
Hey, da bin ich wieder.
Diesmal hab ich das Kapitel extra lang gemacht und hoffe sehnsüchtig auf Kommis.
Beim Lied des sprechenden Huts habe ich mich an Harry Potter und der Feuerkelch Seite 185 und Seite 186 orientiert, aber versucht, möglichst wenig abzuschreiben.
Ach ja, je mehr Reviews kommen, desto schneller kommt das nächste Kapitel.
LG
Lily
Ich war noch nie in meinem Leben so froh gewesen, dass die Zugfahrt vorbei war. Immerhin konnte ich mich auf die Art und Weise nicht noch weiter blamieren. Zumindest nicht im Zug. Lucky me.
Als ich aus dem Zug ausstieg verschwand meine Erleichterung jedoch relativ schnell, da meine Freundinnen irgendwie verschollen waren.
Ich sah mich besorgt um, aber weder sah, nnoch hörte ich sie, was an sich schon an Wunder grenzte, denn Beccy redete für gewöhnlich so viel, dass man sie nicht überhören konnte.
"Erstklässler hier rüber... Erstklässler...zu mir... !" Hörte ich Hagrids Stimme. Immerhin etwas. Hagrid war großartig. Ich liebte es, bei ihm zum Tee-Trinken zu sein, ebenso wie ich es liebte mit ihm über Drachen zu fachsimpeln. Hagrid war zwar ein fantastischer Mensch, doch leider auch etwas blind, wenn es um seine Haustiere ging.
Mit einem Drachen war er zwar glücklicherweise noch nicht angekommen (obwohl ich mir sicher war, das dass nur eine Frage der Zeit war) doch hatte er bereits mehr als einmal meine Hilfe dabei haben wollen, ein Graphorn abzurichten, ein ziemlich bösartiges Wesen mit zwei Hörnern, dass noch dazu seeeeeehhhr hässlich war. Ich hatte es tatsächlich geschafft, ihn von der Graphorn-Idee abzubringen, indem ich zu Dumbledore gegangen war.
Danach hatte er zwar ganze zwei Monate nicht mehr mit mir gesprochen, aber lieber ein wütender Hagrid in Hogwarts, als ein verzweifelter Hagrid in Askaban, weil er Menschenleben in Gefahr gebracht hatte.
Natürlich würde Hagrid so etwas nie tun, dafür war er viel zu gutmütig, doch er war wie so viele andere Menschen ganz verrückt nach seinen sogenannten "Haustieren", bloß dass seine vorzugsweise Feuerspeiend und möglichst tödlich sein sollten.
"Alles klar Lily?" strahlte Hagrid zu mir rüber.
Ich zuckte die Schultern. "Wie immer halt. Hagrid, hast du Caro und so gesehen?"
Hagrid schüttelte seinen monströsen Kopf. "Neeh, tut mir leid, aber Lily, ich hab' gehört du bis' Schulsprecherin gewor'n. Glückwunsch!"
Ich grinste ihn an. "Danke. Ich geh jetzt lieber mal die anderen suchen, bevor die noch ohne mich losfahren. Ich schick dir Ella, wenn ich weiß wann wir zum Teetrinken kommen können."
Hagrid grinste zurück und hob die Daumen. Dann führte er die Erstklässler zu den Booten und sein gigantischer Körper verschwand aus meinem Blickfeld.
Ella war Caro's Eule. Sie war wirklich toll, sie hatte ein goldfarbenes Gefieder und bernsttenfarbene Augen. Da ich keine eigene Eule hatte, durfte ich mir Ella manchmal ausleihen, und da ich meistens gemeinsam mit meinen Freundinnen zu Hagrid ging, hatte ich keine Bedenken ob Caro sie mir diesmal leihen würde.
Leider hatte ich aber auch nicht die Chance, sie zu fragen, da sie weg war.
Um genau zu sein, war fast jeder weg. Der Bahnsteig war nur noch von einigen, wenigen Nachzüglern bevölkert, hauptsächlich Zweitklässler, die noch nicht wussten, wo sie hin mussten.
Ich seufzte, dann machte ich mich auf den Weg zu den pferdelosen Kutschen. Es waren gerade noch etwa drei da.
Ich öffnete eine und wollte schon hineingehen, als mir bewusst wurde, wie dumm das wäre.
In dieser Kutsche saßen mit blasierter Miene Regulus Black, ein schmächtiger Fünftklässler, der lange nicht so gut aussah wie sein Bruder, Narzissa Black, seine ebenso blasse, aber blonde Cousine und zu allem Überfluss auch noch Bellatrix Black mit ihrem hirnlosen Freund Rodolphus Lestrange.
Na toll. Konnte es denn noch besser werden? Ich seufzte und drehte mich wieder um. Auch wenn es feige rüberkommen würde, hielt ich es für das beste, nicht mit Furunkeln übersät zum Begrüßungsessen zu kommen.
"Jaaah, hau nur ab du dreckiges, kleines Schlammblut!" brüllte mir Lestrange hinterher. Ich ignorierte ihn und öffnete die Tür der zweiten Kutsche.
Wie konnte es bei meinem Glück schon anders sein, in dieser Kutsche saß niemand anders, als die Marauder in Person. Ich begann diesen Tag wirklich zu hassen. Und es waren noch zwei Plätze frei.
Ich dreht mich zum zweiten Mal an diesem Tag aus der Kutsche um, und flehte zu Merlin, dass in der letzten Kutsche keine Gehirnamputierten Trottel sitzen würden.
Meine Gebete wurden erhört. Es saßen keine Gehirnamputierten Trottel in der Kutsche. Nur brave, kleine Zweitklässler.
Leider war die Kutsche proppevoll.
Rein theoretisch hatte ich also drei Möglichkeiten.
Erstens: Ich lief zur Schule.
Diese Möglichkeit war definitiv erniedrigend. Und zu so etwas ließ ich mich nicht durch Potter oder Slytherins überzeugen.
Zweitens: Ich stieg in die Kutsche mit den Slytherins.
Diese Möglichkeit würde schmerzhaft enden. Ich würde vermutlich mit einem Furunkel-Fluch zur Schule laufen müssen und meinen ersten Hogwarts-Abend im Krankenflügel verbringen.
Schied also ebenfalls aus.
Drittens: Ich stieg zu Potter in die Kutsche.
Der reine Horror, aber immerhin konnte ich mir bei den Marauders sicher sein, dass er mir keinen Furunkulus aufhalsen würden.
Mir blieb also keine andere Wahl, außer Potter und seine Freunde umzubringen, aber da ich besseres zu tun hatte, als den Rest meines Lebens in Askaban zu verbringen wappnete ich mich innerlich und öffnete zum zweiten Mal an diesem Abend die Kutschtür der Marauderkutsche.
Und, wie könnte es auch anders sein, war die kollektive, erste Reaktion ein Grinsen von vier Seiten und ein Durch. Die. Verdammten. Haare. Fahren. Von Potter.
Ich ließ mich schwungvoll auf den freien Platz fallen, der am weitesten vonn Potter entfernt war und starrte konzenztriert aus dem Fenster.
Es folgte ein Kichern und dann ein Flüstern von Black: "Na Prongs, da hast du aber noch ganz schön Arbeit vor dir wenn du sie rumkriegen willst."
"Klappe Pad!"
Wenigstens sah er ein, dass sein Freund nervig war.
Ich starrte weiterhin aus dem Fenster und bemerkte, dass das absolut sinnlos war, da die Kutsche mit dunklen Vorhängen abgedunkelt war.
Ich gab mir alle Mühe, nicht rot zu werden und starrte weiterhin aus dem Fenster.
Sinnlos, aber immer noch besser als die Marauder grinsen zu sehen. Schließlich wollte ich nicht kotzen müssen.
Okay, vielleicht übertrieb ich ein bisschen, aber das war mir egal. Wenn es um die Marauder ging, sah ich wie durch einen roten Vorhang.
Alles was sie taten war einfach schlecht, arrogant und angeberisch.
Naja, es war einfach so. Man konnte es schließlich leider nicht ändern.
Immerhin schienen die Marauder mich schon nach kurzer Zeit vergessen zu haben und redeten über, wie konnte es mit Mister Superjäger und Herr Lebendiger-Klatscher auch anders sein, über Quidditch.
Mir war das nur recht, schließlich konnte ich mir so ungestört vorstellen, wie ich zuerst Potter, und dann Dumbledore umbrachte, weil er mir Potter zum Partner gemacht hatte.
Meine Mordfantasien waren gerade bei einer altchinesischen Hinrichtungsmethode angekommen, bei der man den zum Tode Verurteilten über ein Bambuusfeld spannte, der dann von dem verhältnismäßig schnell wachsenden Bambus qualvoll durchbohrt wurde, als die Kutsche anhielt.
Potter hielt mir ganz Gentlemanlike die Türe auf und hielt mir seine Hand hin, um mir beim aussteigen zu helfen.
Ich ignorierte diese Geste, die mir bei einem anderen Jungen vermutlich wie das süßeste der Welt vorgekommen wäre und sprang ohne Hilfe aus der Kutsche.
Dann schloss ich die Augen und atmete tief ein.
Hogwartsluft.
Ich lächelte leicht und sah mich dann gründlich um.
Die Ländereien, die Gewächshäuser, Hagrids Hütte und der schwarze See schimmerten leicht im Sternenlicht.
Auf dem See sah man die Lichter der Laternen der Erstklässer und um die Eulerei flogen ein paar Eulen herum.
Das Schloss sah wie immer fantastisch aus.
Mit seinen ganzen Erkern und Türmchen erinnerte es mich an ein Prinzessinenschloss aus Märchenbüchern.
Hogwarts war einfach, mir fiel kein besseres Wort ein, Magisch.
Ich stapfte die Treppe zur Eingangshalle hoch und seufzte glücklich.
Hogwartstreppe.
Ich liebte die geflügelten Eber und die Rüstungen die den Eingang flankierten.
Durch das Gedränge in der Eingangshalle quetschte ich mich in die Große Halle.
Wie jedes Jahr sah ich mich erst einmal staunend um. Es war einfach unglaublich, dass ich, die kleine Lily Evans hier leben konnte.
Es schwebten Kerzen über den Haustischen und die Geister schwirrten herum.
Ich grüßte den Fast-Kopflosen-Nick, den Haugeist von Gryffindor und er hob seinen Kopf ein wenig an, wie es im Mittelalter die Menschen mit ihren Hüten getan hatten.
Oben am Lehrertisch saß Professor Dumbledore, der mir, trotz meiner Mordfantasien von vorhin immer noch vorkam wie der Weihnachtsmann mit seinem silbernen Bart, der so lang war, das er in seinem Gürtel festgemacht war, um ihn nicht zu behindern, seinen Halbmondförmigen Brillengläsern und seinen erstaunlich jung blickenden hellblauen Augen.
Neben ihm war ein leerer Stuhl, wo gewöhnlich Professor MacGonnagal saß, die allerdings vermutlich gerade die Erstklässler in Empfang nahm.
Auf der anderen Seite saß, so klein, dass man dachte, dieser Stuhl wäre ebenfalls leer, mein Lieblingslehrer Professor Flitwick.
Professor Sprout, die Hauslehrerin von Hufflepuff und Lehrerin für Kräuterkunde trug wie immer ihren Flickenhut und lächelte in sich hinein.
Professor Slughorn, ein Mann mit beängstigender Ähnlichkeit mit einem Walross unterhielt sich gerade mit einem neuen Lehrer, vermutlich Verteidigung gegen die dunklen Künste, schließlich war in diesem Fach kein Lehrer dauerhaft bei uns.
Letztes Jahr war Professor Hill sogar schon vor endgültigem Schuljahresende gegangen, angeblich wegen familiärer Probleme, doch das letzte mal, als ich ihn sah, wirkte er so panisch, dass ich mir das einfach nicht vorstellen konnte.
Was Slughorn anging, hatte es allerdings doch etwas gutes, dass ich Schulsprecherin war.
Er machte nämlich, meistens einmal im Monat, Abendessen, zu denen er seine Lieblingsschüler, Verwandte von Berühmtheiten oder irgendwelche sonstigen Besonderheiten einlud.
Ab jetzt konnte ich mich vor diesen ätzend langweiligen Abenden drücken, indem ich einfach irgendwelche Schulsprecherangelegenheiten als Entschuldigung vorschob, warum ich nicht kommen konnte.
Das war immerhin etwas.
Als ich am Gryffindortisch ankam sah ich ich meinne Freundinnen wild winken.
Immerhin, sie hatte ich wiedergefunden. Erleichtert atmete ich aus und setzte mich zu ihnen.
"Mensch Lils, wo warst du denn?" Fuhr mich Elena an.
"Ja Lena, ich freu mich auch, dich zu sehen." grinste ich sarkastisch.
Elena zog eine Augenbraue hoch und fing dann auch an zu grinsen.
"Sag mal, was hast du Dumbledore eigentlich gegeben, damit er dich zur Schulsprecherin macht?"
Ich stöhnte auf. "Genau deswegen wollte ich noch mit euch reden. Ich dachte eigentlich, ihr wärt das gewesen, um mich zu quälen! Zuzutrauen wäre es euch Sadisten ja."
"Lils... red Englisch, ich hab' keinen Plan was ein Sadist ist!" Unterbrach mich Isabel.
Ich stöhnte. Jedes mal das selbe. Ich verwendete ein Fremdwort, Isa kapierte es nicht, ich erklärte es ihr und am nächsten Tag hatte sie es schon wieder vergessen.
Es war schrecklich.
Ich setzte gerade zu einer Antwort an, da öffnete sich die Türe und MacGonnagal führte die Erstklässler herein. Dann holte sie den dreibeinigen Hocker auf dem ein steinalter, schmutziger, geflickter Hut lag.
Der Sprechende Hut.
Die Erstklässler starrten ihn an, als wären sie der Meinung, sie wären im Irrenhaus gelandet.
Wie sollte sie bitteschön ein Hut in ihre Häuser einteilen?
In diesem Moment waren alle still, bis sich ein Riss über der Krempe öffnete und der Hut zu singen begann:
Schon ewig lang leb ich in diesem Schloss
da waren noch die Gründer Boss
Sie waren sehr hoch angesehn
und ihre Namen werden wohl nie vergehen:
Der Edle Gryffindor, der kühne Lord
Die Lady Rawenclaw, die schlauste hier am Ort
Die Gute Hufflepuff, treu und loyal
Der list'ge Slytherin aus Sümpfen fahl
Sie alle hatten nur ein Ziel
Das verlangte der Kräfte viel
Sie wollten junge Schüler zu was machen
damit sie lernten all die Sachen
Die sie schon im Handumdrehen konnten
Die nicht vergessen werden sollten.
Und jeder von dies mächt'gen vier
schuf eins von den Häusern hier
in jedem herrschte eine Eigenschaft
schon fast verglichen mit Leidenschaft
die dem Gründer Ehre macht.
Wer Mut hat, sagte Gryffindor
Der komme in mein Haus hervor
Wer fleißig war und vieles wusste
der zu Rawenclaw gehen musste
Und jedem, der loyal und nett
für den war Hufflepuff die richt'ge Stätt
Und Slytherin schätzte allein
Die deren Blut war rein
und noch dazu ein bisschen Tücke
und sie füllten jede Lücke im Haus Slytherin.
So war's in Hogwarts zu Beginn
Und als die Gründer alt warn und erschlafften
Taten sie sich Sorgen machen
wer nach ihnen wählte aus
welcher Schüler ging in welches Haus.
Gryffindor hatte die Idee
und ich mich als die Lösung seh.
Denn die Gründer gaben mir
'nen Teil von ihrem Grips, ihr seht es hier
so kann ich jetzt statt denen
zu sagen ihn welches Haus ihr solltet gehen
Ich weiß genau wo ihr müsst hin
Das ist ganz sicher der Beginn
von einem Leben voller Freude denn Falsch gewählt hab ich noch nie
weil ich in eure Herzen seh.
Setzt mich nur auf, habt nur Mut
Ich wähl euch aus, ich bin der Sprechende Hut!
In der ganzen Halle brandete Beifall auf. Ich musste lachen. "Habt ihr gehört, selbst der sprechende Hut sagt, dass Slytherin zwielichtig ist... >Der list'ge Slytherin aus Sümpfen fahl<. "
Meine Freundinnen stimmten in mein Lachen ein.
Dann sahen wir bei der Auswahlzeremonie zu, versuchten es zumindest, aber nach einer Weile schalteten sich unsere Gehirne wie von selber in den Standby-Modus, und das einzige, was ich noch denken konnte war Hunger, Hunger, Hunger.
Schließlich hatte ich im Zug keine Zeit zum Esssen gehabt, weil ich mit Potter Hogsmeade-Wochenenden festgelegt hatte.
Endlich, mit Zeres, Xavier in Slytherin war die Auswahl abgeschlossen. MacGonnagal rollte ihr Pergament zusammen, räumte den Stuhl weg und setzte sich auf den Platz neben Dumbledore.
Dieser erhob sich, breitete die Arme aus, strahlte die ganzen Schüler an und sagte: "Wilkommen, zu einem neuen Jahr in Hogwarts. Ihr habt Glück, denn ich bin genauso hungrig wie ihr, und sage deshalb nur: Haut rein und werde euch nach dem Essen mit meiner Rede langweilen."
Dann klatschte er in die Hände und auf den goldenen Platten erschien Essen. Ich klatschte laut und versuchte gleichzeitig, mir den Teller voll zu laden. Das funktionierte leider nicht ganz so gut, also ließ ich das klatschen bleiben und aß.
Endlich war ich wieder in Hogwarts. Endlich war ich wieder zu Hause!!!!
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