
Sirius war trotz der mangelnden Zuneigung seiner Eltern ein fröhlicher Junge. Er war inzwischen fünf Monate alt und sein liebster Gesichtsausdruck war ein Lächeln. Sein Wortschatz war für sein geringes Alter bereits erstaunlich hoch, er belief sich auf Blöd, Kreacher und Mutter. Was andere Mütter zu Begeisterungsstürmen und Lobeshymnen über die Intelligenz ihres Sprösslings bezeichnen würden bezeichnete Walburga Black schlichtweg als nerviges Geplappere. Sie störte überhaupt alles an der Präsenz des Kindes. Am liebsten wäre es ihr, wenn er sofort ausziehen würde. Sein Lachen, sein Aussehen (obwohl man bereits jetzt sah, das Sirius mit seinen grauen Augen und seinen seidigen schwarzen Haaren einmal sehr hübsch sein würde) und sein Verhalten. Nur um eines kümmerte sie sich was ihren Sohn anging: Um angemessen Kleidung und ein ordentliches Aussehen, denn dies war es, was ihr auch bei ihr selbst am wichtigsten war. Sie musste ordentlich gekleidet sein, in der Zaubererwelt um ihren Stand als adlige und mächtige Familie zu repräsentieren, in der Muggelwelt um zu zeigen, dass sie um einiges besser war als die Muggel, die für sie nichts besseres als Tiere waren.
Die Potters waren zwar fast ebenso reich, jedoch um einiges vorurteilsfreier. Sie lebten in einem großen Anwesen in Godric's Hollow. Es war der 26. Mai 1960 und die Sonne schien hell am Himmel. Es war drei Uhr am Nachmittag. In einem hellen und großem Zimmer lag Lucy Potter in den Wehen. Sie war eine freundliche Frau, mit braunen Augen und langem, dunklem Haar. Ihr Mann, Angus Potter stand neben dem Bett. Neben ihm stand ein Heiler, der mit seinem Zauberstab auf Lucy's Bauch wies. Am anderen Ende des Zauberstabs war eine Projektion entstanden, die ähnlich einem Ultraschall das Kind zeigte, nur mit dem Unterschied, das diese Projektion in Farben gehalten war. Nach einiger Zeit wurde James Potter geboren. Es war sehr faszinierend, sowohl zu sehen, wie James langsam aus dem Bauch herauskam und gleichzeitig in der Projektion zu beobachten, wie er aus dem Bauchinneren verschwand.
Nach einigen, endlos scheinenden Stunden war endlich James Potter geboren. Der Name war schon vereinbart, seit sie wussten, das es ein Junge werden würde.
Angus Potter rief einen Hauselfen und wies ihn an, ein
Tablett mit Feuerwhiskey ihn und den Heiler zu bringen, und ein Glas Wasser für seine Frau. Diese lag unterdessen im Bett und betrachtete unglaublich glücklich ihren neugeborenen Sohn. Er hatte, ebenso wie sie haselnussbraune Augen und auf seinem Kopf sah man bereits die ersten, schwarzen Haare. Er gluckste glücklich und man sah, das in seinem Mund bereits ein einziger Zahn gewachsen war. Fasziniert strich Lucy dem kleinen James über den Kopf.
Angus lächelte glücklich, als er seinen Sohn betrachtete. Noch nie in seinem Leben war er so glücklich gewesen.
Mit einem Knall erschien der Hauself Donky wieder. Der Hauself trug ein riesiges Tablett, das fast schwer beladen war, mit einer Flasche Feuerwhiskey, zwei Whiskeygläsern und einem Krug mit Wasser und einem Wasserglas. Daneben stand ein Tellerchen mit Gebäck und eine kleine Flasche mit aufgewärmter Säuglingsmilch.
Angus seufzte. Er hätte wissen müssen, das der Hauself wieder übers Ziel hinausschießen würde. "Donky... was hatte ich gesagt? Nur Wasser und Feuerwhiskey. Es war nie die Rede von Gebäck oder Milch." Allerdings sagte er dies in einem liebevollen Ton, der die Rüge nicht allzu ernst machte. Der Hauself nickte und ließ die Ohren hängen. "Sicher, Donky dachte nur, das der Meister über etwas zusätzliches erfreut sein würde. Donky entschuldigt sich vielmals und hofft, das der Meister ihm verzeihen kann." Angus lachte. "Ist schon gut...ich wollte dir damit nur sagen, dass es reicht, wenn du das bringst, worum ich dich bitte." Dann nahm er dem Hauselfen das Tablett ab, goss etwas Wasser in das Glas und reichte es seiner Frau. In die beiden Whiskeygläser ließ er mit einem Schwung seines Zauberstabes auffüllen und reichte eines davon dem Heiler. Dann sagte er: "Auf James Potter" und sie stießen an.
James hatte dies alles mit großen Augen beobachtet. Er verstand nicht viel, nur das es eindeutig seltsam war, wie diese großen Menschen sich aufführten. Vor allem dieses kleine Wesen mit den großen Ohren hatte ihn verwirrt. Er lachte kurz auf und bemerkte dann, wie sich Hunger in ihm breitmachte. Mit einem kurzen Quäken machte er darauf aufmerksam. Die große Menschin lachte und hob ihr T-Shirt an. Als James an ihrer Brust nuckelte, dachte er, das es vielleicht doch nicht so schlecht gewesen war, aus dem warmen Bauch herauszukommen. Schließlich war es ihm darin so langsam eng geworden.
Ganz anders als die arroganten Blacks und die reichen Potters war die Familie Lupin. Amanda Lupin war eine blasse, kränkliche Frau mit hellbraunen Haaren, einem herzförmigen Gesicht und wasserblaue Augen. Obwohl sie reinblütig war hatte sie sich in einen halbblütigen Mann verliebt. Charles Lupin war ein freundlicher Mann. Er hatte blonde Haare und braune Augen. Seine Eltern waren Alamdus Lupin, ein Reinblüter und Alice Franklin, ein Muggel gewesen.
Doch so langsam war es an der Zeit, über die dritte Generation nachzudenken. Seit zwei Wochen wartete die kleine Familie auf ihr Kind. Heute war es endlich so weit. Bereits seit den frühen Morgenstunden lag Amanda in den Wehen. Ein Heiler war nicht anwesend, da die Lupins nicht genug Geld hatten, um einen zu bezahlen und einfach darauf vertrauten, dass dem Kind nichts passieren würde. Inzwischen war es neun Uhr abends und endlich fing an sich etwas zu tun... um elf Uhr kam ein Mädchen auf die Welt. "Wie wollen wir sie nennen?" fragte Charles seine Frau, die noch sprachlos vor Glück auf ihre kleine Tochter schaute. Langsam fand sie die Sprache wieder. "Luana, der Mond scheint heute so hell." Charles stimmte zu. Plötzlich keuchte Amanda auf. "Was...was ist denn? Geht es dir gut?"
"Ja... sicher nur Nachwehen oder sowas..."
Nochmals stöhnte sie auf. "Ich glaube... ich glaube du wirst nochmal Vater!" meinte sie unter zwei schweren Atemzügen. Charles brauchte eine Weile um zu verstehen. Doch er wusste, dass für Freude noch keine Zeit war. Nach zwei endlosen Stunden kam sein Sohn zur Welt. Er küsste ihn auf die Stirn. Sein Name würde Remus sein, wie Amanda und er es bereits vor der Geburt ausgemacht hatten.
Er sah Amanda sprachlos vor Glück an, als er merkte, das ihr Atem unregelmäßig ging. Ihre Brust hob und senkte sich zwar, aber nur in kurzen Stößen. "Amanda... geht es dir gut?" "Ja... wird.. schon gehen" keuchte sie. "Ich glaube, du wirst die Kinder ohne mich großziehen müssen!" meinte sie dann. Charles sah sie geschockt an. Obwohl sie unter ihrem schweren Atem nur geflüstert hatte kam es ihm so vor als ob seine Frau gebrüllt hätte. "Das... das sagst du doch nur so oder? " stammelte er. "Ich... ich kann nicht... mehr.
Du musst! " Charles nickte. "Ich liebe dich!" flüsterte er mit tränenerstickter Stimme. Dann küsste er Amanda. Sie selbst umarmte ihn und ihre Arme lagen leicht wie eine Vogelfeder auf seinem Rücken. Dann küsste sie noch ein letztes und zugleich beinahe erstes mal ihre zwei Kinder. Dann stockte ihr der Atem und sie schloss die Augen.
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Sorry, das Kapitel ist ein bisschen kurz geworden aber ich will die Kapitel nicht unnötig lang ziehen. Ach ja, über Kommis bin ich immer dankbar :) Ich mag Kritik :D
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