
von Mica
Dieses Kapitel widme ich dem Sonntag, weil am Sonntag irgendwie nie etwas passiert. Genau wie in diesem Kapitel.
Kapitel Sonntag
Alternativer Titel:
"Remus?",rief James. Fast im gleichen Moment saß Remus aufrecht im Bett und starrte ihn an. Das offenbarte noch mehr Wunden, und als er bemerkte, dass James' Augen über seinen Körper wanderten, krallte er sich die Bettdecke schlang sie um seinen Körper.
"Morgen, James",sagte Remus, als wäre nichts gewesen.
"Was hast du gemacht? Du siehst schrecklich aus! Du hast gesagt, du wärst auf einer Familienfeier!",James war fast wütend. Hatte Remus sie alle angelogen?
"War ich auch",sagte Remus. "Aber ich habe... noch einen kleinen Abstecher in den verbotenen Wald gemacht."
Augenblicklich war James Wut verschwunden und wich der Begeisterung. "Du warst im verbotenen Wald? Wieso hast du uns nicht mitgenommen?"
"Es war mehr eine spontane Entscheidung",Remus grinste.
"Erzähl, wie ist es da drin?"
"Hm... dunkel?"
James verdrehte die Augen. "Natürlich, in der Nacht. Ich meine, was für Lebewesen gibt es da drin? Wie sieht er aus, von innen?"
Remus öffnete den Mund, doch eine andere Stimme übertönte ihn.
"Mr Potter! In ihr eigenes Bett, sofort!",kreischte Madam Pomfrey.
James lächelte sie nur an und bewegte sich nicht vom Fleck. Das verwirrte Pomfrey offensichtlich; sie starrte James an.
"Meinen sie nicht, dass Remus ein bisschen Ablenkung gebrauchen kann? Und ich auch?",sagte James ruhig.
"Äh...natürlich... Nein! Es scheint ihnen ja wieder besser zu gehen, Potter.",Pomfreys Gesicht nahm wieder einen wütenden Ausdruck an. "Dann können sie den Krankelflügel verlassen."
"Wow!"
James grinste.
"Das hat noch niemand geschafft. Sie hat dich echt schon nach einer Stunde entlassen?",fragte Sirius begeistert.
Die beiden saßen in ihrem Schlafsaal auf dem Boden. Sie waren alleine, da Remus noch im Krankelflügel war, und wo Peter sich wieder herumtrieb, interessierte sie sowieso nicht.
"Aber rate Mal, wer außer mir noch ihm Krankelflügel war",sagte James.
Sirius überlegte. "Vielleicht Agnes Miller? Ich habe gesehen, wie sich sich mit einem fangzähnigen Frisbee angelegt hat-"
"Nein",unterbrach James ihn. "Remus."
Sirius machte große Augen.
"Er ist doch tatsächlich nach dieser Feier in den verbotenen Wald gegangen. Sieht ziemlich übel aus, sag ich dir."
Sirius tat beleidigt und sagte:"Und wir mussten uns mit einem stinkigen Geheimgang begnügen." Dann grinste er aber und fügte hinzu:"Remus scheint wohl doch nicht nur der langweilige Streber zu sein."
"Mhm",machte James und lächelte. "Wollen wir zu See gehen?"
"Ich finde es ein bisschen komisch",sagte Sirius mit einem verschmitzten Lächeln,"dass du das erst gefragt hast, nachdem du rausgeguckt und gesehen hast, dass viele Mädchen da sind."
"Ist das denn falsch?",fragte James mit Unschuldsmiene.
"Hm... Nein."
So gingen James und Sirius zum See. Obwohl der Sommer langsam zum Herbst überging, war es immernoch sehr heiß. Die beiden setzten sich ins trockene Gras und lehnten sich an eine große Eiche. Nachdem sie ein wenig den Sonnenschein genossen hatten, sahen sie sich die Mädchen etwas genauer an.
"Wie findest du die Brünette da drüben?" Sirius zeigte zeigte auf eine hübsche Fünftklässlerin in einem blauen Bikini.
"Naja. Die ist eher mein Fall. Die Blonde da, mit den großen-"
"Die? Hmm... Wie findest du... Sie?"
Sirius Finger deutete auf Lily Evans. Gerade schüttelte sie ihr nasses rotes Haar. Gebannt beobachtete James, wie die Wassertropfen in alle Richtungen spritzten.
"Die Evans?",fragte er. "Gar nicht mein Fall. Weißt du noch, wie die im Zug geflennt hat?" Als er das sagte, konnte er seine Augen nicht von Lilys grünen mandelförmigen Augen abwenden.
"Du magst sie, stimmts?",fragte Sirius.
"Nein!",James reagierte zu heftig, das war ihm sofort klar.
"Also doch",sagte Sirius. "Wieso gibst du es nicht zu? Sie ist hübsch und gleichzeitig intelligent. Diese Kombination gibt es selten. Schmeiß dich jetzt sofort an sie ran, oder du kannst sie vergessen. So eine hat bestimmt eine lange Warteliste bei den Jungs."
"Ich-mag-sie-nicht!",sagte James. Er wusste nicht, warum er so krampfhaft versuchte, die Wahrheit im verborgenen zu lassen, doch er musste es sich eingestehen: Er mochte Lily Evans.
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