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Fanfiction

Coniunctio perpetua - Kapitel 35 — Wo Schatten war, ist auch ein Licht - Yule 1999

von Alea_Thoron

DISCLAIMER: Ich verdiene kein Geld damit, habe jedoch genau den unglaublichen Spaß, der nicht mit Geld aufzuwiegen ist. Alle agierenden Personen gehören JKR. Ich habe sie mir heimlich ausgeborgt, verspreche aber, gut auf sie aufzupassen und sie wohlbehalten und an Erfahrungen reicher und gereifter wieder zurückzugeben.

Beta: Deep Water — Mein ganz spezieller Dank gilt meinem Beta, der eigentlich mein Vater ist, und der mich mit »Und wann schreibst Du endlich Deine eigene Geschichte?« erst dazu gebracht hat, diese Story Wirklichkeit werden zu lassen.


Coniunctio perpetua by Alea Thoron


Kapitel 35 — Wo Schatten war, ist auch ein Licht - Yule 1999


Eineinhalb Jahre waren seit der Schlacht um Hogwarts vergangen. Kurz vor Weihnachten — gestern hatte der Hogwarts-Express die Schüler und Schülerinnen in die Ferien befördert — saß Severus wie jeden Abend in seinem Lieblingssessel vor dem Kamin und versuchte vorzugeben, in der neuesten Ausgabe des Abendpropheten zu lesen. In Wirklichkeit jedoch beobachtete er über die Zeitung hinweg Hermione, die mit angezogenen Beinen und einem dicken Wälzer über außergewöhnliche Zaubertränke aus seiner Privatbibliothek, die nun ihrer beider Privatbibliothek war, auf der Couch hockte und völlig in ihre Lektüre vertieft in dem Buch schmökerte. Seine Hermione! Niemals hätte er geglaubt, dass ihm eines Tages so viel Glück zuteil werden könnte. Er lehnte sich zurück und ließ die letzten Monate Revue passieren.

Flashback


Ende Januar diesen Jahres hatte er endlich den Mut gefasst, Hermione die ungekürzte Geschichte über die Begegnung mit seinen Großeltern vor über dreißig Jahren zu erzählen. Sie hatte stumm und mit Tränen in den Augen zugehört, bis er geendet hatte. Noch am selben Abend hatte sie ihn überredet, am nächsten Wochenende Prince Manor nochmals aufzusuchen, dieses Mal gemeinsam. Nicht dass es sie allzu viel Überredungskunst gekostet hatte. Severus wollte sich auf jeden Fall Gewissheit verschaffen, ob seine Großeltern — insbesondere seine Großmutter — noch am Leben waren.

Doch es wurde erst Mitte März — zu viele organisatorische Verpflichtungen für Severus als Schulleiter, die vorgezogenen und mit Bravour bestandenen NEWTs für Hermione und die Forschungen an neuen Zaubern, um die Zauber, mit denen Hermione die Erinnerungen ihrer Eltern verändert hatte, rückgängig zu machen — bis sie endlich die Zeit fanden, gemeinsam nach Shropshire zu apparieren. Umgeben von einer hohen Steinmauer lag Prince Manor mit seinen beiden miteinander verbundenen hohen Türmen und wie Schwalbennester an den alten Gemäuern hängenden Fachwerküberhängen, mit seinen bunten Bleiglasfenstern und verwinkelten Erkern vor ihnen, so wie es Severus in Erinnerung hatte. Das schwere hölzerne Eingangstor war geschlossen und auch sonst gab es keine Anzeichen dafür, dass das Herrenhaus noch bewohnt sein könnte.

Mit einem kurzen Schwenken seines Zauberstabes überprüfte Severus, ob das Tor wie damals noch immer durch starke Banne geschützt war, oder diese bereits ihre Kraft verloren hatten. Nicht zuletzt traute er zumindest seinem Großvater zu, auch spezielle Banne zu verwenden, die gegen Muggelgeborene wie Hermione gerichtet sein könnten. Er wollte auf gar keinen Fall, dass ihr durch irgendetwas, das mit ihm zusammenhing, Schaden zugefügt wurde. Zu seiner großen Überraschung stellte er jedoch fest, dass zwar starke Banne vorhanden und aktiv waren, diese allerdings nicht für Verletzungen sorgen, sondern nur Nichtbeachtung und im schlimmsten Fall Vertreibung durch Abschreckung bewirken sollten. Nichts davon war schwarzmagisch und keiner von ihnen bedeutete speziell für Muggelgeborene eine Gefahr.

Prince Manor war kleiner, düsterer und unscheinbarer, als Hermione es sich vorgestellt hatte. Eileen Princes Eltern mochten zwar reinblütig, aber augenscheinlich nicht übermäßig reich gewesen sein. Sie erinnerte sich noch sehr gut an das Bild von Eileen, das sie auf der Suche nach Hinweisen auf die Identität des mysteriösen Halbblutprinzen im Jahrgangsbuch der damaligen Abschlussklasse gefunden hatte. Viele andere hätten den Ausdruck auf ihrem Gesicht wahrscheinlich als missmutig und mürrisch beschrieben, doch auf Hermione hatte sie mit ihren traurigen Augen eher den Eindruck gemacht, dass sie sich einsam und verloren fühlte.

In diesem Moment betätigte Severus den schweren Türklopfer und riss sie damit aus ihren Gedanken. Nur wenige Augenblicke später öffnete sich das Tor einen Spalt breit, um den ältesten und verhutzeltsten Hauselfen zu offenbaren, den Hermione jemals gesehen hatte. Seine Ohren hingen traurig herunter und er so stand so tief gebeugt, dass selbst Kreacher gegen dieses Wesen jung und dynamisch wirkte.

Als er jedoch aufschaute, veränderte sich seine Haltung schlagartig. »Master Severus …«, flüsterte er vollkommen fassungslos, während seine Ohren sich steil aufrichteten, mit riesigen Augen, als könne er nicht glauben, wen er vor sich sah. »Master Severus und eine junge Missy! Madame Altheda hat so lange gehofft …«

»Nox …!« Auch Severus’ Stimme war die Rührung und Ergriffenheit anzuhören. Er war erst sieben gewesen, als Nox ihn zum ersten und letzten Mal gesehen hatte, und er war mehr als überrascht, dass der Elf ihn überhaupt wiedererkannte.

Der alte Hauself konnte für seine eigenen Begriffe gar nicht schnell genug das Tor öffnen, das sich laut quietschend in Bewegung setzte. »Kommen Sie, Master, kommen Sie …«

Er führte sie durch einen teilweise ein wenig verwahrlosten Garten, in dem Hermione Sträucher voller Seidelbast und ein Meer aus Scillas erkennen konnte, zu einer schweren Haustür. Immer und immer wieder drehte er sich zu den beiden herum, wie um sich zu überzeugen, dass sie ihm auch wirklich folgten — dass sie überhaupt reale Geschöpfe waren und keinesfalls seiner Phantasie entsprangen.

Sie betraten die große Eingangshalle, die mit schweren dunklen Möbeln eingerichtet, jedoch durch die riesigen Fenster der Eingangshalle von Sonnenlicht durchflutet wurde, so dass es für die Kristalllüster zu dieser Tageszeit keine Verwendung gab. Ein riesiger Kamin aus rohem behauenen Stein, in dem ein großer Mann aufrecht stehen konnte, nahm einen Teil der rechten Wand ein, während links eine breite geschwungene Treppe auf eine Empore und in das obere Stockwerk führte.

»Nox, wer war das am Tor?«, hörte Severus eine Stimme, die er niemals in all den Jahren vergessen hatte — die Stimme seiner Großmutter.

»Nox hat eine Überraschung für Madame Altheda«, antwortete der alte Hauself vage, jedoch unübersehbar glücklich, als er sich in den Türrahmen zum Salon schob.

»Du siehst zwanzig Jahre jünger aus …«, Verblüffung klang jetzt aus der Stimme. »Nein, nein … Es kann nicht sein … Er ist nicht gekommen, oder?«, fragte sie ungläubig. Dann hörten sie das Rascheln von Roben und gleich darauf schnelle Schritte. »Severus??!!« Hoffnung, Sehnsucht und nackte Angst, dass ihre Hoffnung erneut enttäuscht werden würde, schwangen zugleich in diesem einzigen Wort.

»Severus!!!« Altheda Prince rannte auf ihren Enkel zu und schloss ihn fest in die Arme, während unaufhörlich Tränen ihre Wangen hinunterströmten. »Nach all diesen Jahren …«

Niemals zuvor — außer bei Hermione und Poppy — hatte Severus sich derart willkommen gefühlt. Er merkte nicht einmal, wie er tief durchatmete, als sich das Gefühl in ihm ausbreitete, nach Hause zu kommen.

»Es ist wie ein Wunder für mich, dass du hierher zurückkommst, nach all dem, was dein Großvater damals gesagt und getan hat«, flüsterte seine Großmutter unter Tränen.

Doch Severus schüttelte nur den Kopf. »Es gab jemanden, den der kleine Junge von damals nicht vergessen konnte, selbst als er bereits ein erwachsener Mann und gestandener Zauberer war …« Er schwieg einen Moment, blickte zurück, ehe er weitersprach. »Jahrelang hatte ich nicht den Mut, da ich mich geschämt habe für das, was in meinen linken Arm eingebrannt, was aus mir geworden war… ein Todesser. Doch auch nach dem Sieg über den Dunklen Lord habe ich nicht gewagt, dir unter die Augen zu kommen. Ich dachte, es wäre zu spät …«

Abrupt hob seine Großmutter den Kopf. »Es ist niemals zu spät, Severus! Als ich das Interview von Harry Potter im Klitterer las, das ich als einen Nachruf aufgefasst habe … Ich bin noch am selben Tag nach Hogwarts appariert … Aber sie sagten, du wärst offensichtlich tot …« Ihre Stimme brach.

Severus sah auf die schlanke, immer noch dunkelhaarige Frau, die ihn so sehr an seine Mutter erinnerte. »Zu diesem Zeitpunkt galt ich für die magische Welt als tot, Großmutter. Und wäre Hermione nicht gewesen …«

Jetzt erst bemerkte Altheda Prince die immer noch im Hintergrund stehende junge Frau. »Sie sind Hermione Granger, die Kriegsheldin, die Freundin von Harry Potter! Ich kenne Ihr Gesicht aus der Zeitung …!«, entfuhr es ihr erstaunt.

Severus streckte Hermione die Hand entgegen, um die junge Hexe dann sofort ganz nah an sich heranzuziehen und den Arm um sie zu legen, ohne allerdings seine Großmutter loszulassen. »Ja, das ist Hermione Granger, meine Lebensretterin und … meine Verlobte.«

»Deine … Verlobte?!« Ihr Blick suchte in seinen schwarzen Augen nach der Wahrheit in seinen Worten, um dann über Hermiones Gesicht zu schweifen und auf ihrer rechter Hand hängen zu bleiben, wo der Schlangenring in diesem Moment herausfordernd aufblitzte. Ihre Augen weiteten sich überrascht. »Aber … Sie sind doch …«

»Ich bin muggelgeboren, wenn Sie das meinen«, unterbrach sie Hermione leise und sichtlich enttäuscht.

Doch die ältere Frau schüttelte nur vehement den Kopf. »Nein, mein Kind, ich habe aufgrund der Zeitungsberichte immer geglaubt — und das wollte ich auch sagen — Sie wären die Freundin von Harry Potter.«

»Ohh…«

»Eine gewisse Miss Ginevra Weasley ist berüchtigt für ihre Flederwichtflüche, besonders wenn es darum geht, ihre Rechte zu verteidigen«, warf Severus ein.

»Ich vermute, diese junge Dame ist dann die echte Freundin des Jungen-der-Voldemort-zweimal-überlebt-hat«, antwortete seine Großmutter lachend. »Kommt! Wir müssen nicht in der Eingangshalle stehen. Nox«, wandte sie sich an den immer noch glücklich strahlenden Hauselfen, »würdest du uns Tee in den Salon bringen? Und stell’ bitte den besten Elfenwein kalt, den unser alter Weinkeller zu bieten hat.«

Der Salon entpuppte sich als warmer, anheimelnder, von Sonnenlicht durchfluteter Raum. Im Kamin brannte ein Feuer, da die Sonne zu dieser Jahreszeit nicht genug Kraft besaß, um den Raum zu erwärmen. Altheda Prince führte sie zu einer gemütlichen Sitzecke, ohne auch nur für eine Sekunde ihren Enkel und dessen Verlobte aus den Armen zu lassen.

»Dann stört es Sie nicht, dass ich muggelgeboren bin?«, fragte Hermione zweifelnd, nachdem Nox Tee und Gebäck gebracht hatte.

Severus’ Großmutter sah sie lange an, und Hermione glaubte, ihrem Blick standhalten zu müssen. Doch ihre folgenden Worte überraschten die junge Frau. »Ich will das Beste für meinen Enkelsohn, so wie ich es damals auch für meine Tochter wollte. Mordicus, Severus’ Großvater, war derjenige, der seine eigene Tochter aus dem Haus warf und enterbte. Er war zwar keiner von Voldemorts Todessern, aber ein entschiedener Anhänger seiner Lehren, wenn es um Muggel oder Muggelgeborene ging. Und ich musste mich seiner Autorität beugen. Obwohl ich ihm damals bei einem Aspekt Recht geben musste. Im Gegensatz zu ihm hatte ich zwar nichts dagegen, dass deine Mutter einen Muggel heiraten wollte, allerdings wollte ich nicht, dass sie Tobias Snape heiratet. Severus’ Vater war nicht der richtige Mann für Eileen, nicht weil er von Muggeln abstammte, sondern weil ich in seiner Gegenwart ein ungutes Gefühl hatte. Ich bin ihm nur einmal in meinem Leben begegnet, aber er gefiel mir nicht. Es gab da so eine unterschwellige Grausamkeit in seinem Blick.«

Hermione legte den Kopf in den Nacken, um zu Severus aufzusehen und erkannte, dass sein Gesichtsausdruck sich verfinstert hatte, als er sich an seine von Gewalt geprägte Kindheit erinnerte. Seine Großmutter hatte mit der Einschätzung von Severus’ Vater Recht behalten, wie Hermione aus seinen seltenen und bruchstückhaften Erzählungen wusste. Es schmerzte sie unendlich, ihn so zu sehen.

Die Erinnerung daran hatte die Tränen in Althedas Augen zurückgebracht. »Mordicus begriff erst viel zu spät, was er seiner einzigen Tochter damit angetan hatte, sie bei eurem Besuch endgültig aus dem Haus zu weisen. Eileen konnte nicht mehr zurück, selbst als ihr endlich bewusst wurde, dass ihr Mann sich nicht ändern würde, egal was sie tat. Als dein Großvater im Februar 1977 starb, war er ein gebrochener Mann.«

»Zwei Monate nach Mums Tod? Er ist zwei Monate nach Mums Tod gestorben?«, fragte Severus überrascht.

»Die Nachricht von ihrem gewaltsamen Tod traf ihn wie ein Schlag ins Gesicht. Er saß dort«, sie deutete auf den freien Sessel zu ihrer Linken, »das Gesicht in den Händen vergraben, wie erstarrt. Gramgebeugt. Fassungslos. Gebrochen. Er hat nach dir suchen lassen, ohne Erfolg. Du warst verschwunden … Das war wohl der letzte Auslöser.«

»Die Malfoys …Ich … Das Dunkle Mal …«

»Ich weiß, Severus.« Altheda Prince beobachtete ihren Enkel und seine Verlobte mit feuchten Augen. »Ich bin unsagbar glücklich, dass mein Enkel eine Hexe wie Sie gefunden hat, und noch mehr, dass Sie sich für ihn entschieden haben, Miss Granger.« Ihr Blick fiel wieder auf den Ring.

Hermione lächelte sanft. »Hermione, bitte. Und mit diesem Ring und seinen speziellen magischen Kräften hat es eine ganz besondere Bewandtnis. Aber ich denke, diese Geschichte sollte Severus selbst erzählen …«

Severus und Hermione waren das ganze Wochenende geblieben. Viele Stunden brachten sie damit zu, die letzten dreißig Jahre aufzuarbeiten und Pläne für die Zukunft zu schmieden.

Eine Woche später waren beide mit einem extra für sie erstellten Portschlüssel des Ministeriums nach Australien gereist, um Hermiones Eltern ihre Erinnerungen zurückzugeben und sie wieder nach Großbritannien zu holen. Die Angelegenheit hatte sich als noch schwieriger erwiesen, als sie gedacht hatten. Nicht nur, dass Hermiones erinnerungsverändernde Zauber sich bereits im Vorfeld als äußerst komplex, extrem wirkungsvoll und zählebig herausgestellt hatten und demzufolge nur sehr schwer rückgängig zu machen waren, nein, auch die Grangers hatten nicht unbedingt so reagiert, wie ihre Tochter erwartet hatte.

Sie hatten Hermione über Stunden mit Vorwürfen überhäuft, weil sie diese Entscheidung allein getroffen hatte, weil sie sich allein allen Gefahren ausgesetzt hatte, ohne die wenigstens emotionale Unterstützung ihrer Familie, wenn diese schon keinen magischen Rückhalt bieten konnte. Es hatte lange gedauert, ehe sie verstanden, dass sich dahinter die quälende Sorge ihrer Tochter um die Sicherheit ihrer Eltern verbarg, die ins Fadenkreuz von Voldemort geraten waren, weil sie die beste Freundin des Jungen-der-lebte war und noch dazu muggelgeboren.

Hermione war immer stiller geworden, und Severus erkannte in ihren Augen die Einsamkeit und den bohrenden Schmerz wieder, die auch ihm so lange vertraut gewesen waren. Er hatte genug von den missbilligenden Blicken und lautstarken Vorhaltungen der beiden Menschen, die Hermione am nächsten standen. Schonungslos und in allen Einzelheiten beschrieb er die Greueltaten der Anhänger Voldemorts und mit welcher Unbarmherzigkeit und Brutalität die Todesser gegen Muggel und Muggelgeborene vorgegangen waren, und was geschehen wäre, wären sie der Eltern der muggelgeborenen Freundin von Harry Potter habhaft geworden. Als er ihnen dann auch noch über die Ereignisse kurz vor Silvester 1997 berichtete, die zur Zerstörung ihres Hauses geführt hatten, und sie erkennen mussten, dass sie ohne Hermiones Eingreifen zu einer leichten Zielscheibe geworden wären, waren sie ihrer Tochter nur noch dankbar.

Merkwürdigerweise war jedoch der Bereich der Aussprache, vor dem Severus sich am meisten gefürchtet hatte, vollkommen anders verlaufen, als er gedacht hatte. Hermiones Eltern — immer noch unter dem Eindruck von Severus’ Erklärungen — waren von der Vorstellung, ihn zum Schwiegersohn zu bekommen, weder abgestoßen noch erhoben sie irgendwelche Einwände. Hermiones Vater hatte ihn lange angesehen, so lange, dass Severus ernsthaft in Erwägung zog, ob dieser Mann nicht doch Legilimentik beherrschte und nicht nur vorgab, wirklich ein Muggel zu sein. Ihre Mutter hatte nur nachdenklich genickt und ihn dann einfach ohne viele Umstände in ihrer Familie willkommen geheißen.

Am 03.07.1999 hatte Prince Manor dann die schönste Handfasting-Zeremonie und die glücklichsten Neuvermählten seiner Geschichte erlebt. Hermiones Eltern, Severus’ Großmutter, Poppy Pomfrey und all ihre Freunde aus Hogwarts hatten sich dort versammelt, darunter auch die gesamte Familie Malfoy, um eines der Aufsehen erregendsten, außergewöhnlichsten und von der magischen Gemeinschaft am wenigsten vorhergesehenen Paare die magische Verbindung eingehen zu sehen. Selbst Lucius Malfoy hatte mit einer extra für diesen Anlass von Kingsley Shacklebolt höchstpersönlich erteilten Sondergenehmigung daran teilnehmen dürfen, obwohl sein Hausarrest noch lange nicht abgelaufen war, was Severus dem Zaubereiminister sehr hoch anrechnete.

Als sich am Ende der Zeremonie ein Ebenbild der in kunstvollen Knoten verwobenen rotgoldenen und grünen Bänder, die um ihre miteinander verbundenen Hände geschlungen waren, in ihrer beider Handgelenke tätowierte, um als äußeres Zeichen ihrer Verbindung sichtbar zu sein, wusste Severus, dass dies die einzige Tätowierung war, die er mit Stolz tragen würde.

Flashback Ende


Ein lautes Klopfen am Fenster unterbrach seine Gedanken und auch den Abend abrupt. Eine riesige, ziemlich gefährlich und hochmütig wirkende Adlereule, die Hermione sofort wiedererkannte, allerdings bisher noch nie aus der Nähe gesehen hatte, setzte sich auf die Sessellehne und streckte Severus ihr Bein entgegen, um von ihrer Last befreit zu werden, kaum dass sie das Fenster geöffnet hatte. Es dauerte nicht lange, bis sie den Anlass für den unerwarteten Besuch erfuhr.

»Die Malfoys senden uns eine Einladung, das Yule-Fest auf Malfoy Manor zu verbringen«, sagte er leise.

Hermione schauderte. Die Härchen auf ihren Unterarmen und in ihrem Nacken stellten sich auf, ohne dass sie etwas dagegen unternehmen konnte. >Es ist zu früh!<, dachte sie aufgewühlt. >Es wird immer zu früh sein!<, antwortete eine kleine gehässige Stimme in ihrem Kopf. Und diese Stimme hatte Recht, wie sie beschämt zugeben musste.

Um Zeit für eine Antwort zu gewinnen, suchte sie nach irgendetwas, um sich abzulenken. Ihr Blick wanderte unstet umher, bis er auf den Uhu mit seinen auffälligen Federohren und den großen orange-gelben Augen fiel. Das Tier schüttelte sein hellbraunes, gemasertes Gefieder, als wäre es sich der plötzlichen Aufmerksamkeit durchaus bewusst. Sie griff aus der für diese Zwecke bereitstehenden Schale einen Eulenkeks und bot ihn dem großen Vogel an. Dieser legte den Kopf schief, beäugte sie abwägend, bevor er die Leckerei gnädig aus ihrer Hand akzeptierte. Hermione war sich sicher, dass er dies während des Krieges und auch davor nicht getan hätte, sondern vielmehr mit seinem riesigen Schnabel nach ihr gehackt hätte.

»Sie würden die Einladung nicht aussprechen, wenn sie uns nicht wirklich beide willkommen heißen würden«, setzte Severus hinzu, während er den mehrfach wechselnden Ausdruck auf ihrem Gesicht beobachtete. Er wollte sie nicht unter Druck setzen, aber es war erforderlich, dass sie sich irgendwann auch diesen Dämonen ihrer Vergangenheit stellte.

»Ich weiß, aber …« Hermione verstummte, als sie sich bewusst wurde, dass sie im Begriff war, die alte Litanei zu wiederholen. Sie hatte seit ihrer magischen Hochzeit niemanden von den Malfoys wiedergesehen, obwohl sie mitbekommen hatte, dass Severus und Lucius nicht nur in regem Briefkontakt standen. Bisher hatte Severus seine Freunde allein besucht, wohl auch deshalb, weil Hermione zwei Lehren gleichzeitig — zu Meistern für Arithmantik und Alte Runen — begonnen hatte und an solchen Wochenenden vorgab, mit Lernen beschäftigt zu sein, doch sie wusste nur zu gut, dass sie sich irgendwann ihren Ängsten stellen musste. »Also gut, wir werden das Yule-Fest in Wiltshire verbringen«, stimmte sie zu, auch wenn sie das Zittern in ihrer Stimme nur unzureichend verbergen konnte.

Drei Tage später apparierten sie trotz Hermiones immer noch vorhandener Bedenken und inneren Ängste nach Malfoy Manor. Sie folgten der engen kleinen Landstraße, die auf der linken Seite von wilden Brombeeren und rechts von einer hohen, sehr gepflegten Eibenhecke gesäumt wurde, bis zu dem magischen schmiedeeisernen Doppeltor mit seinen surrealistischen Verschnörkelungen und Ornamenten, von dem aus sie das Herrenhaus mit seinen Rautenfenstern vor sich liegen sehen konnten. Es war ein eindrucksvolles Anwesen, wie Hermione neidlos anerkennen musste.

Sie zuckte zusammen, als sich die mächtigen Flügel des Tores plötzlich lautlos ohne ihr Zutun in Bewegung setzten, um ihnen Einlass zu gewähren, doch Severus, der darüber nicht erstaunt zu sein schien, griff nach ihrer Hand und drückte sie beruhigend. Er ließ auch nicht los, während er sie nun über einen breiten Kiesweg die von niedrigeren Eibenhecken gesäumte Auffahrt hinaufführte.

Unwillkürlich schoss Hermione durch den Kopf, was sie in der Vergangenheit über Malfoy Manor gehört hatte. Sie konnte sich nicht mehr daran erinnern, wer ihr davon erzählt hatte, aber sie wusste, dass noch vor nicht allzu langer Zeit (und eineinhalb Jahre war für sie keine allzu lange Zeit) ausschließlich Besuchern Zugang gewährt wurde, die ein Dunkles Mal als Erkennungszeichen vorweisen konnten. Ein Schlammblut … >Merlin sei Dank, dass Legilimentik erfordert, dem Opfer in die Augen zu sehen<, … ein Schlammblut wie sie hätte damals beim Versuch, auch nur einen muggelgeborenen Fuß in die Nähe des Anwesens zu setzen, durch die Banne schwere körperliche Schäden erleiden können oder wäre sogar getötet worden. Sie hatte geglaubt, dass dieses Tor nur ausgewählten Personen Zutritt gewährte, die es einfach passieren konnten, als wären sie nicht körperlich, doch dies schien ein Irrtum zu sein.

Doch dann schlug sie ihre Umgebung in den Bann. Aufgrund des gemäßigten Klimas war Schnee in dieser Gegend eine Seltenheit. Deshalb war es nicht verwunderlich, dass auch jetzt zu beiden Seiten des breiten Weges sich ein sehr gepflegter Garten erstreckte, der sich um das ganze Haus zu winden schien und auf dessen sorgfältig gestalteten Beeten selbst zu dieser Jahreszeit Blumen blühten, und sich dahinter, so weit das Auge reichte, jeweils eine weitläufige Parkanlage ausdehnte. Hermione erkannte auf den ersten Blick Primrosen, Hornveilchen, Eisblumen und Christrosen, konnte jedoch die anderen Arten nicht identifizieren, die ihre Blüten der Wintersonne entgegenstreckten. Von Weitem hörte sie einen Pfau rufen und auch das leise Plätschern von Wasser.

Ihre Augen, die sich bisher beharrlich geweigert hatten, das Herrenhaus genauer zu betrachten, sondern über das Anwesen an sich geschweift waren, blieben nun an der breiten Steintreppe hängen, die zu einer gläsernen Eingangstür führten, an die sie sich nicht erinnern konnte. Einen Moment glaubte sie, ihre Beine würden den Dienst versagen, um die erste Stufe dieser Steintreppe nicht betreten zu müssen, doch sofort spürte sie, wie Severus den Arm beschützend um ihre Schulter legte und ihr damit Kraft gab. Zu viele Erinnerungen stürzten gleichzeitig auf sie ein. Als sie damals von Fenrir Greyback hier heraufgezerrt worden war, der seine Beute nicht aus den Augen lassen wollte, war an dieser Stelle eine massive hölzerne Tür mit einem auffälligen, vergoldeten Türklopfer gewesen. Doch auch die Fassade von Malfoy Manor war anders, als sie sie in Erinnerung hatte, auch wenn sie nicht genau sagen konnte, was anders war.

Als sich die Tür öffnete, rechnete sie eigentlich damit, dass ein Hauself sie willkommen heißen würde, doch dort standen Draco und … Luna.

»Luna …?« Hermione konnte die Überraschung nicht aus ihrer Stimme heraushalten. Sie hatte Luna seit ihrer Hochzeit nicht mehr gesehen, doch sie erinnerte sich noch an das Quidditch-Benefiz-Spiel in Hogwarts und die erste Begegnung zwischen Draco und Luna nach ihrer Flucht aus Malfoy Manor. Sie hatte schon damals das andere Mädchen für ihren Mut bewundert, hierher zurückkehren zu wollen, und sei es nur für einen Tag, um die kleine Kolonie von Schnatzern zu sehen, die in einem versteckten Winkel des Anwesens leben sollten. Doch anscheinend war aus diesem einen Tag mehr geworden. Aber das hatte sich eigentlich bereits bei ihrer Hochzeit angedeutet.

»Willkommen auf Malfoy Manor«, sagte Draco, der Severus die Hand reichte, während Luna Hermione beide Hände entgegenstreckte, um sie in die Eingangshalle zu ziehen und sie dort zu umarmen.

»Ich bin so froh, dass du dich überwunden hast, Yule hier zu verbringen. Du wirst überrascht sein …«, flüsterte Luna ihr geheimnisvoll zu, um sie dann an Draco weiterzureichen, der sie ebenfalls in die Arme zog.

So sehr sie sich auch freute, Luna und auch Draco wiederzusehen, so schwer fiel es ihr, zu vergessen, wo sie sich befand. Ihre Bewegungen wirkten selbst in ihren eigenen Augen hölzern — sie hatte instinktiv den Kopf gesenkt und die Schultern zusammengezogen — während sie an Severus’ Seite durch die riesige Eingangshalle ging, die von wunderschönen Kristall-Lüstern beleuchtet wurde. Der marmorne Fußboden war fast vollständig von einem prachtvollen Teppich bedeckt, in dem man bei jedem Schritt versank, und der ihre Schritte fast bis zur Lautlosigkeit dämpfte. Sie sah nicht die wundervollen Dekorationen oder den prächtigen offenen Kamin und die wertvollen Einrichtungsgegenstände, genauso wenig, wie sie eben den Mistelzweig über der gläsernen Eingangstür wahrgenommen hatte.

In ihrem Nacken stellten sich sämtliche Härchen auf und auf ihren Armen bildete sich unwillkürlich eine Gänsehaut, als sie plötzlich das mulmige Gefühl beschlich, beobachtet zu werden und glaubte, um sich herum leises Gemurmel zu hören. Verunsichert blieb sie stehen und hob langsam den Kopf, um sich voller Argwohn nach der Ursache für ihre Unbehaglichkeit umzusehen — und wurde fündig.

Nachdem ihr Blick zuerst über eine lange Reihe von leeren Bilderrahmen geschweift war, die auf beiden Seiten die Wände der Eingangshalle säumten und nach der in den Ölgemälden verbliebenen Ausstaffierungen mit bequemen Sesseln und kleinen Beistelltischchen zu urteilen normalerweise Portraits beherbergten, fiel er nun auf ein einziges großes Bild in der Mitte der Wand, in dem sich jetzt jedoch alle Bewohner zusammendrängten, wie es schien. Hermione vermutete, dass es sich um die Ahnen der Malfoys handeln musste, denn die Ähnlichkeit gerade der Männer zu Lucius und Draco Malfoy war verblüffend. Und von ihnen ging auch das Getuschel aus, das sie in Angst versetzt hatte.

Ein Mann und eine Frau in der Mitte des Bildes, wohl die rechtmäßigen Bewohner des großen Gemäldes, hatten sich aus ihren Sesseln erhoben, vermutlich, um die Neuankömmlinge besser sehen zu können. Die grauen Augen des Mannes mit dem langen fahlblonden Haar aller Malfoys waren direkt auf Hermione gerichtet. »Ruhe!!!«, bellte er dann kurz in Richtung seiner gemalten Besucher, und das Gemurmel erstarb augenblicklich.

»Willkommen auf Malfoy Manor, Madame Snape«, begrüßte er sie würdevoll, während er leicht den Kopf neigte. »Ich bin Abraxas Malfoy und das ist meine Frau, Galatea. Wir haben Sie schon früher hier erwartet und fühlen uns geehrt, Sie nun hier begrüßen zu dürfen.«

Hermione war erstaunt über die Aufrichtigkeit, die aus seinen Augen sprach. Und doch musste es für die Ahnen der Malfoys einer Sensation gleichkommen, dass eine Muggelgeborene auf Malfoy Manor empfangen wurde. Sie konnte die Neugierde sehen, die aus den gemalten Gesichtern aller Bewohner der Eingangshalle sprach, erkannte jedoch keine Ablehnung darin. »Ich danke Ihnen, Mister Malfoy, Ma’am«, antwortete sie, auch wenn ihre Stimme nicht ganz so fest klang wie sonst.

Auch Abraxas Malfoy hatte das Beben in ihrer Stimme wahrgenommen, wie seine nächsten Worte bewiesen. »Sie brauchen sich in diesem Haus vor nichts und niemandem zu fürchten. Mein Sohn hat schon vor langer Zeit alles in seiner Macht Stehende unternommen, damit Sie sich hier auch wirklich willkommen fühlen.«

Erst jetzt merkte sie, dass Severus neben ihr stand und konnte die beruhigende Wärme seiner Hand auf ihrem Rücken spüren. »Danke, Abraxas«, sagte er, bevor er sich an Hermione wandte, »Komm, Lucius und Narcissa warten auf uns.«

Für einen Augenblick schnürte erneut Angst ihre Kehle zu, als Severus sie in Richtung des Salons führte, in dem sie damals gefoltert worden war, doch die schwere Eichentür war verschwunden und auch hier einer Tür aus Muranoglas mit filigran eingelegten Partikeln aus Blattgold gewichen. Severus, der seine Frau nicht einen Moment aus den Augen gelassen hatte, auch wenn er sich vorhin leise mit Draco unterhalten hatte, spürte, wie sie sich unmerklich versteifte, als er die Türklinke niederdrückte.

Nichts jedoch war so, wie Hermione es in Erinnerung hatte. Anstelle des von einem einsamen Lüster erleuchteten Salons mit dunkelroten Wänden, in dem damals ein riesiger Tisch und ein marmorner Kamin fast den gesamten Platz eingenommen hatten, erstreckte sich nun ein einziger lichtdurchfluteter Raum in hellen Farben über eine riesige Fensterfront. Jetzt verstand sie, was sowohl Luna als auch Abraxas Malfoy mit ihren Worten angedeutet hatten.

Lucius und Narcissa Malfoy kamen ihnen gemeinsam mit einem ehrlichen Lächeln entgegen. Bis zum heutigen Tag hatte Hermione Narcissa Malfoy nicht persönlich kennengelernt, hatte sie nur kurz in der Großen Halle nach der Schlacht um Hogwarts und später während der Verhandlung im Gerichtssaal Zehn gesehen. Beide Malfoys waren hochgewachsen, schlank und blond, und schienen äußerlich nach dieser langen Zeit den Horror von Azkaban hinter sich gelassen zu haben. Doch dann fiel ihr die kaum merkliche Veränderung in Narcissa Malfoys Augen auf, deren Ausdruck Hermione damals an den eines gehetzten Tieres erinnert hatte.

Lucius Malfoy, ganz wieder der Aristokrat, der er früher gewesen war, beugte sich in alter Manier über Hermiones Hand, ehe er sagte. » Madame Snape, wir schätzen uns glücklich, Sie hier willkommen heißen zu dürfen.«

»Willkommen auf Malfoy Manor«, setzte Narcissa Malfoy lächelnd hinzu.

Überwältigt von der Atmosphäre des Raumes und der unerwarteten und ehrlichen Freundlichkeit der beiden älteren Malfoys fiel die entsetzliche Anspannung von Hermione ab und sie konnte nicht anders als lächeln. Dies war viel mehr, als sie jemals erwartet hatte. »Mister Malfoy, Lady Malfoy. Ich danke Ihnen für den freundlichen Empfang.«

In den nächsten Stunden erlebte Hermione Reinblüter-Kultur ganz alter Prägung. Glücklicherweise war sie inzwischen mit dieser Art von Etikette — wie vorhin einem Handkuss — vertraut. Hatte sie jedoch vor nicht allzu langer Zeit noch geglaubt, dass diese Umgangsformen nur noch in traditionell ausgerichteten Reinblüter-Familien gebräuchlich waren, so war sie in der Zwischenzeit eines Besseren belehrt worden. Als sie kurz nach dem Tribunal mit Severus nach Hogwarts in die Dungeons gezogen war, hatte sie zu ihrer Überraschung erlebt, dass auch Severus diese Art von Umgangsformen vollkommen unbewusst in seinem normalen Leben und gegenüber seinen Kollegen praktizierte.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sie nur zwei — allerdings völlig unterschiedliche — Gesichter von ihm kennengelernt: Den Professor in Hogwarts mit seinen spöttischen, oftmals verletzenden Bemerkungen und den Mann am Grimmauldplatz, der sich zuerst recht abweisend und zugeknöpft gegeben hatte und der später immer umgänglicher wurde, bis sie sich irgendwann ein Leben ohne ihn nicht mehr hatte vorstellen können. Nun kannte sie jedoch noch eine weitere Seite von ihm: Den Zauberer, der immer noch nicht wirklich glauben konnte, dass die wundervolle Hexe an seiner Seite seine Ehefrau war.

Nach dem Essen hatten sie sich in den gemütlichen hinteren Teil des Raumes zurückgezogen. Hermione wusste, dass das Yule-Fest in der magischen Welt gerade von vielen reinblütigen Familien anstelle von Weihnachten begangen wurde. Waren früher Eichenzweige, die als geheiligt galten, in die reinblütigen Häuser geholt worden, so hatte nun jedoch häufig die festlich dekorierte Edeltanne, die von Halbblütern bevorzugt wurde, auch dort ihren Platz eingenommen. Doch die am Tag des Festes von mächtigen Eichen geschnittenen Mistelzweige mit ihren Früchten, das Symbol des Lebens in den dunklen Wintermonaten, waren geblieben. Viele Traditionen aus beiden Welten hatten sich über die Jahrhunderte hinweg miteinander vermischt, doch eines war in beiden Welten gleich — die Tradition, Geschenke zu verteilen. So wunderte Hermione sich auch nicht, dass eine riesige festlich geschmückte Edeltanne vor dem gläsernen Raumteiler stand, an deren Fuß sich Berge von Geschenken auftürmten.

Ein Hauself, in ein sauberes weißes Geschirrtuch mit einem goldenen ‘M’ als Monogramm gekleidet, brachte auf Anweisung des Hausherren aus dem Weinkeller eine Flasche des besten Rotweines, den Malfoy Manor zu bieten hatte, dessen Etikett Hermione sofort ins Auge fiel. Irgendwo hatte Hermione schon einmal ein Bild einer solchen Flasche gesehen, auch wenn sie sich im Moment nicht daran erinnern konnte, wo. >Dieses stilisierte ‘V’ auf dem Etikett …<

Lucius bemerkte ihren grübelnden Blick. »Ja, Sie sehen richtig, Miss Granger. Das ist ein 1945er Château Mouton-Rothschild mit einem Etikett, das von Philippe Jullian zu einer ganz besonderen Gelegenheit gestaltet wurde. ‘V’ wie ‘Victoire’.« Er hielt inne und beobachtete Hermiones Gesichtsausdruck. Erst als er sich sicher war, dass sie die richtigen Schlüsse gezogen hatte, erklärte er weiter. »Der damalige Eigentümer, Baron Philippe de Rothschild, bat Jullian, etwas Angemessenes zu schaffen, um an den Triumph über diesen deutschen Muggel namens Adolf Hitler und seine Streitmacht zu erinnern.«

»Oh…«

Er sah, dass auch sein Sohn den Sinn hinter dem Etikett erkannt hatte, obwohl er nicht viel über Geschichte — und schon gar nicht Muggel-Geschichte — wusste. »Deshalb ‘V’ wie ‘Victoire’. Eine der wenigen noch vorhandenen Flaschen. Ich glaube, der Anlass und der Zeitpunkt sind angemessen«, setzte Lucius hinzu.

»Sie wollen wirklich den Sieg über Voldemort zelebrieren?«, fragte Hermione ungläubig. Erst als sie die Worte ausgesprochen hatte, wusste sie, wie ungebührlich diese Frage war.

Doch Lucius schien nicht beleidigt zu sein. »Vielleicht werden Sie es mir nicht glauben, aber meine Familie und ich selbst sind erleichtert, dass der Dunkle Lord für immer vernichtet wurde. Auch wenn es in mancher Hinsicht nicht einfach war, in dieser neuen Welt Fuß zu fassen, möchte ich mir gar nicht vorstellen, wie eine Welt aussehen mag, in der Voldemort nach Gutdünken gebietet. Der kurze Einblick in seine Art von Regentschaft, die auf Totalitarismus und Terror beruhte, haben in ausreichendem Maße deutlich gemacht, zu was dieser Zauberer fähig war."

Sein Blick verlor sich in der Ferne und Hermione konnte erkennen, dass seine Worte tief aus seinem Herzen kamen.

»Am Anfang war es vielleicht nur eine Sache des Überlebens, jetzt jedoch sollten wir versuchen, unseren Platz in einer Nach-Voldemort-Welt zu finden. Sicherlich, es wird niemals wieder so sein wie zuvor, und ich glaube, jeder Krieg lässt die Überlebenden mit Aufgaben zurück, die für den Einzelnen unlösbar erscheinen, aber … Wir müssen neu lernen, mit unseren Mitmenschen zu interagieren, wir müssen lernen, unsere Alpträume und Ängste hinter uns zu lassen und zu einem normalen Leben zurückzukehren. Und wir müssen unserem sozialen Umfeld beweisen, dass wir unsere Anschauungen geändert haben, dass wir den Wandel — diese neue Welt — wirklich wollen. Es wird nicht einfach sein, das Vertrauen derjenigen neu zu verdienen, denen wir Schmerzen zugefügt, die wir beinahe in den Tod geschickt haben, aber es wird jede Anstrengung wert sein.«

Sie hatten alle auf den Sieg über Voldemort angestoßen. Severus hatte Recht behalten. Die Malfoys hatten sich wirklich geändert. Nicht nur dieser Raum war nicht wiederzuerkennen, auch ihre Grundhaltung hatte ein anderes Gesicht bekommen. Selbst Lucius zeigte nichts mehr von seiner früheren Arroganz oder der Verachtung, die früher Ursprung für viele seiner Handlungen und Bemerkungen gewesen war. Seine reinblütigen Umgangsformen, in denen unbestreitbar auch ein gerüttet Maß an Eitelkeit steckte, die jedoch überwiegend einem ausgeprägtem Selbstbewusstsein entsprangen — ja, denn sie waren ein Teil von ihm, tief verwurzelt in seiner Vergangenheit und seiner Familiengeschichte. Doch die abwertenden Blicke oder Bemerkungen fehlten. Langsam lehnte Hermione sich in ihrem bequemen Sessel zurück und zum ersten Mal, seit sie dieses archaische einflussreiche Herrenhaus betreten hatte, entspannte sie sich wirklich.

Ein Hauself mit einem hübsch drapierten Geschirrtuch schenkte den Männern nun 200 Jahre alten Ogden’s Old Firewhisky ein, während die Damen auf einen 1787er Château Margaux umgeschwenkt waren.

"Ich muss gestehen, dass ich Severus nicht geglaubt habe", sagte Hermione beschämt.

Narcissa Malfoy war sich sofort darüber im Klaren, worauf sie hinaus wollte. "Niemand von uns hat das Recht, Ihnen das verübeln, Madame Snape. Auch wenn wir versucht haben, die Erinnerungen an die schrecklichen Ereignisse in diesem Haus zu tilgen, wird es vermutlich kaum möglich sein, dass Sie vergessen oder vergeben, was damals geschah. Unsere Familie hat Ihnen gegenüber nichts getan, worauf sie stolz sein könnte."

"Sie haben nur wegen mir das alles umbauen lassen?", fragte sie ungläubig.

"Nicht nur, aber der Gedanke an Sie spielte eine große Rolle dabei. Wir hatten bereits darüber nachgedacht, die unteren Räume vollkommen zu verändern, um nicht jedesmal, wenn wir diesen Raum betraten, an den Dunklen Lo— an Voldemort erinnert zu werden, als Draco nach dem Quidditch-Benefiz-Spiel mit der Neuigkeit nach Hause kam, dass Severus und Sie eine ernsthafte Beziehung aufbauen."

Hermione warf Draco einen Blick zu und lächelte ihn an. Sie erinnerte sich noch gut an den Tag — an Dracos Niedergeschlagenheit und Selbstzweifel, an ihre Diskussion und seine Befürchtungen, was seine Zukunft in der magischen Welt betraf. Doch dies gehörte der Vergangenheit an. Der junge Zauberer hatte den Arm um Lunas Schulter gelegt und lächelte selbstverloren. Zum ersten Mal machte er auf Hermione den Eindruck, ruhig und zufrieden, mit sich und der Welt im Reinen zu sein.

Narcissa Malfoy war ihrem Blick gefolgt. "Damals wurde uns bewusst, dass Sie Malfoy Manor eines Tages wieder betreten würden. Severus würde Sie irgendwann überreden, mit ihm zusammen hierher zurückzukehren. Er kann sehr überzeugend sein, wenn er will." Für einen Moment stand ihr ins Gesicht geschrieben, woran sie dachte: Wie überzeugend er in seiner Rolle als einer der engsten Vertrauten und treuesten Anhänger Voldemorts wirklich gewesen war — bis zum bitteren Ende!

"Er ist unser Freund, schon so viele Jahre, eigentlich seit der Schulzeit in Hogwarts. Ich bin mir sicher, dass mein Mann nicht bereit gewesen wäre, diese Freundschaft preiszugeben, genausowenig wie Severus. Auch wenn wir im ersten Moment vielleicht ein wenig überrascht waren, so überwog doch sehr schnell die Freude, dass Severus endlich eine Frau gefunden hatte, die ihn wirklich liebt. Darum stellte sich für uns zu keinem Zeitpunkt die Frage, ob wir umbauen oder nicht. Im Gegenteil, dies lieferte uns nur einen weiteren Grund, an den Umbauplänen festzuhalten."

"Aber es war nicht Ihre Schuld, was geschehen ist!"

"Trotzdem fühlten und fühlen wir uns verantwortlich. Es war unser Zuhause, in dem all diese schrecklichen Dinge geschehen sind — unter unserem Dach, direkt vor unseren Augen, auch wenn wir praktisch keine Möglichkeit hatten, irgendetwas davon zu verhindern", antwortete sie und fügte nach einer langen Pause kaum hörbar und voller Scham hinzu: "Und es war meine Schwester …"

"Es ist vorbei, Lady Malfoy. Ich kann zwar nicht versprechen, dass ich jemals vergessen werde, aber ich weiß bereits jetzt, dass ich Ihren und Ihrer Familie vergeben habe. Hoffen wir inständig, dass es niemals wieder um irgendwelcher Wertvorstellungen willen zu einem solchen Blutvergießen kommt."

Kaum hatte sie die Worte ausgesprochen, von denen sie wusste, dass sie der Wahrheit entsprachen und aus tiefstem Herzen kamen, fühlte sie, wie eine große Hand die ihrige umschloss und sanft drückte. Als sie aufsah, begegnete sie Severus’ obsidianschwarzen Augen, die voller Wärme und Dankbarkeit leuchteten. Für einen Augenblick versank die Welt um sie herum. Es war beinahe unvorstellbar, dass dieser unglaubliche Mann das Leben mit ihr teilte.

Erst einige Momente später merkte sie, dass aller Augen auf sie gerichtet waren. Draco und Luna konnten ein verschmitztes Lächeln nicht verbergen und auch die beiden älteren Malfoys schienen sich über ihr Glück ehrlich zu freuen.

Narcissa Malfoy bewunderte diese beiden Menschen insgeheim, die sich gegen alle Widrigkeiten füreinander entschieden hatten. "Es wäre mir eine Ehre, wenn Sie mich Narcissa nennen würden."

"Und mich Lucius", setzte ihr Mann hinzu.

Damit hatte Hermione nicht gerechnet. "Ich … Wenn Sie mich Hermione nennen …", antwortete sie unsicher.

Lucius Malfoy stand auf und verneigte sich tief. "Es wäre uns beiden eine große Ehre, Hermione", wiederholte er die Worte seiner Ehefrau, bevor er sich erneut in seinen Sessel setzte und sie eindringlich betrachtete. "Ich hoffe, dass dies nicht dein letzter Besuch auf Malfoy Manor sein wird. Wenn es erforderlich sein sollte, könnte ich dich eventuell mit einer großen Bibliothek im Westflügel ködern?"

Alle lachten.

"Dann hat sich meine Vorliebe für Bücher schon bis zu Ih… dir herumgesprochen?" Ihre Zunge hatte enorme Schwierigkeiten damit, den blonden Zauberer zu duzen, wobei sie vermutete, dass sie dies mit ein wenig mehr Übung in den Griff bekommen würde.

"Nun, ja, Draco erwähnte etwas in dieser Art ein- oder zweimal beiläufig …", antwortete er mit einem Lächeln.

"Leider ist in Büchern nur nicht all das zu finden, was höchstwahrscheinlich in der Zukunft wichtig sein wird — und schon gar nicht in unseren", sagte Narcissa leise.

Aller Augen wandten sich ihr zu. "Was meinst du?", fragte Lucius verwundert. "Unsere Bibliothek kann sich mit Sicherheit leicht mit der in Hogwarts messen. Allein die Sektionen über Zauberkunst und Zaubertränke sind vermutlich bereits umfangreicher … Obwohl — ich gebe zu, unsere ‘Verbotene Abteilung’ dürfte die Dimension dort sprengen."

"Das bezweifle ich nicht, aber …" Sie zögerte sichtlich. "Wir wissen viel über unsere Zaubererwelt und unsere reinblütigen Traditionen, aber, wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht allzu viel über Hermiones Welt — die Welt, in der sie aufgewachsen ist. Und ich muss zugeben, dass es mich vor dem Sieg über Du-weißt-schon-wen nicht sonderlich interessiert hat", sagte Narcissa Malfoy nachdenklich.

"Ja, das stimmt", stimmte Draco seiner Mutter zu. "Ich … Auch wenn in Hogwarts ‘Muggelkunde’ angeboten wurde, welcher Reinblüter wäre auf die Idee gekommen, das Fach zu belegen? Und ich glaube, dass wir aufgrund unserer Denkweise und der Einstellung gegenüber Muggelgeborenen und Muggeln auch nichts darüber wissen oder gar lernen wollten."

Vier der im Salon Anwesenden hatten bei Dracos Erwähnung von ‘Muggelkunde’ die furchtbare Erinnerung vor Augen, was in diesem Raum mit der Professorin für Muggelkunde, Charity Burbage, geschehen war. Nur schwer konnte sich Severus von den Gedanken an die damaligen schrecklichen Ereignisse losreißen und er sah, dass es auch Draco und seinen Eltern nicht anders erging.

Hermione, die zwar das kurzzeitige melancholische Schweigen wahrnahm, es jedoch nicht einordnen konnte, nahm die Unterhaltung wieder auf. "Ich habe in Hogwarts Muggelkunde belegt, obwohl ich eigentlich aus dieser Welt stamme und viel darüber wusste. Trotzdem habe ich aber etwas anderes wirklich vermisst. Und ich glaube, dass es vielen Muggelgeborenen ähnlich ergangen ist."

Sie sah Severus’ gerunzelte Stirn und konnte erkennen, dass auch die Anderen sich keinen Reim darauf machen konnten. "Als ich zum ersten Mal die Große Halle betrat, wusste ich, dass meine Zukunft in der magischen Welt lag. Ich wollte hier leben und nicht irgendwo als Muggel, doch ich wurde ohne Vorkenntnisse hineingeworfen und es gab keine Möglichkeit, etwas über die Denkweise und die Traditionen dieser Welt zu lernen. Ich habe während meiner Schulzeit nicht nur einmal bedauert, dass in Hogwarts zwar Muggelkunde angeboten wurde, aber kein Fach, das uns auf ein Leben in der Zaubererwelt vorbereiten und uns die Perspektive gerade der Reinblüter näher bringen würde. Es wäre schön gewesen, wenn für die muggelgeborenen Schüler in Hogwarts so etwas wie Zaubererkunde angeboten worden wäre."

Severus blickte sie überrascht an. "Diese Überlegung ist nicht von der Hand zu weisen. Ich frage mich, warum nicht einmal Dumbledore auf die Idee gekommen ist. Wenn du nichts dagegen hast, würde ich dies als Vorschlag gern mit dem Lehrkörper besprechen und bei Zustimmung dann als Empfehlung dem Schulrat unterbreiten."

Hermione nickte nur stumm …

*'*'*'*'*


Sie hatten auf Malfoy Manor in einer der zahlreichen Gäste-Suiten übernachtet, bevor sie am nächsten Tag nach Hogwarts zurückkehrten. Selten in den letzten eineinhalb Jahren hatte Hermione sich nach einer Nacht so ausgeglichen und zufrieden gefühlt. Oftmals hatten nur Severus’ starke Arme sie davor bewahrt, dass die Schreckgespenster der Nacht die Oberhand gewannen oder sogar in ihren normalen Tagesrhythmus eindrangen. Sie hatte gestern ihre größten inneren Ängste besiegt, indem sie an den Ort zurückgekehrt war, an dem sie ihren schlimmsten Alptraum erlebt und überlebt hatte. Merkwürdigerweise war er ausgerechnet in dieser Nacht, an diesem Ort, nicht wiedergekehrt.

Als sie aufblickte, konnte sie uneingeschränkte Anerkennung und höchsten Respekt, ja, unglaublichen Stolz über den Löwenmut seiner Hexe, in Severus’ obsidianschwarzen Augen erkennen — all jene Dinge, die er ihr nach ihrer Rückkehr ins Ohr geflüstert hatte, während seine Hände sanft ihren Rücken liebkosten.

Sie wusste, wenn sie die schrecklichen Geschehnisse auf Malfoy Manor verarbeiten würde — und den ersten Schritt in diese Richtung hatte sie bereits gemacht — dann konnte sie auch alles andere im Leben schaffen. In zwei Tagen, zu Heiligabend schon, würden sie Hermiones Eltern abholen, um gemeinsam Weihnachten auf Prince Manor zu feiern. Sie freute sich auf Severus Großmutter, die sie tief ins Herz geschlossen hatte.

Ihr Blick blieb auf ihrem Handgelenk hängen, wo das damalige Ebenbild der in kunstvollen Knoten ineinander verwobenen rotgoldenen und grünen Bänder ihrer Handfasting-Zeremonie sich in ihre Haut eintätowiert hatte und nun das äußerlich sichtbare Zeichen ihrer nun wirklich ewigen Verbindung zu Severus symbolisierte. Unvermittelt erschien ein zweites Handgelenk in ihrem Blickfeld und die magischen Bänder begannen zeitgleich einen gemeinsamen geheimnisvollen Tanz umeinander, als ihrer beider Hände einander umfassten.

"Ich liebe dich, Severus Tobias Snape. Möge heute der erste Tag der besten Jahre unseres Lebens sein", wiederholte sie flüsternd die beschwörenden Worte, die ihre Verlobung gekennzeichnet hatten und die sie nie hatte vergessen können.

"Ich liebe dich, Hermione Jane Snape. Möge der traurigste Tag unserer Zukunft nicht schlimmer sein als der schönste Tag in unserer Vergangenheit", hörte sie ihn murmeln, während ihre Welt in einem Kuss versank.

Ein freies Leben lag vor ihnen.



THE END


A/A: Vielen, vielen Dank an all jene, die Hermione und Severus bei diesem großen Abenteuer bis zum Ende begleitet haben, mit ihnen gelacht und geweint haben. Dies war eine ganz besondere Erfahrung für mich. Besonderer Dank geht an diejenigen, die mir diese wundervollen Reviews gesandt und die Story oder meinen Autorennamen zu Ihren Favoriten hinzugefügt haben. In den letzten Monaten habe ich – völlig unerwartet – neue Freundschaften geschlossen, die auch das Ende dieser Geschichte überdauern werden. Ich bin unendlich traurig, dass die Geschichte hier ihren Abschluss findet, doch ich hoffe und wünsche mir, dass Ihr unsere Protagonisten bei ihrem nächsten Abenteuer erneut begleiten werdet.

Mein ganz spezieller Dank gilt meinem Vater, der mein Beta war. Er hat diese Story geliebt, hat – zumindest für eine Weile – miterleben dürfen, wieviel Resonanz die Geschichte fand. Am 08.05.2011 ist er seiner schweren Krankheit erlegen.

Ich möchte diese Geschichte mit einem Zitat von John Marsden aus "Everything I Know About Writing" beenden und hoffe, dass ich diesen Anspruch erfüllen konnte:

"If you have done your job properly, by the end of the story the reader should know more about the character than the character knows about himself."

AleaThoron


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