
von cal50cartridge
Wieder eine Nacht ohne Schlaf. Doch dieses Mal waren nicht Harrys Gedanken Schuld. Als er mit schmerzendem Kopf den Schlafsaal betreten hatte waren Ron, Mick und Gary natürlich noch wach gewesen um alles zu erfahren. Ron aus verständlichen Gründen und Gary und Mick aus hormonbedingten Pubertätsgründen. „Und? Haben sie sie flachgelegt? Dann bringt mir das 20 Mäuse ein.“ Fragte Mick hoffend, worauf er sich eine Kopfnuss von Ron einfing. Harry schüttelte den Kopf, deutete auf Ron und sagte kurz: „Astronomieturm, 5 Minuten, bring Bier mit.“
Als er Ron endlich erzählen konnte was passiert war sprudelte es aus ihm raus. Nachdem er fertig war und Ron, ein wenig ZU ehrlich, erwähnte, dass er darüber auch nicht unbedingt traurig war, das zwischen den Beiden nichts gelaufen war, diskutierten sie weiter. Über Frauen im Allgemeinen, Beziehungen und die Vorteile des Singlelebens. Als Ron auf seine Uhr sah, war es fünf Uhr morgens und sie beschlossen ins Bett zu gehen. Doch Harry konnte seltsamerweise immer noch nicht einschlafen. Also lag er bis um kurz nach sieben wach. Und um halb acht klingelte der Wecker.
Zerknautscht, unrasiert und schlecht gelaunt kam Harry in die große Halle. Es war Montagmorgen und fast alle Tische waren besetzt. Er sah kurz zu Ginny am Lehrertisch und bekam ein kurzes, schüchternes Lächeln geschenkt, was seine Laune dann doch um einiges verbesserte.
Ron saß vor seinem Kaffee und überflog den Tagespropheten, doch Hermine war nirgends zu sehen.
„Sie ist schon wieder im Labor. Hat gesagt sie ist dabei den Vielsafttrank irgendwie aus der Leiche zu kriegen.“ Sagte Ron und deutete mit einer Kopfbewegung auf den leeren Platz neben sich. Kaum hatte Harry Platz genommen, als plötzlich am anderen Ende der Halle, genauer gesagt am Ravenclawtisch ein leichter Tumult ausbrach. Brad Preston stand mit hochrotem Kopf neben seiner Freundin Calypso und versuchte wohl ihr irgendwas zu sagen. Neugierig versuchte Harry mitzuhören, doch sie waren zu weit weg um etwas zu verstehen. Doch er hatte eine Idee.
„Hey Finnigan.“ Er winkte Mick zu sich her.
„Was gibt’s Sir?“ fragte Dieser neugierig.
„1. Nenn mich nicht Sir. Und 2. Da ich dir schon deine Wette versaut hab, mach ich das wieder gut.“ (giftiger Seitenblick von Ron.)
Mick hob die Augenbrauen. „Ich bin ganz Ohr Detective.“
Harry langte in die Tasche und gab ihm eine Goldmünze. „Hier. Nein die ist nicht zum versaufen da, also pass auf. Wir haben die Dinger früher im Kampf gegen Voldemort als Kommunikationsmittel eingesetzt. Du drückst dich heute den ganzen Tag in der Nähe von Preston rum und beobachtest ihn. Sobald er irgendwas versucht, sich verdächtig verhält, oder sich auch nur nach dem Pinkeln die Hände nicht wäscht reibst du an der Münze. Das kriege ich dann mit und komme so schnell wie möglich. Wichtig ist nur, dass er nicht bemerkt, dass er beschattet wird. Kriegst du das hin? Dann sind 25 Galleonen drin.“
„50!“
„25! Bleib mal auf dem Teppich Sportsfreund. Wir sind hier nicht auf einem Teppichbasar in Mossul. Außerdem verrate ich sonst jedem, dass du total verknallt in Juliette bist, und das sollst du ihr ruhig selber sagen wenn sie wieder da ist. Wir glauben nämlich, dass sie noch lebt.“
„Ok. Deal.“ Mick war klug genug keine Fragen zu stellen, schlug in Harrys angebotene Hand ein und trollte sich. Harry beobachtete ihn noch ein wenig. Er machte seine Sache gut. Tat so als wollte er ein anderes Mädchen am Hufflepufftisch angraben, die zufällig direkt hinter Preston saß.
Ron runzelte die Stirn. „Dafür bin ich Polizist geworden Harry, um 16-jährige als Spitzel anzuheuern. Woher weißt du eigentlich, dass er auch in Juliette verknallt ist?“
Harry grinste. „Ich hab geblufft. Allerdings hatte ich gute Chancen recht zu haben. Denn als er Samstagabend von ihr erzählt hat, hat er genauso geguckt wie du in dem Alter geguckt hast wenn du Hermine angesehen hast. A pro pos, lass uns mal zu ihr gehen. Ich will wissen ob sie schon was rausgefunden hat.“
Im Raum der Wünsche herrschte eine ungewohnte Ruhe. Hermine hatte ihre ewige Musik abgestellt, lehnte über der Leiche und redete leise mit sich selbst…oder mit der Toten.
„Wer bist du? Und warum hältst du so vehement an deiner Verkleidung fest?“ murmelte sie, während sie einerseits irgendwelche Zauber versuchte und andererseits irgendwelche chemischen oder technischen Lösungen suchte. Ron legte ihr die Hand auf die Schulter.
„Nichts?“
„Absolut nichts.“ Antwortete sie. „Das hat, soweit ich weiß, aber auch noch niemand versucht.“
Dann sah sie Harry an. „Wie war’s gestern?“ Doch der schüttelte den Kopf. „Frag nicht. Ich glaube ich habe mich noch nie so zum Affen gemacht. Wie sieht‘s mit den restlichen DNA-Proben aus? Hast du da irgendwas?“ Doch jetzt schüttelte Hermine den Kopf. „Kann ich noch nicht sagen, die habe ich pauschal nach London geschickt, dafür fehlen mir hier einfach die Kapazitäten und McGonagall dreht mir den Hals um wenn ich wieder unser gesamtes Büro durch den Kamin schicke. Aber mein Bauchgefühl sagt mir eh, dass wir da auf der falschen Spur sind. Juliette ist nicht hier im Schloss.“
Harry und Ron stimmten ihr in dem Punkt zu. Jetzt konnten sie sich nur noch auf ihren Spürsinn verlassen und hoffen das bei der Undercover-Aktion an den Docks in London was rum kam.
Harry sah Ron an. „Hast du irgendeine Idee?“ Ron hatte sich mit dem Rücken an die Wand gelehnt und sah ins grelle Neonlicht. „Was ist mit Juliettes Kram? Vielleicht haben wir da was übersehen.“ Harry nickte. „Lass uns gehen.“
Juliettes gesamte Habseligkeiten waren in Kartons verpackt und in ein leeres Klassenzimmer gebracht worden, welches vom Aurorenbüro versiegelt worden war. Ron öffnete das Siegel und die beiden betraten den Raum….und fielen fast vom Glauben ab.
„Zum Teufel, was ist das alles für Zeug?“ fragte Ron.
„Ich vermute…“ begann Harry doch Ron unterbrach ihn. „Spars dir, das war eine rhetorische Frage. Ich fange da links an und du rechts? Und dann treffen wir uns in der Mitte.“
„Ok.“
Schweigend öffneten sie jeder einen Karton und durchsuchten alles fein säuberlich. Anschließend öffneten sie den nächsten Karton um mit dem Spielchen von vorne anzufangen. So verging Stunde um Stunde ohne das geredet wurde oder sie irgendwas fanden. Harry wollte die Hoffnung schon aufgeben, als er plötzlich auf etwas stieß, das ihm bekannt vorkam. Neugierig betrachtete er den Notizblock aus Leder mit den goldenen Symbolen. Woher kannte er ihn nur? Er grübelte vor sich hin als es ihn plötzlich einfiel. Na Klar! Der Kellner im Restaurant gestern Abend. Der hatte genau den Gleichen.
„Harry? Ich glaub ich habe hier was!“ Auch Ron schien fündig geworden zu sein. Er nahm den Block und ging rüber zu Ron, der einen Stapel Zeitschriften vor sich liegen hatte.
„Hier sieh dir das an.“ Er schlug die oberste Zeitschrift auf. „Juliette war offenbar fleißige Leserin der Wizard World.“
Harry stutzte. „Ist das nicht dieses Revolverblatt über Geldadel und Möchtegernpromis?“
„Richtig. Aber anscheinend hatte sie eine Spur. Denn sie hat hier überall Textstellen markiert…seltsam…das scheinen alles irgendwelche Druckfehler zu sein.“ Harry wurde aufmerksam.
„Zeig mal…Tatsächlich. Pack diese Papierverschwendung ein, die muss ins Labor. Hermine soll sich die Dinger genau angucken. Vielleicht findet sie irgendwas raus.“
„Und was hast du da?“ Ron deutete auf den Kalender und Harry erzählte ihm kurz was er gefunden hatte. Ron guckte skeptisch. „Ziemlich dünn findste nicht?“
Harry nickte etwas schuldbewusst. „Schon aber ich hab da so n Gefühl….“
Ron verdrehte die Augen. „Immer wenn du das sagst ist hinterher die Kacke am Dampfen…kanns kaum erwarten, also los.“
Sie klaubten die Zeitschriften zusammen und verließen den Raum wieder, nicht ohne ihn neu zu versiegeln.
Hermine war nahe an einem Nervenzusammenbruch als die Beiden ihr noch mehr Arbeit aufhalsten doch sie war viel zu professionell als das sie anfing zu jammern.
Als sie wieder vor dem Raum der Wünsche standen sah Ron Harry an. „Also was jetzt? Zu deinem Griechen?“
Harry nickte. „Was besseres fällt mir zumindest im Moment nicht ein.“
Als sie die Tür zum Restaurant aufstießen roch es nach frisch gegrilltem Fleisch und Harry leckte sich die Lippen. Sofort erschien wieder der untersetzte Wirt.
„Aaaaah. Meine Freind von gestern Abend…hat anscheinend geschmeckt…aber wo hibsche Frau….warum kommen mit Ribezahl und nicht mit fesche Madchen?“
„Sorry aber jetzt bin ich dienstlich hier.“ Ron und er zückten ihre Dienstmarken. „LAD. Wir müssen ihren Kellner sprechen.“ Sofort lies der Wirt von seiner, zugegeben bühnenreifen, Show ab. „Verdammt noch mal“, rief er, und auf ein mal war ein deutlicher schottischer Akzent zu hören, „hat er was ausgefressen?“ Doch Ron beruhigte ihn. „Keine Sorge. Es geht um den Notizblock, den er wohl gestern Abend benutzt hat.“ Der Wirt zuckte die Schultern. „Das müssen sie ihn selbst fragen. HEY HOWARD! DIE COPS WOLLEN MIT DIR REDEN!“ brüllte er über die Schulter durch das ansonsten menschenleere Restaurant. Howard, der gestern Abend noch Dimitrios hieß und jetzt auf ein mal auch nicht mehr schielte kam auch sofort aus der Küche. Aus seiner Schürzentasche ragte schon der altbekannte Block auf den Harry jetzt deutete: „Können sie mir sagen woher sie den haben?“
Howard zog verwundert den Block hervor, musterte ihn kurz und sagte dann mit walisischem Akzent: „Das war ein Werbegeschenk…Von Sunblade Inc. Als die ihre Niederlassung hier eröffnet haben, haben die ordentlich die Werbetrommel gerührt. Werbegeschenke, Freibier, Luftballons, das ganze Programm.“ Harry und Ron sahen sich wieder an und zuckten dann beide mit den Schultern. „Nie gehört“, sagte Ron dann wieder zu dem Kellner gewandt. „Was machen die denn?“
Jetzt zuckte der Kellner mit den Schultern. „Das weiß ich auch nicht so genau…irgendwas mit Import-Export glaube ich. Aber schauen sie sich doch am besten selbst um. Das Büro ist nicht weit von hier.“ Er beschrieb ihnen den Weg und Ron und Harry verließen das Restaurant wieder. Draußen klingelte Harrys Handy.
„Seamus, was gibt’s?“
„Pass auf Harry, anscheinend seid ihr da auf was richtig Großes gestoßen. Spike hat mich gerade angerufen. Er und Connor haben sich unter die Schläger von der Bande gemischt. Anscheinend züchten die wirklich Billywiggs unten an den Docks. Australian Blacks, das sind die stärksten die zur Zeit auf dem Markt sind. Ein Kilo Stacheln hat einen Marktwert von achtzigtausend. Und die haben da unten vier oder fünf Lagerhäuser mit den Viechern. Wir bereiten jetzt den Zugriff vor. Heute Abend wollen wir den Laden hochnehmen. Der Chief lässt fragen ob er mit euch rechnen kann. Elf Uhr geht’s los.“
„Klar kann er das.“ Harry sah auf die Uhr. Es war kurz nach zwei. „Setz das Briefing in einer Stunde an. Dann sind Ron und ich wieder im Revier. Wir kommen über das Flohnetzwerk. Ach und noch was. Sieh mal zu was du in der Zwischenzeit über eine Firma namens Sunblade Inc. rauskriegen kannst. Bis nachher.“ Er legte auf.
„Was für ein Briefing?“ fragte Ron.
„Wir nehmen heute Nacht eine Drogenküche aus.“ Entgegnete Harry.
Auf Rons Gesicht wurde ein Lächeln gezaubert. Er griff in seine Innentasche, holte seine abscheuliche, viel zu große Fliegerbrille hervor und setzte sie mit einer, zugegebenermaßen verdammt lässigen Bewegung auf. „Dann muss dieses Sunblade Inc. wohl noch ein wenig auf unseren Besuch warten. Endlich mal wieder richtige Action.“
Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.