Forum | Chat | Galerie
 
Startseite | Favoriten
Harry Potter Xperts
Harry Potter Xperts
Startseite
Newsarchiv
Link us
Sitemap
Specials
Shop
Buch 7
Buch 6
Buch 5
Buch 4
Buch 3
Buch 2
Buch 1
Lexikon
Lustige Zitate
Gurkensalat
Hörbücher
Harry, A History
Steckbrief
Biographie
Werke
Erfolgsgeschichte
Interviews
Bilder
Harry Potter & Ich
JKRowling.com
Film 7, Teil 1 & 2
Film 6
Film 5
Film 4
Film 3
Film 2
Film 1
Schauspieler
Autogramme
Galerie
Musik
Videospiele
Downloads
Lesetipps
eBay-Auktionen
Webmaster
RSS-Feed
Geburtstage
Gewinnspiele
Twitter
Fanart
Fanfiction
User-CP
Quiz
Währungsrechner
Forum
F.A.Q.
Über uns
Geschichte
Impressum

Fanfiction

Zauberer und andere Probleme - Kapitel 6 - Alltag kehrt ein

von Eva Nightingale

Kaum das ich mich versah, stand meine erste offizielle Unterrichtsstunde an. Da ich den Lehrer bereits kannte, war ich nicht sonderlich aufgeregt. Als ich in den Klassensaal von Professor Lupin kam, war ich die letzte.
„Oh Miss Nightingale, das nächste Mal sollten Sie pünktlich sein!... Da jetzt alle anwesend sind, will ich mich noch mal für alle vorstellen: Mein Name ist Lupin und ich werde euch von nun an in Verteidigung gegen die dunklen Künste unterrichten. Nach dem Sirius Black ausgebrochen ist...“ Er machte eine kurze, dramatische Pause und sprach dann weiter: „suchen die Dementoren auch Hogwarts nach ihm ab. Sie sind die Wächter von Askaban und wollen ihn dorthin zurückbringen. Früher waren die Dementoren auf der Seite von ihr- wisst- schon- wem, haben dann nach seinem Sturz aber die Fronten gewechselt. Normalerweise ignorieren sie Zauberer und gehen ihrem Auftrag hinterher, aber manchmal kommt es vor, dass sie auch unbescholtene Zauberer und Hexen angreifen. Wenn es also mal zu einer Begegnung kommen sollte, lernt ihr nun hier, wie ihr einen Dementoren in die Flucht schlagen könnt... Dementoren ernähren sich von guten Gedanken, sie nehmen sie euch weg und ein Kuss von ihnen saugt euch die Seele aus. Ihr müsst deshalb lernen, eure Ängste unter Kontrolle zu bekommen. Was wir hier durchnehmen spielt auch mit euren Ängsten. Ein Irrwicht ist hier in dieser Box...“ Im Raum stand eine riesige Truhe und man hörte seltsame Geräusche aus dem Innern. Lupin erklärte uns, dass sich der Irrwicht in das verwandele, vor dem wir die meiste Angst hätten. Nun sollten wir jedoch an etwas denken, dass uns keines Falls Angst machte. In der Theorie war das ja ganz gut, aber in der Praxis stellte es sich als schwerer heraus.
Der erste Schüler der sich dem Irrwicht stellen musste, war Neville. Sichtlich aufgeregt stand er vor der Truhe. Lupin fragte, ob er bereit sei und er nickte zögerlich. Also öffnete er die Truhe einen Spalt breit und das was da aus der Truhe kam war ... lachhaft! Da stand tatsächlich ein Severus vor uns allen und sah uns verstört an.
„Denk an etwas, dass dir so gar keine Angst machst.“ Severus kam auf den kleinen Neville zu und dieser war sichtlich unter Stress, aber schließlich fand er etwas: Der Severus vor uns verwandelte sich und trug plötzlich Altweiberkleidung und sah noch verstörter drein. Es folgte schallendes Gelächter. Ich stand jedoch starr da. Lustig fand ich das nämlich so gar nicht.
Nachdem das Gelächter abgeebbt war, wurde der nächste nach vorne gerufen und dem Irrwicht ausgesetzt. Eine riesige Schlange (Ein Basilisk, wie ich später erfuhr) verwandelte sich in einen Springteufel. Obwohl ich diesen noch viel unheimlicher fand, als diese Schlange (hab ich schon erwähnt, das ich Clowns hasse? Nein, aber ich hasse sie!).
Etliche Todesängste später, war Harry an der Reihe. Jeder war gespannt, vor was Harry am meisten Angst hatte. Ziemlich viele erwarteten wohl, dass es Vol... Ich meine Du- weißt- schon- wer (Ich hatte wirklich viel gelernt *g*) sei, aber weit gefehlt. Was da aus der Truhe kroch war viel gefährlicher. Bei ihm konnte man nicht sicher sein, ob es gut oder böse war. Es entstand eine lähmende Kälte im Raum und vor uns erschien ein Dementor in seiner ganzen, grausamen Herrlichkeit. Professor Lupin sprang erschreckt auf und sprach einen Zauber, der den Irrwicht zurück in die Truhe brachte. Kurz bevor der Irrwicht verschwand hatte er sich in eine helle Scheibe verwandelt.
Lupin brach kurzer Hand den Unterricht ab und schickte uns weg. Ich war heilfroh, dass ich meine größte Angst mit niemandem teilen musste, obwohl ich mich fragte, aus was sie denn bestünde.
Ich machte mich auf zum nächsten Klassensaal, wo nun Wahrsagen auf dem Stundenplan stand. Professor Trelawney war eine sehr, sehr verwirrte Frau, deren Alter schwer einzuschätzen war. Ihre Brille vergrößerte derart ihre Augen, dass sie wie ein Frosch aussah. Ihr Art zu sprechen war verwirrend und erschreckend. Der Unterrichtsraum, in dem sie unterrichtete war in ein scharlachrotes Dämmerlicht getaucht. Stets loderndes Kaminfeuer und die vom süßlichen Räucherduft geschwängerter Luft waren sehr einprägende Eigenarten dieses Raumes.
Jeder Schüler bekam eine Teetasse in die Hand gedrückt und sollte vom Teesatz des jeweiligen Nachbarn lesen. Ich hatte das unsagbare Glück, dass die Truppe nicht aufging und ich überblieb. So las ich mir selbst in meiner Tasse, doch für mich sah das nur wie einfacher Teesatz aus. Gelangweilt stierte ich in die Tasse und versuchte mich zu konzentrieren, aber meine Gedanken schweiften stets ab: heut Abend könnt ich Severus erst wiedersehen. Ich vermisste ihn schon jetzt und fragte mich, ob es ihm genau so ging. Was wenn nicht? Ich verdrängte die unsäglichen Gedanken und schlug im Buch nach, was das in meiner Tasse bedeuten könnte. Ich hatte endlich die Zeichnung im Buch gefunden, als Professor Trelawney plötzlich wie ein aufgescheuchtes Huhn herumschrie. Sie hatte in Harrys Tasse etwas gelesen, was ihr gar nicht gefiel. Oh nein, so gar nicht. Das was ich sah, stellte alles bisher gesehene in den Schatten, was Hysterie betraf. Sie war zurück gefallen und kauerte wie ein Häufchen Elend auf dem Boden und murmelte perplex vor sich hin.
„Ein Grimm... unsagbares Leid... Tod...“ Es waren nur Bruchstücke, die ich verstand, aber Harrys Gesicht spiegelte wieder, das er alles verstand – und das musste nicht so toll gewesen sein. Er war kreidebleich geworden.
Sonst war die Stunde recht ereignislos. Als die Stunde vorbei war, sprangen die Schüler auf und gingen aus dem Klassensaal, der hoch oben in einem der Türme lag. Ich tat es ihnen gleich und verließ den Raum. Harry, Ron und Hermine waren dicht hinter mir, aber Harry ging noch einmal zurück, weil er etwas im Saal vergessen hatte. Ich interessierte mich nicht weiter dafür und wollte etwas frische Luft schnappen, ehe die nächste Stunde beginnen würde.

Die nächsten Stunden vergingen wie die darauffolgenden Tage: ereignislos... Jedenfalls für mich.
Seit ich nun hier in Hogwarts war, war die ganze Zeit wie in meinem lustlosen Traum vergangen. Natürlich war mein Liebster hier (eh, wie soll ich es sonst formulieren?), aber mir fehlten richtige Freunde, mit denen man Spaß haben konnte. Entweder waren die Leute hier zu jung, oder ignorierten mich schlicht und ergreifend. Das anfängliche Interesse war schnell vergangen und dann war ich allein. Gerade in solchen Momenten vermisste ich meine Freunde umso mehr. Na toll, jetzt bin ich in einer Depri- Phase!, dachte ich betrübt. Aber ich wollte nicht traurig sein, ich wollte fröhlich sein und lachen!
Die anderen Schüler waren in Hogsmeade unterwegs, aber ich hatte nicht so wirklich Lust mit pubertierenden Wichtigtuern durch eine Stadt zu latschen. Ich mochte Hermine, Harry und Ron zwar immer noch sehr, aber sie waren mit sich selbst beschäftigt und hatten keine Zeit mit jemanden wie mir abzuhängen. Bei den anderen Schülern war es so ähnlich. Alles liebe, nette Leute, aber sie hatten ihre Freunde und ich ... Wie war das mit „ich will nicht traurig sein, ich will lachen“?
Zuerst war ich zwar auch in Hogsmeade, aber ging dann auf eigene Tour, oder wollte es zumindest.
Harry, obwohl er keine Genehmigung hatte, ging mit den anderen in die Stadt und war wohl dankbar, das ich ihn nicht verriet. Ich hatte ihn nämlich beim rausschleichen erwischt. Er war sehr überrascht, als er erkannte, das ich ihn sah. Normalerweise schütze ihn sein Tarnumhang vor neugierigen Blicken, aber bei mir hatte er irgendwie keine Wirkung. Ich musste lange grübeln, warum ausgerechnet ich durch einen Tarnumhang sehen konnte, aber dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Der Ring! Ich trug ihn noch immer! Der Ring der Ewigblinden; sieht, was verborgen sein soll. Das war die einzige Erklärung.
Ich hatte Harry versprochen, das ich keiner Seele etwas sagen würde und ich würde mich daran halten.
Gerade als ich Hogsmeade verlassen wollte, wurde ich von hinten angesprochen:
„Sag mal, bist du nicht diejenige, die noch nie auf einer Zauberschule war?“ Och nö, auf solche Gespräche hatte ich jetzt keine Lust. Ich nickte deshalb entnervt und wollte weiter meinen Weg gehen. Doch die kleine Gruppe hinter mir, hatte wohl etwas dagegen.
„’Tschuldigung, das war nicht böse gemeint, aber wir wussten sonst nicht, wie wir dich ansprechen solltest; du sahst so traurig aus.“ Das war das erste Nette, was ich in den letzten paar Tagen gehört hatte, also drehte ich mich um, um zu sehen, wer denn überhaupt mit mir sprach. Die Gruppe bestand aus fünf Leuten. Zwei davon waren von Slytherin und drei andere von Ravenclaw. Ich war wirklich überrascht, solch eine Zusammensetzung zu sehen, vor allem weil ich nicht gewusst hatte, dass es auch Freundschaften zwischen den Häusern gab. Besonders zwischen Slytherin und einem anderen Haus, hätte ich so etwas nicht vermutet.
Ich war inzwischen stehen geblieben und musterte die Schüler. Es waren alle etwa siebzehn, oder sie sahen älter aus, als sie waren.
„Ich bin Eva -“, sagte ich freundlich. „- nur damit ihr auch meinen Namen kennt!“ Sie kamen näher und stellten sich der Reihe nach vor: Ein großer, schlanker Junge (in dem Alter rede ich ungern von ‘Mann’), mit schwarzen Haaren, hieß Alexander McLane, seines Zeichens Schotte (*grrr* Hab ich schon erwähnt, das ich Schotten mag?). Sein kleinerer Freund, hieß Ethan Swansea. Seine tiefblauen Augen stachen sofort heraus. Das Mädchen neben ihnen, ebenfalls aus Ravenclaw, nannte sich Pansy Maple. Sie war ein etwas unscheinbares Ding, das etwas Hautprobleme hatte, aber ansonsten einen vernünftigen Eindruck machte.
Die beiden Slytherins waren wohl Geschwister. Die eine hätte die Kopie der anderen sein können, wäre da nicht die Sache mit der Größe gewesen; zwischen den beiden lag nämlich fast ein halber Kopf. Ihre Namen waren Lily und Daisy Thanethrow. Wobei Lily die größere der beiden war.
„Es war wirklich nett, das ihr mich aufmuntern wolltet. Vor allem, obwohl ich mich nicht kennt.“, sagte ich gerührt, aber Lily winkte sofort ab:
„Wir wissen, wie es ist, wenn man keine Freunde hat. Deshalb haben wir uns zusammen geschlossen... Daisy ist meine kleine Schwester und Ethan, Pansy und Alex kenne ich schon seit wir zusammen zur Grundschule gingen und wir unsere ersten Zauberstäbe kauften.“, beantwortete sie meine unausgesprochene Frage.
„Du tust mir wirklich leid, dass du mit den Kleinen rumhängen musst. Könntest du nicht noch ein paar Klassen überspringen?“, fragte mich Ethan gerade heraus. Ich schüttelte den Kopf.
„Ich denk’ nicht. Ich hatte Privatunterricht um überhaupt in die dritte Klasse zu kommen und kein Lehrer hat nun, da die Schule wieder angefangen hat, Zeit sich nur um mich zu kümmern... Aber so schlimm ist das gar nicht. Eigentlich sind die Drittklässer wirklich in Ordnung.“ Ein mildes Lächeln erschien auf allen Gesichtern, wobei auch Mitleid in ihrem Blick zu erkennen war.
Einen Moment herrschte betretenes Schweigen. Niemand sagte etwas und wartete ab, was wohl passieren würde, aber es passierte einfach nichts. Stille war zwar etwas gutes und schönes, aber in diesen Moment passte sie nicht.
„Was macht ihr heute noch so?“, frage ich der Stille ausweichend.
„Wir gehen mal hier, mal dorthin. Und du?“ Diese Art der Konversation war auch allgemein als ``Hasengespräche`` bekannt. Gespräche die der Höflichkeit dienten, aber nicht wirklich zu einem Ergebnis führten.
„Och, das gleiche – denke ich“ Wow, welch Elan doch in meiner Antwort lag. Wieder war Ruhe eingekehrt. Diese Ruhe begann wirklich zu nerven, aber was hatte man sich schon zu sagen, wenn man sich nicht kannte? Die endlosen Gespräche über Lehrer, hatte ich schon alle geführt und nun wollte ich eigentlich auch nicht mehr darüber erzählen. Generell fand ich das Thema Schule nicht sehr reizvoll. Was gesagt werden musste war gesagt, und nun ... Schweigen. Den anderen schien es genauso unangenehm zu sein wie es auch mir war. Also rissen sie sich am Riemen und versuchten diese Unterhaltung zu retten.
„Du hast einen seltsamen Akzent. Kommst du nicht aus England?“ Es war der Wiederbelegungsversuch unserer Konservation, den ich nicht scheitern lassen wollte. War dies doch eine Chance endlich Freunde zu finden.
„Du hast gute Ohren! Eigentlich komme ich aus Deutschland. Ich bin hier, weil ich eben die beste Schule für Hexerei und Zauberei besuchen wollte. Wenn man bedenkt, dass ich ja zuvor nie auf einer derartigen Schule war...“ Severus und ich hatten mir eine kleine Vergangenheit gebastelt, die auch vorstellbar sein sollte. Bisher hatte sie jeder abgekauft, aber wir hofften, dass nie jemand auf die Idee kommen würde, dies nachzuforschen.
„Meine Eltern, beides ehrbare Zauberer, wollten zuerst, dass ich einen respektablen Muggelberuf erlerne, weil sie der Magie den Rücken gekehrt hatten. Glücklicherweise entschieden sich wieder um und erlaubten mir, dass ich hier zur Schule gehen dürfte.“ Nur keine Fragen! Die würden nämlich das zerbrechliche Gefüge meiner Scheinvergangenheit bedrohen. Jeder schien aber zu akzeptieren, dass ich nicht mehr Informationen preiszugeben bereit war. Auch die fünf jungen Schüler fragten nicht nach, wofür ich sehr dankbar war.
„Wir wollten noch eine Runde durch Hogsmeade drehen, hast du Lust mitzukommen?“, fragte mich Alex. Ich bejahte glücklich. Vielleicht würden sie niemals an meine alten Freunde heran reichen können, aber sie waren der Halt, den ich benötigen würde um die Schulzeit zu überstehen.
Wir liefen zusammen durch die kleine Stadt und sie zeigten mir alle Besonderheiten. Es gab viel zu sehen und ich hatte unerwarteter Weise eine Menge Spaß. Alle hatten einen subtilen Humor und ich hatte mehr zu lachen, als in den letzten Monaten. Mit Lily und Alex verstand ich mich jedoch am besten. Sie waren die ältesten der Gruppe und hatten eine Herzlichkeit an sich, die ich noch nie bei Menschen erlebt hatte.
„Warum vermuten die Dementoren Black eigentlich in Hogwarts?“ Mittlerweile waren wir bei allgemeinen Themen angekommen.
„Das weißt du nicht? Black soll hinter Potter her sein!“ Erschrocken sah ich alle an. „Was?“
Lily klärte mir dann ausführlich über die Geschichte von Black auf: „Er war einst ein sehr guter Freund von Harrys Eltern, verriet sie dann aber an den dunklen Lord. Woraufhin dann Lily und James Potter ermordet wurden. Außerdem hat er dreizehn Menschen kaltblütig ermordet, zwölf davon Muggel und der dreizehnte war ein anderer Freund, Peter Pettigrew. Er saß zwölf Jahre in Askaban und konnte dann, unter nicht geklärten Umständen fliehen und ist seither auf der Flucht vor den Dementoren.“ Für mich waren das alles Neuigkeiten. Ich hatte nur gewusst, das er einst im Gefängnis saß und dann floh – mehr nicht.
„Doch warum ist er dann hinter Harry her?“
„Weiß ich auch nicht, aber vielleicht will er seine Arbeit einfach vollenden und auch Harry töten. Schließlich hat Harry ja auch seinen Meister besiegt.“ Davon hatte ich gehört. Die Geschichte von Voldemorts Vernichtung war allgegenwärtig. Viele waren gestorben und Harry wurde zu einer Legende; er war der Junge, der überlebt hatte.
Im ersten Schuljahr war Voldemort wiedergekehrt und lebte in dem Körper eines Lehrers, um zu seiner alten Macht zu finden. Harry besiegte ihn ein zweites Mal.
Im zweiten Schuljahr wurde Harry und die Zaubererwelt von dem jungen Ich Voldemorts bedroht, der in einem Tagebuch gefangen war. Erneut wurde er besiegt und erneut war es Harry, der es geschafft hatte.
Und nun im dritten Jahr schien Harrys Leben erneut bedroht zu sein und dieses mal war es wieder jemand aus der Vergangenheit. Sirius Black, einst Freund der Familie und nun flüchtiger Schwerstverbrecher, der nach seinem Leben trachtete. Was würde wohl in Zukunft noch auf den armen Jungen zukommen? Sein Leben schien ein einziger Kampf zu sein.
Ich kam nicht umhin Mitleid für ihn zu empfinden. Was auch immer Severus gegen diesen Jungen hatte, mir tat er schlicht und ergreifend einfach nur leid. Nun wollte ich aber auch wissen, was Severus gegen ihn vorzubringen hatte. So sagte ich allen Tschüss.
„Ich muss leider wieder los; ich habe ganz vergessen, das ich noch etwas zu erledigen haben! Ich würde mich freuen, wenn wir uns wiedersehen würden.“ Sie stimmten zu und wir verabredeten uns für den nächsten Tag. Und jetzt, auf zu Severus und endlich klären, warum er Potter so behandelt, wie er es tut, dachte ich mir und machte mich auf den Rückweg nach Hogwarts. Dabei wurde ich fast von Harry umgerannt, der rannte, als sei der Teufel hinter ihm her. Tränen standen hoch in seinen Augen, aber ich hatte das Gefühl, dass ich die falsche Gesellschaft für ihn wäre; das war eine Sache für seine Freunde. Also ging ich weiter meinen Weg und stellte beruhigend fest, dass seine Freunde ihm gefolgt waren. Es war aber nicht an mir Fragen zu stellen – zumindest nicht bei Harry, dafür aber bei einem sturen, alten Lehrer, der nebenbei noch meine große Liebe war. Tja, wo die Liebe hinfällt.

Beim Hereinschleichen hatte mich niemand gehört. Die Gänge waren verwaist, und Stille war über diesen sonst so vor Lauten überkochenden Ort. Ich schlüpfte unbemerkt in Severus’ Klassenzimmer. Er stand mit dem Rücken zu mir und werkelte mit seltsamen Flaschen mit noch seltsameren Inhalt. Ich wollte mich anschleichen und ihn einmal so erschrecken, wie er es sonst immer bei mir tat. Doch er schien mich gehört zu haben. Er hielt mit seinen Flaschen inne und legte sie langsam zurück in ihr Kästchen. Dann –es kam völlig plötzlich– drehte er sich zu mir um, mit dem Zauberstab auf mich gerichtet. Seine Zügen entspannten sich sichtlich, als er erkannte, dass ich es war, der sich anschleichen wollte. Er steckte seinen Zauberstab wieder weg und kam mit einem Lächeln auf mich zu.
Als er bei mir angekommen war, drückte er mir einen Kuss auf und ich legte meine Arme um ihn.
„Ich dachte du wärst in Hogsmeade und würdest dich mit deinen Klassenkameraden amüsieren.“ Sein Lächeln war ironisch. Ich strich ihm eine schwarze Strähne aus dem Gesicht und erklärte ihm die Situation.
„Ich weiß, es ist hart für dich, dass die Schüler alle jünger als du sind und dazu bist du noch in Gryffindor...“ Er sprach den Namen des Hauses mit leichtem Widerwillen aus. „... aber das wird vorbeigehen. Ich kann, wenn du das willst, einige ältere Slytherins beauftragen, sich etwas um dich zu kümmern!“ Ich wusste, dass er es nur gut meinte, deshalb war ich nicht böse über dieses Angebot.
„Das brauchst du nicht. Ich habe bereits fünf neue Leute kennen gelernt und zwei davon sind von Slytherin. Ich denke, wenn ich mich nicht blöd anstelle, könnten wir sogar Freunde werden.“ Diese Neuigkeit erfreute ihn wirklich, sah er doch immer die Traurigkeit in meinen Augen, wenn ich von meinen alten Freunden gesprochen hatte. So küsste er mich erneut. Dieser Kuss war intensiver als der Begrüßungskuss und war voller Leidenschaft und Verlangen. Küssend drängte er mich zur Tür und spähte kurz hinaus. Niemand war zu sehen und so zog er mich weiter hinter sich her und unsere Lippen berührten sich immer häufiger und drängender.
Die Erinnerung an Harry hatte ich zurück gedrängt und gab mich den Gefühlen hin.
Severus öffnete eine Tür, drückte mich in den Raum und schloss hinter uns ab. Er hielt meine Hand und sah mich dann lange an. Schließlich kam er näher und sah mich fast andächtig an. Mit seiner Hand strich er mir über meine helle Haut im Gesicht und hielt es dann mit beiden Händen fest. Er drückte mir einen Kuss auf die Stirn und glitt dann weiter herunter, bis er schließlich meinen Mund mit seinen Lippen fand. Langsam ließ er die Hände von meinem Gesicht und stellte seinen Kopf schräg um mich besser küssen zu können. Willig ließ ich es über mich geschehen und umklammerte seine Hüfte.
Seine Atmung war einem Keuchen gewichen. Mit zitternden Händen entledigte er mich meines Halbmantels und ich ihn seines schwarzen Gewandes. Kleidungsstück um Kleidungsstück folgte. Was ein Zauberer von heute drunter trägt? Ich schweig’ und genieß es lieber! (*grrr*)
***
Ich küsste Severus auf die schweißgebadete Stirn. Er murmelte etwas und legte sich dann neben mich. Die Decke zog er über meinen Körper, damit ich nicht frieren musste. Doch das reichte mir nicht. Ich kuschelte mich an ihn und zog seinen Arm um mich. Er zog mich noch näher an sich heran und küsste mich auf die Schulter. Wir lagen beide auf der Seite und er hielt mich fest umschlungen. So verharrend schlief ich schließlich erschöpft ein.
***
Die ersten Sonnenstrahlen kitzelten mein Gesicht und ich wachte schlaftrunken auf. Ich benötigte einen Augenblick, bis ich begriff wo ich war. Severus Bett war unter mir, seine Decke auf mir, doch wo war er selbst? Ich blickte mich in seinem ganzen Zimmer um, doch sehen konnte ich ihn nicht. Ohne mir weiter Gedanken zu machen, streckte ich mich und stand vom Bett auf, die dünne Decke um mich gewickelt.
Erst jetzt sah ich mir das Zimmer genauer an. Es war dunkel, und Schwarz war die dominierende Farbe. Mann, der Kerl braucht einen neuen Innenausstatter!, lächelte ich in mich hinein. Ein bisschen Farbe tat aber nicht nur dem Raum gut, sondern würde auch ihm ganz gut tun. Farbe und Sonne! Ich hatte noch nie jemanden gesehen, der so blass war wie er, und ich war selbst nicht gerade sonnenverwöhnt.
Ich griff nach meinem BH, der auf dem Boden lag und zog ihn mir an, wobei ich die Decke um die Hüfte band. Meinen Slip zu finden war schon schwieriger. Nach endlosen Minuten fand ich sie schließlich unter dem Bett. Wie die da hingekommen war, wollte ich mir nicht einmal vorstellen. Meine Hose lag auf einem Stuhl (-in Hogsmead hatte ich Hosen getragen-) und mein Sweatshirt hing am Schrank, oder bessergesagt am Schlüssel am Schrank. Meinen Mantel legte ich sorgfältig über den Stuhl und fischte am Schluss noch meine Strümpfe aus einer Ecke und war somit wieder komplett, aber von Severus war noch immer keine Spur. Ich schnürte mir die Schuhe zu und setzte mich danach auf das Bett um weiter zu warten. Wo war Severus plötzlich? Wann war er gegangen?
Ich hatte das Gefühl, dass es besser war zu warten, anstatt mich einfach aus dem Staub zu machen. Und so blieb ich sitzen und hoffte darauf, dass endlich etwas passieren würde.
Ich musste nicht lange warten, bis die Tür aufgestoßen wurde und Severus auf leisen Sohlen eintrat. Seine Sicht wurde von einem Tablett behindert. Er stellte es auf seinem Tischen ab, das an die Wand gestellt war und war überrascht, als er sah, dass ich bereits angezogen war.
„Ich habe uns etwas zu essen besorgt. Niemand scheint dich beim Frühstück vermisst zu haben.“, sagte er mit vielwissendem Grinsen. Ich stand vom Bett auf und er gab mir einen schnellen Kuss, dann präsentierte er seine Beute, die aus einem Saft, vier Brötchen und verschiedene Belegen bestand. Ich schnappte mir das Glas und trank mit großen Schlucken. Der kühle Saft rann meine Kehle herab und hinterließ einen sauren Nachgeschmack.
„Hätte ich geahnt, dass du so durstig bist, hätte ich dir eine ganze Kanne mitgebracht.“ Seine Brust erbebte beim Lachen. Ich schmiegte mich an ihn und er fütterte mich mit einer der Brötchenhälften.
„Aber ich bin schließlich ein Zauberer...“, klärte er mich auf und murmelte eine Zauberformel. Wie aus dem Nichts füllte sich wieder mein Glas. Ich lächelte ihn dankend an und spülte die Krümel aus meinem Mund. Er nahm mir das Glas ab, trank selbst einen Schluck daran und stellte es dann wieder ab. Dann küsste er mich erneut.
„Du kannst ja heute nicht genug von mir bekommen“, schmunzelte ich. Mich noch küssend nickte er und gab mir einen kleinen Klaps auf den Po.
„Und jetzt solltest du aber zum Unterricht gehen!“, sagte er nachdem wir uns von einander gelöst hatten. „...aber vorher solltest du dich doch vielleicht zuerst umziehen - ist nur so ein Rat von mir.“ Ich warf ihn einen nichternstgemeinten giftigen Blick zu und griff nach meinem Mantel. Einen Abschiedskuss später war ich auf dem Weg in den Gryffindorbereich, damit ich mich umziehen konnte.
An diesem Morgen war ich die Ruhe selbst und strahlte über beide Wangen. Auch die Gemälde, die mich sonst immer nervös machten, waren mir egal. Ich ließ sie links liegen und stand vor der Fetten Dame. Wie war noch das Passwort? Jetzt hatte ich ein Problem: Mir wollte ums Verrecken das Passwort nicht mehr einfallen. Es war erst vor kurzem geändert worden und ich war meist in einer Gruppe, sodass ich nicht das Passwort aussprechen musste. Ich probierte einige Sachen, die ich noch in Erinnerung hatte, aber das Gemälde bewegte sich nicht.
„Du weißt, dass ich zu Gryffindor gehöre, warum lässt du mich nicht einfach rein?“, probierte ich es auf die psychologische Tour. Doch die Fette Frau ignorierte mich vollends. Das war wohl nichts!
Seltsamer Weise konnte auch dieser Vorfall meiner Laune keinen Abbruch geben. Musste ich ja auch nur warten, bis der nächste Gryffindorer in den Gemeinschaftsraum wollte.
Tja, das Problem war nur, dass irgendwie keiner kam. Ich wartete bereits eine geschlagene Stunde, doch niemand war gekommen. Sie waren wohl alle gleich vom Frühstück zur ersten Stunde gegangen, und ich war gerade dabei diese zu verpassen. Obwohl ich nicht glaubte, dass mich jemand vermisste, hatte ich ein komisches Gefühl bei dem Gedanken, etwas verpassen zu können. Aber was sollte ich tun?
„Was tust du denn hier?“, prasselte eine schlechtgelaunte Stimme auf mich ein. Gut, eine Stimme kann nicht schlechtgelaunt sein, aber dafür derjenige, zu dem die Stimme gehörte: Percy Weasley, der Vertrauensschüler von Gryffindor. „Du solltest doch eigentlich im Unterricht sein!“ Ich war so perplex über sein plötzliches Erscheinen, dass ich nichts sagen konnte. Im ersten Moment hatte ich seine Worte überhaupt nicht verstanden. Mit großen Augen hatte ich ihn angestarrt.
„Ich? ... hab mein Passwort vergessen.“, stammelte ich noch immer ganz verwirrt.
„Vergessen?“, schallte es gleich. Irgendwie hatte ich das unbestimmte Gefühl, dass mich Percy nicht mochte. Ich war so groß wie er, hatte aber dennoch großen Respekt vor ihm, deshalb antwortete ich nicht mit trotziger Stimme, sondern versuchte mein Problem zu erklären. Seine Mine veränderte sich während meiner ganzen Rede nicht im geringsten. Das wiederum machte mich wütend.
„... Percy, kannst mir mal bitte sagen, was du gegen mich hast? Was hab ich dir denn getan?“ Er fühlte sich vor den Kopf gestoßen. Nun stammelte er kurz etwas, dann sagte er das Passwort und rauschte ab. Ich sah ihm hinterher und fragte mich nun wirklich, was er gegen mich hatte. Hatte ich ihn irgendwann mal verletzt? Bisher hatte ich noch kein Wort mit ihm gesprochen.
Einen Moment blieb ich noch stehen, dann eilte ich die Treppen zu den Mädchenunterkünften hinauf. Ich zog mir schnell meine Schuluniform an und hoffte, dass der Unterricht schnell vorbei sein würde; ich benötigte dringend eine Dusche! Ich kämmte mich schnell und war schon wieder unterwegs.
McGonagall würde mich bestimmt zur Sau machen (-hoffentlich nicht wörtlich gemeint!-). Wir hatten eine Doppelstunde bei ihr und die Tatsache, dass ich die erste Stunde verpasst hatte, würde ihr bestimmt nicht gefallen.
Meine Befürchtungen waren jedoch noch untertrieben. Als ich in den Klassensaal eintrat, beäugten mich zwei wutschäumende Augen.
„Miss Nightingale, wie wunderbar, dass Sie sich doch entschieden haben, dem Unterricht zu folgen! Ich darf Sie vielleicht daran erinnern, dass Sie aus reiner Herzensgüte an Hogwarts aufgenommen wurden und Sie kommen nun schon zum zweiten mal in einer Woche zu spät! Zuerst lassen Sie Professor Lupin warten und nun verspäten Sie sich sogar um eine ganze Stunde!“ Die ganze Klasse hatte sich zu mir umgedreht und starrte mich an, wie ich zur Salzsäule erstarrt dastand.
„Da Sie sich anscheinend nicht allein an Zeiten halten können, muss jetzt die ganze Klasse dafür büßen. Zwanzig Punkte werden Gryffindor abgezogen für jedes Zuspätkommen. Das wären bisher vierzig Punkte. Dies sollte Anreiz genug sein von nun an pünktlich zu sein... Ich bin mir sicher, dass Ihnen ihre Klasse gerne bei ihrem Zeitproblem zur Seite steht!“ Na toll, jetzt hatte sie die ganze Klasse gegen mich aufgehetzt. Entnervtes Aufstöhnen war zu hören und mir war zum Heulen zumute.
„Nun setzen Sie sich auf Ihren Platz!“, herrschte mich die Lehrerin an. In mir stieg eine unglaubliche Wut über die Demütigung auf, die dank der Erinnerung an Percys Verhalten noch geschürt wurde. Ich ballte meine Fäuste und spürte, wie mich die Wut durchströmte. Mein Blick verschleierte sich und ich spürte, wie eine mächtige Energie in mir aufstieg. Wie automatisch kreuzte ich meine Arme und beschwor einen Blitz herauf, den ich auf die gesamte Klasse loslassen wollte. Doch bevor ich tatsächlich etwas getan hatte, war die Energie auch wieder verschwunden.
Die geschockten Gesichter der Dreizehnjährigen bestätigten mir, dass ich es nicht geträumt hatte. Auch McGonagall war sichtlich überrascht und wusste einen Moment nicht, was sie tun sollte. Dann kam sie aber auf mich zu und zog mich aus dem Klassensaal.
„Wie haben Sie das gemacht?“ Sie wartete auf keine Antwort und schloss mit: „Wir gehen jetzt zu Professor Dumbledore. Vielleicht hat er eine Erklärung, was gerade eben geschehen ist.“ Ich befürchtete nun einen Verweis von der Schule zu bekommen. Severus würde ich dann vermutlich nur noch selten sehen können, vielleicht sogar nie wieder.
Ich hatte so meinen Befürchtungen nachgehangen, dass ich nicht gemerkt hatte, wie schnell wir doch bei der Wendeltreppe angekommen waren. McGonagall sagte das Passwort und der Adler schraubte sich nach oben und gab die Treppe frei. McGonagall schien wirklich wütend zu sein, denn sie zerrte mich hinter ihr her. So hatte ich die Professorin noch nie erlebt; bisher hatte ich sie immer für unglaublich nett und so etwas wie eine Mutterfigur gehalten, aber ihre plötzliche Ablehnung mir gegenüber überraschte mich. War es nur wegen dem Zuspätkommen oder gab es da einen Zusammenhang mit Percys Verhalten? Erneut wurde ich aus meinen Gedanken gerissen, als wir vor Dumbledore standen.
„Was ist denn los, Minerva?“ Er blickte uns über die Halbmondbrille hinweg fragend an.
„Miss Nightingale hat gerade in meinem Unterricht einen Blitz erzeugt.“
„Ach, hat sie das? Nun Miss Nightingale, dann erzählen Sie mal, wie sie die Sache erlebt haben.“ Ich tat es und erzählte ihm alles, auch die Sache mit Percy. Die Geschichte mit Severus behielt ich natürlich für mich und zwang mich nicht mal darüber nachzudenken. Die Angst war nämlich groß, Dumbledore könnte meine Gedanken lesen.
„Sie haben das Passwort vergessen? In die Mädchenschlafräume wollten Sie, weil Sie sich beim Frühstück bekleckert hatten, das Sie schon nicht mit den anderen eingenommen haben, sondern später. Und dann kam Mister Weasley und giftet Sie unvermittelt an. Ist es bisher richtig? Gut, dann gingen Sie zur zweiten Stunde zu Professor McGonagall und werden gleich mit einem Donnerwetter empfangen? Aha... Doch wie haben Sie diesen Blitz in Ihren Händen erzeugt?“ Ich erklärte ihm meine Gefühle in diesem Moment und er nickte verständlich.
„Es zeugt von Ihrem großen Talent, Eva, dass Sie einen Blitz beschwören konnten, aber ich muss Sie eindringlichst darum bitten, Ihre Gefühle besser unter Kontrolle zu haben!“ Ich nickte bedrückt.
„Ich verspreche es, aber ich möchte mich auch noch bei Ihnen, Professor McGonagall, entschuldigen. Zuerst für meine Verspätungen, und letztendlich noch wegen meinem Ausraster im Klassensaal.“ Sie musste einen Moment überlegen, sah mich dann aber gütig an und legte mir ihre Hand auf den Arm: „Schon gut, ich sehe ja, dass es Ihnen leid tut, deshalb will ich auch über den Punktabzug hinwegsehen.“ Ich lächelte schmal und Dumbledore schickte mich aus seinem Büro, um noch einige Worte mit McGonagall zu wechseln.
Auch wenn es mir schwer fiel, ging ich zurück zum Klassensaal, wo ich mit eifrigem Geflüster empfangen wurde. Ich setzte mich auf meinen Platz zurück, der neben Neville war, der mich wiederum keines Blickes würdigte.
Das Gemurmel endete erst, als McGonagall zur Tür herein kam und mit einem Lächeln vor die Klasse trat.
„Der Punktabzug ist rückgängig gemacht und auch die Androhung von Punktabzügen ist bis auf Weiteres zurückgestellt... Miss Nightingale, haben Sie ihrer Klasse vielleicht noch etwas zu sagen?“ Ich stand auf und versuchte, das leichte Beben in meiner Stimme zu unterdrücken:
„In der Tat. Ich muss mich bei euch allen entschuldigen. Meine Verspätungen hätten euch vielleicht den Hauspokal gekostet und das will ich nicht. Mir tut auch leid...das, was vorhin geschehen ist. Ich hatte euch gefährdet, weil ich die Kraft, die in mir lodert nicht unter Kontrolle hatte. Aber ich muss euch auch bitten darüber hinweg zu sehen. Ich habe und hatte es nicht leicht in eurer Klasse. Ich bin nicht nur älter als ihr, sondern auch anders... Leute begegnen mir mit Misstrauen und Hass und ich weiß nicht mal, warum das so ist. Ich habe nichts getan! Nichts!“ Meine Stimme war brüchig geworden und ich konnte nicht mehr weiter sprechen, sonst wäre ich noch in Tränen ausgebrochen. So setzte ich mich zurück auf meinen Platz und hoffte, dass meine Ansprache auch etwas bewirkt hatte.
Minuten geschah gar nichts. Die Stunde war inzwischen vorbei, aber niemand bewegte sich vom Fleck. Selbst McGonagall hinter ihrem Pult sah mich mitleidig an und bewegte sich nicht. Mir war die Situation sehr unangenehm, deshalb stand ich auf und machte mich auf den Weg zur nächsten Unterrichtsstunde. Als ich mich an der Tür noch einmal umdrehte, saßen alle noch auf ihren Plätzen. Ich wollte gerade aus der Tür gehen, als sich Klotz löste.
„Warte!“, bat Hermine. Ich blieb stehen und drehte mich zu ihr um.
„Ich wollte nur sagen, dass ich dich verstehe. Besser noch, als du denkst“ Sie machte eine kleine Pause um nachdenken zu können. „... und deshalb denke ich, dass wir uns auch bei dir entschuldigen müssen.“ Zustimmendes Gemurmel entstand.
„Danke“, sagte ich knapp und schenkte ihr ein Lächeln. Viele Schüler waren inzwischen aufgestanden und gingen zur nächsten Unterrichtsstunde. Als sie bei mir ankamen, flüsterten mir viele aufmunternde Worte zu. Ich nickte jedem dankend zu.

Und so hatte ich mich in die Erinnerung der Gryffindors zurückgebracht. Keiner ignorierte mich mehr einfach.


Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.

Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel

Top-News
Suche
Updates
Samstag, 01.07.
Neue FF von SarahGranger
Freitag, 02.06.
Neue FF von Laurien87
Mittwoch, 24.05.
Neue FF von Lily Potter
Zitat
Manchmal nützt es, mich vor all den Leuten lächerlich zu machen, die mich als Autoritätsperson erleben. Auch ich habe nicht auf alles eine Antwort parat, und die Mitarbeiter geben nur ihr Bestes, wenn sie mich nicht für vollkommen halten.
Mike Newell