
von ...
@Loui Black: Sorry, dass das letzte Kapitel so kurz war (es war nur eingeschoben, um die Spannung etwas zu erhöhen^^). Jetzt geht's weiter und jetzt wirst du auch erfahren, wer der geheimnisvolle Fremde war ;D
So wach wie nie lag Sirius in seinem Bett und starrte die steinerne Decke an.
Fast eine Stunde lang hatte er im Gemeinschaftsraum gewartet, doch niemand ist gekommen, außer einer Viertklässlerin, die heulend in ihren Schlafsaal gerannt ist. Deprimiert ist er schließlich zu dem Schluss gekommen, dass sie schon schlafen musste, obwohl es noch recht früh gewesen war. Es hätte keinen Sinn gehabt, länger zu warten. Vor morgen früh würde sie den Brief nicht gelesen haben. Er musste sich gedulden und wenn er nicht bei ihr sein konnte, würde er lieber alleine sein in diesem Moment. Sein Blick schweifte zu der alten, hölzernen Uhr, die auf Remus Nachtschränkchen stand. 22:53 Uhr. Gut eine Stunde würde der Ball noch dauern.
Genüsslich trank Jenna noch einen Schluck von ihrem Feuerwhiskey. Sie merkte, dass sie schon etwas angetrunken war, doch das interessierte sie nicht. Bester Laune legte sie ihren Kopf auf seine Schulter. Wer hätte jemals gedacht, dass er so umwerfend sein könnte?
Schon den ganzen Abend hatten sie zusammen gelacht, getanzt und getrunken.
Sie schaute sich sein Gesicht. Die warmen Züge hatten nichts mehr von dem möchtegern-Todesser, so wie sie ihn sonst immer gesehen hatte.
Das hier war ein anderer Jackson Avery.
„Weißt du“ sagte er und lehnte sich seufzend zurück. „Ich hätt` nicht gedacht, dass du so cool sein kannst, Davis.“
Kichernd vergrub Jenna ihr Gesicht in seiner Halsbeuge und gab ihm einen sanften Kuss auf die dort so empfindliche Haut. Der Alkohol zeigte seine Wirkung.
Jacksons Herz schlug mit einem Mal schneller, doch er ließ sich davon nichts anmerken. Die Ausdrucklosigkeit und Gefühlskälte seiner Mimik war ihm in die Wiege gelegt wurden. Heute hatte er sie zum ersten Mal abgelegt und sich einem Menschen offenbart und er merkte, dass es ein Fehler gewesen war und noch ein viel größerer werden würde, wenn er jetzt noch weiter bei ihr bleiben würde. Doch dieses Mädchen faszinierte ihn jeden Tag aufs Neue.
Er strich ihr durch die glänzenden und weichen Haare, nahm dann ihre zarte Hand und stand auf. Etwas verblüfft, aber immer noch kichernd folgte sie ihm. Gegen ihre Erwartungen zog er sie nicht auf die Tanzfläche, sondern verließ die Halle.
Mit dem Schließen der Tür hörte die dröhnende Musik auf und alles schien still zu sein.
Seine schmalen Lippen formten sich zu einem Lächeln.
„Es wurde etwas langweilig dort drin, meinst du nicht auch?“
Stumm nickte Jenna. Sie war wie hypnotisiert von seinen Lippen. Nichts hätte sie im Moment lieber getan, als sie zu küssen, doch irgendetwas in ihrem Kopf weigerte sich. Es lehnte sich gegen das Verlangen auf und schien sie anzuschreien es nicht zu tun.
Vorsichtig senkte Avery seinen Kopf etwas. Ihre Gesichter kamen sich immer näher und man konnte das romantische Knistern vor einem Kuss nur zu gut spüren.
Durch einen lauten Knall schreckten sie blitzschnell auseinander.
Alice und Frank waren gerade aus der Halle gekommen und die schwere Holztür war hinter ihnen zugefallen. Ein roter Schimmer hatte sich auf ihre leicht verschwitzten Wangen gelegt. Auch sie hatten auf den vorhandenen Feuerwhiskey nicht verzichtet. Frank hatte eine Hand an Alice Hüfte und strahlte sie breit über das ganze Gesicht an. Alice` Züge verdunkelte sich jedoch enorm, als sie ihre Freundin so nahe an einem Mann sah, der nicht ihr fester Freund war. Der warnende Blick verfehlte auch durch den Alkohol nicht seine Wirkung. Ein kalter Schauer breitete sich in Jenna's Körper aus, als sie die Schuld anfing zu spüren.
Dies hier war nicht Sirius, den sie beinahe geküsst hätte. Und auch wenn es schwierig um ihre Beziehung stand, waren sie dennoch zusammen.
Frank hatte Alice einfach weitergezogen und hatte ihren besorgten Ausdruck gar nicht bemerkt. Jetzt standen die beiden wieder alleine da.
Eine unangenehme Stille breitete sich aus und Jenna starrte verlegen auf den Boden.
Vielleicht sollte ich jetzt einfach gehen?
Doch ehe sie ihre Gedanken in die Tat umsetzen konnte, schlang Avery einen Arm und ihre Hüfte und führte sie den breiten Gang entlang.
Mit der warmen Berührung, die ein Kribbeln in ihrem gesamten Körper auslöste, waren alle Sorgen vergessen.
Sie wusste nicht wohin sie gingen, doch es interessierte sie auch nicht im Geringsten. Nach einigen Minuten gelangten sie zu dem Wandteppich von Barnabas dem Bekloppten. Jackson ließ Jenna los und ging ein Stück des Ganges immer wieder auf und ab. Drei Mal, wenn sie richtig gezählt hatte. Dabei machte er einen nachdenklichen Gesichtsausdruck.
Als eine hübsch verzierte Tür an der eigentlich kahlen Wand gegenüber des Gemäldes erschien, fiel es ihr wieder ein. Sirius hatte ein paar Mal von diesem Raum erzählt. Der „Raum der Wünsche“ oder auch der „Da-und-Fort-Raum“, wie er von den Hauselfen in der Küche genannt wird, ist ein einzigartiger und zutiefst magischer Raum in Hogwarts. Was immer man braucht, was immer man sich wünsch, erscheint dort.
Lächelnd Avery sie wieder bei der Hand und öffnete die Tür für sie.
Ein in dunkelrot gehaltener Saal erschien, mit Samtvorhängen vor den zwei riesigen Fenstern, die eine Gewitternacht draußen zeigten. Es war sicherlich nicht das echte Wetter, schaffte aber eine zusätzlich romantische Atmosphäre. Ein Feuer knisterte in dem burgunderroten Kachelkamin und erfüllte die Luft merkwürdiger Weise mit einem leichten Vanilleduft. In der Mitte stand ein kleiner Glastisch, auf dem Rosenblätter und zwei kristallklare Gläser verteilt waren und neben diesem Tisch stand ein gemütlich aussehendes Sofa in einem dunklen Bordeaux-Ton. Und um allen noch Eins draufzusetzen, stand in der hintersten Ecke des Raumes ein altes Klavier, dass selbstständig eine sanfte Melodie spielte.
„Wow“ sagte Jenna „Das ist wunderschön.“
Avery winkte ihr sich zu setzen. Seine Hände wurden leicht schwitzig und eine helle Röte breitete sich auf seinen Wangen aus, was man in dem gedämpften Licht zum Glück nicht sehen konnte. Langsam wurde er nervös.
Würde sie jetzt verschwinden, könnten sie sich niemals wieder in die Augen sehen, denn dieser Raum zeigte einfach zu viel seiner romantischen und emotionalen Seite.
Aus seinem Festumhang zog er eine Flasche Elfenwein, die er sich vorher noch eingesteckt hatte. Überrascht zog Jenna die Augenbrauen hoch.
„Ich dachte, da man sich hier nicht zu essen wünschen kann, wäre doch wenigstens etwas zu trinken nicht verkehrt.“ Mit einem Schmunzeln, dass ihr die Knie weich werden ließ, schenkte er erst ihr und dann sich selbst ein.
„Besonders wenn es Etwas ist, was mich noch betrunkener macht.“ Gab Jenna mit einem Kichern zurück, nahm jedoch gleich einen kräftigen Schluck, des sonst so teuren Weins.
Die Zeit verging und Jenna hatte sich nun schon mehrere Male nachschenken lassen, währenddessen Jackson immer noch bei seinem ersten Glas war und es gekonnt in seiner Hand schwenkte. Nur mit den Lippen hatte er den Inhalt manchmal berührt um Jenna das Gefühl zu geben, auch er trinke viel. Er wollte unbedingt bei Bewusstsein bleiben.
Nur noch ein kleiner Rest war geblieben, den die junge Hexe nun mit einem Schluck austrank. Sie hatte sich nicht einmal mehr die Mühe gemacht, es in das Glas umzufüllen, sondern hat gleich aus der Flasche getrunken.
„Warum bist du eigentlich so nett zu mir?“ brachte Jenna mit großer Mühe noch heraus und legte den Kopf in Averys Schoß. „Ich meine, du hasst mich doch…“
Avery strich ihr über die Wange und zog sie dann wieder zu sich hoch.
Ihre Gesichter waren nur noch Zentimeter voneinander entfernt. Ihr Atem stank schrecklich nach Alkohol, aber das war ihm egal.
Es war nur noch ein Hauchen, als er ihr sagte: „Ich hasse dich nicht, ich liebe dich, Jenna Davis.“ Dann küsste er sie. Erst ganz sanft und langsam, dann immer leidenschaftlicher. Ihre Zungen spielten miteinander und sie stöhnte lebhaft auf. Ihre Hände befanden sich längst nicht mehr nur auf seinem Hemd, sie fuhren an der empfindlichen Haut entlang und gaben Avery das Zeichen, weiter gehen zu können. Er stämmte sich gegen ihren Körper und sie fiel Rücklinks auf das weiche Daunenkissen. Das Sofa schien sich verbreitert zu haben und sie hatten genug Platz für sich.
Die ganze Nacht verbrachten die Beiden im Raum der Wünsche, auch wenn sie nur zu wenig Schlaf gekommen sind.
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