
von Meera
Hallöchen, an dieser Stelle Danke für die ersten Abbonnenten und den ersten Review :) Ich bin erst neu hier, da ich vorher auf einer anderen FF-Seite gepostet habe und muss mich noch etwas einfinden ;) Daher verrate ich euch auch schon, das ich bis Kapitel 10 geschrieben habe bisher und diese in Abständen posten werde. Ich hoffe es wird euch gefallen.
Irgendwo in Cornwall an der St. Ives Bay, abseits von allem stand ein Haus, dass umgeben war von ein paar wenigen Bäumen und somit von den Nachbarshäusern abgeschottet war. Das Haus gehörte einst einer Familie namens Davis. Ein kleines unscheinbares Schild hing schief am Gartentürchen. Ein Kiesweg führte zum Haus. Im Winter war das Häuschen ein traumhafter Anblick und viele Spaziergänger hielten vor dem Gartenzaun und versuchten einen Blick zu erhaschen. In den Sommern war es warm und herrlich, ein netter kleiner Ort um Kinder großzuziehen.
Als Samantha das erste Mal vor diesem Haus stand, war sie gerade vierzehn, es war das Haus ihrer Großmutter gewesen und sie hatte es ihr vererbt. Bisher hatte sie aber keine Verwendung dafür gehabt, bis sie sieben Jahre später die Nachricht erhielt, dass sie schwanger sei.
In all der Zeit hatte sich natürlich nie jemand um das langsam verrottende Haus gekümmert, nicht mal ein Hauself.
Unschlüssig lehnte Samantha am Gartentörchen, ihr Baby strampelte munter in ihrem Bauch. Manchmal fragte sie sich noch, ob es die richtige Entscheidung gewesen war, aber Samantha konnte sich einfach nicht vorstellen, ihr Kind einfach dem Schicksal zu überlassen. Sie wollte ihr eine gute Mutter sein, soweit sie das konnte.
„Das ist jetzt unser Zuhause!“, wisperte sie und strich über ihren runden Bauch. Sie zückte ihren Zauberstab und tippte das Schild neben dem Törchen an, die Buchstaben von „Davis“ veränderten sich zu „Hilburn“ und Samantha betrachtete zufrieden ihr Werk bevor sie durch das Törchen den Kiesweg beschritt. Der Kies knirschte unter ihren Füßen und mit jedem weiteren Schritt, näherte sie sich dem leicht Baufälligen Haus.
Hinter ihr spürte sie einen Luftzug, der sie dazu bewegte sich umzudrehen.
„Ann!“, rief sie freudig.
Die Angesprochene nickte und folgte ihrer Hochschwangeren Freundin.
„Es sieht schlimmer aus, als du vermutet hast!“, bemerkte Ann mit einem Seufzen.
Aber mit ein bisschen Magie, würde dieses Haus bald wieder in seinem ursprünglichen Glanz erstrahlen.
„Das kriegen wir schon wieder hin, ich möchte, dass es vor ihrer Geburt alles fertig ist!“
Ann seufzte wieder.
„Aber ich hoffe für die Geburt begibst du dich in ein Krankenhaus?“
Samantha nickte bestürzt und boxte ihrer Freundin in den Arm. Ann lächelte. Sie hatte das ungeborene Kind mittlerweile auch in ihr Herz geschlossen. Spätestens als Samantha verkündet hatte, dass sie die Patentante des Kindes werden sollte.
Das kleine Häuschen war ideal, hier würde sie niemand belästigen in diesen schlimmen Zeiten unter der Macht des dunklen Lords. Hier konnte Samantha untertauchen und ihrem Kind eine Mutter sein, ohne zu fürchten, dass Todesser sie nachts belästigen.
Sie betraten die Diele des Hauses, die Bodenbretter knarrten unter ihren Füßen und der Staub wirbelte hoch, der bisher nur als Zentimeter dicke Schickt auf dem Boden gelegen hatte.
Samantha fing an zu husten. Hier musste wirklich einiges getan werden.
Sie trat ins Wohnzimmer und erblickte einen alten aber noch brauchbaren Kamin.
„Incendio!“, wisperte sie und aus ihrer Zauberstabspitze sprang ein Funken, der im Kamin ein wärmendes Feuer entfachte.
Nach einem weiteren prüfenden Blick wandte sie sich zu Ann um, die bereits ihren Zauberstab schwang um den Staub zu beseitigen.
„Ich liebe es! Ich bin so froh das Großmutter es mir hinterlassen hat!“
Ann lächelte erleichtert, es war schon so schwer genug gewesen, Samantha davon zu überzeugen, dass sie eine sichere Bleibe brauchen würde.
Die Beiden kümmerten sich darum, die Räume zu entstauben und mit einem geschickten Putzzauber die Küche zu säubern. Dass eine Küche bereits vorhanden war, machte alles viel einfacher.
Auch ein kleiner Schuppen war vorhanden, der seitlich vor dem Haus lag.
Es war ein kleines Paradies, Samanthas kleiner Schützling würde hier eine unbeschwerte Kindheit haben, da war Ann sich sicher.
Am späten Nachmittag traf ein kleiner Transporter mit Möbeln ein. Der Transporter war magisch vergrößert worden, weshalb nur eine Fahrt nötig gewesen war um Samanthas Habseligkeiten zu transportieren. Der Fahrer des Wagens war Christopher, ein guter Freund von ihnen Beiden. Sie hatten ihre Schulzeit gemeinsam in Hogwarts verbracht. Es hatte ihn sehr betrübt, als er von Samanthas Schwangerschaft erfahren hatte.
Ann hatte schon lange vermutet, dass Christopher sich in Sam verliebt hatte, aber er würde es niemals zugeben. Vielleicht würden sie irgendwann doch zueinander finden. Samantha konnte seine Unterstützung gut gebrauchen.
„Christopher!“, rief Samantha aufgeregt, als sie in der Tür des kleinen Hauses stand. Christopher winkte ihnen zu und ließ die Möbelstücke aus dem Wagen rüber zum Haus schweben, wo sie auf der geräumigen Rasenfläche aufgereiht stehen blieben.
Zusammen mit Ann brachte er die Möbel in das kleine Haus und Samantha gab ihnen Anweisungen, wo was zu stehen hatte. Bald hatten sie das Wohnzimmer mit Bücherregalen und einer gemütlichen Couch ausgefüllt. Samantha schwang den Zauberstab und dirigierte so ihre Bücher aus dem Umzugskarton in die Regale zurück. Mühelos fand jedes einzelne Buch seinen richtigen Platz in den Regalen.
Christopher stellte einen Weidenkorb vor ihre Füße, darin lag eine hellblaue Decke.
„Was ist denn das?“, fragte Samantha neugierig, während mehrere Bücher im Regal ihre Plätze tauschten, weil eines sich verirrt hatte.
Ein Lächeln legte sich auf die Lippen ihres Freundes, als er die Decke zurückschob und ein braun-weiß geflecktes Kätzchen zum Vorschein kam. Es maunzte aufgeregt und legte seine Pfoten auf den Rand des Weidenkorbes. Samantha entkam ein Schrei des Entzückens und sie fiel Christopher dankbar um den Hals.
„Ich wusste doch, dass sie dir gefällt! Gib ihr einen hübschen Namen, sie soll dich beschützen wenn du hier alleine wohnst.“
Samantha war gerührt von diesem unerwarteten Geschenk und hob nun das Kätzchen auf ihren Schoß. Sogleich schnurrte sie zufrieden und schmiegte sich an Samanthas dicken Bauch.
„Ich nenne sie Minou. Ja ich glaube das ist ein guter Name für dich!“
Die kleine Katze maunzte ein weiteres Mal und spielte mit den Fingern ihrer neuen Besitzerin.
Nachdem die neue Mitbewohnerin wieder in ihrem Korb verstaut war, wurden auch die restlichen Zimmer fertig eingerichtet. Zuletzt das Kinderzimmer im ersten Stockwerk. Die Wände waren hellblau und kleine Vögel, die Ann an die Wände gemalt hatte, flatterten von Ast zu Ast. Tagsüber würden die kleinen Vögel sehr aktiv sein, aber nachts, wenn das Baby schlafen würde, würden auch die Vögel still auf ihren gemalten Ästen sitzen und die Augen schließen.
Es war ein wunderschönes kleines Zimmer, Samantha liebte es sofort. Das Kinderbett stand schräg unter dem Fenster und in der Ecke ein Schaukelstuhl. Hinter der Tür, hatte eine Wickelkommode Platz gefunden. Es war das perfekte kleine Heim.
~~~
Minou saß auf Samanthas Schoß und genoss die Streicheleinheiten ihres Frauchens. Minou war groß geworden, schließlich war bereits November. Auch Samanthas Bauch war gewachsen, es waren noch gut sieben Schwangerschaftswochen übrig und langsam wurden ihr die Rückenschmerzen unerträglich.
„Hier kleine Minou, das ist für dich, damit du im Garten nicht mehr so schnell verloren gehst!“
Samantha zückte ein rotes Bändchen hervor, an dem ein kleines Glöckchen baumelte. Zunächst wehrte Minou sich gegen das ungewollte Halsband, aber dann fand sie Gefallen daran, ihr Köpfchen zu schütteln damit das Klirren des Glöckchens erklang.
Samantha belächelte die junge Katze und strich dabei über ihren Bauch. Das Leben an der St. Ives Bay war einsam für sie. Ohne die gelegentlichen Besuche von Ann und Christopher würde sie vermutlich zu einer schrulligen Hexe werden, die Selbstgespräche führte.
Plötzlich gab es einen lauten Knall, der Samantha zusammenfahren ließ. Sie setzte Minou auf dem Boden ab und spähte durch das Fenster in den Vorgarten.
Jemand kroch durch den taufeuchten Rasen durch die Dunkelheit. Samantha riss die Augen weit auf, die Gestalt auf den Rasen sah aus wie…
„Christopher!“, schrie sie erschrocken als sie die Haustür aufschlug. Die Gestalt stöhnte auf vor Schmerz.
So schnell sie konnte, lief Samantha auf Christopher zu und kniete neben ihm nieder, sie stützte seinen Kopf mit ihren Händen.
„Christopher, was ist geschehen?“, stammelte Samantha ungläubig.
Ihr Freund japste nach Luft und sein Blick irrte durch die Nacht. Seine Seite war schwer verletzt und er blutete am Arm, aber schlimmer schienen die Wunden an seinem Oberschenkel zu sein. Samantha konnte ihn nicht aus eigener Kraft in ihr Haus tragen, sie nutzte einen Schwebezauber, um ihn in ihr Wohnzimmer zu transportieren. Dort kümmerte sie sich um seine Wunden.
Angst legte sich um ihr Herz, denn auch nach Stunden war Christopher noch nicht erwacht. Sie hatte ihn in Decken eingewickelt nachdem sie seine Wunde am Oberschenkel und Arm abgebunden hatte. Seine Rippen waren gebrochen, aber das würde sie mit ihren beschränkten Mitteln nicht ändern können. Sacht strich sie über seine Stirn und betete, dass er aufwachen würde, damit er ihr erzählen konnte, was geschehen war.
Christopher war als Auror für das Zaubereiminesterium tätig, vermutlich war er nur knapp aus einem Kampf mit Todessern entkommen, zumindest konnte Samantha sich das gut vorstellen.
Christopher stöhnte leise auf und Samantha erschrak beinahe, weil es so still gewesen war die ganze Zeit.
„Christopher!“, Sie nahm seinen Kopf in ihre Hände und flüsterte immer wieder seinen Namen, bis er seine Augen öffnete und ihrem Blick begegnete.
„Schützte das Haus, Sam!“, krächzte er und ohne weiter nachzufragen erhob sie sich und sprach sämtliche Schutzzauber aus, die ihr bekannt waren. Dann kniete sie sich wieder zu ihm und musterte ihn besorgt.
„Was ist passiert?“, fragte sie ängstlich.
Christopher hievte sich hoch und sog zischend die Luft ein, weil seine Rippen nach wie vor gebrochen waren. Dann sah er Samantha in die Augen.
„Wir wurden von Todessern angegriffen, mitten in London. Viele starben auf der Stelle, es kam so überraschend. Als ich sah wie einer den Zauberstab auf mich richtete und das erste Wort des Todesfluchs sprach bin ich appariert, ohne zu wissen wohin. Der Aufprall muss mir die Rippen gebrochen haben!“
Samantha strich ihm über die Wange.
„Hauptsache du lebst! Es wäre grauenhaft, wenn er dich getötet hätte.“
„Ich war der Letzte Sammy…alle anderen hatten sie bereits getötet!“
Eine tiefe Scham überrollte ihn, dass er seine eigene Haut hatte retten wollen. Er senkte betreten den Kopf.
„Chris, das ist nicht deine Schuld. Wie viele Todesser waren es? Und du warst der Letzte! Du hättest es nie im Leben mit allen gleichzeitig aufnehmen können.“
Seine Schultern fingen an zu beben und Samantha rutschte näher an ihn heran. Es lag nun an ihr ihn aufzubauen.
~~~
Geschäftiges Treiben herrschte in der Küche, es war der Abend vor dem Weihnachtsmorgen und Samantha hatte ein kleines Abendessen für sich, Christopher, Ann und ihren Mann gemacht. Sie wusch gerade die Teller und richtete den Nachtisch an. Aus dem kleinen Esszimmer drang Gelächter und Samantha lächelte.
Wenigstens an den Festtagen schien alles wieder seine rechte Ordnung zu haben. Keiner verlor ein Wort über den, dessen Name nicht genannt werden darf und auch schlechte Nachrichten kamen ihr heute nicht ins Haus. Wenigstens für ein paar Stunden sollte das Leben normal sein.
Die Geburt stand nun bald bevor, jeden Tag konnte es soweit sein.
„Hier ist noch ein Teller!“, hörte sie Christopher sagen.
Mit einem Schwenk ihres Stabes, flog der Teller in das Spülwasser und wurde da von selbst abgewaschen.
Christopher stellte sich an ihre Seite und nahm zwei Schalen mit Nachtisch entgegen.
„Ich denke wir sollten Heiraten!“
Samantha blickte verwundert auf. Ein ernster Ausdruck lag auf Christophers Gesicht.
„Chris…“
Sogleich fiel er ihr ins Wort:
„Es wäre das Beste für dich und das Kind. Die Zeiten sind unbeständig, ich fühle mich unwohl dich ständig alleine zu lassen in dieser verlassenen Gegend! Wir sind Freunde Samantha, ich tue dies, weil ich dein Freund bin.“
Seit dem Tag, als Christopher verletzt auf ihrem Rasen gelegen hatte, hatte er hier gewohnt und nur sehr selten das kleine Haus verlassen um seinen Pflichten als Auror nachzukommen. Von dem schrecklichen Unfall hatte er sich noch immer nicht erholen können und auf seinen Arm hatte er eine Narbe zurückbehalten, die er sein Leben lang tragen würde. Er hatte sich mit ihr hier versteckt und wenn Samantha ehrlich war, hatte sie sich weitaus wohler gefühlt, wenn er hier war.
Vielleicht würden sie mit der Zeit ein Paar werden, wenn sie erst geheiratet hatten. Im Moment war er die Sicherheit, die sie dringend benötigte. Als er vorsichtig ihre Hand nahm und den Nachtisch in der anderen balancierte, lächelte sie.
„Warte ich bin gleich wieder da!“
Mit diesen Worten verschwand er im angrenzenden Esszimmer und platzierte die süße Speise vor Ann und Paul. Dann kehrte er in die Küche zurück und zog aus seinem Jackett ein kleines Kästchen. Christopher öffnete es und zum Vorschien kam ein schmaler Goldring mit einem kleinen Smaragd.
Tränen bildeten sich in Samanthas Augen als sie den wunderschönen Ring sah.
„Zur Verlobung!“, flüsterte Christopher mit einem kecken Grinsen und zog sie in eine Umarmung, nachdem er ihr den Ring angesteckt hatte.
„Lass es uns Ann und Paul sagen!“, waren ihre Worte, als sie ihn mit den beiden übrigen Schälchen ins Esszimmer lotste. Sie stellte die Schälchen auf den Tisch und erntete einen erschrockenen Blick von Ann, als diese die Tränen auf ihren Wangen bemerkte.
„Sammy, was ist los?“, fragte sie besorgt aber Samantha winkte ab und tupfte die Tränen mit einem Taschentuch fort.
„Christopher und ich werden heiraten!“, verkündete sie dann und streckte Ann ihre Hand entgegen mit dem funkelnden Ring. Ann war sprachlos über diese Nachricht, denn bisher hatte es kein Anzeichen dafür gegeben, dass die Beiden sich verliebt hatten. Abgesehen davon das Christopher Samantha schon lange liebte.
„Das freut mich für euch!“, brachte sie mit einem Lächeln hervor.
Vielleicht würde Samantha ihr Glück noch erkennen, nach der Hochzeit. Christopher würde gut auf sie aufpassen, auf sie und das Baby.
~~~
Am Weihnachtsmorgen hatte Christopher das Frühstück zubereitet und Samantha mit duftendem Früchtetee in die Küche gelockt. Sie hatten gemeinsam gefrühstückt und die Posteule hereingelassen, die den Schnabel gegen die Fensterscheibe schlug. Christopher bezahlte sie großzügig, denn schließlich war Weihnachten.
Der große Stapel mit Briefen lag neben Sammy’s Teller, die in aller Seelenruhe ihr Frühstück verspeiste. Hin und wieder verzog sie ihr Gesicht und legte eine Hand auf den Bauch.
„Ärgert dich die Kleine?“, fragte Christopher der von seiner Zeitung aufsah.
„Ja, sie strampelt die ganze Zeit wie verrückt.“
„Lass uns nach dem Frühstück spazieren gehen!“, bot Christopher ihr an und Samantha stimmte ihm mit einem Lächeln zu.
Sie widmete sich dem Stapel Weihnachtsgrüße. Von Ann und Paul, Ihrer Mutter mit beigelegtem Weihnachtsgeschenk. Sie hatte ihr einen Wollschal gestrickt in rot und grün, den sie gleich beim Spaziergang zum Einsatz bringen konnte.
Auch einige Briefe von ihren anderen Freundinnen waren unter dem Stapel, aber Samantha überflog sie nur, weil doch in allen dasselbe stand.
Sie räumte den Tisch ab, auch wenn Christopher protestierte, dass sie sich gefälligst schonen solle. Er führte sich bereits jetzt wie ein fürsorglicher Ehemann auf. Langsam beschlich Samantha die Ahnung, dass Christopher ihr noch aus einem anderen Grund den Antrag gemacht hatte.
Nach dem Abwasch zogen sie sich ihre Mäntel über und Samantha legte den neuen Schal um ihren Hals. Als sie aus der Tür traten, fielen bereits wieder weiße Flocken vom Himmel. Christopher legte einen Arm um ihre Schultern und sie gingen den Kiesweg hinunter und durch das verschneite Törchen.
Das kleine Örtchen war ganz versunken im Schnee, sogar der Strand, sodass man durch den Schnee waten musste um das dunkelblaue, fast schwarze Wasser zu erreichen. Sie gingen ein Stück durch die Straßen und Samantha wartete auf den richtigen Moment ihre Frage zu stellen.
„Ganz schön kalt!“, murmelte Christopher und zog seinen Schal enger um den Hals.
„Ja…“
Samantha schluckte schwer sie musste es einfach wissen.
„Chris…hast du mir den Antrag wirklich nur gemacht, weil eine Ehe mich und das Kind schützen würde?“
Christopher blieb so ruckartig stehen, dass Samantha es erst gar nicht bemerkt hatte. Betreten sah er sie an und senkte dann den Kopf.
„Nein, aber ich habe gehofft, mit der Zeit würdest du auch so etwas wie Zuneigung empfinden.“
Samantha sog die Luft ein, dann griff sie nach seinen Behandschuhten Händen und seufzte.
„Chris, ich habe immer Zuneigung für dich empfunden, als Freundin! Gib mir etwas Zeit. Aber ich verspreche dir, ich sehe diese Verlobung nicht aus rein diplomatischen Gründen. Chris ich-“
Ein stechender Schmerz durchzuckte sie und ließ sie laut aufstöhnen.
Christopher war sofort alarmiert und legte einen Arm um sie.
„Sammy, was ist los? Hast du Schmerzen?“
Ihr Unterleib zog sich eigenartig zusammen. Wehen, vielleicht? Wollte ihr Baby etwa heute an Weihnachten das Licht der Welt erblicken?
„Wir müssen ins Krankenhaus Chris, ich glaube mein Baby…es kommt!“
Wieder durchzuckte sie der Schmerz und sie hatte Mühe, nicht laut aufzuschreien.
Sie schafften den Weg zurück zum Haus, Christopher packte ein paar Sachen in eine Reisetasche, dann stellte er Futter für die Katze hin, damit sie nicht verhungern musste, wenn sie im Krankenhaus waren.
„Kannst du apparieren, oder meinst d es wäre zu anstrengend für dich?“
Samantha biss sich auf die Lippe, aber sie nickte.
„Im Moment geht es, die Wehen sind schwächer geworden.“
„Gut ich bringe dich ins Mungos!“
Sie verließen das Haus, damit sie außerhalb der Schutzzauber apparieren konnten und einen Sekundenbruchteil später waren sie in London, vor dem St. Mungos Hospital. Christopher half Samantha die wenigen Treppenstufen hinauf und stieß die Tür auf.
Ein lauter Schrei entkam ihr und sie hielt ihre Hand auf den Bauch. Die Schwestern erfassten sofort die Lage und verfrachteten Samantha in einen Rollstuhl.
Christopher folgte ihr bis zum Kreissaal, dann wollten die Schwestern ihn nicht mit rein lassen. Alles was er jetzt tun konnte, war warten. Und er wartete lange, das Baby ließ sich Zeit und bescherte seiner Mutter damit unnötig Schmerzen.
Um kurz nach Mitternacht die Erlösung. Die Hebamme trat auf den Flur mit einem kleinen Bündel, das schrie. Christopher schnellte von seinem Platz hoch, obwohl er hundemüde war.
„Ein Mädchen!“, berichtete ihm die Hebamme und legte dem völlig verwirrten Christopher das Kind in den Arm. Dann wies sie ihn an ihm in den Kreissaal zu folgen.
Samantha lag völlig erschöpft in ihrem Bett, Schweißperlen standen auf ihrer Stirn und sie rang nach Luft, aber als sie Christopher mit dem Baby sah, lächelte sie leicht.
Christopher setzte sich auf einen Stuhl neben Samantha und wiegte das kleine Mädchen in seinem Arm.
„Hast du dir schon einen Namen überlegt?“, fragte er Samantha, ohne von dem Mädchen aufzusehen. Insgeheim beschloss er, dass dieses Kind nicht nur das Kind von Samantha war. Von diesem Moment an, war sie auch seine Tochter und er würde sie lieben, wie sein eigenes Kind.
„Marlene…ich denke der passt zu ihr!“
Christopher nickte.
Ja, dieser Name passte zu ihrer kleinen wunderschönen Tochter.
*gibt zu der Anfang ist ein wenig länger geworden als es ursprünglich damals gedacht war xD*
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