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Fanfiction

The Bracelet - Kapitel 93

von Nitsrek

„Ist dir schon einmal der Gedanke gekommen, dass Granger nicht verletzt schien, weil sie deine Lügen über mich nicht geglaubt hat? Oder vielleicht ist ihr auch einfach egal, was du sagst?“, fragte Draco Pansy verärgert und holte sie aus ihren Gedanken. Es war eigentlich egal, ob Hermine mit Weasley zusammen war oder nicht. „Oder – nur so ein Gedanke: Vielleicht geht es dich auch gar nichts an?“

Pansy zappelte nervös unter Dracos bösem Blick. Gut. Er hatte die Schnauze voll von Leuten, die ihren Senf zu etwas gaben, was sie wirklich nicht betraf!

„Sie hat mir geglaubt“, sagte Pansy leise. „Zumindest das meiste. Und normalerweise kann ich sie zur Weißglut bringen. Diesmal gab sie aber keinerlei Antwort. Als wäre egal, was ich sagte, selbst wenn es stimmen sollte.“

„Und natürlich hast du diesen Test nur aus Herzensgüte durchgeführt. Um mir zu helfen“, sagte er sarkastisch.

„Eigentlich…“, murmelte Pansy. „Ich weiß nicht genau, warum ich es getan oder welche Reaktion ich mir erhofft habe, aber ich wollte dir nicht sagen, dass sie nicht reagiert hat. So gefühllos bin ich nicht. Ich weiß, dass du Gefühle für sie hast. Aber ich denke, jetzt weißt du bescheid.“

„Sicher. Und du hättest mir natürlich gesagt, wenn sie bis über beide Ohren in mich verliebt wäre.“

Pansy wandte den Blick ab. „Ich weiß nicht. Vielleicht. Ich meine, ich finde, du hast etwas Besseres verdient, aber… du magst sie anscheinend genug, um mit ihr zu schlafen. So sehr hast du weder mich, noch Astoria gemocht. Vielleicht, nur vielleicht, hätte ich dich gern glücklich gesehen. Aber das werden wir wohl nie wissen, oder?“

„Nein, wahrscheinlich nicht“, antwortete Draco kühl. Er hatte heute kein Mitgefühl für Pansy. Egal, wie ihre Gründe, Hermine zu verletzen, angeblich lauteten, sie hatte dennoch versucht, Hermine zu verletzen. Das gefiel ihm kein bisschen. Vor allem, wenn Hermine Pansy glaubte, dass er sie nur benutzt hatte.

Nicht, dass das noch eine Rolle spielte, aber er wollte nicht, dass Hermine noch schlechter von ihm dachte als ohnehin schon.

Pansy zuckte mit den Schultern, als wäre es ihr gleichgültig, aber er wusste es besser. Sie war gut darin, ihre Gefühle zu verbergen, aber er kannte sie schon seit Jahren. Sie war verletzt, dass er immer noch wütend war, obwohl sie behauptete, sie hätte Hermine nur seinetwegen verletzt. So war es eben.

„Aber sag denen bloß nicht, dass meine Beleidigungen einem Zweck dienten. Ich habe einen Ruf zu verlieren“, murmelte sie. „Ich sollte nicht dabei erwischt werden, wie ich dir bei einer Muggel-Geborenen helfe.“

„Hat Weasley dir schon Gedichte geschrieben?“, fragte er und wechselte plötzlich das Thema. Er konnte es im Moment nicht ertragen, über Hermine nachzudenken.

Pansys Mund klappte auf. „Du hast ihm diesen Tipp gegeben?“ Diesmal verbarg sie den Schmerz in ihren Augen nicht einmal.

„Naja, was soll ich sagen?“ Dracos Stimme war hart. „Granger hat mir ein Angebot gemacht, das ich nicht ausschlagen konnte.“

„Mehr Sex?“, fragte Pansy verbittert.

Seine Lippen zuckten, aber sein Blick blieb eisig. „Nein. Einen Kuss.“

Pansy wandte den Blick ab, verwirrt, dass sie so billig verkauft worden war. Sie hatte keine Ahnung, wie wichtig ihm diese Küsse waren. „Naja, seine Gedichte waren fast so schlimm wie deine“, sagte sie nach ein paar Sekunden. „Du weißt schon, bevor du angefangen hast, aus den Büchern in der Bibliothek abzuschreiben, in dem Glauben, ich würde es nicht bemerken.“

Draco zuckte mit den Schultern, nicht bereit, sich deswegen schuldig zu fühlen. „Wenigstens wurden sie dadurch besser. Du solltest froh sein.“

„Es ging nie um Qualität. Es ging um die Zeit. Hingabe. Du hast deine Zeit nur damit verbracht, mich mit so wenig Anstrengung wie möglich auszuschließen.“ Sie atmete tief ein. „Sind wir jetzt fertig mit der Unterhaltung?“

Okay, jetzt fühlte sich Draco doch ein bisschen schuldig. Er ließ es sich jedoch nicht anmerken. Pansy war eine Meisterin der Manipulation und er glaubte nicht, dass sie ehrlich zu ihm war. Außerdem war er immer noch wütend. „Ich weiß nicht, warum du so tust, als würde es dir nicht gefallen, dass Weasley dir nachrennt. Ich weiß, dass du es im Geheimen magst, Verehrer zu haben, auch wenn du immer nur die Leute haben willst, die deine Gefühle nicht erwidern.“

Ihre Lippen wurden schmal. „Weasleys Bewunderung ist nichts“, erwiderte sie ruhig. „Er glaubt, ich bin jemand, der ich nicht bin. Er merkt nicht, dass wir in verschiedenen Welten leben und – noch wichtiger – dass wir verschiedenen Leuten und Dingen gegenüber loyal sind. Er hätte nicht so überrascht sein dürfen, dass ich seine Freundin beleidige. Er hätte definitiv nicht so verletzt und wütend sein dürfen. Er hat einfach angenommen, dass ich seine Werte annehmen und mich verhalten würde, wie er es für richtig hält, wenn er mir seine Aufmerksamkeit schenkt. Hätte er anders reagiert, hätte ich vielleicht… darüber nachgedacht, das gebe ich zu. Ich bin auch einsam, weißt du. Aber er stand nie wirklich auf mich, und ich denke, das will ich schon in einem Zauberer.“

Draco war tatsächlich etwas überrascht von Pansys Geständnis. „Das… ist ehrlich gesagt ziemlich tiefgründig für dich.“

Sie schniefte. „Bitte. Er ist nicht der erste Zauberer, der glaubt, er steht auf mich, obwohl er nur eine Fantasie-Version will, die mein Gesicht trägt. Ich habe da bereits Erfahrung.“

Autsch. Aber er nahm an, dass er diesen Hieb verdiente. „Und deine Lösung ist es, ihn wegzustoßen, statt nachzuprüfen, ob er nicht dein wahres Ich mag? Klingt ungesund.“

„Erstens, hat ihn mein ‚wahres Ich‘ abgestoßen. Zweitens, warum sollte ich eine dumme, sommersprossige Entschuldigung für einen Blutsverräter wollen? Ich habe etwas Besseres verdient. Kümmer du dich um dein Liebesleben, ich kümmere mich um meins.“ Sie stand auf, zog ihre „Hexenwoche“ unter Dracos Tasche hervor und verschwand in Richtung Schlafsäle.

+++++

„Komm schon, Hermine. Irgendwann musst du wieder mit mir sprechen!“ Harry musste seine Schritte beschleunigen, um mit ihr mithalten zu können. Hermine ignorierte ihn bewusst auf ihrem Weg zur Großen Halle.

Sie wandte sich mit einem Stirnrunzeln an Ron. „Hörst du das auch? So ein dumpfes Summen.“

Ron schürzte seine Lippen. „Du bist ziemlich gnadenlos, weißt du das? Ich bin sicher, dass Harry kein tollwütiger Blödmann sein wollte.“

„Nein, das ist sonst dein Job!“, grummelte Harry. „Aber nachdem du seit neuestem so philosophisch bist, musste ich mich selbst darum kümmern.“

„Und wann lernst du endlich, dass Gewalt keine Lösung ist?“, fauchte Hermine und vergaß für den Moment, dass sie Harry ignorierte.

„Meine Güte, Harry, sie spricht anscheinend wieder mit dir.“

„Tue ich nicht“, knurrte sie und rannte inzwischen fast.

„Ich habe doch schon gesagt, dass es mir leid tut!“, flehte Harry und trat ihr in den Weg, so dass sie um ihn herum laufen musste. „Und ich gebe zu, dass er es in diesem Fall vielleicht nicht verdient hat, verprügelt zu werden.“

„Du wusstest, dass er nichts getan hat! Ich habe es dir selbst gesagt!“ Hermine warf wütend ihre Haare über die Schulter und lief so knapp um die Ecke, dass Harry gegen die Wand lief. Sie fühlte sich auf kindische Art zufrieden.

„Er hat dich schon einmal zum Lügen gebracht!“, widersprach Harry.

„Aber da hat sie noch das Armband getragen“, erinnerte Ron Harry.

„Danke, Mann. Das weiß ich auch.“

Hermine blieb stehen und stampfte mit dem Fuß auf. „Du hast nur nach einer Entschuldigung gesucht, ihn zu schlagen. Du suchst immer nach Ausreden, um dich mit ihm zu zanken. Und jetzt glaubt er, ich hätte Lügen über ihn rumerzählt, wo doch, ironischerweise, ich ihn beschuldigt habe, Lügen über mich zu erzählen.“ Sie lief weiter.

„Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass er das getan hat“, bot Harry an und trat wieder in Hermines Weg, wobei sie diesmal gezwungen war, stehen zu bleiben.

„Ach, was, Einstein?“ Hermine drückte sich an Harry vorbei und lief weiter.

„Ach, was, was?“, fragte Ron mit einem Stirnrunzeln.

„Ach, was, er hat keine Lügen über sie erzählt. Denk mit, Ron.“ Harry runzelte die Stirn.

„Nein, ich meinte… egal.“

„Eine Muggel-Anspielung von Zuhause“, erklärte Hermine geduldig und wandte dabei Harry den Rücken zu, was nicht gerade einfach war, wenn man bedachte, wie schnell sie lief.

„Oh…“ Ron runzelte nachdenklich die Stirn. „Seltsam, aber okay.“

„Habt ihr bemerkt, wie ich ausnahmsweise mal nicht denke, dass Malfoy etwas Schlechtes getan hat?“, rief Harry, der anscheinend nicht gerne unsichtbar war.

Hermine und Ron blieben beide stehen. „Ja, wir haben dich gehört“, sagte Hermine ruhig. „Aber das habe ich dir auch schon gesagt, also zählt das nicht. Du hast es trotzdem versaut!“

„Und du weißt, dass ich den Blödmann auch nicht leiden kann“, warf Ron fast entschuldigend ein, „aber selbst ich kann sehen, dass er Hals über Kopf in sie verknallt ist.“

„Ist er nicht“, widersprach Hermine.

„Wenn du das sagst.“

„Hör auf, das zu behaupten!“ Hermine stampfte fast wieder mit dem Fuß.

Ron und Harry sahen sich auf nervenaufreibende Art an. „Okay…“, sagte Harry langsam. „Wenn ich verspreche, das nicht zu behaupten, vergibst du mir dann?“

„Nein. Aber wenn du dich bei ihm entschuldigst, vielleicht schon eher.“

Harry lachte. „Der war gut, Hermine.“

Hermine verschränkte die Arme und blickte ihn aus zusammengekniffenen Augen bitterböse an.

Harrys Lächeln gefror, als er merkte, dass sie es ernst meinte. „Er hat mir in… du weißt schon!“ Er zeigte auf seinen Schoß.

„Ich habe sein Gesicht gesehen; es war zugeschwollen und blau! Du hast diesen Tritt verdient! Ich hoffe sogar, dass es sehr wehgetan hat!“

Harry wirkte panisch. „Du meinst das nicht ernst, Hermine? Hermine? Nein! Bitte! Bitte, nicht das! Alles andere! Ich flehe dich an!“

Hermine schnaubte, dann lachte sie boshaft, als sie die Große Halle betraten.

„Die hat eindeutig zu viel Zeit mit Slytherins verbracht“, murmelte Harry.

Ron lachte. „Ich weiß nicht. Ich finde es auch lustig.“

Harry stöhnte. „Ich bin verloren.“

+++++

„Hör auf zu schmollen“, riet Blaise, der seinen Freund düster anstarrte. Sie saßen beim Abendessen, aber bisher hatte Draco nur in seinem Essen herumgestochert.

„Ich schmolle nicht!“, murmelte Draco.

Blaise betrachtete ihn. „Doch… tust du.“

„Ich habe nur keinen Hunger!“ Draco schob den Teller von sich.

„Und du schmollst.“

„Du bist verdammt nervig. Weißt du das?“

„Ich habe auch eine Freundin – stell dir vor!“ Blaise strahlte.

Diese neue Entwicklung machte Blaise unerträglich. Nicht, dass es in Dracos Augen tatsächlich so ein großer Fortschritt wäre. Tracey erlaubte Blaise vielleicht, vor sich selbst und Draco zu behaupten, dass sie zusammen waren, aber öffentlich war es noch nicht. Draco hatte den Eindruck, dass die Geheimniskrämerei Traceys Idee war, dass Blaise aber insgeheim erleichtert war, weil er Angst davor hatte, seiner Mutter von ihr zu erzählen.

Es war so ein Chaos.

„Das macht dich nur noch nerviger“, behauptete Draco.

„Ich denke wirklich, du solltest-“, begann Blaise.

Hinter Dracos linker Schulter räusperte sich jemand.

„Verzieh dich, ich streite gerade mit Blaise“, sagte Draco ohne sich umzudrehen.

Blaise schnaubte. „Das kannst du auch wann anders.“

„Ja, und das tue ich auch, oder nicht?“, murmelte Draco.

„Ihr zwei seid also wie ein altes Ehepaar?“, fragte eine sehr unwillkommene Stimme hinter Draco und er erstarrte. „Gut zu wissen.“

„Vergiss es, Schwuchtel-Potter“, sagte Draco und drehte sich langsam um. „Du bist nicht mein Typ. Mein Typ hat – na, du weißt schon – Frauenkörperteile. Und ich flehe dich an: Hände weg vom Vielsafttrank.“

Potter runzelte hinter diesen nervtötenden und ach-so-zerbrechlichen Brillengläsern die Stirn. „Du machst es mir nicht gerade leicht, weißt du.“

Blaise kicherte. „Ich glaube, das wollte er auch nicht“, bot er hilfreich an. „Ich denke, er wollte dir eine sanfte Abfuhr erteilen.“

Draco musste laut lachen. Er wusste, dass es gute Gründe gab, warum er mit Blaise befreundet war!

Potter knurrte und fletschte die Zähne. „Täusch dich nicht, sie steckt dahinter.“

Draco war sofort ernüchtert. „Hinter was?“ Er musste nicht fragen, wer ‚sie‘ war.

„Meiner Entschuldigung. Dafür, dass ich dich angegriffen habe.“ Potter sah aus, als hätte er Schmerzen. Lustig! „Ich… habe etwas überreagiert. Dieses Mal.“

Draco hob eine Augenbraue. „Dann entschuldige dich.“

„Das habe ich gerade!“

„Das war doch keine Entschuldigung. Sag ihr, ich akzeptiere es so nicht.“

Potter sah fast aus, als hätte er Panik. „Schau, sie ist echt sauer auf mich, okay? Sie hat nichts über dich erzählt. Ich… habe es falsch verstanden. Sie war unglücklich und ich dachte, du wärst schuld.“

Dracos Stirn runzelte sich nachdenklich. „Unglücklich? Wie? Warum?“

„Und los geht’s“, murmelte Blaise mit einem Augenrollen. „Ich würde liebend gern bleiben und dieser aufregenden Zusammenfassung, wie genau Granger sich fühlt und warum, zuhören, aber ich habe auch ein richtiges Leben. Also, bye.“ Und er war weg.

„Das geht dich nichts an, Malfoy“, sagte Potter böse.

„Gut. Dann sage ich ihr, wie halbherzig und unaufrichtig deine Entschuldigung war, okay? Meinst du, dann ist sie nicht mehr sauer auf dich?“

„Du bist der größte Mistkerl, den ich kenne“, knurrte Potter. Sie starrten sich ein paar Sekunden an, dann seufzte Potter überraschend. „Ich weiß nicht; vielleicht verstehst du es. Es war unauffällig. Ich konnte es nicht genau ausmachen, aber es war… da. Und dann, als Pansy Parkinson ihr all diese Dinge sagte, wurde es wirklich… auffällig, eine Zeit lang.“

„Naja, Pansy war ein Miststück. Gut, dass Granger sich nicht von Pansy ins Bockshorn jagen lassen hat.“ Und Gott sei Dank, dass es ihr nicht wirklich egal gewesen ist. Das hatte Draco mehr beschäftigt, als er zugeben würde.

„Ja…“, murmelte Potter, nicht gerade überzeugt. „Jedenfalls, mehr bekommst du nicht. Sag ihr, dass ich mich entschuldigt habe.“

Draco winkte ab, konnte es sich dann aber nicht verkneifen. „Hey Potter?“ Als Potter sich mit schmerzerfülltem Gesicht umdrehte, grinste Draco. „Nächstes Mal, sag einfach ‚tut mir leid‘. Das ist leichter.“ Potter knurrte, bevor er sich abwandte, aber Draco konnte immer noch nicht aufhören. „Oh, und Potter?“ Als Potter sich ein zweites Mal starr und langsam umdrehte, strahlte Draco. „Wie geht’s dem Lümmel?“

Die Zeichensprache, die Potter nun anwandte, war nicht gerade nett – obwohl es eine sehr deutliche Antwort war, wenn man sie wörtlich interpretierte – und er sah aus, als würde er nur zu gern Dracos Gesicht erneut misshandeln. Draco freute sich sehr. Wenn Potter ihm wehtun wollte, war die Welt normal.

Naja, fast.

Zum ersten Mal seit langem blickte Draco zum Gryffindor-Tisch. Er versuchte sonst immer, nicht in diese Richtung zu gucken – vielleicht fühlte sich Hermine unwohl, wenn er zu sehr starrte – aber im Moment machte er eine Ausnahme. Eine Sekunde, nachdem er sie entdeckt hatte, sah sie auf und ihre Blicke trafen sich. Sie wirkte überrascht und… entschuldigend. Der Blickkontakt hielt nur ein paar Sekunden, bevor sie den Blick senkte und dann Potter ansah. Als sie ein paar Minuten später wieder zu Draco spitzte und er ihren Blick auffing, errötete sie, weil er sie erwischt hatte.

Er stand auf und lief lässig aus der Großen Halle.

„Weißt du, ich habe nachgedacht“, sagte Blaise von seinem Platz neben der Tür, wo er an der Wand lehnte.

„Ich dachte, du hättest ein richtiges Leben“, sagte Draco trocken und lief weiter.

„Habe ich“, Blaise stieß sich ab und folgte ihm. „Aber wem mache ich etwas vor? Mein Leben dreht sich hauptsächlich darum, dir auch eines zu besorgen.“

Draco schnaubte und lief in Richtung Kerker.

Blaise blieb an seiner Seite. „Rumzusitzen und zu schmollen, weil du sie willst, aber keine Anstrengungen unternehmen willst, ist nicht nur faul, sondern auch dumm.“

„Ich weiß“, antwortete Draco.

„Du musst aufhören, dumm zu sein und versuchen, das Hindernis zu überwinden!“

Das ergab Sinn. „Ich weiß.“

Blaise schüttelte den Kopf, als hätte Draco ihm widersprochen. „Wenn sie dir nicht vertraut, musst du ihr Vertrauen eben wecken. Denk dir was aus. Tu, was du tun musst!“

Dracos Lippen zuckten, als er gegen ein Lächeln kämpfte. „Ich weiß.“

„Nein!“, warf Blaise ein. „Du musst sie kriegen!“

Draco hob die Hände. „Ich weiß.“ Sie bogen um die letzte Ecke und standen nun vor der Wand, die in den Gemeinschaftsraum führte; Draco sagte das Passwort und sie traten ein.

„Nein, ich meine, du musst wirklich etwas tun, um mit ihr zusammen sein zu können“, beharrte Blaise. „Ich sag’s dir nämlich echt nicht gern, aber du schaffst es definitiv nicht, dich von ihr abzuwenden. Vielleicht klappt es nicht, aber dann kannst du wenigstens einen Strich drunter ziehen.“

Draco seufzte und setzte sich. „Entspann dich, Blaise. Ich weiß. Wirklich. Im Ernst.“ Er rieb müde sein Gesicht und versuchte, nicht daran zu denken, auf wie viele Arten das schief gehen könnte.

„Du wirst also wirklich etwas tun?“

„Ja, sobald ich eine Idee habe.“

„Oh.“ Blaise hielt inne, erstaunlich überrascht. „Und wann hast du das beschlossen?“

„Gerade in der Großen Halle. Es gibt Hinweise, dass sie mir gegenüber auch positive Gefühle hat. Ich glaube, sogar genug, um mir eine Chance zu geben, wenn ich sie überzeugen kann, dass ich es wirklich will.“

Und da war der Haken. Hermine Granger würde sich nicht leicht davon überzeugen lassen, also musste er vorsichtig sein. Wenn er sie überrumpelte, würde er sie nur davon überzeugen, dass er sie wieder reinlegen wollte.

Er brauchte einen Plan.

+++++

Vorschau

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„Du könntest ihr einen Antrag machen“, schlug Blaise vor und wirkte dabei, als meinte er es ernst. „Nichts sagt deutlicher ‚Ich liebe dich‘.“

Draco zuckte zusammen. „Nein! Um Gottes Willen, nein!“


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