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Fanfiction

Coniunctio perpetua - Kapitel 29 — Erschütternde Dokumente

von Alea_Thoron

DISCLAIMER: Ich verdiene kein Geld damit, habe jedoch genau den unglaublichen Spaß, der nicht mit Geld aufzuwiegen ist. Alle agierenden Personen gehören JKR. Ich habe sie mir heimlich ausgeborgt, verspreche aber, gut auf sie aufzupassen und sie wohlbehalten und an Erfahrungen reicher und gereifter wieder zurückzugeben.

Beta: Deep Water — Mein ganz spezieller Dank gilt meinem Beta, der eigentlich mein Vater ist, und der mich mit »Und wann schreibst Du endlich Deine eigene Geschichte?« erst dazu gebracht hat, diese Story Wirklichkeit werden zu lassen.


Coniunctio perpetua by Alea Thoron


Kapitel 29 — Erschütternde Dokumente


Sobald sie die sich windende Treppe verlassen hatten, griff Severus noch fester nach Hermiones Hand. Mit wehenden Roben führte er sie durch unzählige Korridore und über verschiedene Treppen des Schlosses. Längst hatte sie die Orientierung verloren, da er sie in Bereiche des Schlosses führte, die sie noch nie gesehen hatte. Völlig unerwartet fand sie sich deshalb plötzlich in der Mitte des Raumes mit den fliegenden Schlüsseln wieder, direkt vor der mächtigen Säule, in der die Tür zur Wendeltreppe verborgen war. >Es gibt also doch noch einen anderen Weg<, dachte sie.

Severus warf ein gemurmeltes »Specialis Revelio!« und berührte mit seinem Zauberstab das bläulich schimmernde Quadrat. Die silbrigen Umrisse des Türrahmens wurden sichtbar und die Türklinke erschien. Er drückte die Klinke herunter und zog Hermione auf die Wendeltreppe und die Stufen hinauf in den kleinen halbrunden Raum.

»Hier sind wir ungestört. Niemand außer mir weiß von diesem Raum«, sagte er leise, doch nachdem er sich zu ihr umgedreht und einem Blick in ihr Gesicht geworfen hatte, stellte er befremdet fest: »Du scheinst nicht sonderlich … überrascht zu sein.«

Sie ließ widerstrebend seine Hand los, ging hinüber zu dem riesigen Panoramafenster und sah hinaus, doch in der Scheibe spiegelte sich nur das Licht der flackernden Kerzen an den Wänden wider. Ihr Herz klopfte heftig — die Wärme seiner Hand war beruhigend und aufregend zugleich gewesen — und die Überraschung, dass er sie ausgerechnet zu diesem verborgenen Turmzimmer geführt hatte, das für ihn bisher wohl ein sorgfältig geheim gehaltenes Refugium darstellte, war mehr, als sie auf die Schnelle verarbeiten konnte. Es dauerte einen Moment, ehe sie sich so weit gefasst hatte, dass sie sich zu einer Entscheidung durchringen konnte. Als sie sich wieder herumdrehte, sah sie ihn am Tisch stehen und sie immer noch fragend anschauend.

»Ich kenne diesen Raum, Severus«, antwortete sie leise.

Er zog eine Augenbraue hoch. »Das ist kaum möglich.«

»Erinnerst du dich noch? Dumbledore hat damals den Stein der Weisen hinter dem Raum mit dem siebenten Rätsel — deinem Rätsel mit dem Gift und den Zaubertränken — im Spiegel Nerhegeb versteckt …«

»Du hast es gelöst, nicht wahr?«, konnte er sich nicht zurückhalten zu fragen.

Hermione merkte, wie die Wärme in ihre Wangen stieg, ohne dass sie etwas dagegen tun konnte. »Ja.«

»Du warst schon damals eine clevere Hexe«, sagte er kopfschüttelnd und sah, wie sich die Röte ihrer Wangen noch vertiefte.

»Ein Kompliment vom gefürchteten Meister der Zaubertränke? Das kann ich kaum glauben«, neckte sie ihn lächelnd, wurde jedoch sofort wieder ernst. »Damals fiel mir diese Treppe ins Nichts auf und ging mir seitdem nicht wieder aus dem Sinn. Im sechsten Schuljahr, kurz vor Weihnachten, bin ich hierher zurückgekehrt und habe den Eingang zu diesem Turmzimmer entdeckt.« Obwohl sein Gesichtsausdruck völlig neutral blieb, hatte sie das Gefühl, dass er nicht glücklich darüber war.

»Dann wissen also auch Harry Potter und Ron Weasley davon.« Er klang nicht sonderlich erfreut über diese Tatsache.

>Ahh…< Sie hatte mit ihrer Vermutung richtig gelegen, auch wenn sie sich über den Grund seines Unbehagens geirrt hatte.

»Nein, ich war allein hier.«

»Aber du hast ihnen doch sicherlich davon erzählt.«

Hermione schwieg einen Moment, bevor sie den Kopf schüttelte. »Ich habe nie irgendjemandem davon erzählt. Irgendwie kam ich mir damals wie ein Eindringling vor«, antwortete sie nachdenklich.

Severus konnte nicht nachvollziehen, was sie damit meinte. Während seiner eigenen Schulzeit war er oft genug hier gewesen und er hatte sich in diesem Raum immer willkommen gefühlt. Zumeist war er nicht allein gekommen. Diesen Raum hatte er gemeinsam mit Lily in ihren ersten Wochen in Hogwarts auf einem ihrer Streifzüge entdeckt. Die Treppe ins Nichts hatte sie Beide damals neugierig gemacht.

Sie waren hier heraufgekommen um zu lernen, zu lesen, sich zu unterhalten oder auch nur, um gemeinsam zu schweigen. Manchmal hatten sie in der Abgeschiedenheit des Turmzimmers sogar Zaubertränke nachgebraut. Hier hatte er später seine ersten eigenen Zaubersprüche entwickelt und die ersten Verbesserungen an Zaubertränken vorgenommen. Er sah noch heute Lilys Augen vor sich, die ihn bewundernd anstrahlten. Doch es war lange her, dass er zuletzt den Raum betreten hatte.

Er sah sich um, doch es hatte sich nichts verändert. Die Sessel, der Tisch, die Couch … alles war so, wie er es in Erinnerung hatte. Dort, vor dem großen Panoramafenster hatten sie damals ihren Kessel aufgestellt. Ohne Hast ging er zum Tisch hinüber.

Hermione beobachtete, wie er die Bücher vorsichtig auf dem Tisch ablegte und die Pergamentrollen aus den Innentaschen seiner Roben zog, um sie kurzerhand ebenfalls auf den Tisch fallen zu lassen. Dann zog er seine Robe aus und warf sie über einen der Sessel. Für wenige Augenblicke stand er dort, unbeweglich, wie versteinert, als würde er sich erst jetzt der vollen Tragweite dessen bewusst, was vor ihm auf dem Tisch lag.

»Ich wollte nicht darüber reden. Ich weiß nicht, warum, aber dieser Raum sollte mein Geheimnis sein«, setzte sie gedankenverloren hinzu und holte ihn damit aus seiner Erstarrung. »Und nicht nur dieses Turmzimmer. Da ist irgendetwas …« Im selben Augenblick hielt sie sich die Hand vor den Mund. All die Zeit hatte sie entschlossen geschwiegen, hatte weder ihren Professoren — und noch schlimmer — nicht einmal ihren beiden besten Freunden gegenüber auch nur ein Sterbenswörtchen davon erwähnt. Und nun hatte sie sich beinahe verplappert.

Bei ihren Worten war Severus zu ihr herumgewirbelt, eine Augenbraue fragend nach oben gezogen. »Was meinst du damit?«

Hermione konnte sich nicht erklären, welcher Manticor sie geritten hatte, ihre Gedanken laut auszusprechen, wie dies überhaupt hatte geschehen können. Sie war sich sicher, dass die dem Ring eigene Magie immer verhindert hatte, dass auch nur ein Sterbenswörtchen über seine Existenz über ihre Lippen kam. Doch nun spürte sie genau das Gegenteil, einen enormen Druck, der ihre Zunge lösen wollte, beinahe zwanghaft. Es schien, als wolle der Ring sein Geheimnis unbedingt preisgeben.

Statt einer Antwort griff Hermione nach der Kette, die um ihren Hals hing und zog an ihr, bis der Ring zum Vorschein kam. Sie sah auf das Schmuckstück, das nun auf ihrer Handfläche ruhte. Für einen Moment hatte sie den Eindruck, als ob die beiden sich umeinander windenden Schlangen den Kopf gehoben hätten, um erst ihre Umgebung und dann die junge Frau eindringlich zu mustern. Ihre Smaragd-Augen blitzten im Schein der Fackeln kurz auf, als wären sie zufrieden mit dem, was sie sahen, und schienen sich dann auf Severus zu richten, der genauso gebannt dieses Schauspiel verfolgt hatte, wie sie.

Er war zu ihr herüber gekommen und hatte nun seinen Blick nachdenklich auf sie gerichtet, und Hermione glaubte, in den obsidianschwarzen Augen versinken zu müssen. Nur mühsam riss sie sich davon los.

»Damals habe ich hier diesen Ring gefunden. Die Kette, an dem er hing, war zerrissen. Ich weiß, ich hätte ihn niemals behalten dürfen, aber …« Sie schwieg, weil sie nicht wusste, wie sie es erklären sollte. »â€¦ Vom ersten Moment an hatte ich das Gefühl, dass der Ring mich daran hinderte, über ihn zu sprechen oder gar, ihn irgendjemandem zu zeigen. Ich habe mehrfach versucht, Harry und Ron davon zu erzählen, habe sogar Professor McGonagall den Ring geben wollen, nachdem ich ihn gefunden hatte. Aber da ist irgendeine Art von Magie …«

Sie sah, wie Severus verstehend nickte. »Hast du dich niemals gefragt, wem der Ring gehören könnte?«, fragte er leise.

»Oh, doch. Oft sogar. Aber da ich nicht über ihn reden und ihn niemandem zeigen konnte …«, antwortete sie. »Er muss sehr lange unentdeckt hier gelegen haben, denn als ich ihn fand, lag eine viele Jahre alte Staubschicht überall und es gab keinerlei andere Spuren als die, die ich selbst verursacht hatte. Er ist wunderschön, oder?« Sie hielt ihm ihre Hand hin, doch Severus schaute in ihr Gesicht anstatt auf den Ring, wodurch ihm das Strahlen in ihren Augen, das von innen heraus leuchtete, nicht verborgen blieb. >Sie ist eins mit dem Ring<, dachte er überrascht.

»Er muss sehr alt sein. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er einem Reinblüter gehört haben muss, der in Slytherin war«, sagte Hermione nachdenklich.

»Der Ring gehörte einem Halbblüter aus Slytherin«, erwiderte Severus, während er sie genau beobachtete.

Hermiones Kopf zuckte hoch. »Du weißt, wem er gehört?«, fragte sie atemlos.

Er sah förmlich die Befürchtungen in ihren Augen, die ihr in diesem Moment durch den Kopf schossen. Eine davon, die Angst, dass sie den Ring verlieren würde, weil der rechtmäßige Eigentümer ihn sicherlich zurückfordern würde, stand ihr offen ins Gesicht geschrieben.

Flashback


Severus hatte sich heimlich und lautlos davongestohlen. Nicht eine Sekunde länger hätte er die Anschuldigungen und verbalen Attacken seines Großvaters Mordicus — ein Mann, den er heute zum ersten Mal in seinem siebenjährigen Leben gesehen hatte — die dieser seiner schluchzenden Mutter entgegenschleuderte, ertragen können. Er konnte die Erwachsenen manchmal einfach nicht verstehen. Warum hatten sie sie eingeladen, wenn sie sie in Wirklichkeit gar nicht hier haben wollten? Der kleine Junge in ihm hatte so sehr gehofft, einmal bei Fremden — und das waren seine Großeltern schließlich für ihn — auf Akzeptanz und Herzlichkeit zu treffen. Und Großeltern waren doch eigentlich dafür da, ihre Enkel anzunehmen und zu mögen, oder nicht?

Obwohl er nun jedoch völlig verloren in einem von Fackeln spärlich beleuchteten Korridor stand, glaubte er von Weitem noch immer die laute, barsche Stimme seines Großvaters hören zu können. Er zitterte. >Das ist nur die Kälte hier, ich habe keine Angst<, versuchte er sich selbst einzureden. >Ich bin ein großer Junge! Und große Jungen haben keine Angst!<

»Severus!«, hörte er auf einmal jemanden seinen Namen wispern. »Hier. Komm hier herein!«

Er sah seine Großmutter Altheda, die nicht weit entfernt in einem Türrahmen stand und ihm winkte.

»Komm! Bitte hab’ keine Angst!«, flüsterte sie.

Er war zu ihr hinübergelaufen, erleichtert, aber auch ein wenig unsicher, und sie hatte ihn hastig an der Hand in das Zimmer gezogen und die Tür hinter ihm geschlossen. Ihre Augen waren feucht, als sie Severus behutsam die Haare aus dem Gesicht strich und ihn voller Liebe anblickte. Sie beugte sich herunter und gab ihm einen sanften Kuss auf die Wange.

»Ich weiß nicht, ob ich jemals die Gelegenheit haben werde, dich und deine Mum wiederzusehen.« Severus merkte, wie sehr sie um Beherrschung rang, doch ihre Stimme zitterte, als sie weitersprach und er konnte den tiefen Schmerz heraushören. »Deshalb möchte ich dir bereits heute etwas geben, was du eigentlich erst an deinem siebzehnten Geburtstag bekommen solltest.«

Sie zog einen goldenen Ring aus der Tasche ihrer Robe, der auf eine ebenfalls goldene Kette aufgefädelt war und im Licht der Kerzen funkelte. »Seit vielen Generationen wird dieser Ring an den ältesten Sohn oder die älteste Tochter weitergegeben. Er ist wertvoller als Prince Manor oder alles, was in diesem Manor steht. Normalerweise hätte deine Mum, meine Tochter Eileen, den Ring an ihrem siebzehnten Geburtstag erhalten, aber … Nein, das gehört nicht hierher …«

Severus streckte schüchtern und vorsichtig die Hand danach aus. Wenige Sekunden nachdem seine Großmutter ihm den Ring mit der Kette auf die Handfläche gelegt hatte, blitzte dieser plötzlich ungewöhnlich hell auf. Zwei sich umeinander windende Schlagen, die mit ihren Körpern einen hübschen grünen Stein umschlossen, schienen ihre Köpfe zu heben und ihn mit ebenfalls grünen Augen interessiert anzufunkeln.

»Der Ring hat dich als seinen neuen Eigentümer anerkannt«, erklärte sie ihm. Für einen Moment konnte er in ihren Augen Dankbarkeit und eine ihm seltsam anmutende Befriedigung sehen. »Reinblütigkeit ist also doch nicht der Nabel der magischen Welt«, glaubte er sie vor sich hin murmeln zu hören. Er runzelte die Stirn, zum Teil auch, weil er sich auf ihre leisen Worte, die vermutlich nicht ihm gegolten hatten, keinen Reim machen konnte.

»Achte gut auf ihn. Er wird dir eines Tages den Weg zu deiner Seelenverwandten weisen«, sagte sie, bevor sie ihn fest in die Arme nahm und ihn an sich drückte.

Er hatte damals die Bedeutung des Wortes ‘Seelenverwandte’ nicht verstanden, aber die Wärme und Liebe, die ihm seine Großmutter entgegengebracht hatte, konnte er nie vergessen. Es waren genau dieselben Gefühle, die auch der Ring in ihm auslöste, wenn er seine nackte Haut berührte. Dazu kam Geborgenheit, und er spürte instinktiv den von ihm ausgehenden magischen Schutz. Von da an hatte er den Ring wie seinen Augapfel gehütet, bis — ja, bis er eines Tages feststellen musste, dass die Kette nicht mehr um seinen Hals hing.

Flashback Ende


Es war das erste und letzte Mal gewesen, dass er seine Großeltern gesehen hatte. Er wusste nicht, ob sie noch lebten, aber er war fest entschlossen, es herauszufinden. Nichts und niemand würde ihn jetzt noch davon abhalten können, seine Großmutter in die Arme zu nehmen.

Jetzt sah er wieder auf Hermione, die ihn immer noch mit riesigen Augen, in denen die Angst stand, anstarrte. Er hatte bereits viel zu lange geschwiegen und sie damit im Ungewissen gelassen. »Er gehörte mir«, bekannte er nun leise, ohne sie auch nur einen Moment aus den Augen zu lassen.

Hermione schnappte unwillkürlich nach Luft wie ein Fisch auf dem Trockenen. »Aber … dann musst du ihn doch erkannt haben, als du mir das Leben gerettet hast«, brachte sie dann mühsam hervor.

Severus nickte leicht. »Ja … In diesem Moment habe ich erkannt, warum der Coniunctio perpetua-Fluch nicht seine volle Macht über mich entfaltet hatte. Der Ring hatte sich schon lange davor für dich entschieden.«

»Für … mich … entschieden?«, fragte sie ungläubig.

»Als mir Altheda Prince, meine Großmutter, vor vielen Jahren diesen Ring gab, sagte sie, dass ich durch ihn eines Tages meine Seelenverwandte erkennen würde«, erklärte er. Sein Blick war in die Ferne gerichtet, so, als würde er in die Vergangenheit eintauchen. »Ich glaubte schon einmal, sie gefunden zu haben … war fest davon überzeugt …« Er klang in diesem Moment so verloren, so kläglich und tief traurig, dass es Hermione fast das Herz herausriss.

»Lily …« Der Name entfuhr ihr, ohne dass sie es wollte. Sie hoffte noch, dass sie ihn leise genug ausgesprochen hatte, so dass er ihn nicht gehört hatte, doch er blickte auf, und sie wusste, dass ihre Hoffnung umsonst gewesen war.

Sein Blick wurde noch trauriger, wenn dies überhaupt möglich war. »Ja… Lily«, bestätigte er dann. »Sie hat ihn nie gesehen, und wahrscheinlich ist das auch gut so. Vermutlich hätte sie mich nur ausgelacht und gesagt, dass wir viel zu jung wären, um eine solch weitreichende Entscheidung zu treffen«, setzte er hinzu.

Hermione hatte gerade die Kette über den Kopf ziehen wollen, um sie Severus zurückzugeben, als sie mitten in der Bewegung innehielt. Seine Worte erinnerten sie daran, warum sie gegenüber Harrys Mutter nur wenig positive Gefühle hegte.

Es war, als ob er ahnte, was Hermione vorhatte, als er plötzlich nach ihrer Hand griff. »Ich möchte, dass du den Ring behältst«, sagte er eindringlich. »Du hättest ihn niemals finden können, wenn du dich nicht schon damals auf irgendeine Art — und ich bin mir sicher, dass es nichts mit Dumbledores Trägerfluch zu tun hat — mit mir verbunden gefühlt hättest.«

»Ich kann doch nicht …!«, widersprach sie, wenn in ihren eigenen Ohren auch nur halbherzig. Sie konnte und wollte sich gar nicht vorstellen, die Kette und den Ring wirklich hergeben zu müssen. Zu lange hatte sie sich von diesem Ring beschützt gefühlt.

»Doch, du kannst! Es sei denn …« Er schwieg, und sie sah, wie sein Gesicht noch eine Nuance blasser wurde.

>… dass du dich gegen mich entschieden hast<, führte sie den Satz in Gedanken zu Ende.

»Oh Severus …« Mit zwei Schritten war sie bei ihm, schlang die Arme um seine Taille und schmiegte ihre Wange an seine Brust. Seine Arme schlossen sich um sie, und sie fühlte, wie er sein Gesicht in ihren Haaren vergrub. Minutenlang zählte nichts anderes um sie herum, bis plötzlich eine der Kerzen mit einem leisen Zischen verlosch, was sie wie ertappte Sünder auseinanderfahren ließ.

Hermiones Blick fiel in diesem Moment auf die Bücher und Pergamente, die noch immer unberührt auf dem Tisch lagen. Für einen Augenblick überkam sie ein Gefühl von Scham. Sie hatte die Rollen in den letzten Minuten vollkommen vergessen gehabt. Zu sehr hatte sie die Entdeckung um das Geheimnis ihres Ringes abgelenkt. Obwohl sie noch immer tief unter dem Eindruck des eben Erlebten stand, kamen jedoch nun mit Macht die Gedanken an Dumbledore und alles, was mit ihm zusammenhing, wieder hoch.

Sie legte erneut die Arme um Severus’ Hüften und sah zu ihm auf. »Es tut mir leid, Severus. Ich …«

Sein Blick war ihrem Blick gefolgt, und er ahnte, warum sie sich entschuldigen wollte. Ganz sanft strich er ihr eine vorwitzige Haarsträhne aus der Stirn. »Scht. Du brauchst dich nicht zu entschuldigen. Ich hatte gehofft, dass dich dieser Raum wenigstens kurzzeitig auf andere Gedanken bringt, das war einer der Gründe, warum ich dich hierher gebracht habe. Ich habe allerdings nicht ahnen können …« Er schüttelte immer noch von den Ereignissen überwältigt den Kopf.

»Und was ist mit dir? Wie kannst du nach all dem, was Dumbledore geschildert hat, so ruhig sein?« Hermione stellte sich diese Frage bereits, seit sie das Büro des Schulleiters verlassen hatten. Wenn es ihr Leben gewesen wäre, das all die Jahre dermaßen erbarmungslos, ja, skrupellos manipuliert worden war — sie wollte gar nicht darüber nachdenken. Natürlich wusste sie, dass man einem Portrait durch Flüche keinen Schaden zufügen konnte, aber sie hatte keine Ahnung, ob sie es nicht doch auf irgendeine Art wenigstens versucht hätte. Und wenn ihre eigenen Gefühle bereits eine Palette von Abscheu bis hin zu blankem Hass abgedeckt hatten …

Sie lehnte den Kopf an Severus’ Brust und spürte, wie sich seine Arme behutsam um sie schlossen. Es war tröstend und beunruhigend zugleich. An ihrem Ohr konnte sie seinen Herzschlag hören, gleichmäßig und stark. In diesem Augenblick durchströmte sie erneut Geborgenheit und Wärme. Seit jener Nacht am Grimmauldplatz, in der sie einen ihrer schlimmsten Alpträume über Malfoy Manor gehabt hatte, hatte sie sich nicht mehr so beschützt und sicher gefühlt. Und sie wünschte sich, dass dieser Moment niemals enden würde.

Die Wärme seiner Hände auf ihrem Rücken ließ sie wohlig aufseufzen, was ihre Arme ohne ihr bewusstes Zutun dazu veranlasste, sich fester um seine Taille zu schlingen. Einen Sekundenbruchteil später konnte sie seine Lippen auf ihrem Haar spüren, als er ihr einen sanften Kuss gab. Doch sie konnte den Gedanken nicht abschütteln, dass dieser Augenblick voller Frieden und stillschweigendem Einvernehmen sich vermutlich als nur eine flüchtige Episode herausstellen würde. Eine schwache Stimme in ihrem Hinterkopf meldete sich unüberhörbar zu Wort. Sie flüsterte ihr zu, dass es ihr mit Sicherheit sehr schwer fallen würde, sich aus dieser Umarmung, dieser Wärme zu lösen. Ihr schlechtes Gewissen meldete sich.

Nach Dumbledores aufbrausender Reaktion war Hermione sich relativ sicher, dass sie mit den Unterlagen dort auf dem Tisch wahrscheinlich den Schlüssel für eine Antwort auf die Frage nach den Auswirkungen des doppelten Fluches in der Hand hielten, wenn nicht sogar auf noch mehr ungeklärte Fragen, die sie bisher nicht hatten stellen können, da sie sich ihrer Existenz noch gar nicht bewusst waren. Sie würden vermutlich einer bis heute noch nicht aufgearbeiteten Vergangenheit begegnen. Nicht ihre Vergangenheit, nicht direkt die von Severus, sondern die Vergangenheit des ‘großen’ Albus Dumbledore, die jedoch einen enormen Einfluss auf ihrer beider Zukunft nehmen konnte.

Sie hob langsam den Kopf. Obsidianschwarze Augen begegneten ihren braunen, schauten fragend, in atemloser Spannung. Seine Hände mit den langen schlanken Fingern umfassten vorsichtig ihr Gesicht, sein Daumen strich voller Zärtlichkeit über ihre Wange. Er beugte sich herunter und gab ihr nun einen Kuss auf die Stirn. »Lass uns anfangen«, hörte sie ihn leise sagen, was sie abrupt in die Wirklichkeit zurückholte.

Er ließ sie schweren Herzens los und setzte sich in einen der Ledersessel. »Kybele!« Der folgende leise Plopp erschreckte Hermione.

Eine kleine Hauselfe, scheinbar jünger als Trispy, verbeugte sich tief vor Severus. »Master hat nach Kybele gerufen.«

»Bitte bringe uns Tee und ein paar Sandwichs«, bat er die Elfe, die mit einer weiteren Verbeugung und einem Plopp verschwand.

Hermione setzte sich in den anderen Sessel und betrachtete nachdenklich die Pergamentrollen. Sie streckte die Hand aus, um nach einer davon zu greifen, doch ein »Noch nicht!« hielt sie zurück.

Severus griff nach seinem Zauberstab und warf ein »Specialis Revelio!« über die auf dem Tisch liegenden Dinge. Nichts geschah.

»Meinst du nicht, dass es dafür ein wenig zu spät gewesen wäre?«

Das spöttische Lächeln, das er ihr daraufhin schenkte, ließ ein Prickeln ihre Wirbelsäule hinunterlaufen. Sie schüttelte es ab. Was sie jetzt benötigte, war Konzentration. Entschlossen langte sie über den Tisch und griff nach dem ersten Buch. Die dämonische Magie des Unsichtbaren. Verblüfft griff sie nach dem zweiten. Das magische Begreifen des magisch Unbegreiflichen. Es waren die einzigen beiden Bücher aus dem Geheimfach, alles andere waren Pergamentrollen. Beide Wälzer waren enorm abgegriffen, weitaus mehr als ihre eigenen.

Ein leiser Plopp unterbrach sie, als Kybele mit den gewünschten Dingen zurückkehrte. Hermione nahm lächelnd ihre Tasse Tee entgegen, um sofort einen großen Schluck des heißen Gebräus zu trinken, während Severus seine Tasse nur abstellte. Erst jetzt merkte sie, wie sehr sie dieser Tag ausgelaugt hatte. Und zum ersten Mal heute verspürte sie Hunger. Sie nahm sich eines der Sandwichs, biss hungrig hinein und kaute nachdenklich.

Kaum hatte sie den ersten Bissen hinuntergeschluckt, formulierte sie laut ihre Gedanken. »Er hat auch nur die Bücher gefunden, die wir bereits selbst besitzen, obwohl er wahrscheinlich all die Jahre viel intensiver nach Schriften zu dieser Thematik gesucht haben muss als wir. Ich vermute, dass es nichts weiter gibt, falls er nicht noch etwas anderes an irgendeiner anderen Stelle versteckt hat«, sagte sie.

Severus nickte nur geistesabwesend, was sie als Bestätigung ihrer Worte betrachtete. Dann jedoch setzte er hinzu: »Es muss noch die Artikel in Zentralfragen der Zauberkunst gegeben haben, doch vermutlich ist nichts davon erhalten. Vielleicht hat Lucius noch eine dieser alten Ausgaben.« Erst als er die Worte laut ausgesprochen hatte, begriff er, welche Dummheit er gerade begangen hatte.

Hermione saß wie zur Salzsäule erstarrt in ihrem Sessel. Allein die Erwähnung des Namens hatte für einen Augenblick den Horror von Malfoy Manor wieder an die Oberfläche gespült.

Er griff sofort nach ihrer Hand, die das angebissene Sandwich immer noch fest umklammert hielt und es dabei fast vollkommen zerdrückt hatte. »Hermione … ich weiß, du hast dort Schreckliches erlebt … pschscht, ist ja gut!« Sanft malte er kleine Kreise auf ihren Handrücken, bis er merkte, dass sie langsam in die Wirklichkeit zurückkehrte.

»Es tut mir leid«, flüsterte sie. »Ich sollte mich mehr zusammennehmen.«

Vorsichtig nahm er ihr das zerdrückte Sandwich aus der Hand und legte es auf den Tisch. »Es geht nicht darum, dass du dich zusammennimmst, Hermione. Das brauchst du nicht. Was dort geschehen ist, wird immer ein Teil von dir sein, aber du darfst dein Leben und deine Zukunft nicht davon bestimmen lassen«, sagte er eindringlich, während er ihre Hand mit seiner umschloss. »Irgendwann wirst du durch Zufall oder mit Absicht einem der drei Malfoys wieder begegnen. Vielleicht wirst du sogar eines Tages das Herrenhaus wieder betreten …«

Hermione konnte sich nicht beherrschen und schnaubte laut. »Sicher nicht!!!«

»Auch nicht, wenn ich dir sage, dass Lucius auf Malfoy Manor eine der ältesten und umfangsreichsten Privat-Bibliotheken in der magischen Welt besitzt?«, spottete er gutmütig.

Er sah, wie ihre Augen einen Moment lang aufleuchteten, um dann zu erleben, wie sie leicht mit den Schultern zuckte.

»Ich bezweifele, dass ich jemals die Gelegenheit haben werde, auch nur einen flüchtigen Blick auf seine Bücher werfen zu können.«

»Wer weiß â€¦«, antwortete Severus unbestimmt. »Komm, lass es uns hinter uns bringen.« Er deutete mit einem kurzen Kopfnicken auf die Pergamente.

»Womit fangen wir an?«, fragte sie ihn, heilfroh, sich nicht weiter mit den Malfoys oder ihrem Herrenhaus auseinandersetzen zu müssen.

»Sehen wir nach, ob wir eine chronologische Reihenfolge finden können«, meinte er.

Hermione nahm das erste Pergament, atmete tief durch und entrollte es. Das erste, was ihr ins Auge fiel, war Dumbledores Handschrift, die sie zuletzt auf dem Goldenen Schnatz gesehen hatte. Coniunctio perpetua — Was die Bücher aussagen, las sie. Sie überflog den Text zuerst nur auf der Suche nach einem Datum. Ganz unten fand sie dann eine Zeile ‘Letzte Eintragung: 6. Dezember 1981’. Dumbledore hatte die Zusammenstellung also erst fünf Tage, nachdem er den Fluch auf Severus geworfen hatte, verfasst.

Einen Moment fragte sie sich, wieviel der große Albus Dumbledore schon vorher über die Wirkungsweise dieses Fluches gewusst haben musste, um gerade diesen Zauber auszuwählen, um Severus über Jahre zu quälen. Dann jedoch zuckte sie innerlich die Schultern. Es spielte keine Rolle mehr, denn jetzt waren Severus und sie auf dem Weg, sich genau dieses Wissen anzueignen.

Sie schrieb das gerade gefundene Datum auf die Außenseite des Pergaments. Dann las sie den Text noch einmal in Ruhe, konnte allerdings keine neuen Erkenntnisse gewinnen. Was dort ansonsten noch stand, hatte sie bereits in den beiden dicken Wälzern gelesen.

Sie legte die Rolle beiseite und nahm sich die nächste vor. Das Pergament hatte keine Überschrift und so begann Hermione auf der Suche nach einem Datum zu lesen.

Heute Nacht ist der schlimmste aller meiner möglichen Alpträume Wahrheit geworden. James ist tot! Mag es für die magische Gemeinschaft auch wie ein Wunder sein, dass sein kleiner Sohn den Todesfluch überlebt hat — für mich ist es das nicht. Voldemort ist seitdem wie vom Erdboden verschluckt, und die Zaubererwelt feiert lautstark und überschwänglich seinen Tod. Aber auch wenn die magische Welt davon überzeugt zu sein scheint, dass Voldemort das Zeitliche gesegnet hat, so bin ich anderer Meinung, denn die Prophezeiung sagt etwas anderes. Tom Riddle alias Lord Voldemort wird zurückkehren — es ist nur eine Frage der Zeit. (01.11.1981)

Unter normalen Umständen hätte ich dies vermutlich niemals getan, aber die Umstände sind alles andere als normal. Ich habe vorgestern den Coniunctio perpetua auf unseren Spion geworfen. Für das Greater Good UND für mein Seelenheil. Oh Merlin — wie sehr ich ihn verabscheue. Diese übergroße Nase, diese seit Wochen ungewaschenen fettigen Haare, diese verdammte zur Schau getragene Arroganz! Und so wahr ich hier sitze — er soll leiden — er soll für James’ Tod bezahlen!!! (03.11.1981)

Endlich!!! Severus Snape ist endlich genau dort, wo er hingehört — in Azkaban. Mein Herz schmerzt, wenn ich daran denke, dass ich ihn dort wieder herausholen muss. Unglücklicherweise brauche ich ihn. In dieser hübschen kleinen Zelle nützt er weder dem Greater Good noch meinen Intentionen. So gern ich es auch möchte, ich darf ihn nicht dort verrotten lassen. Er ist und bleibt mein einziger Zugang zu Tom. (06.11.1981)

Er scheint neuerdings besser zu schlafen. Das kann nur bedeuten, dass seine Alpträume schwächer werden. Kein gutes Zeichen. Da ich mit dem Fluch bezweckt habe, diese Alpträume fortbestehen zu lassen, muss ich davon ausgehen, dass die Wirkung des Fluches sich abschwächt, obwohl ich dies aufgrund der schriftlichen Darlegungen in den Büchern eigentlich nicht für möglich gehalten hätte und immer noch anzweifele. Merlin verhüte — das werde ich auf keinen Fall zulassen. Ich werde dich lehren, dich aus der Verantwortung zu winden, du Slytherin-Schlange! (11.02.1982)


Ich bin mir inzwischen ziemlich sicher, dass ich mich damals geirrt haben muss. Die Intensität des Fluches hat nicht nachgelassen, so dass ich volle Kontrolle über seine Handlungen und Gefühle habe. Es hat mich nicht allzu viel Willenskraft gekostet, dafür zu sorgen, dass seine Alpträume ihm weiterhin das Leben vergällen. Die dunklen Ringe unter seinen Augen entschädigen mich für die vielen Stunden geopferten Schlafes. Auch wenn es sich als falscher Alarm herausgestellt hat — ich werde meine Experimente weiterführen. (02. September 1982)

Der Fluch ist stärker als du, Severus. — Nicht nur einmal habe ich in seinen Augen den Schmerz über Harry Potters Feindseligkeit gesehen, wenn er glaubte, niemand würde es bemerken. Er scheint ihn immer noch als den kleinen Jungen zu sehen, den er damals aus den Trümmern des zerstörten Cottages gerettet hat. Was für eine Ironie des Schicksals. (17. November 1991)

Tom ist zurückgekehrt!!! (15. Mai 1992)

Er spricht Parsel! (17. Dezember 1992)

Severus ist regelrecht renitent, wenn die Sprache auf Remus Lupin kommt, der dieses Jahr Verteidigung unterrichten wird. Das Dunkle Mal an Severus’ Unterarm ist immer noch blässlich, doch meines Erachtens hat es sich bereits leicht verändert. Kein gutes Zeichen, aber nichts, was ich nicht erwartet hätte. Es war immer nur eine Frage der Zeit. (24. August 1993)

Diesen versteinerten Gesichtsausdruck werde ich niemals vergessen, genausowenig wie seine zynischen Worte, nachdem auch noch Sirius Black durch Harry Potter höchstpersönlich von dem Vorwurf entlastet wurde, die Potters an Tom Riddle verraten zu haben. Kein Orden des Merlin, mein Junge! (17. Juni 1994)

Dieses Mal irre ich mich gewiss nicht. Ich habe seit einiger Zeit wieder den Eindruck, dass die Wirksamkeit des Fluches schwindet, obwohl dies eigentlich nicht möglich sein sollte. Besonders die Begegnungen zwischen Snape und Sirius nach Weihnachten am Grimmauldplatz und auch bei den anderen Ordenstreffen, die für den jungen Black immer inakzeptabler werden, geben mir zu denken. Oh, nein, du wirst dich nicht aus der Verantwortung stehlen! Ich muss etwas unternehmen, bevor der Einfluss gänzlich verebbt. (9. Januar 1996)

Eine Möglichkeit, warum die Effektivität des Fluches nachgelassen haben könnte, besteht vielleicht darin, dass die Veränderung auf den Wechsel der Trägerschaft zurückzuführen ist. Je länger ich darüber nachdenke, umso wahrscheinlicher erscheint mir dies. Nach einer mehrwöchigen Beobachtung ist mir aufgefallen, dass Miss Grangers Verhalten gegenüber Severus nicht ganz dem entspricht, was ich mir damals versprochen habe und gewünscht hätte. Weiß Merlin warum, aber sie hat nicht genügend negative Gefühle für ihn, obwohl sie jede Veranlassung dafür hätte. Inzwischen bin ich mir relativ sicher, dass ich meine damalige Entscheidung ernsthaft in Zweifel ziehen muss. (27. Februar 1996)

Meine Unzufriedenheit mit Miss Granger erreicht immer größere Dimensionen. Ich wünschte mir, ich könnte die Übertragung rückgängig machen, obwohl ich dann nach einer anderen geeigneten Person suchen müsste, die ich mit dieser Aufgabe betrauen kann, ohne dass sie davon weiß. Leider ist dies vermutlich jedoch ein auswegloses Unterfangen. Nur Harry Potter verabscheut ihn mit gleicher Inbrunst wie ich. Trotzdem ist es an der Zeit, dem entgegenzuwirken, was dieses dumme Mädchen unbewusst auslöst. Nach eingehenden Überlegungen sehe ich mich gezwungen, meine früheren Forschungen noch intensiver weiterzuführen. (15. März 1996)

Mein schier übermächtiges Verlangen, noch einmal meine Mutter Kendra und meine geliebte Schwester Ariana um mich zu haben, um sie um Vergebung anzuflehen, hat meinen Verstand umnebelt und ausgeschaltet. Ich habe blindlings und völlig selbstvergessen, ohne jede Vorsichtsmaßnahme, den Ring mit dem Horkrux an den Finger gesteckt, um die magische Kraft des Steines für mein Begehren auszunutzen. Nun zahle ich einen hohen Preis dafür. Wenn ich nicht innerhalb der nächsten Stunden das Zeitliche segnen will, bin ich bis zu meinem unausweichlichen Ende ausgerechnet auf die Unterstützung und das von mir verachtete unerschöpflichen Wissen über Dunkle Magie des Mannes angewiesen, von dem ich auf keinen Fall jemals abhängig sein wollte. Doch gerade ihm ist es gelungen, Toms Fluch in meiner Hand einzukapseln, so dass dieser sich die nächsten Monate vermutlich nur langsam ausbreiten kann. Unser Spion hat mir etwa ein Jahr Lebenszeit gekauft und sich dafür verbürgt, dass ich nicht unter Qualen dahinsiechen werde. Doch der Gedanke daran, dass ich ihm damit auf Gedeih und Verderb ausgeliefert bin … (4. Juli 1996))


Er weigert sich, mich zu töten!!! Nicht aus Angst um seine Seele, nein, er ist nicht bereit, seinen einzigen Freund zu töten. Freund! — Ich war niemals sein … Freund. Seit Jahren lasse ich ihn wie eine Marionette qualvoll an Fäden tanzen, und er nennt mich Freund! Ich bin außer mir vor Zorn! Wie kann er das Feindbild zerstören wollen, das mich all die Jahre in meinem Verhalten ihm gegenüber bestärkt hat? Wie kann er es wagen, meine Sicht der Dinge zerstören zu wollen? (1. März 1997)

Ich weiß, das Ende der Welt, wie wir sie kannten, ist nah. Mir bleiben wohl nur noch wenige Tage zu leben. Wie auch immer dieser Kampf enden, welche Seite auch immer gewinnen wird, es ist für mich an der Zeit, Bilanz zu ziehen. Seit einigen Monaten beobachte ich Severus und die Welt um mich herum mit anderen Augen. Unsere Auseinandersetzung Ende Februar hat mich zum Nachdenken gebracht und einige Dinge der Vergangenheit in Zweifel ziehen lassen. Könnte es möglich sein, dass ich mich in ihm geirrt habe? Waren meine Zweifel an seiner Person und Motivation berechtigt? Habe ich all die Jahre einen nicht wiedergutzumachenden Fehler begangen? Habe ich… Unrecht… einem Mann gegenüber begangen, den ich habe leiden sehen wollen? Nein, ich kann einfach nicht glauben, dass ich mich dermaßen geirrt haben soll. Auch wenn ich jetzt die Möglichkeit habe, meinen Ursprungsfluch aufzuheben, so dass Miss Granger niemals in die Verlegenheit kommen würde, den Fluch aufrecht erhalten zu müssen — ich kann mich nicht dazu durchringen. (6. Juni 1997)


Als Hermione von dem Pergament aufsah, waren ihre Augen blicklos und sie brachte keinen Ton heraus. Längst hatte sie aus ihren Gedanken verdrängt, dass sie eigentlich nur auf der Suche nach einer Datierung für die Pergamentrolle gewesen war, ganz zu schweigen von ihrem zweiten angebissenen Sandwich, das vergessen neben ihr auf dem Tisch lag. Auch der Tee in ihrer Tasse war kalt geworden, doch sie verschwendete keinen Gedanken daran.

Was sie hier in den Händen hielt, verschlug ihr förmlich die Sprache. Dies war eine über viele Jahre hinweg geführte lose Zusammenstellung von Gefühlen und Gedanken des alten Schulleiters zu Geschehnissen aus der Vergangenheit und gab einen tiefen Einblick in Dumbledores Denkweise. Sie war geprägt von äußerst negativen Emotionen Severus gegenüber, die sich allerdings kurz vor seinem Tod anscheinend zu verändern begonnen hatten, als er erstmals begann, seine Sichtweise der Dinge in Zweifel zu ziehen, auch wenn er sich kurz vor seinem Tod erneut gegen Severus entschieden hatte.

Während Hermiones gesamter Schulzeit in Hogwarts hatte Dumbledore für sie auf einem Podest gestanden, als ihr Vorbild, als Inbegriff für Gerechtigkeit und Menschenfreundlichkeit. Doch er war nicht Der-nette-Großvater-Typ, den er zu sein vorgegeben hatte. Knallhart, ohne Skrupel, hatte er sein späteres Leben nur auf ein einziges Ziel ausgerichtet: Die Vernichtung Voldemorts um jeden Preis. Dabei war es ihm vollkommen gleichgültig gewesen, wer im Verlaufe des Kampfes oder durch seine Manipulationen zu Schaden kam oder gar auf der Strecke blieb. In der Muggel-Welt nannte man so etwas wohl das billigende Inkaufnehmen von Kollateralschäden.

Im ersten Moment hatte sie das Bedürfnis, diese Rolle einfach verschwinden zu lassen, um Severus das ganze Ausmaß der Wahrheit zu ersparen. Doch ihre Vernunft siegte über ihren Beschützerinstinkt. Er hatte ein Recht darauf zu lesen, wie extrem Dumbledores Ansichten und wie brutal seine Handlungen gegen ihn gewesen waren. Und nicht nur das. Sie konnte sich vorstellen, dass Severus inzwischen — wie sie selbst auch — eine sehr eigene Vorstellung davon hatte, wie Dumbledore in Wirklichkeit gewesen war.

Hermione schloss für einen Moment gequält ihre Augen. »Severus …«, sagte sie dann mit sich immer noch ringend, »â€¦ hier ist etwas, was du lesen solltest.« Langsam schob sie ihm das zusammengerollte Pergament hinüber. Er sah, wie sie den kalten Tee in ihrer Tasse verschwinden ließ und sich eine neue Tasse eingoss, von der sie mit kleinen Schlucken sofort trank.

Severus hatte sehen können, dass es ihr nicht leicht fiel, ihm die Rolle zu geben. Sie hatte so merkwürdig gezögert, und das war normalerweise nicht ihre Art. Er machte sich auf das Schlimmste gefasst und begann zu lesen.

Kurze Zeit später fühlte er sich so, als würde er innerlich durch eine in Eiseskälte erstarrte Welt irren. Er war allein — um ihn herum war nichts außer Dunkelheit und Kälte. Severus hatte bis vor wenigen Stunden ernsthaft geglaubt, nach so vielen Jahren voller psychischer und physischer Tortur das Vertrauen seines alten Schulleiters errungen zu haben, in ihm einen Mentor und Freund gefunden zu haben. Nach Dumbledores Aussage in der Anhörung hatte er mit Vielem gerechnet, aber nichts hatte ihn auf die darauf folgende Auseinandersetzung oder dieses Pergament vorbereiten können.

Der heutige Tag hatte ihn in einen tiefen Abgrund stürzen lassen, so weit es Albus Dumbledore betraf. Severus hatte nicht einmal in seinen schlimmsten Alpträumen geglaubt, wie brutal dieser Mann handeln konnte, wie weit er gegangen war. Wie sehr musste Dumbledore ihn gehasst haben, wenn er dies alles über viele Jahre geplant und erbarmungslos durchgezogen hatte. Jetzt hielt er die Bestätigung dafür schwarz auf weiß in den Händen.

Hermione beobachtete besorgt, wie Severus’ Gesicht mit jedem Wort, das er las, immer bleicher wurde. Er hatte weder eines der Sandwiches noch seinen Tee angerührt, starrte stattdessen — ohne Hermione wahrzunehmen — auf die Pergamentrolle in seiner Hand, die er gerade gelesen hatte. Irgendetwas an seiner Körpersprache sagte ihr, dass er nicht nachdachte, sondern in seiner dunklen Welt gefangen war, einer Welt, die sie aus ihren eigenen Alpträumen viel zu gut kannte. Ohne darüber nachzudenken, stand sie auf, lief zu ihm hinüber und schlang sanft die Arme um ihn.

Plötzlich fühlte er, wie Wärme ihn wie in einem Kokon umhüllte und die Dunkelheit hellem Licht wich. Als er den Blick hob, kniete Hermione vor ihm und hatte die Arme um ihn gelegt. Sie war der Kokon, den er gespürt, der ihn mit Wärme und Licht umfangen hatte und immer noch umfing.

»Severus …?«, flüsterte Hermione unsicher. Sie erkannte in seinen Augen tiefen Schmerz und eine innere Leere und wünschte sich nichts mehr, als beides daraus vertreiben zu können.

»Wie konnte ich mich über all die Jahre derartig in einem Menschen täuschen?«, fragte er so leise, dass sie ihn kaum verstand. »Gerade ich …?!«

»Er war ein Meister der Manipulation, Severus«, antwortete Hermione fast ebenso leise. »Niemand von uns hätte dies geglaubt, schon gar nicht zu seinen Lebzeiten. Uns Schülern zeigte er sich als ein Der-nette-Großvater-Typ, mit einer komischen Vorliebe für Zitronenbonbons und purpurfarbene bodenlange Mäntel, der so offensichtlich jeden und alles liebte, der gar nicht dazu fähig zu sein schien, wissentlich und vorsätzlich einen anderen Menschen oder überhaupt irgendein anderes lebendes Wesen zu verletzen.« Sie strich vorsichtig mit einem Finger eine vorwitzige Haarsträhne aus seinem Gesicht.

Severus betrachtete sie eindringlich. »Aber es muss euch doch bewusst gewesen sein, dass ihr es mit einem der mächtigsten Zauberer dieses Jahrhunderts zu tun hattet?«

Ihr Blick war unfokussiert in die Ferne gerichtet. »Mir war dies am Anfang nicht wirklich bewusst, Severus. Du darfst nicht vergessen, dass ich nicht in dieser Welt aufgewachsen bin. Bis zu meinem elften Lebensjahr hatte ich nicht einmal eine Ahnung von deren Existenz …«

Sie fuhr sich mit der Hand durch ihre widerspenstige Mähne. »Nach unserem Abenteuer im Verbotenen Wald in unserem ersten Jahr und Harrys erster Begegnung mit Voldemorts Nicht-Existenz bekam ich einen kleinen Einblick. Doch erst nach und nach verstand ich, wie weit Dumbledores Macht ging. Ich glaubte an ihn und alles, wofür er stand — zumindest bis … bis mir bewusst wurde, dass er seinen eigenen Tod auf Kosten eines anderen Mannes inszeniert hatte. Das war der Punkt, an dem ich an ihm und seinen Motiven erstmals zu zweifeln begann.«

So ernst ihre Worte auch gemeint waren, plötzlich lächelte sie verschmitzt. »Aber dann, nun ja — umsonst landet niemand mit seinem Bild auf einer Schokofrosch-Karte.«

Er lachte laut auf, was sie erst staunen ließ und dann glücklich machte. Sie hatte ihn noch nie lachen gehört, auch nicht, wenn sie mit ihm allein gewesen war, und es klang wunderbar in ihren Ohren. Selbst die dunklen Wolken um seine Stirn schienen durch eine einzige Bemerkung wenigstens für kurze Zeit verschwunden zu sein.

Doch der Ernst kehrte schneller zurück, als sie gehofft hatte, kaum hatte sie sich wieder in ihren Sessel gesetzt.

»Hier, das dürfte gerade dich besonders interessieren.« Damit reichte Severus ihr die Pergamentrolle, die er als erstes gelesen hatte.

Hermiones Augen weiteten sich, als sie die Rolle öffnete und die Überschrift las. »Das ist …«

»Lies!«, befahl Severus mit seiner besten Unterrichts-Stimme und sie gehorchte automatisch.

Veränderung der Trägerschaft

Meine Gedanken drehen sich seit Monaten in tiefer Sorge im Kreis. Ich muss die Möglichkeit ins Auge fassen, dass ich zu irgendeinem Zeitpunkt in der näheren oder ferneren Zukunft bei einer Attacke von Tom Riddle verletzt oder sogar getötet werden könnte. Das Ministerium, und ganz besonders Millicent Bagnold, unsere geschätzte Zaubereiministerin, behaupten zwar mit Inbrunst, ‘Er, dessen Name nicht genannt werden darf’ — Wann werden sie endlich lernen, dass eine Bedrohung nur größer wird, wenn man sie nicht benennt?— wäre für immer verschwunden, doch meiner Meinung nach ist dies eine reine Schutzbehauptung, um die magische Welt weiterhin — wie schon so viele Jahre — bewusst in trügerische Sicherheit zu wiegen.

Für den Fall meines Todes gäbe es in dieser Hinsicht eigentlich nur eine Alternative: Den Fluch auf eine andere Person zu übertragen, die mein Werk in meinem Sinne, für das Greater Good, weiterführt, die Severus Snape weiterhin unter Druck setzt und niemals vergessen lässt, wie groß seine Schuld ist. Es muss sich dabei um eine Person handeln, die zwar seine Fähigkeiten als Meister der Zaubertränke anerkennt, die ansonsten allerdings seine Person ablehnt. Im Moment sehe ich jedoch niemanden in meinem Umfeld, dem ich diese Last aufbürden könnte oder der mir geeignet erscheint und die Bedingungen erfüllt. Trotzdem werde ich meine bisherigen Forschungen nach einem Gegenfluch für den Coniunctio perpetua weiter vorantreiben und auf die Suche nach einem Zauber zur Übertragung der Trägerschaft des Ursprungsfluches ausweiten. Dies ist eine weitere Herausforderung, der ich mich mit Freude stellen werde. (14. August 1986)

Nach fast zweijähriger vergeblicher Forschungsarbeit habe ich endlich einen Zauber erarbeitet, der es mir gestattet, die Trägerschaft des Fluches ohne ihr Wissen auf eine andere Person zu übertragen. Ich muss ihn jedoch noch weiter entwickeln, weil es nicht möglich sein wird, die Trägerschaft für den Fluch direkt im Augenblick meines Todes auf eine ausgewählte Person zu übertragen, da er oder sie in diesem Moment anwesend sein müsste, was mutmaßlich relativ unwahrscheinlich sein wird. Ansonsten könnte sie willkürlich auf irgendjemanden überspringen, was selbstredend nicht meinem Wunsch entspricht. Aus diesem Grund bleibt mir nur die Alternative, sie noch zu meinen Lebzeiten weiterzugeben. (5. April 1988)

Der Durchbruch ist geschafft! Endlich hat sich meine mühselige Suche ausgezahlt. Ich habe einen Zauberspruch entwickelt, der sich für meine Zwecke eignet. Damit wird es mir möglich sein, zu meinen Lebzeiten die Trägerschaft des Fluches auf eine Person meiner Wahl zu übertragen, sie aber erst bei meinem Tode wirksam werden zu lassen. Ich werde ihn nicht schriftlich niederlegen — zu gefährlich, falls irgendjemand eines Tages trotz aller Bemühungen meinerseits dieses Versteck finden sollte. Nun brauche ich nur noch die passende Person, auf die ich den Fluch übertragen kann. (13. Januar 1989)

Die Schachfiguren bewegen sich wieder. Auf zum nächsten Akt, das Spiel kann beginnen. Harry Potter hat sein erstes Jahr in Hogwarts in Angriff genommen. Nun wird das Ende der Ära Voldemort nur noch eine Frage der Zeit sein. Wie ich inständig gehofft hatte, haben einige wenige geschickt gewählte Worte unseres Tränkemeisters — Ich bin stolz darauf, betonen zu dürfen, diese wurden von mir inspiriert — ein wie auch immer gelagertes unbelastetes Verhältnis zwischen Potter und Snape bereits von der ersten Zaubertränke-Stunde an im Keim erstickt. Unser Spion hat ganze Arbeit geleistet, auch wenn es zunächst einiges an Überredungskunst gefordert hat, ihn von der Notwendigkeit zu überzeugen, zwischen ihm und dem Jungen Zwietracht zu säen. Sentimentaler Slytherin-Narr, der er ist! Diese beiden werden niemals einen vorurteilsfreien oder gar ungezwungenen Umgang miteinander entwickeln. Meine Wahl für die Trägerschaft des Fluches wird vermutlich auf Potter fallen können, allerdings möchte ich die beiden Kontrahenten noch eine Weile beobachten. (24. Oktober 1991)

Potters Narbe macht mir Sorgen. Irgendetwas daran ist anders als bei ‘normalen’ Fluchnarben. Doch bis jetzt kann ich keine Erklärung dafür finden, was mich außerordentlich beunruhigt. (4. Oktober 1992)

Diese Narbe scheint eine Art von magischer Verbindung zu sein. Sehr merkwürdig. Was, wenn … Nein, das kann nicht sein! — Ich bin mir meiner Absicht, die Trägerschaft des Fluches auf Harry Potter zu übertragen, nicht mehr ganz so sicher. (06. April 1993)

Was bisher nur eine Grauen erregende Spekulation war, scheint nun die einzig rationale Erklärung zu sein. Das Tagebuch hat sein und Toms Geheimnis enthüllt. Tom Riddle muss auf irgendeine, mir nicht erklärliche Art und Weise, in den Besitz des Wissens um Horkruxe gelangt sein. Merlin — Harry Potter, ein möglicherweise unbeabsichtigter Horkrux Voldemorts!!! Mein Plan, die Trägerschaft des Fluches auf Harry Potter zu übertragen, ist damit endgültig gescheitert. (18. Juli 1993)

Ich habe mich nach reiflicher Überlegung endlich durchgerungen und mich für den neuen Träger des Fluches entschieden! Da Harry Potter trotz seiner beständigen Feindseligkeit und Aversion gegen Snape aufgrund seiner Horkrux-Verbindung mit Tom ungeeignet ist, habe ich Hermione Granger ausgewählt und werde die Trägerschaft auf sie übertragen. Nun brauche ich nur noch auf eine geeignete Gelegenheit zu warten. (28. Januar 1994)

Ich habe es geschafft! (13. Juni 1994)


Hermione keuchte laut auf, als sie das Ende erreichte, was Severus dazu veranlasste, den Kopf zu heben und sie mit hochgezogener Augenbraue anzusehen. »Was ist?«

Sie blickte ungläubig auf das Pergament in ihrer Hand, die zu zittern begonnen hatte. »Wie konnte er es wagen! Er hat schon seit Mitte 1993 vermutet und befürchtet, dass Voldemort bei seinem Versuch, Harry zu töten, ihn zu einem Horkrux gemacht haben muss. Und er hat bis über seinen Tod hinaus — fast bis zur letzten Sekunde — darüber geschwiegen!«

Severus nickte nur. »Das war ein Teil seiner Politik. Jeder erfährt nur ein Häppchen an Informationen, gerade soviel, dass er seine ihm zugedachte Aufgabe erfüllen kann, wenn möglich ohne dabei umzukommen — wenn alles nach seinem Plan lief.«

»Ha! Das habe ich bei Harry zur Genüge erlebt! Wie machtbesessen muss man sein, um so zu denken und zu handeln?!« Tiefe Empörung schwang in Hermiones Stimme mit.

Doch Severus wiegte nur nachdenklich seinen Kopf. »Ich glaube nicht, dass Albus Dumbledore machtbesessen war, Hermione. Meines Erachtens ging er davon aus, dass niemand außer ihm selbst in der Lage sein würde, Voldemort vollkommen zu durchschauen, seine Schritte nachzuvollziehen und ihn zum Schluss mit seinen eigenen Waffen zu schlagen und für immer zu vernichten. Nicht vom Streben nach Macht war er besessen, sondern danach, ein für ihn als unumgänglich eingestuftes gestecktes Ziel zu erreichen.«

»Also nicht nur machtbesessen, sondern auch noch überheblich!«, konterte Hermione bitter.

Severus’ unwirscher Blick zeigte, was er von ihrer Unbelehrbarkeit und Starrköpfigkeit hielt. Obwohl er neben Harry derjenige war, der von Dumbledores Manipulationen am meisten betroffen gewesen war, schien Severus ihn sogar noch verteidigen zu wollen, wie Hermione glaubte, aus seinen Worten heraushören zu können.

Völlig ungläubig starrte sie ihn an. »Wie kannst du ihn — nach allem, was er gerade dir angetan hat — auch noch in Schutz nehmen?«

»Das will ich nicht, Hermione«, Severus klang müde. »Allerdings kenne ich ihn länger als du. Ich bin davon überzeugt, dass er damals, während seiner Zeit mit Grindelwald, nach Macht und Einflussnahme — ja, vielleicht sogar nach der Weltherrschaft der Zauberer über Muggel — strebte. Nach dem Tod seiner Schwester und nachdem er erkannte, welche Ziele Grindelwald wirklich verfolgte, schlug dies jedoch meines Erachtens sogar ins Gegenteil um. Er hatte aus seinem Fehler wirklich gelernt und war sein gesamtes Leben lang bemüht, ihn auf seine Weise wiedergutzumachen.«

»Du hast Skeeters Skandal-Enthüllungs-Biographie gelesen??? Dieses Schandmaul eines Revolverblatt-Schmierfinks, die sich selbst Reporterin nennt???« Hermione konnte es kaum glauben. Fassungslos starrte sie ihn an.

»Merlin, Hermione, wo hast du diese Ausdrücke her? Du hast wirklich nichts für sie übrig, oder?« Er kannte Rita Skeeter nicht persönlich, aber die letzten Artikel, die sie über ihn verfasst hatte, ließen ihn innerlich immer noch verärgert schnauben.

»Ich kann kaum glauben, dass du bei deinem Verschleiß an Büchern dir diese ‘Biographie’ entgehen lassen hast.« Ein ironisches Lächeln spielte um seine Mundwinkel.

Hermione wurde rot. »Na ja … was soll ich sagen … hab’ ich auch nicht …«, gab sie widerstrebend zu. »Sie lag dort einfach so herum …«

Er mustert sie kritisch. »Kann es sein, dass an der Geschichte, die man sich über Skeeter und dich erzählt, ein Körnchen Wahrheit ist?«, fragte er dann mit hochgezogener Augenbraue.

Hermione hielt seinem Blick ohne weiteres stand. »Wenn du damit meinst, ob ich sie erpresst habe? — Ja.«

Severus schüttelte resignierend den Kopf und wandte seine Aufmerksamkeit dann der letzten Pergamentrolle zu. Irgendetwas ließ ihn kurzzeitig zögern, bis er sich selbst zur Ordnung rief. Als er sie öffnete, erstarrte er jedoch mitten in der Bewegung. Was bei einem erneut ausgeführten Fluch zu erwarten ist, lautete die Überschrift, die ihn so sehr erschauern ließ, dass sich die kleinen Härchen an seinen Armen und im Nacken aufstellten.

13.02.1982
Ausschlaggebend für die Wirkung des Fluches ist nach Aussage der Bücher unbestreitbar allein die Motivation. Trotz aller Bemühungen kann ich bei meinen zukünftigen Versuchen nicht davon ausgehen, dass ich beim zweiten Werfen des Fluches genau dieselbe Nuance meiner damaligen Motivation treffen werde, aber ich bin sicher, dass ich mehr als nur das Grundthema des ersten Fluches wieder herstellen kann.

Aufgrund meiner bisherigen Überlegungen bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass in der Theorie vier verschiedene Möglichkeiten existieren:
1) Beide Zauber potenzieren sich, ähnlich wie bei
Cruciatus-Flüchen.
2) Beide Zauber heben einander gegenseitig auf.
3) Der zweite Zauber hebt den ersten auf und wirkt nun allein.
4) Beide Zauber wirken unabhängig voneinander.

Zur Überprüfung dieser theoretischen Möglichkeiten habe ich für meine Experimente zwanzig Gartengnome ausgewählt, auf die ich heute Morgen jeweils einen
Coniunctio perpetua geworfen habe.

21.05.1983
Über ein Jahr lang habe ich meine Experimente nun schon weitergeführt, da die Ergebnisse meiner Testreihen für meine Bestrebungen und Ziele niederschmetternd waren und ich immer noch hoffte, durch eine weitere verzweifelte Suche nach einer anderen Möglichkeit zu positiven Ergebnissen zu kommen. Doch diese Hoffnung war trügerisch und letztendlich vergebens.

Alle von mir durchgeführten Experimente nahmen einen Verlauf, mit dem ich in dieser Form zwar als einer eventuellen Möglichkeit gerechnet hatte, von dem ich jedoch inständig hoffte, dass gerade dieser sich nicht als zutreffend herausstellen würde.

Die als Grundlage für den Test geworfenen Zauber zeigten vom ersten Moment an bei allen Gnomen ihre vorher einkalkulierten und in den Büchern beschriebenen Folgen.

Auch einen zweiten Fluch zu werfen, erwies sich nicht als Problem. So euphorisch danach die ersten Stunden der ersten Testreihe für mich auch verliefen, als meine Beobachtungen an den Versuchswesen sofort bestätigten, dass sich der Fluch wie gewünscht potenziert hatte, umso beklagenswerter waren die Ergebnisse, nachdem ich eine genauere Untersuchung des Verhaltens der Gnome und der internen Abläufe in beiden Zaubern anstellte. Der Effekt der Potenzierung hielt für knapp sechs Stunden an, bevor eine Entwicklung eintrat, die ich in dieser Form überhaupt nicht vorausgeahnt hatte.

Zu meiner großen Bestürzung musste ich erleben, wie der zweite Fluch wenige Augenblicke nach dem Werfen damit begann, die negativen Folgen des ersten Fluches zu beseitigen, so dass nur das Wenige an positiven Wirkungen erhalten blieb, die der erste Fluch von vornherein unbewusst in sich trug. Diese positiven Wirkungen wurden dann paradoxerweise auf ein Vielfaches potenziert. Am dritten Tag löste der zweite Fluch langsam, jedoch stetig und unaufhaltbar, den ersten Fluch vollkommen auf und kehrte selbst auf das normale Maß zurück.

In meiner verständlichen Verzweiflung habe ich diese Experimente immer und immer wieder ablaufen lassen. Jeder meiner Versuche, den Fluch zu potenzieren, schlug auf die gleiche Art und Weise fehl. Mittlerweile muss ich — so schmerzhaft dies auch ist — meine Niederlage eingestehen.

03. Juni 1983
Wenn ich ehrlich bin, hat die Komplexität dieses Fluches mich dermaßen in ihren Bann gezogen, dass ich mich entschlossen habe, meine Forschungen trotz aller Rückschläge in der ursprünglichen Problematik fortzusetzen. Ich habe mir nun jedoch eine neue Herausforderung gestellt: Nach einer Möglichkeit zu suchen, den Fluch aufzuheben — was nichts anderes bedeutet, als dafür einen neuen Zauberspruch zu entwickeln.

Bei einer aus reiner Neugierde an meinen Gartengnomen durchgeführten Überprüfung stellte ich fest, als ich den entsprechenden Zauber warf, dass merkwürdigerweise die magischen Tätowierungen beider Zauber weiterhin sichtbar geblieben waren. Auch damit hatte ich nach dem Verlauf des Experiments nicht gerechnet.

30. Juli 1984
Inzwischen habe ich auch eine logische Erklärung für die Geschehnisse gefunden. Jede noch so minimale Abweichung der Motivation beim Werfen des zweiten Zauberspruches gegenüber dem Ausgangsfluch führt dazu, dass es sich um zwei unterschiedlich wirkende Flüche handelt. Da es für niemanden möglich ist, die Motivation des ersten Fluches bis auf das i-Tüpfelchen zu wiederholen, werden es
[/b]immer [b]zwei Flüche sein.

16. März 1996
Ich habe heute meine alten Experimente wieder aufgenommen, die ich sporadisch über all die Jahre hinweg weitergeführt hatte. In all den Jahren zuvor habe ich keine Möglichkeit gefunden, den Fluch selbst oder auch nur den Übertragungsfluch aufzuheben, aber nach all den negativen Beobachtungen der letzten Tage werde ich nun meine Anstrengungen intensivieren müssen.

Ich setze meine gesamte Hoffnung auf diese für mich letzte Möglichkeit, ein Mittel zu finden, um Severus Snape bis zum Ende weiterhin unter Kontrolle zu halten. Nach all den Jahren des Kampfes für das Greater Good kann ich es nicht zulassen, dass unser verdeckt für den Phönix-Orden im Inneren Zirkel Voldemorts wirkender Spion strauchelt.

12. Juni 1996
In den letzten drei Monaten habe ich zur Überprüfung meiner Theorien meine alten Experimente mit Gartengnomen weitergeführt. Wie schon in den Jahren zuvor habe ich dafür mehrere Versuchsreihen an zwanzig Gartengnomen zugrunde gelegt. Die Ergebnisse jedoch waren wie bereits ihre Vorgänger für meine Bestrebungen und Ziele niederschmetternd.

In meiner verständlichen Verzweiflung habe ich meine neuen Experimente drei weitere Male wiederholt. Jeder meiner Versuche, den Ursprungsfluch oder auch nur den Übertragungsfluch zu löschen, schlug auf die gleiche Art und Weise fehl. Mittlerweile muss ich meine Niederlage eingestehen. Es gibt keine Möglichkeit von meiner Seite aus, Severus Snape weiterhin auf die Seite des Lichts zu zwingen. Zumindest nicht, ohne Miss Granger als gegenwärtigen Träger des Fluchs in diesen Teil meines Planes einzuweihen. Allerdings befürchte ich in diesem Fall, dass die junge Dame versuchen würde, mich umgehend ins nächste Jahrtausend zu hexen, sobald sie erfährt, was ich getan habe.

Nach meiner — hoffentlich erfolgsgekrönten — Rückkehr vom Haus der Gaunts werde ich meine Experimente fortsetzen.

20. November 1996
Meine Forschungen neigen sich dem Ende zu. Ich habe die Versuchsreihen abgewandelt und völlig neue Wege beschritten. Zum ersten Mal seit vielen Jahren glaube ich, einen Durchbruch erzielen zu können Ich fühle mich enthusiastisch, ja geradezu ekstatisch wie damals, als ich nach meinem Duell gegen Gellert zum ersten Mal den Elderstab in meinen Händen spüren durfte.

19. Januar 1997
Ich habe in den letzten Wochen solch tiefe Einblicke in die Wirkungsweise des Coniunctio perpetua erhalten wie noch kein anderer Zauberer in der Geschichte vor mir. Mein Gefühl hat mich nicht getrogen. Inzwischen kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass ich einen entscheidenden Durchbruch erzielt habe. Es hat sich gelohnt, die Forschungen an diesem Fluch fortzuführen, wenn auch die Ergebnisse für meine Zwecke nicht einsetzbar sind und die Nachwelt vermutlich niemals davon erfahren wird, da meine verbleibende Lebenszeit für eine notwendige ausführliche Beweisführung, die für eine Veröffentlichung unerlässlich ist, nicht ausreicht.

Da ich davon überzeugt bin, dass diese Früchte meiner Arbeit nachfolgenden Generationen irgendwann zugänglich gemacht werden sollten, werde ich meine Erinnerungen in einer Phiole verkorken. Sicherlich werde ich dafür den richtigen Platz finden, eine Stelle, bei der niemand vermuten würde, dass sie ein Geheimnis verbirgt. Dieses Geheimnis werde ich mit ins Grab nehmen, doch solange auch nur eines meiner Portraits existiert, wird es nicht verloren gehen.

Niemals zuvor war ich auf eines meiner unzähligen Forschungsergebnisse dermaßen stolz, nicht einmal damals, als ich den zwölf Anwendungen von Drachenblut auf die Spur kam. Jetzt jedoch zum Wesentlichen: Es ist mir nach all diesen Jahren endlich gelungen, eine Möglichkeit zu finden, den Ursprungsfluch Coniunctio perpetua mit einem Gegenfluch zu kontern, ihn damit vollkommen aufzuheben.

8. April 1997
Fast ein Jahr ist seit meinen in mancher Hinsicht gescheiterten und in anderer Hinsicht gelungenen Experimenten vergangen. Alle Gnome sind in ihr ursprüngliches und für sie normales Verhalten zurückgefallen. Von den beiden geworfenen Flüchen sind keine Rückstände zurückgeblieben.


Mit einem lauten Schnauben warf Severus die Pergamentrolle auf den Tisch. »Er hat uns selbst jetzt noch belogen!« Müde strich er sich das Haar aus dem Gesicht.

»Was meinst du damit?«, fragte Hermione argwöhnisch.

Er reichte ihr die Rolle hinüber. »Albus wusste ganz genau, wie der zweite Fluch wirkt! Lies.«

Hermione keuchte auf, als sie die Rolle öffnete. »Merlin! Er hat … mit dem Fluch … experimentiert!?!« Völlig fassungslos und mit immer größer werdenden Augen las sie die letzte Bemerkung Dumbledores über die Tätowierung. »Also doch! Langsam begreife ich …«

»Was begreifst du?« Severus hatte seine Augenbraue fast bis zum Haaransatz hochgezogen.

»Erinnerst du dich an den Abend, als wir diesen Zauber zur Offenbarung der Tätowierung geworfen haben?« Verlegen schaute Hermione zu Severus hinüber, der bestätigend nickte. Sie zögerte einen Moment, bevor sie weitersprach. »Ich … ich habe im Bad nachher in den Spiegel gesehen. Und da war etwas Merkwürdiges.«

»Typisch Gryffindor!«, hörte Hermione ihn murmeln. Inzwischen jedoch hatte sie ihn lange genug beobachtet und seine Reaktionen erkundet, um zu sehen, dass in seinen Augen irgendeine Art von Erkenntnis aufleuchtete.

»Neugierde scheint keine Eigenschaft zu sein, die Gryffindors vorbehalten ist«, schoss sie ins Blaue hinein. Sie vermutete, dass Severus damals ebenfalls nicht hatte widerstehen können, einen Blick in den Spiegel zu werfen.

»Du hast recht«, gab er widerstrebend zu. »Aber bei Slytherins nennt man so etwas natürlich Wissensdurst«, setzte er mit einem Anflug von Protest hinzu.

»Natürlich, was sonst.« Hermione verdrehte die Augen, wurde jedoch schnell wieder ernst. »Was hast du gesehen?«

»Zwei Tätowierungen mit unterschiedlichen Farben und wahrscheinlich auch unterschiedlichen Inschriften. Die Runen konnte ich allerdings nicht entziffern«, erklärte er.

Dieses Mal war es an Hermione zu nicken. »Wie bei mir. Obwohl nur eines der Zeichen deutlich sichtbar war. Das andere hielt ich zuerst für einen Schatten auf meiner Haut und dann… nun ja, ich hatte einfach keine vernünftige Erklärung dafür… außer, dass ich vielleicht irgendetwas falsch gemacht hatte.«

Einen Moment dachte sie darüber nach, Severus die Tätowierungen zu zeigen, doch sie verwarf den Gedanken sehr schnell. So etwas gehörte zu den Dingen, die sie bei ihm noch nicht wirklich einschätzen konnte. Er war ein Mann, der unter allen Umständen seine Privatsphäre zu schützen versuchte. Selbst wenn sie keine Hemmungen hatte, ihm ihr Schulterblatt zu zeigen, sah es umgekehrt vermutlich ganz anders aus.

»Du hast nichts gesagt«, tadelte er sie mitten in ihre Gedanken hinein.

Sie sah ihn nachdenklich an. »Damals kannte ich dich noch nicht so gut. Ich hatte Bedenken hinsichtlich deiner Reaktion«, gab sie zu.

»Und nun glaubst du mich zu kennen?«, fragte er trügerisch sanft.

Hermione schüttelte den Kopf. »Nein, Severus. Das glaube ich nicht. Aber ich hoffe, dass ich die Gelegenheit bekommen werde, dich kennenzulernen.« Damit stand sie auf und ging zu seinem Sessel hinüber. Sie beugte sich langsam zu ihm herunter, ohne ihre Augen auch nur eine einzige Sekunde von seinem Gesicht zu nehmen, legte ihre Hände um seine Wangen und küsste ihn behutsam.

Severus konnte nicht anders, als diesen Kuss zu erwidern. Niemals hatte er geglaubt, dass er eines Tages noch einmal eine zweite Chance auf ein wirkliches Leben erhalten würde.

Als sie ihre Lider wieder hob, kaum dass sich ihre Lippen voneinander gelöst hatten, schaute sie direkt in seine obsidianschwarzen Augen, in denen sie immer noch Ungläubigkeit und Vorbehalte zu lesen glaubte, was seine nächsten Worte bestätigten.

»Bist du dir sicher, dass du weißt, worauf du dich einlässt?«

Kaum hörbar war die Frage, aber Hermione wusste sofort, was er damit meinte, doch ihre Antwort fiel anders aus, als er erwartet hatte. »Ja, das weiß ich. Auf einen außergewöhnlichen und mutigen Mann, der niemals leichtfertig etwas aufgeben wird, wenn es sich lohnt, darum zu kämpfen.«

Für einen Moment schien er über ihre Beschreibung seines Charakters sprachlos zu sein. »Die Öffentlichkeit wird das anders sehen, Hermione«, mahnte er dann eindringlich.

Sie schaute ihn nur lächelnd an. In ihren braunen Augen konnte er wieder diese goldenen Sprenkel erkennen und noch etwas anderes. Da war ein Versprechen …



Fortsetzung folgt …


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