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Fanfiction

Zauberer und andere Probleme - Kapitel 16 - Die Woche der Besuche

von Eva Nightingale

Kapitel 16
Die Woche der Besuche



Teneth und die Zirkelmitglieder verschwanden ohne auch nur ein weiteres Wort verloren zu haben. Sie gingen in Richtung des Waldes und die Dunkelheit darin verschluckte sie gänzlich.
Den Zauberstab festumklammert, machte ich mich wieder auf den Weg zum Schloss, erreichte dieses ziemlich durchgefroren und erfreute mich schließlich noch an den strahlenden Gesichtern der Kinder, die ihre Geschenke öffneten.
Mir war nach alledem jedoch nicht mehr nach Feiern zumute. Ich wusste nicht, was ich denken, was ich fühlen sollte und so entschied ich mich dafür weder zu denken noch zu fühlen. Da das im Wachzustand nicht möglich war, ging ich gleich zu Bett. Hermine wollte mich im Gemeinschaftsraum noch abfangen, aber ich war schon durch die nächste Tür verschwunden.

Am nächsten Morgen hatte ich die ersten Sekunden das unsagbare Glück mich an nichts erinnern zu können, doch dann dämmerte mir langsam, was am Vortag geschehen war. Ich setzte mich in meinem Bett auf, vergrub erst einmal mein Gesicht in meinen Händen und seufzte. Dann nahm ich merkwürdige Gerüche wahr, die eigentlich nicht in den Schlafraum gehörten. Ein süßlicher Duft von heißer Schokolade erfüllte den Raum, ebenso wie etwas, das nach frischen Brötchen roch. – Und da ich von je her eine ziemliche Genießerin war, verbesserten allein schon diese Düfte meine Laune. Man musste Schokolade nicht unbedingt essen, um die Glückhormone, die man Endorphine nennt, freizusetzen. Manchmal half allein schon nur der Geruch davon.
Ich hob meinen Kopf und versuchte die Quelle der verschiedenen Düfte zu erspähen. Schnell wurde ich auch fündig. Auf meinem Nachtischchen stand ein Tablett und darauf war eine herrliche Auswahl an Brötchen und ein Kännchen, in dem ich heiße Schokolade vermutete. Ich sah mich im Raum um, ob jemand, der es gebracht haben konnte, in der Nähe war. Doch der Raum war verlassen und als ich auf den Wecker sah, wusste ich auch weshalb: Es war bereits elf Uhr und Hermine, die das einzige Mädchen war, die über die Ferien nicht heimgefahren war, hatte den Raum wohl schon vor längerer Zeit verlassen.
Das Tablett konnte jedoch noch nicht lange hier stehen, da aus der kleinen Kanne dichte Rauchschwaden emporstiegen, die mir verrieten, dass ich mit dem Trinken doch etwas warten sollte. Deshalb sah ich mir auch zuerst weiter das Tablett und die darauf verteilten Esswaren an. Zwischen zwei Brötchen steckte ein Briefchen, der mir sofort dank seiner eigenwilligen Färbung (grün mit roten Punkten und rosa Streifen) auffiel.

Danke, dass du uns nicht verpetzt hast! Haben ein Gespräch von Snape und Filch belauscht und erfahrn, dass du erwicht worden bist. Hast ja glücklicherweise nur Nachsitzen bekommen. Wir haben uns aber gedacht, dass ein kleines Frühstück dich vielleicht aufmuntern könnte! Hauselfen sind doch echt was wunderbares...
F. & G.


Das überraschte mich nun wirklich. Aber da dieses Frühstück besser aussah wie das von Teneth, das er mir in London vorsetzen wollte, schnappte ich mir schnell das Messer und fing an meine Brötchen aufzuschneiden und zu belegen. Hoffentlich waren hier nicht irgendwelche seltsame Sachen drin, die mir plötzlich Augen wachsen ließen an Stellen, an die Augen nun wirklich nicht gehören sollten. Na dann hätten es die Zwillinge wirklich bei mir verscherzt!- und ich konnte seeehhhhhrrrrr nachtragend sein!
Mit äußerster Vorsicht schnupperte ich an den Brötchen, ob sie vielleicht nach irgendetwas ungewöhnlichem rochen. Die Weasley-Zwillinge waren dafür bekannt, sich gern mal ein Scherz zu erlauben, auch wenn dies auf Kosten anderer ging.
Als ich jedoch nichts Ungewöhnliches erschnuppern konnte, biss ich herzhaft in das belegte Brötchen hinein. Aus dem anfänglichen Zögern wurde ein begieriges Reißen und Kauen. Ich bemerkte erst beim Essen, dass ich eigentlich sehr hungrig war und machte mich über die Brötchen her, als hätte ich seit Tagen nichts mehr gegessen - was auch gar nicht mal so die Unwahrheit war. Zwar hatte ich etwas gegessen, aber nur mit wenig Appetit und die meisten Mahlzeiten hatte ich ganz einfach verpasst. Die zwei Brötchen reichten jedoch nicht um meinen Hunger gänzlich zu stillen und so entschloss ich hinunter in den großen Saal zu gehen und zu versuchen noch etwas Essen abzustauben. Moment, bald gibt es eh Mittagessen. Auf die paar Minuten kommt es auch wieder nicht an! – dachte ich, ließ mich zurück aufs Bett fallen und pickte die letzten Krümel vom kleinen Tellerchen, auf dem zuvor zwei Brötchen samt verschiedener Belege gelegen hatten, und nun nur noch kleine Krümel wie stumme Zeugen lagen. Und da ich von diesem Fressen (und das konnte man wirklich so nennen, denn ich habe die Brötchen wie ein Wolf verschlungen, ohne dabei nur ans Atmen zu denken, was so in einem Hustanfall endete) keine Zeugen hinterlassen wollte, verschwand auch der letzte kleine Krümel in meinem Mund.
Ein glückliches und zufriedenes Grinsen erschien auf meinem Gesicht. Frühstück am Bett? Himmlisch! Das ich dafür aber erwischt werden musste... Die Zwillinge sind eigentlich ganz okay... Wenn die Zwillinge nur älter wären... Mein Grinsen wurde breiter, doch mit einem Schlag erlosch es: Ich hab genug Probleme mit Männern, da sollte ich nicht darüber nachdenken! Und überhaupt, was denk ich denn da? Ich war als ein naives, bodenständiges Mädchen nach England gekommen und was war nun? Ich hatte mich verändert und nicht nur zu meinem Vorteil. Wer hätte vor einigen Monaten geglaubt, dass ich zu dieser Zeit schwanger wäre? Jemand, der mir das gesagt hätte, den hätte ich für verrückt erklärt! Aber nichtsdestotrotz bin ich schwanger, hab mich verändert. An diesen Fakten kann man drehen und wenden wie man will – aber es bleiben Fakten. Und so beschloss ich nicht länger über das Wie und Warum nachzusinnen und lieber anfangen zu leben. Die Zukunft konnte morgen beginnen, heute würde ich mich um mich selbst kümmern.
Da ich in Hogwarts ständig an Severus und Lupin erinnert worden wäre (nicht, dass ich die Beiden je vergessen hätte können), beschloss ich doch nach Hause zu apparieren. Drei Tage hätte ich Zeit um zu mir selbst zu finden, einen Abschluss mit dem Ich aus der Vergangenheit und dem Ich der Gegenwart zu finden. Auch wenn sich mein Herzschlag unnatürlich erhöhte, wenn ich nur daran dachte, beschloss ich auch einigen meiner Freunde einen Besuch abzustatten.
Kurzerhand packte ich mir ein paar Sachen zusammen und zog mich winterlich an. Da die wichtigsten Sachen in eine große Tasche passten, war diese Tasche mein einziges Gepäck. Im Laufe der Zeit hatte ich mir abgewöhnt so zu packen, als würde ich für Jahre verreisen, was natürlich auch meinem Rücken wohl tat.
Ich wollte gerade den Schlafraum verlassen, als ein murrender Kater vor meine Beine sprang und mich mit einem ich-will-doch-hoffen-du-nimmst-mich-mit-Blick ansah. Ich lächelte schmal, hob Kraven auf und klemmte ihn zwischen meine Arme. Diese Art von Transport war der Gute zwar nicht gewöhnt, aber er beschwerte sich auch nicht.
Im Gemeinschaftsraum traf ich auf Hermine, Ron und Harry, die verschwörerisch beisammen saßen. Da ich nah genug an die drei heran kam, konnte ich Bruchstücke der Sätze verstehen: „Ich werde ihn nicht wieder zurückgeben, Hermine!“
„Er könnte verflucht sein...“ Ich verdrehte die Augen und ging an den Dreien vorbei. Für Hermine hatte ich oben im Schlafraum noch ein Briefchen hingelegt, der erklärte, wo ich war. Ich hatte keine Angst angegriffen zu werden, weil ich achtzehn lange Jahre nicht einen einzigen Todesser gesehen hatte und erst seit London waren sie hinter mir her.
Die Weasley-Zwillinge saßen nicht weniger verschwörerischer da, doch als ich an den beiden vorbei gehen wollte, rief einer meinen Namen. Wie eigentlich immer, wusste ich nicht, wer von beiden wer war.
„Wo gehst du hin, Nightingale?“ Ich murmelte „Heim“ und rückte den Kater in meinen Armen zurecht, der abzurutschen drohte.
„Wie ’heim’? Du bist uns doch nicht etwa böse? Hast du das Frühstück nicht bekommen? Wir haben einen Hauselfen beauftragt, weil ja Jungs nicht in die Mädchenschlafräume können.“
„Ich bin euch nicht böse. Ich möchte nur halt heim. Das Frühstück war übrigens lecker!... Ach und eh ich’s vergesse,“ sagte ich und kramte ein Stückpapier aus der Hand. Verwirrt blickten beide das gefaltete Stück an, bis ich ihnen sagte, sie sollen es auch aufmachen. Im Innern lag ein etwas plädiertes Haar eines Werwolfes. Die Augen der Zwillinge weiteten sich und ein schalkhaftes Leuchten erschien in ihren Augen. „Hier!“
„Für uns? ... Hat dir Snape es nicht abgenommen?“ Ich schüttelte den Kopf. Severus war noch nicht mal auf die Idee zu kommen zu fragen, was ich gestohlen hatte, geschweige denn es zurückzuverlangen. Natürlich hätte ich es zurückgeben können, aber dann wäre der ganze Spaß ja umsonst gewesen. Normalerweise war ich alles andere als eine Diebin, aber die bettelnden Gesichter der Zwillinge hatten mich erweicht, mich doch etwas über meine geliebten Regeln hinweg zusetzen. In der Reisetasche war noch etwas Platz und ich hatte keine Lust Kraven die ganze Zeit zu tragen und so öffnete ich die Reisetasche, räumte etwas frei und setzte Kraven hinein. Willig ließ er es geschehen und schmiegte sich an meinen Umhang, der zusammengefaltet in der Tasche lag.
Auf dem Weg zum Ausgang traf ich dann noch auf Professor McGonagall, die mir somit einen Gang zum Direktor ersparte. Ich erzählte ihr was ich vorhätte, was sie mit einigem Stirnrunzeln notierte. Nach diesem Gespräch war ich nun entgültig bereit Hogwarts zu verlassen und machte mich nach Hogsmeade auf. Da wir Zuhause keinen Kamin hatten (abgesehen davon, dass selbst wenn wir einen Kamin hätten, wäre dieser wohl kaum ans Flohnetzwerk angeschlossen) wollte ich von dort aus apparieren.
Draußen war es bitterkalt, doch dank meines schwarzen Halbmantels bekam ich nicht die geballte Kälte ab. Da ich jedoch keine Handschuhe anhatte, froren meine Hände selbst noch in meinen Säcken. Rot von der Kälte versuchte ich ihnen warme Luft zuzuhauchen, um sie so zu wärmen und drückte sie. Mein Gang musste wohl zu diesem Zeitpunkt an den Schiefen Turm von Pisa erinnert haben, denn ich hatte mächtig Schlagseite wegen der schweren Tasche, in der sich mein Kater schlafend zusammengerollt hat.
Bevor ich apparieren würde, wollte ich aber noch dem Honigtopf einen Besuch abstatten. Ein ganzes Geschäft voller Süßigkeiten. Der Himmel, kicherte ich. „Scho... Scho... Scho-ko-lade!“, murmelte ich in freudiger Erwartung und trat über die Dorfgrenze ins Dorfinnere hinein.
„Kann ich dir vielleicht helfen?“ Die Stimme kam von rechts neben mir. Ich brauchte nicht lange um zu erkennen, wer mich da angesprochen hatte.
„Eve? Was machen Sie hier?“ Sie präsentierte ein Zahnpastalächeln, welches aus einem Webespot für Zahncreme hatte stammen können.
„Och, ich ging hier ein bisschen spazieren. Ich wohn hier in Hogsmeade... Abgesehen davon, hab ich aufgetragen bekommen, dich nach Deutschland zu begleiten!“ Entnervt ließ ich meine Tasche in den feinen Schnee fallen. Kraven schreckte aus seinem Schlaf hoch und quittierte mit einem Fauchen.
„Woher wisst ihr denn schon wieder davon? Seid ihr etwa allwissend?“ Ich war gereizt und schlecht gelaunt. Warum musste man mir einen Babysitter aufs Auge drücken?
„Allwissend? ... Natürlich, was denkst du denn,“ sagte sie und versuchte ernst zu klingen, aber das kleine Grinsen konnte sie nicht verstecken. „Nee, im Ernst jetzt, McG hat es Dumbli gesagt und der Olle hat uns dann Bescheid gesagt.“ Erst jetzt fiel mir der feine Akzent ein, den Eve sprach. Zuerst hatte ich sie für eine Engländerin gehalten, aber irgendetwas gefiel mir bei ihrer Aussprache nicht – und inzwischen hatte ich da ein kleines Ohr dafür bekommen. Wenn mir nur einfallen würde, wo ich das schon mal gehört hab’... Dann fiel es mir ein. Seamus’ Akzent war zwar nicht so auffällig, aber er war da.
„Bist du zufälligerweise Irin?“ Sie grinste von einem Ohr zum anderen und nickte. „Dachte nicht, dass man das so leicht rausfinden könnt’“ Wir unterhielten uns noch etwas über Irland. Ich erzählte ihr für meine Liebe zu diesem Land und zu Schottland und dass ich sogar mal Gälisch lernen wollte (wobei ich mich jedoch nicht entscheiden konnte, welches Gälisch; Schottisches oder Irisches Gälisch). Mit etwas traurigem Gesicht klärte sie mich dann auf, dass sie kein Gälisch sprach, da sie in einer Großstadt nur englischsprachig aufgewachsen war.
Als wir nach einer halben Stunde mit Erzählen fertig waren, fand ich die Vorstellung, dass mich Eve nach Hause begleiten würde gar nicht mal so schlimm. Und eigentlich hatte Teneth Recht damit, dass ich jedes Risiko vorbeugen sollte. Niemand außer den Zirkelmitgliedern selbst und mir, wusste, dass Eve ein Medium war und so war sollte es auch nicht so gefährlich sein, als wenn Teneth mich begleiten würde.
Wir deckten uns mit Süßigkeiten ein, bevor wir zu meinem Heim apparierten. Als ``Landeplatz`` hatten wir uns ein nahes Waldstück ausgesucht, in dem wir vor neugierigen Blicken eigentlich geschützt sein sollten.
Der kleine Hügel, der von einem Ausläufer des Waldes bedeckt wurde, war im Schnee versunken. Ich hatte das unsagbare Glück nicht punktgenau apparieren zu können und landete auf einem kleinen Abhang. Der Schnee gab unter meinem Gewicht nach und es riss mich von den Beinen. Einige Meter rutschte ich auf meinem Hintern weiter, ehe ich eine Wurzel ergreifen konnte und so jäh zum Stehen kam. Eve stand oben und lachte in einem hohen, glockenähnlichen Lachen, bevor schließlich zu mir herabstieg und mir aufhalf.
„Danke!“, murrte ich und klopfte mir den Schnee von den Kleidern. Eve hielt meine Reisetasche und streichelte den darin liegenden Kraven, der darauf mit einem lauten Schnurren reagierte.
„Man merkt, dass du das noch nicht so oft gemacht hast!“, kicherte sie.
Ich entriss ihr die Tasche und stapfte beleidigt durch den Schnee. Die Kälte drang durch meine Kleider und die Feuchtigkeit spürte ich auf meiner Haut, wie ein undurchdringlicher Nebel. In so einer großen Entfernung hatte ich unser Haus nicht in Erinnerung gehabt.
Nach nie enden wollenden, schweigsamen Minuten kamen Eve und ich am Haus an. Wir mussten es nur noch umgehen, ehe ich mit zitternder Hand in Richtung Klingel griff. Es erschall ein penetrantes Surren, das die Bewohner des Hauses auf die Beine brachte. Ich hatte zwar einen Haustürschlüssel, doch fand es besser, wenn ich mich wie ein Gast benehmen würde, der ich nunmehr auch war.
Stimmen kamen vom Innern. Wann lernen die endlich, dass die Tür nicht sonderlich dick ist und man immer hört, was man im Haus spricht? Und wie auf ein Kommando hörte ich die Stimme meiner Mutter die aufgeregt mit jemandem sprach: „Wer kann das denn sein?“ „Dann geh doch hin und öffne die Tür, dann weißt du es auch!“, hörte ich nun die Stimme meines Vaters. Selbst die Tritte auf der Treppe konnte ich hören, bevor man den Umriss einer kleinen, runden Frau wahrnehmen konnte. Meine Mutter schloss die Tür auf und blickte Eve und mich fragend an. Sie versuchte Eve irgendwo einzuordnen, bemerkte mich dabei nicht, und fragte sie, ob sie zu meinem Bruder wolle.
„Ähm, Mutter? Hallo?“ Erst jetzt richtete meine Mutter ihren Blick auf mich. Die Erkenntnis war deutlich in ihr Gesicht geschrieben und sie umarmte mich, wobei ihr Kopf gerade mal bis zu meiner Brust reichte. Mit Einssechsundfünfzig zählte meine Mutter nicht gerade zu den größten Menschen. Meine Größe hatte ich eindeutig von meinem Vater geerbt, der nun auch an die Tür getreten war.
„Ah, hallo!“, sagte er knapp angebunden. Er war kein Mann, der große Gefühlsregungen zuließ. Ganz so wie Severus... Argh, böse Gedanken, böse Gedanken!
„Was machst du denn hier?“ Wenn Blicke töten könnten, wäre mein Vater gerade tot umgefallen. Da stand ich triefend und frierend vor ihm und er fragte mich nur, was ich hier wolle.
„Es-ist-Weihnachten-und-da-besucht-man-eben-seine-Familie!“, brachte ich zähneknirschend hervor und schoss an meinen Eltern vorbei hinein ins warme Hausinnere. Eve lächelte verlegen, winkte meinen Eltern zu und folgte mir. Ich konnte einen gequälten Laut hören, der von meinem Vater stammte. Mein Mutter hatte ihm den Ellbogen in die Seite gerammt und er fragte verwirrt: „Was?“
Ich hatte meinen Eltern den Rücken zugedreht und musterte die Eingangshalle (wobei Halle sehr übertrieben war. Es war ein Flur zum Treppenhaus, das eine Etage hinunter und Etage nach oben führte). Hier hatte sich einiges verändert. Die Tapeten waren nicht mehr weiß sondern pastellgrün und die Treppe, die ins obere Stockwerk führte, hatte neue dunkelgrüne Stufenmatten. Eve warf den Stufenmatten einen flüchtigen Blick zu und murmelte etwas, dass nach „Slytherin“ klang. Ich lächelte schmal und drehte mich zu meinen Eltern.
„Es hat sich hier ja einiges geändert!“

Meine Brüder waren ebenfalls zum traditionellen Weihnachtsessen zu Gange. Da meine Brüder jedoch auch eher nach meinem Vater geraten waren, was ihre Gefühlregungen anbelangte, war Verwunderung das Einzige, was ich in den Gesichtern der Beiden erkennen konnte. Alle beäugten interessiert Eve und versuchte sie in eine Unterhaltung zu verwickeln – bis sie merkten, dass Eve nur Englisch sprach. Es folgte betretenes Schweigen.
„Warum habt ihr mir nie gesagt, dass ihr Squibs seid?“ Meine Mutter riss entsetzt die Augen auf und Vater ließ seine Gabel fallen. „Squibs? Wasn’ das?“, wollte mein jüngerer Bruder wissen. Ich bemerkte schnell, dass ich nicht die Einzige war, der die Wahrheit verschwiegen worden war. Meine Brüder schienen keine Ahnung davon zu haben, was ihre Eltern waren. Ich warf Eve einen flüchtigen Blick zu, die ihre Aufmerksamkeit jedoch lieber auf die Hähnchenkeule vor sich gelenkt hatte.
Nachdem das Essen vorbei war, zitierte mich mein Vater zu sich. Auch wenn ich achtzehn Jahre lang im Glauben aufgewachsen war, dass er mein Vater sei, stand nun doch ein völlig fremder Mann vor mir. Er legte mir Nahe, dass ich in der Gegenwart von meinen Brüdern nicht von Magie und dergleichen reden sollte. Ich fand die ganze Sache zwar seltsam, aber versprach es. Dennoch stellte ich mir selbst die Frage, ob meine Brüder (und das waren sie noch für mich, egal ob blutsverwandt oder nicht) vielleicht auch Squibs seien. Die Antwort sollte ich jedoch nie erfahren.
Die erste Nacht verlief völlig ereignislos. Eve und ich hatten uns ein Zimmer geteilt, mein altes Zimmer. Meine Eltern hatten es so belassen, seit ich fortgegangen war. Mein PC stand einsam in der Ecke und als Eve fest schlief, fuhr ich den Computer hoch. Das rhythmische Brummen des Gerätes schien Eve nicht zu stören und die Tastaturgeräusche weckten sie nicht auf. In tiefer Erinnerung bewegte ich die Maus und fuhr über den Desktop und wie von Geisterhand klickte ich auf die Fotos, die dort in einer Datei gespeichert waren. Ich spürte einen kleinen Stich im Herzen, als ich mir eins nach dem anderen ansah. Dies waren Fotos aus einer anderen Zeit und einem anderen Leben, das ich schon am Vergessen war. Damals, als die Fotos entstanden war ich noch so unwissend und gutgläubig. Ich seufzte und klickte ein nächstes Bild an. Dieses zeigte mich bei unserer Abschlussfahrt in die Toskana/ Italien mit einer furchtbaren pinknen Weste und eine grüne Bluse darunter und natürlich durften die Blue Jeans nicht fehlen. Ein modischer Ausrutscher will man meinen, doch leider gehörten diese bunten Farben zu meinem Auftreten in dieser Zeit. Jetzt aber, war schwarz eine Farbe, die sowohl meine Stimmung als auch mein Leben wiedergab.
Als ich mit den Bildern fertig war, hatte ich ein seltsam leeres Gefühl in mir und so tat ich das, was ich für das beste hielt, nachdem ich geschlagene drei Sekunden nachgedacht hatte: Ich schlich zum Schreibtisch, auf dem mein Telefon lag. Meine Mutter war so freundlich, es immer aufzuladen. Man wüsste ja nie, wann ich vorbei kommen kann – hatte sie gesagt. Obwohl es sehr spät war wählte ich eine Nummer, die ich noch in Erinnerung hatte und hoffte, dass diese stimmen würde. Mein Gehirn hatte sich noch immer nicht völlig auf Deutsch umgestellt und deshalb muss Bettina auf der anderen Leitung wohl gedacht haben, ich hätte mich verwählt, denn wenige Augenblicke nachdem sie abgehoben hatte (und mit einem verschlafenen „hm?“ reagiert hatte) hörte ich wie die Leitung knackte und ein „Duuut, Duuut, Duuut.“ erklang. Also von Neuem, aber diesmal in Deutsch! Und tatsächlich schaffte ich es diesmal, Bettina in der Leitung zu halten, sodass ich erklären konnte, wer ich war – was sie mit einem Schrei quittierte. Nie enden wollende „Boah, hammer, du bist in Deutschland“ Ausrufe später verabredeten wir uns für den nächsten Tag in einem Restaurant (Wobei es eher eine Cocktailbar mit Bistroteil war). Ich bat sie auch noch die beiden anderen, die ebenfalls zu meinen besten Freunden zählten, anzurufen.
Nun, da ich aufgelegt hatte, fühlte ich mich schon gleich besser und ich spürte eine Müdigkeit, die sie plötzlich gekommen war, dass ich mich fast wundern musste. Ich kroch in mein Bett und verbrachte eine lange, traumlose Nacht.
Das Erwachen war so wunderbar wie das Einschlafen. Ausgeruht streckte ich mich im Bett und lächelte zufrieden die über mir an. Eve regte sich auf dem Boden. Ihre Nacht war wohl nicht so erholsam gewesen, denn ich hörte sie sich ständig umdrehen und murren. Ich musste ein Grinsen unterdrücken und stand vom Bett auf. Die unbequeme Luftmatratze, die zu allem Überfluss auch noch die ganze Luft verloren hatte, war Eve nun doch zuviel und sie nahm mein Aufstehen zum Anlass nicht mehr so zu tun, als würde sie schlafen.
„Ich hab dir ja angeboten aufm Bett zu schlafen, aber du wolltest ja unbedingt die Matratze!“ Sie knurrte und stieß mich aus dem Weg, damit sie ins Bart flüchten konnte. Ich lachte los und ging in die Küche, wo meine Mutter schon das Frühstück machte. Da ich gute Laune hatte, half ich ihr mit einem unglaublichen Tatendrang. Mein Vater hatte aus Frankreich Baguets mitgebracht, welches nur fünfzehn Kilometer entfernt war. Ich schnitt ein Baguet in große Stücke und richtete eine Wurst- und Käseblatte an. Nachdem der halbe Kühlschrank auf Tabletts verteilt war, brachte ich die Tabletts ins Esszimmer, das dem Wohnzimmer angrenzte. Da das Esszimmer durch nichts als einen Deckenbalgen getrennt wurde, rief ich meinem kleinen Bruder zu, der auf der Couch saß und leblos in den Fernseher starrte, diesen auszumachen und zum Essen zu kommen.
***
Der Tag war lustig und es wurde eine Menge gekocht. Ich lachte und aß viel. Hier hatte ich das Gefühl endlich noch mal atmen zu können und die vielen Probleme schienen so weit. Eve lächelte mich zufrieden an, als wäre sie froh mich so glücklich zu sehen, doch plötzlich erstarb ihr Lächeln und sie griff sich an den Kopf wie von einem Migräneanfall ergriffen. Ihr Gesicht wurde aschgrau. Sie entschuldigte sich und ging mit großen Schritten ins Bad.
Als Sie auch nach Zehnminuten noch nicht da war, stand ich auch vom Tisch auf und klopfte vorsichtig an die Badezimmertür.
„Es ist offen!“, hörte ich die erstickte Stimme von Eve. Ich öffnete vorsichtig die Tür und fand sie gegen die Badewanne sitzend vor. „Geht es dir gut?“ Ich war unsicher und machte mir Sorgen, denn Eve war wirklich bleich geworden und ihren rote Haaren klebten an ihrer Stirn. Ich setzte mich neben sie und die kühlen Fliesen an der Badewanne ließen mich zusammenzucken.
„Yupp, mir geht’s gut... Hatte nur einen mentalen Anfall. Es hat sich einige mentale Energie aufgestaut, weil ich immer so ein bisschen gegen die Zukunftsvisionen ankämpfe. So eine Vision kann ganz schön unpassend sein und als richtiges Medium für die Wächter der Zeit hab ich es da natürlich auch nicht leicht. Ist einfach komisch, wenn ich auf der Arbeit bin und in fremden Zungen rede. Will ja meine Tarnung nicht gefährden – deshalb unterdrück ich sie häufig. Das machen viele so, weil die meisten Visionen nicht wirklich wichtig sind, so in der Art: Ich esse heute Hähnchen zu Mittag, oder diese Frau wird morgen um zwei Uhr ihr Kind bekommen, und wirklich große Visionen, die ein wichtiges Ereignis in der Zeitlinie zeigen, die machen dann doch vorher auf sich aufmerksam. Vor diesen Monstervisionen kommen immer noch so mentale ... Wie soll ich sagen? ... Vorwellen. Sie kündigen sie quasi an, sodass man schnell wohin verschwinden kann.“ Sie hatte ohne Pause gesprochen und ich sah sie mitleidig an. Ich wollte aufstehen und ihr ein Glas Wasser holen, musste jedoch in der Bewegung inne halten, das sie noch etwas zu erzählen hatte; und so setzte ich mich eben wieder hin.
„Das Gute ist, dass wir im Gegensatz zu den normalen Seher – wie Trelawney – uns an unsere Visionen erinnern können. Wir sind quasi ein Bindeglied zwischen Sehern und den Mächtigen der Zeit. Wir sorgen dafür, dass die Seher auch etwas sehen... Ist ganz ulkig, wenn man eine Vision überträgt, da kribbelt dein ganzer Körper und sämtliche Haare stehen ab. Sämtliche!“, fügte sie mit einem fetten Grinsen hinzu. „Sehr ulkig,“ murmelte ich. Nun war Eve scheinbar fertig mit Erzählen, denn sie stand unvermittelt auf. Mit einem schiefen Grinsen reichte sie mir die Hand und half mir auf.
„Ich glaub du musst los, deine Freunde sind auf dem Weg ins Coyote!“
„Das hast du gesehen?“, fragte ich beeindruckt.
„Nee, ich hab gestern dein Telefonat mit angehört. Konnte ja nicht schlafen...“ Ich verdrehte die Augen und lief zu meinem Auto, das verlassen in der Garage stand. Ich versuchte das Auto zu starten. Ein gequältes Stottern erklang, doch der Motor sprang nicht an. Ich seufzte tief und konnte aus dem Augenwinkel sehen, wie Eve sich auf die Lippen biss um nicht loszulachen. „Muggel,“ presste sie zwischen den Lippen hindurch.
Doch als ich nach geschlagenen fünf Minuten immer noch ein hohles Röcheln von meinem Motor erntete, konnte Eve nicht mehr inne halten und lachte laut los.
Weil ich das Versagen meines Autos als persönliche Beleidigung ansah, stieß ich dir Tür auf, befahl Eve mir zu folgen und lief missmutig zu meinem Vater. Dieser hatte jedoch keine großartige Lust jetzt noch wo es bereits dunkel war, an meinem Auto rumzufuchteln, deshalb drückte er mir seinen Autoschlüssel in die Hand. Die Papiere für das Auto nahm ich noch aus seinem Geldbeutel und steckte sie bei mir selbst ein. Eve folgte mir still und mit einem halben Meter Sicherheitsabstand.
Der Versuch das Auto zu starten war... sehr ernüchternd. Ich hatte ja bevor ich nach England ging erst ein halbes Jahr meinen Führerschein und ich merkte, dass die autolose Zeit mir nicht gut getan hatte. Irgendwann schaffte ich aber den Motor dazu zubringen eine Weile anzubleiben und ich setzte rückwärts aus der Garage heraus. So hoppelten wir aus der kurzen Ausfahrt heraus und kamen endlich auf die Straße. Geradeausfahren war schon deutlich leichter und nachdem ich die Gänge mehr gerissen hatte, als normal mit ihnen umzugehen, wurde ich auch ruhiger und konnte es auch wagen das Radio einzuschalten. Von den Klängen von Within Temptation geleitet, fuhren wir unserem Ziel entgegen.
Die Parkplatzsuche war mir schon immer ein Graus und nun kam noch erschwerend hinzu, dass ich mich in dieser Stadt nicht sonderlich gut auskannte. Mein schlechter Orientierungssinn kämpfte mal wieder gegen mich, doch wir benutzten Eves Seherfähigkeiten, um schließlich doch einen Parkplatz in geringer Entfernung zum Marktplatz zu finden. Das Coyote lag unweit eines riesigen Einkaufscenters, wo nun alle Lichter außer in den Schaufenstern wegen der Weihnachtszeit erloschen waren.
Als ich die Tür des Ladens öffnete kam Eve und mir gleich eine kleine Dampfwolke entgegengeschossen, da die Luft im Innern viel wärmer war als hier draußen. Ich musste mich nicht lange umsehen um meine Freunde zu entdecken. Sie waren aufgestanden, als sie mich erkannten und warteten, bis ich an den Tisch gekommen war, ehe sie mir um den Hals fielen – wobei ich eher diejenige war, die an den anderen hing.
Als wir uns gesetzt hatte, klärte mich Bettina auf, dass sie einige Schwierigkeiten hatte, für heute einen freien Tisch zu bekommen, doch zu unserem Glück hatte kurzzeitig ein Gast abgesagt. Wir erzählten lange, wobei ich nur mit einem Schmunzeln auf den Lippen zuhörte und Eve sich indes um ihr Essen kümmerte. Da Melanie relativ gut in Englisch war, versuchte sie immer Eve in ein Gespräch zu verwickeln, aber Eve wollte darauf anscheinend nicht so recht eingehen. Naja, sagen wir, sie WOLLTE schon, aber sie wusste nichts zu erzählen. Ich kannte auch den Grund: Sie war zwar eine teilweise Muggelgeborene, aber ihre Mutter (die eine Muggel war) ließ sich von ihrem Mann scheiden und Eves Vater heiratete kurz darauf eine Hexe und somit hatte Eve nie sehr viel Kontakt mit Muggeln gehabt. All ihre Freunde waren Hexen und Zauberer und auch ihre ganzen Interessen drehten sich nur um die Zaubererwelt. Schwierige Basis für Gespräche also!
Mir lag richtig auf der Zunge: „Hey Leute, bei mir hat sich auf einiges verändert! Das könnt ihr euch nicht vorstellen, aber ich bin eine Hexe – eine richtige mit Zauberkräften. Meine Eltern sind eigentlich gar nicht meine Eltern...“ - doch ich begnügte mich mit einem kleine und matten Lächeln. Und weil meine Freunde meine Freunde sind, merkten sie schnell, dass die einstige Quasselstrippe seltsam ruhig war (wozu man nicht gerade geistige Hochsprünge machen musste, um das zu bemerken). Sie verstummten allesamt und durchlöcherten mich mit Blicken, ehe eine dann mal die Frage der Fragen stellte:
„Was ist denn los?“
„Ich,“ begann ich und brach ab um mir die Worte zurecht zu legte. Ich bin eine Hexe – klingt zwar komisch, is aber so! ... Nein... Leute, ich muss euch was sagen: in England da hab ich etwas rausgefunden, dass... Neeeiiiinnn! Moment...
„Sie hat Blähungen. Wollt sie euch nur nicht auf die Nase binden... Das Essen von ihrer Mutter ist ihr wohl nicht so gutbekommen!“ Eve hatte wohl meine missliche Lage erkannt, und half mir mit einer nicht gerade konventionellen Ausrede aus – und dafür hätte ich sie töten können... doch zu meiner Verwunderung: Sie kauften es echt ab; oder sie taten zumindest für annähernd eine Minute so, bis sie mich mit finsteren Blicken straften und die Wahrheit verlangten. Und da fiel mir etwas ein, das mich wohl auch bedrückte und ich ihnen auch ohne große Bedenken sagen könnte, ohne dass sie dabei einen hysterischen Schrei loswerden würden.
„Naja... Wie soll ich sagen... Meine Eltern wissen auch noch nichts davon... Ich bin schwanger,“ sagte ich mit einem schiefen Grinsen und kratze mich am Kopf. Diese Neuigkeit ließ Bettina, die neben mir die Größte am Tisch war, in einer dramatischen Geste aufschreien und vernichtete somit meine Hoffnung auf einen ruhigen, gemütlichen Abend. Jeder der Dreien hatte tausend Fragen, die es zu klären galt. Wer war ist der Vater, war es ein Unfall, was ich nun jetzt tun wollte – waren einige der Fragen. Keiner, weder Melanie, Kristina noch Bettina, schienen sich für anderes zu interessieren als nur meine Schwangerschaft. So musste ich nicht fürchten, dass Fragen kommen würde wie was ich jetzt genau machen würde und somit zwangsweise auch das Thema Magie. Doch leider waren dafür die Fragen rund um die Kinder, die in meinem Bauch heranwuchsen zahlreich und endlos.
„Ähm Eva, wir müssen langsam los!“ Ich löste meinen Blick von meinen drei Freundinnen und sah sie fragend an. „Wie ``los``? Wohin?“
„Du sollst noch bei Teneth vorbei, bevor du zum Ministerium musst.“ Eve versuchte leise zusprechen, doch Melanie und Bettina, die einzigen die ebenfalls Englisch verstehen konnten, hatten aufmerksam zugehört.
„Warum musst du zum Ministerium. Zu welchem eigentlich?“
„Ministerium für Zau... Zoologie.“
„Das gibt es doch gar nicht!“, bohrte Melanie weiter.
„Leut bitte, lasst mir doch die paar Geheimnisse! Wenn die Zeit gekommen ist, werde ich euch alles sagen, aber im Moment geht es einfach nicht. Bitte versteht das!“, flehte ich. Die Drei hatten auch keine Zeit mehr großartig zu kontern, denn Eve stand unvermittelt auf und sah mich auffordernd an:
„Es ist die Zeit für Abschiede gekommen.“ Ich nickte traurig und stand auch auf. Meine Freunde taten es mir gleich und es gab einen langen, tränenreichen Abschied, bei dem ich versprach im Spätsommer noch mal vorbei zu kommen und vielleicht dann schon die Zwillinge mitbringen zu können. Hm, ob ich wohl mit den Kindern dann apparieren kann? – grübelte ich, als wir das Coyote hinter uns gelassen hatten und bereits am Auto waren.
Eve und ich fuhren heim und ich verabschiedete mich noch von meinen Eltern, die im Halbschlaf wohl nicht ganz verstanden, was ich ihnen sagen wollte. Mein kleiner Bruder war noch wach und ich konnte mich auch von ihm für einige Zeit verabschieden (mein großer Bruder war Außerhaus zugange). Ich hauchte ihm einen Kuss auf die Stirn (was dem Siebzehnjährigen nicht gerade sehr gefiel) und lief schließlich mit Eve, die mein Gepäck trug im Schlepptau zu dem kleinen Waldausläufer und apparierten nach Hogsmeade. Tja, das hatte die Gute eben davon, weil sie gesagt hatte, eine Schwangere solle nicht so schwer tragen, als ich am Tag zuvor eine Kiste Limonade vom Keller in das Erdgeschoss gebracht hatte.
Von Hogsmeade aus führte mich Eve zu sich nach Hause, von wo wir einen Portschlüssel, der direkt in das Versteck des Zirkels führte, benutzten.


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Zitat
Ich habe keine Ahnung, wieviele Bücher ich schon signiert habe, aber es müssten mittlerweile zehntausend sein.
Joanne K. Rowling