Forum | Chat | Galerie
 
Startseite | Favoriten
Harry Potter Xperts
Harry Potter Xperts
Startseite
Newsarchiv
Link us
Sitemap
Specials
Shop
Buch 7
Buch 6
Buch 5
Buch 4
Buch 3
Buch 2
Buch 1
Lexikon
Lustige Zitate
Gurkensalat
Hörbücher
Harry, A History
Steckbrief
Biographie
Werke
Erfolgsgeschichte
Interviews
Bilder
Harry Potter & Ich
JKRowling.com
Film 7, Teil 1 & 2
Film 6
Film 5
Film 4
Film 3
Film 2
Film 1
Schauspieler
Autogramme
Galerie
Musik
Videospiele
Downloads
Lesetipps
eBay-Auktionen
Webmaster
RSS-Feed
Geburtstage
Gewinnspiele
Twitter
Fanart
Fanfiction
User-CP
Quiz
Währungsrechner
Forum
F.A.Q.
Über uns
Geschichte
Impressum

Fanfiction

Zauberer und andere Probleme - Kapitel 13 - Die Wahrheit und ihre Tücken

von Eva Nightingale

Ich kratze mich ausgiebig an der Schulter und genoss das lindernde Gefühl, das meine Fingernägel auf meiner Haut hinterließen. Schnalzend wälzte ich mich im Bett und gähnte danach ausgiebig.
Das muss der Himmel sein!, dachte ich noch, doch dann brach die Hölle über mich herein.

Meine Eingeweide zogen sich schmerzlich zusammen. Es fühlte sich an, als würden meine gesamten Innerein in ein schwarzes Loch gezogen. Eine Welle der Übelkeit überkam mich, doch ich war unfähig mich zu übergeben und würgte nur. Erbrochenes (zumindest sollte es dies einmal werden...) kroch meinen Hals hinauf, doch verließ meinen Mund nicht. Die Substanz verstopfte meine Speiseröhre und den Eingang zur Luftröhre. Ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich verzweifelt nach Luft ringen wollte, oder würgen.
Scheiße, was ist das für ein Ende? An seiner eigenen Kotze verenden! Dies war ein flüchtiger Gedanke. Erstaunlich klar war er gewesen. Meine Fähigkeiten kehrten nach und nach zurück und ich bemerkte den Grund, warum ich mich nicht übergeben konnte: Eine Hand hielt meine Mund und meine Nase zu.
Von noch heftigerer Panik ergriffen wand ich mich im Griff des Fremden. Er sprach einen Zauber und der Schmerz in meinem Magen wurde noch heftiger.
„Beeil dich, ich hör Schritte!“ Eine zweite Person, dieses Mal eine Frau, trat an mich heran und musterte mich kritisch. „Bist du sicher, dass du es schaffst?“ Sie wurde gleich mit einem bösen Blick bestraft, doch ich kümmerte mich lieber darum zu zappeln wie ein Fisch auf dem Land.
„Wir haben keine Zeit mehr!“ Der Mann tat es nur mit einer abwertenden Geste ab. Doch die Tür des Schlafsaales flog auf und er konnte seinen letzten Satz nicht vollenden. Erschrocken sah er zu der Frau, die erstarrt da stand. Blitzschnell zog sie ihren Zauberstab und belegte Parvati mit einem Fluch. „PETRIFICUS TOTALUS!“- und schon lag Parvati, meine Klassenkameradin, am Boden. Eine ganz gemeine Körperklammer!
„Wir müssen verschwinden, gleich wird es hier vor Leuten wimmeln!“
„Ich bin aber nicht fertig.“ Sie zerrte ihn weg von mir und ich erbrach mich erst einmal auf den Boden. Als ich wieder aufsah, waren beide verschwunden.
„Bei Merlin!“, schrie Hermine auf, die gerade in den Schlafsaal getreten war. Parvati lag zu ihren Füßen und ich krümmte mich auf meinem Bett. Unter jenem Bett war eine Lache von Erbrochenem.
„Finité!“ und Parvati erwachte aus ihrer Erstarrung.
„Was ist passiert? Wie sind diese Leute hier reingekommen? Wir haben ein Passwort und man kann nicht nach Hogwarts apparieren.“ Parvati versuchte sich zu beruhigen, aber zitterte am ganzen Leib. „Was wollten die von dir?“
„Das sind alles Fragen, auf die ich keine Antwort weiß.“ Hermine musterte mich streng und setzte sich auf mein Bett. Sie vernahm den Geruch vom Erbrochenem, doch ich versicherte ihr schnell, dass ich es gleich wegmachen würde. Sie rümpfte die Nase und sagte dann:
„Parvati, geh du bitte lieber zur Pomfrey. Sie soll dich mal richtig durchchecken!“ Parvati nickte und verschwand aus dem Schlafsaal.
„Und nun zu dir...“, sagte Hermine und sah von der Tür, in der gerade Parvati verschwunden war, zu mir. Unergründlich lag ihr Blick auf meinem Gesicht. Ich konnte förmlich spüren, wie es in ihrem Gehirn arbeitete. „... Jetzt erzählst du mir endlich mal die Wahrheit. Hier stimmt etwas ganz gewaltig nicht. Du verschwindest plötzlich und kehrst halbtot zurück. Denkst du, das wäre uns nicht aufgefallen? ... Die Lehrer machen ein noch größeres Geheimnis um dich, als du es ohnehin schon tust. Außerdem bist du neunzehn und erst in der dritten Klasse und bei Merlin, du bist nicht schlecht in der Schule... Ich kann dich nicht zwingen, aber ich bitte dich, dass du mir erzählst, warum diese Leute hinter dir her sind. Du gefährdest andere mit deinem Schweigen – sieh dir Parvati an. Ich kann dir vielleicht helfen!“
Ich hatte mich im Bett aufgesetzt und umklammerte meine Beine. Ich war hin und her gerissen. Einerseits wollte ich ihr alles sagen andererseits hatte ich Severus’ Stimme noch immer im Ohr: „Vertraue niemandem.“
„Lass gut sein, Hermine. Du kannst mir nicht helfen. Niemand kann das.“ Eine einzige Träne verließ mein Auge. Ich fing sie mit einem Finger auf und schmeckte den salzigen Geschmack, als ich meinen Finger an meine Lippen führte. „- aber du hast Recht.“, sagte ich schließlich. „Ich bin eine Gefahr für andere. Das beste ist, wenn ich verschwinde, oder mich denen einfach ergebe.“ Ich lachte verächtlich auf. Die Welt sucht vergebens, den Sinn meines Lebens, denn ich gehör’ nur mir. Ein Liedzeile, die passender nicht sein könnte. Ich warte auf Freunde und suche Geborgenheit. Ich teile die Freude, ich teile die Traurigkeit, doch verlang nicht mein Leben, das kann ich dir nicht geben, denn ich gehör nur mir. Ich war zwar nicht Sisi und Hermine bei Gott nicht Franz-Joseph, aber mir schienen es passende Verse zu sein [Stammt aus dem Elisabeth Musical]. Ich summte die Melodie und sah ins Leere. Die Anwesenheit von Hermine konnte ich nur noch erahnen.
„Manchmal denke ich, es wäre besser gewesen, ihm nie zu begegnen. Ich würde heute noch friedlich daheim leben. Würde ein normales Leben haben. Und dann straft mich mein Herz mit einem Stich, der tief in mich eindringt und ich weiß, dass ich alles noch mal genauso machen würde. Ich liebe ihn halt...“
„Wer ist er? Doch nicht etwa Percy?“ Ich prustete los. „Das ist doch nicht dein Ernst! Percy?“ Die Vorstellung eine Beziehung mit ihm zu haben war so lächerlich.
„Ich dachte nur... weil ihr euch immer in den Haaren habt...“
„Gegenfrage: Hast du was mit Malfoy? Nee, natürlich nicht. Genauso lächerlich ist die Vorstellung, dass ich etwas mit Percy haben könnte. Ich kann den Typ nicht ausstehen.“ Sie schien dennoch nicht wirklich beruhigt zu sein.
„Wer ist er dann?“, kam die unvermeidbare Frage. Für einen ganz kurzen Augenblick wollte die Antwort meinen Mund verlassen, aber ich schloss den Mund und verhinderte so ungewollte Worte. Schwermütig schüttelte ich den Kopf und stand vom Bett auf. Ich seufzte tief und vergrub mein in Gesicht in meinen Händen.
„Versteh doch Hermine, ich kann dir darüber nicht mehr sagen. Ich weiß nicht, wer mich verfolgt und ich weiß schon gar nicht warum. Ich bin nichts besonderes. Ich bin eine Hexe wie du und doch trachten unzählige Menschen nach meinem Leben...“ Hermine sah mich mitfühlend an. Ich sah, dass sie vermutlich zum ersten Mal in ihrem Leben nicht wusste, was sie tun soll.
„Das wichtigste ist jetzt erst einmal, dass du zur Krankenschwester kommst!“, murmelte sie nach einer Schweigezeit. Ich zuckte mit den Schultern und nickte. „In Ordnung... Aber ich gehe allein!“ „Doch nur wenn du mir versprichst, dass du wirklich zu Madam Pomfrey gehst!!!“ Sie nahm mir das blöde Versprechen ab. Gelangweilt wiederholte ich ihre Worte: „Ich, Eva Nightingale, verspreche hiermit bei dem großen Merlin, dass ich umgehend zu Madam Pomfrey gehe und mich von ihr untersuchen lasse. Falls ich mein Versprechen breche, sollen mir gelbe Furunkel im Gesicht wachsen.“ Ich hatte jedoch nicht vor das Verbrechen zu brechen. Ich würde zu Madam Pomfrey gehen – und dann würde ich mich schnellst möglich aus dem Staub machen.

***

Die Krankenstation lag in einem düstern Schein. Verwaist lagen die Bette aneinandergereiht da. Niemand war zu sehen und Parvati musste wohl auch schon gegangen sein. Vollkommen verlassen wirkte der gigantische Raum gespenstisch. Irgendwo muss doch diese Krankenschwester herum wuseln... „Madam Pomfrey?“, fragte ich unsicher in den Raum. Keine Antwort. Stille lag über den Betten verteilt. „Madam Pomfrey???“, versuchte ich noch mal, aber erntete nur das leise Rauschen des Windes, der durch ein offenes Fenster drang.
„Madam...“, setzte ich an, aber brach wieder ab, als ich hinter mir einen Luftzug spürte. Eine feine Brise umspielte meinen Nacken und die Härchen dort stellten sich unwillkürlich auf. Ich war erstarrt und konnte mich nicht bewegen. Könnten dies wieder diejenigen sein, die schon länger nach meinem Leben trachteten?
Ich nahm meinen Mut zusammen und drehte mich ruckartig um.
In der Drehung war meine Hand nach unten geschnellt und ergriff den Zauberstab, der aus meiner Pyjamahose herausstach. Man bin ich froh, dass ich den eingesteckt habe, bevor ich zu Madam Pomfrey bin! Ein Gedankenblitz durchfuhr mich, bevor ich ... Oh mein Gott... Was???

***

„Fürchte dich nicht!“ Ich trat einen erneuten Schritt nach hinten. Meine Hände hatte ich abwehrend erhoben, nachdem ich meinen Zauberstab fallen gelassen habe. Kein Zauber hatte mich meines Zauberstabes entledigt, nein, es war meine eigene Schussligkeit. Ich war so erschrocken gewesen, über den Mann vor mir, sodass ich für einen ganz kurzen Augenblick den Druck vom Stab genommen hatte und er mir schließlich entglitten ist.
„Warum quält ihr mich? Was habe ich euch denn getan?“ Warum sollte er mit mir Mitleid haben?
„Ich sagte doch, dass du dich nicht fürchten mußt. Nicht vor mir!“ Wieder war ich zwei Schritte hinter mich getreten. Mir folgend kam er immer näher.
„Erkennst du mich denn nicht?“
„Teneth?“, fragte ich verwirrt und wunderte mich über meine eigene Stimme. Das konnte unmöglich sein. Der Mann vor mir, war der Mann aus meinen Träumen; mein Bruder. Die langen Haare ließen ihn älter wirken. Eine graue Strähne zog sich von seinem Haaransatz bis zu seinen Haarspitzen hin und durchbrachen das schwarze Haar dadurch auf merkwürdige Weise.
„Du erinnerst dich also?“
„An was soll ich mich erinnern? Du bist ein böser Geist aus meinen Träumen. Du bist nicht mein Bruder!“ Er lächelte schwach.
„Nein, das bin ich wirklich nicht.“ Seine graue Strähne funktelte im schwachen Dämmerlicht wie Silber. „Ich bin dein Onkel!“ Mein Onkel? Wie kann das sein? Mein Onkel ist in Deutschland und sieht ganz anders aus als dieser Mann. Er muss lügen! Aber in mir kamen die Bilder meiner Träume hoch und ich spürte eine seltsame Vertrautheit mit dem Mann vor mir.
„Ich glaube, wir haben uns eine Menge zu erzählen!“ Sein Lächeln war gutmütig und ich stimmte ihm kopfnickend zu. Er wies mich an ihm zu folgen und ich tat wie mir geheißen. Er führte mich aus der Krankstation heraus und hoch hinauf in ein leeres Stockwerk.

„Seit wann gibt es hier einen Raum?“, fragte ich verstört, als plötzlich eine Tür erschien, die ich nie zuvor gesehen hatte.
„Der Raum ist immer da. Er zeigt sich aber nur dem, der ihn benötigt und was man braucht kann man darin finden.“ Die Erklärung half mir auch nicht weiter, doch nachdem wir eingetreten waren, konnte ich es schon ein Stückchen mehr verstehen. Dieser Raum war das Ebenbild des Zimmers, von welchem ich zum ersten Mal in London träumte. Ein gigantisches Himmelbett thronte in der Mitte des Raumes. Dadurch dass es hier nun hell war, nicht wie in meinem Traum, konnte ich mehr Einzelheiten sehen. An der linken Wand stand ein bequemaussehendes Sofa. Es hatte ein feine Linie und war aus rotem Samt, das sachte im Licht glitzerte und dadurch von den goldenen Ornamenten darauf abstach. Die Vorhänge am Fenster war gleichfarben und durch das Fenster konnte man einen strahlenden Morgen sehen.
„Wenn der Raum seine Position ändert, wie kann man ihn dann finden?“ Ein geheimnisvolles Lächeln erschien auf seinem Gesicht. „Ich ging auch einst hier zur Schule und... sagen wir einfach, ich habe mein Zeichen hinterlassen, durch welches ich immer wieder her finden kann.“ Sein Lächeln wurde breiter. „Nun sollten wir jedoch erst andere Fragen beantworten und Licht in das trübe Dunkel bringen!“ Das will ich mal sehen, wie er das schafft, dachte ich skeptisch und ließ mich auf dem Sofa nieder. Leider hatte ich mich in seiner Bequemheit geirrt: Es war steinhart und eine längere Zeit würde man hier nicht sitzen können, ohne dass ihm oder ihr nach einigen Minuten schon der Allerwerteste weh tat.
„Wo soll ich bloß beginnen?“, fragte er im Monolog, doch ich antwortete: „Am besten am Anfang!“ Er grinste wieder. Was ist denn das für ein Strahlemann? Bei seinem blöden Gegrinse könnt ich kotzen.
„Der Anfang... soso. Wie kann ich bei etwas anfangen, das keinen Anfang und kein Ende hat?“ Er setzte sich neben mich. Er saß etwas schräg, so dass er mich ansehen konnte. „An was erinnerst du dich?“ Ich fuhr mir durch die Haare und schloss die Augen, als ob ich dies brauchen würde, um mich an etwas zu erinnern.
„Ich erinnere mich an gar nichts. Dies waren doch alles Träume...“ Ich schüttelte den Kopf. Das ist hier alles so unlogisch - und dies war ein schwerer Los für jemanden, der stets auf die Logik vertraute.
Ich erzählte ihm von den Träumen und dem Fund des Dolches. Er lächelte wissendlich, schien mich aber erst aussprechen lassen zu wollen. Warum grinst der Typ immer so blöd?
Ich endete mit einem ausgelaugten Gesichtsausdruck. „Das ist alles.“ Weise nickte er und fing an zu erklären:
„Der Dolch hat alles noch einmal ins Rollen gebracht und hast du nach einem Anfang für deine Geschichte gesucht, dann hast du diesen bei dem Dolch gefunden... Das ist so...“, fuhr er fort, als er meinen verwirrten Gesichtsausdruck gesehen hatte. „Die Welt, die du in deinen Träumen und Visionen besucht hast, sind Erinnerungen.“ Ich sah ihn noch immer unverständlich an. „Du konntest den Dolch finden, weil du ihn im Schlaf herbeigezaubert hast... für diesen speziellen Zauber hast du keinen Zauberstab gebraucht, weil wir schon vor langer Zeit von diesem Tag wussten. Wir hatten alles vorbereitet, so dass du den Traum haben würdest und den Dolch finden könntest. Ich sehe, du verstehst noch immer nicht...“ Teneth stand vom Sofa auf und lief einige Schritte hin und her. Dann wickelte er sein weißes Hemd ein Stückchen nach oben, so dass ich auf eine seltsame Tätowierung sehen konnte. Im ersten Moment dachte ich, es sei das dunkle Mahl, das ich von Severus’ Arm kannte [warum er das dunkle Mahl von jenem, dessen Namen nicht genannt werden darf, auf dem Arm trägt ist wieder eine andere Geschichte, auf die es später einzugehen gilt], doch dann konnte ich sehen, dass dieses hier ganz anders war. Die feinen Linien bildeten ein seltsames Bild auf dem Arm von Teneth. Striche zweigten von einander in einem geraden Wirbel ab.
„Das ist das Zeichen des Belenus und Erkennungszeichen des Zirkels.“ Teneth zupfte sich wieder den Ärmel herunter. „Der Zirkel... Du weißt was ich damit meine?“ Ich schüttelte den Kopf, was ihn zu einem tiefen Seufzen veranlaßte. „Mir scheint dein Erbe hat noch nicht seine volle Macht erhalten, aber seis drum. Die Dinge sind wie sie sind...“ Er erzählte mir über den Zirkel der Belenusbrüder. Er war Mitglied in einem Orden, der die letzten Druiden beherbergte, die die alte Religion und das Wissen zu sichern wussten. Der Zirkel agierte stets im Hintergrund und beobachtete. Jegliche Weissagungen stammten alle samt von diesem Zirkel, doch es war Teneth verboten darüber nur ein Wort zu verlieren. Er sagte nur, dass sie die Fähigkeit hatten andere Hexen und Zauberer kurzzeitig mit einem ``sehenden Auge`` zu beschenken, falls dies nötig sei. Der Zirkel wusste so auch vom Auf- und Niedergang von Voldemort, aber er ist und war nur Beobachter. Wenn man das ganze Wissen über die Zukunft besitzt, wie kann man da mit ansehen, wie es mit der Welt niedergeht? Diese Verantwortung dem Schicksal gegenüber muss erdrückend für alle Brüder des Zirkels sein.
“Nun sollten wir aber langsam zu deiner Rolle in der Geschichte kommen...“ weiter kam er jedoch nicht. Wie von einer Tarantel gestochen sprang er auf. „... Doch alles zu seiner Zeit. Es ist spät, ich muss gehen! – du findest sicher allein zurück.“ Ich konnte nicht einmal Einrede erheben, denn schon war er zur Tür gestürzt und durch den Türbogen verschwunden. Das war nun mal ein wirklich seltsamer Kauz! Jetzt habe ich noch mehr Fragen als zuvor: Wie kann es sein, dass ich mich an Sachen erinnere, die meiner Mutter gesehen sind. Wie kann diese Frau überhaupt meine Mutter sein? Was ist mit meiner Familie in Deutschland? Was hat der Zirkel mit mir zu tun und warum sind diese Leute hinter mir her? Die Fragen waren quälend und noch konfuser als die Fragen, die zuvor in mir brannten.
Ich stand vom Sofa auf und entschied mich erst Madam Pomfrey einen Besuch abzustatten. In meinem Gesicht ziepte es stark und ein Juckreiz erfasste meine Haut. Reflexartig griff ich zu meinem Gesicht und ertastete seltsame Beulen. Oh nein, das ist doch nicht das, was ich denke... Ich habe mein Versprechen doch nicht gebrochen. Ich bin doch zur Pomfrey gegangen... Aber ich habe mich nicht untersuchen lassen!!! Ich sah mich um. Irgendwo in diesem Raum musste es doch einen Spiegel geben! Und tatsächlich: Seitlich rechts vom Bett gesehen, war ein kleines Schminkschränkchen. Zielstrebig lief ich darauf zu und erschrak als ich mein Antlitz im Spiegel erkannte. Mein Gesicht war voller gelbgrüner Furunkel, die jede Sekunde zu wachsen schienen. Ein merkwürdiges Pulsieren ging davon aus. Gleich explodiert da was – fürchtete ich. Nun hatte ich einen Grund mehr zu Madam Pomfrey zu gehen.

***

Als ich in die Krankenstation trat, kümmerte sich Madam Pomfrey gerade um eine Patientin, die mit einem plädierten Arm dasaß. Die Patientin war eine Quidditchspielerin von Ravenclaw. Ich hatte sie schon mehrmals gesehen, aber sie nie bewusstwahrgenommen.
„So Miss Chang, Sie können jetzt wieder gehen! – Ah, Miss Nightingale, ich habe mich schon gefragt, wann sie auftauchen. Miss Partil hat mir von ihrer Begegnung von heute Morgen erzählt.“ Sie sah mich kurz an, aber ich erkannte nicht das Erstaunen, als sie in mein Gesicht sah. Sie sah mich an wie immer. Dafür konnte ich aber in Chos Gesicht sehen, dass sie doch etwas angewidert von dem Anblick war, der ihr mein Gesicht bot. Sie nickte mir kurz zu und ging dann wieder geheilt aus dem Raum heraus.
„Zuerst kümmere ich mich um die Eiterblasen in Ihrem Gesicht.“ Mit einem freundlichen Lächeln kam sie auf mich zu und trug eine seltsame Flüssigkeit auf mein Gesicht auf. Der Geruch der zähflüssigen Substanz war modrig und erinnerte mich an ranzige, zerstampfte Pflanzenreste. „Dreimal täglich auftragen und morgen sollten die hässlichen Blasen verschwunden sein.“ Nickend versuchte ich den widerlichen Geruch zu ignorieren. „Und nun sollten wir Sie richtig untersuchen!“

„Merkwürdig, sehr merkwürdig...“, murmelte sie nach einer viertel Stunde. „Haben Sie einen Freund?“ Ich schüttelte den Kopf. „Hatten Sie in den letzten zwei Monaten einen Freund?“ Sie musterte mich und sah mich herausfordernd an. Ich erstarrte augenblicklich in einer Bewegung und ließ die Hand wieder sinken, die eigentlich eine Strähne aus meinem Gesicht streichen sollte. Warum frägt sie mich das jetzt?
„Ihr Schweigen verrät Sie. Ich würde Ihren Exfreund umgehend aufsuchen, denn er wird Vater.“ Ich schüttelte den Kopf. „Das kann nicht sein! Wir haben verhütet...“
„Wie auch immer. Ich habe einige merkwürdige Dinge hier gesehen und die einzige Erklärung ist, dass Sie ein Kind erwarten. Die Leute, die sie angegriffen haben, haben versucht das Kind zu töten. Doch sie haben es nicht geschafft...“
„Ist das Kind in Ordnung?“ Ich hatte zwar noch nicht wirklich realisiert, dass ich diejenige war, die hier Mutter würde, aber als Madam Pomfrey gesagt hatte, die Fremden hätten versucht das Kind zu töten, läuteten bei mir alle Alarmglocken. Warum sollte man ein ungeborenes Kind töten?
Madam Pomfrey zog scharf die Luft ein. Mich weiterhin betrachtend überlegte sie lange, bis sie schließlich nickte. „Soweit ich es erkennen kann, fehlt dem Kind nichts...“ Sie redete weiter, doch ich nahm ihre Stimme nicht länger wahr. Ich bin schwanger! In mir wächst ein Kind, ein kleines menschliches Wesen. Ich stand vom Bett auf und murmelte etwas wie: „Ich muss raus hier. Hier bekomm ich keine Luft!“ – und schon war ich aus dem Raum verschwunden. Ich habe doch diesen Trank benutzt. Ich kann nicht schwanger sein. Nein, ich DARF NICHT schwanger sein. In meinem Kopf drehte sich alles. Die Wände in den Fluren schienen immer näher zu kommen und mich erdrücken zu wollen. Ich muss raus hier. Weg. Schnell weg!
Ich lief vor die Mauern von Hogwarts. „Scheeeeiiiiiißßßßßßßeeeeeeee!“, fluchte ich lauthals und schrie mir dabei die Seele aus dem Leib. „Verdammter Mist!“ Ich hüpfte wie wildgeworden auf dem Boden herum und dabei liefen mir die Tränen die Wange herab. „Das ist doch unmöglich!“ Verzweifelt sank ich auf meine Knie und weinte bittere Tränen. „Warum muss mir bloß immer so was passieren?“ Kauernd lag ich auf dem Boden und meine Tränen vermischten sich mit dem tiefen Schnee. Überall da, wo meine Tränen den kalten Schnee berührten, taute dieser weg.
„Nu aber rein mit dir! Du holst dir hier draußen ja noch den Tod!“ Warum musste gerade von meiner traurigsten Stunde auch noch Hagrid Zeuge sein? Reichte es nicht, dass ich verzweifelt auf dem kalten, harten Schnee kniete und innig betete, dass alles nur ein böser Traum wäre?
„Hopp, hopp. Jetzt steh doch auch auf!“ Ich spürte wie er mit seinen wuchtigen Armen unter meine Achseln griff und mich auf meine Beine zog. Er schüttelte den Kopf, während er mir den Schnee von den Kleidern schlug. „Ich hab’ schon gehört, dass du so ne kleine Ärgermacherin bist... Aber es bringt ja nichts, wenn du hier draußen erfrierst!“, sagte er und schubste mich in Richtung des Schlosses.
Ich ließ es geschehen und lief mechanisch weiter, bis ich schließlich wieder in der Eingangshalle von Hogwarts stand.

***

„Miss Nightingale!“ Warum höre ich McGonagalls Stimme im Traum? „Kann man nicht mal im Schlaf seine Ruhe haben?“, murmelte ich, bemerkte dabei aber nicht, dass ich es laut aussprach.
„Chrm.“ McGonagalls Räuspern drang in meinen Dämmerzustand. Es klang nicht sonderlich erfreut. „Chrm,“ erklang es wieder. Ein mutierter Severus, der wie McGonagall klingt? „Miss Nightingale, wenn Sie vielleicht die Güte hätten aufzuwachen...“ Überrascht fuhr ich hoch und eine ärgerliche Professorin fokussierte sich in meinem Sichtfeld. „Heilige Makrele!“, entfuhr es mir und versucht mit einem schiefen Grinsen zu reagieren, aber irgendwie zog sich nur meine Oberlippe hoch.
„Alle raus hier, ich muss mit Miss Nightingale alleine sprechen!“ Dies war nun an die Mädchen gerichtet, die wie ein großer Klos an der Tür hangen. Die Mädchen folgten dem Befehl und schlossen die Tür hinter sich. Man konnte jedoch hören, wie sie versuchten zu lauschen. McGonagall verdrehte die Augen und sprach einen Zauber zur Tür gewand aus. „Nun dürfte niemand mehr etwas hören können!“ Eine undefinierbare Schärfe war in ihre Augen getreten, während sie mich schweigend musterte.
„Madam Pomfrey hat mir erzählt, was vorgefallen ist. Warum muss ich von der Heilerin erfahren, was gesehen ist? Sie hätten gleich zu Professor Dumbledore oder mir kommen müssen!“ Ich blickte sie schuldbewusst nicht direkt an, sondern sah auf meine Füße. Missbilligend fuhr sie fort, ohne auf meine Mine zu reagieren. „Wissen Sie überhaupt was passieren kann, wenn man die Schulleitung nicht über so etwas informiert? Da ist anscheinend eine riesige Sicherheitslücke, wenn irgendwelche Fremde hier einfach auftauchen, und Sie halten es nicht einmal für nötig... Haben Sie vielleicht mal an die Risiken für die Schule gedacht? Nicht nur, dass Black hier anscheinend Eintritt bekommt wie er will, nein, auch irgendwelche Fremde...“ Ihre Strafpredigt dauert noch Minuten und er Inhalt wiederholte sich alle dreißig Sekunden, weshalb ich auch aufgehört hatte zuzuhören.
„Ich habe Sie etwas gefragt!“, fuhr mich McGonagall an. „Sie haben mich Vieles gefragt,“ war meine prompte Antwort, welche McGonagall fast vor Wut schnauben ließ.
„Werden Sie nicht frech!“, riet sie mir drohend und fuhr fort: „Ich habe Sie gefragt, was nun wirklich geschehen ist. Ich kenne ja nur die Erzählung von Madam Pomfrey.“ Dabei sah sie mich mit verengten Augen an und wartete auf meine Antwort. Ich gab sie ihr und blieb dabei auch so höflich, wie es mein Gemütszustand hergab. Ihr Gesicht spiegelte viele Regungen wider, während ich erzählte. Sie reichten von Bestürzung über Wut bis hinzu Besorgtheit.
„Und Sie haben keine Ahnung, wie diese Leute sich enttritt verschaffen konnten?“ Ich schüttelte resignierend den Kopf. „Das sagte ich doch schon bereits. Ich habe keine Ahnung, was hier überhaupt los ist. Erst die Fremden und dann auch noch Teneth...“
„Wer ist Teneth?“, unterbrach mich McGonagall sofort. Etwas genervt atmete ich aus und klärte sie über die Rolle von Teneth und meiner Träume auf. Nun schnaubte sie wie ein angriffslustiges Rhinozeros und tippte nervös mit ihrem Zeigefinger gegen das Bett.
„Warum im Namen Merlins haben Sie das niemandem gesagt? Diese Träume könnten einen wichtigen Ansatz liefern, wer Sie überhaupt sind!“
„Ich habe es Professor Snape gesagt!“ Hoffentlich war das jetzt mal kein Fehler. McGonagall zog scharf die Luft ein und schien zu überlegen.
„Anscheinend hat der Professor versäumt mich über solche prägnanten Details zu informieren. Ich muss wohl mal mit ihm sprechen... Nun aber zu Ihnen: Es ist passiert und wir können es nicht mehr ändern, aber ich bitte Sie inständig, zu mir oder zu Professor Dumbledore zu kommen, wenn noch mal so etwas geschehen sollte... Wir werden untersuchen, wie diese Leute überhaupt hier herein gekommen sind, aber falls sich dieser Teneth wieder bei Ihnen meldet, bitte ich umgehend um Benachrichtigung.“ Ich nickte pflichtbewusst.
„Hat Ihnen Madam Pomfrey etwas über meinen ``Gesundheitsstatus`` erzählt?“ Ich wollte darauf hinaus, ob sie wusste, dass ich schwanger war, oder ob dies unter so etwas wie ärztliche Schweigepflicht fiel.
„Nein. Sollte Sie etwa?“ Ich schüttelte schnell den Kopf, aber ich hatte somit ihre Aufmerksamkeit auf meine Gesundheit gezogen. Für Severus würde dies das Karriere-Aus bedeuten und das bevor er die Stelle in VgdK erhalten hätte. Plötzlich schoss es mir durch den Sinn: Was, wenn Severus gar nicht der Vater ist? Wenn dieser Verhütungstrank tatsächlich nicht funktionierte, dann kann Remus auch der Vater sein! Die ganzen Affären schienen schier endlose Ausmaße anzunehmen und mir graute jetzt schon vor den Folgen. Ich hatte zwar noch keine Ahnung, wie ich das alles hinbekommen sollte, oder was ich machen sollte, aber eins wusste ich genau: Ich würde dieses Kind bekommen. Doch die Frage, wer der Vater sei, schien mir jetzt wichtiger: Ich war noch nicht schwanger, als ich meine Tour zur heulenden Hütte machte. Ich hatte mich zwar ein paar mal erbrochen, aber dies war nur eine kleine Magenverstimmung gewesen, was mir Madam Pomfrey auch bestätigt hatte und somit waren sowohl Severus als auch Remus heiße Kandidaten für die Rolle des Vaters in dieser menschlichen Tragödie, als die ich mein Leben mittlerweile empfand.
Ich hatte es gar nicht gemerkt, aber McGonagall war inzwischen wieder aus dem Zimmer verschwunden. Verwundert blickte ich mich um, aber ich konnte sie nicht entdecken.
Was mache ich jetzt bloß? Irgendwie musste ich das Severus beibringen und nebenbei noch erzählen, dass es auch sein konnte, das Lupin der Vater wäre. Wie wird Severus darauf reagieren? Vorsichtig stand ich vom Bett auf und lief ein paar Schritte.
Minuten später hatte ich Spurrillen in den Boden gelaufen. Mit meinen Fingern massierte ich meine Schläfen und hoffte auf eine Eingebung.
Ich notierte am Rande, wie jemand in den Schlafraum getreten war und als ich mich umdrehte erkannte ich Hermine.
„Stör ich?“ Ich schüttelte gedankenverloren den Kopf und wies sie an sich auf ihr Bett zu setzen. „Was sagte die Krankenschwester?“
„Ich bin schwanger“, murmelte ich und überraschte mich selbst mit dem Klang meiner Stimme. In diesem Moment dachte ich nicht nach und ich war mir auch nicht wirklich bewusst, was ich gerade Hermine anvertraut hatte.
„Du bist WAS? Ich habe mich wohl eben verhört?!“, kam sofort die vorwurfvolle Frage. Ich zuckte mit den Schultern und sah apathisch auf meine Fingernägel. Mittlerweile war ich stehengeblieben und stand mit dem Rücken zu Hermine. „Du hast mich schon richtig verstanden. In meinem Bauch wächst ein kleiner Mensch heran.“ Obwohl ich es war, die sprach wunderte ich mich über meine Worte. Es war, als würde ich jetzt erst verstehen, was wirklich mit mir los war: Ich war schwanger! Der Gedanke war gar nicht mehr so unangenehm. Ich wusste, dass ich an dieser Tatsache nichts ändern konnte und nun müsste ich mir Gedanken um die Zukunft machen.
„Eva, weiß der Vater von dem Kind?“, riss mich Hermine aus meinen Gedanken.
„Sev...“, setzte ich an und verstummte. Was mache ich hier bloß? Wenn ich Hermine das jetzt sage, wird Severus entlassen und wir werden uns niemals versöhnen können. Noch immer hegte ich heimlich die Hoffnung, dass sie alles aufklären würde und man zumindest wie normal mit einander reden könnte.
„Seth? [englisch, wird genauso ausgesprochen. Th wird zu V in der Aussprache] Wer ist Seth?“ „Der Vater des Kindes!“ Sie verdrehte die Augen und sagte: „Das weiß ich auch, aber wer ist er? Kenn ich ihn?“ Ich schüttelte meinen Kopf fast unmerklich. Ich setzte zu einer Erklärung an, als plötzlich ein aufgeregtes Klopfen erklang. Es war ein hoher Ton, der eindeutig auf das Fenster zurückzuführen war.
Verwundert ging ich zu jenem Fenster hinüber und öffnete es. Die kalte Luft schoss mir ins Gesicht und im ersten Moment sah ich nichts außer Schnee, der mit dem wilden Getöse des Windes in den Schlafraum drang. Doch dann sah ich die kleine Schneeeule, die bibbernd auf in das Fensterbrett verharkt war. Ich gewährte ihr Einlass und gab ihr einige Keks, die noch auf meinem Nachtisch lagen.
Hastig verschlang sie auch die kleinsten Krümel und machte sich wieder auf den Weg nach draußen. Als sie an mir vorbeikam, ließ sie noch einen Brief in meine Hände fallen.
Ich starrte auf den Brief und wollte gerade wieder das Fenster schließen, als ein mächtiger schwarzer Rabe hereingeflogen kam und ebenfalls einen Brief über mir fallen ließ, ehe er wieder aus dem Fenster verschwand.
„Ich lass dich jetzt wohl lieber mit deinen Briefen allein. Du kannst ja zu mir kommen, wenn du bereit bist, mit mir zusprechen!“ Hermine drehte ihren Kopf ruckartig nach vorne, so dass ihre Haare in der Bewegung nach außen katapultiert wurden, und verließ den Schlafsaal mit einer arroganten Mine. Zicke!, dachte ich mir und widmete mich den zwei Briefen vor mir.
Der erste Umschlag, der von der Schneeeule überbracht worden war, trug einen Absender mit dem Namen Seth McLane. Ich seufzte und öffnete das weiße, pergamentartige Kuvert.

Sehr geehrte Miss Nightingale, stand da in deutlicher Schrift. Das klingt wie ein Anschreiben von einer Bank, dachte ich belustigt und las weiter:
Sie haben bei mir einen sehr bleibenden Eindruck hinterlassen. – Und du einen schnellvergangenen Eindruck! Ich verdrehte die Augen und mühte mich ab, die Worte weiter zu verfolgen.
Da Sie mir erlaubt hatten, Ihnen eine Eule zuzuschicken, kann ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Einerseits muss ich Ihnen mitteilen, dass Sie am nächsten Mittwoch um 9:00 h am einen Termin beim Ministerium für Zauberei wahrnehmen müssen (Die Gründe erläutere ich im späteren Verlauf des Briefes) und andererseits würde ich sie gerne bei diesem Anlass zu einer Tasse Tee bei mir einladen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie ... Es folgte allerhand Krimskrams, der wirklich nicht interessierte. Doch die folgenden Zeilen wurden wieder interessant:
Bitte melden Sie sich um 09:00h beim Zauberererfassungsdienst im ersten Stock des Ministeriums für Zauberei. Mr. Bones hat noch einige sehr gewichtige Fragen an Sie. Hier muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich Sie beim Ministerium überprüfen ließ und dabei seltsame Ungereimtheiten an den Tag gekommen sind. Vermutlich handelt es sich nur um Missverständnisse, aber offiziell sind Sie nicht als Hexe erfasst worden und wir haben aus Deutschland keine Bestätigung erhalten, dass Sie als Hexe überhaupt existieren. Aber Mr. Bones wird Ihnen sicher mehr zu diesem Thema sagen können. Somit verbliebe ich und hoffe auf Ihren Besuch [...]
Seth McLane,
Komitee für Muggelgerechte Entschuldigungen
Im dritten Stock des Zaubereiministeriums
London
PS: frohes Weihnachtsfest!
Oh je, was hat mir dieser Depp bloß eingebrockt? Jegliche gute Laune, die ich vielleicht noch hätte aufbringen können, wäre von diesem Brief zerstört worden. Ich hatte keine Ahnung, was Dumbledore für mich gedeichselt hatte, aber es schien nicht zu funktionieren. Wenn es kommt, dann kommt es dicke! Der Gedanke, dass heute Weihnachtsabend war, war für mich unvorstellbar. Für mich gab es keine wunderbare Weihnachtsstimmung, als schien sich an diesem Tag zu verdüstern.
Ich ließ den Brief sinken und setzte mich auf mein Bett. Mit dem Gefühl der Hoffnungslosigkeit kratzte ich mich am Kopf und fragte mich, was ich nun machen sollte. Ich muss mit Dumbledore sprechen, oder mit Severus, aber Dumbledore scheint mir dabei das kleinere Übel zu sein.
Ich hätte den zweiten Brief vergessen, hätte ich ihn nicht noch in Händen gehalten und losgelassen, als ich ihn meinen Gedanken versunken war. Mit einem flatterhaften Geräusch ließ sich der Brief auf dem Boden nieder und glitschte noch einen Meter darauf weiter. Ich sprang vom Bett auf und sprang wie eine Katze, die ihre Beute fängt, auf den Brief.
Zuerst sah ich mir das Kuvert genauer an, aber dieser Brief hatte keinen Absender, deshalb öffnete ich neugierig den Umschlag und faltete das zerknitterte Papier auseinander.
Eva,
ich musste sehr schnell aufbrechen und hatte keine Chance dir alles zu erzählen, was deine Vergangenheit betrifft. Mir scheint du weißt nicht, was alles geschehen ist, aber damit hätte ich rechnen müssen.
Wie auch immer, es ist mir unmöglich wieder nach Hogwarts zu kommen. Ich schlage deshalb ein Treffen an einem neutralen Ort vor. Da du jedoch verfolgt wirst (wie du sicher schon gemerkt hast), will dieser Ort sehr sorgsam gewählt sein.
Ort und Datum des Treffens teile ich dir mit einem nächsten Brief mit. Gib das nächste Mal Hugin ein paar Kekse; er hat eine weitere Reise hinter sich.
Der Zirkel hat sein allsehendes Auge auf dich gerichtet. Sei unbesorgt, alles wird gut!
Teneth

Der Zirkel hat sein allsehendes Auge auf mich gerichtet? Sehr charmante Art zu umschreiben, dass sie mich beschatten. Doch wenn sie mich tatsächlich beschatteten, warum griffen sie nicht ein, als ich angegriffen wurde?
Mich erfüllte es mit Wut, wenn ich an den Zirkel dachte. Natürlich hatte mir Teneth erklärt, dass der Zirkel nur aus Wächter bestehen würden und sie ab und an die Geschicke der Menschen lenken würde, aber man würde sich nicht ins Schicksal einmischen. Einerseits konnte ich das verstehen und mich beeindruckte die Durchführung andererseits war ich selbst in einer gefährlichen Lage und man riet mir nur, ich solle unbesorgt sein.
Ich schrak zusammen, als sich Kraven auf meinem Schoß niederließ. Mit einem undefinierbaren Blick sah er mich an und wartete auf seine Streicheleinheiten. Meine Hand fuhr über das seidige Fell und Kraven schnurrte vor Verzückung. Kraven klingt wie ein kaputter Motor!, lachte ich innerlich auf.
Die Tür wurde geöffnet. Mit einem freundlichen Lächeln kam Parvati auf mich zu und sagte:
„Professor Dumbledore will mit dir reden!“ Ich verschwendete nicht meine Zeit damit nachzudenken, was er denn von mir wolle, sondern stand gleich auf. Kraven fiel unschön von mir herunter, landete aber gekonnt auf allen Vieren. Mit einem Fauchen bedankte er sich und verschwand unter einem der Betten. Ich mach’ das nachher wieder gut, mein Süßer, versprach ich ihm ohne Worte und nickte Parvati zu, die an der Türschwelle stehen blieb.
Mein Weg führte mich wieder durch die halbe Schule. McGonagall fing mich auf halber Strecke ab, brachte mich am goldenen Phönix vorbei und die Wendeltreppe hinauf. Dumbledore entließ sie mit einem freundlichen Nicken und dann waren wir allein – wenn man von den vielen Gemälden der ehemaligen Direktoren und dem Phönix auf der Stange mal absah.
„Ich habe gerade die Information bekommen, dass das Ministerium auf Sie aufmerksam geworden ist... aber setzen Sie sich doch erst mal! Wollen Sie einen Tee?“ Ich lehnte dankend ab und nahm auf dem Stuhl vor Dumbledores Schreibtisch platz.
„Ich denke Ihnen dürfte der Ernst der Lage durchaus bewusst sein. Mr. Gwynedd hat Ihnen sicher alles gesagt...“ „Mr. wer? Dumbledore sah das Unverständnis in meinem Gesicht und erklärte mir:
„Mr. Gwynedd – Teneth Gwynedd!“
„Ich wusste nicht, wie er mit Nachnamen heißt... Moment, woher wissen Sie von Teneth?“ Auf seinem Gesicht erschien ein vielsagendes Lächeln.
„Nun, ich habe ihn hereingelassen. Schlie...“
„Sie haben WAS???“, unterbrach ich aufgebracht. Ich war aufgesprungen und der Inhalt von Dumbledores Teetasse schwankte bedenklich. „Haben Sie auch diese Irren reingelassen, die mich zu töten versuchten?“ Ich war wütend und verwirrt. Sein Gesicht zeigte aber keine sonderliche Veränderung, denn er lächelte mich noch immer freundlich an.
„Oh Miss Nightingale, ich kann Ihnen versichern das dies im besten Wissen und Gewissen geschehen ist. Mr. Gwynedd kenne ich nun schon seit über zwanzig Jahren. Er war auch einmal Schüler hier gewesen.“ Toll, das war Voldemort auch, dachte ich bitter. Doch was hat es ihm genutzt? Er war ein gemeiner Mörder, dem kein Leben heilig war und dies, obwohl er in Hogwarts zur Schule gegangen ist.
„Sie sollten selbst wissen, dass man Mr. Gwynedd nicht mit Voldemort vergleichen kann.“
„Und Sie sind sich sicher, dass sie keine Gedanken lesen können?“, sein Lächeln wurde breiter und er nickte. „Es gehört nicht viel dazu, zu wissen, wenn sie an Voldemort denken. Ihre Mimik verrät Sie... Nun aber zu weit Wichtigerem, als ihren gläsernen Gedanken: Teneth hat mich über ein paar Dinge aufgeklärt, die selbst ich nicht wusste.“ Dumbledores Hand griffen nach der Tasse und führte sie zu seinem Mund. Er nahm einen kleinen Schluck und stellte sie wieder ab.
„Einige Dinge wollte er mir zwar nicht erzählen, aber ich denke, ich habe genug gehört, um zu wissen, dass sie in großer Gefahr sind. Diese Menschen, die Sie jagen sind recht hartnäckig in ihrem Beschreiben, Sie zu entführen.“ Dumbledore sah mich über die halbmondförmige Brille hinweg väterlich an. „Die Menschen wollen Sie für sich gebrauchen. Sie sind Todesser und Voldemort treu untergeben – man sollte sie nicht unterschätzen!“, fügte er noch hinzu, als er meinen abwertenden Blick sah. „Mr. Gwynedd verschwieg mir, was es eigentlich mit Ihnen auf sich hat, aber er sagte, dass Sie sehr wichtig für den Zirkel des Belenus seien. Mir ist es jedoch immer noch ein Rätsel, warum Sie so wertvoll für beide Seiten sind. Zweifelsohne sind Sie eine sehr begabte Hexe, doch ich erkenne nichts, dass solch eine Aufmerksamkeit verdienen würde.“ Ich lachte verächtlich auf. Oh, wie charmant. Da fühlt man sich doch gleich viel besser. Dumbledore reagierte jedoch nicht auf meine Reaktion und sprach unbeirrt weiter: „Die Wahrheit wird wohl weiterhin im Schatten liegen, doch ich erfuhr auch Brauchbares von Mr. Gwynedd. So erzählte er mir, warum Sie nicht schon eher unterrichtet wurden und ihre Existenz geheimgehalten wurde...“ Er machte eine Pause und ich hätte ihn dafür töten können. Endlich würde ich etwas erfahren und er machte eine unendlichwirkende Pause. Er schien es nicht eilig zu haben und trank einen genüsslichen Schluck von seinem Tee. „Sicher, dass Sie keinen haben wollen?“ Ich nickte und musste mich zwingen, ihn nicht anzuspringen. Mach’s Maul endlich auf!!! Aber Dumbledore hatte die Ruhe weg. Er nahm sich eine Packung von Bertie Botts Bohnen in jeder Geschmacksrichtung und nahm ein Toffee heraus, das er genüsslich zu lutschen begann. Das macht der extra, ich weiß, dass er es extra macht!, war mein wütender Gedanke. Wenn der nicht gleich mit seinem Theater aufhört, dann vergess’ ich mich und bring ihn um. Jawohl, ich bring ihn um, den alten Geheimniskrämer. Würde das jemanden stören? Klar Hagrid, der scheint große Stücke auf ihn zu halten und... Während ich so Dumbledores Tod abwog, hatte er inzwischen sein Bonbon geschluckt und sah mich mit dem ich-kann-kein-Wässerchen-trüben-Blick an, welcher so gerne von kleinen Jungen benutzt wurde. „Wollen Sie auch ein Toffee?“ Ich schickte ihm einen vernichtenden Blick, der er aber gekonnt überging, in dem er sich beugte um aus der Schublade unter ihm zu holen. Mit „hier“ reichte er mir ein Stück Papier, das sich jedoch bei näherem hinsehen als ein Foto erwies. Ein kleines Mädchen war darauf zu sehen, nicht älter als fünf. Sie sah zu Kamera, druckste mit dem Fuß und winkte. Es war eines dieser Zaubererbilder, die sich bewegten und das Mädchen darauf sah fröhlich aus.
„Wissen Sie, wer das ist?“ Ich schüttelte den Kopf und musterte das blonde Mädchen, mit den großen, grünen Augen genauer. Nein, es war mir völlig unbekannt, egal wie sehr ich versuchte zu erkennen, wer es war. Es hatte einen Ähnlichkeit mit jemandem, aber ich kam nicht darauf, mit wem. „Wer ist das Mädchen?“, fragte ich Dumbledore ohne ich anzusehen, konnte ich doch nicht den Blick von diesem Bild abwenden. Ich konzentrierte mich nun mehr auf die Kleidung. Ein kleines rotes Kleidchen stach heraus wie eine schwule Elfe.
„Dieses Mädchen hier ist Ihre Mutter!“ Sie sah kurz vom Bild hoch und sah Dumbledore erstaunt an, der aber nur mit dem Kopf nickte und auf das Bild verwies. Dann erklärte er, was es mit dem Bild auf sich hatte.
„Mr. Gwynedd gab mir dieses Bild und erzählte mir, dass die Leute, die Sie für Ihre Eltern hielten, nur auf Sie aufpassen sollten. Man brachte Sie zu einer Familie Squibs, die sie aufziehen sollten, ohne Magie und Bezug zur Zaubererwelt. Man verschwieg Ihre Existenz und zog Sie als normalen Muggel auf. Sie sollten erst zu Ihrem Erbe finden, bevor Sie erfahren würden, wer und was Sie überhaupt sind.“ Dumbledore spielte mit seiner Bartspitze, ringelte sie um seinen Finger und überlegte eine Weile, ehe er wieder zu sprechen begann: „Ich frage mich nur, was er mit „Eva’s Erbe“ gemeint hat... Das gibt für mich noch keinen Sinn.“ Jetzt fiel mir wieder etwas ein, was ich vorhin zu fragen vergessen hatte: „Sie kennen also den Belenus Zirkel?“
„Oh ja, natürlich. Das sollte ich auch – bin ich schließlich auch Mitglied.“
„Sie sind WAS? Warum wissen Sie dann nicht, was der Zirkel mit mir vorhat?“ Er nahm sich ein Zitronenbonbon aus einer Schublade und steckte es sich in den Mund. Als er zuende gelutscht hatte, dachte er wohl, dass es Zeit wäre mir auch einmal eine Antwort zu geben. „Nun ich bin nur ein Mitglied und weiß nicht alles, was die Obrigkeit vorhat. Sie sind... so etwas wie ein Geheimprojekt innerhalb des Zirkels. Über Ihre Existenz wusste ich sehr wohl Bescheid, aber die Zusammenhänge sind mir noch nicht ganz bewusst,“ sagte er und grinste.
„Kannten Sie meine richtige Mutter?“ Sein Grinsen verschwand und wich einem milden Lächeln, das mitleidig auf mich gerichtet war. „Nein leider nicht, ich kannte nur Ihren Vater. Er war ein guter Mann.“
„Was ist mit ihm geschehen?“ Dumbledore sog scharf die Luft ein und sein prüfender Blick lag auf meinem Gesicht, als wolle er sicher sein, dass ich die Antwort verkraften würde. „Er wurde getötet,“ sagte er schließlich knapp, aber ich ließ mich nicht mit dieser Antwort abspeisen.
„Wie? Von wem?“ Er schüttelte traurig den Kopf. „Von denen, die auch nach Ihrem Leben trachten. Die Frage nach dem wie, nun, die sollte Ihnen lieber Ihr Onkel erklären. Er kann Ihnen vermutlich auch Ihre seltsamen Träume erklären.“
„Woher wissen Sie davon?“
„Professor Snape erzählte es mir im Vertrauen. Ich habe ihn gebeten ein Auge auf Sie zu werfen... Er hatte es wohl etwas übertrieben.“ Ich sprang auf und starrte Dumbledore an. „Professor Snape? Ich habe ihm das anvertraut, weil ich erwartete, dass er es niemandem sagt. Was hat er Ihnen denn noch erzählt?“, fragte ich wütend. Mit einer Geste gebot mir Dumbledore mich wieder zu setzen.
„Beruhigen Sie sich. Er hat mir nichts erzählt, was ich nicht auch selbst gesehen hätte. Ihr Verhältnis zueinander war überdeutlich. Ich mische mich ungern in die persönlichen Angelegenheiten meiner Lehrkörper ein, doch dieses `Verhältnis` musste unterbunden werden. Es stellte eine Gefahr für Sie, den Professor und die ganze Schule dar.“ Ich hatte jegliche Fassung verloren. Die Tränen sammelten sich unter meinen Augen. Ich war so schockiert über das, was mir Dumbledore gerade gesagt hatte, dass ich nichts mehr wahrnahm, was Dumbledore sagte, und in mich gekehrt war. Severus hatte ein Gespräch mit Dumbledore über uns beide. Dumbledore hat ihm nahegelegt mit mir Schluss zu machen. War es deshalb? War James nur ein Vorwand? Ich konnte nicht mehr denken, ich konnte nicht mehr atmen.
„Jetzt beruhigen Sie sich doch!“, drang plötzlich des Direktors Stimme in meine Gedanken.
„Ich hab dies nicht getan, um irgendwem weh zu tun. Die Veränderung, die Sie bei Severus herbeigeführt haben, war sogar sehr angenehm, aber Sie müssen verstehen, dass es nicht geht. Sie fragen sich nun sicher, warum ich Severus nahegelegt habe, die Affäre zu Ihnen zu unterbinden... Sie haben schon gemerkt, dass Sie keine normale Hexe sind. Niemand kann von Ihnen verlangen, alles zu verstehen, was um Sie herum passiert zu verstehen, aber eines müssen Sie verstehen: Dadurch, dass Todesser Sie jagen, bringen Sie Severus, die Schule und noch viele andere in Gefahr.“
“Sie meinen, dass allein durch meine Liebe zu ... zu ... ihm... Menschen leiden werden? Warum?“, schniefte ich. Meine Stimme war brüchig und verheult. Dumbledore reichte mir eine Box mit Taschentüchern. „Wenn die Muggel eines herstellen könne, dann Taschentücher – und Zitronenbonbons!“ Ich lachte kurz auf, ehe ich einen Heulkrampf bekam und mein Gesicht hinter meinen Händen versteckte. Dass muss alles noch gar nichts heißen... Es passt nicht zu Severus, dass er sich von jemandem erpressen lässt. Eine kleine pessimistische Stimme war in mir aufgetaucht. Wer sagt, dass es anders gelaufen wäre, wenn Dumbledore nicht gesagt hätte, er solle diese Liaison beenden? Wären wir noch immer glücklich, oder hat mich Sev wirklich nur benutzt? Ich fand auf keine dieser Fragen auch nur eine einzige Antwort. Aber ich wusste einen Weg aus dem trüben Tal der Fragen! Die Antwort auf all meine Probleme, so dache ich, würde ich am Weihnachtsabend finden – und so Gott wolle, auch ein Happy End für mich und Severus.

***

Ich würde nächste Woche zum Ministerium gehen und alles was dann folgen sollte, würde man dann sehen. Darüber waren wir noch übergekommen, ehe ich Dumbledores Büro verlassen hatte.. Aber das interessierte mich im Moment so gar nicht. Innerhalb weniger Minuten hatte ich so viele Informationen erhalten, dass ich sie gar nicht verarbeiten konnte. Ich wusste nicht was ich denken, was ich fühlen sollte.
Völlig verwirrt lief ich allen Überflusses an Draco vorbei, der sich eine spitze Bemerkung natürlich nicht verkneifen konnte. „Hey Schlammblut, warum tust du uns nicht allen einen Gefallen und verschwindest aus Hogwarts?“ Ich hatte drei Möglichkeiten zu reagieren: es ignorieren, ihm eine nette Antwort geben und schließlich eine dritte... Ich entschied mich für die dritte und drückte zu. Meine Finger umschlossen seinen Hals und ich drückte ihn gegen die Wand. Dann kam ich mit meinem Gesicht ganz nahe an sein Ohr heran und flüsterte in einem honigsüßen Ton: „Draco, Liebling, ich an deiner Stelle wäre vorsichtiger mit der Auswahl deiner Opfer. Pass auf, auch Mäuse können beißen!“ Mit diesen Worten ließ ich von ihm ab und sah ihn abwertend an. „Ich kann dich eigentlich nur bemitleiden.“ Ich schwenkte meinen Kopf und die Haare flatterten wild, als ich weiterging. „Merk dir meine Worte!“, schrie ich noch, ohne mich umzudrehen und hörte noch entfernt, dass Dracos Freunde angekommen waren, denen er dann gleich die Schuld gab, dass ich ihn berührt hatte. Das nächste mal geb’ ich ihm einen Kuss – das dürfte Rache genug sein.
Draco hat Recht, ich sollte Hogwarts schnellstens verlassen! Was hält mich noch hier? Ich würde die Schule nicht beenden können. Meine Schwangerschaft würde man spätestens in drei Monaten bemerken. Doch wo sollte ich hingehen? Diese Frage war präsenter denn je. Doch bevor ich mich um meinen zukünftigen Wohnort Sorgen machen würde, wollte ich noch eine Frage geklärt haben. Jene Frage, die für mich wichtiger als alles andere schien: Liebt mich Severus wirklich, beziehungsweise hat er mich je geliebt? Und morgen würde ich die Antwort bekommen.


Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.

Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel

Top-News
Suche
Updates
Samstag, 01.07.
Neue FF von SarahGranger
Freitag, 02.06.
Neue FF von Laurien87
Mittwoch, 24.05.
Neue FF von Lily Potter
Zitat
Ich schreibe über Gut und Böse und habe die Verantwortung, das ordentlich zu machen. So einfach ist es nicht, - das Gute gewinnt nicht immer.
Joanne K. Rowling