsam das er nie hier hin zurück gekehrt war. Einige Hexen und Zauberer sahen sich nach dem Auto um. Allerdings waren keine bekannten Gesichter darunter wie Harry ein wenig enttäuscht fest stellte. Sie rollten am Bahnhof vorbei die gewundene Straße hoch zum Schloss und als sie um eine Kurve kamen ragten hinter den Bäumen die schwarzen Mauern von Hogwarts in den Abendhimmel. Es war noch nicht ganz dunkel und die letzten Strahlen der untergehenden Sonne verpassten dem Schloss eine Art Heiligenschein.
Die Eule war nicht mehr bei ihnen. Sie hatte sie kurz nach dem sie von der Landstraße abgebogen waren verlassen und war alleine zum Schloss geflogen. Ron lenkte ihren Wagen durch das schmiedeeiserne Tor, welches immer noch von den geflügelten Ebern bewacht wurde. Endlich hielt Ron vor dem großen Portal des Haupteingangs an. Sie stiegen aus und holten ihre Taschen aus dem Kofferraum bevor sie ehrfürchtig auf das Tor zuschritten.
Plötzlich gab es einen Knall als beide Flügel des Tores aufsprangen und eine kleine Gestalt eilig die Stufen herunter gestolpert kam. Harry und Ron blieben stehen. Konnte das wirklich…..“HARRY, RONALD. Ich freuen mich sie beide zu sehen. Wie geht es ihnen? So lange ist es her das wir….aber kommen sie doch erst mal rein.“ Professor Flitwick ließ die beiden gar nicht zu Wort kommen. Er schwang seinen Zauberstab und die Taschen der beiden huschten voraus ins Schloss. Er drückte jedem fest die Hand und strahlte dabei über das ganze Gesicht. „Folgen sie mir, folgen sie mir. Ich bringe sie zur Schulleitung. Dr. Granger ist bereits seit heute Vormittag an der Arbeit. Ich werde sie anschließend direkt zu ihr bringen.“
Zu dritt schritten sie durch das Eichenholzportal. Fast war es als hätte es die Schlacht um Hogwarts nie gegeben. Aber als sie in die Eingangshalle kamen wurden sie schnell eines Besseren belehrt. Eine große schwarze Tafel aus poliertem Granit war direkt gegenüber dem Portal angebracht. IN MEMORIAM TITTILARE DRACO. Im Gedenken an die gekitzelten Drachen.Darunter waren über fünfzig Namen eingraviert. Alle diejenigen die beim letzten Gefecht ihr Leben gelassen hatte. Neben jedem Namen waren außer dem Geburtsdatum ein Bild von der jeweiligen Person und eine Widmung eingraviert. Still betrachteten Ron und Harry die Tafel. „Hier sind sie Harry.“ Sagte Ron und deutete auf eine Stelle. Harry besah sie sich.
Remus John Lupin, *10.3.1960 & Nymphadora Tonks Lupin. *08.11.1972. Ein einsamer Wolf fand endlich zu seinem Rudel und die Veränderung blieb die Gleiche. In dankbarer Erinnerung, der Orden des Phönix.

Fred Weasley, *1.4.1978, Mum wollte das ich hier was ernstes hin schreibe aber das hättest du mir nie verziehen. In diesem Sinne: Grüß Onkel Bilius von mir und ich schulde dir zehn Galleonen. Ron hat wirklich Hermine abgekriegt. Erinnere mich dran wenn wir uns wieder sehen. Und wenn du Probleme drüben hast, sag Bescheid ich habe immer ein offenes Ohr für dich. Hab ja bloß noch eins. Du fehlst mir. In Liebe, George.

Harry schmunzelte. Ja wirklich, Fred hätte es nicht ertragen können eine traurige Widmung zu bekommen. Er sah zu Ron. Offenbar dachte er das Selbe, denn auch er lächelte während er sanft mit den Fingern über das eingravierte Bild seines toten Bruders fuhr. Professor Flitwick stand still zwischen ihnen. Er spürte wohl das dies ein besonderer Moment für die Beiden war.
Doch jäh wurde die Stille unterbrochen. Die Tür zur großen Halle flog auf und hunderte Schüler strömten heraus. Das Abendessen war vorbei. Munteres Schwatzen erfüllte die Luft. Von den drei Gestalten wurde kaum Kenntnis genommen. Harry drehte sich um und betrachtete die vorbeiziehende Schülerschar. Einigen war anzusehen, dass sie traurig waren. Offenbar Freunde oder zumindest Klassenkameraden der Toten. Doch der größte Teil der Schüler war gut gelaunt und freute sich offenbar auf einen gemütlichen Abend in den Gemeinschaftsräumen. Sie folgten Professor Flitwick schließlich durch die vertrauten Gänge zum Schulleiterbüro. „Paprikachips.“ sagte Flitwick zu dem steinernen Wasserspeier der prompt zur Seite sprang und die sich langsam drehende Wendeltreppe freigab. Oben angekommen klopfte er an und die strenge Stimme von Professor McGonagall ertönte von drinnen. „Herein!“ Flitwick öffnete die Tür und trat ein. „Harry Potter und Ronald Weasley sind angekommen Minerva.“ Ihr strenges Gesicht wich dem Lächeln was sie heute Morgen bei ihrer ersten Begegnung aufgesetzt hatte. „Willkommen zurück in diesen ehrwürdigen Hallen. Ich bedaure allerdings den Anlass unseres Wiedersehens. Tee?“ Harry und Ron nickten und McGonagall beschwor zwei Teetassen herauf und goss ihnen Tee aus einer bauchigen Kanne ein. „Also was können sie uns über das Opfer sagen Professor?“ unterbrach Harry die Wiedersehensfreude. McGonagall griff nach einem Schnellhefter und überreichte ihn Harry. „Hier ist ihre Akte. Da sollte alles drinstehen was sie brauchen. Falls sie dann noch Fragen haben wenden sie sich an Filius. Sie war in seinem Haus. Verzeihen sie wenn ich neugierig bin aber wie ist es ihnen ergangen? Ich muss leider zugeben das ich sie nach dem Sieg über Voldemort aus den Augen verloren habe. Aber ihre jährliche Weihnachtskarten habe ich dankend erhalten.“ Lächelte sie.
Harry und Ron erzählten von ihrer Ausbildung zum Auroren an der Mad Eye Moody Akademie für magische Rechtspflege und was sie seit dem erlebt hatten. Nach dem sie fertig waren schaute Professor McGonagall sie beeindruckt an. „Nun dann bin ich sicher, dass sie dieses abscheuliche Verbrechen restlos aufklären werden.“ Und an Professor Flitwick gewandt fuhr sie fort: „Filius wissen sie ob Miss Granger bereits erste Ergenisse hat? Wenn ja sollen die beiden sich sofort zu ihr begeben um auf dem neuesten Stand zu sein.“ „Ja Minerva ich habe mit ihr gesprochen bevor ich die beiden Jungs empfangen habe.“ Quiekte Flitwick und ging wieder voraus aus dem Büro. Harry und Ron dankten für den Tee und folgten ihm mit der Akte in der Hand. Am Fuße der Treppe verabschiedete Flitwick sich mit den Worten: „Miss Granger ist im Raum der Wünsche. Er ist so eingerichtet das er momentan frei zugänglich ist. Sie entschuldigen mich. Ich muss mich um die Eltern des armen Mädchens kümmern. Sie finden den Weg doch noch alleine?“ Ron nickte und fügte hinzu: Richten sie den Beiden bitte aus das wir alles Menschen und Zauberermögliche tun werden um den Täter zu fassen.“ Flitwick lächelte hoffnungsvoll und entgegnete: „Dessen bin ich mir sicher.“ Machte auf dem Absatz kehrt und eilte davon. Harry und Ron gingen in die andere Richtung und schlugen den Weg in den 7. Stock ein.
Unterwegs begegneten sie noch einigen Schülern die misstrauisch oder ehrfürchtig anfingen zu tuscheln wenn sie vorbeikamen. „Genau wie früher.“ Grinse Ron. „Überall wo du auftauchst drehen sich die Leute nach uns um.“
„Und ich fands schon damals scheiße.“ Entgegnete Harry etwas genervt und schlug stattdessen die Akte der toten Schülerin auf. „Also was haben wir?“ fragte Ron. Harry versenkte seinen Blick in den Schnellhefter und studierte die Daten. „Juliette Walters, 16 Jahre alt. Ravenclaw, Jägerin im Quidditchteam. Mutter Irma Walters, Heilerin im St. Mungo, Vater Hubert Walters, Rechtsanwalt. Keine Eintragungen über Strafarbeiten, Nachsitzen oder sonstige Sanktionen. Hier steht noch eine Bemerkung. 400 Punkte für Hauspokal im letzten Jahr. Die Kleine hatte ne absolut weiße Weste.“
„Du meine Güte das klingt ja nach einer zweiten Hermine, bis auf die Tatsache das sie immer ne Niete im Quidditch war. Aber dann haben wir doch immerhin schon mal gleich zwei Motive. Sie war beliebt, erfolgreich und dem Foto nach zu urteilen recht attraktiv für ihr Alter. Der klassische Mord aus Neid. Oder aber wir machen eine kleine Zeitreise und gehen sieben Jahre zurück und haben uns allseits beliebtes Blutschandemotiv. Ich meine sie war Halbblut. Vielleicht will sich jemand als Todesser versuchen? Wenn wir mit Hermine gesprochen haben knöpfen wir uns als nächstes ihr näheres Umfeld vor. Haben wir freie Hand aus London?“
Harry nickte. „Der Chief hat uns Narrenfreiheit gelassen solange wir das Schwein finden was das hier getan hat. Und über die Motive können wir Momentan nur spekulieren. Es können deine Motive sein, es könnte aber auch was ganz anderes sein.“ Sie hatten den Raum der Wünsche erreicht. Barnabas der Bekloppte starrte sie finster von seinem Wandteppich aus an. Sie öffneten die Tür die nun sichtbar war und traten in einen weißgekachelten Raum mit Waschbecken, Metalltischen, Schränken und Kühlfächern. Anscheinend ein komplett eingerichtetes Pathologielabor. Hermine stand mit dem Rücken zu ihnen, hatte Kopfhörer auf und hörte klassische Musik wie sie es immer tat wenn sie eine Leiche untersuchte. Bei forensischen Untersuchungen hingegen hörte sie eher Metal und Rock. Harry musste schreien damit sie sie hörte und ihre Musik abstellte. Sie umarmte Harry und gab Ron einen Kuss bevor sie sich die Hände wusch und erneut der Leiche zuwandte. Harry und Ron stellten sich neben sie. Das Mädchen auf dem blanken Metalltisch war furchterregend zugerichtet worden. Tiefe Schnittwunden waren auf ihren Armen, Beinen und Oberkörper zu sehen. Blaue Flecken am Hals und im Gesicht. Ihre Haare waren blutverschmiert.
Harry wandte sich ab und auch Ron musste sich zusammenreißen, damit er sich diesen Anblick weiter antun konnte. Klar hatte Harry mit seinen 24 Lenzen schon eine Menge Tote gesehen. Mehr als man mit 24 gesehen haben sollte. Aber noch nie war ihm ein so junges, so übel misshandeltes Opfer untergekommen. Er atmete zwei drei Mal tief durch und drehte sich wieder um. „Also Doc, was hast du für uns?“ fragte er und hoffte dabei möglichst lässig zu klingen.
„Nun meine Herren so viel kann ich sagen: Todesursache ist, Überraschung, nicht der berühmte stumpfe Gegenstand sondern sie wurde erschossen. Von hinten in den Kopf. Eine regelrechte Hinrichtung.“ Hermine griff nach einem kleinen Glas und hob es auf Augenhöhe. „Hier ist die Kugel. Kaliber .45 APC. Keine von uns. Muss eine reine Muggelwaffe gewesen sein. Ich tippe auf eine HK USP oder einen M1911. Das sind die gängigsten in dem Kaliber. Sie muss schrecklich gelitten haben vorher. Die Schnittwunden müssen extrem schmerzhaft gewesen sein. Aber keine von ihnen war tödlich. Zudem massive Gewalteinwirkung auf Hals und Gesicht. Ich vermute das der Täter erst versucht hat sie zu erdrosseln was misslungen ist. Also hat er oder sie zur Waffe gegriffen. Sie wurde heute Morgen um kurz nach sechs gefunden. Ich war um kurz nach acht hier. Zu dem Zeitpunkt war sie schon etwa 12 Stunden tot. Tatzeit war nach meiner Einschätzung also etwa gegen 18 Uhr gestern Abend.
Ron schluckte. „Folter?“ presste er hervor. Hermine sah ihn traurig an. „So hat es den Anschein.“ Nickte sie. „Die Schnitte sind mit chirurgischer Präzision durchgeführt worden. Aber nicht mit einem Skalpell. Dafür sind die Wunden zu breit. Ich tippe auf ein extrem scharfes Schwert.“ Erneut musste Ron schlucken. „Wie sieht‘s aus mit Vergewaltigung? Irgendwelche Spuren?“ Er hoffte das sie Nein sagen würde. Hermine sah ihn beruhigend an, offenbar wusste sie was er dachte. „Interessant das du fragst. Ich habe einen Abstrich gemacht und tatsächlich männliche DNS gefunden. Allerdings deutet nichts auf eine Vergewaltigung. Vermutlich hatte sie wenige Stunden vor ihrem Tod noch Sex. Und zwar einvernehmlich. Wobei ich nicht sagen kann ob mit ihrem Mörder oder jemand anderem. Dafür liegen die Zeiträume zu dicht beieinander. Findet raus wann sie zuletzt gesehen wurde, dann wissen wir mehr. Ich mache einen DNA-Test.“
„Kannst du schon was zum Tatort beziehungsweise Fundort sagen?“ fragte Harry. Hermine griff sich ein Stück Papier. „Ich habe hier eine Karte der Ländereien. Der Fundort ist eingezeichnet. Ziemlich direkt am Waldrand. Aber vermutlich wurde sie da nur abgelegt. Zu wenig Blut am Tatort, zudem ist er zu gut einsehbar vom Schloss aus. Ich habe Splitter von lackiertem Holz in ihren Beinen gefunden. Vermutlich war sie an einen Stuhl oder etwas Ähnliches gefesselt.“
„Wer hat sie gefunden?“ Harry besah sich die Karte. Hermine schluckte bevor sie sagte; „Hagrid ist bei seiner morgendlichen Runde auf sie aufmerksam geworden. Der Ärmste ist immer noch vollkommen fertig. Ich hatte noch keine Gelegenheit mit ihm zu sprechen. Wann wollt ihr mit ihm reden?“ „Am besten Morgen früh.“ Sagte Ron. „Ich übernehme das wenn das okay ist Harry, dann kannst du hier im Schloss anfangen.“ Harry nickte zustimmend. Heute Abend hatte es keinen Zweck mehr noch Leute zu befragen. Er beschloss jetzt schlafen zu gehen und das Ganze auf morgen zu verschieben.
„Wo sind wir eigentlich untergebracht?“ fragte er. Darüber hatte er sich die ganze Zeit noch keine Gedanken gemacht. Hermine grinste. McGonagall dachte es wäre nett wenn wir allein unsere alten Schlafsäle kämen. Sie zwinkerte Harry zu. Das Passwort ist „Blitznarbe“. Harry verdrehte die Augen. Immer noch verfolgte ihn diese idiotische Heldenverehrung. Er wollte doch einfach nur seinen Job machen. Allerdings hätte er gerade hier in Hogwarts damit rechnen müssen. Als sie vor der fetten Damen standen gingen ihr fast die Augen über als sie sah wen sie vor sich hatte und schwang bereitwillig auf, ohne auf das Passwort zu warten. Drinnen herrschte auf einmal Totenstille als die drei den beinahe unveränderten Gemeinschaftsraum betraten. Nur ein großer Fernseher war hinzugekommen der jetzt noch von einigen älteren Schülerinnen belagert wurde die irgendeine Arztserie sehen wollten. Harry wusste nicht was er sagen sollte also entschloss er sich kurzerhand für „Peace ey!“
Ungläubig starrten ihn dutzende Augen an. Plötzlich hörte er eine Stimme verächtlich fragen: „Was seid ihr denn für Clowns?“ Die Stimme kam von einem Jungen der auf einem Sessel am Kamin rumlümmelte. Harry hätte fast losgelacht. Natürlich, die Schüler hier waren nahezu alle viel zu jung um zu wissen wer genau er war. Seine Narbe war verblasst und er hatte diese alberne runde Brille gegen eine eckige ausgetauscht. Nur diejenigen die damals im ersten Schuljahr waren hatten die Schlacht von Hogwarts noch mit erlebt. Um die Situation zu klären öffnete Hermine den Mund: „Wie ihr wahrscheinlich mitbekommen habt ist eine eurer Mitschülerinnen getötet worden. Wir sind hier um den Täter zu finden und die Hintergründe aufzuklären. Ich bin Doktor Hermine Granger und das sind die Detectives Ronald Weasley und Harry Pott….“ „HERMINE NICHT!“ brüllte Harry doch es war zu spät. „Harry Potter? DER Harry Potter? Ach quatsch die labern nur. Aber guck doch er sieht aus wie auf dem Bild in der großen Halle.“ Der Junge vom Sessel stand auf. „Mick Finnigan…mein großer Bruder Seamus hat mir von ihnen erzählt. Er arbeitet mit ihnen stimmt‘s?“ er streckte allein drei die Hand hin und sie schüttelten sie. Harry nickte. Jetzt kam auch Bewegung in den Rest. Alle wollten den berühmten Zauberer begrüßen der sie alle befreit hatte. Doch bevor es eskalieren konnte rettete Mick die Situation.
„Leute….Leute….LEUTE!.....EEEEEEEEEEY!“ schlagartig verstummte die Menge. „Die sind hier um den Tod von Juliette aufzuklären und nicht um Autogramme zu geben.“ Ron der schon eine Feder gezückt hatte sah sich erstaunt um und lies sie dann wieder unauffällig in der Tasche verschwinden. Harry wollte ihm fast auf Knien dafür danken. Sie drängten sich mit freundlichen Bemerkungen durch die Menge und stiegen die Treppen zu ihren alten Schlafsälen hoch. Als Harry die Tür aufstieß war es als wäre er nach einer sehr langen Reise wieder nach Hause gekommen. Sein Himmelbett, der Nachttisch, das große bunt verglaste Fenster darüber. Er sah Ron an. Ron sah ihn an. In seinen Augen glitzerte es. Auch Harry musste schniefen. Irgendwie war es kein besonderer Moment aber dennoch fanden ihn beide so rührend, dass sie eine Träne verdrücken mussten. Sie gingen auf ihre Betten zu, strichen über die Pfosten und die Laken. Ja, hier war Harry zu Hause…immer noch. Er fragte sich wer wohl in den anderen Betten schlafen würde als die Tür aufging und Mick sowie ein zweiter Junge herein kamen. Er war genau so groß wie Mick, dunkelhäutig und erinnerte Harry an irgendjemanden. Fragend sah er ihn an. Der Junge streckte ihm ebenfalls die Hand entgegen. „Thomas…Gary Thomas.“ Ron und Harry warfen sich einen Blick zu. „Thomas sagst du?....Lass mich raten Dean…“ „Ist mein Bruder genau.“ Grinste dieser. „Die Welt ist ein Dorf. Aber so bleibt wenigstens alles in der Familie nicht wahr? War das früher ihr Schlafsaal hier?“ er deutete auf Rons Bett. Ron nickte. „Und eure Brüder haben hier auch gewohnt…wie du schon sagst die Welt ist ein Dorf.“ Als sie etwas später alle in ihren Betten lagen fiel Harry ein, das sie eigentlich doch schon zumindest die beiden hier befragen könnten. Dann hätten sie schon mal zwei weniger. Er drehte sich zu Mick um. „Was kannst du mir über Juliette sagen?“ fragte er. Mick starrte an die Decke. Er schien zu überlegen. „Eigentlich nicht viel.“ Kam es dann. „Wir waren eben in im gleichen Jahrgang. Haben Quidditch gegeneinander gespielt, Ich bin Hüter müssen sie wissen, und wir hatten Kräuterkunde und Zauberkunst zusammen. Sie war ein paar mal meine Projektpartnerin in Kräuterkunde.“ Ron hakte nach. „Wie war sie so? Ich mein was war sie für ein Typ? Braves Mäuschen, Vamp, Streberin?“ Mick musste kurz lachen. „Weder noch? Sie war eher so der lässige Typ. Keine Tussi verstehen sie? Sie brauchte keine High Heels und Makeup um gut aus zu sehen. Sie war ein guter Kumpel. Einmal saßen wir Jungs nach dem Unterricht am See, da kam sie mit nem Kasten Butterbier an und hat sich einfach dazugesetzt. Sie war n cooler Typ mit Brüsten.“
„Und dazu noch total intelligent.“ Fügte Gary hinzu. „Ihr hat so schnell keiner was vorgemacht. Weder auf der Schulbank noch auf einem Besenstiel.“
„Was glaubt ihr wer ihr so was antun könnte? Habt ihr ne Vermutung? Irgendwelche Feinde oder verschmähte Liebhaber?“ Harry hatte sich auf einen Arm gestützt und machte sich Notizen. Mick schüttelte den Kopf. „Nicht das ich wüsste. Aber dafür kannte ich sie auch nicht gut genug. Wir haben über Quidditch und das Wetter geredet. Ich fand sie cool. Aber ich weiß nicht was die anderen von ihr hielten.“ Harry bedankte sich und löschte das Licht mit einem Schlenker seines Zauberstabes. Morgen würden sie hoffentlich mehr erfahren. Und er würde Hagrid wieder sehen. In dieser Nacht träumte er wie er eine verregnete Straße entlang ging die voller Menschen war. Ganz am anderen Ende sah er eine Person mit dem Rücken zu sich stehen, den Kopf verborgen unter einem gelben Regenschirm.


Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.

Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel

Top-News
Suche
Updates
Samstag, 01.07.
Neue FF von SarahGranger
Freitag, 02.06.
Neue FF von Laurien87
Mittwoch, 24.05.
Neue FF von Lily Potter
Zitat
Es ist wunderbar, wie furchtlos und entschlossen Dan sich jeder Aufgabe stellt. Manchmal drehten wir eine Szenenwiederholung nach der anderen, und jedes Mal spürte ich seine Entschlossenheit, es bei der nächsten Wiederholung des Takes noch besser zu machen. Das schätze ich so sehr an ihm: Er setzt wirklich alles daran, um seine beste Leistung zu zeigen.
David Yates über Daniel Radcliffe