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Fanfiction

Die Rumtreiberzeit - Verabredungen und Erklärungen

von Kathi Weasley

In Katerstimmung wachten die meisten Schüler am Sonntag um die Mittagszeit auf und vertilgten dann müde ein paar trockene Bissen Toastbrot, die die Hauselfen zu den warmen Speisen auf den Essenstisch gestellt hatten. Danach quälten sie sich schwerfällig wieder nach oben in ihren Gemeinschaftsraum, während einige Gryffindors geradewegs nochmal in ihre Schlafsäle hinauf stiegen, um noch ein wenig Schlaf nachzuholen. Andere setzten sich trotz Kopfschmerzen an ihre Hausaufgaben und musterten die kleineren Schüler, die sich quer durch den Gemeinschaftsraum unterhielten, mit strafenden Blicken. Jules hatte sich vor dem Mittagessen aus dem Bett gezwungen, obwohl sie wahrscheinlich genauso wie James dieses frühe Treffen gerne verschoben hätte. Nach gefühlten 10 Tassen Kaffee beim Frühstück und einem halben Brötchen stand sie wieder vom Gryffindortisch auf und ging in die Eingangshalle, um auf James zu warten. Dieser bequemte sich eine Stunde später über die Treppe hinunter und zog sie hinaus an die frische Luft, damit er wach werden konnte.
„Also“, sagte er und gähnte herzhaft. „Was war jetzt los?“
Er rieb sich müde über die Augen hinter seiner Brille und streckte sich kräftig, sodass seine Knochen knackten.
Jules, die ungefähr genauso müde neben ihm herlief, sprach: „Ich war letztes Jahr mal mit ihm zusammen. Mit Anthony. Am Anfang war er echt nett und charmant, aber mit der Zeit wurde er immer komischer. Er war irgendwie so besitzergreifend. Ständig machte er mir eine Szene, wenn ich fünf Minuten zu spät kam oder mit Freunden etwas unternahm.“
„Bist du uns deswegen letztes Jahr öfters aus dem Weg gegangen?“, fragte James dazwischen und sah sie ernst an, obwohl man ihm die Müdigkeit immer noch ansehen konnte.
Jules nickte und blickte ihn traurig an.
„Ich hab eben gedacht, er wäre der – der Richtige. Wer erwartet denn bitte, dass ein Hufflepuff so ein bestimmendes Wesen haben kann?“, fuhr sie fort und lachte kurz auf beim Gedanken an ihre eigene Gutgläubigkeit.
James musterte sie nachdenklich von der Seite und fragte: „Und wieso hat er dich dann beim Quidditchspiel so gereizt?“
Jules seufzte leise und antwortete erklärend: „Er ist eifersüchtig. Ich glaube, Hufflepuffs sind es nicht gewohnt, den Laufpass zu bekommen. Wahrscheinlich weil die meisten eigentlich echt in Ordnung sind. Ich meine, der Vertrauensschüler der Hufflepuffs, Nicolas Daniels, ist doch ein herzensguter Kerl oder?“
James nickte bekräftigend und schüttelte kurz danach wieder den Kopf, was Jules grinsen ließ.
„Immer sind es die Falschen, was?“, fragte er sie und zog dabei ebenfalls grinsend eine Augenbraue hoch. Er wuschelte ihr kurz durch die Haare, was sie zum Lachen brachte, und nahm sie dann kurz in den Arm.
Danach streckte er sich kräftig und sagte: „Lass uns wieder rein gehen. Ich bin hundemüde.“
Er lachte plötzlich laut los und zog sie dabei mit sich zum Schloss zurück, von wo schon lautes Geplauder zu ihnen hallte. Das Mittagessen hatte anscheinend begonnen.
In der folgenden Woche sagte ihnen der Schnee zum wiederholten Mal „Hallo“ und einige bekamen dadurch sogar noch eine Triefnase geschenkt dazu. Als zusätzliche Prüfung legten ihnen die Lehrer alle möglichen Aufgaben auf von Hausaufgaben bis zu praktischen Vorführungen der Arbeiten. Sogar Jules, die bei diesen Sachen eigentlich immer die Ruhe selbst war, wurde durch die viele Arbeit etwas nervös, da sie wie andere auch nicht wusste, wohin sie zuerst hetzen sollte. Dazu kam, dass Sirius immer wieder kleine Sticheleien in ihre Richtung fallen ließ, mit denen er auf die Feier im Gryffindorturm anspielte. Reichlich genervt rauschte sie danach zu Lily ab, die für ihre Stimmung volles Verständnis hatte, nachdem Jules ihr von dem Grund für Sirius‘ Verhalten erzählt hatte.

Rückblick: Party nach dem Quidditchspiel
In der Tanzmenge gefangen, stand Jules ein bisschen unentschlossen da. Eigentlich hatte sie im Moment nicht wirklich Lust zu tanzen, aber andererseits wollte sie sich auch unbedingt ablenken.
„Kann es sein, dass du den Sinn einer Tanzfläche nicht ganz verstanden hast?“, fragte sie plötzlich jemand und ihr schlich augenblicklich ein Grinsen aufs Gesicht. Sie drehte sich grinsend zu Sirius um und dieser blickte sie ebenso breit grinsend an.
„Du kannst ja meinen Gedanken auf die Sprünge helfen.“, erwiderte sie und ihre Augen blitzten ihn dabei schelmisch an.
Sirius grinste und nahm ihre Hände in seine, während sie anfingen sich gemeinsam zur Musik zu bewegen. Jules sah ihn lachend an, während Sirius ihr einmal kurz durch die Haare strich. Daraufhin senkte sie kurz ihren Blick, wobei sie merkte, wie sie ein wenig unter seiner nun selbstgefälligen Miene errötete. Als sie danach wieder hoch sah, musterte er sie immer noch grinsend und ihr fiel urplötzlich auf, was sie denn da überhaupt machten. Sie flirtete gerade mit Sirius Black, dem wahrscheinlich größten Frauenhelden von Hogwarts. Komischerweise war ihr das im Moment total egal. Mit einem etwas verklärten Blick, der zudem noch ein wenig vernebelt vom Alkohol war, sah sie zu ihm hoch, während sie nun losgelöst von Problemen mit ihm tanzte.
Sirius schien ihr neues Verhalten sehr zu gefallen, denn er zog sie in diesem Moment näher an sich und flüsterte leise: „Wirst du das nicht danach bereuen?“
Er grinste sie überheblich an, was sie übersah und nur entgegnete: „Was machen wir denn schon großes?“
Sie sah ihm offen in die Augen und er erblickte zum ersten Mal dieses ganz besondere Glitzern in ihren Augen. Normalerweise wurde es verborgen von der gelangweilten oder wütenden Wolke, die sich vor ihre glänzende Augenfarbe schob. Doch jetzt strahlte es wie noch nie zuvor für ihn.
Verwirrt und gebannt zugleich antwortete er zögernd: „Ja – genau.“
Er senkte den Kopf und seine Miene hatte dabei wohl einen Hauch von Enttäuschung angenommen, denn Jules legte grinsend eine Hand an seine Wange und drehte seinen Kopf zu ihr, sodass sie sein Gesicht sehen konnte.
Leicht kichernd sagte sie: „Oh, sag bloß, Sirius Black ist jetzt traurig?! Soll ich ihn trösten?“
Lachend stellte sie sich auf die Zehenspitzen und gab ihm einen leichten Kuss auf die Wange, sodass er es fast nicht spüren konnte. Er sah sie überrascht an und fuhr mit seinen Fingern über die Stelle, die sie Sekunden zuvor mit ihren Lippen berührt hatte. Sie registrierte seinen Blick lächelnd und wandte sich dann von ihm ab.
„Ich brauch was zu trinken.“, verkündete sie laut, während sie sich durch die Menge zu den Getränken drängte. Sirius sah ihr immer noch vollkommen überrumpelt nach und ging dann ebenfalls von der Tanzfläche, was einige Mädchen schniefen ließ.
Rückblick: Ende

So versuchte sie Sirius soweit es ging aus dem Weg zu gehen, was jedoch schwierig war, da er anscheinend im Gegenzug jede Gelegenheit ergriff, sie abzupassen, um sie an ihren Tanz zu erinnern.
Als er sie jedoch an diesem Freitag vor dem Hogsmeade-Ausflug mit einem „Krieg ich noch ein Küsschen?“ nach dem Verteidigungsunterricht aufhielt, platzte ihr der Kragen und sie sagte deutlich: „Nein. Das wird nie mehr vorkommen.“
„Sag nichts, was du nicht einhalten kannst!“, riet Sirius ihr überheblich – wie immer. Sie grinste ihn mild an, während sie sich ihre Tasche auf der Schulter richtete.
„Wer sagt, dass ich das nicht einhalten kann?“, fragte sie mit einer überlegenen Miene. Danach drehte sie sich um und ging in Richtung Gemeinschaftsraum davon.
Zum zweiten Mal in Folge von ihr stehen gelassen, schüttelte Sirius den Kopf und verwickelte charmant eine Viertklässlerin in ein Gespräch. Die Gryffindor ließ sich nur zu gern von dem Frauenschwarm zum Gemeinschaftsraum begleiten, während sie von ihren kichernden Freundinnen verfolgt wurden.
Im Gemeinschaftsraum herrschte mal wieder eine so flatterhafte Stimmung wie in der Eulerei, da alle wegen des morgigen Ausflugs in das berühmte Zaubererdorf aufgeregt waren. In einer Ecke des Gemeinschaftsraums fand Sirius James und Peter, die nebenbei eine Partie Zauberschach spielten, während James mit Lily eine Schulsprecherangelegenheit besprach und Peter noch schnell etwas für Verwandlung auf ein Pergament kritzelte. Remus war nicht da, wie Sirius mürrisch feststellte.
Er ließ sich seinen Freunden gegenüber in einen Sessel fallen. James musterte ihn abwesend, während er sich von Lily verabschiedete, die hoch in den Mädchenschlafsaal wollte.
Kindisch, aber auch irgendwie beschämt kichernd, erklärte sie den drei Jungen: „Mädelsabend.“
Dann verschwand sie mit einem abschließenden Lächeln und James sah ihr wie in Trance nach. Als sie nicht mehr zu sehen war, blickte James auffordernd zu Sirius, der sich ein Grinsen nicht verkneifen konnte.
Sarkastisch sagte er: „Du hast da was – da, genau da – sieht aus wie ein Spuckefaden.“
James musterte ihn böse und entgegnete dann ohne auf seine Aussage weiter einzugehen: „Viertklässlerinnen?! Du warst auch schon mal anspruchsvoller.“
Sirius zuckte gleichgültig mit den Schultern und antwortete: „Man nimmt was man kriegen kann.“
Er grinste und James schüttelte missbilligend den Kopf, während er nach Remus Ausschau hielt.
„Ich dachte, Moony würde jetzt schon wieder da sein. Annabeth wollte ihn vorhin nur kurz sprechen.“, sagte er nachdenklich und fuhr sich durch die Haare.
Sirius zuckte mit den Schultern und erwiderte: „So wie ich die Kleine einschätze, löchert sie ihn gerade wegen seiner Verhaltensweise in den letzten Tagen.“ Er lachte kurz und schüttelte den Kopf, während James die Stirn runzelte.
„Er wird schon damit klar kommen.“, mutmaßte James vorsichtig und Sirius und Peter nickten beruhigend.
Letzterer sagte sogar noch: „Er wird sich wahrscheinlich eine schlaue Ausrede ausgedacht haben.“
Seine Freunde nickten zustimmend und Sirius ließ in der Schweigepause seinen Blick durch den Raum wandern. In einer Ecke sah er Jules, die angeregt mit Alice sprach und dabei immer wieder in Gelächter ausbrach. Gerade, als er James wegen dem anstehenden Hogsmeade-Ausflug etwas fragen wollte, trat Remus mit Annabeth am Arm ein und kam nach einer kurzen Umarmung zu ihnen rüber.
„Hallo.“, grüßte der Rumtreiber sie grinsend und Sirius nickte ihm kurz zu, während er dabei von Weitem die Situation der Mädchen weiter beobachtete. Annabeth war anscheinend sofort zu Alice und Jules gestürmt, um ihnen etwas zu berichten, jedoch sprach sie nun ungewöhnlich ernst auf Jules ein, die ein genervtes Gesicht machte. Nach kurzem Streitgespräch mit Annabeth verschwand Jules durch das Porträt des Gemeinschaftsraums und Sirius sah ihr verwirrt hinterher. Nachdenklich wandte er sich Remus zu, der stirnrunzelnd ebenfalls zum Porträtloch blickte.
„Sie hat es wohl nicht so gut aufgenommen.“, stellte er fest und seufzte, wobei er Sirius fragenden Blick einfing. „Anthony Gardner wollte sie unten in der Eingangshalle sprechen. Er hat uns aufgehalten, als wir gerade – naja, spazieren waren.“
Er räusperte sich kurz und sah beschämt zu Boden, während nun ein ausgewachsenes Grinsen auf Sirius‘ Gesicht erschien. Jedoch brachte ihn der Gedanke an Jules, die gerade mit Anthony Gardner irgendwo im Schloss unterwegs war, dazu seine Stichelei auf später zu verschieben. Stattdessen verschwand er ebenfalls aus dem Gemeinschaftsraum und stieg schnell die Treppe hinab in die Eingangshalle, von wo ihm auch schon laute Stimmen entgegen schallten.
„Ich hoffe, Black behandelt dich wenigstens gut, wenn du mich schon gegen ihn eintauschen musstest.“, sprach gerade eine Jungenstimme und Sirius ging vorsichtig weiter, bis er sich, in der Eingangshalle angekommen, hinter einer Säule versteckte.
„Ich habe dich nicht gegen irgendwen eingetauscht! Du musst doch selbst zugeben, dass das mit uns schon viel früher nicht mehr geklappt hat. Dass ich es schließlich beendet habe, heißt noch gar nichts.“, erklärte Jules und klang dabei ziemlich verzweifelt. Was ging da vor sich?
Sirius lugte lautlos hinter der Säule hervor und sah gerade noch wie Jules sich von Anthony abwandte.
Dieser lief ihr aber nach und rief: „Ich hätte es nie beendet, sondern uns noch eine zweite Chance gegeben.“
Sirius hielt gespannt den Atem an und horchte auf Jules‘ Antwort, die zum Glück nicht lange auf sich warten ließ.
„Ich weiß. Aber für eine zweite Chance war es einfach zu spät.“, erwiderte sie traurig und Anthony sah sie enttäuscht an.
„Wir hätten das geschafft. Zusammen. – Wir könnten es immer noch! Lass es uns nochmal versuchen.“, bat er und nahm dabei ihre Hände in seine, damit sie sich nicht von ihm abwenden konnte.
Bedrängt blickte Jules zu ihm und entgegnete leise: „Nein. Das können wir nicht.“
„Aber warum denn nicht? Es steht uns doch niemand im Weg. Black, sagst du, ist keine Gefahr für uns und bei mir gibt es niemand Neuen.“, fragte Anthony verwirrt und ließ Jules damit den Kopf senken.
Nach einer kurzen Pause, in der Sirius schon befürchtete, dass sie weggegangen waren, ohne dass er es bemerkt hatte, flüsterte Jules kaum hörbar: „Vielleicht ist er doch - eine Gefahr.“
Schüchtern blickte sie zu Anthony hoch, der nun geschockt zu ihr sah. Sirius war von ihrer Aussage ebenso erschrocken, denn er hätte nie gedacht, dass er so etwas einmal aus ihrem Mund hören würde.
Schockiert schluckte er schwer und bekam so fast nicht mit, wie Anthony ebenso verblüfft, wie er selbst sich fühlte, fragte: „Wie meinst du das? Das kann nicht dein Ernst sein.“
„Doch. Ich schätze schon.“, antwortete Jules leise und Sirius wäre am liebsten aus seinem Versteck gerannt, um sie zu schütteln und ihr irgendwelche Fragen an den Kopf zu schmeißen, wie zum Beispiel Seit wann? und Wieso?. Jedoch ließ er dies natürlich und wartete stattdessen ab, dass irgendjemand der beiden etwas sagte. Jedoch hörte er nur noch, wie Anthony nach einer Weile verletzt die Treppen hinauf stieg und Jules sich erschöpft auf eine Treppenstufe sinken ließ. Sirius duckte sich weiter hinter die Säule und spitzte die Ohren, um jedes Geräusch von ihr wahrnehmen zu können. Als er ein Schluchzen hörte, riss er erschrocken die Augen auf. Er hatte das Bedürfnis einen Schrei auszustoßen, aber hielt seinen Mund, um von der nun weinenden Jules nicht entdeckt zu werden. Mit weinenden Frauen hatte Sirius echte Probleme, denn er konnte einfach keine tröstenden Worte sprechen. Vor allem nicht bei Julia Bloom, die jedes Wort von ihm auf die Glaswaage legte. Gedankenversunken seufzte er leise auf, aber anscheinend laut genug, um von Jules gehört zu werden.
„Ist da jemand?“, fragte sie und klang dabei, als hätte sie einen kapitalen Schnupfen. Verärgert über sich selbst, aber auch hilflos in dieser verzwickten Lage hielt Sirius den Mund und gab sich Mühe so leise wie möglich zu atmen. Unglücklicherweise war Jules jedoch lautlos wieder von der Treppe aufgestanden und hatte sich nun mit erschrockener Miene vor ihn gestellt.
„Oh nein!“, hauchte sie und schlug sich dabei mit großen Augen die Hände vor den Mund. „Du hast es gehört oder? Mist.“
Sie stapfte mit dem Fuß auf und Sirius rappelte sich schnell vom Boden auf.
Wie James fuhr er sich nervös durch die Haare und sagte: „Nein, also – das ist nicht so, wie es aussieht.“
„Du meinst also, du hast nicht gerade mein Gespräch mit Anthony belauscht?“, fragte sie ungläubig und um ihre Lippen zuckte kurz ein Lächeln, auch wenn es ihre Augen nicht erreichte.
Sirius fühlte sich in die Ecke gedrängt – metaphorisch gesprochen – und entgegnete einlenkend: „Naja, schon, aber-“
„Bei Merlin.“, unterbrach ihn Jules und senkte nun peinlich berührt den Kopf. „Also, das, was du gehört hast, das war nicht so gemeint. Ich bin nicht in dich – du weißt schon. Mann, ist das peinlich!“, erklärte sie und ging auf die Treppe zu, um wieder in den Gemeinschaftsraum zurück zu kehren.
Als sie gerade die ersten Treppenstufen erklommen hatte, rief Sirius ihr nach: „Warte! Du musst dich nicht schämen.“
Er lief ihr nach und stoppte erst, als er mit ihr gleichauf war.
Neugierig hatte sie auf der Treppe auf ihn gewartet und fragte jetzt kleinlaut: „Nicht?“
Er schüttelte lächelnd den Kopf und strich ihr vorsichtig über die etwas zerzausten Haare.
„Nein.“, sprach er und ihm entfuhr ein leises Lachen. „Es ist ja nicht so, als ob ich sowas nicht jeden Tag hören würde.“
Daraufhin sah Jules ihn augenverdrehend an und Sirius‘ entkam nochmals ein kurzes überhebliches Lachen.
„Komm, lass uns hoch gehen.“, wies er sie an und deutete mit einer Handbewegung die Treppe hinauf. Sofort wieder unsicher blickte sie ihn ein wenig misstrauisch an.
„Du wirst doch nichts rumerzählen, oder?“, sprach sie ihre Befürchtung aus und musterte stirnrunzelnd Sirius‘ unentschlossene Miene.
„Was würde ich denn dafür bekommen?“, fragte er herausfordernd und wackelte abwartend mit den Augenbrauen.
Damit brachte er Jules zum Seufzen und erschöpft bot sie an: „Wie wär’s, wenn ich dir morgen was in Hogsmeade kaufe?“
Innerlich wusste sie, dass Sirius sich damit niemals zufrieden geben würde, wurde aber schließlich nochmal bestätigt, denn der Black schüttelte lachend den Kopf auf ihr Angebot.
Nach kurzem Nachdenken schlug er vor: „Wie wär’s, wenn du mit mir morgen nach Hogsmeade gehst?“
Auffordernd sah er Jules an, die schließlich seufzend nickte.
„Wenn’s denn sein muss.“, grummelte sie noch und ging nun endgültig mit Sirius die Treppe hinauf.
Oben im Gemeinschaftsraum lief Jules schnurstracks in ihren Schlafsaal, wo Lily auch schon gerade dabei war, Decken auf dem Boden zu verteilen. Jules war sich erschöpft auf ihr Bett und lauschte den Geräuschen um sich herum. Aus dem Bad drangen gedämpft Stimmen und sie hörte Wasser fließen, während zwei Mädchenstimmen daraufhin loskreischten.
„Was ist denn jetzt schon wieder? Wenn die gerade unser Bad unter Wasser setzen, dann-“, grummelte Lily und schritt auf die Tür des Badezimmers zu, die sich plötzlich mit einem Ruck öffnete.
„Du hast mich vollgespritzt!“, beschwerte sich Alice, wobei sie dabei lachte und Annabeth, die mit ihr aus dem Bad getreten war, kicherte fröhlich.
Jules blickte zu ihren Freundinnen auf, während Lily ein Kissen zu Boden fallen ließ und spitz sagte: „Diese Albernheiten sorgen aber auch nicht dafür, dass unser Zimmer gemütlicher wird.“
Auffordernd deutete sie auf die Decken ihrer Betten und die leeren Plätze auf dem Boden dafür, was Alice anscheinend ziemlich lustig fand, denn sie erwiderte: „Nur nicht so gut gelaunt, Lily. Sonst könntest du ja sogar noch Spaß haben.“
Danach lachte sie laut los und Annabeth stimmte nach einem entschuldigendem Blick zu Lily mit in ihr Gelächter ein. Verärgert stürmte Lily aus dem Raum und kam gefühlte Sekunden später mit Melody im Schlepptau wieder. „So. Jetzt bring die beiden dazu, sich ordentlich zu benehmen!“, befahl sie schroff und setzte sich auf ihr Bett, um ihre gemütlichen Klamotten unter ihrem Bettzeug hervor zu holen. Ohne Alice noch eines Blickes zu würdigen verschwand sie im Badezimmer, wobei Melody nun ziemlich verloren im Zimmer stand.
Seufzend quälte sich Jules von ihrem Bett und ging auf Alice zu, die sich zwar tunlichst versuchte unter Kontrolle zu haben, aber immer wieder in Glucksen ausbrach. Kurz räusperte sie sich und sagte mit verstellter Stimme: „Ms. Jackson, ich verbiete mir jegliches Gelächter, wenn sie nicht eine Strafarbeit bekommen wollen. Noch dazu könnte ich ihnen für ihr ungebührliches Verhalten Punkte abziehen, was sich schlecht auf ihre weitere Schullaufbahn bei mir auswirken könnte.“
Alice blickte sie während ihrer Strafpredigt mit großen Glubschaugen an, wobei ihre Lippen nach oben zuckten, als sie die Stimme ihrer strengen Verwandlungslehrerin erkannt hatte. Durch die Nachahmung der Lehrerin war Lily auch hastig wieder aus dem Badezimmer gesprungen und hatte ihre seriöse und vorbildliche Schulsprechermiene aufgesetzt.
„Wo ist Prof. McGonnagal? Ich hab sie doch hier-“, fragte sie, jedoch unterbrach Jules sie grinsend. „Ms. Evans, seien sie bitte ein Vorbild für ihre Mitbewohnerinnen!“, rügte sie Lily gespielt ernst, prustete aber bei Lilys empörtem Blick los und ließ sich lachend auf eines der Kissen fallen.
Während Alice und Annabeth es ihr nachtaten, setzte sich Lily schmollend in ihrer gemütlichen Kleidung auf eine Decke und ließ mit einem Schwung ihres Zauberstabs ein kleines Feuer in einem bereitgestellten Glas erscheinen.
Knisternd ließ das Feuerchen das Zimmer in einem dämmrigen Licht heller wirken, während von draußen der glitzernde Sternenhimmel das dunkle Panorama verschönerte. Unbemerkt machte Melody es sich auf einer Decke gemütlich und wickelte sich darin ein, wie in ein Kokon.
„Ganz schön kratzig.“, merkte sie pikiert an und zupfte unsicher an der Decke herum, wobei Annabeth sie enttäuscht ansah.
„Diese Decke ist von meiner Grandma.“, informierte sie ihre Freundin und Melody blickte schuldbewusst zu ihr.
Stotternd revidierte sie ihre vorherige Aussage: „Ich meinte total flauschig und weich. – Natürlich. Was auch sonst.“
Unsicher sah sie zu Annabeth, die nur mit den Schultern zuckte und Kreis auf ein Kissen in ihrer Nähe mit dem Finger malte.
Ohne auf die nun gedrückte Stimmung zu achten, stöhnte Lily genervt: „Wisst ihr eigentlich, dass James mich breitgeschlagen hat, mit ihm nach Hogsmeade zu gehen?“
„Was? – Wie denn? – Du hast Ja gesagt? – Irgendwann musste es ja so kommen.“, plapperten ihre Freundinnen sofort aufmerksam und mit gespitzten Ohren.
Daraufhin machte sich ein kleines Lächeln auf Lilys Gesicht breit und sie antwortete glücklich: „Naja, in letzter Zeit ist er wirklich sehr nett zu mir, außerdem macht er seine Sache als Schulsprecher sehr gut. Ich hätte niemals gedacht, dass er so produktiv sein kann. Und – naja – wenn er mich so süß ansieht, kann ich irgendwie nicht anders.“
Sie kicherte kurz, lachte aber schließlich lauthals los, als sie in die verblüfften Gesichter ihrer Freundinnen blickte. Während sie ihr helles Lachen erklingen ließ, musste sie unwillkürlich wieder an den Augenblick denken, als James sie um dieses Treffen bat.

Rückblick: Wie es zu dem Date zwischen Lily und James kam
Am Donnerstagabend vor dem bevorstehenden Hogsmeade-Wochenende hatte Prof. Dumbledore Lily und James in sein Büro berufen, um jeweilige Regeln für den Ausflug zu besprechen. Als die beiden vor dem Büro des Schulleiters auf Einlass warteten, fragte James Lily zögernd, nachdem er vorher tief Luft geholt hatte: „Und – ähm – hast du schon einen – nun ja – Begleiter für den Ausflug?“
Er sah sie scheu durch seine Brillengläser an und verwuschelte sich nebenbei mal wieder herzhaft die Haare.
Sein wie gewohnt unsicheres Verhalten in ihrer Gegenwart brachte Lily dazu leise zu lächel, wobei sie nach kurzem Nachdenken antwortete: „Nein. Wieso fragst du?“
Ihre Mundwinkel zuckten dabei verräterisch, denn diese Frage löste bei James einige Reaktionen aus. Zum einen wurde er wie auf Kommando etwas rot im Gesicht, sein Blick huschte hektisch zwischen ihren Augen und ihrem nun breiten Grinsen hin und her, wobei er es dabei noch schaffte nervös die Fingerkuppen aneinander zu tippen, und zum anderen, da er stotternd sagte: „Wieso ich – ähm. Also das kommt jetzt überraschend. Mich hat es einfach nur interessiert. Außerdem war ich schon so oft mit Sirius, der meistens zwischendrin zu seinem Date abhaut, in Hogsmeade und dieses Mal hab ich da eigentlich keine Lust drauf. Vielleicht willst du ja, dass wir-“, er deutete fahrig mit einer Hand auf sich und danach auf Lily, wobei er schließlich diese Bewegung noch als Handwedeln tarnen wollte, denn er wischte ein paarmal eine imaginäre Fliege in der Luft weg. „-aber ist wahrscheinlich auch eine blöde Idee. Warum solltest du auch?“
Kurz schnaubte er und musterte dann aufmerksam Lily, um ihre Reaktion zu sehen. Jedoch blickte sie ihn nur fragend und irgendwie nachdenklich an und erwiderte langsam: „Ja, warum sollte ich?“
Die Frage war eigentlich mehr an sie selbst als an James gerichtet, aber dieser antwortete ihr trotzdem.
„Weil ich dir dann zeigen kann, wie ich wirklich bin. Ich möchte nämlich endlich, dass du aufhörst von mir zu denken, als wäre ich Merlin-weiß-wie-schlimm.“, sagte er und grinste unbeholfen, während Lily ihn nun zögernd ansah.
„Aber ich bin dann doch sowieso nur eine von vielen.“, entgegnete sie ausweichend und knetete nervös ihre Hände.
James jedoch fuhr sich mit der Hand geschafft durch die Haare und sagte: „Nein. Du wirst niemals nur eine von vielen sein. Du bist etwas Besonderes.“
Er blickte ihr ehrlich in die Augen, wobei er mit einer Hand dabei seine Haare verwüstete, und musterte ihre Reaktion genau.
Anscheinend wusste Lily nun nicht, wie sie darauf antworten sollte, denn sie zog nun skeptisch eine Augenbraue hoch und erwiderte nur: „Aha. Und in wie fern?“
Unsicher sah James sie daraufhin an und erwiderte leicht lächelnd: „Vielleicht erzähl ich dir das noch. Wenn du mit mir ausgehst.“
Auffordernd sah er zu Lily, die nun erschöpft seufzte und schließlich nickte.
„Na schön.“, sprach sie und ließ James damit strahlen wie ein kleines Kind, das unter dem Weihnachtsbaum steht.
Um seine Freude gleich wieder etwas zu dämpfen, fügte sie noch hinzu: „Aber wenn du mich nerven solltest, lasse ich dich stehen.“
Drohend sah sie ihn an und James‘ Grinsen geriet ein wenig ins Wanken, jedoch erwiderte er zuversichtlich: „Ich werde alles tun, dass es nicht soweit kommt.“
Lily blickte ihn grinsend an und nickte, während neben ihnen endlich die Tür aufging. Groß und weißbärtig wie eh und je stand der Schulleiter in der Tür und winkte sie lächelnd herein.
„Kommen Sie nur. Es tut mir leid, dass sie so lange warten mussten. Ich hatte noch etwas mit Hagrid zu bereden.“, erklärte er ihnen und wies nebenbei auf den Halbriesen, der zur Tür raus verschwand. „Setzen Sie sich bitte. Möchten Sie ein Zitronenbonbon?“
Nett bot er ihnen die gelben Säuredrops an und fing danach an über den bevorstehenden Ausflug in das Zaubererdorf zu reden.
Rückblick: Ende

Bei dem Lachen ihrer Freundin schlich auch Jules ein Grinsen aufs Gesicht und sie sagte: „Dann haben wir wohl beide ein Date morgen. Obwohl meines eher unfreiwillig ist.“
Kopfschüttelnd schlug sie die Augen nieder und konnte so die verwirrten Mienen ihrer Freundinnen nicht sehen. Ganz im Gegensatz zu Alice und Annabeth, die nun leise jeden Jungennamen, der in Frage käme, aufzählten, hatte Melody anscheinend schon blitzgemerkt, welcher Gryffindor damit gemeint sein könnte.
Lauernd stichelte sie: „Nun also doch? Ich dachte, Sirius wäre so furchtbar.“
Jules blickte fragend auf und entgegnete: „Was soll dieser Tonfall? Angeblich bist du doch über ihn hinweg.“
Mit hochgezogenen Augenbrauen musterte sie Melody, welche sie abwertend anblickte und augenscheinlich kurz davor schien ihr mit den Fingernägeln die Augen aus zu kratzen.
Jedoch traten nach einer Weile Tränen in ihre Augen und sie entgegnete traurig: „Du hast ihn gar nicht verdient.“
Sie wandte den Kopf ab und ging danach leise ins Bett, da ihr nicht mehr nach trautem Zusammensein und Reden war. Ihre Freundinnen sahen sich fragend und verwirrt an, wobei Jules mit steinerner Miene auf den Boden blickte.
Während Annabeth und Alice schon wieder leise anfingen zu flüstern und in kurzes Kichern ausbrachen, rückte Lily zu Jules und fragte kaum hörbar: „Also nach alldem hätte ich ja eher noch erwartet, dass du dich wieder mit Anthony triffst. Aber Sirius Black?“
„Ich weiß. Komisch oder? Ich meine, da hasst man jemanden die ganze Zeit und plötzlich versteht man sich total gut.“, entgegnete Jules verwirrt und lachte leise auf, während sie über sich selbst den Kopf schüttelte. Das verstand Lily nur zu gut, war sie doch selbst in derselben Lage irgendwie. Frustriert steckte sie sich ein paar Strähnen hinter das Ohr und sprach leise: „Dieses Jahr ist wohl wirklich alles anders, was? Es ist, als ob sich alles verändern würde. Das will ich aber gar nicht.“
Sie ließ enttäuscht den Kopf hängen und Jules blickte nachdenklich zu ihr.
„Schätze, wir müssen es einfach so hinnehmen. Außerdem sind nicht alle Veränderungen schlecht.“ Augenzwinkernd fügte sie hinzu: „Die mit James war nämlich schon lange fällig.“
Daraufhin brach sie in Lachen aus und Lily stimmte zögernd mit ein, auch wenn es auf ihre Kosten war.
Schon bald wurden sie jedoch von Melody wegen ihres lauten Gelächters gerügt und so blieb ihnen nichts anderes übrig, als Schlafen zu gehen. Erst nachdem alle Lichter im Raum gelöscht und die Freundinnen in ruhiges, geregeltes Atmen verfallen waren, schloss Lily nervös die Augen, wobei ihr letzter Gedanke James Potter galt. Wie hatte sie sich nur darauf einlassen können?


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