
von September1st
So, hier das neue Kapitel. Ich wünsche allen viel Spaß.
@ LoveHateHeartbreak: vielen Dank für den Hinweis, habe es sofort geändert (und hoffentlich alles gefunden, ohne Rechtschreibkorrektur bin ich einfach aufgeschmissen ;)). Es freut mich sehr zu lesen, dass dir mein Stil gefällt, da es sich zum Teil auch um eine Schreibübung für ein anderes Projekt handelt.
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Kapitel III
The sweet escape
Relativ früh verabschiedete ich mich von Alice und verließ die große Halle. Remus hatte sich netterweise bereiterklärt, die Erstklässler nachher zum Gemeinschaftsraum zu begleiten. Es wurmte mich, dass ich meine Pflichten als Vertrauensschülerin schon jetzt vernachlässigte und nahm mir fest vor, mich zu revanchieren.
Es war schön gewesen, alle wieder zu sehen, doch der Trubel lenkte mich ab. Mit dem Wunsch, allein zu sein, schweifte ich ziellos durchs Schloss und merkte erst, wo ich eigentlich hinwollte, als ich vor dem versperrten Zugang zum Astronomierturm stand.
„Alohomora.“, murmelte ich und hörte das Schloss leise klicken. Schnell schlüpfte ich durch die Tür und stieg die schmale Wendeltreppe zur eigentlichen Plattform hoch. Der Wind fuhr eisig über mein Gesicht und ließ meine Wangen brennen. In vollen Zügen atmete ich die klare Nachtluft ein.
Ein Gefühl der Freiheit erfüllte mich, wie ich es seit Monaten nicht mehr erlebt hatte. Hier, allein unter dem sternenklaren Himmel war es, als könnte mir nichts etwas anhaben. Fasziniert betrachtete ich die funkelnden Lichter am Himmel. Allein der Mond war komplett verschwunden.
„Fall nicht runter.“
Ich zuckte zusammen und wäre fast tatsächlich über die Brüstung gekippt. Vorsichtig tastete ich nach meinem Zauberstab und drehte mich um. „Was willst du?“
Ohne jede Regung sah Severus mich an. Meine Lider zuckten leicht aber ich sah nicht weg. Die Vorstellung, dass er mich immer noch verfolgte, machte mich rasend.
„Ich habe mir Sorgen gemacht.“, murmelte er und schaute weg.
Fassungslos sah ich ihn an. „Du hast dir also Sorgen gemacht?“, fuhr ich ihn an. „Dass deine kleinen dreckigen Todesserfreunde mich erwischt hätten? Tja, sie waren bestimmt enttäuscht. Dachten wohl, sie könnten Dumbeldores Schutz umgehen, wenn sie die ganze Gegend verwüsten.“
„Wovon redest du bitte, Lily?“, fragte er und klang tatsächlich verwirrt. Er hatte wirklich ein Talent, andere Leute an der Nase herumzuführen.
„Habt ihr keine Fenster bei euch zu Hause? Oder vernebelt dieser ganze schwarzmagische Schwachsinn deinen Blick, dass du einen Riesen nicht mehr erkennst, wenn er vor dir steht.“
„Welche Riesen?“
Ein Schwall Adrenalin flutete meine Adern. Atmen! Befahl ich mir selbst und hob meinen Zauberstab. „Die. In. Unserer. Straße!“, schrie ich.
Noch bevor ich etwas sehen konnte spürte ich seine Gegenwart in meinem Geist. Anstatt meine Gedanken jedoch vor ihm zu verbergen intensivierte die Erinnerung an heute Morgen nur noch weiter. Sollte er doch sehen, wie das Inferno die heruntergekommenen Häuser verschlang und unsere geschockten Nachbarn unter den Fleischbergen der Riesen zerquetscht wurden. Fast wie Ameisen.
Ein erstickter Aufschrei zerriss die Stille. Augenblicklich ließ der Druck in meinem Kopf nach. „Expelliamus.“ In hohem Bogen wirbelte sein Zauberstab durch die Luft und verschwand in der Dunkelheit. Mit Genugtuung sah ich ihm hinterher.
Die Augen weit aufgerissen starrte er mich an. Vollkommen wehrlos stand er vor mir und schien es nicht einmal zu bemerken. „Ich wusste nicht...“, krächzte er und brach kopfschüttelnd ab.
„Ach wirklich?“ Drohend richtete den Zauberstab auf sein Gesicht. „Du wusstest also nicht, dass dein großes Vorbild die Muggel verachtet? Oder Zauberer aus Muggelfamilien, Blutsverräter, jeder, der einer anderen Meinung ist, ja, wahrscheinlich sogar seine eigenen Anhänger? Das alles willst du also nicht gewusst haben?“ Jetzt schrie ich fast.
Ruckartig schüttelte er den Kopf. „Lily.“ Flehend sah er mich an.
„Nein Sev.“, murmelte ich enttäuscht. „Du bist nicht dumm. Ganz und gar nicht aber du...“
„Ich will dich beschützen.“, unterbrach er mich. „Dumbeldore wird ihm nicht ewig standhalten können und dann...“
Voller Verachtung blickte ich auf ihn runter. „Also, wie hast du dir das bitte vorgestellt? Du ziehst als Verehrer von Du-weißt-schon-wem folternd und mordend durchs Land und zur Belohnung für deine treuen Dienste darfst du dir dann zu Hause dein kleines Schlammblut halten? So als Haustier?“
„Ich möchte doch nur, dass du lebst.“
„Tja, das reicht mir aber nicht. Ich will mehr.“ Ein Geräusch auf der Treppe ließ mich inne halten. Schritte!
Aufgewühlt machte ich einen Schritt auf ihn zu. Schon seit langem fürchtete ich mich, es zu erfahren, doch ich wollte ein für alle mal reinen Tisch machen. „Diffindo.“
Ein Schnitt klaffte im linken Ärmel seines Umhangs. Trotz der Dunkelheit konnte ich die gewundene Schlange auf seiner bleichen Haut erkennen. Schwarz auf Weiß.
Meine Augen brannten. Ich blinzelte und spuckte ihm vor die Füße.
Erschrocken stolperte er nach hinten. Wütend gab ich ihm einen Stoß, sodass er fiel und schlug kurz mit dem Zauberstab auf meine Hand.
Sofort begann sie sich in der Dunkelheit aufzulösen. Mein Desilusionierungszauber mochte nicht der Stärkste sein, doch nachts erfüllte er seinen Zweck ganz passabel. Zur Sicherheit machte ich ein paar Schritte zur Seite, sodass ich im Schatten des Turms stand.
Die Tür sprang auf und Professor McGonnagall betrat die Plattform.
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