
von ...
Wenig später holten die Hauselfen sie zum Essen herunter.
Die große Tafel im Wohnzimmer war reichlich mit allerlei Speisen gedeckt, wie eine der Hogwartstafeln an einem Festtag, nur im Kleinformat.
Von Auflauf, über Braten, zu einfachen, kleinen Salaten war alles Vorhanden. Es würde wie immer eine Menge überbleiben, doch das störte in den reichen Familien keinen.
Auch Sirius schien an den Überfluss gewöhnt zu sein, denn er betrachtete das leckere Essen zwar mit großen Augen, doch das kam wahrscheinlich von seinem ständig knurrenden Magen.
Er setzte sich gegenüber von Jenna hin, die schon eine Weile auf ihn gewartet hatte.
Es fiel ihnen nicht auf, doch sie saßen genauso wie bei ihrem ersten Treffen mit ihren Familien. Damals hatte Jenna noch stark daran gezweifelt, dass er sie jemals mögen könnte, so abwesend wie sein Blick war.
Aber genau genommen gibt es nur wenig Menschen die Sirius nicht leiden konnte, und das waren Leute, die Todesseransichten hatten. Meistens zumindest. Hat er sich doch vorletztes Wochenende tatsächlich mit der Schwester von Antonin Dolohow eingelassen!
Es gab kaum ein Mädchen in Hogwarts, das sich noch nie von ihm verführen gelassen hatte, wenn er interessiert war. Die, Beziehungen konnte man es nicht nennen, Dates endeten aber immer gleich, egal ob Drittklässlerin, Siebtklässlerin oder die neue Praktikantin in Verwandlung, irgendwann landeten sie alle nackt neben Sirius im Raum der Wünsche, doch am nächsten Morgen war Sirius weg, und ihr Herz gebrochen.
Mit Jenna würde er so was nie machen, nicht weil er nicht interessiert ist, sondern weil sie Freunde sind, redete sich diese immer wieder ein. Auch wenn sie es nicht gerne zugab, sie wollte schon länger mehr als Freundschaft, doch ein Sirius Black wird nie eine ernsthafte Beziehung haben, und daran wird sich auch nichts ändern.
Mit diesem düsterem Gedanken und einem traurig gesenktem Kopf schlürfte sie ihre Suppe aus.
„Ist was?“ riss Sirius sie aus ihren Gedanken.
„Was?! Ähm, nein, was soll schon sein?“ stotterte Jenna und bekam daraufhin einen Hustenanfall. Nach einem Schluck Wasser ging es ihr zum Glück wieder besser und ihr rotes Gesicht bekam wieder einen normalen Hautton.
„Gut, dann können wir ja gleich 'ne Runde Quidditch spielen. Ihr habt doch Besen hier oder?“ fragte er in einem beiläufigen Ton.
„Ja klar, aber warum willst du Quiddtich spielen? Du bist grottenschlecht darin, und du weißt, ich kann das nicht leiden.“
„Ja, deshalb ja!“
„Weil ich es nicht leiden kann?!“ fragte Jenna leicht empört.
„Nein, weil ich grottenschlecht bin. Wir spielen oft zwei gegen zwei Quidditch, und ich hab keine Lust immer als schlechtester dazustehen.“ Er legte sein Besteck hin, und sah seine Gegenüber schon fast flehend an.
„Meinetwegen, wenn's deinem Ego gut tut.“ Sie verdrehte die Augen und stand auf. „Dann sei in 10min draußen, ich bring die Besen mit.“ Sirius' Einwand gegen den Kommentar mit dem Ego ignorierte sie und ging schnurstracks in eine Abstellkammer der zweiten Etage, wo sie die Flugbesen aufbewarten.
Eine Staubwolke kam auf sie zu als sie zwei veraltete Modelle eines Nimbus herausholte.
Nein, die Mitglieder der Familie Davis sind wirklich keine Quidditchfans.
Mit einem „Ratzeputz“ konnte man die Spinnennetze zum Glück schnell entfernen.
Zu ihrer eigenen Sicherheit nahm sie noch diverse Schutzausrüstung mit; so wie sie ihr Glück kannte, würde sie sich nach 5 min auf dem Boden wieder finden.
Sirius hätte sich keinen schlechteren Tag zum Quidditch üben aussuchen können.
Von der eisigen Kälte, die den kleinen Park der Davis' umhüllte, abgesehen, konnte man sagen, dass es schon fast stürmte. Blätter flogen überall und die Bäume bogen sich.
Die Haare ins Gesicht geweht betrat Jenna ihr Grundstück.
Sirius stand einige Meter entfernt und wippte hin und her wobei er eine kleine Melodie summte, anscheinend wollte er das Wetter einfach ignorieren.
Wie kann der nur so gut gelaunt sein? Fehlt ja nur noch, dass es anfängt in strömen zu regnen.
Vor Sirius blieb sie stehen und blickte ihn erwartungsvoll an. Ihr war ins Gesicht geschrieben, dass sie sich lieber mit einer heißen Tasse Kakao vor den Kamin setzten würde, als jetzt bei Sturmböen Quidditch zu spielen.
„Okay, wir nehmen diese beiden Bäume als Torringe.“ Plapperte Sirius fröhlich drauf los und deutete dabei auf zwei Eichen, die durch den Nebel kaum zu sehen waren, „du musst in die linke treffen, und ich in die rechte. So, ähm ja, mehr gibt's eigentlich nicht zu erklären.
Ladys first, du kriegst den Quaffel zuerst.“ Und schon schwang sich Sirius in die Luft und ließ eine missmutige Jenna zurück, die sich erst überwinden musste auf den, im Wind schwankenden, Besen zu steigen.
Trotz der Handschuhe begannen Jenna's Finger schon nach kurzer Zeit zu frieren. Mit einem Seitenblick zu Sirius merkte sie, dass auch er langsam reichlich genervt von dem Wetter war, auch wenn er es, so gut er konnte probierte, zu überspielen.
Er hatte sich trotz seines unermüdlichem Enthusiasmus', als noch miserableren Spieler herausgestellt, als Jenna erwartet hatte.
Um zwischen die Baumgabelung, die den Torring darstellte, zu treffen, durfte er nicht mehr als einen Meter davon entfernt stehen, aber na gut, schieben wir's auf das Wetter.
Grade als Jenna mal wieder drauf und dran war einen Punkt zu machen, dröhnte ein lautes Donnern über ganz London, und wie auf Kommando, begann es gleich danach in strömen zu regnen.
Normalerweise mochte Jenna Gewitter, aber nur wenn sie drinnen, bei ihrem heißen Kakao war.
„Sirius jetzt reicht's, ich geh rein!“ musste sie ihm zuschreien, obwohl er nur gut zwei Meter vor ihr flog.
„Ja, hast wahrscheinlich recht, der Regen nimmt uns jetzt auch noch die letzte Sicht.“
Schrie Sirius zurück.
Eine Woge von Wärme und Geborgenheit überkam Jenna als sie endlich das geheizte und windstille Gebäude betrat.
Auch wenn sie nur kurz im Regen waren, wurden ihre Sachen bis in die letzte Faser durchnässt.
Sirius machte kein großes Ding daraus, vor einem Spiegel nahm er seinen Zauberstab aus seiner Jackentasche und trocknete sich so in weniger als 5 Sekunden.
„Merlin Sirius, noch nie was von Duschen gehört?!“ genervt wie sie war, stieg Jenna die Stufen zu ihrem Bad hinauf und schloss sich dann darin ein.
Sirius hingegen, entdeckte ein paar frisch gebackene Schokoladenkekse auf dem Esstisch stehen. Er genehmigte sich einen, dann noch einen und beschloss schließlich sie mit nach oben zu nehmen.
Sein Zimmer war grau und schlicht gehalten, ähnelte ein bisschen einer Gefängniszelle.
Er hatte keine Lust sich in diesem Zimmer zu langweilen, also beschloss er, seiner Neugierde nachzugeben und sich ein Wenig in Jenna's Raum umzusehen.
Die Hauselfen haben gute Arbeit geleistet, kein Stift nicht an seinem Platz, keine Socke lag auf dem Boden herum, alles tadellos.
Er traute sich kaum etwas anzusehen, weil er Angst hatte, es nicht wieder genauso wie vorher hinzustellen, und dass es so jemand bemerken könnte, dass er herumschnüffelt.
Trotzdem nahm er viele eigenartige Gegenstände in die Hand, meistens waren es Andenken aus Amerika, alte Modezeitschriften, CDs von Amerikanischen Künstlern und auch ein paar wenige Fotos, wo Jenna noch klein war. Auf manchen Fotos war ein Teil weggeschnitten oder geschwärzt. Um ihr nicht zu nahe zu treten, beschloss er sie nicht danach zu fragen, dass würde sie wahrscheinlich ziemlich wütend machen.
Kekse knabbernd kam er an einem Spiegel zu stehen. Er wollte schon weitergehen, als er an der Seite einen Griff bemerkte. Verwundern zog er daran, und war erstaunt darüber, was er in dem Spiegelschrank zu sehen bekam: Nichts.
Keine Gegenstände, keine Schubladen, kein irgendwas. Nur, verschlingende Schwärze.
Verwundert tat er einen Schritt hinein, vielleicht ist das ja einer von diesem Geheimschränken, mit doppelter Tür.
Überrascht zog er die Luft ein, als er die Tür hinter sich zufallen hörte und sofort, ein merkwürdiges Kribbeln im ganzen Körper spürte.
Mit der drohenden Platzangst kämpfend tastete er nach dem Türgriff und fand ihn auch schließlich. Wieder entspannt trat er hinaus, doch er war nicht mehr in dem gemütlichen Zimmer, nein, ganz sicher nicht.
Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.
Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel