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Zauberer und andere Probleme - Kapitel 7 - Puzzelteile

von Eva Nightingale

Die Frage, warum Severus etwas gegen Harry hatte, war noch immer nicht geklärt. Auch drei weitere Versuche endeten in seinem Bett und danach in der Vergessenheit. Nicht dass mir das nicht gefallen hätte, aber langsam kam das Gefühl in mir auf, dass er das extra tat. Denn immer wenn ich mit meiner Frage ansetzen wollte, fing er mich wild an zu küssen. Und nach drei Versuchen, war es schon langsam wirklich auffällig.
Ich würde es eh irgendwann rausfinden, schwor ich mir und gab es vor erst auf.

Während des Unterrichtes benahm sich Severus mir gegenüber, wie all den anderen Schülern aus Gryffindor, nur dass er mich nicht offen anfeindete, wofür ich ihm dankbar war. Die erste Stunde war dennoch etwas gewöhnungsbedürftig, denn ich hätte nie mit solch einer Kälte in seinen Augen und seiner Stimme gerechnet. Sein Blick, vor allem wenn er Harry anstierte, war bösartig, gar angsteinflößend. Severus nutzte jede Chance um Gryffindor Punkte abzuziehen, und waren sie noch zu abwegig. Und das schlimmste an der Sache war, dass er nicht einmal einen Hehl daraus machte.
An jenem Tag verwehrte ich ihm meine Küsse und wich ihm aus. Er bemerkte es natürlich und stellte mich zur Rede – und ich warf ihm einige unschöne Dinge an den Kopf.
„Wie kannst du nur so ... kalt sein? Du bist richtig fies im Unterricht“ Bei mir war er alles andere als kalt und ich verstand sein seltsames Benehmen vor der Klasse nicht.
„Kalt?“, herrschte er mich wütend an. „Und wenn schon. Ich denke, ich kann selbst entscheiden, wie ich meinen Unterricht führe!“, fügte er barsch hinzu. Er hatte es mit solch einer Kälte gesagt, sowie er auch im Unterricht sprach und ich wich ihm wieder und noch heftiger aus, als er auf mich zutrat. Ich sprang zur Seite, als er nach mir greifen wollte, um mich festzuhalten.
„Ich will dir ja gar nichts vorschreiben, aber warum musst du ein Lehrer sein, der von seinen Schülern gefürchtet wird?“
„Weil Furcht Respekt mit sich bringt“, antworte er schnell und seine Stimme wurde sanfter. „Meine Schüler sollen Respekt vor mir haben und nicht auf meiner Nase herumtanzen!“ Auch aus seinen Augen war die Kälte gewichen und er sah mich mit einer Mischung aus Stolz und Verzweiflung an. So wie er dastand, tat er mich schlicht und ergreifend leid. Ich wollte ihn in den Arm nehmen, aber das wäre falsch gewesen. Sein Stolz war stark und er wollte nicht getröstet werden und so blieb ich einfach mit verschränkten Armen stehen und wartete ab, was geschehen würde.
Momente vergingen und wir sahen uns an. Er machte eine Bewegung auf mich zu und ich ließ es geschehen. Mein Widerstand war gebrochen und ich ließ ihn an mich herankommen, ließ in seine Arme um mich schlingen und seinen warmen Lippen auf die meinen pressen.
„Außerdem wäre es ziemlich auffällig, wenn ich mich plötzlich freundlich verhalten würde und keinen Gryffindor mehr triezen würde“, schmunzelte er, nachdem wir uns von einander gelöst hatten. Ich gab ihn ein schmales, sarkastisches Lächeln als Antwort und machte mich wieder in den Schlafraum auf.

Dies war nun schon eine Ewigkeit her, aber Severus verhielt sich immer noch so kühl und abweisend den Gryffindors gegenüber. Ich hatte aber mittlerweile auch verstanden, warum er seine Gewohnheiten beibehielt. Eine plötzliche Verhaltensänderung wäre sehr auffällig gewesen und gerade Harry hätte sofort etwas gemerkt, erwartete er so zu sagen, jede Stunde irgendeine Gemeinheit von Severus. Manche Sachen, die er jedoch brachte, schockierten mich noch immer, aber ich sprach Severus nicht mehr darauf an. Er hätte nur aggressiv darauf reagiert.
Seit meiner kleinen Rede in McGonagalls Unterricht am Tag zuvor, waren Harry, Ron und Hermine noch sympathischer für mich. Was mir das Schauspiel noch unerträglicher machte.
Am heutigen Tag war ich jedoch mit den Leuten aus Slytherin und Ravenclaw verabredet und schlug deshalb eine Einladung von den dreien aus.
„Super lieb, das ihr an mich gedacht habt, aber ich treff’ mich mit einigen Leuten aus Ravenclaw und Slytherin!“ Als der Name dieses Hauses fiel, blickten sie mich besorgt an.
„Du verkehrst mit Leuten aus Slytherin?“, fragte mich Hermine erhitzt. Ich nickte stumm und Ron fügte noch hinzu, dass ich dann auf mich aufpassen sollte.
„Slytherin brachte die meisten schwarzen Magier hervor.“, klärte er mich schnell auf. „Die meisten die dort sind... sagen wir mal so... sind nicht sehr nett!“ Harry war die ganze Zeit still geblieben, ihn schien ein anderes Problem zu beschäftigen. Er hatte meine Aufmerksamkeit auf ihn gelenkt und ich starrte ihn unverwandt an.
„Harry? Geht’s dir nicht gut?“, fragte ich vorsichtig, als er meinen Blick bemerkte. Er murmelte etwas, das wie „mir geht’s gut“ klang. Ron und Hermine warfen sich vielsagende Blicke zu und gingen dann mit Harry davon.
Ich sah den dreien hinterher. Vermutlich ist er wegen diesem Black besorgt, rätselte ich leichthin. Letzte Woche war versucht worden in den Gemeinschaftsraum von Gryffindor einzubrechen. Das Bildnis der fetten Dame wurde dabei schwer beschädigt und sie hat sich in ein anderes Gemälde gerettet. Das Bild wurde schließlich abgehangen und durch das Gemälde von Sir Cadogan ersetzt. Sir Cadogan war ein furchtloser Ritter und Edelmann, der zuvor zusammen mit seinem fetten grauen Pony eines der Bilder in einem verlassenen Korridor im siebten Stock auf dem Weg zum Nordturm von Schloss Hogwarts bewohnt hatte. Er forderte Schüler zu Duellen heraus, beleidigte sie und änderte ständig die Passwörter, mit denen man Zutritt zum Turm erhielt. Vor allem Neville hatte Probleme mit den Passwörter, da er sich nicht gerade durch einen guten Erinnerungssinn auszeichnen konnte. Das Ereignis hatte aber noch einen ziemlich fiesen Nachgeschmack, denn nun war sicher, dass sich Black Eintritt in das Schloss verschaffen konnte, trotz der Dementoren auf dem Gelände. Wenn man vorher nicht schon Panik hatte, war es nun so weit. Doch ich, da mir die Verbindung zur Zaubererwelt fehlte, verfiel nicht der rastlosen Furcht vor Black, vor allem, da mir Severus versicherte, dass das ganze Schloss nach ihm abgesucht würde. Jedoch konnte ich Harry sehr gut verstehen, wenn ich mir vorstellen würde, der irre Mörder sei hinter mir her...
Ich schüttelte den Gedanken an Black und Harry ab und machte mich schließlich zum Treffpunkt auf. Die fünf Freunde erwarteten mich bereits. Ethan und Alexander waren an die Wand gelehnt und empfingen mich mit einem Lächeln. Auch Lily, Daisy und Pansy strahlten mich an.
„Dann können wir ja gehen!“, sagte Alex und drückte sich von der Wand ab.

Wir liefen quer über die Ländereien von Hogwarts.
Der Tag war düster und neblig. Durch die Nebelwand konnte man den nahen Wald nur erahnen. Der Verbotene Wald lag düster und undurchdringlich da und nur der Anblick jagte mir fast eine Gänsehaut ein.
„Wo gehen wir eigentlich hin?“, fragte ich schließlich, als wir dem Wald immer näher kamen. Es kam von keinem eine Antwort und ein Blick auf ihre Gesichter verriet mir, dass auch keine kommen würde. Statt der Antwort, war auf ihren Gesichtern ein verschwörerisches Grinsen erschienen.
„Ich will ja keine Spielverderberin sein, aber soweit ich weiß, ist der Wald für uns verboten!“ Ihr Grinsen wurde nur noch breiter.
„... Ach und hier streunen überall Dementoren herum, und Black nicht zu vergessen!“, meinte ich misstrauisch.
Die fünf blieben kurz stehen und Alex sagte: „Es heißt die Leute von Gryffindor seien mutig...“ Er sah mich herausfordernd an und eine Augenbraue schnellte in die Höhe.
„Mutig mag sein, aber das heißt nicht, dass sie dumm sind und sich unnötigen Gefahren aussetzen oder?“, sagte ich beleidigt.
„Wenn du nicht mitkommen willst, dann geh eben zurück zum Schloss und verkriech dich in deiner Kammer!“ Der gute Alex wurde zickig. Ein gutes Opfer für mich, war ich doch die ungekrönte Königin im Zickigsein (o.k. vielleicht die Prinzessin...).
„Vielleicht tue ich das, denn ich hab im Gegensatz zu dir wohl noch ein Fünkchen Verstand in mir.“ Sein Gesicht nahm eine rötliche Färbung an und nun erkannten auch seine Freunde die Gefahr in ihm und versuchten ihn zu beruhigen.
„Alex, reg dich ab. Du kannst nicht verlangen, dass sie einfach willenlos alles über sich ergehen lässt. War halt ne blöde Idee, sie mitzunehmen.“, versuchte Pansy einzulenken.
„Du weißt, aber dass wir sechs Leute brauchen für das Ritual... Au!“ Ethan hatte Alex ans Schienbein getreten und funkelte ihn wütend an.
„Welches Ritual?“, fragte ich misstrauisch und stemmte die Arme in die Seite. Alex biss sich auf die Lippe und tat wohl gut damit, nichts mehr zu sagen. Aber auch die anderen blieben still.
„Hört mal, wenn ihr irgendein Ritual machen wollt, dann weiht mich erst einmal ein, damit ich überhaupt weiß um was es geht und ob ich da mitmachen will.“ Meine Stimme war gereizt und hart. Doch dies war nichts im Angesicht Alex’ Stimme:
„Vergiss es. Wir werden einen anderen finden!“
„Fein!“ Und schon rauschte ich davon. Ich hätte bei keinem Ritual mitgemacht, auch wenn ich gewusst hätte, um was es ging. Ich war noch zu unerfahren mit der Magie, als dass ich mich in irgendwelche Rituale verrannte. Sollen sie doch in den Wald gehen und dort den Tod finden; es wäre ganz allein irre Schuld, dachte ich wütend. Trotz der Wut über ihre Dummheit, war doch auch meine Neugierde geweckt worden... und dies war nicht gut für die fünf aus Ravenclaw und Slytherin. Gar nicht gut!
Dennoch war die Enttäuschung groß, die ich empfand. Hatte ich doch gehofft, endlich Freunde in den Fünf gefunden zu haben.
Tja, das war wohl nichts!, schallte es in mir, und um wieder etwas zur Ruhe zu kommen und der Zerrüttung zu entkommen, holte ich tief Luft. Die Luft, die meine Lunge aufblähte, war kühl und feucht. Der muffige Geruch des immer noch nahen Waldes war ein großer Bestandteil, der sich wie ein Deckmantel über all die anderen Gerüche gelegt hatte.
Doch das Luftholen hatte seinen Zweck verfehlt, zwar war ich äußerlich ruhiger, doch in meinem Innern brodelte es. Die Gedanken sausten durch meinen Geist und sorgten für noch mehr Fragen. Was für eine Rolle hätte ich bei diesem Ritual gespielt? Hatten sie mich etwa nur angesprochen um dieses Ritual durchzuführen? Hatten sie es schon länger geplant? Die wichtigste Frage jedoch war: Was für ein Ritual war es?

In Diesem Zustand lief ich schließlich ins Schloss zurück. Ich warf tief in meinen Gedanken versunken, als ich gegen etwas stieß. Das Etwas entpuppte sich jedoch nach einer Schrecksekunde als Professor Lupin. Er sah mich einen Augenblick verstört an, dann wurde seine Miene wieder freundlich und er wünschte mir höflich „Guten Morgen!“.
„Guten Morgen!“, entgegnete ich daraufhin peinlich berührt und fuhr fort:
„Es tut mir leid, aber ich habe Sie nicht gesehen!“ Meine Stimme war leise und mein Gesicht mittlerweile so rot wie eine Ampel. Lupin jedoch versicherte dem fleischgewordenem Ampelmännchen, mir, dass ja nichts geschehen sei und lächelte mich dabei herzlich an.
„Wollen wir vielleicht ein Stückchen zusammen gehen? Die Gefahr scheint mir dann geringer, dass Sie wieder gegen etwas stoßen“, fügte er frech hinzu. Ich nahm sein Angebot zögerlich an und folgte ihm durch die verschlungenen Flure.
„Sie haben sich mittlerweile gut eingelebte, wie ich sehe.“, meinte er nach einer Weile.
Ich murmelte etwas Unverständliches und hoffte, dass er bald mit der Sprache rausrücken würde, warum wir hier zusammen gingen. Doch das tat er nicht. Wir liefen stumm durch die Gänge ohne erkennbares Ziel, bis er plötzlich stehen blieb und ich automatisch auch halt machte.
„Haben Sie vielleicht noch einen Moment?“ Ich zuckte ungeduldig mit den Schultern. „Natürlich.“
Er sah sich um, griff nach einem Türknauf, öffnete die Tür und sah sich auch darin um. Ein erneuter Kontrollblick, und dann zog er mich in den leeren Klassensaal hinein.
„Professor, könnte ich vielleicht langsam mal erfahren, was das hier soll?“, platzte es aus mir heraus. Lupin, der sich nochmals im Raum umgesehen hatte, fixierte mein Gesicht, und in seinem Blick war etwas Undefinierbares.
„Ich bin nicht derjenige, der hier Verstecken spielt.“ Unverständlich und unverwandt starrte ich an.
„Sie mich nicht so an! Ich kenne Snape nun schon solange, denkst du, mir würde das nicht aufgefallen?“ Severus? Ich hatte eine schlimme Vorahnung, tat aber so, als hätte ich keine Ahnung, wovon er sprach.
„Was? Was soll Ihnen an Professor Snape aufgefallen sein, und was habe ich damit zu tun?“ Er lachte leise.
„Ich weiß nicht, was du mit ihm getan hast, aber er ist... nicht mehr so abweisend wie früher.“, murmelte Lupin und strich sich eine breite Strähne aus den Augen.
„Dann sollten Sie vielleicht froh sein. Was soll ich denn damit zu tun haben?“
„Du bist kein Kind mehr. Nach dem Gesetz bist du sogar schon volljährig... Ich denke du weißt genau, was ich meine!“ Sein Ton wurde aufbrausender, aber ich beharrte auf meine Unwissenheit. Als er sich wütend herumdrehte, wehte sein alter, abgetragener Umhang, der mit vielen Flickstücken ausgebessert war, im leichten Lüftchen der Bewegung.
„Tu doch nicht so. Ich weiß, dass da etwas nicht stimmt. Snape hasst mich seit der Schulzeit und plötzlich ist er sogar fast freundlich mir gegenüber, und du behauptest noch, du wüsstest nichts.“
„Ich bin nur nicht so vermessen zu glauben, dass diese Veränderung, die in Professor Snape vorgegangen wäre, was Sie behaupten, ich herbeigeführt haben soll.“ Entnervt atmete er aus und tippte nervös auf einen der vielen Tische im Raum.
„Fein. Du willst dein Spiel bis zum Ende weiterspielen. Doch sei gewarnt, du könntest Dinge über Snape erfahren, die du dir nicht einmal vorstellen kannst. Er hat mehr Geheimnisse, als du denkst.“, sagte er aufgebracht und stürmte aus dem Zimmer.
Das hätte ich niemals von ihm erwartet! Ich wusste nicht einmal, dass er auch mal wütend sein kann. Und doch hatte ich seine Warnung nicht überhört. Dinge, die ich mir nicht einmal vorstellen könnte. Was sollte das heißen? Doch noch mehr sollte mir Sorgen machen: Er hatte etwas gemerkt und wenn es mittlerweile schon so offensichtlich war, wären unsere Versuche bisher umsonst gewesen und dies hätte verheerende Auswirkungen. Ich musste mit Severus sprechen und dies möglich schnell... Nein, halt, das wäre ein Fehler, das würde jeder erwarten. Ich musste noch vorsichtiger sein. Keine spontanen Geschichten mehr!
Zu Severus musste ich dennoch, aber dies musste warten und durfte keinesfalls Aufmerksamkeit erregen.
Und so drehte ich um und ging in den Gryffindor Gemeinschaftsraum. Er war wie ausgestorben, doch im Kamin loderte ein Feuer. Ich setzte mich in einen der Sessel, die dem Kamin am nächsten waren, wohlwissend, dass dies Harrys, Rons und Hermines Stammplätze waren. Doch von den Dreien war keine Spur, und deshalb riss ich mir einen der gemütlichen Sessel unter den Nagel. Draußen hatte es wieder unmerklich angefangen zu schneien, und kleine Schneeflocken bahnten sich ihren Weg über den wolkenbehangenen Himmel, hinab auf die weiße Welt.
Alles war ruhig und ich döste vor mich hin, bis ich schließlich ganz einschlummerte.

„Lucia, Lucia, erwache!” Ich öffne meine Augen und blicke in das Gesicht eines jungen Mannes. Einen Moment brauche ich und dann erkenne ich meinen Gefährten in ihm. Überglücklich über seinen Anblick, werfe ich mich an Lucians Hals und küsse ihn leidenschaftlich, doch er drückt mich weg und sieht mich flehendlich an:
„Dafür haben wir keine Zeit!” Er gibt mir einen flüchtigen Kuss auf die Hand und drückt sie an seine Brust. Erst jetzt bemerke ich, dass sein Hemd blutgetränkt und durchgeschwitzt ist. Erschrocken sehe ich ihn an und forme mit meinen Lippen eine Frage, doch er schüttelt nur den Kopf, küsst mich kurz und zieht mich zu sich herauf.
„Komm!“ Ich trage nur ein leichtes Negligé und keine Schuhe. Es ist Winter, und meine Füße sind schon ganz taub. Immer wieder sinke ich in den knöcheltiefen Schnee ein.
Lucian zieht mich unbarmherzig hinter sich her.


Als ich aufwachte, spürte ich förmlich noch die Kälte, die meine Knochen herauf stieg. Dieser Traum war so unendlich realistisch gewesen.
Nach einer Weile musste ich der Wärme des Feuers und der verlockende Stille meinen Tribut zahlen und erneut schlief ich auf dem bequemen Sessel ein.

„Was.... was ist los?“ Vor drei Tagen war er aufgebrochen. Eine geschäftliche Reise, so hatte er mir gesagt, doch ich weiß längst, dass es etwas mit dem Zirkel zu tun hatte. Immer wieder ist er im Namen des Zirkels unterwegs gewesen und verbreitete die Kunde der letzten Druiden. Die christliche Religion hatte schon vor Jahrhunderten die der Kelten abgelöst und noch immer gibt es Geheimorden, die das Druidentum am Leben halten.
„Teneth wartet am Rand des Waldes auf uns.“, sagt er schwer atmend. „Der dunkle Lord... Seine Todesser haben uns aufgelauert.“ Mein Herzschlag beschleunigt sich unnatürlich. Der, dessen Namen nicht genannt werden darf? Sie haben uns also gefunden.
Vor zwei Jahren waren wir ins schottische Hochland geflüchtet, aus Frucht der dunkle Lord könnte uns finden. Meine Erblinie ist vollkommen reinblütig, und auch die von Lucian ist zurückzuführen bis zu einem der ersten Druiden, und dennoch werden wir von den Todessern verfolgt. Ich bin mir sicher, dass es etwas mit dem Zirkel zu tun hat. Immer hat es mit dem Zirkel zu tun...

Ich sehe Teneth schon in der Ferne stehen. Seinen Zauberstab hat er hervorgeholt und leuchtet uns den Weg damit. Nicht mehr weit und wir hätten ihn erreicht, doch plötzlich höre ich Schritte. Sie kommen immer näher. Kaum habe ich sie war genommen, schwirren die ersten Flüche durch die Luft.
„Geh zu deinem Bruder, schnell!“, herrscht mich Lucian an und schubst mich in Teneth Richtung. „Benenn das Kind nach mir!“, ruft er mir hinterher und zieht seinen Zauberstab hervor. Ich drehe mich ein letztes Mal zu ihm um, und gerade in diesem Moment trifft ihn ein Fluch. „CRUCIO!“ Keine Wirkung, dank eines Gegenfluches, doch dann... Ein weiterer Todesser belegt ihn mit dem Todesfluch, Avada Kedavra. Tod bricht er in sich zusammen, ohne jegliche Verletzung.
„Lucian, Neiiiiiiiiiinnnnnnnnnnnnnnn!“ Mein Herz ist in einem einzigen Moment zu Stein erstarrt. Tränen steigen explosionsartig in mir auf und vernebeln meinen Blick. Ich bin stehen geblieben und starre den toten Körper am Boden an. Da liegt meine größte Liebe, hingestreckt durch einen einzigen Fluch. Teneths Stimme dringt leise an mein Ohr, doch ich bin taub vor Schmerz. Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie ein Todesser auf mich zutritt und dann höre ich einen Fluch. „AVADA KEDAVRA!“


Ich schreckte verwirrt hoch.
„Wer ist Lucian?“, kam es plötzlich von irgendwo hinter mir. Erschrocken drehte ich mich zur Stimme um und erkannte Neville, der am Portraitloch stand.
„Tut mir leid, ich wollte dich nicht erschrecken.“ Er sah mich entschuldigend an und druckste mit seinem Fuß. Ich lächelte schwach und tat es mit einer Handbewegung ab – auch wenn ich den Traum leider nicht so leicht abtun könne. Der Schreck saß noch tief. Es schien, als hätte ich den ganzen Schmerz und die Trauer wirklich empfunden.
„Geht es dir nicht gut? Du bist ganz blass! – Vielleicht solltest du zu Madam Pomfrey gehen.“, riet mir Neville.
„Nein! ... nein. Mir geht es gut. Ich hatte nur einen Albtraum.“ Obwohl ich mir nicht sicher war, ob es tatsächlich nur ein Traum war. Es war wie der seltsame Traum in London und ich war mir sicher, dass die Träume zusammen gehörten. Teneth war der schöne Fremde in meinem Londontraum, doch nun hatte ich mehr Erinnerungen und wusste mehr über meinen Charakter und auch über die anderen. Lucian... Mein Herz stach bei dem Gedanken an ihn. Was hatte das alles zu bedeuten?
„Du solltest wirklich zur Pomfrey gehen, du siehst aus, als würdest du jeden Moment umkippen!“, unterbrach Neville meine Gedanken. Ich nickte zustimmend, auch wenn es nicht Madam Pomfrey wäre, die ich jetzt aufsuchen würde.
„Gut, du hast recht.“, murmelte ich und erhob mich vom Sessel. Als ich gerade am Loch war, blieb ich noch mal kurz stehen:
„Du kannst dir also endlich das Passwort merken!“, stellte ich erstaunt fest. Er sah mich überglücklich an und zeigte mir einen Zettel.
„Sir Cadogan hat mir alle Passwörter gegeben, die er diese Woche verwendet. Ich habe sie auf den Zettel geschrieben! Das will er jetzt immer tun.“ Ein kurzes Nicken und ich verschwand durch das Loch in der Wand.
Sir Cadogan warf mir einige unschöne Worte nach, aber ich ignorierte ihn und sein Geschimpfe. Er nahm sich selbst über die Maßen ernst und das konnte ich nicht haben. Er war ein aufgeblasener, seniler ... Depp und ich machte daraus keinen Hehl, dass ich das so empfand, deshalb hatte er es besonders auf mich abgesehen.
Von dem wütenden Geschrei begleitet, bog ich um die nächste Ecke und steuerte gleich Severus’ Büro an.
Ich klopfte an, doch von Innen drang kein einziges Geräusch zu mir. Er musste wohl noch im Lehrerzimmer sein. Einen Moment dachte ich nach, entschied aber, dass es nicht länger warten konnte; Severus musste von meinem Traum erfahren und bei dieser Gelegenheit würde ich ihm auch noch von Lupin erzählen.

So lief ich also zum Lehrerzimmer und klopfte auch hier an die Tür. Es dauerte einen kurzen Augenblick, dann öffnete McGonagall die Tür.
„Was wollen Sie denn hier?“ Sie beäugte mich über ihre Brille hinweg und erwartete eine Antwort.
„Ich möchte gern mit Professor Snape reden!“ Ihr Blick war misstrauisch.
„Was wollen Sie von ihm?“ Das war eine sehr gute Frage, was sollte ich also darauf antworten? Ich sah McGonagall an, als sie von einem anderen Stern und setzte gerade zu einer Antwort an, als die Tür des Lehrerzimmers noch weiter geöffnet wurde und das missmutige Gesicht von Severus erschien.
„Da sind Sie ja endlich! Ich hoffe Sie haben ihr Pergament dabei, damit wir gleich mit dem Nachsitzen beginnen können!“ McGonagall sah zwischen mir und Severus hin und her.
„Nachsitzen? Warum weiß ich nicht, dass jemand aus meinem Haus bei dir nachsitzen muss, Severus?“, fragte sie spitzfindig, aber Severus hatte wieder eine Antwort parat:
„Weil Miss Nithingale sich in meinem Unterricht daneben benommen hat und ich nicht dachte, dass es dich interessiert, wie ich meine Strafen festlege.“ McGonagalls Augen verengten sich zu Schlitzen, doch sich nickte widerwillig.
Severus schlüpfte aus der Tür und schloss sie schnell hinter sich. Wir gingen einige Schritte zusammen.
„Warum bist du hier?“, fragte er mich schließlich, als wir weit genug vom Lehrerzimmer entfernt waren, und wir in seinem Büro angekommen waren.
Ich erzählte ihm die Geschichte von meinem Traum und anschließend die Sache mit Lupin, ließ aber die Warnung außen vor. Er sollte Lupin nicht noch mehr hassen, denn ich mochte Lupin trotz der Ereignisse.
Schließlich erzählte ich ihm auch noch von Alex und Co. und ihrem Ritual, dass sie mit meiner Hilfe durchführen wollten. Severus’ Mine wurde von Minute zu Minute düsterer. Als ich geendet hatte, kräuselten sich seine Lippen.
„Du hast dich richtig entschieden nicht bei diesem Ritual mitzumachen! Ich werde mal sehen, was ich bei den zweien aus meinem Haus finden kann! Keine Sorge, ich werde mir nichts anmerken lassen! ... Nun aber zurück zu Lupin!“ Ich schluckte unmerklich. Warum konnte er es nicht einfach dabei belassen?
„Ihm kommt es also seltsam vor, dass ich nett zu ihm bin. Oh, er wird sich wünschen, sich niemals darüber beschwert zu haben!“ Ich hielt ihn am Arm fest und sah ihn flehentlich an.
„Bitte, lass ihn in Ruhe!“ Doch er ignorierte meine Bitte vollends. Er war bereits mit Racheplänen beschäftig. Auf meinen Traum ging er gar nicht mehr ein, und setzte sich grübelnd an seinen Schreibtisch. Das hier hat keinen Wert mehr, dachte ich mir und gab Severus einen Abschiedskuss. Er erwiderte kurz den Kuss und murmelte dann im Monolog weiter.
Der Grund, wegen dem ich eigentlich hier gewesen war, war vollkommen untergegangen. Warum hab ich ihm das auch von Lupin gesagt? Ich wollte nur, dass wir vorsichtiger wären und keinen Kleinkrieg anzetteln. Ich und mein großes Mundwerk!

***

Am darauffolgenden Tag hatten wir noch mal VdgdK (=Verteidigung gegen die dunklen Künste) und meine Befürchtung Severus könnte Lupin etwas antun, fand einen fruchtbaren Boden, auf dem sie wunderbar gedieh.

Einen Raunen ging durch die Reihen. Es war nicht Lupin, der hereingekommen war. Statt seiner kam der wohl meistgehasste Lehrer der Gryffindor (womöglich auch der ganzen Schule), mein lieber Severus, herein und ließ einen angewiderten Blick durch die Reihen gleiten.
„Wo ist Professor Lupin?“, entfuhr es Harry, woraufhin Severus ihn bösartig anfunkelte.
„Lupin ist im Moment... unpässlich.“ Er sprach es deutlich aus, wobei dieses gehässige Grinsen auf seinem Gesicht entstand.
„Bitte schlagen Sie die Seite 394 auf. Wehrwölfe.“ Hermines Hand schnellte in die Höhe.
„Ja, Miss Granger?“
„Wir waren aber erst auf Seite ...“ Severus brachte sie mit einer Handbewegung zum Schweigen.
„Mir ist egal, wo Sie mit Lupin waren. Wir nehmen jetzt Werwölfe durch!“ In seinen Augen blitzte es gefährlich auf und Hermine schluckte.

„Wo ist Lupin?“, fragten sie sich gegenseitig, als Severus uns den Rücken gekehrt hatte. Sie sprachen sehr leise, so dass es auch mir schwer war, sie zu verstehen:
„Keine Ahnung. Vielleicht hat er ihn vergiftet! Snape war schon immer scharf auf Lupins Job!“, vermutete Ron. Ich bekam eine Gänsehaut. Was wenn er recht hatte? Severus hasste Lupin, das hatte er mir selbst gesagt und außerdem war Lupin uns auch auf die Schliche gekommen. Zwei Gründe, die dafür sprachen, dass Severus Lupin vergiftet hatte.
Was für ein Unsinn, schollt es in mir, Severus würde nie Lupin töten. Außerdem würde er dann wohl kaum als seine Vertretung hier auftauchen! Mir wurde es etwas leichter ums Herz. Die Vorstellung, Severus hätte ihn vergiftet war einfach zu lächerlich! Dennoch waren Zweifel da, die an mir nagten. Ich konnte sie nicht vollends zerstreuen, aber ich wollte auch nicht länger darüber nachdenken. Stattdessen konzentrierte ich mich auf den Unterricht, bzw. auf Severus, der eine perfekte Darstellung als Mister Evil abgab.


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Das, was Harry so liebenswert macht, sind, glaube ich, seine charakterlichen Stärken, die wir selbst gerne hätten, und es sind auch seine Schwächen, die wir nur allzu gut verstehen.
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