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Proud to be Persistent - Kapitel 4 – Böse Überraschung

von Pigwidgeon

Zusammen mit Jeanine schlängelte sich Rose durch die den Klassenzimmern entgegen strömenden Schülermassen. In den Korridoren war es brechend voll. Am liebsten hätte sich Rose in einen Geheimgang zurückgezogen um dem Gedränge auf den Fluren zu entgehen, doch vor so vielen neugierig glotzenden Schüleraugen konnte sie es sich nicht erlauben einen der versteckten Geheimgänge zu öffnen.
Nicht viele wussten von den nützlichen Abkürzungen, die sich hinter manch einem Gemälde, einer Statue oder den zahlreichen Wandteppichen verbargen und wenn es nach Rose ging, sollte das auch so bleiben. Trotzdem hasste sie dieses Gedrängel. Dauernd wurde sie von lachenden Zweitklässlern angerempelt, die es einfach nicht lassen konnten sich im überfüllten Schulflur auch noch zum Spaß herum zu schupsen, oder sie bekam spitze Ellenbogen in die Seite gerammt. Normalerweise hätten sie sich schon viel früher auf den Weg zu Muggelkunde gemacht, zu einer weitaus ruhigeren Zeit in der sich die Schüler noch nicht gegenseitig auf die Füße traten, doch der Zwischenfall am Frühstückstisch hatte Rose und Jean völlig die Zeit vergessen lassen.
Dass den zwei Freundinnen jemand folgte und ihr nachrief, sie solle auf ihn warten, konnte Rose über den allgemeinen Lärmpegel hinweg nicht hören. Hinter sich hörte sie zwar empörte Stimmen, doch sie dachte sich nichts weiter dabei. An einem Montagmorgen kam es oft zu Streitigkeiten in den Gängen, also nichts Besonderes oder Besorgniserregendes.
Sie konnte ja auch nicht wissen, dass dieser jemand schon seit der Großen Halle versuchte zu ihr vorzudringen und sich nun den Weg freikämpfte, indem er protestierende Schüler zur Seite stieß.
Die aufgebrachten Stimmen wurden lauter, waren jetzt genau hinter Rose und mit einem Mal schlossen sich warme Finger um ihre Hand, hielten sie zurück. Überrascht drehte sich Rose um die eigene Achse, blieb endlich stehen und blickte erstaunt in zwei wundervolle hellblaue Augen.
„Alec? “
Das dunkelbraune Haar hing ihm in wirren Strähnen in der Stirn und er war leicht außer Atem. „Rose“, keuchte er und wischte sich mit der freien Hand grinsend das zerzauste Haar aus dem Gesicht. „Sag mal, seit wann bist du eigentlich so schnell? Ich versuch schon dich zu erwischen seit du auf einmal aus der Großen Halle raus bist“
„Was ist denn los?“, fragte sie irritiert.
Viel interessanter allerdings fand sie die Frage, was bei Merlins Barte ihn dazu bewegt hatte nach ihrer Hand zu greifen. Noch nie zuvor hatte er das gemacht, wirklich nie. Rose ließ das Gefühl nicht los, dass hier etwas ganz gewaltig aus dem Ruder lief.
Ausgehend von ihrer merkwürdig kribbelnden Hand, die noch immer in seiner Größeren ruhte, breitete sich eine angenehme Wärme in ihrem ganzen Körper aus. Alec war ihr so vertraut und trotzdem waren ihr die Gefühle, die sie allmählich für ihn entwickelte vollkommen neu, fast schon fremd.
Es war falsch, das wusste sie und sie verfluchte sich dafür, dass es sich trotzdem so richtig anfühlte.
Auch Jeanine war wie angewurzelt stehen geblieben und starrte zuerst entgeistert auf die verschränkten Finger ihrer Freunde, ehe sie verstohlen grinste.
„Nichts eigentlich“, gab er mit einem schiefen Lächeln zu und ließ endlich ihre Hand los. „Ich hatte nur vergessen euch zu fragen, ob wir uns vielleicht in der Mittagspause mit den anderen im Raum der Wünsche treffen können. Jason und Lane wissen schon Bescheid“
Dafür hatte er sie also drei Korridore lang verfolgt? „Klar, das können wir machen“
Und auch Jeanine nickte bestätigend. „Klingt gut. Irgendein besonderer Anlass?“
„Lasst euch da mal überraschen“ Er grinste breit und langsam aber sicher packte Rose die Neugierde.
Der Raum der Wünsche war ihr persönlicher Rückzugsort, ihr geheimer Clubraum wenn man so wollte. Sie trafen sich meist in diesem mysteriösen Raum, wenn sie nicht gestört werden wollten oder es etwas Wichtiges zu besprechen gab.
„Hey, es gibt hier ein paar Leute die gerne in ihre Klassenzimmer wollen!“, fauchte plötzlich eine brünette Sechstklässlerin, die gerade erfolglos versuchte sich zwischen Alec und einer Gruppe tuschelnder Viertklässlerinnen vorbei zu schieben. Sie hätte sicher hübsch ausgesehen, hätte sie nicht ein so mürrisches Gesicht gezogen.
„Ist ja schon gut. Ich wusste ja nicht, dass es hier jemand besonders eilig hat“, gab Alec genervt zurück und verdrehte die Augen, ehe er beiseite trat, um ihr Platz zu machen. Das Mädchen aus Hufflepuff warf das lange hellbraune Haar hochmütig in den Nacken und rauschte mit stolz gerecktem Kinn und wehendem Umhang an ihnen vorbei. Alec sah ihr mit hochgezogenen Augenbrauen nach, schüttelte voller Unverständnis den Kopf und lachte dann auf eine so unbefangene Art, dass Rose unwillkürlich lächelte.
Die dunkelbraunen Haare fielen ihm locker ins Gesicht und feine Grübchen zeichneten sich auf seinen Wangen ab. Rose fiel plötzlich auf, wie anziehend er eigentlich war. Natürlich hatte er immer schon irgendwie gut ausgesehen, doch auf einmal bemerkte sie Besonderheiten in seinem Gesicht, die sie vorher nicht weiter beachtet hatte. Seine gerade Nase und die hohen, ausgeprägten Wangenknochen zum Beispiel. Seine stahlblauen Augen waren von dichten, dunklen Wimpern umrahmt, Wimpern für die manch ein Mädchen einen Mord begangen hätte. Die Rothaarige stutzte.
Es kam ihr komisch vor, so über ihn zu denken, ihn bewusst als attraktiven jungen Mann wahrzunehmen. Er war doch ihr Freund, ihr bester Freund. Nie zuvor hatte sie sich Gedanken darüber gemacht, wie er aussah. Nie hatte sie darüber nachgedacht, dass er ein Junge war und sie ein Mädchen, nie auch nur im Entferntesten daran gedacht, dass es gar nicht mal so unwahrscheinlich war, dass sie sich früher oder später in ihn verlieben könnte. Alles in ihr sträubte sich dagegen. Sie wollte sich nicht verlieben, nicht jetzt und auch nicht irgendwann später, denn sie könnte es schlicht und einfach nicht ertragen ihn als Freund zu verlieren, dafür war er ihr zu wichtig.
„Dann sehen wir uns also nach dem Essen?“, erkundigte sich der hochgewachsene Ravenclaw mit erwartungsvoll blitzenden Augen und riss Rose aus ihren Gedanken, gerade rechtzeitig wie sie fand.
„Ja, wir kommen auf jeden Fall“, versprach sie. Alec lächelte Rose ein letztes Mal warm an und zwinkerte Jeanine verschwörerisch zu, bevor er im Meer aus dunklen Umhängen verschwand.

Die Mädchen setzten ihren Weg in die entgegengesetzte Richtung fort und da die meisten ihrer Mitschüler inzwischen in ihren Klassenzimmern angelangt waren, kamen sie nun recht zügig voran.
Rose wappnete sich bereits auf ein für Jeanine typisches Verhör, doch zu ihrer großen Überraschung verlor ihre Freundin kein einziges Wort über das etwas sonderbare Treffen mit Alec, sondern beschränkte sich auf unverfängliche Themen, wie die Prüfungen und den nächsten Besuch im Dorf Hogsmeade, der für den kommenden Samstag angesetzt war.
Warum sprach sie Rose nicht auf Alec an? Rose hielt es für beinahe unmöglich, dass ihre beste Freundin die Blicke nicht bemerkt hatte. Auch die Tatsache, dass Alec ihre Hand genommen hatte, als sei es das normalste der Welt müsste Jeanine doch misstrauisch gemacht haben, oder? Es war eigentlich so gar nicht die Art der Schwarzhaarigen, die Dinge einfach stillschweigend auf sich beruhen zu lassen, sonst musste immer alles sofort analysiert und ausdiskutiert werden.
Einerseits war Rose froh darüber sich nicht vor ihr rechtfertigen zu müssen, doch auf der anderen Seite versetzte ihr das fehlende Interesse ihrer Freundin einen kleinen Stich. Sie war drauf und dran das Gespräch selbst auf dieses Thema zu lenken, nur um Jeanine ein Reaktion zu entlocken.
Die Tür zum Klassenzimmer für Muggelkunde befand sich am Ende eines langen Korridors im zweiten Stock, der mit züngelnden Fackeln und schweren Wandteppichen geschmückt war. Eigentlich war sie kaum zu verfehlen, denn zwei gutaussehende junge Männer lehnten lässig an der Wand neben besagter Tür und waren in ein Gespräch vertieft. Es schien unter ihrer Würde zu sein, wie alle anderen auch im Klassenzimmer auf den Lehrer zu warten, immer mussten sie irgendwie aus der Reihe tanzen, einfach immer die Aufmerksamkeit auf sich lenken.
Sie waren groß für ihr Alter und ziemlich athletisch gebaut. Beide trugen lediglich ein schlicht weißes Hemd ohne Krawatte und den unförmigen Schulumhang ließen sie schon aus Prinzip im Schrank. Sie hatten schließlich einen Ruf zu verlieren. Der eine von beiden hatte verwuscheltes flachsblondes Haar, geheimnisvolle silbergraue Augen und ein ungezwungenes schiefes Lächeln. Die Haare des anderen waren etwas dunkler und weniger zerzaust, dafür aber mit etwas Gel in Form gebracht. Seine Augen hatten die Farbe von Vollmilchschokolade und schienen permanent ihr neckisches Funkeln bei zu behalten. Scorpius Malfoy und Dean Michaelsen. Selbstsicher, abgehoben, arrogant und irgendwie einfach nur umwerfend.
Als die Mädchen näher kamen, blickte Dean plötzlich auf und stieß seinen Kumpel grinsend in die Seite. Scorpius hob überrascht den Blick, sah Rose auf sich zukommen und sagte etwas zu Dean, das diesen zum Lachen brachte. Rose konnte nicht verstehen was es war, aber wenn sie so recht darüber nachdachte war es ihr egal. Wie immer würde sie ihnen keinerlei Beachtung schenken und an ihnen vorbei ins Klassenzimmer huschen ohne auch nur zu zeigen, dass sie die zwei wahrgenommen hatte.
Allerdings sahen die Pläne der Jungs an diesen Morgen anders aus. Mit vor der Brust verschränkten Armen und einem triumphierenden Blick von der Sorte, der quasi die Zunge herausstreckte, bauten sie sich in der Tür auf und versperrten den Eingang. Einige ihrer Mitschüler innerhalb des Klassenraums wandten sich neugierig zu ihnen um.
Die Mädchen stoppten etwa eine Armlänge von den Slytherins entfernt und während Jeanine völlig cool blieb und abwartend eine Augenbraue hochzog, funkelte Rose die beiden zornig an.
Zu gerne hätte sie diesen eingebildeten Idioten einen Fluch an den Hals gehext, der ihre perfekte reine Haut in einen Sumpf aus Pickeln und Pusteln verwandelt würde. Wenn Scorpius gewusst hätte in welcher Gefahr er hier eigentlich schwebte, hätte er sich sicherlich nicht so sehr über Rose´ grimmigen Gesichtsausdruck amüsiert.
„Könntet ihr uns jetzt bitte durchlassen?“, fragte sich Jean ungewöhnlich kühl. Michaelsen und Malfoy tauschten einen vielsagenden Blick und grinsten. „Was bekommen wir denn dafür?“
„Heute sind wir wohl wieder besonders witzig, was?“, stellte Rose nüchtern fest und als sie fortfuhr triefte ihre Stimme nur so vor Sarkasmus. „Ich kann ja verstehen, dass es seinen Reiz hat, sich aufzuführen wie ein unreifer Zwölfjähriger, aber mal im Ernst, die Nummer kennen wir jetzt! Habt ihr denn nichts Besseres drauf?“
Scorpius lachte leise auf und pfiff anerkennend durch die Zähne.
„Gut gebrüllt Löwe“
„Zisch ab Schlange“, gab Rose ungerührt zurück und ignorierte das amüsierte Funkeln in seinen grauen Augen. Es war offensichtlich, dass er gerade Gefallen an ihrem kleinen Schlagabtausch fand.
Vielleicht war das ja der Grund, warum er so unnachgiebig versuchte Rose´ Aufmerksamkeit zu gewinnen. Sie war neben Jeanine eine der einzigen, die nicht geblendet war von seinem Aussehen und seinem Geld. Rose ließ sich nicht einfach alles von ihm bieten und hatte auch keine Probleme damit ihm ihre Meinung offen ins Gesicht zu sagen. Der junge Malfoy war es gewohnt zu bekommen was er wollte, ohne auch nur den kleinen Finger dafür heben zu müssen. An Rose allerdings biss er sich die Zähne aus. Egal was er auch versuchte, sie dachte gar nicht daran sich von ihm weich spülen zu lassen. Und je mehr sie ihn zurückstieß, desto größer schien sein Ehrgeiz zu werden.
„Um deine Frage zu beantworten“, äußerte sich Dean scharmant. „Ja ich denke schon, dass wir noch so einiges draufhaben, was euch gefallen könnte. Sollen wir es euch zeigen?“ Er grinste anzüglich.
Rose sah aus den Augenwinkeln wie Scorpius die Augen verdrehte und empfand einen jähen Anflug von Sympathie für den blonden Slytherin.
Die hübsche Rothaarige verzog das Gesicht. „Ne du, das muss nun wirklich nicht sein“
Dean hob ungläubig die Augenbrauen und schmunzelte, doch ehe er etwas erwidern konnte ergriff Jeanine das Wort. „Habt ihr es dann mal? Langsam beginnt dieses Gespräch nämlich wirklich mich zu langweilen. Lasst ihr uns jetzt durch oder nicht?“
„Wie könnten wir nicht, wo du doch so lieb fragst?“, entgegnete Scorpius lachend und trat großzügig einen Schritt zur Seite.
Dean bedachte seinen Freund mit einem verständnislosen Schnauben, offenbar machte ihm dieses Spiel noch viel zu viel Spaß um schon damit aufzuhören, doch das lag nun nicht länger in seiner Hand.
„Meine Herrschaften, was haben sie denn bitteschön zur eigentlichen Unterrichtszeit auf dem Flur zu schaffen?“, wies ihr Lehrer Professor Grey sie zurecht, der unbemerkt an die vier Schüler heran getreten war und die dunklen Augen hinter seinen Brillengläser verengten sich zu Schlitzen. „Wenn der Lehrer den Raum betritt haben sie gefälligst auf ihren Plätzen zu sitzen und täten gut daran ihre Notizen aus der letzten Stunde zu überfliegen!“
Jonathan Grey war der jüngste Lehrer, der zurzeit auf Hogwarts unterrichtete, er war gerade Mal Mitte Dreißig. Rose konnte ihn gut leiden, denn er beschränkte sich nicht nur auf die alte Schule des Unterrichtens, sondern probierte ständig neue Konzepte und Lehrmethoden aus, was den Unterricht sowohl abwechslungsreich als auch überraschend interessant machte. Dennoch legte er sehr viel Wert auf Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit und wenn er das Gefühl hatte von seinen Schülern nicht ernst genommen zu werden, konnte er ziemlich ungemütlich werden.
„Das ist wohl meine Schuld, Sir“, erklärte Scorpius rasch. „Ich habe die Mädchen gebeten mich kurz vor die Tür zu begleiten, weil ich mit ihnen etwas besprechen musste - wegen einer Hausaufgabe“
„Natürlich“, entgegnete Professor Grey sarkastisch. „Wegen einer Hausaufgabe“
„Es stimmt“, warf Rose zu ihrer eigenen Überraschung ein. „Wir halten zusammen ein Referat in Zaubertränke zum Thema „Gegengifte“ und er hatte eine Frage zum Ablauf der Präsentation“
„Ja genau so war es“, bestätigte Scorpius gelassen, doch als er das gefährliche Blitzen in den Augen seines Lehrers sah, fügte ein beschwichtigendes „ - aber jetzt ist alles geklärt“ hinzu. Der Blonde zwinkerte Rose lächelnd zu und sie konnte einfach nicht anders als sein Lächeln zu erwidern. Immerhin war er dazu bereit gewesen die Schuld auf sich zu nehmen, um die Mädchen zu entlasten. Natürlich war die ganze Situation auch allein seine Schuld, aber dass er es vor einem Lehrer offen zugab war wirklich bewundernswert.
„Gut, sofern es ihnen keine weiteren Umstände bereitet, würde ich sie jetzt bitten im Klassenzimmer Platz zu nehmen, damit ich mit dem Unterricht beginnen kann“, sagte Professor Grey mit feinem Spott in der Stimme und nickte ungeduldig in Richtung Tür.
„Nach ihnen, Ladies“, säuselte Dean, der seit dem plötzlichen Auftauchen ihres Lehrers ungewohnt still gewesen war, er trat beiseite und verneigte sich mit einem breiten Grinsen vor den Mädchen. Jeanine verdrehte nur die Augen und ging Rose voran durch die Tür und auf ihre Plätze in der hinteren Reihe zu. Dean grinste triumphierend und schien die Aufmerksam, die ihm zuteil wurde, regelrecht zu genießen als er durch das Klassenzimmer auf seinen Platz zu stolzierte. Auch Scorpius wirkte keineswegs verlegen und bevor er sich setzte schenkte er Rose ein wundervoll schiefes Lächeln. Rose bemerkte, dass die meisten ihrer Klassenkameraden, die offensichtlich das ganze Gespräch belauscht hatten, aufgeregt miteinander tuschelten und den Mädchen immer wieder sensationslustige Blicke zuwarfen.
Das Klassenzimmer von Muggelkunde war mit Abstand das einladenste im ganzen Schloss. Die Wände waren in einem freundlichen Sonnengelb gestrichen, auf den Fensterbänken standen blühende Topfpflanzen und durch die große Fensterfront fiel strahlendes Tageslicht in den kleinen Raum ein. Sie waren mit nur zehn Schülern aus ihrer Jahrgangsstufe ein recht kleiner Kurs, wobei Rose und Jeanine die einzigen aus Gryffendore waren.
„Guten Morgen Klasse“, begrüßte der Professor seine Schüler, nachdem er die Tür hinter sich geschlossen hatte. „Könnte zu Beginn bitte jemand widerholen, was Thema unserer letzten Stunde war?“
Einige Schüler zeigten auf, darunter auch Jeanine und Rose. „Ja Miss Collins?“
„In der letzen Stunde haben wir uns mit dem Phänomen der nicht-magischen elektrischen Energie beschäftigt, die den Muggeln bei der Bewältigung alltäglicher Probleme hilft. Sie benötigen sie beispielsweise um Licht zu erzeugen und den Haushalt zu erledigen“
„Vollkommen richtig“, bestätigte Professor Grey und nickte anerkennend. „Wir haben bisher hauptsächlich über die Notwendigkeit der Elektrizität für die Muggel gesprochen und über ihre Anwendungen.
Heute allerdings wollen wir uns mit der Gewinnung der elektrischen Energie befassen und wie genau sie funktioniert. Dieses Thema wird auf jeden Fall Teil ihrer ZAGs sein, also rate ich ihnen in dieser Stunde besonders aufmerksam zu sein und sich bei Fragen sofort an mich zu wenden, nicht etwa an ihren ebenso ahnungslosen Sitznachbarn“ Er stellte seine Aktentasche auf dem Pult ab, öffnete den Verschluss und zog einen Stapel Arbeitsblätter hervor.
„Ich werde sie jetzt mittels Abzählen in eine von fünf sogenannten Expertengruppen einteilen. Jede Gruppe beschäftigt sich mit einem anderen Aspekt der Energieerzeugung und erarbeitet sich in Partnerarbeit das Verständnis des Themas.
Sie müssen letztendlich in der Lage sein ihren Mitschülern ihr Thema verständlich zu erklären, denn wenn die Partnerarbeitsphase abgeschlossen ist, bilden sie bitte zwei Fünfergruppen in denen je ein Experte jedes Aufgabenbereiches vertreten ist.
Nacheinader erklären sie ihren Gruppenmitgliedern die Wesentlichen Aspekte ihres Themas und machen sich bitte Notizen, damit am Schluss jeder einen Einblick in jeden Aufgabenbereich erhalten hat. Zu guter Letzt bearbeiten sie bitte folgende Aufgaben“ Er deutete lässig mit dem Zauberstab über die Schulter zur blitzblanken Tafel, auf der nach und nach Buchstaben sichtbar wurden.
„Gibt es bereits Fragen? Hat jeder verstanden, was er zu tun hat?“ Seine Augen schweiften über die ihm zugewandten Gesichter und als er zustimmendes Gemurmel hörte, lächelte er erfreut und begann die Expertengruppen einzuteilen.
Rose wurde zusammen mit Emilia Torres, einem blonden Mädchen aus Hufflepuff, dem Thema des Energietransportes zugeteilt. Als sich die Gruppen zusammengefunden hatten, ließ Mr. Grey mit einem kurzen Schlenker seines Zauberstabs die Arbeitsblätter in die Höhe schweben, die sich kurz darauf von selbst ihrer Gruppe zuordneten. Emilia, mit der Rose bisher noch nicht viel Kontakt gehabt hatte, stellte sich als sehr angenehme Arbeitspartnerin heraus, denn sie war wirklich nett, aufgeschlossen und erfasste das Thema fast ebenso schnell wie die rothaarige Gryffendore. Nachdem sie die ihnen zugeteilten Sachtexte gelesen und verstanden hatten, machten sie sich ihre Notizen und plauderten noch ein wenig.
Als Mr. Grey nach einiger Zeit verkündete, sie sollten sich nun in den großen Fünfergruppen einfinden, schloss sich Rose der Gruppe an, zu der bereits Jeanine und Scorpius gehörten. Es dauerte nicht lange, bis jeder Experte sein Thema vorgestellt und sich der Rest der Gruppe die wichtigsten Sachverhalte notiert hatte.
Zur Bearbeitung der Aufgaben blieb ihnen schließlich noch etwa eine halbe Stunde, Rose und Jeanine lösten die Fragen zusammen und brauchten kaum mehr als fünfzehn Minuten.
„Ich bin heute wirklich sehr zufrieden mit ihrer Arbeit“, teilte Professor Grey den Schülern am Ende der Stunde mit. „Sie haben sowohl sorgfältig als auch zügig gearbeitet, sodass am Ende alle die Aufgaben ohne große Probleme bearbeiten konnten. Als kleine Belohnung für ihre gute Mitarbeit möchte ich jedem Haus zwanzig Punkte aussprechen. Wenn es keine weiteren Fragen mehr gibt, dürfen jetzt alle bis auf Miss Weasley und Mr. Malfoy gehen“ Rose sah ihren Lehrer fragend an, doch dieser bedeutete ihr nur nach vorn ans Pult zu kommen.
Gut gelaunt packten die anderen Schüler ihre Schulsachen zusammen und schulterten ihre Rücksäcke, stolz darauf Punkte für ihr Haus gewonnen zu haben.
„Weißt du worum es geht?“, fragte Jeanine neugierig.
Rose zuckte mit den Schultern und sah sie ratlos an. „Ich hab absolut keinen Schimmer. Vor allem verstehe ich nicht, warum ich ausgerechnet zusammen mit Malfoy bleiben soll“ Ihr Blick huschte ans andere Ende der Klasse, wo der blonde Slytherin mit seinem Kumpel ein ganz ähnliches Gespräch zu führen schien wie die Mädchen.
Mit einem Mal kam ihr ein schrecklicher Gedanke. „Meinst du es könnte etwas mit heute Morgen zu tun haben, als er uns auf dem Flur erwischt hat? Vielleicht will er uns ja doch noch bestrafen.
Oh, hoffentlich bekommen wir keine Strafarbeiten… Ich schaff ja kaum meine Hausaufgaben!“ Sie redete sich immer mehr in Rage „Und was ist, wenn ich nachsitzen muss? Wenn ich beim Training ausfalle, bringt Jason mich um! Oh verdammt, was soll ich nur - ?“
„Hey, jetzt hör aber mal auf damit“, fiel Jean ihr bestimmt ins Wort. „Du weißt doch noch gar nicht was los ist, vielleicht geht es ja um was ganz anderes!“, versuchte Jeanine ihre Freundin zu beruhigen. „Und die Sache heute Morgen war nun wirklich nicht so schlimm, dass er euch eine Strafarbeit dafür geben könnte! Ich bin mir sicher, dass es nichts Ernstes ist“, sagte sie ermutigend. „Soll ich vor der Tür auf dich warten?“
„Danke ist lieb von dir, aber das musst du nicht“, entgegnete Rose mit einem dankbaren Lächeln „Ich will nicht, dass du wegen mir zu spät zur nächsten Stunde kommst“
Jeanine erwiderte bestärkend ihr Lächeln und warf sich den Träger ihrer Schultasche über die Schulter. „Wir sehen uns dann später beim Mittagessen?“
„Auf jeden Fall“, stimmte Rose ihr zu. „Ich erzähl dir dann alles“
Und ehe sich Rose versah war ihre beste Freundin mit ihren Klassenkameraden durch die Tür verschwunden und ließ sie allein zurück mit Jonathan Grey und Scorpius Malfoy.
So ganz ohne herumliegende Schultaschen, verstreute Pergamentblätter, aufgeschlagene Schulbücher und wild durcheinander redende Schüler wirkte der sonst so einladende Raum irgendwie kahl und verlassen. Unschlüssig sah Rose von Professor Grey, der hinter seinem Pult saß und gerade eine Bemerkung in sein Notizbuch kritzelte, zu Scorpius, der zwischen den leeren Tischreihen genauso verloren wirkte, wie sie sich fühlte.
Plötzlich wandte er den Kopf und sah Rose direkt in die Augen, er lächelte aufmunternd und nickte fragend in Richtung Pult. Rose antwortete mit einem Nicken und zusammen traten vor ihren Lehrer.
„Sie wollten uns sprechen?“, fragte Scorpius gelassen. So ruhig wie er war, vermutete Rose, dass er möglicherweise schon wusste worum es ging.
Mr. Grey verstaute das kleine, schwarz eingebundene Buch in seiner Tasche und blickte auf.
„Ja allerdings Mr. Malfoy“, sagte er nachdrücklich und richtete seinen Zauberstab auf zwei Stühle, die in der Nähe standen und sofort quietschend über den alten Holzfußboden auf sie zu schlitterten. „Setzten sie sich doch“
Als Rose und Scorpius taten wie ihnen geheißen, lehnte Mr. Grey sich vor, stütze die Ellenbogen auf das Pult und verschränke die Finger ineinander. Er sah Scorpius eindringlich an, Rose ließ er völlig außer Acht. „Vielleicht können sie sich bereits denken, warum ich mit ihnen sprechen möchte, Scorpius“
Der Blonde zuckte gleichgültig mit den Schultern. „Ehrlich gesagt nicht, aber ich vermute mal, dass sie mich gleich aufklären werden“
Rose warf ihm einen äußert empörten Blick zu, wie konnte er es wagen, in diesem Ton mit einem Lehrer zu sprechen! Glücklicherweise überging Professor Grey seine Bemerkung schlicht weg.
„Nun, sie werden sicher selbst bemerkt haben, dass ihre Leistungen in diesem Schuljahr leider nicht den Erwartungen entsprechen, was für mich ein Rätsel ist, da sie bei anderen Lehrern als zuverlässig und leistungsstark gelten.
Sie müssen wissen, dass es gerade in diesem Jahr sehr ist wichtig, Hausaufgaben ernst zu nehmen und die Themen aus dem Unterricht zu vertiefen. Sie haben nur diese eine Chance auf einen ZAG in diesem Fach und auch wenn es ihnen als unwichtig und nebensächlich erscheinen mag, erwarte ich von ihnen, dass sie zumindest ihr Bestes geben. Sind sie bereit dazu ihr Bestes zu geben, um die Prüfung zu bestehen?“ Er zog fragend die Augenbrauen hoch.
„Ja Sir“, sagte Scorpius leise und sah dabei auf seine zur Faust geballten Hände.
„Da bin ich froh“, entgegnete Professor Grey mit einem wohlwollenden Nicken. „Ich bin der Meinung, dass ihre mangelhaften Leistungen in meinem Fach nichts mit ihrem Können zu tun haben, sondern einzig und allein von ihrem Desinteresse am Unterricht herrühren.
Sie könnten es möglicherweise schaffen die Prüfung zu bestehen, sofern sie den Stoff des vergangenen Jahres aufarbeiten und verinnerlichen. Sind sie bereit das zu tun?“
„Ja Sir“, antwortete der Slytherin mit Nachdruck. „Ich bin bereit dazu“
Rose fühlte sich irgendwie fehl am Platz. Es kam ihr falsch an diesem Gespräch teil zu haben. Scorpius´ schulische Leistungen gingen sie nichts an, dieses Thema war einfach zu privat.
Zudem verstand sie nicht, was das alles mit ihr zu tun hatte. Ihre Leistungen in Mugglekunde waren mehr als zufriedenstellend.
„Entschuldigung Professor?“, meldete sie sich behutsam zu Wort. Dieser schien sich erst jetzt wieder ihrer Anwesenheit bewusst zu werden. „Ja Miss Weasley?“
„Ich wollte nur fragen, aus welchem Grund sie mich sprechen wollten“
„Darauf wollte ich gerade zurückkommen“, erklärte er lächelnd.
„Es ist sehr in meinem Interesse, dass alle Schüler meines Kurses die Prüfungen am Ende des Schuljahres mit zufrieden stellenden Noten bestehen.
Nur aus diesem Grund habe ich das Gespräch mit ihnen gesucht, Mr. Malfoy. Anstatt sie einfach ins offene Messer laufen zu lassen möchte ich sie vorwarnen und ihnen nahelegen sich ausreichend auf die Leistungsüberprüfung vorzubereiten“
Ihr Professor reckte hochmütig das Kinn, offenbar äußert zufrieden mit sich selbst. Allerdings pflichtete Rose ihm stillschweigend bei. Dass er seinen Schülern in dieser Form entgegenkam, war nicht selbstverständlich. Es zeigte zumindest sein Interesse an jedem einzelnen Schüler und dass ihm nicht völlig egal war, was aus ihnen wurde.
„Ich verstehe immer noch nicht, was das alles mit Rose zu tun hat“, sprach Scorpius den Gedanken laut aus, der Rose schon seit Beginn des Gespräches durch den Kopf schwirrte.
Professor Grey, der weitaus mehr Dank und Anerkennung für seine großzügige Tat erwartet hatte, wirkte leicht verstimmt als er fortfuhr.
„Um ihnen eine gute Grundlage für die Wiederholung der Themen des letzten Jahres zu sichern, möchte ich ihnen eine Schülerin an die Seite stellen, die ihnen Unterstützung und Hilfe bietet. Eine Schülerin, die in allen Schulfächern mit ihrer Kompetenz und Leistungsbereitschaft glänzt.
Ich bin mir sicher, dass die junge Miss Weasley ihre Aufgabe sorgsam und zufriedenstellend erfüllen wird. Rose wird ihnen für den Rest des Schuljahres Nachhilfe in Muggelkunde geben und sie bestmöglich auf die Prüfung vorbereiten“
Eben dieser Rose fiel alles aus dem Gesicht.


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