
von Pigwidgeon
Rose späte gedankenverloren aus dem Fenster, während sie sich mit dem kleinen silbernen Kamm, den ihr ihre Mum zum letzten Geburtstag geschenkt hatte, vorsichtig durch das weiche rote Haar fuhr.
Undurchsichtige Nebelteppiche glitten gespenstergleich über die dunkle Spiegelfläche des Sees. Anscheinend hatte es in der Nacht wieder gefroren, denn eine hauchdünne weiße Tauschicht glasierte die Pflanzen auf dem weitläufigen Schlossgelände. Schade eigentlich, jetzt wo es doch gerade so aussah, als würde der wankelmütige Frühling einem milden beständigen Sommer Platz machen. Am Waldrand konnte sie ein kleines, heruntergekommenes Häuschen ausmachen, aus dessen schiefem Schornstein fahlgraue Rauchschwaden in den wolkenverhangenen Himmel aufstiegen.
Auf einem Baumstamm neben dieser Hütte saß ein Mann - wenn man ihn noch als einen solchen bezeichnen konnte, denn er war fast doppelt so groß wie ein ausgewachsener Muggel - und kraulte seinen gigantischen irischen Wolfshund hinter den Ohren, wie Rose vermutete. Beim Gedanken an ihren ‚Onkel‘ Hagrid, wie ihr Vater ihn früher immer liebevoll bezeichnet hatte und sein treues, sabberndes Ungetüm von einem Hund musste sie unwillkürlich lächeln.
Rose konnte sich gar nicht mehr daran erinnern, wie und wann genau sie Hagrid kennengelernt hatte. Er war schon immer irgendwie Teil der Familie gewesen. An Weihnachten, an Geburtstagen, an Thanksgiving, solange sie denken konnte gehörte Hagrid zu den unfehlbaren Gästen.
Während ihre Mitschüler anfangs großen Respekt, ja sogar Angst vor dem in die Jahre gekommenen Wildhüter gehabt hatten, waren Rose und Albus bereits im ersten Schuljahr mit ihrem ‚Onkel‘ auf spannende Expeditionen in den verbotenen Wald aufgebrochen und hatten die dunklen Tiefen des geheimnisvollen Forstes mit all ihren magischen Wesen und Pflanzen kennen und lieben gelernt.
An den freien Nachmittagtagen besuchten sie Hagrid noch immer ab und an in seiner gemütlichen, kleinen Waldhütte, um Tee zu trinken und sich über die neuesten Geschehnisse auszutauschen.
„Wollen wir dann los in die Große Halle?“, fragte Lane erwartungsvoll, die gerade frisch geduscht aus dem Bad geschlendert kam, und warf sich ohne eine Antwort abzuwarten ihren Schulumhang über.
„Also meinetwegen gerne“, entgegnete Jeanine fröhlich, wobei Rose sie insgeheim für die Gabe bewunderte sogar an einem Montagmorgen so gut gelaunt zu sein.
Seufzend legte die Rothaarige den hübsch gearbeiteten Kamm auf ihre Kommode zurück, doch als sie in ihren Umhang schlüpfen wollte, zuckte sie vor Schmerz zusammen. Seit dem Quidditchtraining vom Abend zuvor hatte sie Muskelkater an jeder nur erdenklichen Stelle. Manchmal hatte die Sucherin das starke Gefühl, dass Jason seine Mannschaft nicht wirklich auf das letzte entscheidende Spiel gegen Hufflepuff vorbereiten wollte, sondern eigentlich vorhatte sie alle bis dahin zu töten. In drei Wochen war es endlich soweit und dieses Jahr war alles noch völlig offen. Wenn Gryffendore das Spiel mit hundert Punkten Vorsprung gewinnen würde, würde der große goldene Pokal dieses Jahr wieder ihnen gehören. Würden sie mit weniger Punkten siegen hätten sie nach Hufflepuff den zweiten Platz ergattert und wenn sie es nicht schafften den Sieg für ihr Haus zu holen, würden sie je nach den Punkten, die die in Rückstand lagen entweder auf den dritten oder vierten Platz zurückfallen.
Dennoch waren sie alle recht zuversichtlich. Sie hatten nie härter trainiert, waren vermutlich noch nie so gut in Form gewesen und mit Jason als Kapitän, der wirklich mit allen Sinnen auf den Sieg fixiert war, konnte sich ihnen eigentlich nichts mehr in den Weg stellen zum lang ersehnten Quidditchpokal.
Lane und Jean beobachteten grinsend wie sich Rose umständlich und mit schmerzverzerrtem Gesicht ihren Umhang überstreifte, gaben aber in weiser Voraussicht keinen Kommentar dazu ab. Nachdem sie ihre Schulsachen zusammengesucht und Bücher, Federkiele und Pergamentblätter in ihren Taschen verstaut hatten, machten sich die Freundinnen zusammen mit Jason, den sie im Gemeinschaftsraum trafen, auf den Weg in die Große Halle.
Schon vom Weiten hörte man das Klirren und Schaben von Besteck, das Kreischen der zahllosen Eulen, die Schülern Briefe und Pakete überbrachten und den Lärm tausender verschiedener Stimmen, die durcheinander und gegeneinander an sprachen.
Als sie durch die massive weitgeöffnete Flügeltür ins Innere der Halle traten, wehte ihnen ein angenehmer Duft von Kaffee, Eiern und frischgebackenem Brot entgegen. Obwohl die verzauberte Decke das trostlose Bild der grauen Wolkenschicht wiederspiegelte, die den Himmel draußen unheilvoll verdunkelte, herrschte an den vier langen Haustischen wie immer ausgelassene Stimmung.
Niemand schenkte den vier Freunden große Beachtung, als sie an den Hufflepuffs vorbeischritten und auf einen Jungen am Gryffendore Tisch zuhielten, dessen widerspenstiges verstrubbeltes Haar ebenso rot war wie das von Rose.
„Morgen Hugh“, sagte Rose lächelnd, bevor sie sich auf den freien Platz neben ihrem Bruder sinken ließ.
„Guten Morgen Schwesterherz“, gab der jüngere Gryffendore grinsend zurück. Rose verdrehte lachend die Augen und goss sich ganz wunderbar schwarzen und heißen Kaffee in ihre Tasse.
Während der Schulzeit war die Beziehung der Geschwister weitaus besser als in den Ferien, wenn sie sich ein Badezimmer teilen mussten und sich einfach wegen jeder Kleinigkeit in die Haare kriegen konnten. Sobald sie allerdings wieder auf Hogwarts waren und so etwas Abstand zu einander gewannen, verstand sich Rose mit ihrem kleinen Bruder eigentlich ziemlich gut, hatte beinahe ein freundschaftliches Verhältnis zu ihm.
„Kannst du mir bitte mal die Milch reichen, Hugo?“, bat Lane, die gegenüber von Rose neben Jason Platz genommen hatte, ohne ihn richtig anzusehen und konnte so überhaupt nicht bemerken, wie Hugo in dem Moment als die hübsche Fünftklässlerin ihn ansprach kaum merklich errötete. Rose dagegen war es nicht entgangen. Mit hochgezogenen Augenbrauen sah sie überrascht von Lane zu Hugo, der jetzt mit einem unsicheren Lächeln auf den Lippen die Milch quer über den Tisch reichte. „Danke“, sagte Lane unbekümmert, strich sich mit der freien Hand die glänzenden roten Locken aus dem den Gesicht und lächelte Hugh flüchtig an, ehe sie sich wieder ihrem Frühstücksei zuwandte. Hugos Wangen färbten sich zartrosa. „Hab ich gern gemacht“, nuschelte er so leise, dass es niemand bis auf seine Schwester zu hören schien.
Rose grinste verstohlen in sich hinein. Was war denn auf einmal in ihren Bruder gefahren? War es möglich, dass er sich ein klein wenig verguckt hatte? Das wäre doch mal eine höchst interessante Wendung.
Während sie hungrig Spiegeleier und Frühstücksflocken in sich hinein schaufelte, hielt Jason seiner Sucherin wie in den letzten Tagen so oft schon eine nahezu emotionale Rede über die Taktik, die sie beim über alles entscheidenden Spiel gegen die Hufflepuffs verfolgen würden. Rose hörte nur mit halbem Ohr zu, denn sie kannte seinen Vortrag zum Thema ‚Wenn du dich an dieses Verfahren hältst, kann eigentlich gar nichts mehr schief gehen‘ beinahe auswendig.
„Und dann - erst wenn wir mit mindestens fünfzig Punkten in Führung sind - dann hast du deinen großen Auftritt. Vorher musst du versuchen den Sucher der anderen Mannschaft auf eine falsche Fährte zu führen. Tricks ihn aus, lock ihn in eine völlig falsche Richtung, tu einfach alles damit er den Schnatz nicht fangen kann. Denn du musst diese hundertfünfzig Punkte für uns nach Hause holen! Du bist unser Superstar verstehst du? Du musst - “ Doch weiter kam er nicht, denn in diesem Moment landete mit einem dumpfen Aufprall ein kleiner kastanienbrauner Waldkauz in Jeans Müslischüssel. Ein Gemisch aus Milch und bunten Frühstücksflocken spritzte über den Tisch.
„Tag auch Foxwyn“, begrüßte Jeanine kichernd die pitschnasse Eule, zog ihren Zauberstab hervor und sprach leise „Tergeo“, woraufhin die Milch langsam von ihrem Stab aufgesogen wurde. Ungelenk kletterte der kleine Eulerich aus der Schüssel und schüttelte ärgerlich sein Gefieder, was allen im Umkreis eine recht unangenehme Milchdusche bescherte.
„Elegant wie eh und je“ Rose verdrehte genervt die Augen und wischte sich mit einer Servierte Milchspritzer vom Umhang. Dass diese Eule sie mit seiner übermäßigen Tollpatschigkeit auch immer derart in Verlegenheit bringen musste! Foxwyn nahm ihr die harten Worte allerdings übel, klackerte noch beleidigt mit dem Schnabel, ehe er sich wieder in die Lüfte schwang und mit voller Absicht den Brief, den er überbringen sollte, in den Krug mit Orangensaft fallen ließ.
„Ach komm schon Fox, ich hab´s doch nicht so gemeint!“, rief Rose ihm zerknirscht nach als sie den Brief vorsichtig aus dem Krug fischte, doch der kleine Kauz flatterte bereits auf ein offenes Fenster zu und machte sich gekränkt auf den Heimweg.
„Das war aber auch nicht gerade der netteste Empfang“, verteidigte Lane ihn grinsend. Hugo verschluckte sich vor Lachen fast an seinem Kakao.
„Warte mal Rose, ich mach das schon“, bot Jeanine an, die noch immer ihren Stab in der Hand hatte und nahm der Gryffendore den triefenden Brief aus der Hand. Mit einem raschen Schlenker ihres Zauberstabs trocknete sie das feuchte Papier.
„Danke“, sagte Rose als sie den warmen, trockenen Brief entgegen nahm und erkannte an der kleinen, etwas krakeligen Handschrift mit der ihr Name in eine Ecke geschrieben worden war, dass er von ihrem Vater stammte. „Der ist von Dad“, klärte sie Hugo auf, bevor sie neugierig den Umschlag aufriss. Gerade als sie anfangen wollte zu lesen, setzte jedoch eine weitere Eule zum Sturzflug an und landete mit weit mehr Geschick auf dem leeren Teller vor Lane.
Überrascht starrte ihre Freundin auf die große, einschüchternd wirkende Schleiereule, die leise schuhuend einen Briefumschlag vor ihr ablegte und sich anschließend mit einer angedeuteten Verbeugung wieder in die Lüfte erhob. Die Freunde verfolgten angespannt, wie Lane zaghaft eine Hand nach dem beigen Umschlag ausstreckte und ihn mit einem bangen Blick auf den Absender voller Unbehagen öffnete. „Ist der etwa von - ?“, begann Jason beunruhigt und bedachte den Brief in ihren Händen mit einem so misstrauischen Blick, das man meinen könnte er sei ein giftiges Insekt.
„Ja genau“, sagte Lane tonlos „Von meiner Mum“
Jeanine schlug sich bestürzt eine Hand vor den Mund und auch Rose verging mit einem Mal die Lust darauf den Brief ihres Vaters zu lesen, achtlos stopfte sie ihn in ihre Umhangtasche. Lanes Eltern waren Muggel, sehr normale Muggel noch dazu und wenn sie sich die Mühe machten in der Winkelgasse das Eulenpostamt aufzusuchen, nur um ihrer Tochter einen Brief zukommen zu lassen, konnte das eigentlich nichts Gutes bedeuten.
Das Verhältnis von Lane zu ihren Eltern könnte man als frostig bezeichnen, oder aber auch als ablehnend.
Mr. und Mrs. Ree waren die strengsten und konservativsten Adventisten von denen Rose je gehört hatte. Es grenzte an ein Wunder, dass sie es Lane überhaupt erlaubten Hogwarts zu besuchen, denn Magie und Zauberei war in ihren Augen nicht nur eine geisteskranke Abnormität, sondern auch das Werk des Teufels.
Lane hingegen stimmte mit ihnen nicht überein, sie glaubte nicht an die Präsenz eines allmächtigen Gottes und hätte sie die Magie nicht am eigenen Leib erfahren, würde sie nicht einmal an die Existenz von Zauberern und Hexen glauben. Sie gehörte einfach zu der Sorte Mensch die alles anzweifelten, was nicht wissenschaftlich belegbar war und oft nur das anerkannte was sie sehen und anfassen konnte. Lane würde vermutlich erst an den Gott glauben, nach dessen Regeln und Normen sie von ihren Eltern erzogen worden war, wenn er sich persönlich bei ihr vorstellte.
Schon immer hatte es deshalb gewisse Spannungen in der Familie gegeben, wenn Lane sich beispielsweise geweigert hatte ihre Eltern in den Gottesdienst zu begleiten oder das Tischgebet zu sprechen, doch in den letzten Weihnachtsferien war die Sache endgültig eskaliert. Rose würde wahrscheinlich niemals erfahren was genau geschehen war, aber nach dem was sie sich zusammengereimt hatte, musste es wirklich übel gewesen sein. Seit diesem Vorfall am Weihnachtsabend hatte Lane keinerlei Kontakt mehr zu ihrer Familie gehabt.
„Ist das das erste Mal seit - ?“, fragte Jason weiter.
„Ja“, sagte sie leise und starrte weiterhin fassungslos auf das sorgsam gefaltete Papier in ihren Händen.
„Möchtest du ihn vielleicht später in Ruhe lesen?“
Sie schloss die Augen und schüttelte leicht mechanisch den Kopf. „Nein. Nein ich werde ihn jetzt lesen. Ich will wissen, was sie mir zu sagen hat“
Jason nickte nur verständnisvoll und legte ihr wie selbstverständlich einen Arm um die Schulter. Er wusste ganz einfach, dass sie ihn brauchte.
Mit einem entschlossenen Ausdruck in den dunkelbraunen Augen faltete Lane den Brief auseinander und begann zu lesen. Schon nach dem ersten Absatz wich diese Entschlossenheit einer stummen Düsternis.
Mit jedem gelesenen Wort schien Lane blasser zu werden, in ihre Augen trat ein gefährlich feuchtes Glitzern, aber Rose wusste, dass es nicht Kummer war, der ihr die Tränen in die Augen trieb sondern Zorn. Jeanine und Rose tauschten einen sehr besorgten Blick. Hugo sah fast so aus, als würde er selbst am liebsten in Tränen ausbrechen und Jason hielt seine beste Freundin lediglich schweigend im Arm und war an ihrer Seite.
Schließlich sah sie auf, blickte in die sorgenvollen Gesichter ihrer Freunde und lächelte schwach. „Ist schon ok. Wirklich...“ Sie blickte traurig auf das Stück Papier herab. „Ehrlich gesagt hatte ich gar nichts anderes erwartet“
„Was schreibt sie denn?“, fragte Rose vorsichtig, doch hatte schon im nächsten Moment das Gefühl zu aufdringlich gewesen zu sein. Der Meinung war anscheinend auch ihr Bruder, denn er rammte ihr entrüstet seinen Ellenbogen in die Seite „Rose, lass sie in Ruhe!“
„Schon gut, Hugh“, sagte Lane nachsichtig und lächelte den Rothaarigen dankbar an. „Sie schreibt sie will mich mit diesem Brief ‚zur Besinnung‘ bringen … Dauernd schwafelt sie davon, dass ich im Moment einfach eine schwierige Phase durchmache und wieder auf den richtigen Weg geleitet werden muss. Fast so als würde sie denken, ich hätte den Glauben an Gott verloren, weil meine Hormone verrückt spielen!“ Lane lachte freudlos auf, was Jason dazu veranlasste, den Druck seines Armes auf ihrer Schulter zu verstärken.
„Mum schreibt außerdem, Sie und Dad seien sehr enttäuscht von mir, würden aber trotzdem jeden Abend zu Gott um Vergebung für ihre vom Weg abgekommene Tochter beten. Oh, ich bin ja so gerührt. Welche Mühe sie sich doch für mich machen! ...
Sie vergleicht mich mit einem Lamm, das dem Schäfer fortgelaufen ist und wieder in den sicheren Stall getrieben werden muss.
- Sagt mal, ist das aus irgendeinem Gleichnis, oder ist sie möglicherweise ganz alleine auf den Schwachsinn gekommen?“, fragte sie hämisch grinsend, doch niemand antwortete.
„Meine Lieblingsstelle ist der Absatz, wo sie schreibt, dass die Seele der Tochter, die sie geschaffen und aufgezogen hat zu schade dafür sei, in den Höllenfeuern zu schmoren - Das muss man sich mal reinziehen! Ihr geht es dabei ja nicht einmal um meine unsterbliche Seele, sondern darum, dass ich der Familie eine Schande mache!
Aber wenn ich, ich zitiere ‚Durch Gottes Hilfe den Weg zu mir selbst gefunden habe und wieder vernünftig geworden bin‘, sind sie sogar bereit mich mit offenen Armen zu empfangen und wieder in den Familienverband aufzunehmen! Ach ja? Jetzt gehöre ich also schon nicht mal mehr zur Familie?“ Von plötzlich aufflammender Wut ergriffen, zerknüllte sie den Brief zwischen den Händen und schmetterte die kleine, so harmlos aussehende Kugel auf ihren Teller. Einige Augenblicke später hatte sie schon den Zauberstab gezogen und richtete ihn zornentbrannt auf den Brief ihrer Mutter. „Incendio“ zischte sie und augenblicklich schoss eine kleine Stichflamme aus dem zusammengeknüllten Schriftstück in die Höhe und fraß das Papier in Sekundenschnelle bis nur noch ein winziger, rauchender Haufen Asche zurückblieb.
Rose sah betreten auf den verkohlten Rest der scheußlichen Botschaft. Alles was sie hätte sagen und tun können erschien ihr plötzlich als zu wenig. Sie konnte nur ahnen wie furchtbar das Gefühl sein musste, von seinen eigenen Eltern nicht akzeptiert zu werden.
„Und daran glauben die wirklich?“, kam es auf einmal von Hugo mit verhaltener Wut in der Stimme. „Dass du in die Hölle kommst? Das können sie nicht ernsthaft behaupten! Du bist doch kein böser Mensch“
„Und ob sie das glauben!“ Lane lächelte grimmig.
„Wenn ich mal sterbe komme ich an einen unterirdisch gelegenen Ort namens Hölle, wo einfach alles in Flammen steht und ein griesgrämiger alter Mann in roten Strumpfhosen die armen, gottverlassenen Seelen mit einer überdimensionalen Gabel piekt!“
Und obwohl ihnen allen eigentlich so gar nicht danach zu Mute war, mussten sie bei dieser Vorstellung unwillkürlich grinsen.
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