
von Nane_93
Schmerz. Dieser qualvolle Schmerz. Ich schreie. Schreie mir die Seele aus dem Leib.
Ich zerbreche. Zerbreche wie ein Spiegel in meine Einzelteile.
Dieser unaufhörliche Schmerz. Es soll aufhören.
Und er fällt, fällt in die unendlichen Tiefen des Schleiers. Schaut mich noch ein letztes Mal aus seinen dunklen, braunen Augen an.
Fort. Für immer.
Starke Arme umfassen meinen geschwächten Körper, als ich ihm nachrennen möchte.
Noch immer schreie ich. Schreie meine ganze Qual heraus. Er ist tot. Getroffen von einem Todesfluch.
Ich kann nicht mehr. Will einfach nur sterben. Und schreien. Alles hinter mich lassen. Es tut so weh. Warum kann es nicht aufhören?
Ich verbrenne. Verbrenne an meinen eigenen Kummer und Leid.
Und dann ist da noch diese ungeschürte Wut. Wut auf den Menschen, der mir das Wichtigste in meinem Leben genommen hat. Meinen Patenonkel.
Ich reiße mich aus den Armen, die mich festhielten, als ich meinem Patenonkel nachrennen wollte.
Laufe. Lasse alles hinter mich.
Da ist nur noch dieser irrsinnige Gedanke der Rache. Rache an dem Menschen, der mir den letzten Rest Familie genommen hat. Fest umklammere ich meinen Zauberstab. So fest, dass meine Knöchel weiß hervortreten. Ich bin bereit. Bereit zum Kampf. Sie soll wissen, wie es ist, in der Dunkelheit zu versinken. Langsam und qualvoll dem Tod entgegen zu gehen. Denn auch ich bin gestorben. Innerlich. Außen ist nur noch die Hülle. Die Hülle, die meine Qualen und den tiefen, seelischen Schmerz verbirgt.
Noch immer laufe ich, rutsche fast auf dem glatten Boden aus. Doch ich kriege sie. Sie soll schreien. Genauso schreien wie ich. Den Schmerz tief in Mark und Bein spüren.
Der Cruciatus-Fluch verfehlt sein Ziel nicht. Sie fällt. Fällt auf den harten Boden und rollt sich auf den Rücken. Schaut mich aus ihren irren, dunklen Augen an. Dieser Wahnsinn ...
Und da sehe ich es. Nein, ich spüre es. Ich bin nicht so wie sie. Nicht so grausam. Denn ich habe noch etwas in mir, was ihnen fehlt. Liebe und der Glaube an das Gute. Ja, so bin ich. Ich, Harry Potter.
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