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Fanfiction

Zauberer und andere Probleme - Kapitel 18 - Erinnerung

von Eva Nightingale

Kapitel 18
Erinnerung

Ich hatte mich meinem Schicksal ergeben. Sie hatten mich mitgenommen, mich aus meinem Leben gerissen. Zu Beginn hatte ich mich noch gewehrt. Ich habe geschrieen, getobt, doch nach einer Weile habe ich aufgegeben und erkannt, dass es sinnlos war.
Der Zirkel hatte beschlossen mich unter Verschluss zu halten. Zwar konnte ich mich im Versteck bewegen wie ich wollte, doch ich blieb eine Gefangene. Jeden Tag erhielt ich Unterricht und ich lernte mit meinen magischen Fähigkeiten umzugehen, wenn ich zu Beginn auch wenig motiviert war. Doch schnell wurde mir klar, dass ich mir selbst einen Gefallen tat, wenn ich mich an die Regeln des Zirkels hielt.
Mehr als sechs Monate war es her. Die Nacht hatte sich bei mir eingebrannt und in meinen Träumen besuchte ich häufig jenes schicksalsträchtige Hotelzimmer - und jedes Mal erwachte ich schweißgebadet. Man hatte mir gesagt, dass sie das Hotelzimmer reserviert hätten. Sie hätten gewusst, dass wir das Hotel aufsuchen würden. Sie nannten es ein „notwendiges Übel“. Mein Leben war ein Trümmerhaufen und alles was sie zu der Sache sagten, war, dass es notwendig war. Ich hatte niemals für Menschen solche Verachtung empfunden wie für die Mitglieder des Zirkels. Jedoch gab es auch Ausnahmen, die nicht mit meinem Hass rechnen mussten. Eve und Reto waren so etwas wie Freunde für mich geworden. Sie ertrugen meine Stimmungsschwankungen und gaben mir den Halt, den ich gebraucht hatte. Ich war keine einfache Gefangene und wohl auch keine einfache Freundin, denn ich sprach nicht viel und aß dafür umso mehr.
Mein Bauch wuchs von Tag zu Tag und gegen Ende hatte ich das Gefühl platzen zu müssen. Ich konnte meine Füße schon lange nicht mehr sehen, meine Knöchel waren geschwollen und jeder einzelne Schritt war mühsam. Das Gefühl, ein eigener Planet zu sein wurde mal zu mal stärker und mein Appetit war fast unmenschlich - tja, das waren eben die Tücken einer Schwangerschaft.
In neunten Monat nun wollte ich nur, dass diese Kinder endlich ihren Weg in die Welt suchen würden. Mit Zwillingen schwanger zu sein ist nie leicht, aber ich hatte dennoch das Gefühl ich würde in wenigen Tagen Elefantenbabys zu Welt bringen. Doch je näher die Geburt rückte desto größer wurden meine Ängste und Sorgen.
Wird mir der Zirkel meine Kinder wegnehmen? Was wird aus ihnen werden?
Ich hatte mir schon Namen ausgesucht und war nicht überrascht, dass es genau jene Namen waren, die mir Eve Monate zuvor genannt hatte. War es nur, weil ich die Namen bereits gehört hatte, oder war es meine eigene freie Entscheidung? Selene war in der Mythologie eine Mondgöttin und wurde mit Artemis gleichgesetzt. Diese Artemis war die Zwillingsschwester von Apollon (der auch Delian genannt wurde), dem Gott der Weißsagung - passend für künftige Seher, oder?
Teneth hatte mir bei seinen wenigen Besuchen erklärt, dass Selene und Delian später vermutlich die Fähigkeiten besitzen würden, die bei mir inaktiv waren. Die kognitive Erinnerung, auf die bereits ich zugreifen konnte, würde auch das Leben der Beiden bestimmen. Sie könnten sich dann an Sachen aus meinem Leben erinnern, vielleicht sogar auch an ihre Zeugung (was keine sehr angenehme Vorstellung war) und würden mir später vielleicht sogar sagen können, wer ihr Vater ist... Wenn ich denn die Kinder sehen dürfte.
Zwei Tage später war es dann soweit. Am achtzehnten Juni erblickten zwei winzige Würmchen das Licht der Welt und schrieen sich die Seele aus dem Leib, weil sie plötzlich mit all dem Licht und der Kälte der Außenwelt konfrontiert wurden. Die Geburt an sich war ... äußerst schmerzhaft. Während ich so diese kleinen Wesen aus mir rauspresste, verfluchte ich alle Männer, weil sie mir das hier angetan hatten. Nebenbei verfluchte ich noch den Orden, meine Familie, meine Freunde... Sagen wir einfach, ich ließ niemanden aus. Eve hielt mir während alledem die Hand und sprach mir gut zu. Ihre Hand wurde wohl sehr in Mitleidenschaft gezogen. Mir ein Stück Holz in die Hand zu geben, wäre wohl die klügere Entscheidung gewesen.
Reto hatte sich schon als die Wehen einsetzten verabschiedet. Er sagte, er müsse noch einige Arbeit nachholen - so eine Lusche! Aber mir war das ganz recht, denn ich wollte in solchen Momenten nicht den halben Zirkel um mich rum haben.
Selene kam zuerst und Delian ließ ganze sechs Stunden voller Qualen auf sich warten. Als ich dann Alles hinter mir hatte war ich am Ende. Der Schweiß stand mir auf der Stirn und ich fühlte mich schwach und elendig. Man brachte die Kinder weg, doch versprach sie wieder zubringen, sobald ich wieder einigermaßen Kräfte gesammelt hätte. Ich ließ es geschehen. Das Denken schien mir unmöglich geworden zu sein und so schlief ich dann völlig entkräftet ein. Erst jetzt ließ Eve meine Hand los und lächelte schwach, ehe sie sich nach Hause begab.
Ich schlief lange - es war annähernd ein ganzer Tag - und als ich aufwachte fühlte ich mich noch immer schwach. Während der Geburten hatte ich viel Blut verloren und auch die Magie konnte an meinem Zustand nicht viel ändern. Das Gefühl der Erschöpfung kam nicht von meinem Körper sondern von meinem Geist. Als ich völlig allein war kam ich mir unglaublich verloren vor. Die Kinder, die ich neun Monate unterm Herzen getragen hatte, waren weggebracht worden, Eve war gegangen und ich lag völlig einsam in einem weißen, sterilen Raum, ohne Hoffnung und mit ein jeder Menge Sorgen belastet.
Es kam mir wie Tage vor, bis endlich die Tür geöffnet wurde und ein Heiler durch sie hindurch trat. Mit steinernen Mine reichte er mir einen Trank, den ich schlucken sollte. Ein wohliges Gefühl breitete sich in meinen Magen aus, das sich noch verstärkte, als eine Pflegerin ebenfalls in den Raum trat und die zwei wunderbarsten Wesen in den Armen hielt, die ich bis dato je gesehen hatte. Sie übergab sie mir und ich weinte vor Glück. Meine Kinder, dachte ich stolz. Sie sind so wunderschön! Auch wenn die Beiden in meinen Armen eher kleinen Mopswelpen ähnelten, waren sie die wunderschönsten Menschen, die ich eh gesehen hatte - und dass sie mir auf meine Arme sabberten konnte daran auch nichts mehr ändern.

Die Tage und Wochen danach vergingen sehr schnell. Meine Genesung vollzog sich in Rekordzeit (Gab es etwas, das die Magie nicht konnte?!). Doch so liebreizend wie ich die Kinder am Anfang fand, mit der Zeit lernte ich, dass diese brabbelnden Monster auch ganz schön stressig sein konnten. Wenn Eines schrie, dann schrie aus Solidarität auch das Andere. Hätte ich nicht Eve und die Pflegerin gehabt, wäre ich mit Selene und Delian völlig überfordert gewesen. Mitten in der Nacht fingen sie lauthals an zu schreien und wollten die Windel gewechselt bekommen, gefüttert, umsorg sein - oder einfach nur in den Schlaf gesungen werden. Auch wenn ich völlig übermüdet und entkräftet von den nächtlichen Scherereien war, konnte mich nichts daran hindern diese Kinder mehr als alles andere auf der Welt zu lieben. Doch stets hatte ich im Hinterkopf, dass dies vielleicht auf Lupins Kinder sein könnten. Immer suchte ich nach kleinen Merkmalen, die die Identität des Vater preisgeben würden. Selene hatte auffällig dunkle Augen und dunkelbraune Haare, aber die hatte meine Mutter leider auch. Delians zarter Flaum am Kopf war eher goldblond und seine Augen waren blau, wie bei den meisten Babys eben.

Über Eve erfuhr ich immer mehr und wir wurden sogar zu so etwas wie besten Freunden. Eve war die Art von Frau, die auch mal gerne eine große Klappe riskierten, aber ansonsten eher ruhige Zeitgenossinnen waren. Ihr rotes Haar passte gut zu ihrer Persönlichkeit und spiegelte das Temperament wieder, mit dem sie jeden Tag von neuem kämpfen musste. Ihre Mutter war Italienerin, verliebte sich aber in einen Iren und zog nach Irland um dort die gemeinsame Tochter großziehen zukönnen. Als sie aber erfuhr, dass ihr Mann ein Zauberer war, ließ sie sich scheiden und kehrte zurück nach Italien. Eve blieb bei ihrem Vater und wurde schließlich von ihm und seiner neuen Frau, die eine kaltherzige und unbarmherzige Hexe war, aufgezogen.
Doch auch über Reto erfuhr ich mehr. Er arbeite seit zwei Jahren im Ministerium und lebte zuvor in der Schweiz, wo er ebenfalls für das hiesige Zauberministerium arbeitete. Der Zirkel hatte ihn schon relativ früh angeworben und sein Potenzial gefördert. Schnell war klar, dass man ihn hier in England brauchen würde und so standen eines schönen Tages zwei Mitglieder des Zirkels vor dem damals Zwanzigjährigen und erklärtem ihm, dass seine neue Heimat nun England sein würde. Seit er zwölf war, bekam er speziellen Unterricht, der ihn lernen sollte, mit seinen Fähigkeiten umzugehen. Das alles würde wohl auch noch mir und meinen Kindern bevorstehen. Bisher holte man nur das Wissen auf, das ich in Hogwarts hätte erlangen können.
Es war ein mühsamer und steiniger Weg. Nicht selten war ich völlig frustriert und im Glauben, ich könne nicht mehr weitermachen. Aber irgendwie machte ich weiter. Es würde noch annähernd zwei Jahre dauern, bis ich auf dem gleichen Stand wie der Abschlussjahrgang in Hogwarts wäre.
Neben dem ganzen Lernen und Trainieren musste ich auch noch Mutter sein. Zu meiner Entlastung hatte ich eine Amme erhalten, die sich um die Zwillinge kümmerte, während ich die Flüche und Zaubersprüche übte und mir die Geschichte der Zauberei zu merken versuchte. Zaubertränke war für mich immer noch am schwersten zu erlernen. Dafür gab es gleich mehrere Gründe, dennoch bemühte ich mich und mit einiger Arbeit schaffte ich schließlich die Ziele, die man mir setzte.
Und so war es nicht verwunderlich, dass die Zeit verging, ohne dass ich es sonderlich bemerkte. Doch augenscheinlich veränderte sich die Welt um mich herum. Es gab Stunden, in denen ich tatsächlich Severus vergessen und sogar wieder lachen konnte. Es war irgendwie ein seltsames Gefühl Mutter zu sein. Ich war neunzehn und nicht sonderlich bereit für Kinder, aber sie waren nun mal da und ich kümmerte mich so gut es ging um die beiden. Dank der Amme, Bethany, hatte ich auch nicht das Gefühl überfordert zu sein, das ich ohne ihr Zutun sicherlich hätte. Bethany war die ehemalige Ex und mittlerweile wieder Freundin von Seth McLane. Bald würden sogar die Hochzeitglocken läuten. Man merkte es ihr zwar nicht direkt an, aber mir war klar, dass sie dies nur aus Treue zum Zirkel machte, denn sie hatte keine sonderlich hohe Meinung von McLane. Noch so eine tragische Figur in den Machenschaften des Zirkels! Nicht nur, dass sie jemanden heiraten soll, den sie nicht liebt, sie muss auch noch ihre beste Freundin anlügen, um die Zauberwelt und vor allem den Zirkel zu verdecken. Bethanys beste Freundin kam ebenfalls aus Deutschland und hatte keine Ahnung, was die muggelstämmige Bethany in Wahrheit war. Mehr als einmal hatte Bethany ihrer besten Freundin das Gedächtnis verändern müssen, damit die Welt der Zauberer und Hexen im Schatten blieben und neben der Muggelwelt existieren konnte.

XXX

Im August erlaubte man mir zum ersten Mal das Hauptquartier des Zirkels zu verlassen. Ich reiste mit Kind und Kegel nach Edinburgh und quartierte mich bei Bethany ein. Eine ganze Leibgarde bestehend aus Eve, Reto und natürlich Bethany begleitete mich in die Apartmentwohnung der jungen Amme.
Nicht nur, das Eve und Reto mit all den elektrischen Geräten überfordert war, nein, zu allem Überfluss kündigte auch noch Sabine ihren Besuch an. Die neunzehnjährige Deutsche war zurzeit in Schottland unterwegs und wollte für ein Paar Tage auch noch Bethany besuchen. Dies hieß Schwerstarbeit für Eve und Reto was die Unauffälligkeit betraf. Muggelkunde hatte keiner der beiden je belegt und nun sollte sich das wohl rächen. Bethany und ich notierten den Versuch der beiden sich mit den elektrischen Geräten vertraut zu machen mit einem schmierigen Grinsen - und auch die Zwillinge quittierten die Überaschensausrufe mit einem niedlichen Lachen.
„Was macht dieses Ding denn?“ Reto war ganz nah mit dem Kopf an den Fernseher gerückt und berührte mit seiner Nasenspitze schon fast die Glasscheibe. Mit einem höllischen Grinsen mir zugewandt, nahm Bethany die Fernbedienung vom Sofa und schaltete den Fernseher ein. Ein Schrei, Gepolter und der schöne Glastisch war entzwei. Vor Schreck hatte sich Reto zurückgeworfen, nur war leider der Coachtisch im Weg. Bethanys Grinsen verschwand schnell und sie trauerte dem edlen Teil hinterher, während ich Delian und Selene Eve in die Hand drückte, die ganz verwirrt neben mir stand, und Reto schließlich aufhalf.
„DAS WAR NICHT WITZIG!“, ereiferte sich Reto, der mit geknicktem Stolz die Scherben von seiner Robe scharrte. Selene allerdings fand das sehr komisch; sie quiekte wie ein Meerschweinchen und grinste uns Erwachsenem mit ihrem zahnlosen Mund an. Mit der werden wir noch viel Freude haben, dachte ich und stellte mir schon bildlich vor, was für Unfug der kleine Frechdachs wohl anstellen würde.
„Mein schöner Tisch,“ jammerte Betty, während sie neben den Bruchstücken kniete. Auch wenn sie den Namen hasste, alle Welt nannte sie Betty, nur musste man eben vorsichtig sein diesen Namen in ihrem Beisein in den Mund zu nehmen.
„Na ja, du wärst früher oder später eh dagegen gelaufen!“, ertönte es plötzlich von hinten. Mit einem freundlichen Lächeln und einem warmen Glühen in den blauen Augen, kam ein mir unbekannte Frau ins Wohnzimmer getreten. Als sie die verwirrten Blicke von Eve, Reto und mir auffing, wurde sie schon eine Spur unsicherer. „Ich... Ähm... Die Tür war offen und ich ... äh... dachte, dass ich einfach mal reinkomme... Den hab ich übrigens draußen gefunden,“ sagte sie und setzte einen mir wohlbekannten Kater vor unseren Füßen ab. „- Er war wohl auf der Suche nach Mäusen.“ Betty, die eben erst notiert hatte, dass wir nicht mehr allein waren, sprang auf und empfing die junge Frau mit einer innigen Umarmung.
„Bist aber ganz schön früh, Biene, muss schon sagen!“, sagte Betty in akzentfreiem Deutsch, was mich allerdings doch etwas verwirrte. Doch nicht lange musste ich mich wundern, denn sie drehte sich zu uns und erklärte noch rasch: „Ich hab bis im Alter von fünfzehn in Deutschland gewohnt. Mein Dad war Englischlehrer an einem Gymnasium in Offenburg. - aber keine Bange, Sabines Englisch ist so gut wie mein Deutsch,“ fügte sie mit einem Lächeln hinzu.
„Oh wie schön, ihr spielt wohl Rollenspiele! Das sind echt klasse Kostüme. Sind die selbstgenäht?“ Sabine schien recht entzückt und wollte ein neues Thema anpeilen. Ich sah Betty an, sie sah mich an und beide zuckten wir mit unseren Schultern. Was sollten wir darauf bloß antworten? Jedoch wurde uns auch dieses Mal die Entscheidung abgenommen, als Sabine die Zwillinge sah und auf sie zu lief.
„Och sind die süüüüüüßßß! Wer ist denn die Mutter? ... Ah Eva, Bett - Bethany hat mir schon viel von dir erzählt! ... Hast du gut gemacht,“ grinste Sabine Reto an, der knallrot anlief ehe er stotternd erklärte, dass er nicht der Vater der Kinder sei.
„Tee... Ich brauch' jetzt 'nen Tee...“ Eve gab mir die Kinder wieder zurück und Delian begrüßte mich mit einem Sabberfluss genau auf meine Brust. Ich seufzte und murmelte: „Ich glaube es ist Zeit euch zu füttern... Das werden bestimmt lustige Tage!“

Und genau das wurden sie. Eve und Reto musste man förmlich zwingen Jeans anzuziehen, dafür sah das Ergebnis umso besser aus (Über den Hintern eines gewissen Magiers in der doch sehr passenden Jeans erst gar nicht zu reden). Leider verstanden sich Sabine und die zwei Zirkelmitglieder so gar nicht. Die Beiden zogen es eher vor eigenbrötlerisch in einer Ecke zu sitzen und eine Unterhaltung zu zweit zu führen. Ich hingegen kam prima mit Sabine aus und nicht selten verfiel ich in schallendes Gelächter. Zu meiner Freude benahmen sie Selene und Delian. Ihnen gefiel wohl all die Menschen um sie herum und genossen auch, dass sie von Jedem Aufmerksamkeit bekamen. Im Versteck des Zirkels war dazu keine Gelegenheit. Dort waren es nur die Amme und ich, die sich um die brabbelnden Ungeheuer kümmerten. Nur gelegentlich waren auch Eve, Teneth oder Reto da, die mir dann noch zusätzlich halfen. Aber immer öfters ließ sie die Arbeit im Zirkel vom Hauptquartier fern bleiben.

„Hey, wir sind voll multikulti hier. Biene ist Deutsche, Eva ebenfalls, Reto ist Schweizer, Eve ist Irin und meine Wenigkeit ist Schottin. Das nenn ich mal eine nette Auswahl!“, rief Betty erfreut aus und prostete jedem mit ihrem Becher zu. Es war der letzte Abend in Schottland und wir saßen alle versammelt um den Mahagonitisch beim Abendessen.
„Was hat dich denn nach England verschlagen?“, fragte Sabine und schob völlig gesättigt den Teller von sich weg.
„Ich machte eine Reise hierher und mir hat's so gut gefallen, dass ich gleich blieb!“, sagte ich mit einem gequälten Lächeln. Ich hatte die ängstlichen Blicke gesehen, die sich die Mitglieder des Zirkels zu geworfen hatten. Dachten die wirklich, dass ich so blöd sei und einem Muggel etwas über Hogwarts und die Zauberwelt erzählen würde?
„Was ist eigentlich mit deinem Verlobten?,“ fragte Sabine nun Betty, die wohl mit meiner Antwort zufrieden gewesen war. Betty, die gerade ein Stück Lasagne schlucken wollte, verschluckte sich daran und hustete.
„Dem? Dem geht es gut,“ sagte sie noch mit belegter Stimme, während sie noch nach Atem rang. „Konnte die Woche nur leider nicht freibekommen. Er ist eben ein vielbeschäftigter Mann. Beamter eben.“ Sabine hob ihre Augenbraue und sah sie zweifelnd an. „Na ja, ich habe schon viel von Beamten gehört, aber das die vielbeschäftigt sind, ist mir neu.“ Sie stopfte sich den letzten Hackfleischkrümel in den Mund und es wurde ruhig am Tisch. Mehrere Versuche das Gespräch wiederzubeleben wurden von Delian und Selene zunichte gemacht, die gerade in jenem Moment nach einer frischen Windel verlangten. Ich lächelte schmal und schob den Kinderwagen ins Bad, wo eine mobile Wickelstation stand. Wie können so wundervolle Wesen nur so viel Scheiße produzieren? Aber noch schlimmer: Wie kann man es nur schaffen synchron die Windeln voll zu machen? Wenigstens wäre nun für eine Weile Ruhe und ich hätte vielleicht das Glück eine Nacht durchschlafen zu können. Nur leider hatten die Zwillinge andere Pläne. Um drei Uhr morgens schrieen sie sich die Seele aus dem Leib. Wie ein Zombie kroch ich völlig verpennt aus dem Bett und zu den kleinen Bettchen der Beiden. Etwas hatte sie aufwachen lassen und nun musste ich sie beruhigen und in den Schlaf wiegen. Irgendwann war Delian so müde vom Weinen, dass er schließlich einschlief und nicht sehr viel später wurde auch Selene vom Schlaf übermannt. Übermüdet gähnte ich und kroch zurück ins Bett, das völlig verwaist ein erbärmliches Bild abgab.
Am nächsten Morgen verabschiedeten wir schließlich Sabine, die weiter durch Schottland reisen würde. Ihr nächstes Ziel wäre Aberdeen und danach würde sie nach Deutschland zurück fliegen. Auch wir vier anderen verabschiedeten uns von Edinburgh und kehrten ins Zirkelversteck zurück.
Wieder in den tristen Mauern des Hauptquartiers verfielen wir alle recht schnell wieder dem monotonen Alltag, der für mich aus Lernen und Kinderhüten bestand.

XXX

Es war am ersten September an dem sich das einseitige Gesicht des Alltages wandelte. Ein neues Wort hausierte in den endlosen Gängen und schnell wurde ich neugierig, was sich hinter dem Begriff „Trimagisches Turnier“ verbarg.
„Das Trimagische Turnier? Es hat seit Jahrhunderten nicht mehr stattgefunden,“ sagte Eve mit kindlicher Freude. „-Gut, eigentlich geht es dabei nur um Hogwarts und Außenstehende sind da nicht wirklich erlaubt... Egal, ich denke ich kann uns beiden dort einschleusen. Big D hat sicherlich nichts dagegen! Wir war'n immerhin mal in Hogwarts zur Schule gegangen - auch wenn es bei dir gerade mal ein paar Monate waren.“
„Ähm Eve, ich habe immer noch keine Ahnung, was nun ein Trimagisches Turnier ist.“ Sie erzählte mir davon und ihre Vorfreude übertraf sogar die, die sie bei der Quidditchweltmeisterschaft verspürt hatte. Teneth hatte ihr untersagt zu Quidditch -WM zu gehen, weil er schon wusste, wie das alles enden würde: Das Dunkle Mal am Himmel. Das Zeichen von du-weißt-schon-wem. Seine Todesser spürte Muggel auf, quälten diese und sabotierten völlig das eigentlich schöne Ereignis. Teneth hatte Angst gehabt, Eve würde sich in etwas einmischen und vielleicht absichtlich oder unabsichtlich den Lauf der Dinge ändern.
„Hier noch mal eine kleine Zusammenfassung: Das Trimagische Turnier wurde vor mehr als siebenhundert Jahren zum ersten Mal ausgetragen und war ein Wettstreit zwischen den drei größten europäischen Zauberschulen - Hogwarts, Beauxbatons und Durmstrang - und jede Schule stellte einen 'Champion', der seine Schule bei dem Wettstreit vertreten sollte. Diese Drei mussten dann drei magische Aufgaben lösen. Das Turnier wurde als Weg benutzt, persönliche Bande zwischen den Schülern der verschiedenen Schulen zu ermöglichen. Leider waren die Aufgaben nicht sehr leicht und die Sicherheitsmaßnahmen waren weit unter den heutigen, deshalb war es nicht verwunderlich, dass einige Champions das Turnier nicht überlebten. Als die Sterberate aber zu hoch wurde, hat man einfach aufgehört und die Versuche es wiederzubeleben hatten erst in diesem Jahr wieder Erfolg! ... Warum war das nicht zu meiner Zeit in Hogwarts gewesen? Hätte ich nicht das Zeug zu einem Champion gehabt, hätte ich wenigstens den Champion anfeuern können.“
Ich kratze mich am Kopf. „Und du willst da hin?“ Eve riss die Augen auf und sah mit einem fanatischen Glühen darin an: „Ja natürlich! Ich will sehen, wie der Hogwarts-Champion den anderen beiden den Arsch aufreißt! Nur du, ich, die Zwillinge und eine ganze Schule - das wird toll!“ Kopfschüttelnd verdrehte ich die Augen und lenkte resignierend ein: „Von mir aus. - Solange unser 'Prinz' nichts dagegen hat, soll's mir recht sein!“
Mit Prinz war natürlich Teneth gemeint, der seine Machtposition mit Händen und Füßen zu behaupten wusste und sich standhaft wehrte, eine andere Meinung, als die eigene zu akzeptieren. Vordergründig war er also ein ziemlicher machthungriger Idiot, aber wenn man mal die Chance hatte, ihn ohne irgendeiner der Belenusbrüder- und schwestern anzutreffen, merkte man auch, dass er ganz nett sein konnte und nicht vollkommen irre war. So spielte er fast väterlich mit meinen Kindern, beschenkte sie und nahm sie einfach mal in den Arm. Teneth war wirklich ein Mann mit zwei Gesichtern. Dem Äußeren nach, sah er aus, als wäre er einem bösen Märchen entsprungen: lange, dunkle Haare; harte Geschichtszüge und eine langer runenbeschrifteter Umhang begleiteten ihn stets wenn er wieder einmal mit seinem treuen Gefährten Hugin, seinem Raben, sprach. Seine Kammer war völlig düster und nur wenige Kerzen gaben ein spärliches Licht ab. Kein Laut war in diesem Zimmer zu vernehmen, kein Luftzug umspielte das Gesicht. Innerlich war Teneth schwer einzuschätzen. Manchmal beschlich mich der Verdacht, er sei schizophren - zu hart waren die Übergänge vom liebevollem und sorgsamen Onkel zum mutigen Beschützer des Zirkels. Jeder Erkannte ihn als inoffiziellen Anführer an, aber die eigentliche Macht im Zirkel hatte ein Rat aus Sehern: der hohe Rat.
„Ich habe ihn schon gefragt und ... Ich brauchte zwar einige Überzeugungskraft, aber wir dürfen hin! ... Nur hat er uns viele Auflagen gegeben. Unter keinen Umständen dürfen wir versuchen, die Ereignisse zu ändern - “
„Warum? Was passiert währenddessen?,“ fiel ich ihr ins Wort. Schon seit Tagen war mir neben der Vorfreude auf das Trimagische Turnier auch die merkwürdige Stimmung aufgefallen. Egal was es war, es war wohl ein mächtiger Dämpfer für all die Freude darüber.
„Nun... Nichts, vergiss es.“ Auffordernd sah ich sie an. Mit dieser Antwort würde ich mich nicht abspeisen lassen.
„Na gut, aber du hast es nicht von mir, hörst du! Am Ende des Wettkampfes wird es einen Toten geben. Aus dunklen Schatten kriecht schließlich das Böse empor: du-weißt-schon-wer wird auferstehen.“
„Aber er ist doch schon vor langer Zeit vernichtet worden!“ Traurig schüttelte Eve den Kopf. Er wäre nie völlig besiegt gewesen, sagte sie, und hätte nur seine Kräfte gesammelt. Ich konnte nicht verstehen, warum der Zirkel trotz des Wissens über die Zukunft einfach nichts unternahm. Sollte man nicht viel eher den Menschen mit der Fähigkeit eines Seher helfen?
„So sind nun mal die Regeln. Alles hat einen Grund, nur sehen wir ihn vielleicht nicht gleich.“, sagte Eve, als hätte sie meine Gedanken erraten. Ich sollte nicht ständig über irgendwelche Dinge nachsinnen, dachte ich resignierend, es hat eh keinen Wert! Nein! Warum bin ich denn eigentlich je nach Gryffindor gekommen, wenn ich ein Feigling bin? Irgendwann ist es an der Zeit, das auch ich mal zu meiner Meinung stehe und dafür kämpfe. - Und mir fiel da sofort etwas ein, mit dem ich perfekt rebellieren konnte.
„Ich komm mit! Wann gehen wir?“ Von meiner heftigen Reaktion verwundert, musterte mich Eve kritisch. Doch ich achte nicht darauf, war ich doch in meinen Gedanken versunken. Wenn ich schon nicht für meine Liebe kämpfen konnte, dann will ich wenigstens verhindern, dass der Dunkle Lord wieder an die Macht kommt und jetzt für meine Liebe kämpfe. Das Wichtigste ist allerdings erst Informationen. Ich muss die Belenusleute auskundschaften.
„... Im Oktober werden die Champions ausgerufen. Am 31. Oktober, wenn du's genau wissen willst. Die erste Aufgabe wird wohl dann am 24. November stattfinden... Warum hast du so plötzlich deine Meinung geändert?“, fragte sie misstrauisch.
„Sagen wir einfach, dass ich plötzlich darauf Lust bekommen habe.“
Bis November hätte ich also Zeit. Es würde eine gefährliche Aufgabe werden und ich bräuchte Verbündete - allein würde ich das niemals schaffen. Doch wem konnte ich vertrauen? Und wer würde sich um meine Kinder kümmern, wenn ich bei dem Versuch sterben würde, Voldemort für immer zu vernichten? War es unverantwortlich von mir, dass überhaupt darüber nachdachte? Ich war nun eine Mutter, hatte Verantwortung für die Zwillinge. Doch ich hatte mich an diesem Gedanken festgebissen und niemand könnte mich davon abbringen. Ich muss auch sicher sein, dass Severus sich wirklich nicht an mich erinnert. Könnte ich ihn dazubringen, mich wieder zu lieben?


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