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Fanfiction

Hinter dem Schleier - Paradise Lost

von September1st

Kapitel XII

Paradise Lost


Als ich am nächsten Tag aufwachte war es noch Stockdunkel. Verschlafen tastete ich mich zu meinem Zauberstab voran. „Lumos.“ flüsterte ich und sah mich um.
Ich befand mich wieder im Mädchenschlafsaal. Die anderen schliefen natürlich noch längst. Stunden nachdem ich mich zurückgezogen hatte waren sie lärmend hereingetorkelt und ich hatte das ungute Gefühl, dass sich nicht alle von ihnen an den gestrigen Abend einwandfrei würde erinnern können.
Gerüchten zufolge hatte „irgendwer“ sämtliche Flüssigkeiten in der großen Halle mit nicht unerheblichen Mengen Hochprozentigem versetzt und aus unerfindlichen Gründen tauchten bei der Vorstellung immer wieder James und Sirius vor meinem inneren Auge auf - ein breites Grinsen im Gesicht und eine Flasche Feuerwhisky in der Hand. Aber natürlich konnte James damit nichts zu tun haben... zumindest mit der Ausführung.
Ich erschauderte. James. Er hatte sich Sorgen gemacht.
Langsam wurde ich wacher. Ein Blick den Kalender an meiner Wand holte mich vollends ins jetzt zurück. Samstag der 15. Dezember. Heute war es soweit. Seit Wochen schon, hatte ich versucht, es standhaft zu verdrängen, doch damit war jetzt Schluss.
Bemüht, nicht zu laut zu sein, zog ich mich an und schlich die Treppe in den Gemeinschaftsraum hinunter. Verschlafen rieb ich mir die Augen und hätte fast die Person übersehen, die es sich in meinem Lieblingssessel vor dem Kamin gemütlich gemacht hatte.

„Setzt dich ruhig.“, murmelte James müde und klopfte einladend auf seine Knie.
„Hast du hier geschlafen?“, fragte ich perplex.
„So ähnlich.“, sagte er, verschmitzt grinsend. „Ich wusste nicht, wann du aufstehst.“
Kopfschüttelnd ließ ich mich auf seinem Schoß nieder und betrachtete gedankenverloren die graue Asche im Kamin. Rabenschwarze Holzscheite ragten aus ihr hervor wie Speerspitzen. Ein leichter Luftzug streifte meine Wange und ließ die Überreste noch einmal schwach rot aufglimmen, doch das Feuer war längst versiegt.
„Ich kann nicht fassen, dass Tuni einfach verkauft.“, sagte ich unvermittelt, den Blick immer noch auf die Feuerstelle gerichtet.
James schwieg. Natürlich. Sie hatten schließlich alle mitbekommen, wie meine Schwester unter Geleitschutz und großem Tamtam einen Makler aufgesucht und das gerade durch Magie wieder hergerichtete Haus unserer Eltern - unser Haus - verscherbelt hatte.
Mich hatte der Schlag getroffen, als Alice es in ihrer unbedarften Art in einem Nebensatz erwähnt hatte. Im Gegensatz zu Petunia hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt keinen Gedanken an mein Erbe verschwendet (es war ja auch kaum der Rede wert), doch immerhin war dies der Ort, an dem wir unsere Kindheit verbracht hatten. Nun war es das Einzige, was uns noch verband.
Zu verkaufen bedeutete nicht nur, nie wieder nach Hause zurückzukehren, sondern vielmehr auch die letzte Brücke, die noch zwischen uns bestand abzureißen. Dann würden wir nur noch eine Reihe von Genen gemein haben. Etwas, das mit Verwandtschaft noch wenig zu tun hatte.
„Hast du Angst?“, fragte James unvermittelt.
„Sollte ich denn?“
Abwehrend zuckte er mit den Schultern. „Ich hätte eine Scheißangst, wenn ich da heute hinmüsste.“
Eine Ladung Eiswasser schien langsam meinen Rücken runter zu laufen. Reiß dich zusammen, beschwor ich mich und straffte die Schultern.
„Hab ich denn eine Wahl?“
Seine Arme umschlangen mich. „Die hast du immer.“, sagte er, fast feierlich und hauchte mir einen Kuss auf die Wange.

Erbarmungslos trieb der Wind seine eisigen Klingen in meine Haut. Schneeflocken wirbelten mir ins Gesicht. Schnell ließ ich Dumbledores Hand los und schlug die Arme schützend vor mein Gesicht.
Langsam nahm die Umgebung klare Gestalt an. Ein makellos weißer Schleier verbarg Spinner's End in all seiner Hässlichkeit. Fast unschuldig schien die schmale Straße vor uns zu liegen. Nichts deutete auf die Ereignisse der vergangenen Monate hin, als hätte es die Riesen nie gegeben - als hätte das dunkle Mal nie am Himmel gestanden.
„Wir sollten uns beeilen.“, sagte Dumbledore ruhig und ging voran.
Zögernd schlurfte ich ihm durch die Schneise seiner ausladenden Robe hinterher und versuchte, die vorbeiziehenden Häuser meiner ehemaligen Nachbarn zu ignorieren. Das hier würde schon so schwer genug werden.
Das Haus, das sich mir schließlich zeigte war bis auf den letzten Stein identisch mit seinem zerstörten Vorgänger. Nur das leere Namensschild an der Türklingel deutete auf die Veränderungen hin. Einen Moment hatte ich sogar das Gefühl, für einen kurzen Moment den Schriftzug „Evans“ zu erkennen, doch das war natürlich Unsinn. Das Schild war noch so weiß wie zuvor.
Auf einen Wink von Dumbledores Zauberstab schwang die Tür geräuschlos in den Angeln nach innen und gab den Eingang in den schmalen Flur frei. Erschrocken machte ich einen Schritt zurück.
Die Ähnlichkeiten machten nicht wie ich geglaubt hatte vor der Türschwelle hat: Tapeten, Möbel, Blumenvasen und das hässliche Bild einer Bulldoge zur linken Seite waren mir vertraut wie eine zweite Haut.

„Nach Ihnen, Miss Evans.“, sagte Dumbledore und wies mit einem Lächeln in den Flur.
Ich seufzte. Meine Füße schienen in Beton gegossen zu sein aber es musste ja. Langsam setzte ich den ersten in das Haus, dann den zweiten. Ein vertrauter Geruch nach Kaffee und alten Turnschuhen stieg mir in die Nase. Ich atmete tief durch, doch meine Sicht verschwamm schon wieder, da meine Augen sich mit Tränen füllten.
Schritt für Schritt durchmaß ich langsam den Flur. Nichts hatte sich verändert - außer mir selbst natürlich. Jeder Fleck und noch so kleine Kratzer genügte, um unzählige Erinnerungen in mir wachzurufen. Wie der Qualm einer Zigarette noch in der Luft hing, nachdem man sie geraucht hatte, waren meine Eltern in allem so präsent, dass mir ihr Tod seltsam unwirklich erschien. Sie nahmen mich in einem Sog aus Eindrücken gefangen und versetzten mein Ich in die Vergangenheit.
Raum für Raum ging ich das Erdgeschoss ab und versuchte mir alles so genau wie möglich einzuprägen. Es war, als versuchte man Wasser mit hohlen Händen zu schöpfen, doch es beruhigte mich. Zumindest etwas von diesem Ort wollte ich in mir bewahren.
Mein Blick schweifte über die etwas angestaubten Fotos an der Wand. Viele zeigten Petunia und mich als Kinder und Schwestern - unzertrennliche Schwestern. Verwundert stellte ich fest, dass ich vollkommen regungslos vom vergilbten Papier lächelte, doch natürlich waren es Muggelfotos. Wie eingefroren in der Zeit lagen wir uns in den Armen in einer Welt, in der noch keine Magie zwischen uns gestanden hatte. Einer verlorenen Welt.
Widerstrebend löste ich mich von dem Bild und trat einen Schritt zurück. Von überall lächelten sie mich an, doch ich gehörte nicht mehr zu ihnen. Sie fehlten mir, ließ mich in mir all die Leere fühlen, die sie in mir hinterlassen hatten. Ein schmerzhaftes Nichts, dass doch zugleich alles war, das mir wirklich von meiner Familie geblieben war. Ein Fußabdruck auf meiner Seele, Beweis, dass sie da gewesen waren.

Etwas Schwarzes huschte am Fenster vorbei. Verwirrt sah ich durch die beschlagene Scheibe, doch die Gestalt war schon wieder verschwunden. Auch Dumbledore schien es bemerkt zu haben, denn er verließ eilig den Raum und ging nach draußen.
Misstrauisch sah ich hinaus und ließ den Blick die Straße entlang schweifen. Ich erstarrte, als sie an einem besonders heruntergekommenen Haus am Ende der Straße hängen blieben. Snapes! Doch das konnte nicht sein. Wie sollte Snape von Hogwarts nach hier kommen? Es machte keinen Sinn.
Wut stieg in mir auf. Snape hatte mich verraten und sich selbst genauso. Wie Petunia hatte ich ihn für das verloren, was ich war: Eine Hexe unter Muggeln.
Und was war Snape? Ein Todesser! Einer, der sich jederzeit am Abschlachten von Unschuldigen beteiligen würde. Nicht bei meinen Eltern, doch es gab andere Familien, denen es ebenso ergehen würde. Menschen, die genauso gut meine Eltern hätten sein können. Ermordet für ihre bloße Existenz.
Ein brennender Schmerz durchfuhr meine Knöchel, als sie krachend auf der Wand aufschlugen. Warmes Blut rann meine deformierte Hand entlang und tropfte auf den bleichen Teppich, während sich mein Magen umdrehte. Keuchend ging ich in die Knie. Das leere Haus der Ohnmacht in mir stürzte in sich zusammen. Rasend klatschten die Steine an der Oberfläche meines Bewusstseins auf, ließen es aufspritzen und schäumen in tosender Flut.
Mit zitternden Fingern nahm ich das nächste Familienfoto von der Wand. Alles in mir schrie nach Gerechtigkeit. Nicht nur für sie, sondern auch für alle anderen, die kamen und kommen würden. Wie hatte ich untätig herumsitzen können, anstatt zu verhindern, dass es anderen ergehen würde wie mir?
Der Entschluss entflammte in mir, ohne dass ich mir des Funkens bewusst gewesen wäre, der es entfacht hatte. Er war immer da gewesen, ich hatte ihn nur vergessen, wie ich mich selbst in meiner Trauer vergessen hatte. Ich hatte mich in meinem eigenen Schatten verkrochen.
Nichts würde sich ändern, wenn ich mich nur wie eine Getriebene hinter dem Rücken einiger weniger verstecken würde, die mich liebten. Nicht zu kämpfen hieß, es zu akzeptieren.
„Nie wieder.“, murmelte ich und ließ das Bild in meine Tasche gleiten. Ich hatte mich entschieden.


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