
von ...
So, das ist jetzt mein erstes Kapitel, ich hoffe es gefällt euch!^^
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Es war ein warmer Augustmorgen, als die Sechzehnjährige Jenna Davis in Großbritannien ankam.
Bis zum Tag zuvor hatte die ein Meter sechzig große Latina noch in Amerika gelebt, doch da ihre Mutter so viel Abstand wie möglich zu ihrem Ex-Mann, Jennas Vater, haben wollte sind die beiden innerhalb von drei Tagen ins zirka sechstausend Kilometer entfernte London gezogen.
Das Mädchen blieb vor einem recht großen Gebäude stehen.
Ihre Familie hatte viel Geld, das wusste sie. Dennoch fand sie es unsinnig für zwei Personen gleich einen gesamten Häuserblock zu kaufen. Ein kleines Anwesen hätte auch gereicht, doch für ihre Mutter, Professor Leanne Davis, war es unter ihrem Blutstatus, sich mit einer „mickrigen Hütte“ wie sie ein Einfamilienhaus "liebevoll" nannte, zufrieden zu geben.
Professor deshalb, da sie ab diesem Jahr Verteidigung gegen die dunklen Künste in Hogwarts, der britischen Schule für Hexerei und Zauberei, unterrichtete. Weil Jenna ihre letzten zwei Schuljahre ebenfalls auf dort verbringen sollte, hätte die zukünftige Erbin des Davis Vermögens am liebsten einen auf pubertierenden Teenager gemacht und ihrer Mutter ins Gesicht geschrieen, dass es einfach nur peinlich sei, wenn die eigene Mutter ebenfalls die Lehrerin war. Doch das wagte sie nicht.
Was Bestrafung anging, kannte die fünfundvierzig-Jährige kein Erbarmen. Jemand, der ihre Autorität anzweifelte oder ihr, ihrer Meinung nach, nicht genügend Respekt entgegenbrachte, bekam es sofort mit dem Cruciatus-Fluch zu tun. Zwar war dieser verboten, und das wusste sie auch, aber bisher konnte sie sich noch aus jedem Prozess herauskaufen.
Wahrscheinlich war dies auch einer der Gründe, warum sie nach England ziehen wollte. An dem schönen Wetter konnte es ja kaum liegen. Hier zu Lande bekam ein Zauberer, der sich selbst den Dunklen Lord beziehungsweise Lord Voldemort nannte, bei den Meisten aber unter du-weißt-schon-wer oder der-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf bekannt, immer mehr Macht. Er hatte dieselben Interessen wie Jennas Mutter und die meisten anderen reinblütigen Zaubererfamilien: Eine vollkommen reine Zauberergesellschaft.
Seine Methoden und die seiner Gefolgsleute, die sich selber Todesser nannten, waren grausam. Sie folterten und mordeten, weshalb der ein oder andere Cruciatus ihrer Mutter sicher nicht groß auffallen würde.
So behielt Jenna ihre Gedanken lieber für sich: Wie abscheulich sie die drei unverzeihlichen Flüche, das Abschlachten von Muggeln und die ganze falsche vornehme Art von reinblütigen Zaubererfamilien fand. Ach ja, und nicht zu vergessendiese ganze Inzucht-Sache.
Es gibt nun einmal nicht genug heiratsfähige reinblütige Zauberer und Hexen. Damit sollten sie sich abfinden und nicht jemanden mit seinem Cousin oder seiner Cousine verloben.
"So etwas ist doch widerwärtig", dachte sie sich.
Aber sie, als hübsche, junge Amerikanerin mit einem erstaunlich großen Stammbaum hatte hier natürlich eine gute Auswahl; so als, "nicht-mit-jedem-verwandtes" Mädchen. Doch die Entscheidung, wen sie letzten Endes heiraten würde, blieb dennoch ihrer Mutter überlassen.
Langsam und vorsichtig stieg sie die Treppenstufen, die von der Eingangshalle in die erste Etage führten, hinauf. Jenna musste auf jeden Schritt achten, denn für eine vornehme Dame war sie nun einmal zu tollpatschig.
Im oberen Flur angekommen, schaute sie sich erstmal um. Es war schon alles eingerichtet. Lauter Porträts von irgendwelchen Verwandten, die irgendwas Besonderes getan haben sollten hingen hier an der himmelblauen Wand. Die Schwarzhaarige sollte schon von klein auf den gesamten Stammbaum auswendig kennen – „Tja, Arschkarte werte Mutter“, dachte sie sich mit einem verräterischen Lächeln. Das ständige Abfragen hat sie nur überstanden, in dem sie sich die wichtigsten Namen, die ihr Stammbaum enthielt, auf die Hand geschrieben hatte und unauffällig immer wieder hingesehen hat, ohne, dass Mrs. Davis es gemerkt hatte.
Das junge Mädchen ging den langen Korridor, der mit viel zu vielen Türen übersäht war, entlang, um an das letzte Zimmer dieses Stockwerkes zu gelangen. Ihr Zimmer. Vorsichtig, als ob eine blutrünstige Bestie dahinter lauern könnte, öffnete sie die Kirschholztür und schaute hinein.
„Hm… Gar nicht schlimm wie angenommen“ murmelte die Jugendliche und ließ ihre dunklen Augen schweifen. Der gesamte Raum war in schneeweiß und dunkelviolett gehalten. In der Mitte hing ein kristallener Kronleuchter von der Decke, welcher im lichtüberflutetem Zimmer, durch die wandgroßen Fenster, welche zu einem Balkon führten, glitzerte. Im hinteren Teil des viel zu großem Schlafzimmers stand ein modernes Himmelbett mit lila Vorhängen neben einem zehn Fuß hohem und sechseinhalb Fuß langem Kleiderschrank, der von einem der unzähligen Hauselfen auf hochglanz poliert worden war.
Neben den zusätzlichen Kommoden und Regalen, beinhaltete das Zimmer noch ein als Spiegel getarntes Verschwindekabinett. „Das Gegenstück dazu befindet sich in der Bruchbude, in der dein Vater jetzt haust“, hatte Mutter gesagt.
Doch Jenna verspürte nicht den Drang ihren Vater besuchen zu gehen.
Zwar war ihre Mutter, da war sie sich sicher, eine der strengsten Mütter auf der Welt, doch wenigstens brachte sie ihr manchmal sogar etwas Zuneigung entgegen und benahm sich ansatzweise menschlich, wenn ihre Tochter wieder einmal ein perfektes Verhalten an den Tag legte.
Ihr Vater dagegenhatte sich im laufe der zwanzigjährigen Ehe zwischen ihm und Jennas Mutter ziemlich gehen lassen und wurde schließlich zum Alkoholiker.
Jenna hat er immer wie einen Hauselfen behandelt. Da er sich geweigert hat eine Therapie zu machen, hatte Mrs. Davis, die sichtlich angewidert von ihrem Gatten war, keine andere Möglichkeit als die Scheidunggesehen. In Großbritannien sollte es jetzt heißen, dass er geschäftlich in New York unterwegs war, dort in einen, wie Muggel es nennen „Autounfall“ verwickelt wurde, und dabei starb.
Denn Scheidung war für die meisten Zauberer inakzeptabel.
Jenna schreckte aus ihren Gedanken als mit einem lauten Plopp ihr persönlicher Hauself Charly direkt vor ihr apparierte.
„Die Familie Black ist grade eingetroffen um Sie und die große Herrin in England willkommen zu heißen. Die große Herrin verlangt, dass sie dieses Kleid anziehen und sich dann unverzüglich in das Wohnzimmer begeben um einen möglichst guten Eindruck zu hinterlassen.“
Der Elf machte tiefe Verbeugung, sodass er mit den langen Nasenspitze beinahe den Boden berührte und reichte ihr schließlich ein knielanges blutrotes Kleid, welches am Oberkörper ziemlich schmal geschnitten war und ab der Hüfte weit auseinander ging.
„Danke, Charly.“ Mit einem knappen Nicken nahm sie das Kleid entgegen und musterte es mit einem Seufzen. „Na dann werden wir mal wieder versuchen einen möglichst guten Eindruck zu hinterlassen…“, sagte sie eher zu sich selbst als zu dem jungen Elfen.
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