Hinter dem Schleier - Ein Date?
von September1st
So,
das nächste Kapitel (ich hab ja Ferien) ist on. Sorry, dass es gestern keins gab aber ich war auf einem 3-tägigen Debattierturnier (7 Minuten am Stück reden, yeah ;)) und hatte kein Internet. Wünsche euch allen wieder viel Spaß und Freude beim lesen.
@ LiaMalfoy: freut mich, dass es dir gefällt und du so fleißig kommentierst, das macht echt Mut, weiterzuschreiben. Ja, Veritaserum ist ziemlich gefährlich aber wenn bei Slughorn schon Anfang des 6. Schuljahrs der Sud der lebenden Toten gebraut wurde (zumindest war es in HP6 so), muss er doch im 7. noch einen draufsetzten ;). Das mit dem unterjubeln ist übrigens ein interessanter Gedanke...
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Kapitel V
Ein Date?
Verwandlung war ein einziger Alptraum. Ich hatte die Stunden schon immer als durchaus fordernd empfunden aber das war nichts im Vergleich dazu, die ganze Zeit von Professor McGonnagall kritisch beobachtet zu werden. Der Versuch, ihren bohrenden Blick zu ignorieren scheiterte schon im Ansatz, sodass ich am Ende einfach gar nichts auf die Reihe bekommen hatte.
Hinzu kam der zerknitterte Zettel, der in meiner Tasche geradezu brannte. Schon die ganze Zeit suchte ich nach einer Gelegenheit, darüber mit Alice unter vier Augen zu sprechen. Ich konnte mir einfach keinen Reim darauf machen, warum Potter jetzt schon wieder damit anfing, nachdem er es doch im letzten Jahr endlich aufgegeben hatte.
Die große Halle war über Tag umgeräumt oder besser ausgeräumt worden. Die vier langen Haustische waren spurlos verschwunden, ebenso die Stühle. Der Lehrertisch war zur Seite gerückt worden und die prasselnden Kaminfeuer hatte man wohl gelöscht. Allein Dumbledors thronartiger Sessel stand noch an seinem alten Platz. Das Bemerkenswerteste blieb dem Beobachter von außen jedoch völlig erschlossen.
Ich spürte es, als ich den ersten Fuß über die Türschwelle setzte. Erstaunt schrie ich auf, denn ich hatte das Gefühl, bis zum Knöchel im Boden zu versinken. Überrascht blickte ich nach unten, doch da war nichts zu sehen. Vorsichtig setzte ich auch den anderen Fuß auf den Boden und machte einige Schritte.
Nichts ließ erkennen, dass sich die harten Steinfliesen scheinbar in Wackelpudding verwandelt hatten. Außer meinen sehr ungelenken Schritten natürlich. Vom Eingang her konnte ich Alice prusten hören. Wütend sah ich sie an, während sie das Gleichgewicht verlor und vornüber fiel. Wie bei einem Trampolin wurde sie abgefedert und ein Stück zurück in die Luft geworfen, ehe sie kichernd zur Ruhe kam.
Der Unterricht selbst stellte sich als praktischer Kurs zur Selbstverteidigung heraus. Die Halle war relativ voll, da die Sechstklässler mit uns zusammen hatten. Zuerst prüften die Hauslehrer jeden Schüler einzeln, dann teilten sie jeden einer von sechs Gruppen zu, die in etwa auch die Noten in Verteidigung gegen die dunklen Künste entsprachen. So landete ich in einer Gruppe mit Alice, Remus, Potter und Black, Snape und zwei kichernden Sechsklässlerinnen aus Ravenclaw.
Gut gelaunt baute Professor Flitwick sich vor uns auf. „Also dann, Schüler. Womit sollen wir denn anfangen?“
Verblüfft sahen wir ihn an. Natürlich hatte es immer Dinge gegeben, die interessanter waren als andere, zum Beispiel die Verwandlungen am Menschen. Doch noch nie hatte uns irgendjemand gefragt, was wir eigentlich lernen wollten.
„Raumspalte.“, sagte Sanpe unvermittelt.
Flitwick machte einen Schritt zurück und stolperte fast über seine eigenen Füße. „Wie bitte?“, fragte er verwirrt.
„Ich möchte wissen, wie man einen Raumspalt erschafft. Sie haben es im Unterricht erwähnt.“, wiederholte Snape ungeduldig.
Langsam wurde mir klar, was er meinte. Tatsächlich hatte Flitwick noch heute Morgen etwas darüber erzählt, dass es eine Möglichkeit gebe, die Beschränkungen des Raumes in einem Punkt aufzuheben, sodass man praktisch überall gleichzeitig sein könnte. Ging etwas schief, so würde sich die Umgebung immer weiter zusammenziehen und alles verschlingen, bis der Zauber gestoppt wurde.
„Um Himmels Willen, das ist viel zu gefährlich!“, rief Flitwick und ruderte mit den Armen. „Es tut mir Leid, Mr. Snape aber Raumspalte sind höchst experimentelle Magie. Die Forschung dazu steckt noch in den Kinderschuhen. Wenn es Sie interessiert, vermittle ich Sie aber gerne an einen Experten der Gesellschaft für neue Magie.“, ratterte er wie ein Maschinengewehr hinunter und japste nach Luft.
Es dauerte einen Moment, bis er sich wieder gefangen hatte. Etwas verärgert, dass sein Versuch uns zu motivieren derart nach hintern losgegangen war schnaubte er etwas, dass sich anhörte wie „verrückt geworden“.
Dann sah er uns wieder an und sagte: „Nun gut. Ich denke, es wäre das Beste, wenn wir uns mit einem kleinen Duell warm machen. Einer gegen einen. Nur ungesagte Zauber sind erlaubt.“
„Nein.“, stöhnte Alice sofort. Seit jeher stand sie mit dieser Art des Zauberns auf Kriegsfuß.
Breit grinsend stolperte ich ein paar Schritte nach hinten und machte mich bereit. Alice tat es mir gleich, wobei ihr Kopf leuchtend rot anlief.
Meine Muskeln entspannten sich. In mir selbst ruhend atmete ich tief und sammelte meine Konzentration. Dann formte ich sie zu einem Gedanken und fixierte ihn, bis er so wirklich war, dass es nur noch einen Schubs brauchte, um ihn Realität werden zu lassen. Ich ergriff die ersehnte Gelegenheit, ein unbelauschtes Gespräch zu führen und drang in ihren Geist ein.
Sofort blickte mir das rundliche Gesicht Frank Longbottoms entgegen.
Das also war der Grund, warum sie auf Teufel komm raus mit den Ravenclaws zusammen sitzen wollte. In Alice Vorstellung lächelte er mich freundlich an, während ich ihren inneren Protest fast hören konnte.
Geh aus meinem Kopf. Sofort!
Ist ja gut. Ich hätte es eh erfahren.
Raus hier, Lils!
Alice, hör auf. Ich will doch nur mit dir reden, ohne belauscht zu werden.
Augenblicklich ließ ihr Widerstand nach. Jetzt schien sie fast entspannt. Nur ein kleiner Teil ihres Verstandes blieb Wachsam, was ich ihr kaum verübeln konnte. In meinen Gedanken beschwor ich Potters Notiz hervor und zeigte sie ihr. Überrascht verlor sie noch weiter die Kontrolle, sodass mir ein ganzer Schwall verschwommen rotstichiger Bilder Longbottoms entgegenkam.
Reiß dich zusammen., ermahnte ich sie.
Hey, das ist immer noch mein Verstand.
Ich beschloss, nicht weiter darauf einzugehen. Also, was hältst du davon?
Schnell verbarg sie einen weiteren Gedanken vor mir. Doch ich hatte noch einen Blick erhaschen können: Potter und ich; beim Rumknutschen! Alice, ich meins ernst.
Entnervt ließ sie den Gedanken noch einmal auf mich los. Ich hab dir schon vor Jahren gesagt, du sollst ihm ne Chance geben. Er ist total verknallt in dich und du kannst nicht leugnen, dass du ihn nicht anziehend findest.
Alice!
Hör auf dir was vorzumachen. Seit sechs Jahren schlafe ich in einem Raum mit dir und ständig murmelst du seinen Namen. Gib dir einen Ruck und machs einfach.
Diese Offenbarung schockierte mich dann doch ein wenig. Mühsam hielt ich die Verbindung aufrecht. Wer sagt, dass ich ein Date mit ihm will?
Jetzt kicherte sie. Du wärst wohl kaum damit zu mir gekommen, wenn du es nicht zumindest erwägen würdest. Und jetzt tu endlich, was dein Herz sagt.
Also ich weiß nicht...
Schniefelus würd's bestimmt ärgern.
Volltreffer!
Wie ein elektrischer Schlag durchfuhr mich der Gedanke und ließ meinen gedanklichen Fokus zusammenbrechen wie ein Kartenhaus. Sofort zog ich mich aus ihrem Geist zurück und beschwörte lautlos einen magischen Schild herauf und keinen Moment zu früh: „Expelliamus!“, rief Alice mit dem Mut der Verzweiflung und beobachtete staunend, wie der Zauber noch so gerade abgelenkt wurde und auf sie zurückprallte.
Unter Flüchen rannte ich zu ihrem Zauberstab und hob ihn auf. „Gewonnen!“, rief ich und hielt ihn über meinen Kopf, sodass Alice, die fast einen Kopf kleiner war als ich, vergeblich von einem Bein aufs andere hüpfte.
Zufrieden blickte ich mich um. Ein Schock ließ meinen Arm sinken. Keine zwei Meter entfernt lag Remus am Boden. Quer über seine Schulter klaffte ein tiefer Schnitt. Höhnisch Grinsend stand Snape über ihm. „Ist das alles?“, fragte er, den Zauberstab direkt auf sein Gesicht gerichtet.
Ich handelte, ohne nachzudenken. Mit einer peitschenden Bewegung feuerte ich einen gleißend hellen Lichtblitz ab. Geblendet vom Licht kniff ich die Augen zusammen. Ein lauter Knall verkündete mir, dass er sein Ziel nicht verfehlt hatte.
Dann war es vorbei. Vorsichtig öffnete ich die Augen und betrachtete die Stelle, an der eben noch Snape gestanden hatte.
Verdattert blickte Remus auf seine Hand. Mit einem gewaltigen Schmatzen löste er die mattschwarze Nacktschnecke von seiner Haut und setzte sie vorsichtig auf dem Boden ab. Angewidert betrachtete er, wie sie sich vor ihm wand. „Ist das...“, fragte er und brach ab.
„Ja, das ist Snape.“, sagte ich wütend. Mittlerweile kamen immer mehr Schaulustige herbei und begutachteten die Schnecke.
„Faszinierend, Miss Evans.“, frohlocke Flitwick. „Ein wenig unorthodox, ja. Aber visuell sehr beeindruckend. Zurücktreten!“, befahl er und verwandelte mit einem Schnippen seines Zauberstabs die Schnecke zurück. Lautes Bedauern ertönte aus den Reihen der Umstehenden. Etwas Ratlos sah Flitwick sich nach Hilfe um und schickte die Zuschauer wieder fort. Zum Glück beendete der Gong in diesem Moment die Stunde.
Wütend betrachtete ich den am Boden liegenden Snape. Sein Blick spiegelte all die Verachtung und Enttäuschung wieder, die er schon all die Jahre mit sich rumtrug. Dann zuckten seine Mundwinkel. „Schlammblut.“, formten seine Lippen.
Ich wandte mich ab, innerlich zutiefst verletzt. Schnell wollte ich die Flucht nach draußen ergreifen, doch ich hielt inne.
„Potter!“, rief ich. Erschrocken sah er mich an und war offenbar jederzeit bereit, das Weite zu Suchen, ehe ich ihn den Bewohnern meines Terrariums zufügen konnte.
„Lass uns Samstag was unternehmen.“
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