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Fanfiction

Room Serviced - -

von Nitsrek

Ihr Pullover und ihre Jeans lagen auf einem Haufen auf dem Boden gleich neben der Tür. Sie zitterte, ihre Finger geschwollen und unbeholfen durch die Kälte. Nach drei Versuchen schaffte sie es endlich, ihre Hose zuzuknöpfen. Sie zog ihren Pullover über ihren Kopf, schnappte ihren BH und ihr Höschen vom Boden, knüllte sie zusammen und stopfte sie in ihre Hosentasche. Zuhause würde sie alles wegwerfen. Verdammt, wo waren ihre Schuhe?

„Unterm Bett“, sagte er gelangweilt, zog wieder an seiner Zigarette und blies Rauchringe in die Luft.

Sie setzte sich auf das Bett, band die Schuhe und lief zur Tür.

„Guter Fick, Granger.“

Sie drehte sich um, blinzelte zweimal, um ihn zu fokussieren und stellte dann fest, dass sie ihn aufgrund des Qualms und der Schatten nicht sehen konnte. Klein, dunkel, das Bett in einer Ecke, eine einsame Lampe auf einem Nachttisch, war es die Art Raum, wo nur Leute blieben, die keine Wahl hatten oder total notgeil waren. „Zimmer tage- und stundenweise zu vermieten“ leuchtete das Neonschild direkt vor dem Fenster.

Er lehnte am Kopf des Bettes, sein Körper verdeckte teilweise das „FICKEN“, das jemand in das Holz geritzt hatte, seine Schulterblätter ruhten zwischen dem „I“ und dem „E“. Mit den geschlossenen Augen, die Hände hinter dem Kopf verschränkt, der Zigarette im Mundwinkel, sah er merkwürdig perfekt aus, wie er zwischen den durchgelegenen Laken in einem Muggel-Hotel saß, das nach Erde, Sex und Zigarettenrauch stank. Sie wollte nicht so genau darüber nachdenken, dass sie ihre Rolle ebenso perfekt spielte; die Frau, immer noch schwitzig von ihrem Orgasmus, die ihre Kleider gar nicht schnell genug duschen oder sich anziehen kann.

„Das war ein einmaliger Ausrutscher, Malfoy.“ Sie wartete nicht auf die Antwort und verließ das Zimmer.

Nach drei Schritten hörte sie das Umdrehen des Schlüssels.

+++++

Zwei Wochen später schafften sie es nicht einmal bis ins Zimmer. Während sie noch mit dem Schlüssel beschäftigt war, steckte er eine Hand unter ihren Rock, sein überraschtes Keuchen heiß an ihrem Hals, als er merkte, dass sie keine Unterwäsche trug. Sie lehnte ihren Kopf an die Tür, spreizte ihre Beine so weit sie konnte und fing an, ihre Hüfte vor und zurück zu bewegen, seine Hand zu ficken, wie seine Hand sie fickte. Als sie kam, riss er ihr die Schlüssel aus der geballten Faust, nuschelte „Fuckfuckfuck“ vor sich hin. Als die Tür aufschwang, stolperte sie mehr oder weniger in das Zimmer, er direkt hinter ihr. Er schlug die Tür mit seinem Fuß zu und nahm sie an Ort und Stelle.

Als er auf ihr lag, die Hände immer noch an ihrer Hüfte, und der alte Teppich ihre Wange kratzte, fiel ihr auf, dass jemand ein Ausrufezeichen hinter das „FICKEN“ geschrieben hatte.

+++++

Eine Woche später:

„Zieh dich aus“, motzte sie und scherte sich nicht darum, wie unhöflich sie klang. Sie lag seit über einer Stunde in diesem ekelhaften Bett, krallte sich an das Laken und entließ es wieder.

Sie hatte ein anderes Zimmer verlangt, ein besseres. Der Raum war mit dem vorherigen identisch, der einzige Unterschied das große „SCHEISSE“ im Kopfteil. Sie nahm an, dass es an einem solchen Ort als Upgrade galt, wenn das Schimpfwort etwas weniger derb ist.

Er hatte gerade eine Zigarette geraucht; sie konnte es an ihm riechen. Er streifte einen sauberen Halbschuh ab, hielt dann inne. „Warum, Granger?“

Sie streckte ihre Hände auf dem Laken aus, um den Schweiß abzuwischen und versuchte, so zu tun, als wüsste sie nicht, worauf er hinaus wollte.

„Was meinst du?“

Er schüttelte den Kopf und lächelte, als würde er sagen wollen ‚Du bist nicht dumm, und das wissen wir beide’.

„Was interessiert es dich? Du kommst jedes Mal. Oder? Und ich auch. Ende der Geschichte.“

„Sagen wir, ich bin neugierig“, sagte er leise und zog den Schuh wieder an.

Er griff in seine Jackentasche und zog Zigaretten und Feuerzeug hervor. Er schüttelte eine Zigarette aus der Packung, die Bewegung locker, anmutig, einfach, wie auch seine Art zu ficken. Er steckte sie in den Mund.

Bevor er sie anzünden konnte, sagte sie einfach, „Wenn wir ficken, komme ich. Danach kann ich ruhig schlafen. Zufrieden?“

Er steckte Zigaretten und Feuerzeug zurück in seine Hemdtasche. „Mit Weasley kommst du nicht?“

Sie schüttelte den Kopf. „Klappt einfach nicht“, gestand sie.

„Und du dachtest, bei mir klappt es?“, fragte er amüsiert.

Zwei Stunden später, sein Sperma sammelte sich in ihrem Höschen, nickte sie ihm etwas angespannt zum Abschied zu.

„Schlaf schön, Granger“, rief er ihr durch den Zigarettenrauch nach.

+++++

Drei Tage später:

„Weiß er es nicht?“

„Was?“

„Dass du nicht kommst.“

„Ich stöhne. Verbiege mich. Stöhne nochmal. Murmel ein paar ‚Oh Ron’s'.“

„Und darauf fällt er rein? Ich habe immer gewusst, dass Weasley dumm wie Brot ist. Aber so dumm?“

„Halt die Klappe. Er ist gut im Bett. Es ist nur der Krieg.“

„Und warum machst du es dir nicht selbst?“

„Mmmm, tue ich. Manchmal. Ist aber nicht so effektiv. Wie du.“

„Das nächste Mal will ich es sehen.“

„Was sehen?“

„Wie du es dir machst.“

+++++

Sie wartete darauf, dass er sie verriet.

Slytherin war.

Aber so kam es nicht. Er war nicht anders als sonst, mal abgesehen von der komischen Hand auf ihrer Schulter. Und von der Teetasse, die erschien, als sie so müde war, dass sogar ihre Wimpern wehtaten. Manchmal, wenn Tonks stolperte oder Moody sein „Immer wachsam“ brüllte, hob er eine Augenbraue und suchte ihren Blick, eine stumme Einladung seine Belustigung zu teilen.

Eines Tages, als ein paar von ihnen in der Küche des Grimmauld Platz’ standen und eine schnelle Tasse Kaffee hinunterstürzten, bevor sie nach Schottland aufbrachen, steckte er das Schildchen ihres Muggel-T-shirts in ihren Kragen zurück. Sie drehte sich von allen Anwesenden weg, um ihre Tasse in die Spüle zu stellen und damit niemand sah, dass ihre Brustwarzen hart waren.

+++++

Fünf Wochen später:

Sie hatte ein noch besseres Zimmer auf einem anderen Stockwerk verlangt. Weiter weg von dem Neonschild.

Als sie ankam, war er bereits da. Rauchte. Sein Rücken lehnte am Kopfteil, seine Schultern umgeben von einem „F“ und einem „ZE“.

„Seit wann bist du hier?“, fragte sie, als sie schnell ihre Kleidung ablegte. Sie trug nicht einmal BH und Höschen. Er machte die Zigarette am Kopfteil aus und warf den Stummel in Richtung Nachttisch. So war es hier nun mal.

„Seit drei Stunden.“

Sie krabbelte in die Mitte des Bettes, machte es sich in dem V zwischen seinen Beinen bequem und war gerade dabei, seinen Schwanz in ihren Mund zu nehmen, als er sie mit einer Hand auf der Schulter zurückhielt.

„Setz dich“, befahl er. Er befühlte ihre Rippen, fuhr mit einem Finger unsanft über ihr Schlüsselbein. „Du hast noch mehr abgenommen. Du siehst beschissen aus.“

„Ich weiß, dass ich beschissen aussehe“, motzte sie zurück. „Während du weg warst, wurde Blaise getötet, als er einen Zug in Mailand verließ.“

„Ich weiß von Blaise, danke. Wer glaubst du, durfte die Neuigkeiten seiner Familie überbringen?“ Er kniff in ihre Brüste. Kurz vor ihrer Periode waren sie zart und geschwollen, wie er sie mochte. „Schön, Granger. Du hast schöne Titten“, säuselte er. Steckte eine nasse Zunge in ihr Ohr, biss in ihr Ohrläppchen, bis sie stöhnte, und hielt dann eine Sekunde inne, um zu flüstern, „Bring diese Scheiße nicht mit hier rein. Lass es.“

Wieder leckte seine Zunge über ihr Ohr und ihren Hals und er kniff fester in ihre Nippel. Sie bog sich ihm entgegen, verfluchte und segnete ihren Körper, als sie den schmalen Grat zwischen Schmerz und Lust entlang wanderte.

„Willst du, dass ich es mir für dich selbst mache? Wie du verlangt hast?“

„Oh, Baby.“
+++++

Zwei Wochen später:

Sie waren wieder im Fotze-Zimmer.

„Diesen Raum hasse ich am meisten.“

„Was spielt es für eine Rolle? Wir sind hier nur zum Ficken. Denk nur an den armen Kerl, der von Raum zu Raum zieht und seine Frustration an den Möbeln auslässt.“

„Ich will ihn nicht treffen. Er muss ein einsamer, verbitterter Mann sein.“

„Hm, ich weiß nicht so genau.“

+++++

In einer kalten Frühlingsnacht griffen sie Malfoy Manor an. Angespannte Zauberstäbe sprachen meilenweit reichende Stillezauber, so dass der einzige Beweis ihrer Anwesenheit der Geruch zertretener Osterglocken, der ihnen folgte, als sie über die Felder hinter Dracos Zuhause marschierten, war.

Um halb Vier morgens hielt Draco Harry, der immer wieder schluchzte, „Es tut mir leid, es tut mir so leid“. Das Licht des Feuers, das Malfoy Manor Raum für Raum auffraß, warf Schatten um ihre Körper, die im Rosengarten knieten; Harry flehte um Vergebung, während Narcissa Malfoys weiße Rosen schwarz von der Asche wurden.

Am nächsten Nachmittag klopfte Hermine an Dracos Zimmertür. Er trug immer noch seine rußgeschwärzten Klamotten. Sein Aschenbecher war bereits überfüllt; Stummel lagen auf dem Boden in giftigen Haufen neben seinem Bett. Er musste schon seit Stunden immer wieder eine angezündet haben.

Er sah nicht einmal auf, als sie reinkam, die Tür verschloss und dann ein Fenster öffnete. Er nahm sie nicht wahr, als sie die Zigarette aus seinem Mund nahm und sie an ihrer Schuhsohle ausdrückte. Er sagte nichts, als sie sich neben ihn legte und ihn fest in die Arme schloss. Seine Haare rochen nach altem Rauch.

„Schlaf“, sagte sie.

„Ich bin nur froh, dass nicht ich ihn umgebracht habe.“ Seine Stimme war heiser und rau von den Zigaretten.

„Schlaf.“

+++++

„Ron sagt, ich sehe wie eine Lesbe aus. Er sagt, es ist komisch, dass seine Freundin kürzere Haare hat als er.“

„Ich mag es. Warum hast du sie geschnitten?“ Er kratzte sanft mit seinen Fingerspitzen über ihre Kopfhaut.

„Ein Akt der Selbstzerstörung, nehme ich an.“

„Als ob du noch mehr Beweise dafür gebraucht hättest, dass Weasley ein Idiot ist. Es ist sehr sexy, Granger. Jetzt kann man deinen Mund sehen. Die Haare waren eine verdammte Ablenkung. Du hast einen wundervollen Mund. Und jetzt leg deinen wundervollen Mund um meinen… Yeah… Genau so.“

+++++

„Hast du den Manager bestochen oder das Kopfteil verzaubert?“

„Sowas in der Richtung. Vielleicht weiß er auch nicht mehr, was er noch schreiben soll.“

+++++

„Warum kommst du bei ihm nicht? Ich lege meine Zunge auf deinen Kitzler und du schreist.“ Er lag auf ihr, sein Oberkörper auf ihrem Rücken, seine Hände auf ihren, die Arme auf ihren Armen, die Beine auf ihren Beinen; sein Schwanz wurde gerade erst wieder schlaff, glitt fast aus ihr heraus. „Es war die größte Überraschung, dieses unanständige Flittchen hinter dieser sauberen Bücherwurm-Fassade zu entdecken. Das macht mich richtig, verdammt an.“

Sie lachte. Es fühlte sich komisch an. „Jemals das Muggel-Sprichwort gehört ‚Stille Wasser sind tief’’?“ Und sie wackelte ein bisschen mit dem Hintern, um ihn abzuschütteln.

Er stützte sich auf einem Ellbogen auf und gab ihr einen leichten Klaps auf den Arsch. „Aber ganz sicher nicht, meine unartige Gryffindor-Schülerin. Das war erst Runde Eins“, und er führte seinen Schwanz wieder ein. „Also, raus damit. Und sag mir nicht, du hättest noch nie darüber nachgedacht. Du denkst immer nach.“

Sie drückte sich ihm entgegen, fühlte, wie er wieder härter wurde.

„Ich weiß nicht. Ich denke, es liegt daran, dass ich Angst habe, dass er irgendwann nicht mehr zurückkommt. Oder schlimmer. Dass ich sogar dabei zusehen muss, wie er von einem Fluch getroffen wird, und ich kann nichts dagegen tun.“

Er zitterte, zog sich aus ihrem Körper raus und rollte dann von ihr, die Bettfedern quietschten, als er aufstand. Als sie sich umdrehte, trug er bereits Hose und Hemd und alles andere unter dem Arm. „Du betrügst deinen Freund mit jemandem, dem er wahrscheinlich einen Frosch-Hochwürge-Fluch auf dem Hals hetzen würde, mindestens einen Monat lang.“ Und damit apparierte er.

Irgendwohin.

+++++

Die nächsten drei Wochen war er übertrieben höflich; er diskutierte Kampfstrategien mit ihr, welche Zauber in der Schlacht wohl am effektivsten wären, welche Zaubertränke die Arbeit und den Aufwand überhaupt Wert waren; er lobte sie, wenn ihre Ideen gut waren und sagte ihr aufs Gesicht zu, dass sie total bescheuert war, wenn sie schlecht waren. Er fasste sie nicht an. Er kehrte nicht ins Hotel zurück. Er bat sie nicht darum, ins Hotel zurückzukommen. Er war ein perfekter Gentleman; ihre Großmutter wäre begeistert gewesen.

Sie schlief nicht länger als drei Stunden pro Nacht.

Sie organisierte einen perfekten Raubzug auf McNairs Haus; sie begleitete Ron auf eine Mission, die die Riesen gegen Voldemort aufbrachte; an einem Abend trank sie eine ganze Flasche Wein und kotzte drei Tage ununterbrochen.

An Tag Zweiundzwanzig saß sie Freitag in der morgendlichen Kriegsbesprechung. Unterhaltungen wirbelten um sie. Sie griff nach ihrer Teetasse und beobachtete in Zeitlupe, wie ihre Hand von der Anstrengung zitterte. Tee schwappte über den Rand und in ihren Schoß. Bevor sie es wusste, krachte die Tasse auf den Tisch und sie konnte nur immer wieder sagen, „Ich bin so müde, ich bin so müde“.

Ein Arm legte sich um sie und zog sie auf die Füße. „Mach weiter, Ron, ich bringe sie hoch. Sie braucht wohl etwas Schlaf.“

Er verstärkte seinen Griff und führte sie die Stufen hoch in ihr Zimmer. Auf ihr verrücktes Mantra, „Bitte, Draco, bitte. Bitte“, antwortete er nur flüsternd, „Pssst.“

„Welches Bett gehört dir?“, fragte er, als er die Tür schloss.

Sie antwortete nicht, sondern umfasste mit ihrer Hand, immer noch nass von dem verschütteten Tee, seinen Schwanz.

„Fuck, Hermine“, flüsterte er und sprach einen Stillezauber. Dort standen sie, die Hände in der Hose des jeweils anderen, und brachten sich gegenseitig zum Orgasmus, während Hermine vor Erleichterung zusammenhangslos schluchzte.

+++++

Auf dem einst edlen Kopfteil des Bettes prangte in tiefen, wütend geschnitzten Buchstaben das Wort VERZWEIFLUNG.

+++++

Er biss in ihre Schulter.

Fest.

„Sag kein verdammtes Wort“, und er wartete auf ihren Protest. Sie sagte nichts, sondern drückte ihre Schulter seinem Mund entgegen. Er saugte und biss ihren ganzen Körper entlang, jedes Mal begleitet von einem Wort: Wunderschön, mein, fuck, Schlampe, großartig, Fotze. Ein paar Wörter wiederholte er immer wieder, manche sagte er nur einmal. Dann drehte er sie um und zog mit seiner Zunge über ihre Poritze, fragte, ob Ron das schon einmal getan hatte. Als sie ein „Nein“ keuchte, stöhnte er ein „Ja“ und fing an, ihren Arsch zu lecken, sie zu spreizen, ihren Kitzler mit seinem Daumen zu bearbeiten und ihren Orgasmus herauszuzögern, bis sie dachte, sie würde durchdrehen.

Als sie nach ihrer Unterwäsche griff, zauberte er ihre Male weg.

„Warum hast du das gemacht?“, fragte sie.

„Es ging ums Prinzip.“

+++++

Sie hätten schon vor zwei Stunden zurückkommen müssen. Hermine und Remus waren angekommen, als Bill und Charlie gerade ihre Besen aufräumten. Ein Dreifachangriff sollte von der wirklichen Mission ablenken: Harry zu einem Heiler am neuen, geheimen Standort von St. Mungo zu bringen, ohne dass die Todesser es merkten. Im letzten Kampf war Harry schwer verletzt worden und die Behandlung, die er benötigte, ging weit über Hermines und Ginnys Fähigkeiten hinaus. Ron und Draco hatten einen narrensicheren Plan entwickelt, aber das hieß nichts. Da musste man nur Blaises Familie fragen. Alle waren zurück, außer Ron, Draco und Neville. Molly hatte für alle heiße Schokolade gekocht. Denn obwohl die Nacht ziemlich warm war, hatten alle eisige Hände. Vor Angst.

Nachdem Hermine mit ihrem Herumgerenne das Portrait im Flur zum vierten Mal aus der Ruhe gebracht hatte, bat Remus sie leise in das Wohnzimmer. Dort könne sie auch auf und ab laufen.

Sie nahm zum hundertsten Mal ihre Tasse in die Hand und klammerte sich aus keinem ersichtlichen Grund daran fest. Der Kakao war inzwischen kalt, gab ihr jedoch Grund, ihre dauernde Bewegung zu unterbrechen.

Sie wollte die Tasse gerade zum hundertundersten Mal absetzen, als die Eingangstür zuschlug und das Portrait wieder loskreischte. Rons Stimme hallte durch die offene Tür ins Wohnzimmer. „Halt’s Maul, verdammt! Halt’s Maul!“

Hermine hörte das Trampeln vieler Füße und mehrere Leute kämpften mit dem Portrait. Sie bewegte sich nicht und atmete auch nicht, ihre Füße neben dem Kamin festgewachsen, ihre Lungen erfroren. Ron betrat das Zimmer allein.

„Was ist passiert? Wo warst du? Wir waren krank vor Sorge“, schrie sie und wusste noch im gleichen Moment, dass sie kein Recht hatte, so wütend zu sein; aber sie wusste, dass er sie verstand.

Er sackte auf dem Sofa zusammen. Er trug nur einen Stiefel.

„Hat Harry es geschafft?“, fragte er. Als Hermine angespannt nickte, starrte er in den leeren Kamin, unfähig, ihrem blick standzuhalten. „Sie waren in der Überzahl. Bin nicht sicher, ob sie wussten, dass wir kommen oder nicht. Vielleicht wussten sie es auch nicht. Wir haben uns verkalkuliert“, erklärte er monoton.

Remus kam ins Zimmer, die Fäuste um zwei Gläser gelegt, die bis zum Rand mit Feuerwhiskey gefüllt waren. Er setzte sich neben Ron und reichte ihm ein Glas. „Hier, Ron. Trink“, befahl er. „Ich bin sicher, du brauchst etwas Stärkeres als den Kakao, den deine Mutter gerade warm macht.“

Ron nahm das Glas, trank aber nicht. Remus auch nicht. Tränen liefen über Rons Wangen.

„Ich habe es versucht, Hermine, wirklich“, murmelte Ron mit seiner Ich-darf-nicht-weinen-ich-muss-stark-sein-Stimme.

Hermine starb innerlich. Starb. Ein anderes Wort passte nicht. Ihr Herz und ihre Lungen verkümmerten, schrumpften, verschrumpelten, zu spröde, um zu funktionieren.

„Wir sind die Einzigen, die um ihn trauern können. Ich meine, s-s-s-seine Familie…“ und Rons Stimme versagte, unfähig, den Satz zu beenden.

Dann geschahen drei Dinge auf einmal. Ron fing an, leise in Remus’ Armen zu schluchzen, Hermine hielt die Tasse in ihren Händen so fest, dass sie zersprang, und Draco betrat den Raum, eine hässliche Brandwunde auf der hohlen, weißen Wange. „Er hat euch also von Neville erzählt?“

+++++

Hermine wartete, bis sie sicher war, dass alle schliefen. Sie hatte Ron einen Schlaftrank verabreicht, so dass sie aus dem Bett klettern könnte, ohne ihn zu wecken. Er war in ihren Armen eingeschlafen, hatte sich an ihr festgehalten, als hätte er Angst gehabt, er würde nie wieder aufwachen.

Dracos Zigarettenstummel leuchtete hell im Schatten und der Dunkelheit. Er machte die Zigarette aus, während sie das Schloss mit ihrem Zauberstab verriegelte, einen Stillezauber sprach und zum Bett lief. Das andere Bett war immer noch leer, ein chaotischer Haufen aus alten Laken, ein stilles Gedenken an Blaise, der sein Bett am letzten Tag seines Lebens nicht gemacht hatte. Aber niemand, nicht einmal Molly, brachte es übers Herz, das Bett abzuziehen und damit die letzte Erinnerung an ihn im Haus zu löschen.

„Nicht hier, Hermine“, flüsterte Draco, während seine Hand ihre Wange streichelte. „Nicht jetzt.“

„Doch. Hier und Jetzt“, flüsterte sie zurück und strich zögernd über seine Brustwarzen.

Mit beiden Händen packte er den Saum ihres Nachthemds.

„Nein“, sie schüttelte den Kopf, hob seine beiden Hände an ihren Mund und küsste sie. Sie rochen und schmeckten nach alter Magie. „Lass mich das heute Nacht machen.“

Als sie jeden Zentimeter seines Körpers mit ihrer Zunge und ihren Lippen in ihre Erinnerung aufgenommen hatte, brachte sie ihn wieder und wieder zum Orgasmus, mit ihrem Mund und ihrem Geschlecht. Schließlich ließ sie sich selbst kommen, während sie auf ihm saß, eine Hand an ihren Brüsten, zwei Finger auf ihrem Kitzler; seine Hüfte bewegte sich passend zu ihrem Rhythmus.

„Was ist das hier?“ Er wischte ihr die Tränen erst von der einen, dann von der anderen Wange.

„Ich dachte, du wärst es.“

+++++

„Das Kopfteil ist schon wieder neu. Es muss die Leitung ein Vermögen kosten, ständig diese Dinger auszuwechseln.“

„Vielleicht.“

„Ich frage mich, was er als nächstes schreiben wird. Du nicht?“

„Ich denke, er hat alles geschrieben, was er mitteilen wollte.“

„Der Herbst ist dieses Jahr früh dran, oder?“ Sie zitterte. „Hast du Lust, mir dabei zu helfen, ein paar antike Schriften in der gesperrten Abteilung des Britischen Museums nachzulesen? Dumbledore hat bei zwei Angaben geschwindelt. Ich forsche über Tätowierungen nach und versuche herauszufinden, ob wir die Todesser demarkieren können. Ich glaube, es gibt ein paar, die es wirklich bereuen, dieses verdammte Mal akzeptiert zu haben. Wenn wir Voldemorts Macht über sie brechen könnten, können wir sie vielleicht auf unsere Seite ziehen.“

Draco zuckte mit den Schultern. „Gut, ich komme mit. Aber zuerst apparieren wir heim. Ich muss duschen. Ich habe sicher nicht die Absicht, diese erbärmliche Entschuldigung für Rohrleitungen hier zu benutzen.“ Er rümpfte die Nase. „Wir riechen nach Sex.“

Hermine errötete. „Ich mag den Geruch von deinem Sperma auf mir“, murmelte sie.

Draco erstarrte, als hätte er Schmerzen, seine Augen wurden dunkler. Mit seinen unglaublich anmutigen Händen packte er sie an den Schultern und zog sie an sich. „Hermine, Hermine“, sang er immer wieder zwischen den Küssen und öffnete die Knöpfe ihres Mantels.

+++++

„Ich denke nicht, dass der Krieg etwas damit zu tun hat, dass du bei Weasley nicht kommst“, keuchte Draco.

„Ach, wirklich?“, sagte Hermine so sarkastisch, wie es ging, während sie seine Hoden leckte.

Er zog sich von ihrem Mund zurück und drehte sie um, so dass er auf ihr lag. Er rieb seine Erektion an der weichen Wölbung ihres Bauchs, befeuchtete die Haut mit seinen Lusttropfen und ihrem übrigen Speichel.

„Ich denke, es liegt an ihm. Ich glaube, er langweilt dich. Du hasst mich vielleicht, oder verabscheust mich, aber ich langweile dich nicht. Gefällt dir das, Hermine? Sag ja“, fragte er fordernd, als er einen Daumen an ihrem Bauch befeuchtete und dann damit ihre Brustwarzen neckte.

„Was weißt du schon?“, fragte sie, die letzten zusammenhängenden Worte, die sie hervorbrachten, während sie bissen und leckten und stießen und den jeweils anderen Namen schrien, während sie den brutalsten Sex ihres Lebens hatten.

Hermine lag in einem post-koitalen Nebel unter ihm, freute sich über das Leuchten und Kitzeln ihres Orgasmus’.

„Ich weiß es, wenn ich dich so ansehe“, sagte er ruhig. „So wunderschön.“ Sie drehte sich ihm entgegen, als er ihren Mundwinkel küsste.

„Ich hasse dich nicht. Und ich verabscheue dich nicht“, murmelte sie zwischen den Küssen.

+++++

„Manchmal kann ich ihn an dir riechen, Hermine. Dann würde ich dich am liebsten schlagen.“

„Tut mir leid.“

„Du weißt, dass du zu gut für ihn bist, oder? Am Ende wird er dich nur ärgern, dich verschmähen.“

Es war drei Wochen vor Weihnachten. Eine Serie besonders brutaler Angriffe hatte den Orden geschwächt, aber sie waren immer noch besser aufgestellt als die Todesser. Dumbledore machte zögerliche Andeutungen, dass sie ihren letzten Angriff im Frühling starten könnten, wenn sie nicht noch mehr Leute verlieren würden.

Sie kroch aus dem Bett und zog sich an. „Ich will nicht darüber reden. Und nur damit du’s weißt: Er sagt mir jeden Tag, wie froh er ist, dass er mich hat.“

„Natürlich schätzt er deine Klugheit jetzt“, höhnte er. „Das tun wir alle. Ohne dich lägen wir schon seit Jahren unter der Erde. Aber nach dem Krieg wird er es schlimm finden. Es ist schon schlimm genug, im Schatten deines besten Freundes zu stehen“, spottete er, „aber auch noch im Schatten der eigenen Ehefrau… Ich sehe schon vor mir, wie er jedes Mal innerlich zusammenzuckt, wenn jemand zu ihm sagt ‚Du bist also der Glückliche, der die brillante Hermine Granger geheiratet hat’. Und er wird lächeln und auf seine dümmliche Art ‚Ja’ sagen, aber es wird ihn auffressen. Und so wie ich dich kenne, wirst du ihn anstacheln. Aber nachdem er grundsätzlich faul ist, wird er auch das nicht wollen. Er wird Affären mit Frauen anfangen, die etwas hohl sind, die seinen Kriegsgeschichten zuhören und dabei Ooh und Aah machen und die ihn nicht korrigieren, wenn er sie zu weit aufplustert. Du wirst die nächsten fünfzig Jahre Orgasmen vortäuschen. Kannst du das?“

Ihre Knie fingen an, unkontrollierbar zu zittern. Sie setzte sich halb angezogen auf den Bettrand, den Kopf in den Händen.

„Ich weiß nicht“, schluchzte sie.

Er tröstete sie nicht.

„Ich sage nicht, dass er dich nicht liebt. Ich sage nicht einmal, dass du ihn nicht liebst. Ich frage nur: Reicht dir das?“

Sie schluchzte noch mehr.

+++++

„Draco, schau dir das an. Hier sind interessante Hinweise auf Tätowierungen und dass es Rituale gibt, von denen die alten Ägypter tatsächlich dachten, dass die Male das Böse übertrugen.“

„Sorry. Beschäftigt.“

Hermine packte ihre Feder etwas fester, sah aber nicht auf. „Du bist nicht beschäftigt. Du rauchst eine Zigarette, und hör auf, die Asche in meine Richtung zu schnipsen. Wenn du diese Pergamente dreckig machst, bringt mich das Britische Museum um.“

„Rauchen ist eine Tätigkeit, Granger. Also. Bin. Ich. Beschäftigt.“

Sie drehte sich zur Seite und trat ihn. Ziemlich stark. „Schau doch mal, bitte.“

„Au, das hat wehgetan! Miststück.“

„Sei froh, dass ich nicht deinen Knöchel gebrochen habe. Leg die Zigarette weg und guck.“

Mit seiner üblichen Trägheit liebkoste er eher den Aschenbecher mit dem Stummel, als dass er die Zigarette wirklich ausmachte. Dann stützte er sich mit einer Hand auf dem Esstisch ab, blickte in Richtung Flur und beugte sich vor, um so zu tun, als würde er das Manuskript studieren. Seine Lippen waren nur eine Hand breit von ihrem Mund entfernt und seine Haarspitzen berührten ihre Schultern. Sie erstarrte. War er verrückt geworden? Er konnte, würde sie hier nicht küssen.

Er schnupperte nur an ihr. Das sanfte Zischen, sein Atem, kitzelte ihr Schlüsselbein.

„Du riechst nach Pfefferminz, Granger“, flüsterte er. „Davon werde ich steif.“

„Das ist Zahnpasta, du Perversling“, sagte sie leise.

„Warum riecht deine Fotze dann auch nach Pfefferminz?“

„Nicht“, sagte sie fast lautlos.

Er setzte sich wieder und zog das Pergament zu sich, betrachtete es ein paar Minuten.

„Wertlos, Granger. Schlammblüter-Scheiße.“

Hermine warf ihre Feder in sein Gesicht. „Wie kommst du darauf?“ Und sehr viel leiser fügte sie hinzu, „Ich werde deinen voreingenommenen Arsch daran erinnern, wenn du mal wieder willst, dass ich ‚Schlammblüter-Scheiße’ mit deinem Schwanz mache.“

„Das hat nichts mit Voreingenommenheit zu tun“, motzte er. „Guck. Da und da.“ Er stach mit dem Zeigefinger auf das Pergament. „Hör auf, nach Strohhalmen zu suchen. Vielleicht finden wir noch was, aber das hier ist nutzlos.“

Widerwillig sah sie ein, dass er Recht hatte, dass in dem Manuskript nichts stand, was von Nutzen war. Jesus, wird das denn nie enden? Ihre Hände bebten langsam vor Erschöpfung und Gott, war das Angst? Selbst ihre Hände fühlten sich alt an.

„Also, wie schmeckt mein voreingenommener Arsch?“

Sie lachte.

+++++

Als der Krieg brutaler wurde, die Missionen immer zahlreicher, schlief Hermine weniger und weniger. Schlaftränke halfen nichts; Alkohol machte sie nur krank. Es machte nicht einmal einen Unterschied, wenn sie Draco fickte. Sie schlief um circa ein Uhr morgens vor Erschöpfung ein, aber wachte dann um vier Uhr wieder auf.

Sie tapste in die Küche runter, um sich Tee zu machen. Und nachzudenken. Über Wege, wie man Voldemort besiegen konnte: Pläne, Strategien, Tränke, Zauber, alles, was endlich ein Ende bringen würde. Bevor sie alle starben.

Nach einer Woche stand Draco im Türrahmen, den schwarzen Morgenmantel lose um die Taille gewickelt; auch er verlor an Gewicht. Sie alle verkümmerten nach und nach. Eine Zigarettenpackung beulte seine Brusttasche aus. Es würde eine lange Nacht werden.

„Willst du Gesellschaft?“

Sie nickte, dankbar, dass er sie nicht schimpfte, weil sie wach war, nicht schlief und wie der Tod aussah. Manchmal hatte sie das Gefühl, dass sie langsam starb. Und das Einzige, was sie am Leben hielt, war der Sex mit Draco Malfoy.

„Das Wasser ist noch heiß“, erzählte sie ihm.

Er goss sich eine Tasse auf und setzte sich ihr gegenüber. Zündete eine Zigarette an und rauchte lautlos. Als die Zigarette aus war, streckte er die Hand über den Tisch und legte sie um ihre. Er verwob ihre Finger, hob seinen Zauberstab und flüsterte, „Nox“.

„Woher wusstest du, dass ich hier bin?“

„Magie.“

Sie konnte sein Lächeln in der Dunkelheit hören.

+++++

So ging es Nacht für Nacht weiter. Egal, wie leise sie auf dem Weg nach unten war, nach spätestens fünf Minuten tauchte er auf. Manchmal fragte er sie, worüber sie nachdachte, oder sie ihn, manchmal sagten sie gar nichts. Manchmal saßen sie nur Händchen haltend im Dunkeln, bis er auf unerklärliche Weise wusste, dass sie müde genug war, um weiterzuschlafen. Er fragte, „Okay jetzt?“. Sie rückte den Stuhl zurück. Er führte sie in ihr Zimmer zurück, wo Ron in ihrem Bett lag, und verabschiedete sich mit einem zärtlichen Streicheln ihrer Augenbraue.

In den Nächten, wo kein noch so langes Händchen halten die Dämonen besiegte, betrachteten sie zusammen den Sonnenaufgang. Hermine stand am Küchenfenster, Draco direkt an ihrem Rücken, die Arme um sie gelegt, die Finger verwoben. Wenn endlich das rosa Leuchten des Sonnenaufgangs über den Horizont spitzte, hielt er sie fest und küsste ihre Haare. „Guten Morgen, Hermine Granger“, flüsterte er und sie dachte, „Vielleicht werde ich den Tag heute überstehen.“

+++++

Zu Weihnachten schenkte er ihr einen verzierten silbernen Kamm, der seiner Mutter gehört hatte. Das Einzige, was er aus Malfoy Manor hatte retten können.

Sie schenkte ihm ein einfaches Medaillon mit einer ihrer Locken darin.

„Du hast nichts eingraviert“, rügte er sanft, als er ihre Haare kämmte. Sie knieten auf dem Bett, Oberkörper an Rücken, das kühle Silbermedaillon hing um seinen Hals zwischen ihnen, der Geruch von Erde und Zigaretten ausnahmsweise einmal fort. Draco hatte Wände und Decke des Raums mit enormen Tannenzweigen dekoriert. Hermine hatte magische Lichter und Beeren zwischen die Kiefernadeln gezaubert. Es war, als hätte ein riesiger Weihnachtsbaum sie verschluckt.

„Ich wusste nicht, was ich sagen sollte.“
+++++
„Ich habe das Zimmer für ein halbes Jahr gebucht.“
„Gut.“
+++++
Sie legten immer Störenfried-Zauber auf die Stufen, falls jemand für einen frühen Kaffee runter kommen sollte. Dann würde es aussehen, als würden Hermine und Draco bereits ihren Tee trinken, eine frische Zigarette in Dracos Hand.

Jener Morgen war nicht anders. Sie hatten wieder einmal den Sonnenaufgang beobachtet. Nicht, weil Hermine nicht weiterschlafen konnte, sondern weil sie Dracos Arme um sich spüren wollte.

Remus trat in die Küche, sein alter Bademantel von Sicherheitsnadeln zusammengehalten.

„Lass mich das Wasser aufsetzen, Remus.“ Hermine wollte aufstehen.

„Lass nur, Hermine, ich kann das auch allein. Soll ich eine Kanne machen?“

Als sie nickten, entfachte er den Herd, füllte den Kessel und setzte sich mit an den Tisch. Draco hielt ihm die Zigarettenschachtel hin.

„Danke, Draco.“ Mit der geübten Lässigkeit eines lebenslangen Rauchers schüttelte er eine raus, hielt sie an seinen Mund und entzündete sie mit dem Zauberstab, den er aus seinem Ärmel rutschen ließ. „Ahh“, machte er beim Inhalieren. „Guter Tabak. Ich muss öfter mit dem Sonnenaufgang aufstehen. Oder störe ich dann?“, fragte er leicht sarkastisch.

„Überhaupt nicht, Remus. Wie kommst du darauf?“, fragte Hermine, verwirrt.

„Oh, ich denke, du weißt genau, was ich meine“, sagte Remus ruhig.

Draco bewegte sich in seinem Stuhl, so dass ihre Knie sich berührten.

Sie saßen in unangenehmem Schweigen, warteten auf das Kochen des Wassers; Draco und Remus rauchten, Hermine trank ihren kalten Tee aus.

Das Pfeifen des Kessels trug nur zur angespannten Stimmung im Raum bei. Remus polterte durch die Küche, stellte den Kessel mit einem scharfen Geräusch auf der Küchentheke ab. Trug die Teekanne mit solcher Wucht zum Tisch, dass Tropfen überschwappten. Mit der Tasse das gleiche. Hermine erwartete fast, dass sie zerbrach. Remus füllte ihre Tassen auf und goss sich selbst frisch ein, aber er schüttelte den Kopf, als Draco ihm zaghaft eine weitere Zigarette anbot.

„Ich gewöhn mich lieber nicht daran, mein Junge. Ich glaube, mein Budget würde nicht ausreichen. Das Arbeitslosengeld für Werwölfe ist erschreckend gering.“ Er hielt inne und fuhr dann fort, seine Stimme ungewöhnlich gereizt. „Werwolf zu sein hat aber auch seine Vorteile, wisst ihr. Natürlich sind sie an mir verschwendet, weil ich nicht tratsche, aber wusstet ihr zum Beispiel, dass ich riechen kann, wer es mit wem treibt? Ich kann die Pheromone riechen. Und noch ein weiterer unwichtiger Wissenshappen über Werwölfe für euch: Jedes Sperma riecht unterschiedlich. Ich kann das tatsächlich unterscheiden. Sagen wir zum Beispiel, Rons von Dracos.“

Hermine konnte Remus nicht ansehen; sie konnte Draco nicht ansehen.

„Das geht dich verdammt nochmal nichts an, Remus“, sagte Draco in einem Ton, der an den fünfzehnjährigen Draco Malfoy erinnerte.

Obwohl sie sich so sehr schämte, dass selbst ihre Zehen erröteten, streckte sie ihre Hand mit einem gemurmelten „Nicht“ in Dracos Richtung. Seine Hand ergriff ihre.

Jetzt war klar, dass Remus sich zurückgehalten hatte. Er riss seinen Zauberstab raus, zischte einen Stillezauber. Dann ging das Gebrüll los.

„Es geht mich verdammt nochmal etwas an. Glaubst du, ich will noch mehr Tote, nur weil du deinen Schwanz nicht in deiner Hose behalten kannst? Denkst du, ich kann Ron gebrauchen, wenn er nicht hundertprozentig da ist? Was er sicher nicht mehr ist, wenn er rausfindet, dass seine Freundin dich vögelt. Ich habe Monate darauf gewartet, dass das endlich im Sande verläuft, aber da ihr zwei ja offensichtlich vorhabt, diese wahnsinnige Affäre aufrecht zu halten, muss ich dazwischen gehen.“

Hermine hatte Remus noch nie so wütend gesehen. Er stieß sich mit solcher Wut vom Tisch ab, dass sein Stuhl zu Boden krachte. Er lief vor ihnen auf und ab; die Hand, die nicht die Zigarette hielt unterstrich jeden Satz mit einer wütenden Geste.

„Seid ihr beiden verrückt geworden? Ehrlich gesagt, Hermine, hätte ich gerade von dir erwartet, dass du mehr Verstand hast. Diese dumme kleine Fickerei könnte uns alle aufs Spiel setzen. Nein, sie könnte uns alle töten. Falls ihr beiden die letzten drei Jahre blind und dumm gewesen sein solltet: Ron ist unser bester Taktiker. Wenn er nicht auf der Höhe ist, können wir Voldemort am besten gleich zum Tee zu uns einladen. Ich weiß, dass wir im Krieg sind, und dass die Leute da Dinge tun, die sie sonst nicht tun, aber ich bin überrascht, geschockt, Hermine, dass du wegen kurzen, schmutzigen Sex mit Draco… Also bitte ich euch, nein, ich befehle euch, dieses peinliche Rumgevögel, aus welchem Grund auch immer, aufzuhören -“

„Es ist kein Rumgevögel. Es ist keine dumme kleine Fickerei. Es ist kein kurzer, schmutziger Sex“, schrie sie.

Sie riss sich von dem Schock auf Remus’ Gesicht los, wandte sich Draco zu und wiederholte sehr viel sanfter, „Es ist kein Rumgevögel. Es ist keine dumme kleine Fickerei. Es ist kein kurzer, schmutziger Sex. Oder?“

Er errötete, die Haut über seiner zu spitzen Wange gespannt, die Augen komplett dunkel, kein schimmerndes Grau. Sie musste sein Kinn berühren. Er neigte den Kopf, um ihre Hand zu küssen, rieb sein Kinn an ihrer Handfläche und murmelte, „Nein.“

„So ist es also?“

Beim Klang von Remus’ Stimme drehte sie sich zu ihm.

Hermine nickte.

„Draco, darf ich einen Moment allein mit Hermine sprechen?“

Draco stand auf, zögerte, aber nach ihrem „Bitte geh wieder ins Bett“ stieß er den Stuhl zurück, küsste sie auf den Kopf und ließ die Zigaretten vor Remus fallen, bevor er ging.

„Verdammt“, murmelte Remus, als er den Stuhl wieder aufstellte, sich setzte und eine neue Zigarette anzündete. „Du weißt, Hermine“, begann Remus zwischen tiefen Zügen an seiner Zigarette, „dass Draco und Sirius Cousins waren. Ich dachte immer, dass Draco mehr Malfoy als Black war, aber die Meinung hat sich schon vor einiger Zeit geändert. Er ist das Abbild seines Vaters, aber innerlich ein Black. Wusstest du, dass Sirius und ich ein Paar waren?“

„Wir haben es vermutet.“

„Schwer, etwas vor euch zu verheimlichen. Sirius war ein Muster an Gegensätzen. Er war vermutlich der arroganteste, unausstehlichste Mistkerl, den ich je getroffen habe. Leider war er auch äußerst charmant und redegewandt. Er konnte einen Raum betreten und drei Minuten später fraßen ihm alle aus der Hand. Selbst wenn du ihn nicht mochtest, hast du dir gewünscht, dass er dich mag. Du hast ihn erst nach zwölf Jahren in der Hölle kennengelernt. Du kannst dir nicht vorstellen, wie fesselnd er war, als er noch jung war. So lebendig. Er machte nie halbe Sachen. Und physisch schön? Manchmal konnte ich nicht atmen, wenn ich ihn ansah. Auch wenn er unendlich großzügig war, war er gleichzeitig der egoistischste Mensch auf Gottes Erde, denn er konnte einfach nicht verstehen, wenn jemand nicht so viel gab wie er. Er konnte ewig nachtragend sein. Einmal unten durch, hattest du keine Chance mehr bei ihm. Aber wenn er entschied, dass du okay warst, gab es keinen treueren Freund. Intellektuell gesehen hatte er ein paar Schwächen, aber er konnte anstrengend misstrauisch sein, wenn es um Leute ging. Denk nur an die Sache mit Peter als Geheimniswahrer. Das Schlimmste war, dass er manchmal Unmögliches von den Leuten verlangte, weil er selbst sofort tun würde, was von ihm verlangt wurde. Ohne Zögern.“ Er zog an seiner Zigarette. „Kommt dir das vielleicht bekannt vor?“

Er wartete keine Antwort ab.

„Ja, unser Draco Malfoy ist durch und durch ein Black. Manchmal, wenn ich höre, wie Draco eine geistreiche Bemerkung in den Raum wirft oder explodiert, weil der und der ein ‚verdammter Vollidiot’ ist, muss ich mich wirklich kneifen. Er klingt genau wie Sirius. Sie motzen sogar auf gleiche Weise. Aber alles nur für das Publikum, denn es gibt keine zwei Männer, die aufrichtiger waren. Es ist dieses ‚Ich weiß, dass ich verdammt heiß bin, was willst du dagegen tun’-Getue.“

„Remus, warum erzählst du mir das alles?“, fragte Hermine ruhig.

„Weil, meine Liebe“, und er langte über den Tisch und nahm ihre Hand, „ich dich verstehe und wahrscheinlich der einzige Mensch bin, der das wird.“

„Ich liebe Ron“, beharrte sie.

„Ja, daran zweifle ich auch nicht.“

„An manchen Tagen ist Draco das Einzige, was mich an der Stange hält.“

„Ich verstehe dich, wie gesagt. Ich befürworte es nicht. Aber ich verstehe es.“

„Also“, und sie entzog ihm ihre Hand und legte beide Hände flach vor sich auf den Tisch, „kann ich es ihm nicht sagen.“

Sie erfuhr nie, wie seine Antwort gelautet hätte, denn in diesem Moment taumelte Ron in die Küche und beschwerte sich zwischen dem Gähnen, „Was macht ihr zwei hier noch vor Sonnenaufgang? Verflucht, Hermine, es ist halb Sechs. Komm zurück ins Bett.“

„Er hat Recht, Hermine. Es ist verdammt früh. Schlaft noch ein paar Stunden, ihr zwei. Wir haben einen weiteren lustigen Tag vor uns, an dem wir uns intelligente Folter- und Tötungsmethoden ausdenken werden.“ Und er drückte die Zigarette aus.

+++++

Hermine kam eine Stunde zu früh im Hotelzimmer an. Sie zog sich komplett aus und sprach einen Wärmezauber gegen die Kälte des frühen Frühlingstages. Ausgerüstet mit ihrem Zauberstab, machte sie sich ans Schreiben. Überall hin. Auf die Wände, die Böden, die Glasscheiben. In großen Buchstaben:

LEIDENSCHAFT

FRUSTRATION

ANGST

LUST

VERLANGEN

KUMMER

WUT

MITGEFÜHL

BEDROHUNG

GLÜCK

VERZWEIFLUNG

SCHULD

GEDULD

RESPEKT

BEWUNDERUNG

FREUDE

Sie kratzte gerade das „B“ und „E“ ihres letzte Wortes in das Kopfteil des Bettes, als Draco in das Zimmer apparierte.


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Ich will mehr wie jeder andere, dass Joanne K. Rowling mit meiner Luna zufrieden ist, denn es ist ihr Charakter. Ich hatte schon einen Albtraum davon, auf der After-Show-Party zu sein, Jo zu treffen und sie schüttelt nur ihren Kopf und schaut traurig. Das ist mein Irrwicht. Aber bis jetzt hat sie sich mir gegenüber positiv verhalten, also bin ich optimistisch.
Evanna Lynch