
von Lillyx3
Nachdem ich noch ein paar Tage bei Tom geblieben war, zog ich nun zurück in mein altes kleines Haus, natürlich mit Maja.
Am Nachmittag kam Nicole mich besuchen.
,,Lisa !! Wie geht es dir ? '' rief sie glücklich und drückte mich feste.
,,Gut. Wie war es in Frankreich ? '' fragte ich sie fröhlich.
Nicole hatte braune lockige Haare und trug eine Brille. Sie war für ein Jahr nach Frankreich gereist. Wir kannten uns aus der Schule und waren Beste Freundinnen.
,,Setz dich doch schon mal ins Wohnzimmer. Ich hole eben Maja. '' sprach ich.
,,Du hast dein Baby bekommen ?! Die kleine ist bestimmt total niedlich. '' schwärmte sie.
Ich holte Maja aus ihrem Bettchen und setzte mich wieder zu Nicole auf's Sofa.
,,Wie niedlich..sie hat deine Augen und die braunen Haare eindeutig von ihren Papa. '' sprach sie und ich legte ihr Maja in die Arme.
,,Was ist eigentlich mit dir und ähm...Marcus. '' fragte sie vorsichtig nach einer weile.
,,Ich habe ihn nie wieder gesehen. Er will nichts von mir und dem Baby wissen. Ich dachte wirklich er würde sich genau so freuen wie ich. '' schluchzte ich und fing leise an zu weinen.
,,Das ist alles sicher nicht einfach für dich...aber es ist doch vor allem deine Tochter...ihr geht es gut...sie ist gesund auf die Welt gekommen...ähm ich habe Marcus übrigens gestern gesehen...er war auf den weg nach hause. '' erklärte sie.
,,Was ? Du hast ihn gesehen ? '' fragte ich erstaunt.
,,Ja er war alleine...ähm wenn du willst, kann ich mal versuchen mit ihm zu reden...er arbeitet ja im gleichen Büro wie ich. '' schlug sie vor und legte Maja zurück in meine Arme, die tief schlummerte.
,,Echt ? Das würdest du machen ? Ach er will doch eh nichts von mir wissen...und das Baby interessiert ihn auch nicht. '' sagte ich wieder traurig.
,,Vielleicht hat er sich ja geändert. '' versuchte sie mich ein wenig aufzumuntern. Ich nickte nur traurig.
Gegen 17 Uhr machte sich Nicole auf den Weg zum Büro, wo auch Marcus arbeitete.
Sie lief die Treppen hoch und klopfte dann an der letzten Tür.
,,Ja bitte. '' ertönte eine Männerstimme hinter der Tür.
,,Hallo Marcus. Kann ich dich mal kurz sprechen ? Es ist wichtig. '' sagte sie zum Marcus, der grade Bücher in ein Regal sortierte. Er trug einen Smoking, war zwei Jahre älter als ich also 25 und hatte kurze braune Haare.
,,Was gibs denn...'' sagte er leicht genervt.
,,Es geht um Lisa..sie hat vor einer Woche euer Baby bekommen. '' sagte sie ernst.
,,Unser Baby ?! Wer weiß ob es überhaupt von mir ist !! Die war doch bestimmt noch mit hundert anderen in der Kiste !! '' rief er sauer.
,,Nein Marcus...Ich habe die kleine gesehen...sie sieht dir verdammt ähnlich...es ist übrigens ein Mädchen...sie heißt Maja. '' sagte Nicole ruhig.
,,Ach ja...na und. '' sagte er genervt und blickte abwesend zur Seite.
,,Marcus bitte...sie...sie ist deine Tochter...die beiden brauchen dich...Lisa ist unendlich traurig und sie schafft das alles doch nicht allein...sie hat kaum Geld...muss sich um das Baby kümmern...den Haushalt machen...sie dachte du würdest dich genau so freuen...ihr wart doch so ineinander verliebt. '' sprach sie einfühlsam.
,,Nicole ich...ich weiß einfach nicht was ich tun soll....Ich glaube ich schaffe das nicht mit den Vater sein. '' sagte er plötzlich völlig aufgelöst und setzte sich hin, wobei er sein Gesicht in den Händen vergrub.
,,Ich glaube schon das du das schaffst...du bist bestimmt ein guter Vater. '' sagte sie aufmunternd und strich über Marcus Schulter.
,,Nein ich weiß nicht...Ich kann nicht mit Kinder umgehen....Ich glaube ich tu der kleinen nur weh. '' sagte er unsicher.
,,Quatsch. Versuch es doch einfach mal. '' ermutigte sie ihn.
,,Ok. Ich fahr nachher bei ihr vorbei. '' sagte er schließlich.
,,Lisa wird sich riesig freuen. Die kleine ist echt total niedlich. '' schwärmte sie.
,,Wenn du meinst...oh man...Ich bin echt Vater geworden...ich fühle mich einerseits total unsicher und andererseits aber auch irgendwie super glücklich. '' sagte er immer noch fassungslos.
,,Marcus du bist doch sonst nicht so...Außerdem...'' wollte sie grade sagen.
,,Du hast recht. Ich mach mich sofort auf den Weg...habe eh jetzt Feierabend. '' sagte er und machte sich auf den Weg nach hause. Er war doch nicht zu Lisa gefahren, weil ihn wieder die Angst ergriffen hatte.
Er konnte die nächsten zwei Nächte nicht richtig schlafen. Es ging ihm so vieles durch den Kopf.
Würde Lisa überhaupt mit ihn reden wollen ? Wie sah wohl seine Tochter aus ?
Er merkte langsam, dass er Vatergefühle entwickelte. Er fühlte sich verantwortlich für seine Tochter.
Marcus trug eine dunkle blaue Jeans, schwarze Schuhe und ein schwarzes Hemd, als er aus dem Auto ausstieg.
Etwas zögerlich klingelte er an meiner Haustür. Er hatte einen Strauß Rosen bei sich und einen Kuschel Teddy für Maja.
Sein Herz schlug ihn bis zum Hals. Gleich würde er zum ersten mal seine Tochter sehen.
Ich kochte mir grade einen Tee und Maja lag im Nebenzimmer und schlief.
Unwissend was mich erwartete lief ich zur Tür und öffnete sie.
,,Marcus ?! Was machst du denn hier ?! '' fragte ich vollkommen erstaunt.
,,Ähm ja also das kommt vielleicht alles ein bisschen plötzlich aber ich wollte mal sehen wie es euch beiden geht. '' sagte er nervös.
,,Ok ähm...komm doch erst mal rein. '' bot ich ihn an.
Er gab mir noch den duftenden Rosenstrauß und wir setzten uns ins Wohnzimmer auf die alte Couch.
,,Ich weiß es ist nicht grade schön hier, aber ich habe kaum Geld und Arbeit finde ich auch nicht. Ich kümmere mich ja den ganzen Tag um die kleine. Ich...Ich will das es ihr gut geht. '' schluchzte ich und fing leise an zu weinen.
,,Mir tut das alles so verdammt leid, was ich damals getan habe. Weißt du ich...ich habe mich einfach noch nicht bereit gefühlt, Vater zu werden. Ich hatte Angst vor der Verantwortung und davor das ich der kleinen weh tue. '' sagte er traurig.
,,Das hatte ich am Anfang auch. Ich meine eigentlich war sie ja gar nicht geplant...es ist halt einfach passiert. '' sagte ich auch traurig und wischte mir die Tränen aus dem Gesicht.
,,Stimmt...sie war nicht geplant...aber irgendwie ist es auch ein total schön, jetzt Vater zu sein. Wir sind sozusagen eine richtige kleine Familie. '' sagte er aufmunternd.
,,Ja ähm das...das kann sein. Willst du die kleine mal sehen ? '' fragte ich vorsichtig.
,,Ähm wenn du nichts dagegen hast. '' antwortete er nervös.
Ich stand auf und holte Maja aus ihrem Bettchen. Aufgeregt ging ich mit ihr zurück zur Couch. Wie würde Marcus jetzt wohl reagieren ?
Noch ziemlich unsicher sah er die kleine an. Das ist also meine Tochter...schoss es ihm durch den kopf.
In dem Moment, als er sie das erst mal sah, fühlte sich alles in ihm total glücklich an. Von nun an war er sich sicher, das er der Vater von diesem kleinen süßen Baby war.
,,Sie sieht genau so aus, wie ich mir sie vorgestellt habe, wobei sie die Augen ja auf jeden fall von dir hat. Es ist ein unbeschreiblich tolles Gefühl sie zu sehen. '' sprach er glücklich.
,,Das freut mich sehr. Ich muss mal eben ihr Fläschen fertig machen. Hälst du sie so lange ? '' fragte ich ihn sanft.
,,Ähm ich weiß nicht...sie...sie fängt bestimmt an zu weinen. '' sagte Marcus unsicher.
,,Nein..sie mag dich doch...Du bist ihr Papa...Sieh doch wie sie dich anlächelt. '' sagte ich fröhlich und Marcus blickte in Maja's lachendes Gesicht. Auch er musste schließlich grinsen.
Während Marcus zum ersten mal seine Tochter in den Armen hielt, machte ich das Fläschen fertig.
Marcus zeigte Maja den Stoff Teddy. Sie musste sofort süß auf lachen und fing an mit ihren kleinen Händchen danach zu greifen.
,,Du bist echt süß. Ich bin übrigens dein Papa. '' sagte er ein wenig stolz und streichelte sanft über ihr Bäckchen.
Da Maja langsam hunger bekam, fing sie an zu schreien.
,,Hey bitte wein nicht. '' sagte Marcus nervös und schaukelte die kleine in seinen Armen.
,,Du kriegst ja gleich deine Flasche. Ich...Ich weiß nicht wie ich dich beruhigen soll. '' sagte er unsicher und hielt Maja wieder den Stoff Teddy hin. Sie wollte einfach nicht aufhören zu schreien.
,,Da hat aber jemand ganz schönen hunger. '' sagte ich, als ich mit Maja's Flasche zurück kam.
,,Willst du sie füttern ? '' fragte ich ihn.
,,Ich kann es ja mal versuchen. '' sagte er schon fast ein bisschen erschöpft.
,,Du musst sie etwas höher halten und ihr Köpfchen muss unter deinem Arm sein. '' erklärte ich leise und legte seine Arme in die richtige Position, wobei er kurz seine Hand auf meine legte. Unsicher sahen wir uns an.
Marcus nahm die Flasche und hielt sie vorsichtig an Maja's Mund, die sofort zu trinken begann.
,,Du machst das gut. Kaum gibt man ihr die Flasche, ist sie ruhig. '' sprach ich leise.
Marcus mochte es die kleine zu füttern. Es machte ihn überglücklich, seine Tochter in den Armen zu halten. Nachdem sie auf getrunken hatte, legte ich sie zurück in ihr Bettchen.
Marcus und ich saßen auf dem Sofa und tranken einen Kaffee.
,,Ich denke wir sollten noch mal über alles reden. '' schlug er vor.
Ich nickte zustimmend.
,,Ich war wirklich so fertig und wusste einfach nicht was ich machen sollte. Das war so ein komisches Gefühl, auf ein mal zu wissen, dass man Vater geworden ist. '' sagte er aufgelöst.
,,Das glaube ich dir. Ich dachte du wärst mit irgendeiner Tussi durchgebrannt. '' sprach ich traurig.
,,Nein, auch wenn ich das gesagt habe. Ganz tief in meinem Herzen liebe ich nur eine Frau...und die bist du Lisa. '' sagte er sanft und legte seine Hand auf meine.
Verwundert blickte ich ihn an.
,,Ich war kurz davor dir einen Antrag zu machen. '' sagte er leise.
,,Marcus ich...ich weiß überhaupt nicht was ich sagen soll. '' sagte ich sprachlos.
,,Du musst auch nichts sagen. Ich weiß, das kommt jetzt alles ein bisschen plötzlich aber glaubst du wir könnten es noch mal zusammen versuchen ? '' fragte er vorsichtig.
,,Ich weiß nicht..gib mir Zeit zum nachdenken...Maja darfst du natürlich jeder Zeit sehen. '' sagte ich bedrückt.
,,Ok...Ich kann dich verstehen...aber wenn irgendetwas ist...ich bin immer für dich da. '' sagte er sanft.
Ich brachte ihn noch zur Tür.
,,Also dann..tschüss. '' verabschiedete er sich.
Ich sah ihn nur an. Er trat einen Schritt auf mich zu und umarmte mich sanft.
,,Ich habe dich so vermisst. Ich Liebe dich immer noch so sehr. '' flüsterte er in mein Ohr.
,,Ich habe dich auch vermisst. '' sprach ich traurig.
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