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Fanfiction

Of Crimson Joy - Kapitel 16

von Nitsrek

Die Kunst, eine Lüge zu leben, liegt in der feinen Mischung aus Loslassen und Festhalten. ~Havelock Ellis

::

Licht.

Schreiend, blendend, überwältigend.

Zieht ihn an, ein Haken in seiner Mitte, dem er nicht widerstehen kann.

Dann Gesichter. Stimmen. Das Geräusch von Maschinen und die maskierten Gesichter von Heilern, die er nicht kannte, aber ein paar schon. Moody war und Shacklebolt, und sie erzählten ihm, dass es vorbei war, dass Er tot war, das Potter es geschafft hatte – es tatsächlich getan hatte. Sein Körper zuckte, seine Gliedmaßen waren angebunden. Er hörte Worte wie ‚Anfall’ und das alarmierende Piepen einer Maschine. Eine Nadel drang in seinen Arm, dann war er wieder weg.

::

„Es geht ihr gut, Draco. Etwas lädiert, aber… naja, wir sind alle etwas lädiert.“

Draco erinnerte sich nicht, gefragt zu haben, aber er wusste instinktiv, von wem Shacklebolt sprach, und wunderte sich, ob er im Schlaf nach ihr gerufen hatte. „Wo ist sie?“, wollte er fragen, aber es kam nur ein ersticktes Husten. Shacklebolt hielt eine Wassertasse an seine Lippen und ignorierte Dracos verärgerten Blick wegen diesem Zeugnis von Schwäche.

„Hermine ist im Moment auf der Intensivstation. Beruhige dich.“ Seine Hand war auf Dracos Schulter und drückte ihn zurück aufs Bett. „Es geht ihr gut. Sie ist nur erschöpft. Ihre Magie ist auf dich übergegangen und hat dein Leben gerettet.“ Draco suchte den Mann nach irgendwelchen Zeichen der Anschuldigung ab, aber es gab keine.

„Ich will sie sehen.“

„Das hatte ich schon vermutet.“ Und er verwehrte es Draco auch nicht, wie dieser erwartet hatte. Er rief nur nach einem Heiler, einem Rollstuhl, und er sagte auch nichts, als Draco sich schwer auf ihn stützte, um vom Bett in den Rollstuhl zu kommen.

Die Intensivstation summte mit magischer Energie, die Luft ließ Draco glauben, dass sein ohnehin schon schwindelnder Kopf mit Baumwolle ausgestopft worden war. Hermine lag völlig still, abgesehen von dem flachen Heben und Senken ihrer Brust. Ihr Gesicht war blass, ein erschreckender Kontrast zu ihren dunklen Haaren. Blaue Flecken lagen unter ihren Augen. Ihre Lippen waren gesprungen und trocken.

Potter war da, und Weasley, und sie nickten Draco zu, der zurück nickte. Und ein einziges Mal verübelte er ihnen nicht ihre Anwesenheit in seinem Leben, oder ihre gemeinsame Liebe für das Mädchen, das zwischen ihnen lag. Er sah es eher als Erleichterung, die Bürde der Sorge nicht allein tragen zu müssen. Zu wissen, dass es noch mindestens zwei weitere Menschen gab, die ebenso verängstigt und nervös waren. Er suchte nach ihrer Hand, fand sie und drückte sie. Sie bewegte sich nicht. Und drückte auch nicht zurück.

::

Zum ersten Mal wusste er, dass er gehen würde, als Hermines Augen aufblinzelten, blutunterlaufen, leer, überzogen mit der Erschöpfung seiner Rettung. Und nein, es spielte keine Rolle, dass Matthews ihm versicherte, es gäbe keinen bleibenden Schaden, abgesehen von der Zerstörung der Verbindung, die sie einst geteilt hatten. Und nein, Potters verzweifelte Bitten, zumindest mit ihr zu sprechen, bevor er ging, nur einmal, berührten ihn nicht im Geringsten. Denn er sah nur Hermine dort liegen, ohne zu wissen, ob sie je aufwachen würde, verbunden mit all diesen medizinischen Apparaten, ganze acht Tage lang.

Er hinterließ keinen Brief. Er fand die Worte nicht, und sie war immer klüger gewesen als er. Sie würde es verstehen. Er steckte den Ring seiner Mutter, den er von Potter zurück bekommen hatte, an ihren Finger und starrte einen langen Moment auf das Silber an ihrer blassen Haut, bevor er die Kraft fand, zu gehen.

Und er sah nicht zurück. Nicht einmal.

::

Ein Jahr später.

::

Die erste Preisverleihung für Veteranen des Zweiten Krieges fand an der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei statt. Hermine nahm an, dass irgendeine poetische Ironie dahinter steckte. Alles dort zu beenden, wo es angefangen hatte – das Schloss, wo während ihrem sechsten Schuljahr vor langer Zeit so hinterhältig ein Krieg seinen Anfang genommen hatte. Sie persönlich sah keinen Sinn in dieser Preisverleihung. Es war nur ein weiterer Weg, ihre schmerzvolle Vergangenheit wieder ans Licht zu zerren. Ein weiterer Tag, an dem man jenen hinterher trauert, die es nicht geschafft haben. Ein Stück Pergament mit ihrem Namen darauf, das all diese Jahre, die sie geopfert hatte, symbolisierte, all diese Taten, die sie begangen hatte.

Sie wäre überhaupt nicht gegangen, aber Harry hasste es immer noch, die Sicherheit seines Zuhauses zu verlassen, es sei denn, Ron und Hermine waren bei ihm. Ihre Eltern waren natürlich stolz, auf diese peinliche Art, die sie alle drei Sekunden Fotos von ihr machen und zwischendurch immer wieder in Tränen ausbrechen ließ.

Sie bemerkte Draco zum ersten Mal, als sie auf dem Holzpodium stand, das extra für diesen Anlass errichtet worden war, Minister Shacklebolt die Hand schüttelte und versuchte, sich nicht über das Klicken zu vieler Kameras aus den Reihen der Presse zu ärgern. Es war nicht der dramatische Moment eines billigen Schundromans. Ihr Herz blieb nicht stehen, ihre Wangen erröteten nicht. Ihr Magen verkrampfte sich ein wenig, aber sie hatte auch zum Mittagessen Krabben, die etwas seltsam geschmeckt hatten.

Er hatte sich nicht wirklich verändert, seit sie ihn das letzte Mal gesehen hatte, nur dass seine Haut dunkler war und seine Augen etwas leuchtender. Er wandte den Blick nicht ab, und als sie ihm etwas unsicher zunickte, nickte er zurück.

Und dann wurde sie weitergeschoben, während die nächste Person ihre Auszeichnung bekam, ihren Moment im Scheinwerferlicht hatte. Von ihrem Platz in der ersten Reihe konnte sie Draco nicht sehen, ohne sich umzudrehen und ihren Hals nach links zu recken. Aber Harry musste ihn bereits bemerkt haben, denn er nahm ihre Hand und drückte sie fest. Er zitterte leicht, aber auf seinen Wangen lag eine Röte und sie fand, dass er seit Langem nicht mehr so gesund ausgesehen hatte. Sie streckte ihre andere Hand über den Abstand zwischen den Plätzen, bis sie Rons fand. Er nahm sie ohne sie anzusehen und rieb den Stumpf seiner fehlenden Hand an ihrem Arm.

Ihre Brust schwoll an mit etwas, dass in dieser Heftigkeit fast schmerzhaft war. Es war schwer, nicht bei jedem Geräusch zusammenzuzucken, nicht permanent die Hand am Zauberstab zu haben und hinter jedem Schatten einen Todesser zu erwarten. Aber sie waren sicher, endlich, und hier und zusammen. Und es fehlten Leute – Freds Gesicht blitzte qualvoll in ihrem Verstand auf. Aber es war geschafft. Es war vorbei. Endlich.

::

„Sie haben das Schloss ganz gut repariert, was?“ Draco drehte sich nicht um, seine Augen waren auf die identischen Wasserspeier gerichtet, die ihn gelangweilt betrachteten. Hermine blieb neben ihm stehen, nahe genug, dass der Duft ihres Parfums zu ihm waberte. Er atmete tief ein. Schloss die Augen und genoss den Moment. „Sie haben versucht, es aussehen zu lassen, als hätte sich nichts wirklich verändert.“

„Alles hat sich verändert“, murmelte er.

„Nicht alles.“ Als er sie ansah , war sie bereits vorgetreten und wirkte abwesend. Sie lächelte die beiden Wasserspeier höflich an, denen diese neue Annäherung zu gefallen schien. „Dürfen wir bitte vorbei?“

Nach einer Pause schob sich Stein über Stein. Die Wand öffnete sich, die Treppe erschien. Hermine tanzte die ersten paar Stufen hinauf, drehte sich mit einem erwartungsvollen Lächeln zu ihm um. „Na, komm schon. Willst du dich nicht richtig verabschieden?“

Sie wartete nicht ab, ob er ihr folgen würde. Er realisierte, dass es vermutlich leichter wäre, wenn er jetzt gehen und ihnen die Auseinandersetzung ersparen würde. (Er folgte trotzdem). Das Büro des Direktors hatte sich seit seinem letzten Besuch nicht sonderlich verändert – trotzdem war so vieles anders. Ein neuer Schreibtisch, der aussah wie der alte, dessen Kirschholz aber noch neu glänzte. Die Portraits waren abgewischt worden, bis sie im Licht des Nachmittags leuchteten. Fawkes’ Käfig war weg.

„Es ist komisch, wieder hier zu sein, hm?“ Hermines Augen wanderten über das Büro, nahmen alles auf. Dracos Blick blieb auf ihr, hungrig nach jeder Einzelheit, die er in den letzten zwölf Monaten vermisst hatte. Die Einzelheiten, die er bald wieder zurücklassen würde. Sie sah anders aus als damals. Voller. Gesünder. Ihre gebräunte Haut schien vor Gesundheit und Entspannung zu strahlen, und er bemerkte, dass sie das letzte Mal in der fünften Klasse so sorglos ausgesehen hatte.

„Du starrst.“ Sie sah ihn an, ein kleines Lächeln auf den Lippen. Er sah nicht weg.

„Du siehst wirklich gut aus.“

„Du siehst schrecklich aus.“ Sie lachte, als er verärgert wirkte. „Im Ernst! Du siehst aus, als hättest du seit Monaten nichts Anständiges mehr gegessen! Und du hast Augenringe, was bedeutet, dass du nicht geschlafen hast! Hast du dich nach dem Krieg überhaupt erholt?“

Er zuckte mit den Schultern. Lehnte sich an den Schreibtisch, um ungerührt durch ihre Anwesenheit zu wirken (sein Herz raste, sein Magen zog sich zusammen). „Nicht wirklich.“

Sie runzelte die Stirn. „Ich hätte gedacht, du würdest es ausnutzen, fernab von der Öffentlichkeit in einem heißen Land zu sein.“

„Woher weißt du, dass ich an einem heißen Ort war?“

„Dein Gesicht hat Sonne abbekommen“, erwiderte sie mit einem kleinen Schulterzucken und roten Wangen, die ihn sich wundern ließen, wen sie auf seine Fährte geschickt hatte. „Ich hätte eigentlich nicht gedacht, dass du heute auftauchst.“

Er beobachtete ihre Bewegungen. Beobachtete, wie sie zu dem großen Bücherregal lief, mit ihren Fingern zaghaft über die uralten Rücken der seltenen Ausgaben strich. Konnte nicht dem Drang widerstehen, ihr zu folgen, bis er beinahe die Hitze spüren konnte, die ihr Körper ausstrahlte – oder vielleicht bildete er sich das auch nur ein. „Ich auch nicht. Aber das Ministerium hat mir endlich gestattet, auf die Malfoy-Fonds zuzugreifen. Und sie brauchen meine Unterschrift, um rechtmäßige Eigentümer des Manor zu werden.“

Sie drehte sich überrascht um, erschrak etwas über den mangelnden Abstand zwischen ihnen. „Du gibst das Manor auf?“

Er nickte. Hob seine Hand, wickelte eine lose Strähne aus ihrem Dutt um seinen Finger. „Zu viele schlechte Erinnerungen. Das Ministerium kann es verkaufen und das Geld für den Wiederaufbau verwenden. Oder sie lassen es verfallen. Mir egal.“

Aus dieser Nähe war sie berauschend, mit ihrem Duft, der all seine Sinne überfiel und ihren Wangen, die so köstlich erröteten. Er beugte sich vor, seine Finger streichelten ihren Hals und zitterten leicht, als sie erschauderte.

„Nicht.“ Sie flüsterte es nur, aber er erstarrte Sekunden vor ihren Lippen, als hätte sie geschrien. „Tu das nicht, wenn du es nicht so meinst“, fuhr sie fort. „Ich denke nicht, dass ich es ertrage, wenn du mich küsst und dann wieder gehst.“

Schuld füllte ihn, kalt und Übelkeit erregend. Er seufzte, sein Atem zerzauste die Haare um ihr Gesicht. „Hermine… Du weißt, warum ich gegangen bin.“

„Ich vermute unangebrachte Schuldgefühle oder Mut.“ Und sie klang so sauber und anständig, dass er einen Moment brauchte, um das Lachen zurückzuhalten.

„Ich weiß, dass es dir ohne mich besser geht. Du wärst meinetwegen fast gestorben.“ Er lehnte seine Stirn an ihre, bevor sie ihn unterbrechen konnte, ihre Augen fielen bei der Berührung zu. „Aber ich bin kein Potter. Aber ich kann nur einen bestimmten Grad an Selbstaufopferung ertragen, bevor mein Malfoy-Instinkt eintritt. Ich kann wieder gehen. Ich habe dich schon einmal verlassen, ich halte das aus. Wenn ich glauben kann, dass du glücklich und sicher bist. Ich erwarte nicht, dass du irgendwelche Versprechen hältst, die du mitten im Krieg gemacht hast, als du nicht wusstest, ob du den nächsten Tag noch erleben würdest. Aber -“

„Aber?“ Ihre Augen waren wieder offen und voller Hoffnung, und er wusste, dass er nun nicht mehr gehen konnte, nicht, wenn ihre Leben davon abhingen.

„Aber“, flüsterte er. „ich bin immer noch ein Malfoy durch und durch. Und du bist jetzt ein großes Mädchen. Du kannst deine eigenen Entscheidungen treffen. Wenn du willst, dass ich bleibe, werde ich dich nicht mehr verlassen. Aber das gilt für beide Seiten. Wenn du dich für mich entscheidest, war es das. Kein Zurück.“

„Musst du in allem so melodramatisch sein? Du klingst langsam wie so ein alberner Gryffindor, weißt du?“ Und dann hob sie sich auf die Zehenspitzen und küsste ihn, ihre Lippen waren weich und warm, wie er sie kannte. Seine Arme legten sich um ihre Taille, ihre sich um seinen Hals. Ihr Körper presste sich an seinen, was etwas unangenehm war, weil ihr Gürtel gegen seinen Schritt drückte. Seine Finger verfingen sich etwas in ihren Haaren, es war nicht perfekt, aber gut so.

Ihre Lippen verschwanden, ihr Arm holte aus. Sein Kopf brummte von der Kraft ihrer Ohrfeige. Er starrte sie mit offenem Mund an. „Was zur Hölle?“

„Weil du ein Idiot bist“, erwiderte sie prüde. Hermine trat zurück und hob ihr Kinn einen Zentimeter. „Ehrlich. Männer sind solche Idioten. Jetzt mach den Mund zu und komm. Die anderen wollen dich unbedingt wieder sehen. Teddy hat sich praktisch vor Aufregung in die Hosen gemacht. Ich musste sie überreden, zuerst mich allein gehen zu lassen, damit du keine Angst bekommst und wegläufst.“ Plötzlich hielt sie inne, ihre Hand stoppte kurz vor seiner. „Du kommst diesmal doch mit mir, oder?“

Er schloss die Distanz zwischen ihnen. Zog sie an sich, küsste sie einmal auf den Mund. „Diesmal. Jedes Mal. Bis ich dich langweile oder wir uns bei einem dummen Streit gegenseitig umbringen.“

„Sei nicht albern, Schatz.“ Sie grinste verschmitzt. „Wir wissen beide, dass ich der bessere Duellant bin. Du könntest mich nie umbringen.“

Er ließ sich hinter ihr her ziehen, vorbei am Schreibtisch. Blickte zurück in den runden Raum und blieb stehen, als seine Augen hängenblieben. Hermine blieb auch stehen, hob neugierig eine Augenbraue.

„Gib mir einen Moment. Ich muss noch etwas tun.“ Er bemerkte ihr Zögern und grinste, hob ihre Hand und küsste sie. „Ich bin gleich da. Versprochen.“

Sie hätte vielleicht lieber diskutiert, überlegte es sich dann aber doch anders, zuckte mit den Schultern und warf ihm einen Blick zu, der ihm genau sagte, was sie tun würde, wenn er sich nicht beeilte. Er sah ihr nach. Wartete auf das leise Klicken der Tür, bevor er sich dem alten Portrait direkt über dem Schreibtisch zuwandte. Dumbledore lehnte in seinem Sessel, eine Rolle Pergament auf dem Schoß. Seine Brille balancierte gefährlich auf seiner krummen Nase. Seine Lippen zeigten ein ruhiges Lächeln.

„Mr. Malfoy“, sagte er mit einem Nicken.

„Professor.“

„Ich hatte vermutet, dass sie vielleicht wiederkommen würden.“

Draco zuckte die Schultern, aber die Schuld, die er sonst bei dem Gedanken an den Mann verspürte, kam langsam, dumpfer als sonst. Nicht so scharf. Nicht völlig weg, aber erträglich. „Ich dachte, ich komme ein letztes Mal her. Jetzt, wo alles vorbei ist.“

Dumbledore lächelte, als könnte er die Nostalgie spüren, die durch den Raum und in die Luft drang. „Jede Geschichte muss einmal enden, Draco.“ Und er hatte es schon einmal gesagt, aber diesmal beugte er sich vor und in seinen Augen lag fast dieses Funkeln, das Draco immer genervt hatte, als der Mann noch lebte, ihn jetzt aber nur wärmte. „Aber im Leben ist jedes Ende ein neuer Anfang.“

Und er wusste, dass es nur ein Portrait und der echte Dumbledore fort war, zusammen mit so vielen anderen guten Menschen, die den Tod nicht verdient hatten. Er dachte an Theo, und Crabbe, und Snape. An Fred, der nie aufgewacht war. An Pansy, die erwischt worden war, bevor sie die Küste erreicht hatte. An seine Mutter und den Mann, der sein Vater einst gewesen war. Sie standen nun um ihn herum, die Gesichter friedlich auf eine Weise, die er aus ihrem Leben nicht kannte. An der Tür verneigte er sich vor seinem alten Direktor, seine Brust schmerzte etwas mit der Endgültigkeit hinter allem. Dieser Teil seines Lebens war nun vorbei. Die Schule, die Kämpfe und der Krieg. Und trotzdem war es ein wenig traurig. Genug, um einen Kloß in seinem Hals zu verursachen und ihn verlegen blinzeln zu lassen. Aber das war okay.

Hermine wartete vor dem Büro auf ihn, die Hände in die Hüfte gestemmt, ihre Augen funkelten ihn – verärgert über die Verzögerung – an, während ihre Lippen schon ein Grinsen formten. Sie küssten ihn einmal auf die Lippen, vielleicht weil sie spürte, dass er das brauchte, dann nahm sie seine Hand. Er blickte zurück, seine Augen suchten noch einmal die geisterhaften Figuren seiner Erinnerung. Aber der Raum war nun leer, und es gab nur noch Hermine, die ihn die Treppe runter zog. In die wartenden Arme von Teddy und zu dem unbeholfenen Lächeln der Weasleys und Potter. In ein neues Leben.


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Beziehungskomödien aufzubauen und die entsprechenden Dialoge zu schreiben kann Joanne K. Rowling so gut wie Woody Allen. Im vierten und fünften Band ist das schön zu beobachten, wenn es die ersten Eifersüchteleien zwischen den Freunden gibt.
Klaus Fritz