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Fanfiction

Hinter dem Schleier - Der Vorhang fällt

von September1st

So,
ein neues Kapitel ist online. Ich wünsche allen viel Spaß beim Lesen und würde mich sehr über ein paar Kommis von den 540 Schwarzlesern freuen.
___________________________________________


Kapitel VI

Der Vorhang fällt


Was auch immer man unter einem Date verstehen mochte, das Treffen am Samstag war definitiv keins gewesen. Zumindest im engeren Sinne, was nicht hieß, dass es nicht gut gewesen wäre.
„Wir sind beim Vornamen angekommen.“, hatte ich Alice entnervt erwidert. Natürlich fand sie es unglaublich komisch, dass nichts offensichtlich Romantisches passiert war: Kein Knutschen unterm Vollmond.
Nach der Astronomiestunde waren wir in den dritten Stock geschlichen. Natürlich nicht ohne einen anständigen Desilusionierungszauber - langsam hatte ich den Dreh wirklich raus. Andererseits hätte ich nie geahnt, dass hinter der Statue dieser buckligen Hexe ein Gang verborgen war, der auf direktem Wege in den Keller des Honigtopfes führte.
Darauf folgte eine mehrstündige Fressorgie. Zuckermäuse, Honigeulen, Erdbeertinte, Lakritzzauberstäbe, Zitronenbonbons, essbares Pergament mit Vanillegeschmack und alles, was auch nur im Entferntesten Schokolade enthielt eine Armada aus Fröschen eingeschlossen musste dran glauben. Munter probierten wir uns durch das gesamte Sortiment, während wir auf unerklärliche Weise im Wechsel rot anliefen; manchmal auch gleichzeitig.
Alice konnte denken, was sie wollte. Es war der Beste Abend seit langem gewesen.
Leider war es auch für eine ganze Weile die einzige Gelegenheit, etwas zu unternehmen. Dank intensiver Vorbereitungen auf die UTZ Prüfungen türmten sich jeden Tag ganze Berge von Hausaufgaben vor den Schülern auf. Da war es nicht gerade förderlich, dass die Abende mit Selbstverteidigungsstunden belegt waren. Ich mochte die Stunden, auch weil sie eine gute Gelegenheit waren, etwas mit Alice zu machen und sei es auch nur ein Duell. Doch so sinnvoll das Ganze auch sein mochte, die Arbeit erledigte sich nicht von allein.

„Wer bis zum Hals in Scheiße steckt, sollte den Kopf nicht hängen lassen.“
Das war mir dann doch ein wenig zu bildlich. Angewidert warf ich Alice einen strengen Blick zu und vertiefte mich wieder in meinen Verwandlungsaufsatz („Konsequenzen aus der Francourtschen Theorie der Superposition“). Mein Kopf brummte und ich war schon zwei Mal kurz eingenickt. Eine Weile schon hatte ich kein Wort mehr zu Papier gebrach, kurzum: Das Schuljahr hatte erst vor drei Wochen begonnen und ich war nervlich schon völlig am Ende.
Vor mir stand ein Glas Kürbissaft, dass ich mit Gripsschärfungstrank versetzt hatte. Die Flüssigkeit verströmte einen verlockend süßen Geruch. Es mochte nicht richtig sein, seine Leistungen auf diese Weise zu verbessern - immerhin nahm ich das Zeug jetzt fast täglich zu mir - doch mittlerweile konnte ich mir kaum noch vorstellen, ohne auszukommen. Unauffällig ließ ich meine Hand über den Tisch wandern.
Mit einem Seufze zog Alice das Glas weg und trank es leer. Ich protestierte, doch sie winkte kopfschüttelnd ab: „Mal ehrlich, Lils. Das geht so nicht weiter. Du bist ja richtig süchtig.“
Ich krallte meine bebenden Finger in die Tischplatte und funkelte sie an. „Das ist nicht dein Problem.“, fuhr ich sie an.
Mit atemberaubender Geschwindigkeit zog sie ihren Zauberstab hervor. Ein lockeres Schnipsen ließ den drei Fuß langen Verwandlungsaufsatz verschwinden. Den Stab immer noch auf mich gerichtet, lehnte sie sich lächelnd in ihrem Sessel zurück. „Der kann bis morgen warten.“
„Alice! Ich kann das nicht einfach aufschieben. Morgen muss ich einen vollen Meter über das Verhalten der Zeit im Unendlichen fabrizieren, für Slughorn Zutaten sammeln und dieses verdammte Buch über die Geldpolitik der Kobolde gelesen haben.“, allein die Aufzählung ließ meinen Blutdruck in die Höhe schnellen.
Meine Freundin schien das weniger zu beeindrucken. „Egal, der Aufsatz ist doch fast fertig. Notfalls machst du es halt am Wochenende.“
„Bestimmt nicht, da wollten wir doch nach Hogsmeade.“
Es dauerte einen Moment, bis die Botschaft zu ihr durchgedrungen war. Ihre Augen weiteten sich. Dann schnappte sie hörbar nach Luft. „Das ist schon diese Woche?“, fragte sie entgeistert.
Genervt verdrehte ich die Augen, holte meinen Zauberstab hervor und ließ Tinte, Federn, meinen Aufsatz und einen leeren Pergamentbogen für Alice wieder erscheinen. Ich schieb schon längst wieder, als sie aus ihrer Schockstarre aufwachte und mehr oder minder auffällig bei mir abschrieb.
So verging der Rest der Woche wie im Flug und ich konnte kaum glauben, dass Wochenende war, als ich mich Freitagnacht auf mein Himmelbett fallen ließ. Selig lächelnd malte ich mir aus, was wir alles in Hogsmeade unternehmen könnten. Vielleicht würden wir sogar die Jungs treffen, das Dorf war ja nicht sehr groß. Der Gedanke versetzte mich in Hochstimmung und glücklich dämmerte ich über die mehr als blutigen Darstellungen der Koboldaufstände aus meinem Buch weg.

„Evans, Lily.“, murmelte Filch und suchte missmutig die Liste nach meinem Namen ab. Ungeduldig ließ ich meinen Blick schweifen. Alice war schon vor fast einer Stunde vorgegangen. Sie hatte schließlich letzte Nacht geschlafen, während ich auf dem Astronomietrum gehockt hatte.
Ein schiefes Grinsen ließ sein Gesicht in seine Einzelteile zerklaffen. „Muggeleltern, was?“, fragte er.
Ich nickte und war einen Blick auf meine Uhr: Es war schon fast zwölf.
Verwirrt beobachtete ich, wie sich seine Mine aufhellte. „Dann wirst du wohl hier bleiben, Kleines.“, stellte er mit diebischer Freude fest.
„Aber...“
„Anweisung des Schulleiters.“, unterbrach Filch mich. „Zu gefährlich. Man wills ja nicht drauf anlegen.“
„Aber...“, protestierte ich und suchte händeringend nach Worten für dieses Himmelschreiende Unrecht. Wie konnte Dumbeldore uns nur so benachteiligen? Dumbeldore, Freund aller Muggelgeborenen und Blutverräter, Stimme der Benachteiligten innerhalb der magischen Gemeinschaft, Verfechter von Gleichheit, Freiheit und Respekt!
„Jetzt geh endlich.“, Speicheltropfen flogen mir ins Gesicht. „Kannst dich ja beschweren. Neunmalkluge Muggelbrut.“
Wutschnaubend machte ich auf dem Absatz kehrt und ging zurück zum Schloss. Mein sonst so geordneter Verstand war im Chaos meiner Gefühle versunken. Ich merkte kaum, wo ich eigentlich hinlief und stieß ständig mit anderen Schülern zusammen. Ich war verwirrt, doch vor allem war es die Wut, die in mit tobte.
Ich war mir immer der Benachteiligung muggelstämmiger in der magischen Gemeinschaft bewusst gewesen. Seit meinem ersten Jahr hatte ich unzählige Anfeindungen über mich ergehen lassen müssen, doch ich hatte immer fest darauf vertraut, dass es irgendwann keinen Unterschied machen würde. Ich hatte geglaubt, dass jede/r es schaffen könnte, wenn man nur fleißig war und Spitzenleistungen brachte. Dass ich eine Chance hätte, wenn ich einfach immer die Beste war.
Die Enttäuschend brannte in mir. Über Jahre hinweg hatte die Zauberergemeinschaft ein Theater um die Gleichwertigkeit aller Zauberer aufgeführt. Jetzt war der Vorhang gefallen und die traurige Realität hatte wieder Einzug gehalten.
Ich fühlte mich betrogen und verraten. Mit einem Versprechen hatte man mich in die Welt der Magie gelockt, der Welt, in die ich nun unwiderruflich gehörtem, denn sie hatte mich mit der Zeit verändert. Meist hatte ich es nur in den Ferien bemerkt, wenn Petunia und ich stritten, doch mit und mit war mir die Welt meiner Familie, die Welt aus der ich kam, fremd geworden.

„Entschuldigung.“, murmelte ich und blickte auf.
James Potter strahlte mich an, als gäbe es nichts Schöneres, als von mir angerempelt zu werden. „Kein Thema, Lily.“, sagte er und hob einen Bogen Pergament vom Boden auf. Schnell stopfte er es in die Tasche seines Umhangs. Neugierig beobachtete ich ihn. Sofort bemerkte er es und grinste. Wie bei einem Vulkanausbruch schoss mir die Röte ins Gesicht. Augenblicklich wünschte ich mir, dass sich ein Spalt im Erdboden auftun und mich verschlingen würde.
„Was machst du hier eigentlich?“, fragte er unvermittelt. „Wolltest doch wohl nicht ausbüchsen?“ Demonstrativ ließ er den Blick wandern.
Es traf mich wie ein Schlag, als mir aufging, dass wir direkt vor der Statue der buckligen Hexe standen, die den Geheimgang nach Hogsmeade blockierte. Ich hatte es nicht beabsichtigt und schon gar keinen bewussten Entschluss gefasst, die Schulregeln zu brechen, doch meine Füße zeugte vom Wunsch, sich der Anordnung zu widersetzen.
„Wie auch immer, der Geheimgang ist blockiert und alle anderen auch.“, setzte er die Unterhaltung auf mein Schweigen hin fort.
„Verdammt.“, murmelte ich. Jetzt war ich endgültig in diesem verdammten Schloss gefangen. Mühsam unterdrückte ich Tränen - vor Wut.
„Ich weiß.“, murmelte James und umarmte mich kurz. „Hab es schon von anderen Schülern gehört.“
Kritisch blickte ich zu ihm hoch. „Du wusstest, dass ich nicht nach Hogsmeade konnte und bist gleich davon ausgegangen, dass ich die Regeln brechen würde?“, fragte ich etwas empört.
„Nein.“, sagte er und schüttelte den Kopf. „Ich bin davon ausgegangen, dass du dir das nicht gefallen lassen würdest.“
Erstaunt sah ich ihn an. Ich war mir nie ganz bewusst gewesen, dass er eine so hohe Meinung von mir hatte. Immerhin war er mit jahrelang auf den Senkel gegangen. „Danke.“, murmelte ich und umarmte ihn ebenfalls.
Vielleicht war das dann doch zu viel gewesen, denn er brauchte einige Sekunden, um wieder die Fassung zu gewinnen. Verlegen räusperte er sich. „Also dann.“, sagte er, „Ich geh jetzt zu Hagrid. Wenn du magst, kannst du mitkommen. Er hat immer etwas Lustiges zu erzählen.“
Ich nickte und folgte ihm. Es versetzte mir einen Stich, dass ich seit Beginn des Schuljahrs noch nicht bei ihm gewesen war. Er hatte immer eine Tasse (Schlamm)tee und ein paar tröstende Worte für mich übrig gehabt, wenn mich gewisse Menschen wieder einmal an den Rand der Verzweiflung getrieben hatten, doch über den ganzen Stress hatte ich ihn völlig vergessen.

Entgegen meinen Befürchtungen war Hagrid jedoch nicht wütend. Im Gegenteil: Er schien sich wie ein kleines Kind zu freuen, wieder einmal Besuch zu haben. Mit einem seligen Grinsen ließ er uns hinein.
Drinnen saßen bereits Sirius und Peter und ließen unauffällig Hagrids Backversuche in Fangs Maul verschwinden. Es war behaglich warm in der Hütte und über dem Kaminfeuer dampfte schon das Teewasser in einem verbeulten Kupferkessel.
„Gut dich zu sehen, Lily.“, sagte er und stellte einen Eimer von Teetasse vor mir ab. „Dachten schon du büchst aus. Schwierige Zeiten sind das.“
Ich nahm einen großen Schluck Tee um nicht antworten zu müssen. Ich hatte die Nase voll ständig eingesperrt zu sein, ob nun in meinem eigenen Haus oder in Hogwarts, dass ich als zu Hause betrachtete. „Das ganze ist doch unsinnig. Was bringt es, wenn ich mich immer nur verkrieche?“
„Es ist nun einmal zu gefährlich da draußen.“, erklärte Hagrid.
„Aber das ist mein letztes Jahr hier, danach muss ich auch zurecht kommen, ohne den ganzen Tag in einer Festung zu hocken.“, jetzt schrie ich schon fast. Es war nicht nur die Enttäuschung: Wenn ich ehrlich war, hatte ich auch ein wenig Angst, bald nicht mehr unter Dumbledores Fittiche genommen zu werden. Dann würde nichts mehr zwischen mir und dem Heer der Todesser stehen.
Nachdenklich sah Hagrid mich an. Dann straffte er die Schultern. „Ich denke, da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.“, sagte er und es klang fast feierlich, als wäre er stolz. „Professor Dumbledore überlegt, Leute die von Du-weißt-schon-wem bedroht werden in Hogwarts aufzunehmen. Gerade nach der Sache in der Winkelgasse...“
„Er will WAS?“, fragte ich entgeistert, „Und was ist mit der Winkelgasse?“
Sofort drehten sich vier Köpfe zu mir um und vierfaches Unverständnis blickte mit entgegen.
„Lils?“, fragte James vorsichtig. Er schien auf einmal blasser zu sein, so als wäre ihm spontan übel geworden. „Du hast den Tagespropheten nicht gelesen, oder?“
„Den von heute?“, fragte ich verwirrt doch langsam dämmerte es mir. „Hagrid?“, fragte ich. Ein lautes Rascheln erklang hinter mir und der Geruch von Druckerschwärze schlug mir entgegen. „Hast du vielleicht...“
„'Türlich.“, schniefte er erstickt und gab mir die Morgenausgabe des Propheten. Dann holte er ein gepunktetes Taschentusch hervor und schnäuzte sich laut. „T`schuldigung. Es ist nur so schrecklich.“
Auf der Titelseite prange mit ein großes Foto der Winkelgasse entgegen, wie ich sie noch nie gesehen hatte: Vermummte Gestalten plünderten und setzten zahlreiche Geschäfte in Brand. Passanten wurden durch die Straße getrieben und versuchten sich schreiend vor den Feuern zu retten. Die sonst so marmorweiß strahlende Fassade von Gringotts war blutbeschmiert und...
Ich würgte, als ich erkannte, dass auf den Gitterstäben des schmiedeinsernen Eingangstors der Bank fein säuberlich ein Duzend Koboldköpfe aufgespießt waren. Überallem prangte das dunkle Mal und zwar gleich mehrmals. Als ob die Botschaft nicht eindeutig gewesen wäre, dachte ich bitter.
Über dem Bild prangte in Fettschrift:


GRINGOTTS BRENNT: ZAUBEREIMINISTERIUM HAT VERSAGT

London, 20. September
Bei einem groß angelegten Überfall der Anhänger ---------- wurde die Winkelgasse in London vollkommen verwüstet. Vor allem die Geschäfte Muggelgeborener wurden geplündert und niedergebrannt. Bei den Anschlägen kamen 4 Hexen und Zauberer zu Tode:

Alice Green, Verkäuferin bei Flourish & Blotts
Morgan G. Fletchley, Apotheker
Gideon Prewett, Auror
Oliver Figg, Bedienung im tropfenden Kessel

Unsere Gedanken und Gefühle sind bei ihnen und ihren Hinterbliebenen.

Auch Gringotts blieb von den Anschlägen nicht verschont: Nachdem die Kobolde letzte Woche die unrechtmäßige Herausgabe von Gold verweigert hatten, wurde an ihnen offenbar ein Exempel statuiert. Umsonst! „Nicht einen Knut hat dieser Abschaum erbeuten können unsere Vorsichtmaßnahmen haben sich bewährt.“, versicherte ein Sprecher der Bank. Trotzdem wollen viele Zauberer nun ihr Gold abheben, was die Bank gerade angesichts des akuten Personalengpass logistisch kaum gewährleisten kann. Um eine Massenpanik zu verhindern schloss das Zaubereiministerium die Bank.
Es war das Einzige, was das Ministerium zum Schutz der magischen Gemeinschaft beizutragen hatte. Weder die Aurorenzentrtale, noch das Katastrophenkommando schienen es für nötig zu halten, die Bevölkerung vor den Angriffen der Todesser zu schützen. Der Zaubereiminister gab sich zwar „besorgt“ schien jedoch... (weiter auf Seite 3)

Es dauerte, bis der erste Schock verflogen war. Ich hatte die Toten nicht gekannt, doch das machte es kaum besser. Wieder und wieder las ich den Artikel und blieb schließlich bei „akuter Personalengpass hängen“. Mein Blick wandte unwillkürlich zu den Aufgespießten Köpfen. „Das kann nicht deren ernst sein!“
Doch Sirius zuckte nur mit den Schultern. „Ist halt der Tagesprophet. Es ist schon ungewöhnlich genug, dass sie das Ministerium kritisieren, da sie doch sonst immer linientreu sind.“
Ich blinzelte heftig und schüttelte den Kopf. Dumbledore hatte Recht: Wenn sie jetzt schon Gringotts überfielen, war auch Hogsmeade nicht mehr sicher. Stück für Stück hatten sich die Todesser in die Mitte der Gesellschaft gemordet. Wütend zerknüllte ich die Zeitung.
„Lass uns über was anderes reden.“, sagte Hagrid und warf sie ins Feuer.
Eine unangenehme Stille folgte, doch schließlich brach James das Schweigen: „Kommst du nächste Woche zum Quiddichtspiel, Lily?“
„Was?“, fragte ich perplex. Ich hatte mit diesem Spiel überhaupt nichts am Hut. „Ich glaub nicht.“, antwortete ich ausweichend.
„Ach komm schon, es ist die erste Partie der Saison. Die kannst du doch nicht verpassen.“, bettelte er. Enttäuscht zog er eine Schnute und fuhr durch sein Haar.
Der Anblick brachte mich unweigerlich zum Lachen. Verständnislos sahen die anderen mich an und ich wäre am liebsten unter den Tisch gekrochen.
„James hat Recht.“, schaltete sich Sirius ein. Er war bisher erstaunlich ruhig gewesen. „Du könntest mit Remus hingehen, er würde sich bestimmt freuen.“
„He, willst du mich verkuppeln oder was?“, fragte ich mit aufgesetzter Entrüstung.
Nun war es an ihnen zu lachen. Heftig schüttelte James den Kopf. „Ich glaube, er wollte dich eher als Vertretung schicken. Wir beide spielen doch und Peter muss bei Gonni Strafarbeiten machen.“
Der genannte gab ein Quieken von sich und lief rot an.
„Wo ist er eigentlich?“, fragte ich. Normalerweise hingen die vier aneinander wie Siamesische Zwillinge, doch Remus hatte schon gestern etwas kränklich ausgesehen und war auch nicht bei Astronomie gewesen.
„Oh, ääh...“, stammelte James. Offenbar hatte ich ihn auf dem falschen Fuß erwischt.
„Der Schläft.“, half Sirius ihm aus der Patsche. „Grippe, weißt du. Hatte ziemlich hohes Fieber diese Nacht.“
„Kann denn Madam Pomfrey nichts dagegen tun?“, fragte ich besorgt. Immerhin hatte es die Krankenschwester schon mit weit mehr als einem üblen Schnupfen aufgenommen.
„Poppy ist zur Zeit gar nicht da.“, erklärte Hagrid.
„Oh, ach so.“, die Vorstellung beunruhigte mich ein wenig. „Das ist ja wirklich Pech. Dabei könnte man das doch mit ein wenig Stärkungstrank gut kurieren.“
„Mhh.“, machte Peter. Die anderen schwiegen betreten.
James streckte sich und klatschte in die Hände. „Also, nächste Woche Quidditch. Dann wäre das ja abgemacht.“
„Hey.“, protestierte ich, doch er ließ mich gar nicht erst.
„Es geht gegen Slytherin.“, erklärte er ernst. „Du bist kein wahrer Gryffondor, wenn du dir das entgehen lässt.“
Ich kicherte und nickte. „Also gut, dann spiel ich mal den Babysitter für Remus.“


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