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Fanfiction

Einmal am Tag ein bisschen Tapferkeit - Oneshot

von waterloo

Das Haus am Grimmauldplatz lag verlassen und schien düsterer als je zuvor. Müde und verschwitzt stolperte das Gryffindortrio über die Türschwelle. Knallend schlug die Tür hinter ihnen ins Schloss. Erst jetzt waren sie den Greifern endgültig entkommen. Wenigstens für dieses Mal. Ron, der Hermines Hand losgelassen hatte, stieß sich seinen Fuß an der Flurkommode. Sein heiseres Schreien übertönte das Gepolter, das die unsicheren und taumelnden Schritte auf dem Dielenboden erzeugten. Ron zuckte aufgrund des pochenden Schmerzes zusammen und blickte an sich hinunter. Ungläubig starrte er auf seine blutverschmierte Hose. Ein Schnitt zog sich über seine Wade.

„Gott, verfickte Scheiße“, brüllte er und donnerte seine Faust krachend an die Wand. Hermine zuckte panisch zusammen. Ihr gellender Schrei hallte durch das ganze Haus, als sie einen Satz von Ron weg tat und sich mit dem Rücken an die vertäfelte Wand presste. Ihre Augen waren fest zusammengekniffen. Ihre Kleidung sah ramponiert aus und dreckverkrustete Haare hingen ihr wirr im Gesicht.

„Oh... Scheiße, ich ...“ Die Hände vor den Mund gepresst stürmte Ron auf die Toilettentür zu.

Harry blickte ihm verdattert nach und warf dann einen unruhigen Blick auf seine beste Freundin. Auch er war schmutzig, sein Hemd hing zerrissen über seinen Schultern und er hatte ebenso wohl einige Verletzungen, die eine Behandlung erforderten. Doch seine ganze Aufmerksamkeit haftete auf der zitternden Hermine.

„Schhh, Hermine“, sagte er sanft uns näherte sich ihr vorsichtig.

„Hermine?“ Er wagte noch nicht, sie anzufassen. „Schhh“

Sie reagierte nicht auf seine beruhigenden Laute.

„Hörst du mich, Hermine?“, fragte er, nun umso besorgter. „Alles wird gut.“

Das war eine schamlose Lüge und Harry wusste das. Was er hingegen nicht wusste, war, wie er mit einer apathischen Hermine umgehen sollte.

Doch diese wusste ebenso gut, wie unwahr Harrys Worte waren. Sie schlug die Augen auf und blickte direkt in die von Harry.

Ihrer Kehle entrang sich nun ein hartes Schluchzen. Tränenschlieren zogen helle, glänzende Bahnen durch ihr staubiges Gesicht.

Sie löste sich von der Wand und blickte an sich hinunter. Ihr ehemals hellgraues T-Shirt war blutgetränkt. Doch das Blut war nicht ihr eigenes.

Ein Ausruf des Ekels entfuhr ihr, gefolgt von einem hysterischen „Ich muss hier raus“.

Noch immer Harry gegenüber im Flur stehend, zerrte sie sich den klammen Stoff über den Kopf und schleuderte ihn von sich in eine dunkle Zimmerecke.
Dann schlug sie wieder die Hände vors Gesicht und weinte trocken weiter. Hart schlug ihr Körper auf dem Boden auf, als sie sich fallen ließ.

Harrys Blick fiel in einen alten goldgerahmten Spiegel, der neben der Garderobe hing. Auch sein Gesicht schimmerte. Hatte er geweint? Verwirrt wischte er sich über die Wangen. Seine Hände fühlten sich feucht an.

Sein Blick glitt wieder zu Hermine. Er kniff kurz die Augen zusammen. Das Häufchen Elend auf dem Boden war nicht mehr Hermine.

Ron erschien im Türrahmen und schaute stumm auf die Szene, die sich ihm bot.

Als er keine Anstalten machte, sich seiner Freundin zu nähern, ging Harry vor Hermine in die Knie. Vorsichtig fuhr er über ihr Haar. Sie ließ ihn gewähren. Ihr kehliges Wimmern verstummte.

„Hilfst du mir?“ Bittend sah Harry zu Ron. Dieser stieß sich schwerfällig vom Türrahmen ab und blieb vor Hermine stehen.

Beide Jungen griffen einen von Hermines Armen und zogen sie wieder auf die Beine. Doch diese gaben sofort nach und Ron keuchte vor Überraschung auf, als ihn ihr Gewicht ins Taumeln brachte.

„Scheiße!“

Erstaunt blickte Hermine ihn an. „Was, Ron?“

Sie stand wieder selbstständig und sah ihn fragend an.

„Nein, alles ok“, verwirrt blickte Ron zu Harry.

„Möchtest du vielleicht duschen?“, fragte dieser sie nun sanft.

Als Antwort erhielt er nur ein Schulterzucken, doch das genügte ihm. Er nahm ihre Hand und führte sie ins Badezimmer. Hermine blieb anteilnahmslos mitten im Raum stehen.

„Wir sind in der Küche“, teilte er ihr mit, bevor er sich zurückzog. Gerade als er die Tür schließen wollte, hörte er die zittrige Stimme von Hermine.

„Kannst du die Tür auf lassen?“

Mit einem Schulterzucken seinerseits öffnete er die Tür wieder. Ron sah Harry ausdruckslos an. Harry ging an ihm vorbei in die Küche. Eigentlich wusste er nicht, was er hier sollte. Ron betrat nach ihm leicht hinkend den Raum und blieb stehen.

Harry trat ans Fenster und blickte in die Dunkelheit. Im Fensterglas sah er seine eigene Silhouette. Kraftlos ließ er sich auf einen Stuhl sinken. Doch Rons Stimme fing wieder seine Aufmerksamkeit.

„Du musst mein Bein heilen.“ Er blickte irritiert zu Ron, der auf sein Bein deutete.

„Zieh die Hose aus“, forderte er dann ruhig.

Der Küchentisch war nicht abgeräumt worden. Ron schob das Geschirr einfach beiseite. Dabei wurde der Tisch mit Kaffee geflutet, der nun auf den Boden tropfte. In Boxershorts und T-Shirt ließ er sich auf den Küchentisch plumpsen.

Nachdenklich musterte Harry die sich ausbreitende Pfütze auf den hellen Kacheln.

„Wer war eigentlich dran, den Tisch abzudecken?“, überlegte er laut und kratze sich dabei die Schläfe. Dabei traf er eine frische Wunde, die sofort wieder heftig zu bluten begann.

Harry starrte auf seine blutige Hand. Das Blut war seins, zweifellos. Sein Blick glitt hinüber zu den Fetzen seines Hemdes. War das Blut darauf auch von ihm? Mit einem kräftigen Ruck riss er sich den Stoff vom Körper. Bis auf ein paar Schrammen schien sein Oberkörper unverletzt.

„Harry, verdammt!“ Ron warf ihm einen bösen Blick zu. „Das tut weh!“ Damit meinte er noch immer sein Bein. Die Ränder der klaffenden Wunde hatten sich bereits dunkel verfärbt.

Hochkonzentriert richtete Harry seinen Zauberstab auf Rons Wade. Die Heilung dauerte lange und war schmerzvoll.

Ron biss die Zähne aufeinander. Tränen traten ihm in die Augen, doch er verbot sich zu weinen. Wenigstens einmal an diesem Tag wollte er sich Tapferkeit beweisen. Seine Hände klammerten sich haltsuchend an die Tischkante. Als die Heilung vollzogen war, ließ er sich erschöpft nach hinten fallen. Mit einem lauten Scheppern zerbarst die Kaffeekanne auf dem Boden.

„Aaahh!“, ertönte Hermines schriller Schrei aus dem Badezimmer.

„Scheiße!“, fluchte Ron, sprang sofort auf und eilte von Harry gefolgt zu Hermine.

Hermine war noch immer in BH und Hose gekleidet, wie Harry sie zurück gelassen hatte. Sie sah verloren aus, so wie sie inmitten des großen gekachelten Raums stand.

Ohne zu zögern schritt Harry auf sie zu und zog sie in seine Arme. Hermine vergrub den Kopf an seiner Schulter. Sie wurde von heftigen Weinkrämpfen geschüttelt. Sanft fuhren Harrys Hände unerlässlich ihren Rücken auf und ab.

Ron, der mit dem Anblick der labilen Hermine restlos überfordert war, ließ sich auf dem Toilettendeckel nieder und stützte den Kopf in die Hände. Nur ein Gedanke hallte in seinem Kopf wieder. Der Wunsch nach Ruhe. Unsicher ging er auf seinen besten Freund zu, der noch immer seine Freundin in den Armen hielt. Er müsste es sein, an den Hermine sich schutzsuchend klammerte. Er müsste es sein, der seiner Freundin Halt gab. Er müsste es sein, an dessen Schulter sie ihren Kopf vergrub und es müssten seine Hände sein, die sie streichelten.

Ron suchte Harrys Augen. Und Harry verstand. Wortlos nickte er. Zögerlich berührte Ron kurz Hermines Rücken, dann zog er sich mit schmerzerfülltem Gesicht zurück.

An der Badezimmertür drehte er sich noch einmal um.

„Das ist doch Wahnsinn“, wisperte er.

„Ja“, entgegnete Harry tonlos.

Hermine reagierte nicht.


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Zitat
Die Entschlüsselung der Namen ist gut und schön, aber manchmal habe ich den Eindruck, dass dem zuviel Bedeutung beigemessen wird. Überspitzt gesagt, könnte Malfoy auch Müller-Lüdenscheid heißen, er würde aber dieselbe finstere Figur bleiben.
Klaus Fritz