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Fanfiction

Kind of Romeo and Juliet... - 6.

von Elbe

Nach ihrem Gespräch mit Ellinor ging es Cedrella etwas besser. Es hatte gut getan, mit jemandem reden zu können, sich jemandem anvertrauen zu können. Zwar hatte sie auch Ellinor nicht die ganze Wahrheit erzählt, doch sie hatte sie in ihrem Gefühl, das sie tief in sich vergraben hatte, bestärkt. Den ganzen Tag hatte sie getrauert, ihre Entscheidung insgeheim bedauert. Natürlich, sie liebte ihre Familie. Aber ihre Familie hatte Fehler, hatte falsche Ansichten. Hätten sie sich im Laufe der Jahre nicht ohnehin etwas entfremdet? Und dann stünde sie da, ohne Septimus, den Mann, den sie liebte, dafür mit einem, der die Ansichten ihrer Eltern teilte, könnte ihre eigene Meinung nicht kundtun. Nein, das wollte sie auf keinen Fall. Sie hatte sich entschieden und es war die falsche Entscheidung gewesen. Noch war es nicht zu spät. Gleich morgen in der Früh würde sie zu ihm gehen, ihn um Entschuldigung bitten und seinen Antrag annehmen. Sobald sie diesen Gedanken gefasst hatte, wurde sie von einer unbändigen Vorfreude erfasst. Keinen Gedanken verschwendete sie mehr daran, dass ihre Eltern und Schwestern nicht zu der Hochzeit kommen würden, von der sie gerade träumte. Nur ganz kurz, bevor sie die Augen schloss, spürte sie ein unangenehmes Ziehen im Magen, bei dem Gedanken, alleine zum Altar schreiten zu müssen. Keine Großeltern für ihre Kinder zu haben. Nicht auf die Hochzeit ihrer kleinen Schwester eingeladen zu werden. Keine Nichten und Neffen kennenzulernen. Doch das war alles nichts im Vergleich zu dem Schmerz, den sie an diesem Nachmittag gespürt hatte. Mit diesem Schmerz würde sie zurecht kommen. Den anderen, den wollte sie nicht eine Sekunde länger spüren.


"Azira! Azira, wo steckst du, meine Liebe? Komm her, ich habe einen Auftrag für dich!" Bibbernd stand Cedrella in ihrem Nachthemd auf dem kalten Fußboden in der Eulerei und rief ihre Eule zu sich. Endlich kam diese angeflattert, setzte sich auf ihren Arm und ließ sich Cedrellas Brief in den Schnabel stecken. "Hör zu, Azira, du fliegst jetzt zu Septimus, ja? Weck ihn, er muss meinen Brief sofort lesen!" Ihre Eule pickte sie zärtlich in den Finger und flog davon. Sie konnte nur hoffen, dass das Fenster im Jungenschlafsaal geöffnet war. Cedrella machte sich nun auf den Weg in das Zimmer, in dem sie auf Septimus warten wollte. Sie schlich sich die Treppe zur Eulerei hinunter und der Schreck fuhr ihr durch die Glieder, als sie den Hausmeister Burns unten vorbeigehen hörte. Doch der alte Mann war schwerhörig und konnte kaum noch sehen, sodass er, leise vor sich hin summend, nichts von Cedrellas Nachtaktivität mitbekam. Schließlich kam sie unbemerkt in dem leeren Klassenzimmer an, setzte sich auf einen der an die Wand geschobenen Tische und zauberte sich eine Decke herbei. Und wartete. Wartete.





Septimus hatte sich schließlich fast in den Schlaf geweint. Er hätte es, wenn er alleine gewesen wäre. Doch mit vier anderen Jungen im selben Zimmer riss er sich zusammen, biss auf ein Kissen und versuchte vergeblich, den Schmerz zu vergessen. Er konnte nun verstehen, warum viele Leute zur Flasche griffen. Er wünschte auch, seinen Schmerz ertränken zu können. So blau zu sein, dass man alles vergessen würde, dass er nicht mehr an ihr wunderschönes Gesicht denken müsste, das er nie wieder von Nahem sehen würde. Doch Septimus hatte keinen Alkohol, er konnte sein Leiden nicht aufschieben. Er musste sich da nun durchbeißen – im wahrsten Sinne des Wortes.

Irgendwann – nach nur einigen Minuten Schlaf, wie es ihm schien – wurde er wieder geweckt. Eine Eule saß auf seiner Schulter und scharrte mit ihrer Kralle auf ihm herum. Verwirrt setzte er sich auf. Es war Cedrellas Eule, die durch ein geöffnetes Fenster hereingeflogen war und ihm einen Brief entgegenstreckte. Er entnahm ihr den Brief – Azira flog sofort wieder hinaus – und öffnete ihn mit klopfendem Herzen.


Vorsichtig öffnete Septimus die Tür. War es das richtige Zimmer? Bereits auf dem Weg war er schon beinahe mit dem alten Burns zusammengestoßen, noch so eine Situation konnte er nicht brauchen. Und dann sah er sie. Die Arme auf den Knien, den Kopf auf die Arme gelegt, die Augen fest geschlossen. Schlief sie? Wie lange saß sie nun schon hier drinnen? Rasch lief er auf sie zu.
„Cedrella“, flüsterte er.
Sie fuhr hoch. „Septimus!“ Sie strahlte. Dann, sich der Situation erinnernd, verschwand ihr Lächeln wieder. „Es tut mir Leid, Septimus. Wegen heute Nachmittag. Ich war einfach so überrumpelt. Ich hatte nun Zeit, darüber nachzudenken. Es hat so wehgetan. Ich liebe meine Familie und es wird mir sehr wehtun, ihnen den Rücken zu kehren. Aber ich möchte nicht mehr von dir getrennt sein. Ich liebe dich. Und ja, ich möchte dich heiraten. Verzeihst du mir?“ Sie blickte ihn hoffnungsvoll an.
Tränen waren in seine Augen getreten, doch diesmal lächelte er. Er setzte an, etwas zu sagen, doch er brachte keinen Ton heraus. Er nahm sie einfach in seine Arme und hielt sie fest. Es tat so gut, wieder bei ihr zu sein, sie zu spüren, ihren Atem an seinem Hals zu fühlen, sie zu riechen.




Am nächsten Tag setzte Cedrella sich gleich nach dem Aufstehen an einen Tisch im Gemeinschaftsraum und schrieb einen Brief an ihre Eltern. Es war nicht leicht und sie brauchte sehr lange, denn sie überlegte bei jedem Wort, was sie genau schreiben sollte.



An meine sehr verehrten Eltern Arcturus und Lysandra Black



Hogwarts, 16. Juni 1935

Vater, Mutter,


ich werde heiraten. Es tut mir Leid, dass mein Verlobter nicht bei Euch um meine Hand angehalten hat, aber dies hat seine Gründe. Ich möchte Euch sagen, dass ich sehr glücklich mit ihm bin und wir uns sehr lieben. Leider befürchte ich, dass Ihr mit unserer Liaison nicht einverstanden sein werdet. Ich werde es trotzdem tun, denn ein Leben ohne ihn ist für mich nun ein Leben ohne Sinn und Freude. Mein Verlobter ist Septimus Weasley.
Ihr werdet nun schlucken, hattet Ihr eine andere Partie für mich erwählt, doch dies ist meine Entscheidung.
Bitte, liebe Eltern, ich liebe Euch weiterhin, ich ehre Euch dennoch und ich möchte weder, dass Ihr böse seid, noch, dass der Kontakt zu Euch bricht. Bitte versucht, mich zu verstehen, die Vorurteile – und es sind nichts als das – zu überdenken, über sie hinweg zu sehen. Wenn Ihr ihn kennenlernen würdet, würdet Ihr mich verstehen. Ich bitte Euch inständig, es wenigstens einmal zu versuchen. Ich liebe Euch, aber ich liebe auch ihn. Und mit ihm möchte ich mein Leben verbringen.


Eure Euch liebende und verehrende Tochter Cedrella



Doch bevor sie den Brief abschickte musste sie noch mit jemandem anderen reden.
„Charis!“ Cedrella schlang hastig den letzten Bissen ihres Brotes herunter, um ihre Schwester, die sich gerade auf den Weg aus der großen Halle gemacht hatte, noch zu erwischen. „Charis! Können wir einen Moment reden?“
Charis blieb stehen und sah ihre Schwester an. „Natürlich, worüber?“
„Können wir an einem etwas ruhigeren Ort besprechen? Nur wir zwei?“
Charis hob ihre Augenbrauen. „Oho! Ich werde doch nicht etwa in dein kleines Geheimnis eingeweiht?“
Cedrella stand auf und hakte sich bei ihr ein. „Kann sein. Und jetzt komm!“
Es tat jetzt schon weh zu wissen, dass sie sich nie wieder so locker und frei miteinander verhalten und unterhalten würden wie in diesem Moment. Doch sie hatte sich nun entschieden, endgültig. Später würde sie sich mit Septimus treffen und er würde ihr endlich den Ring überstreifen. Und dann würden sie es öffentlich machen.
Die beiden Mädchen liefen auf das Hogwartsgelände hinaus, denn es war ein ungewöhnlich warmer Juni bisher gewesen. Am Ufer des Sees setzten sie sich auf zwei große Steine.
„Charis, ich möchte dir sagen, dass ich dich liebe. Dich und Callidora und unsere Eltern. Egal, was auch immer passiert, ich werde euch immer lieben. Und bitte, was ich dir nun auch erzähle, urteile nicht, zumindest nicht gleich, sondern warte, bis ich geendet habe. Charis, ich... ich bin verlobt. Seit gestern.“
Charis bekam große Augen. „Mit wem? Wissen Mu-“
„Nein, unsere Eltern wissen noch nichts. Ich werde ihnen aber sobald wir hier fertig sind diesen Brief schicken. Ich hoffe, sie verzeihen mir. Nun, mit wem... bitte hör mich erst an, Charis! Es ist Septimus Weasley.“
Wie erwartet reagierte ihre Schwester alles andere als erfreut: „Septimus WEASLEY???“ Entsetzt sprang Charis auf.
„Charis, ich liebe ihn! Er macht mich glücklich, so glücklich wie kein anderer Mensch, dem ich bisher begegnet bin!“
„Aber ich dachte, du hättest dich Irvin angenähert?“
„Nein, das war einmal. Das war bevor ich Septimus kennengelernt habe. Wirklich, Charis, er ist der wundervollste Mensch, den ich kenne. Und deswegen möchte ich mit ihm mein Leben verbringen. Möchtest du dir nicht wenigstens anhören, wie das alles gelaufen ist?“
Charis zögerte, setzte sich jedoch wieder hin. Und Cedrella erzählte ihr alles, wie er ihr das Leben gerettet hatte, wie sie sich heimlich getroffen hatten, wie sie seinen Antrag erst abgelehnt hatte und schließlich doch angenommen hatte.
Doch sie sah nicht überzeugt aus. Ganz und gar skeptisch blickte Charis ihre ältere Schwester an und schüttelte meist nur den Kopf.
„Ced, wie kannst du nur? Wie kannst du das unseren Eltern nur antun? Vater wird einen Herzinfarkt bekommen, wenn er das hört. Du bist meine Schwester und ja, ich liebe dich auch. Aber ich kann dich nun nicht mehr ernst nehmen. Ich kann dich eigentlich nur noch verachten. Von allen Personen, die du dir hättest aussuchen können, musste es ausgerechnet ein Weasley sein. Ich bin schockiert, Cedrella, schockiert und entsetzt. Ich kann das gar nicht glauben. Meine ältere Schwester, du warst einmal mein Vorbild! Du weißt wohl, was das für Konsequenzen haben wird?“
Cedrella flossen die Tränen die Wangen hinunter. Sie hatte mit dieser Reaktion gerechnet, ja, aber diese Worte nun von ihrer geliebten kleinen Schwester zu hören tat unbeschreiblich weh.
„Warum, Cedrella, warum? Ich möchte dich nicht verlieren, aber... wir werden uns wenn du dieses Schloss verlässt wohl nicht mehr wiedersehen. Was auch immer in diesem Brief steht, ich kenne schon die Antwort unserer Eltern.“
„Aber Charis, wenn du möchtest können wir uns auch weiter sehen, auch wenn ich vom Rest der Familie verstoßen werde! Siehst du denn nicht, dass das alles Quatsch ist, das mit den Reinblütern und dem ganzen Hass zwischen Gryffindor und Slytherin? Schließlich waren die Gründer auch einmal befreundet, bevor sie sich zerstritten haben! Und weswegen? Auch nur, weil Slytherin mit diesem ganzen Reinblutwahnsinn angefangen hat! Das ist doch alles so falsch!“
„Aha, eine Gehirnwäsche hat der Gute dir also auch noch verpasst. Tu, was du nicht lassen kannst Cedrella, aber sei dir der Konsequenzen bewusst. Schönen Tag noch.“
„Charis! Charis!“
Vergeblich rief Cedrella ihrer Schwester hinterher.
„Und wie ich mir der Konsequenzen bewusst bin...“


Cedrella musste keine zwei Tage warten, bis sie die Antwort ihrer Eltern erhielt. Sie steckte den Brief, ohne ihn zu öffnen in ihre Tasche. Sie würde ihn gemeinsam mit Septimus öffnen – da sie keine erfreuliche Antwort erwartete, wollte sie seinen Beistand. Charis hatte seit ihrem Gespräch kein Wort mehr mit ihr geredet, sie nicht einmal angesehen. Allein das tat Cedrella schon unerträglich weh. Doch sie hatte sich nun entschieden und heute, nachdem sie sich mit Septimus getroffen hatte, sollten es alle schließlich erfahren. Sie hatte Angst vor der Reaktion ihrer Freunde, doch sie freute sich auch schon darauf, dass endlich die Geheimniskrämerei ein Ende haben würde. Es hatte sie die letzten Monate sehr belastet, wenn auch nicht so sehr wie Septimus, doch es würde auch sie zutiefst erleichtern.


Zum letzten Mal stieg Cedrella also den Weg zu der kleinen Waldlichtung hinunter. Zum letzten Mal müssten sie sich verstecken. Als sie ankam, wartete Septimus bereits auf sie. Sie küssten sich zur Begrüßung. Septimus hielt sie ganz fest, er flüsterte ihr ins Ohr.
„Hast du die Antwort deiner Eltern bekommen?“
Sie schluckte. Sie nickte. „Ich hab ihn hier“, sagte sie mit belegter Stimme.
Nervös holte sie den Brief aus ihrer Tasche. Sie öffnete ihn mit leicht zittriger Hand. Langsam entnahm sie das Papier und entfaltete es.



An meine Tochter Cedrella Ursula Black


London, 18. Juni 1935

Mein liebes Kind,


deine Worte erschüttern uns tief. Dein Vater hat sich seit dem Erhalt deines Briefes in sein Zimmer gesperrt und kommt nur zu den Mahlzeiten heraus; und auch ich bin nicht erfreut über deine Wahl und dein Verhalten. Hat unsere ganze Erziehung denn nichts bewirkt? Du sagst, du liebst ihn, doch was weißt du junges Ding denn schon von Liebe? Weißt du nicht, dass du dir damit deine ganze Zukunft ruinierst? Als eine angesehene, wohlhabende Black heiratest du in die arme Weasley-Familie ein! Weasley! Höchstwahrscheinlich ist er auch noch in Gryffindor, wie der ganze Rest seines Packs!
Ich bitte dich, Cedrella, komme zur Vernunft. Noch ist es nicht zu spät, noch werden wir dich mit offenen Armen empfangen und dich unterstützen. Du wirst einen neuen Mann finden, einen, der besser zu dir passt, einen mit dem du eine Zukunft haben kannst. Und auch diesen Mann wirst du lieben lernen. So wie ich deinen Vater lieben gelernt habe.

Wir lieben dich, doch wenn dies deine endgültige Entscheidung ist, so werden wir diese nicht respektieren, noch werden wir dich unterstützen.


Deine dich liebende Mutter



Langsam ließ Cedrella den Brief wieder sinken. Obwohl nichts anderes erwartet, traf es sie doch mehr als angenommen, die harten Worte ihrer Mutter nun schwarz auf weiß zu lesen.
„Und?“, fragte Septimus zögerlich. Er hatte Angst vor der Antwort. Zwar hatte Cedrella seinen Antrag angenommen und sich somit für ihn entschieden, doch waren sie noch nicht verheiratet. Vielleicht würde sie es sich doch noch anders überlegen?
Wortlos reichte Cedrella ihm den Brief.
Nachdem Septimus den Brief überflogen hatte, ließ er ihn achtlos fallen und schloss Cedrella in seine Arme.
„Liebes. Ich habe nicht viel Geld, das stimmt. Doch ich werde alles in meiner Macht stehende tun, um dir das Leben zu bieten, das du verdienst. Es tut mir sehr Leid, dass deine Eltern so über mich denken. Ich wünschte, es wäre nicht so. Aber ich verspreche dir, dass du dir deine Zukunft mit mir nicht ruinieren wirst. Ich liebe dich. Ich will dich glücklich machen.“
„Ich liebe dich auch, Septimus und du machst mich bereits glücklich! Ich denke nicht so wie meine Eltern, ich will nicht das Ansehen oder das Geld, ich will dich. Ich finde es auch schade, dass meine Eltern damit nicht einverstanden sind, aber ich habe mich nun für dich entschieden. Das war die richtige Entscheidung und das fühle ich. Es mag schmerzen, meine Familie zu verlieren, doch es hat mehr geschmerzt, als ich dachte, ich hätte dich verloren.“ Sie lächelte ihn an, als sie sich die Tränen von der Wange wischte. „Und jetzt lass uns unsere Freunde schocken!“

Hand in Hand liefen sie wieder zum Schloss zurück. Sollten sie doch gesehen werden, es war ihnen egal. Sie hatten sich und mehr brauchten sie im Moment nicht. Sollten sie doch über den in der Sonne funkelnden Ring an Cedrellas linker Hand tuscheln, bald würde es ohnehin alle Welt erfahren.



Als Septimus durch das Portraitloch stieg und seine besten Freunde bei einer Partie Schach antraf, war er so nervös, dass er sie kaum ansprechen konnte. Irritiert blickten sie ihn angesichts seines Stotterns an.
„Ich... i... ich muss mmmmit euch r...rr...reden.“ Sein Unterkiefer zitterte, was die Situation nicht verbesserte.
„Was ist los?“, fragte Ramona besorgt.
„Du willst uns doch nicht etwa von deiner Freundin erzählen?“ Lester hatte den Nagel auf den Kopf getroffen. Septimus nickte nur und ließ sich in einen der Sessel fallen. Endlich bekam er auch seinen Unterkiefer wieder unter Kontrolle.
„Ihr zwei sollt es als Erste erfahren.“ Er atmete tief durch. „Wie ihr ja schon frühzeitig herausgefunden habt, habe ich seit November eine Freundin. Bis vorgestern. Denn nun sind wir verlobt. Ich habe ihr einen Antrag gemacht und sie hat schließlich angenommen.“
Seine Schwester starrte ihn entgeistert an. „Du hast dich verlobt? Und unsere Eltern wissen nichts davon?“
„Sev, wer ist sie? Spann uns nicht so auf die Folter!“, forderte Lester.
„Sie... Wisst ihr, warum ich euch so lange nicht von ihr erzählen wollte? Ihr werdet Vorurteile haben! Ihr werdet nicht verstehen, dass ich sie liebe. Warum ich sie liebe. Dass eure Vorurteile falsch sind. Sie ist... Cedrella Black.“ Nun war es raus. Es gab kein zurück mehr. Er hatte es gewagt, er hatte es gesagt.
Lester und Mona starrten ihn wortlos an. Septimus fühlte sich unwohl und rutschte auf seinem Sessel unruhig hin und her.
„Cedrella Black??“, zischte Ramona ihn schließlich an. „Eine Slytherin? Eine Black? Du willst wirklich diese Reinblüterschlampe heiraten? Und ich dachte, ich kenne dich. Kein Wunder, dass du sie vor uns geheim halten wolltest! Was geht nur in dir vor? Wie kannst du dich nur mit so einer … Person abgeben? Mit diesem Abschaum dein Leben verbringen wollen? Ich meine, Cedrella Black??? Warum bist du nur so??“ Ramona war immer lauter geworden, die letzten Sätze schrie sie beinahe. Im fast leeren Gemeinschaftsraum erstarben die wenigen Gespräche, alle starrten sie an. Ramona stand auf und stürmte aus dem Portraitloch.
Septimus starrte ihr hinterher. Er war tief verletzt. Er hatte natürlich nicht damit gerechnet, dass sie mit seiner Wahl zufrieden oder gar einverstanden gewesen wäre. Doch musste sie ihn und vor allem auch Cedrella so beleidigen?
„Sev, es tut mir Leid, aber ich muss ihr recht geben. Warum? Es gibt so viele hübsche und nette Mädchen in diesem Schloss und du musst dir ausgerechnet eine Slytherin aus einer reinblut-fanatischen Familie aussuchen? Wie soll das denn jemals gut gehen?“ Kopfschüttelnd stand auch Lester auf und ging seiner Freundin hinterher. Septimus blieb zurück und fragte sich, ob er noch Freunde hatte. Doch er hatte damit rechnen müssen. Dessen ungeachtet tat die Reaktion einfach unheimlich weh.





Nervös betrat Cedrella den Gemeinschaftsraum. In einer Ecke unter dem Fenster zum See hinaus saßen Ellinor und Delilah und spielten Schach.
„Hey, ihr zwei!“ Cedrella lächelte sie nervös an. „Ich möchte euch kurz etwas erzählen. Wo ist denn Marjory?“
Delilah und Ellinor warfen sich erstaunte Blicke zu.
„Sie ist im Schlafsaal. Mit Ruth“, antwortete Delilah.
„Dann werde ich sie bitten, kurz zu uns herunter zu kommen. Ihr bleibt ja hier, ja?“

Vorsichtig öffnete Cedrella die Schlafsaaltür einen Spalt und lugte hinein. Ruth und Marjory saßen auf ihren Betten und lasen.
„Marjory, dürfte ich dich für einen Moment bitten, mit hinunter zu kommen? Ich möchte gerne mit dir reden.“
Überrascht sah Marjory sie an. Nach einem unsicheren Blick zu Ruth, die so tat, als hätte sie Cedrella weder gehört noch gesehen, legte sie ihr Buch zur Seite und folgte ihr in den Gemeinschaftsraum.
„Also“, fragte Marjory, nachdem sie sich zu den anderen Mädchen auf das Sofa gesetzt hatte, „was ist los?“
„Ich habe beschlossen, dass nun die Zeit reif ist, euch von meinem Geheimnis zu erzählen.“
Erstaunt sahen ihre Freundinnen sie an. Cedrella atmete tief durch.
„Ich bin verlobt.“ Delilah und Marjory fielen fast die Augen aus dem Kopf, auch Ellinor sah erstaunt aus. „Seit ein paar Tagen. Meine Eltern wissen Bescheid und sie sind... nicht einverstanden. Damit hatte ich gerechnet, ich werde ihn trotzdem heiraten. Er ist der Grund, warum ich mich in den letzten Monaten etwas seltsam verhalten habe. Ihr werdet meine Entscheidung gleich bestimmt auch nicht für gut heißen, wenn ihr erfahrt, um wen es sich handelt, doch ich bitte euch, urteilt nicht sofort. Es gibt einen Grund, warum ich ihn liebe, warum ich mich für ihn entschieden habe, warum ich mich von meiner Familie – und ihr wisst, wie viel mir meine Familie bedeutet – abgewendet habe. Und ich möchte auch, dass ihr wisst, dass das alles nichts an unserer Freundschaft ändern wird. Ich bin immer noch dieselbe.“
„Ced!“, stöhnte Ellinor. „Jetzt sag endlich, wer es ist!“
„Na gut... das fällt mir nicht leicht, wisst ihr? Ich habe schließlich schon meine Familie wegen ihm verloren, ich will nicht auch noch euch verlieren. Es ist... Septimus Weasley.“
Da war es raus. Cedrella hielt den Atem an und wartete gespannt auf die Reaktionen ihrer Freundinnen.
Marjory sprang entsetzt auf. Sie starrte Cedrella angeekelt an. „Wie kannst du das deiner Familie nur antun? Sie haben dich zu Recht verstoßen!“ Und schon war sie wieder in Richtung Schlafsaal verschwunden. Cedrella seufzte leise auf. Gleich würde sie es Ruth erzählen und sie würden über sie lästern. Damit hatte sie schon ihre zweite Freundin verloren. Doch wenn sie ehrlich war, dann hatte sie schon vorher gewusst, dass Marjory über kurz oder lang sich auf Ruths Seite schlagen würde.
Ellinor lächelte sie an. „Das habe ich mir fast schon gedacht, weißt du. Vor allem nach unserem Gespräch. Ich wünsche euch beiden so viel Glück! Ich weiß, dass er ein toller Mann sein muss, wenn er dich so glücklich macht. Ich freue mich schon darauf, ihn kennenzulernen. Du kannst auf mich als Freundin zählen!“
Cedrella konnte kaum glauben, was sie eben gehört hatte. Ellinor wollte ihn kennenlernen? Sie freute sich für sie? Es war mehr als sie erhofft hatte. Doch im gleichen Moment wurde ihr Glück schon wieder zerstört. Delilah blickte Ellinor und Cedrella finster an.
„Du wusstest davon? Warum hast du mir nichts erzählt, Elli? Warum hast DU mir nichts erzählt, Ced? Traut ihr mir etwa nicht? Was soll das? Bin ich etwa eine schlechte Freundin, eine Tratschtante, bin ich etwa wie Ruth oder Marjory? Ich dachte eigentlich nicht!“ Den letzten Satz schrie Delilah fast und stürmte aus dem Gemeinschaftsraum.
Fassungslos sahen Cedrella und Ellinor sich an.
„Was war das denn?“, fragte Elli.
„Ich fürchte, Deli ist beleidigt, weil ich neulich mit dir geredet habe. Dabei war das ja eigentlich Zufall. Und nun? Meinst du, sie verzeiht mir, wenn ich es ihr erkläre?“
„Uns, du meinst uns. Auf mich ist sie doch schließlich auch sauer gewesen, nicht?“
„Stimmt, weil du gute Freundin dich an dein Versprechen mir gegenüber gehalten hast!“ Cedrella umarmte Ellinor. „Ich bin so froh, wenigstens dich nicht zu verlieren.“
„Ich habe gesehen, wie du am Boden zerstört warst, nachdem du dich von ihm getrennt hattest. Ich wünsche dir und mir einfach, dass du glücklich bist. Und wenn das nur mit diesem Mann geht, dann ist es eben so. Es gab schon andere Slytherins, die blutverräterische Gryffindors geheiratet haben. Und jetzt erzähl mir alles von ihm!“


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