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Fanfiction

Serpents daughter - 3. Die kleine Tränkemeisterin

von Meera

3. die kleine Tränkemeisterin

Die Slytherinschüler machten sich auf zu ihrer ersten Zaubertrank Stunde. Sie hatten gemeinsam Unterricht mit den Gryffindors und Marlene musste versuchen, nicht ganz so traurig dreinzublicken, als sie die Erstklässler mit dem Löwenwappen sah.
Ihr Lehrer war noch nicht im Kerker, also konnte Marlene sich ein wenig umschauen. Der Kerker war nicht besonders groß und bestimmt waren schon Schüler mit dem Kopf an die Decke gestoßen. Sie teilte sich den Tisch mit einem Slytherinmädchen, welches braune Locken hatte.
Das Mädchen drehte sich in diesem Moment um und lächelte freundlich.
„Hi ich bin Lucy Hayden und wer bist du?“
„Marlene Harris.“
Sie lächelte das Mädchen an, Schüchternheit war keiner ihrer Charakterzüge, aber meist zog sie es vor eine neue Situation zunächst mit Abstand zu betrachten, bevor sie selbstsicher auf die Leute zutrat.
„Meine Familie war schon immer in Slytherin, soweit wir wissen und was ist mit deiner Familie?“
Lucy schien es sehr wichtig zu sein, dass Leute, die in Slytherin waren, auch Verwandte dieses Hauses nachweisen konnten. Marlene konnte das nicht.
Glücklicherweise musste sie Lucy aber nicht mehr antworten, denn in diesem Augenblick rauschte Professor Snape in den Kerker und entzündete mit seinem Zauberstab einige weitere Kerzen an den Kerkermauern.
Er begrüßte sie nicht, starrte dafür jeden einzeln an, mit einem vernichtenden Blick. Und das war ihr Hauslehrer? Marlene schnaubte, dass konnte ja noch übel enden.
„Schlagen sie ihre Bücher auf!“, zischte er und zog sein eigenes vom Tisch.
„Wir beginnen mit einem einfachen Trank. Seite achtzehn. Anfangen!“, das letzte Wort bellte er in den Raum, da keiner Anstalten gemacht hatte, sich zu bewegen.
Marlene las sich die Zutatenliste genau durch, dann ging sie mit Lucy zum Vorratsschrank um alles nötige dafür herauszusuchen.
Im Gegensatz zu manch anderen Erstklässlern im Raum, ließ sie sich von Snape keine Angst einjagen und bereitete die Zutaten wie vorgeschrieben vor und gab sie in der richtigen Reihenfolge in den Topf.
Snape schritt durch die Reihen und verzog bei den meisten Gebräuen das Gesicht, als er jedoch vor Marlenes Kessel stehen blieb, stutzte er. Der Trank hatte die richtige Farbe und Konsistenz und auch der Geruch stimmte. Hatte er es hier mit einem Naturtalent zu tun? Vermutlich hatte dieses Mädchen einfach nur Glück gehabt.
Er nickte grimmig und besah sich dann den Kessel von Miss Hayden, die gerade im Begriff war, ihre schlecht zerschnittenen Spinnenbeine in den Kessel zu werfen.
„Halt!“, zischte er.
Lucy hielt sofort inne und sah zu Snape auf.
„Nennen sie das etwa zerkleinern? Die Beine sind ja noch so zu gut wie ganz!“
Lucy nickte, und nahm sofort wieder ihr Messer in die Hand, um die Spinnenbeine noch kleiner zu schneiden.
„Bei dir hat er gar nichts gesagt!“, brummte Lucy neidisch und warf ihre Spinnenbeine in den Kessel.
Nachdem alle mit ihrem Trank fertig waren, war auch die erste Stunde zu Ende und Snape gab ihnen als Hausaufgabe ein Protokoll zu dieser Stunde auf, in dem sie die richtige Zubereitung der Schwell-Lösung erläutern sollten.
Marlene war eine der Letzten die ihre Bücher zusammenraffte und den Raum verlassen wollte, als Snape plötzlich rief: „Miss Harris, ich möchte sie sprechen.“
Marlene sah Lucy nur mit zuckenden Schultern an und machte kehrt und trat an das Pult ihres Hauslehrers.
„Gibt es ein Problem Professor Snape?“, fragte sie ihn mit hochgezogener Augenbraue.
Für einen kurzen Moment stutzte Severus. Dieser stolze Ausdruck in dem noch jungen Gesicht irritierte ihn.
„Sie haben heute als Einzige den Trank richtig gebraut. Hatten sie zufällig irgendwelche Hilfen dabei? Keine Erstklässlerin hat es bisher geschafft in ihrer ersten Stunde einen Schwelltrank zu brauen.“
Marlene zog verwundert die Augenbrauen zusammen.
„Sir ich verstehe nicht, was für Hilfen meinen sie?“
„Hat, beispielsweise ein älterer Schüler ihnen Tipps gegeben oder jemand aus ihrer Familie?“, fragte er leicht gereizt.
In Marlenes Mundwinkel zuckte ein Lächeln.
„Nein. Meine Mutter und mein Vater haben mir erzählt dass Zaubertränke ihr schlechtestes Fach gewesen wäre. Sie haben mir versprochen nicht böse zu sein, wenn meine Ergebnisse nur mit einem A oder M bewertet werden. Ich habe nur die Anweisungen im Buch befolgt!“
Severus starrte das Mädchen einen Augenblick lang an. Sie hatte die gleiche Augenfarbe wie der kleine Potter, als er ihn zuletzt als Einjährigen gesehen hatte und dazu auch noch die gleiche Haarfarbe. Fast könnte man meinen, dieses Mädchen sei seine große Schwester. Aber das, war schlichtweg ausgeschlossen. Lily hatte nur einen Sohn gehabt.
„Sie können gehen!“, wies er sie an und senkte seinen Blick wieder auf ein Blatt Pergament, das auf seinem Tisch lag.
Dieses Mädchen erinnerte ihn Ironischer weise an sich selbst. Warum er diesen Bezug herstellte wusste er nicht, nur das er heute wohl seine Spitzenschülerin für die nächsten sieben Schuljahre gefunden hatte.

~~~

6 Jahre später…

Mit einem lauten Knall flatterte die Posteule gegen die Scheibe und plumpste im Geranien Topf, der vor dem Fenster hing.
„Marl, holst du bitte die Post!“, wies ihre Mutter sie an, die gerade dabei war das Frühstück aufzutischen.
Marlene grummelte, erhob sich dennoch vom Frühstückstisch und öffnete das Fenster. Die geschundene Eule keuchte und Marl gestattete ihr, auf ihrem Arm kurz zu verschnaufen. Sie nahm ihr die Briefe ab und legte sie auf den Tisch.
„Briefe aus Hogwarts!“, meinte sie beiläufig, während sie der Eule einen Schluck aus dem Wasserhahn anbot. Das Tier hielt den Schnabel gierig unter den Strahl.
Samantha nahm den obersten Brief, schlitzte ihn auf und zog das Pergament heraus. Nach einem kurzen Moment, schrie sie auf vor Freude.
Marlene und die Eule zuckten zusammen.
„Was ist denn?“, fragte Marlene gereizt, die nicht verstehen konnte, dass ihre Mutter so ausflippte.
„Mein Schatz hat in allen Fächern ein Ohnegleichen und nur in Wahrsagen ein Erwartungen übertroffen!“
Samantha zog ihre Tochter in eine enge Umarmung, auch wenn Marl nicht danach war.
„Was wundert dich das? Seit der ersten Klasse bin ich die Jahrgangsbeste!“
Samanthas Augen flimmerten und Tränen der Freude rollten über ihre Wangen.
„Dein Vater wird so stolz auf dich sein!“
Marlene verdrehte die Augen. Ihr Vater war auf nichts mehr stolz gewesen, was sie vollbracht hatte, seitdem er erfahren hatte, dass seine Tochter in Slytherin gelandet war. Dennoch fiel ihr die Schule leicht, sie hatte sich einmal das Ziel gesetzt die Beste zu sein und ihre Ziele hatte sie bisher immer erreicht. Von Slytherin hatte sie sich auch nicht verderben lassen, obwohl sie festgestellt hatte, dass sie in keinem Haus lieber sein wollte, als in Slytherin. Im Gegensatz zu ihrem Vater war sie stolz darauf in diesem Haus zu sein, ganz gleich ob er sie deswegen weniger liebte oder nicht.
Als sie die erschöpfte Eule bezahlt hatte, wandte sich Marlene auch dem Stapel Briefe zu. Einer war für Jamie. Scheinbar hatten sie ihren kleinen, hitzköpfigen Bruder auch in Hogwarts aufgenommen.
Marlene schlitzte den Brief auf und entfaltete das Pergament.
„Sehr geehrter Mr. Christopher Harris und Mrs. Samantha Harris,
hiermit teilen wir ihnen mit, das ihr Sohn, James Christopher Harris…woher kennen die seinen ganzen Namen? Das wird Jamie aber nicht lustig finden!“
Ihre Mutter riss ihr das Pergament aus der Hand und lächelte glücklich.
„Ich dachte schon sie würden ihn nicht annehmen, weil er immer so viel Mist gemacht hat, wenn seine Zauberkräfte zutage getreten sind.“
Marlene verdrehte nur die Augen. Natürlich nahmen sie ihn an und er würde nach Gryffindor kommen, da war sie sich sicher. Das würde ihren Vater unglaublich stolz machen. Auf Marlene war er noch selten Stolz, manchmal fragte sie sich, ob das anders wäre wenn sie in Gryffindor oder Ravenclaw gelandet wäre.
Slytherin hatte einfach einen sehr schlechten Ruf und Marlene schien aus der Art zu schlagen. Sie interessierte sich zwar auch für die dunklen Künste, aber im Gegensatz zu vielen anderen ihrer Hausgenossen, fand sie keinen Gefallen daran, diese Art von Magie auch wirklich anzuwenden. Lucy ging es ebenso und Marlene war dankbar, dass sie eine so gute Freundin in ihr gefunden hatte.
Marlene ging den Stapel weiter durch, da waren Einkaufslisten für das nächste Schuljahr, aber auch ein Brief von Lucy, über den sie sich sehr freute. Lucy schrieb, dass sie nächste Woche in die Winkelgasse gehen wollte um ihre neuen Schulsachen zu kaufen und sie sich freuen würde, wenn auch Marl dabei wäre.
„Mom, Lucy ist nächste Woche Montag in der Winkelgasse, kann ich sie dort treffen und meine Schulsachen kaufen?“
„Sicher Liebes!“, rief sie geistesabwesend aus dem Wohnzimmer.
Damit hatte sich das Thema erledigt und Marl schnappte sich ein Toast und verschwand oben in ihrem Zimmer. Auf ihrem Bett hatte es sich Minou bequem gemacht. Die Katzendame hatte bereits sechzehn Jahre auf dem Buckel, genau wie Marl. Ihr Vater hatte sie ihrer Mutter geschenkt, als diese in dieses Haus eingezogen war.
Minou war ihre ständige Begleiterin in ihrer Kindheit gewesen und sie konnten alle von Glück reden, dass diese Katze ein so hohes Alter erreicht hatte.
„Na alte Dame!“
Sie kraulte Minou hinter den Öhrchen und erntete dafür ein zufriedenes Schnurren. Marl legte die Briefe und ihr Zeugnis auf dem Schreibtisch ab. Ihr Zimmer war ordentlich. Marlene hasste Unordnung. Das konnte sie allerdings nicht von ihren Eltern geerbt haben, denn diese verloren ständig irgendetwas und die Unordnung war ein ständiger Hausgast. Nur nicht in Marlenes Zimmer, darauf achtete sie.
Minou rollte sich jetzt auf den Rücken und verlangte nach mehr Streicheleinheiten. Diese Katze war unnatürlich verschmust. Manchmal hatte Marl das Gefühl, dass sie süchtig danach war. Während sie Minous Wunsch erfüllte, dachte sie daran, was sie noch alles aus der Winkelgasse benötigte. Sie hatte ein neues Buch mit Zaubertränken die sie ausprobieren wollte, dafür würde sie noch einige Zutaten besorgen müssen. Ihre Liebe zum Tränke brauen war mit jedem Jahr gewachsen, das sie an Hogwarts verbrachte. Manchmal kam es ihr so vor, als ob Snape ihr nur mit knirschenden Zähnen ein Ohnegleichen gab, aber dann ermahnte sie sich, dass es einfach Snapes Art war. Marl verstand manchmal nicht, warum dieser Mann überhaupt Lehrer geworden war. Er hasste Schüler, die einzige Ausnahme die er machte, kam den Slytherinschülern zugute. Er bevorzugte sein eigenes Haus, obwohl er selbst in Slytherin einen eher zwielichtigen Eindruck hinterließ.
Marlene hatte Respekt vor ihm, von Mögen konnte da keine Rede sein, dafür kannte sie ihren Hauslehrer zu wenig und wenn sie ehrlich war wollte sie ihm auch nicht näher kommen als 10 Meter.
Minou maunzte glücklich und schlug spielerisch ihre Pfoten auf Marlenes Hand. Marl zog ihre Hand weg, Schmusen schön und gut, aber sie wollte sich beim Spielen nicht die Hand zerkratzen lassen.
Sie beschloss ein wenig zu lesen und vielleicht am Nachmittag zum Strand zu gehen. Die Sommerferien waren für Marl immer das schlimmste. An der St Ives Bay fühlte sie sich immer eingekesselt, dabei liebte sie das Getümmel in Londons Straßen. Aber ihre Eltern ließen sich nicht umstimmen, ein anderes Haus zu suchen, das einer Großstadt näher war.

~~~

Christopher näherte sich seiner Frau, als diese gerade den Frühstückstisch wieder abdeckte. Er hatte die Nacht im Ministerium verbracht, weil seine Arbeit ihn solange aufgehalten hatte, dass er schließlich darüber eingeschlafen war.
Er strich über ihre Schultern und drückte ihr einen Kuss auf die Halsbeuge. Samantha seufzte leise und wandte den Kopf ein wenig in seine Richtung.
„Du bist ein seltener Gast, in letzter Zeit!“, bemerkte sie nur und fuhr mit ihrer Arbeit fort.
Samantha war immer noch seine beste Freundin, wie er sich in manchen Momenten eingestand. Ihre Liebe war mit den Jahren zwar gewachsen, aber wahre Leidenschaft, hatte es nie gegeben. Manchmal sogar machte er sich Vorwürfe, dass er sie zu dieser Ehe gedrängt hätte. Er hätte sich damals eingestehen müssen, das Samantha nie mehr als Freundschaft empfinden könnte.
„Die Arbeit hat mich aufgehalten mein Schatz!“
Er setzte sich an den Küchentisch und ließ sich von Samantha einen starken Kaffee einschütten.
„Marl hat ihre Prüfungsergebnisse der ZaG bekommen, sie hat nur einmal ein Erwartungen übertroffen, alles andere hat sie mit Ohnegleichen bestanden.“, berichtete Samantha stolz und setzte sich ihrem Mann gegenüber.
Sie war so wunderschön, selbst jetzt noch. Die Falten taten dem keinen Abbruch, sie machten sie nur noch schöner. Ihr rotes Haar leuchtete nach wie vor und ihre klugen, grünen Augen konnten ihn immer noch durchdringen. Er liebte sie, auch wenn sie ihn nicht so lieben konnte, wie er es sich vielleicht wünschte.
„Das ist schön und wie ich Marlene kenne hat sie sich über das ‚Erwartungen übertroffen‘ geärgert.“
Samantha lächelte, schüttelte dann aber den Kopf.
„Nein, diesmal nicht. Sie hat gar nichts gesagt zu ihren Noten, ich denke sie muss mal wieder raus. Die Einsamkeit an diesem Ort erdrückt sie.“
Christopher gluckste.
„Sicher, dass nicht wir sie erdrücken? Sie ist sechzehn, sie hat alles im Kopf, aber weiß Merlin nicht ihre Eltern.“
Samantha zuckte die Schultern, vermutlich hatte er Recht.
„Was ist mit Jamie? Hat er seinen Brief bekommen?“
„Ja, hat er. James hat sich riesig darüber gefreut!“
Das war nun ihr Leben, seit fünfzehn Jahre. Sie unterhielten sich wie gute alte Freunde, teilten sich ein Bett und hatten Kinder. Vor allem die Kinder waren wichtig für Samantha. Sie ging darin auf, sich um sie zu kümmern und ihnen dabei zuzusehen, wie sie älter wurden.
Und Christopher sah ihr gerne zu, bei allem was sie tat. Weil er sie liebte, auch wenn sie immer nur so etwas Ähnliches für ihn empfinden würde.

~~~

Der kleine Ort Godric’s Hollow wirkte verträumt zur Sommerzeit. In den kleinen Straßen tummelten sich Menschen, Muggel sowie Hexen und Zauberer. Hier funktionierte das Zusammenleben, ohne das die Muggel etwas von der magischen Welt ahnte, die direkt in ihrem Nachbarhaus stattfand. Hier hatte Lily gelebt, ihren Sohn geboren und hier war sie auch gestorben.
Severus betrachtete die Ruine des Potter Hauses und strich Gedankenverloren über das Gartentor, das aus den Angeln gerissen war und nur noch hin und her baumelte. Er empfand eine tiefe Wut über das, was geschehen war. Er hätte sie retten können, da war er sich sicher. Aber alles war anders gekommen, der dunkle Lord hatte von ihrem Versteck erfahren, weil sie dem Falschen vertraut hatten und die ganze Familie getötet. Nur ihren Sohn nicht. Seit dem war es seine Aufgabe, Lily’s Sohn zu beschützen. Wenn er schon nicht ihr Leben hatte retten können, wollte er wenigstens ihren Sohn vor diesem Schicksal bewahren.
Natürlich war der Junge genau wie sein Vater, das hatte er bereits an dessen ersten Schultag gewusst. Er war stolz und mit dem Talent ausgestattet, sich ständig in Schwierigkeiten zu bringen. In seinem ersten Schuljahr hatte er den Stein der Weisen vor Voldemort beschützt und wäre dabei fast drauf gegangen, wenn Dumbledore ihn nicht rechtzeitig gefunden hätte. Im zweiten Jahr hätte ihn fast ein Basilisk getötet und im dritten Schuljahr, hätte er locker bei einem Werwolfangriff sterben können.
Severus seufzte und ballte die Hand zur Faust. Dieser Junge trieb ihn in den Wahnsinn. Nicht nur einmal war er selbst daran beteiligt gewesen, das Leben des Jungen zu schützen, seitdem er Dumbledore die Treue geschworen hatte.
Nur wissen durfte das Niemand. Die Scham über das, was in seiner Vergangenheit passiert war, war zu groß. Er konnte nicht preisgeben, was in ihm war. Außerdem war es so viel besser. Wenn der dunkle Lord zurückkehrte - und das würde er eines Tages gewiss, dann würde Severus an seiner Seite sein und seine Aufgabe als Doppelagent weiter vertiefen.
Er wollte Lily’s Tod rächen und nur wenn Niemand von seinen tiefen Gefühlen für diese Frau wusste, konnte er sicher gehen, dass seine Rache irgendwann in Erfüllung ging.
Er seufzte schwer, als er das Haus hinter sich ließ und zum kleinen Ortsfriedhof wanderte. Um nicht unter den Normalstämmigen aufzufallen, trug er heute keinen Umhang, den er sonst immer zu seiner schwarzen Kluft trug.
Der Gang zum Grab von Lily fiel ihm nicht leicht, trotz all der Zeit fiel es ihm immer noch ausgesprochen schwer. Nichts hatte seine Liebe zu dieser Frau mindern können. Nicht mal ihr arroganter Ehemann. Er hasste es, auch in seiner Schuld zu stehen, nicht nur weil James ihm mal das Leben gerettet hatte, sondern auch weil Severus auch für seinen Tod verantwortlich war. Alles was er tat um Harry zu schützen, tat er auch für ihn. Auch wenn er ihn im Grunde seines Herzens hasste.
Manchmal fragte er sich, ob alles anders gekommen wäre, wenn er manche Entscheidungen in seiner Jungend anders getroffen hätte. Wäre Lily dann seine Frau gewesen?
Es gab keine Antwort auf diese Frage, dass wusste er, aber darüber nachdenken musste er trotzdem.
Als er vor ihrem Grab stand schluckte er. Er hatte ihr wunderschönes Gesicht vor Augen, mit den grünen Augen und dem roten Haar…
Er säuberte den Grabstein ein wenig, da sich ja sonst Niemand darum kümmerte, weil nicht viele übrig waren, die James und Lily gekannt hatten. Dann zückte er den Strauß weißer Lilien hervor, den er in einem Blumengeschäft gekauft hatte. Es wäre ihm lieber gewesen, jedes Jahr an ihrem Todestag hierherzukommen, aber das ging nicht, er konnte nicht einfach aus der Schule verschwinden. Also besuchte er es in den Sommerferien.
Er hatte sich nie vergeben, für die Fehler, die er gemacht hatte. Wenn er es recht betrachtete, war die gerechte Strafe sein eigener Tod, weil er die Prophezeiung an Voldemort weitergegeben hatte. Severus wusste, dass er sie immer lieben würde, auch wenn Albus mittlerweile glaubte, Severus wäre vom schmerzlichen Verlust Lilys kuriert.
Er schluckte die Traurigkeit herunter, die ihn erneut überkam. Dann stellte er die Blumen in eine Vase, die immer griffbereit hinter dem Grabstein stand und verließ den Friedhof. Das nächste Schuljahr begann bald und zudem auch noch das trimagische Turnier. Ihm blieb keine Zeit seiner Trauer weiter freien Lauf zu lassen. Dumbledore erwartete ihn noch heute Abend in Hogwarts. Hinter einer Hausecke disapparierte er, mit dem stummen Versprechen, im nächsten Sommer nach Godric’s Hollow zurückzukehren.


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Daniel ist total nett. Er ist klasse. Er spielte mir gute Musik vor. Ich hatte immer noch Beatles gehört bis ich hierher kam. Er ist sehr leidenschaftlich. Für sein Alter hat er einen guten Geschmack.
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