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Fanfiction

The Bracelet - Kapitel 85

von Nitsrek

Theo irrte sich.

Der Boden bewegte sich unter Hermines Füßen und sie fand es am sichersten, sich zu ihrem vertrauten Schreibtischstuhl zu tasten und sich hinzusetzen, bevor sie Theo anfunkelte. „Seit wann kümmert es dich, ob ich Malfoy mag oder nicht?“

„Ich werde ehrlich sein“, sagte er und starrte nachdenklich über ihre Schulter. „Als ich Draco anfangs ermutigt habe, hätte ich nicht gedacht, dass es wirklich zu etwas führt. Deshalb habe ich es getan. Um ihn versagen zu sehen.“

„Du hast was?“

„Und ich finde immer noch, dass du außerhalb seiner Liga spielst. Du bist zu klug. Zu gut. Zu idealistisch. Ich verstehe es nicht; es ist nicht logisch. Aber ich denke, du bist nicht die erste Person, die auf jemanden steht, der nicht einmal ansatzweise gut genug für sie ist. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass du dich neben ihm noch besser fühlst oder daran, dass du dein wahres Potential nicht erkennst…“

„Halt!“ Hermine hob die Hand. „Hast du den Teil verpasst, wo ich gesagt habe, dass ich nicht auf ihn stehe?“

„Nein, hab ich nicht verpasst. Nur ignoriert.“

„Oh, das macht es besser.“

Theo ignorierte ihre sarkastische Bemerkung. „Oberflächlich nervt er dich. Aber es macht einen normal nicht an, wenn man genervt wird. Also muss es auch Zeiten geben, zu denen er dich nicht nervt. Zeiten, zu denen du ihn als jemanden siehst, den du küssen möchtest und den du--“

„Sag es nicht!“

„—verstehst. Ehrlich, Granger. Was dachtest du, was ich sagen werde? Hol deine Gedanken aus der Gosse.“

Hermine hätte wetten können, dass Theo sie gerade absichtlich bloßgestellt hatte, also knirschte sie mit den Zähnen und weigerte sich, verlegen zu sein. „Ehrlich“, sagte sie stattdessen, „ich verstehe nicht, warum du mir so eine Predigt hältst! Ich weiß, dass er sich nur körperlich zu mir hingezogen fühlt. Er hat mir gesagt, dass er nicht mit mir zusammen sein will, dass ich unpassend bin und dass er… keine Gefühle für mich hat. Er hat gesagt, dass er nur mit mir schlafen wollte. Und vergiss nicht, dass er ein vorurteil-behafteter, böser Mistkerl ist. Warum sollte ich etwas von ihm wollen?“

Ihre Hände zitterten nicht. Sie ballte sie nur zu Fäusten, weil sie wütend war. Und wenn sie sich am Rande eines Anfalls befand, dann nur, weil sie sich an all diese schrecklichen Dinge erinnerte, die Draco gesagt hatte, damit sie kapierte, dass er nicht wirklich Interesse an ihr hatte – abgesehen von Sex, sollte ein Angebot bestehen.

Nun, es hatte eines gegeben und es war angenommen worden, und jetzt spielte er mit ihr um zu testen, wie weit er gehen konnte. Sie glaubte nicht einmal wirklich, dass er wieder mit ihr schlafen wollte. Vielleicht reichte es ihm, Leute wissen zu lassen, dass sie sich jederzeit von ihm küssen ließ, wenn es ihm passte.

Warum taten die Leute so, als würde sie ihre Gefühle nicht zulassen? Wenn sie das tun würde, wäre sie die Lachnummer von Hogwarts – wenn es nicht sogar schon so war, wenn man bedachte, dass Theo es bereits wusste. Vielleicht wussten es auch andere!

„Glaub seine Lügen nicht“, sagte Theo leise.

Das hatte sie nicht vor. „Werde ich nicht.“

Er schüttelte den Kopf. „Nicht diese Lügen. Die anderen. Glaub nicht, dass er dich nicht will.“

„Okay. Vielleicht kann ich das glauben.“ Neulich nachts in der Bibliothek hatte er schon einige Andeutungen gemacht. Und warum sollte er nicht mehr wollen? Der Sex war gut, und wenn sie es wieder taten, wäre es wieder gut. Für diese Erkenntnis brauchte man keine große Intelligenz.

Theo sah sie lange an, dann schüttelte er seufzend den Kopf. „Er ist sowieso ein verdammter Idiot und ich will auch nicht wirklich, dass es passiert, also…“ Er zuckte gelassen mit den Schultern und lief zu seinem Schreibtisch.

+++++

„Du hast lange genug gebraucht, um sie zu holen“, sagte Draco träge.

„Halt den Mund und gib her.“

Draco hob eine Augenbraue. Hermine hatte fast eine ganze Woche gewartet mit den Verhütungstränken und jetzt tat sie so, als wäre es eilig? Sie hatte mit ihm in der ganzen Zeit so gut wie nicht gesprochen. Er vermisste sie ehrlich gesagt.

Natürlich war sie nicht einmal auf sein Zimmer gekommen. Sie hatte den Unterrichtsschluss abgewartet und ihn dann gebeten, die Tränke zu holen und sich mit ihr in einem selten genutzten Flur zu treffen. Anscheinend wollte sie sich nicht mit ihm sehen lassen.

Nicht, dass das schrecklich überraschend wäre.

„Verdiene ich nicht eine Entschädigung für die Mühe?“, fragte er.

„Oh! Ja!“ Sie schien fast erstaunt von der Frage. „Natürlich. Wie viel haben sie gekostet?“

Er runzelte die Stirn, als sie nach ihrem Geldbeutel suchte. „Ich meine nicht Geld!“

„Ich muss noch bezahlen für-“

„Nein! Musst du nicht!“

Sie blinzelte und starrte ihn an, als wäre er verrückt geworden. Wahrscheinlich war er das auch. Er wollte ihr Geld nicht, wenn er ihr einen verdammten Gefallen tat. Andere Zeichen der Dankbarkeit, klar, aber nicht Geld. Anscheinend konnte er die ‚Zeichen’ heute aber vergessen. Mist.

„Ich werde nicht in deiner Schuld stehen, Malfoy“, sagte sie schließlich.

„Sag einfach ‚danke“, sagte er und hielt das Seufzen gerade noch aus seiner Stimme. Verdammt, er hatte sie wirklich vermisst.

Er wünschte, es wäre nicht so.

„Danke.“ Sie klang angespannt. Es musste ihr auf den Wecker gehen, ihm zu danken.

„So, war das so schlimm?“ Er klang absichtlichgönnerhaft, um sie zu ärgern. Nur so umging er die peinlichen Momente, während denen er wollte. Sie war heute eindeutig nicht in Stimmung für ‚Wollen’.

Ihre Lippen formten eine niedliche, schmale Linie. „Du hättest auch mein Geld nehmen können, statt mich anzuschreien.“

„Ich kann auf die paar Sickel verzichten.“

„Es waren mehr als nur ein paar Sickel.“

Er zuckte mit den Schultern. „Nicht viel. Billiger Mist. Passend für eine Weasley.“

„Fang nicht damit an.“ Sie war anscheinend nicht mal in Stimmung für seine Beleidigungen. Dann blieb nicht mehr viel übrig.

„Ja, ja“, murmelte er. „Sorg einfach dafür, dass dein geliebter Weasley Pansy keine Produkte so schlechter Qualität unterjubelt.“

Hermines Augen weiteten sich unschuldig auf eine Art, die Draco sofort misstrauisch werden ließ. „Oh, du denkst also, sie würde wirklich mit ihm Sex haben?“

Er starrte sie an, dann setzte sich das Bild und er verzog das Gesicht. „Oh, jetzt werde ich nie wieder einschlafen können!“

„Du machst dir wirklich Gedanken, mit wem deine Ex irgendwann zusammen bleibt, oder?“, fragte Hermine mit einem Kopfschütteln.

„Sie ist mehr als meine Exfreundin.“

Die Worte waren einfach rausgerutscht, aber bevor er sie richtigstellen konnte, wurde ihr Gesicht auf eine Weise sanft, die ihm nicht gefiel. „Ja, das ist sie, nicht wahr?“, fragte sie fast sehnsüchtig. „Trotzdem danke.“

Draco hatte das sehr entmutigende Gefühl, dass sie da etwas falsch verstanden hatte. „Pansy ist meine Freundin“, sagte er schnell. „Sie war nicht mehr glücklich, seit… aber sie ist meine Freundin.“

„Ich weiß.“ Hermine nickte. „Ron ist auch mein Freund.

„Ja…“ Draco glaubte immer noch, dass Hermine nicht verstand, aber er würde wie ein Weichei aussehen, wenn er es ihr erklärte. Und warum sollte er? Sie schien sowieso zu glauben, was sie glauben wollte, egal was er sagte.

„Jedenfalls, nachdem wir hier jetzt fertig sind…“, sagte Hermine und – nach einem Moment der Überlegung – stampfte auf seinen Fuß. Arg.

Er jauchzte und zuckte zusammen, bevor er sich beherrschen konnte. „Was zur…? Bist du geisteskrank?“

Sie verschränkte die Arme. „Woher weiß Theo, dass wir miteinander geschlafen haben?“, fragte sie sehr kühl.

Das war mal ein Themenwechsel. Und… au! „Er weiß immer alles, oder nicht?“, versuchte er. Eine schwache Verteidigung war immer noch besser als gar keine, oder? Er hoffte wirklich, dass er sich täuschte und dass sie nicht gekränkt aussah. Er konnte es sich nicht leisten, sie zu kränken, wo sie ihn doch sowieso schon nicht mochte.

„Oh, bitte. Irgendwo muss er es her haben. Er hat es nicht von mir, also…“ Sie gestikulierte in Richtung Draco.

Er seufzte. Das würde nicht gut enden, oder? „Vielleicht hat er es zufällig gehört.“

„Und warum rennst du bitte rum und erzählst Leuten, dass… das?“

„Ich renne nicht rum-“

„Mein Fehler, dass ich dir vertraut habe“, unterbrach sie ihn, ohne auf seine Ausreden zu achten. „Ich hätte wissen müssen, dass du es rumerzählst. Dumm.“ Sie biss in ihre Lippen und rang die Hände, zeigte Draco, wie es sie ärgerte, dass er angeblich Gerüchte über sie verbreitete.

Draco wollte sich gerade wieder verteidigen, als er einsah, dass es sinnlos wäre. Sie wollte ihm nicht zuhören. Als sie das Armband trug, hatte er absichtlich Gerüchte geschürt, dass sie seine persönliche Hure war. Sie würde nicht erkennen, warum er das jetzt, wo sie wirklich mit ihm geschlafen hatte, nicht mehr tun würde.

Sie sah nicht, dass er nicht mehr die gleiche Person war, und selbst wenn sie ein paar Änderungen bemerkte, hatte sie keinen Grund, zu glauben, dass er nicht mehr wie früher sein würde, oder?

„Du hast mir nie vertraut“, sagte er stattdessen, ziemlich traurig. „Sonst würdest du nicht so vorschnell urteilen.“

„Ich bin mit dir ins Bett, oder nicht?“, fragte sie, ohne ihn anzusehen. Ihre Fäuste waren geballt und er fragte sich, ob sie ihn schlagen würde. Er hatte jedenfalls Glück, dass sie ihn anscheinend nicht verfluchen wollte.

„Ja, aber nicht, weil du mir vertraut hast. Du bist mit mir ins Bett, weil du so sehr Sex wolltest, dass dir egal war, ob du mir vertrauen kannst. Es tut mir leid, dass du das jetzt bereust, aber das ist nicht meine Schuld. Ich habe dir gegeben, was du wolltest, und unabhängig davon, was du zu glauben scheinst, habe ich es nicht herum erzählt.“

Er konnte an ihrem Blick, bevor sie ging, erkennen, dass sie ihm nicht glaubte.

Sie glaubte ihm nie. Das würde sie auch nie. Es sollte ihm egal sein.

Aber das war es ihm nie.

+++++

„Was reimt sich auf ‚dankbar’?“ Rons Augenbrauen waren zusammen gezogen, während er mit dem Blatt Papier, das vor ihm lag, kämpfte.

Das musste sie ihm lassen, es war ziemlich mutig, während dem Abendessen in der Großen Halle Gedichte schreiben zu wollen. Oder wohl eher dumm.

Harry zog die Nase kraus, dachte nach. „Furchtbar?“

Ron sah aus, als würde er tatsächlich darüber nachdenken. Gütiger Himmel! Das würde in einem Desaster enden.

„Versuch’s mit ‚wunderbar’“, schlug Hermine vor. „Du willst doch nicht, dass sie dich zeugungsunfähig macht, oder?“

„Sie?“ Harry war plötzlich ganz aufmerksam. „Warte, ist das für deine geheimnisvolle Frau?“

Ron sah ihn halb amüsiert an. „Nein, Mann. Reimen ist seit neuestem mein Hobby.“

Harry verzog das Gesicht. „Lass sehen!“

Er griff nach dem Papier, aber Ron zog es schnell zurück. „Träum weiter!“

„Freunde zeigen sich gegenseitig ihre Gedichte.“

„Tun sie nicht.“

„Tun sie doch!“

„Hermine!“ Ron sah panisch aus.

„Wie alt seid ihr zwei?“, fragte sie. „Zwölf?“ Sie schüttelte den Kopf. Ohne irgendeine direkte Bedrohung hatten Harry und Ron dieses Jahr angefangen, sich wie, naja, Jungs zu benehmen. Sie fragte sich manchmal, wie es gewesen wäre, mit den beiden eine normale Kindheit zu erleben.

„Hey, das ist nicht fair!“, warf Ron ein. „Er hat angefangen…“ Er verstummte, als Hermine ihm einen Blick zuwarf. „Ich habe nur meine Sachen gemacht“, murmelte er schmollend.

Harry lachte und Hermine sah ihn finster an, woraufhin sein Lachen zu einem Hustenanfall wurde.

Mit dem Entschluss, dass sie jetzt lange genug Pseudo-Mutter gespielt hatte, fragte Hermine, „Wo ist Ginny?“

Ron winkte ab. „Sie hat gesagt, sie wollte irgendeinen Aufsatz schreiben, weil sie ihm Unterricht falsch geantwortet hatte.“

Harry grinste. „Wenn ich mich recht erinnere, hat sie die Erzählung etwas mehr ausgeschmückt.“

„Ja, gut“, murmelte Ron. „Sie hat Glück, dass Mum nicht gehört hat, als was sie den Lehrer bezeichnet hat.“

„Ich fand es ehrlich gesagt ganz erfrischend“, sagte Harry.

Ron schnaubte. „Außer, wenn es um dich geht. Du wirkst nicht so erfrischt, wenn sie dich anmotzt. Nach Hogsmeade zum Beispiel hast du nicht sehr erfrischt gewirkt!“

Harry zuckte mit den Schultern. „Gut, sie hat mich etwas geschimpft, aber das Date ist gut gelaufen, oder nicht? Wir vertragen uns wieder. Wenn ich schlecht gelaunt war, dann lag das daran, dass diese… Auroren mir überall hin nachgelaufen sind.“

Hermine konzentrierte sich bewusst auf ihr Essen.

„Komm schon, Mann, du glaubst doch nicht wirklich, dass die Auroren dich verfolgen, oder?“, fragte Ron.

Harry schürzte die Lippen. „Ich bin aufs Klo gegangen und zwei sind mir gefolgt. Einer ist in eine Kabine, aber es kamen keine… Geräusche… wenn du weißt, was ich meine, und der Andere hat fünf Minuten lang seine Hände gewaschen. Als ich wieder raus kam, sind sie mir gefolgt und vor der Tür warteten noch zwei andere Auroren, die darüber sprachen, ob Kumquats Obst oder Gemüse sind – ich weiß ja nicht, wen das interessiert – und Häkelmuster ausgetauscht haben.“

Ron sah aus, als wüsste er nicht, ob er lachen oder Mitgefühl zeigen sollte. „Oh.“

„Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Überall, wo ich hinging, waren Auroren, unter albernen Vorwänden. Ich werde Dumbledore fragen, sobald ich ihn erwische. Also, nein. Nicht deine Schwester hat meine Laune verdorben. Sie war ein Engel.“

Ron sah überrascht aus. „Sie ist ein Drache! Aber davon abgesehen ist sie immer noch meine Schwester und du bist besser gut zu ihr.“

Hermine verschluckte sich bei dem Kommentar, hustete und würgte, während sie versuchte, nicht laut zu lachen. Ginny konnte sehr direkt sein, aber wenigstens saß ihr Herz an der richtigen Stelle. Sie hatte ihre Loyalität der Familie und Freunden gegenüber schon bewiesen. Pansy Parkinson hingegen, auf die Ron stand, war nichts weiter als ein eiskaltes, oberflächliches Miststück, egal was Ron oder Malfoy sagten. Hermine hatte keinen Zweifel, wer den Preis ‚Drachen des Jahres’ gewinnen würde.

Harry wirkte neugierig und Ron sah erschöpft aus. Er wusste vermutlich, warum Hermine Atemprobleme hatte.

„Gut“, krächzte sie. „Ähm, ich muss mal zu Ginny. Viel Spaß noch mit deinen… Gedichten.“ Sie stand schnell auf und ging, bevor Harry sie auf ihre Reaktion ansprechen konnte.

+++++

Es war nicht weiter schwer, Ginny zu finden. Sie war im Gryffindor-Gemeinschaftsraum und murmelte verärgert vor sich hin, während sie irgendwas auf ein Stück Pergament kritzelte. Sie schien die Ablenkung willkommen zu heißen und folgte Hermine nur zu gern auf ihr Zimmer, um die ‚Sachen’ zu holen, die Hermine sich geborgt hatte.

„Warum bekomme ich die jetzt zurück?“, fragte Ginny, während Hermine voran zu ihrem Zimmer lief, um Ginny die Tränke ungestört geben zu können.

„Nachdem Theo und ich uns getrennt haben, gibt es keinen Sinn, ‚vorbereitet’ zu sein. Jetzt, wo du wieder mit Harry zusammen bist, brauchst du sie wahrscheinlich eher“, antwortete Hermine. Das war eine vernünftige Antwort.

„Okay. Du wirst also weiter so tun, als hättest du nie mit Malfoy geschlafen?“, fragte Ginny beiläufig, während sie zu Hermines Schreibtisch lief und die Bücher dort anschaute.

Hermines Kopf leerte sich vor Schock und ihr fiel keine bessere Aussage ein als: „Was?“

Ginny zuckte mit den Schultern und sah auf, fixierte Hermine mit einem Blick. „Du musst uns nicht anlügen, weißt du.“

„Ginny, ich weiß nicht, was er dir erzählt hat-“

„Er hat mir gar nichts erzählt“, unterbrach Ginny. „Warum sollte Malfoy mit mir sprechen?“

Hermine schluckte. „Theo?“

„Nein.“

„Wer dann?“ Wie viele wussten schon Bescheid?

„Ich habe selbst ein Gehirn“, sagte Ginny und sah irgendwie verärgert aus. „Ich habe die vielsagende Spannung bemerkt. Und die Rückgabe der Tränke ist nur ein weiterer Versuch, es zu verschleiern, oder?“

Erwischt. Aber immerhin nicht durch die Gerüchteküche. „Tut mir leid“, sagte Hermine und gab auf. „Ich will nicht, dass es irgendjemand weiß.“

„Das verstehe ich. Wirklich“, sagte Ginny und ging in die Hocke, um Krummbein zu streicheln. „Aber glaub mir, diese Geheimnisse sind nicht gesund. Lass Harry und Ron mit der Neuigkeit umgehen, dann kommen sie darüber hinweg. Hast du mir nicht etwas Ähnliches gesagt?“

Vermutlich schon. Aber das war etwas anderes – Ginny hatte Dinge vor ihrem Freund verheimlicht, und das mit Zabini lag in der Vergangenheit und… es war immer leichter, anderen zu sagen, was sie tun sollten, oder nicht? „Findest du, dass dein Erlebnis mit Zabini dem hier ähnelt?“, fragte sie.

Ginny zuckte mit den Schultern und lief weiter zum Bücherregal. „Ich habe etwas gelernt. So ein Geheimnis setzt sich fest. Und schlimmer noch: Das Verbotene könnte dich verleiten, deinen Fehler zu wiederholen. Nicht, dass ich das getan habe, seit ich mit Harry zusammen bin.“

Hermine schüttelte den Kopf. „Das habe ich nicht gedacht, und ich werde meinen Fehler nicht wiederholen.“

Obwohl es das wert wäre – aus rein physischer Sicht. Zu dumm, dass es das nicht wert war, wenn es um ihren Verstand und ihre Seele ging, ganz zu schweigen von ihrem Selbstwertgefühl, ihrer Selbstachtung und dem Respekt ihrer Freunde.

Du hast ihn in Hogsmeade geküsst“, sagte Ginny, lässig wie immer.

„Dafür gab es einen Grund!“

Ginny lächelte zynisch. „Und das nächste Mal wird es auch einen Grund geben, und es wird sicher auch einen guten Grund geben, wenn du wieder mit ihm schläfst.“

„Was willst du von mir, Ginny?“, seufzte Hermine. Sie konnte diese Unterhaltung nicht führen, wenn sie nicht mal ihre eigenen Gedanken geordnet hatte.

„Schau, es geht niemanden etwas an“, sagte Ginny überraschend sanft. „Tu was du willst. Aber sei vorsichtig. Und behalt die Tränke, nur für den Fall.“ Sie schenkte Hermine einen mitfühlenden Blick.

„Ich brauche sie nicht.“

Ironischerweise würde sie sie nicht brauchen, egal ob sie das tat, was die Leute vorhersagten oder nicht. Aber es war nicht ihre Aufgabe, Einzelheiten zu Dracos Fluch weiterzugeben. Sie bezweifelte, dass es ihm gefallen würde, wenn sie ihren Freunden erzählte, dass er bis zu seiner Hochzeit unfruchtbar war. Er fand das wahrscheinlich etwas persönlich.

„Nur für den Fall. Besser als das Kind des Teufels auszutragen, oder?“ Ginny zwinkerte, auch wenn Hermine gerne darauf hätte verzichten können.

Nachdem Ginny gegangen war, um ihren Aufsatz fertig zu schreiben, starrte Hermine auf die Tränke auf ihrem Tisch. Das Kind des Teufels. Ja, das würde nicht passieren. Niemals. Egal, was passierte. Nachdem sie nicht vorhatte, Malfoy zu heiraten, war es physisch unmöglich.

Das war irgendwie ein merkwürdiger Gedanke.

Aber die echte Überraschung war, dass sie sich nach keine-Kinder-zeugenden Aktivitäten sehnte.

+++++

Vorschau

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„Die Welt muss vor dem Untergang stehen“, erwiderte sie trocken.“

„Wenn die Welt sowieso untergeht, warum machen wir dann diesen dummen Rundgang? Warum gehen wir nicht hoch auf den Astronomie-Turm und reden?“

Für eine Sekunde dachte er, er hätte sie an der Angel, aber dann wirkte sie verschlossen. „Verbringst du so deine Rundgänge, Malfoy?“


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