
von Zissy Malfoy
Aufgeregtes Gemurmel und Gelächter breitete sich im Saal aus, als Dumbledore nach vorne trat.
"Nun", verkündete er und streckte die Arme aus, "Werden wir erfahren, wer unsere drei Champions für das Trimagische Turnier sind. Ich bitte die Schulleiter von Beauxbatons und Durmstrang zu mir nach vorne."
Mit einer Bewegung des linken Armes verdunkelte unser Direktor den Raum und wieder ging Geflüster durch ihn. Die Direktorin von Beauxbatons, ich konnte ihren Namen nicht aussprechen, und Der Schulleiter von Durmstrang, er hatte irgendeinen komischen bulgarischen Namen, Vladimir oder so, stellten sich auf beiden Seiten von Dumbledore auf. Die Franzosin wirkte sehr klein und zierlich neben den beiden großen Männern.
Dann traten sie ein paar Schritte zurück und plötzlich wurde das Feuer, das die letzten Tage rot in ihm gebrannt hatte, blau.
Und dann flog ein kleiner Zettel hoch in die Luft. Dumbledore hechtete nach vorne und fing ihn auf.
"Der Champion für Beaxbatons ist ... ", sagte er und faltete den Zettel auseinander. Er machte es vermutlich absichtlich langsam, um Spannung zu erzeugen.
"Ist Rachel Legrande!", rief er und jubelnde Mädchen in blauen Seidenkleidern tanzten nach vorne um ihrem Champion, ein Mädchen mit langen, glänzenden schwarzen Haaren und spitzer Nase, zu begleiten.
Rachel ging, wie auf einem Laufsteg, zwischen den Haustischen nach vorne. Die Jungs sahen ihr natürlich nach.
Soooo hübsch war sie doch auch wieder nicht.
Rachel schüttelte die Schulleiter-Hände und stellte sich dann mit ihrer Direktorin etwas weiter nach hinten.
"Der Champion für Durmstrang ist...", rief Dumbledore, als alle wieder ruhig waren. Wie beim ersten mal entfaltete er den Zettel und rückte sich seine halbmondförmige Brille zurecht.
"Ist Milo Zdrakvka!"
Die Durmstrangs brüllten vor begeisterung. Und ein Jemand mit einer süßen Nase, glänzenden schwarzen Haaren und braunen Augen strürmte nach vorne.
Milo...
"Ist das nicht der, den wir auf der Treppe getroffen haben? Du stehst auf ihn...", meldete sich Stella zu Wort.
Ich verdrehte die Augen.
"Stella...wäre es eventuell möglich, deine Klappe auch nur für 10 Sekunden geschlossen zu lassen!", fragte ich ruhig zurück.
Sie schnappte nach Luft doch das nervtötende Geplapper aus ihrem Mund war verstummt.
Milo schüttelte gerade die Hände, die ihm entgegengestreckt wurden und stellte sich neben Rachel auf.
Nachdem die Durmstrangs noch einmal kräftig gejubelt hatten sagte Dumbledore: "Und nun zu unserem Dritten und letzten Champion..." der Holzlotz spuckte noch ein letztes Mal blaue Flammen und ein letztes Zettelchen.
"Der Champion für Hogwarts ist ...", rief Dumbledore. Alle in der Halle hielten die Luft an. Ich merkte, wie Bella sich etwas nach vorne lehnte. Ihre langen Locken hingen beinahe in ihr essen. Und zu meiner Verwunderung hatte sie Rodolphus' Hand umklammert. Wie süß ... Nicht wirklich. Wieso hatte sie Glück und ich nicht?!
" ... Ist Nicole Brightstone!"
"WAS?!", kreischte Bella und sprang auf. "Das dreckige Schlammblut?"
"Miss Black! Also wirklich ...", Dumbledore sah meine leicht gestörte Schwester entsetzt an.
"10 Punkte Abzug für Slytherin."
"Toll gemacht, Bella!", "Danke, Black!" waren noch die harmlosesten Kommentare. Mich wunderte es nur, dass es keine weiteren 50 Punkte abzug gab.
Bella lief aus der Großen Halle hinaus. Ich vermutete, auf den kleinen Platz vor dem Schloss. Ich wusste, dass, auch wenn sie es niemals zugeben würde, sehr traurig war, dass Rodolphus sie immer ignorierte. Doch das hatte sich anscheinend geändert. Rodolphus stand nämlich auch auf und lief ihr nach.
Nicole Brightstone lief unter Jubelschreien ebenfalls zu Dumbledore hinauf. Sie ging in die 7. Klasse und war eine Ravenclaw. Mit ihrem blonden Pagenkopf und den blauen, wachen Augen sah sie immer aus, als würde sie sich etwas ausdenken, das sie in Schwierigkeiten bringen könnte.
Auch sie stand jetzt neben Rachel und Milo.
"Damit haben wir unsere drei Champions! Ich bitte diese drei nun mit uns Direktoren ins Hinterzimmer zu gehen. Euch anderen Schülern steht es nun frei zu gehen", sagte Dumbledore und dann waren er, Miss Französische Lehrer-Tusse, Vladimir oder so und den drei Champions auch schon verschwunden.
Ich stand auf und wollte gerade nach draußen gehen, um nach Bella zu sehen, als Rodolphus, sehr aufgebracht, hereingestürmt kam.
"Deine Schwester ist unmöglich, weißt du das?", zischte er mir zu. Ha, eine Beziehungskrise! Ich rannte zu Bellas Stammplatz auf dem kleinen Hof. Dort stand sie.
"Was hast du denn mit Rodolphus angestellt? Der ist komplett aus dem Häuschen."
Bella lächelte mich an. Ich konnte die Art des Lächelns nicht identifizieren. Also war ich mir nicht sicher, ob es traurig, fröhlich, spöttisch oder etwas ganz anderes war.
"Naja...ich bin rausgerannt, weil ich wütend war. Er ist mir nachgekommen und wollte mich trösten. Er hat mich geküsst... Wusstest du, dass wir jetzt ein Paar sind? Und dann ...", erzählte meine Schwester.
"Dann...?"
"Dann hab ich ihm den Zauberstab abgenommen. Und ihn ein ganz klein wenig gefoltert. Ich musste meine Wut irgendwie abreagieren..."
Als sie meinen Blick sah sagte sie: "Guck mich nicht so an!"
"Kein Wunder, dass er böse auf dich ist! Bella...Man muss sehr vorsichtig mit einer Beziehung umgehen...", doch weiter kam ich nicht, denn Bella lachte auf.
"Gib mir lieber keine Beziehungstipps, Miss Ich-breche-wegen-Lucius-zusammen-und-muss-mit-einem-Schwebezauber-zum-Krankenflügel-gebracht-werden."
Mir stiegen Tränen in die Augen. Typisch Bella. Ich musste Rodolphus recht geben, sie war unmöglich!
Später, als ich mit meinen Freundinnen, Stellas Bruder und dessen furchtbar nervigen Freundin Abigail am Kamin im Gemeinschaftsraum saß, Schokofrösche naschte, ich hatte eine Schwäche für die kleinen Dinger, und quatschte schien mein Leben perfekt zu sein. Ich dachte nicht an ihn, oder an meine Eltern, die dem Dunklen Lord dienten. Manchmal machte ich mir Sorgen um sie. Er, dessen Name nicht genannt werden darf hatte schon viele Menschen umgebracht, die etwas nicht zu seine Zufriedenheit ausführten. Diese Tatsache bereitete mir manchmal schlaflose Nächte.
"Ach, ich muss euch noch etwas erzählen", lachte Yaxley und sah mit einem leicht spöttischen Blick zu mir rüber, "Unsere Zissy hat mit dem Weasley-Blutsverräter gequatscht. In der Kutsche vom Bahnsteig hierher."
Die Anderen brachen in schallendes Gelächter aus.
Beleidigt verschränkte ich die Arme vor der Brust und starrte wütend vor mich hin.
Er und Lucius waren ziemlich gut befreundet, auch wenn Yaxley ein Jahr älter war. Ich hoffte inständig, Lucius hatte seinen Freunden nicht erzählt, wie meine Reaktion auf die Trennung war. Und dass, wenn er es erzählt hat, Yaxley es jetzt nicht erzählt.
"Lucius ist natürlich sofort etwas echt komisches dazu eingefallen", quasselte Stellas Bruder weiter.
"Apropos, wo ist er eigentlich? Er sagte doch, dass er auch hier sein würde...", sagte Allie und sah sich im Gemeimschaftsraum um. Sie hatte extra einen Platz neben sich reserviert und dafür gesorgt, dass es der einzige Freie ist.
"Keine Ahnung...vielleicht wollte er doch nicht."
"Wer wollte was doch nicht?"
Der Klang der Stimme ließ mich zusammenfahren. Jetzt war gerade alles wunderschön perfekt.
Lucius ließ sich neben Alecto fallen, die selig lävhelte und etwas näher an ihn heranrutschte. Er bemerkte sie gar nicht. Gut gelaunt sah er in die Runde.
"Hab ich verpasst? Wie viele Schlammblüter habt ihr schon beleidigt?"
Stella, Allie und sogar Abigail kicherten hysterisch. Die waren doch echt verrückt.
"Wo warst du?", fragte Stella und sah Lucius mit großen, bewundernden Augen an. Das war echt gruselig, denn sie hatte genau die selben Augen wie ihr Bruder.
"Ich hatte noch etwas ... Zu erledigen."
"Gibs zu, du hast es wiedermal nicht geschafft dir deinen Zopf zu binden", sagte Yaxley.
"Ach halt doch die Klappe!"
Lucius' Haare waren, wie so oft, zu einem sehr erbärmlichen Zopf im Nacken zusammengebunden. Als wir noch zusammen waren, hab ich ihm immer geholfen, ihn zu binden. Schnell verbannte ich diesen Gedanken wieder aus meinem Kopf.
Lucius griff nach seinem Zöpfchen. Das band war fast runtergegangen. Er zog es nun ganz weg und ließ seine Haareüber seine Schultern fallen. Ich merkte, dass Stella neben mir verzückt seufzte. Einen kurzen Blick riskierte ich aber auch. Luvius hatte wohl den selben Impuls, er sah mir wieder in die Augen. Wieso sah er mich dauernd so an? Freak...
Sein Blick sagte aber "Hilf mir!". Er wollte wahrscheinlich, dass ich ihm den Zopf binde.
Er zerwuschelte sich nochmal ausdrucksstark die Haare und sah mich mit dem "Hilf Mir"-Blick an.
Dann sagte er mit gespielter Langeweile: "Es wäre suuuuper, wenn jemand mir helfen würde..."
Schon wieder der "Hilf Mir"-Blick. Ich wollte gerade etwas sagen, als Allie und Stella gleivhzeitig aufsprNgen und im Chor "Ich mach das!" riefen. Yaxley und Abigail erstickten beinahe vor Lachen. Ich konnte mir auch ein Grinsen nicht verkneifen. Es war einfach zu komisch zuzusehen, wie sie sich abrackerten, nur um von dem Blonden Idioten bemerkt zu werden. Letztendlich stimmte ich in das Lachen mit ein. Meien zwei Freundinnen rangen miteinander um das Haarband.
Lucius sah dem Treiben mit ernster Miene zu. Nach ein paar Minuten, in denen die Zwei miteinander kämpften, stand er auf, zo ein weiteres Band aus seiner Tasche und setzte sich zu mir.
Er hielt mir das Band entgegen.
Was sollte das? Gegen meinen Willen streckte ich meine Hand danach aus. Sie zitterte. Stella hatte nun endlich das erste Band in der Hand und drehte sich zu Lucius' altem Platz um. Als sie bemerkt hatte, dass er leer war wirbelte sie herum.
Jetzt starrte sie uns an. Die anderen taten es ihr gleich.
Ich hatte das Haarband nun in der Hand. Ich hatte bei der Berührung unserer Hände, als ich es genommen hatte, unwillkürlich zusammengezuckt.
Lucius drehte sich um und legte seine weißblonden Haare nach hinten.
Ich zitterte immernoch.
Ein paar Sekunden tat ich nichts. Dann streckte ich die Hände aus und sammelte seine Haare zu einem Zopf zusammen. Vorsichtig, immer darauf achtend seine Haut nicht zu berühren band ich das Haarband um sie herum.
Das weckte Erinnerungen in mir. Endlich war er fertig.
Langsam stand ich auf und lief hinauf in den Schlafsaal. Ich wollte auf gar keinen Fall, dass jemand meine Tränen sah.
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Joa...Eben kitschig... XD rieviews sind erwünscht :)))
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