
von Lillyx3
Mrs. Taylor machte mich unten herum frei und begann mich zu untersuchen.
,,Der Muttermund ist bereits geöffnet. Sie muss das Baby hier zur Welt bringen. Ich brauche Handtücher und warmes Wasser. '' rief sie eilig. Tom stand auf und holte schnell die Sachen.
Ein stechender Schmerz durchfuhr mich.
,,Ich glaube die Fruchtblase ist grade geplatzt !! '' rief ich keuchend.
,,Ganz ruhig Miss Evans, wir kriegen das schon hin. SIe müssen nur auf meine Anweisungen hören. '' erklärte sie und drückte meine Beine auseinander, so das ich nun mit gespreizten Oberschenkeln da lag.
Tom kam zurück ins Zimmer mit Handtüchern und einen Eimer warmes Wasser. Er setzte sich auf einen Stuhl, direkt neben mir ans Bett.
Mrs. Taylor nahm ein Handtuch und legte es zwischen meine Beine.
,,So jetzt versuche mal bei der nächsten Wehe zu pressen. '' erklärte sie ruhig.
Ich hatte ziemlich dolle Schmerzen, so das ich immer wieder aufschreien musste.
,,Sie brauchen keine Angst zu haben, dem Baby geht es gut. Versuchen sie einfach zu pressen. '' sagte sie.
Tom nahm meine Hand und flüsterte mir zu: ,, Du schaffst das, ich bin bei dir. ''
Ich nahm all meinen Mut zusammen, kniff die Augen zusammen und versuchte gegen den Schmerz anzudrücken.
,,Ja gut so...'' sprach sie.
Erschöpft ließ ich mich zurück fallen.
,,Es...Es tut so weh. '' sagte ich unruhig.
,,Sie müssen sich beruhigen Miss Evans. Sie zögern die Geburt nur heraus. Entspannen sie ihren Körper, so ist es auch für das Baby einfacher. '' erklärte sie während sie nach sah.
,,Du musst wirklich keine Angst haben. '' sprach Tom und wischte mir mit einem Tuch den Schweiß von der Stirn. Ich blickte ihn dankbar an. Die Wehen hatten etwas nachgelassen.
,,Ich...Ich will nur das es gesund auf die Welt kommt. '' sprach ich schwer ahtment.
,,Das wird es, ich kann das Köpfchen schon sehen. '' ermutigte Mrs. Taylor mich noch ein mal.
Ich versuchte zu lächeln.
Immer wieder durchfuhr mich ein stechender Schmerz. Es tat so weh und drückte total.
Ich musste aufschreien und dann waren die Schmerzen auf ein mal wieder weg. Ich versuchte den Anweisungen von Mrs. Taylor zu folgen.
Nach gut einer Stunde war es fast soweit.
,,Noch einmal prssen Miss Evans dann ist es da. '' sagte sie.
Tom, der die Geburt aufgeregt mitverfolgt hatte, munterte mich noch einmal auf.
Ich schloss die Augen und drückte ein letztes mal.
Alles in mir schmerzte heftig, bis ich auf einmal nur noch merkte wie es rauskam.
Ich war der glücklichste Mensch auf der Welt, als ich das schreien eines Babys vernahm.
Mrs Taylor wickelte das neugeborende grade eifrig in ein Handtuch.
,,Miss Evans, sie haben ein gesundes Mädchen auf die Welt gebracht. '' sprach sie glücklich und legte mir ein kleines schreiendes Bündel an die Brust. Sie fing sofort an zu trinken.
,,Die ist ja total klein und so niedlich. Ich bin froh das es euch beiden gut geht. '' sagte Tom erleichtert und betrachtete aufmerksam das Baby.
,,Ich bin auch froh Tom, das alles gut gegangen ist...und...und das bei mir warst. '' sprach ich erschöpft.
Lächelnd sah er mir in die Augen und betrachtete danach wieder aufmerksam das Baby.
,,Weißt du schon wie sie heißen soll ? '' fragte Tom.
,,Maja. '' sprach ich leise und streichelte meine Tochter über ihre kleine, noch feuchte Wange.
Mrs. Taylor kam zurück ins Zimmer.
,,Sie brauchen jetzt viel Ruhe Miss Evans. Die Geburt hat sie sicher sehr geschwächt. Ich werde die kleine untersuchen und Mr. Riddle wird sich sicher um sie kümmern, wenn sie noch schlafen. '' sagte sie.
Ich legte Tom also das Baby in die Arme. Er sah total glücklich aus, als wäre er selbst grade Vater geworden.
,,Wie leicht sie ist...und ihre Händchen so klein und süß. '' sprach er leise, da sie grade aufgehört hatte zu schreien.
Schließlich verließen die drei das Zimmer und ich schlief vollkommen erschöpft ein.
Mrs. Taylor, Tom und Maja waren nur im Nebenzimmer, welches sich in einen kleinen Untersuchungsraum verwandelt hatte.
,,Dann wollen wir mal sehen ob auch alles okay bei dir ist. '' sprach sie zu Maja, die strampelnd und noch etwas blutverschmiert auf dem Tisch lag. Sie untersuchte Maja gründlich. Ihre Ärmchen...Beinchen und ihren kleinen Bauch. Tom verfolgte alles aufmerksam.
,,Dann werden wir dich jetzt mal messen und wiegen. '' sprach sie.
Kichernd versuchte sie Maja zu messen, doch sie wollte einfach nicht aufhören zu strampeln.
,,Du bist ja eine...grade erst auf der Welt und schon so aktiv. '' sagte sie lachend. Auch Tom lachte.
,,Könntest du sie vielleicht ein wenig festhalten ? '' fragte sie Tom.
,,Ich...Ich weiß nicht so genau....tue ich ihr denn nicht weh ? '' fragte er unsicher.
,,Nein, ach Moment ich habe es schon...56 cm und 3240g. Das ist gut, etwas leichter als andere Babys, aber noch normal. '' erklärte sie.
,,Sie ist wirklich süß. Ich war noch nie bei einer Geburt dabei. Es war schon irgendwie aufregend, dabei konnte ich Lisa kaum in die Augen schauen, weil sie solche Schmerzen hatte. '' sprach er aufgelöst.
,,Ja, das ist nun mal so. Ich habe alles soweit in die Geburtsurkunde eingetragen. Wissen sie zufällig wer der Vater von der kleinen ist ? '' fragte sie vorsichtig.
,,Nein ähm...sie hat mir erzählt das er einfach abgehauen ist, als er erfahren hatte, das sie schwanger ist. Mich macht das irgendwie sauer. Wie kann man nur seine Freundin und so ein kleines süßes Baby sitzen lassen ?! '' sagte er aufgebracht.
,,Sowas ist echt eine Schande. '' sagte sie und zog Maja einen Strampler an.
..Miss Evans schläft sicher noch. Können sie die kleine solang füttern ? '' fragte sie freundlich.
,,Ähm ok...warum nicht.'' sagte Tom etwas unsicher.
Er setzte sich ins Wohnzimmer auf das Sofa und Mrs. Taylor legte Maja in seine Arme. Langsam hielt er das Fälschen an Majas kleinen Mund. Vorsichtig fing sie an daran zu nuckeln.
,,Sie machen das gut. Ich muss nun weg. Wenn Miss Evans wach ist, geben sie ihr das Baby, sie braucht den Kontakt zur Mutter. Die Urkunde und die anderen Sachen liegen alle bereit. Auf wiedersehen. '' sprach sie eilig und verschwand, wobei sie einen verwirrten Tom zurück ließ.
Liebevoll kümmerte sich Tom um das Baby. Er fühlte sich wie ihr leiblicher Vater, da er bereits eine Menge Vatergefühle für Maja entwickelt hatte.
,,Du siehst deiner Mama verdammt ähnlich...die Augen...das Gesicht...du bist echt ein süßes Baby. '' sprach er glücklich und spielte mit Majas winzigen Fingern.
Eine Stunde lang saß er da und hielt Maja in den Armen, bis sie schließlich eingeschlafen war.
Vorsichtig legte er sie in eine kleinen Wiege, die er für mich als Geschenk gekauft hatte.
Leise klopfte es an meiner Zimmertür.
,,Ja bitte. '' antwortete ich noch schwach.
Langsam kam Tom herein und setzte sich auf meine Bettkante.
,,Wie geht es Maja ? '' wollte ich sofort wissen.
,,Keine Sorge es geht ihr gut. Sie schläft. '' sagte er beruhigend.
Mir fiel ein Stein vom Herzen. Meine Tochter hatte die Geburt gut überstanden.
,,Und wie geht es dir ? Darf ich dir vielleicht ein Angebot machen ? '' fragte er freundlich.
,,Ähm ja mir geht es gut. Was denn für ein Angebot ? '' fragte ich verwundert.
,,Also ähm es ist so...Da ihr beide jetzt zu zweit seid...wollt ihr vielleicht erst einmal bei mir wohnen ? Ich habe genug Platz und ich könnte euch ein wenig unterstützen. '' schlug er sanft vor.
,,Das...Das wäre sehr nett von dir. '' sprach ich dankbar.
,,Gut. Du bist übrigens echt süß, genau wie Maja. Wollen wir vielleicht irgendwann mal ausgehen ? '' fragte er schüchtern.
,,Ich finde dich auch süß. Klar, können wir machen. Ich bin dir so dankbar das du mich aufgenommen hast. '' sprach ich auch schüchtern und wurde rot.
,,Willst du vielleicht ein warmes Bad nehmen ? '' fragte er mich.
Ich nickte. Tom zeigte mir das Bad und ging zurück ins Wohnzimmer während ich badete.
Als er zurück ins Wohnzimmer kam, hörte er bereits Maja, die am schreien war.
,,Was hast du denn ? '' fragte Tom besorgt und nahm Maja in die Arme.
Vorsichtig schaukelte er sie hin und her.
,,Bitte hör doch auf zu schreien. Ich...Ich bin nicht dein richtiger Papa...du solltest dich nicht zu sehr an mich gewöhnen. '' sagte er traurig.
Tom würde liebend gern Maja's Vater, doch es war nun mal nicht so.
Da er ziemlich unerfahren war, beschloss er sie einfach zu wickeln.
Vorsichtig zog er ihr den Strampler aus, das gar nicht so leicht war, weil sie andauernd anfing zu strampeln.
,,Du bist mir eine. '' lachte er und betrachtete die volle Windel.
Kaum hatte Maja eine neue Windel um, hörte sie auf zu schreien.
Nach einer halben Stunde war ich fertig mit baden und ging zu Tom ins Badezimmer.
Ich setzte mich auf das dunkle Sofa und wartete auf Tom.
Kurze Zeit später kam er auch schon herein, mit Maja auf dem Arm.
,,Guck mal Maja wer das sitzt. '' sprach er leise und legte mir meine Tochter in die Arme.
Ich war überglücklich als ich das lachende Gesicht meine kleinen Tochter sah.
Ich wollte sie nie wieder hergeben.
Es gab aber eine Sache, die mich die ganze Zeit schon traurig machte. Ich fühlte mich so allein...Jemand fehlte einfach und zwar Marcus, Maja's leiblicher Vater.
Warum ist er damals einfach abgehauen ?
Ich dachte er würde sich genau so auf das Baby freuen wie ich.
War er einfach noch nicht so weit, Vater zu werden ?
Ich wusste das ich ihn immer noch sehr liebte und ihn einfach nicht vergessen konnte.
Er war mein erster Freund und ich seine erste Freundin. Wir lernten uns kennen, als ich 18 war und es war sofort Liebe auf den ersten Blick. Wir gingen alles immer ganz langsam an und waren überglücklich.
Irgendwann erfuhr ich dann, das ich schwanger war und freute mich sehr auf mein Baby.
Als ich aber Marcus davon erzählte, rastete er aus und schlug mich sogar einmal. Danach sah cih ihn nie wieder.
,,Hast du Hunger ? '' fragte Tom, der auf einmal neben mir saß.
,,Was ? Ähm ja schon aber die kleine muss ins Bettchen. '' sprach ich und schaukelte Maja in den Armen.
,,Wenn du willst kümmere ich mich solang um sie. '' schlug er vor.
Ich legte Maja in Tom's Arme und ging etwas essen.
,,Deiner Mami geht es gar nicht gut. Sie vermisst deinen Papa. Ich habe gehört wie sie geweint hat, aber das verstehst du noch gar nicht. '' sprach er und streichelte Maja's Wange.
Tom nahm ein Stofftier und hielt es Maja hin. Sie fasste mit ihren kleinen Händchen danach und lachte.
Tom grinste und betrachte die kleine aufmerksam.
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