
von Hoppenstedt
Das Getrappel hunderter Schüler weckte den Tränkemeister am frühen Morgen. Er war jetzt seit einer Woche wieder in Hogwarts und schrak jeden Tag aufs Neue empor, weil diese Kinder zu keiner Tages- oder auch Nachtzeit Ruhe halten konnten!
Natürlich hatte der Umzug auch seine Vorteile. Erstens war er zuhause. Zweitens war er aus dem Haus von Black heraus. Und drittens konnte er hier seine Hunderte von Büchern lesen, um herauszufinden, was es mit dieser zauberstablosen Magie auf sich hatte, die Amber ihm angeblich beibringen wollte. Das Resultat war niederschmetternd: Keiner der alten, staubigen Schinken beinhaltete auch nur eine winzige Information.
Natürlich wusste Severus, dass man auch ohne Zauberstab zaubern konnte. Aber nur, wenn sich dieser dennoch am Magier befand. Aber gänzlich ohne? Und dann gab es auch noch ein anderes Problem: Wenn man ihm seine komplette Magie genommen hatte, wo sollte er dann welche hernehmen?
Deprimiert zog der Tränkemeister die Decke ans Kinn und drehte sich auf die Seite, um dann im nächsten Augenblick senkrecht im Bett zu sitzen: Dumbledore stand schmunzelnd mitten im Raum!
"Wie lange bist du schon hier?" fauchte der Slytherin erbost.
"Erst seit ein paar Minuten. Ich habe mich extra ruhig verhalten, um dich nicht zu erschrecken." erklärte der alte Mann mit blitzenden blauen Augen.
"Ist dir gelungen." knurrte Severus wütend und arbeitete sich aus dem Bett heraus. "Was willst du?"
"Dir eine Nachricht von Amber bringen."
Eine Augenbraue des Slytherin wanderte bei dieser Information nach oben. Wenn Severus ehrlich zu sich selbst war, wurmte es ihn, dass die Hexe seit seiner Rückkehr ins Schloss nicht ein einziges Mal in den Kerkern erschienen war, um nach ihm zu schauen. Stattdessen schneite in regelmäßigen Abständen der Schulleiter in seine Privatsphäre! "Warum kann sie mir die nicht selbst überbringen?"
"Sie ist auf Reisen." antwortete Albus geheimnisvoll und strapazierte die Nerven des Tränkemeisters damit aufs Äußerste.
"Du schickst sie doch nicht in irgendwelche Todesserkreise? Albus?" knurrte der dunkle Mann böse.
Doch Dumbledore antwortete schon nicht mehr, zauberte nur noch ein üppiges Frühstück für seinen ehemaligen Spion und wünschte einen angenehmen Tag.
Jetzt hieß es für Severus Warten. Wie er das hasste! Nach dem Frühstück und dem Mittagessen nahm seine Nervosität stätig zu. Wo war diese Hexe? Und wann würden sie endlich mit der Zauberei beginnen?
Die Uhr schlug drei, vier, fünf, sechs... erneut trabten hunderte Schüler über seinen Kopf zum Abendessen... dann wieder zurück in ihre Schlafsäle... sieben, acht, neun, ...
Wenn einer dem Tränkemeister den Verstand nehmen kann, dann sind es nicht Voldemort und Co., sondern eher Amber und Albus ;)
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