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Fanfiction

Albus Potter - Halloween (Part I)

von lenkpflaume

Am kommenden Wochenende war am Frühstück eine besonders ausgelassene Stimmung. Alle außer den Erst- und Zweitklässlern und einige von den älteren Schülern, redeten angeregt miteinander und besonders die Drittklässler schienen sehr aufgeregt.
Es war das erste Hogsmeadewochenende im neuen Schuljahr und für James, Fred und alle anderen Drittklässler bedeutete das, dass sie zum ersten Mal nach Hogsmeade durften. Albus, Rose und David sahen betrübt zu ihnen herüber und während Albus noch an seine Hausaufgaben in Kräuterkunde dachte, machten sich die ersten bereits auf den Weg. Er stocherte in seinem Rührei und hätte dabei beinahe eine kleine, dunkle Eule getroffen, die sich elegant vor ihm niedergelassen hatte und ihn nun aus den kleinen Augen verärgert anblickte. Verwundert nahm er ihr den kleinen Brief ab und faltete ihn auseinander.

Hallo,
da ihr ja heute nicht nach Hogsmeade gehen könnt, dacht ich mir, dass wir uns einen netten Nachmittag bei mir machen könnten. Ich würde mich freuen, wenn ihr kommen würdet.
Liebe Grüße Hagrid

„Hagrid hat uns eingeladen für heute Nachmittag“, rief Albus aus.
„Was?“, fragten Rose und David wie im Chor. „Einfach so?“, fragte sie weiter.
„Er meint, da wir ja nicht nach Hogsmeade können“, erklärte Albus und begann eine kurze Antwort auf die Rückseite des Briefes zu kritzeln.
So gingen sie also nachdem sich die rund zwei Drittel aller Schüler dem Schultor näherten, in den Gryffindorturm. In dem äußerst leeren Raum fanden sie Platz genau vor dem Kamin. Albus führte David gerade in das System der Schokofroschkarten ein und Rose las ein Buch von Nathan Nolde.
Nachmittags brachen sie dann auf, um Hagrid besuchen zu gehen. Als Albus an die Tür klopfte, hörten sie schon das aufgeregte Bellen von Fang und ein Stühlerücken.
„Hallo, ihr Drei“, begrüßte Hagrid sie und ließ sie in die kreisrunde Hütte ein. Über einem lodernden Feuer hing ein alter Kessel und eine einsame Teetasse standen auf dem robusten Holztisch. Hinter dem geblümten Vorhang konnte man die weiten Ländereien und den Rand des Verbotenen Waldes erkennen.
Sie setzten sich an den Tisch und Hagrid begann an dem Kessel herumzufuhrwerken.
„Na, wie geht’s euch so?“, fragte er und goss ihnen allen Tee ein. „Kommt ihr in Hogwarts klar? Und sind James und Fred nett zu euch?“, fügte er hinzu und lachte rau.
„Oh ja“, begann Rose. „Es ist wunderbar!“
„Dad kommt Anfang Dezember“, bemerkte Albus, da es ihm just wieder eingefallen war.
„Wirklich?“, fragte Hagrid und sein bärtiges Gesicht hellte sich auf.
„Das is’ gut“, fügte er hinzu und nahm einen Schluck von seinem Tee. „Wird er wieder in den Unterricht gehen?“
„Ja, in Verteidigung gegen die Dunklen Künste“, antwortete Albus.
„Er sollte verdammter Lehrer werden, wenn er sowieso schon so oft hier her kommt und außerdem ist Professor Merryfort eigentlich gar nicht für das Fach geschaffen.“
„Warum?“, fragte David.
„Eigentlich wollte sie Zauberkunst machen, aber solange wir Flitwick haben, wird sie diese Stelle wohl nicht bekommen können.“
„Da gibt es ja anscheinend viel Tumult, um diese ganzen Lehrerstellen“, erwiderte Rose.
„Ohh ja“, entgegnete Hagrid. „ Immer wenn es eine neue Stelle zu besetzen gibt, wird viel hin und her diskutiert und am Ende sind sie genau so schlau wie am Anfang.“
„Aber kommt das denn so oft vor?“, wollte David wissen.
„In den letzten Jahren schon, die Stelle von Verteidigung gegen die Dunklen Künste war ja schon immer so ein Fall für sich, doch nachdem Professor Thiverspaw nach fünf Jahren die Stelle aufgab, um ins Ausland zu gehen, dachte man, es gehe von Neuem los.“
„Was gehe von neuem los?“
„Als Du-weißt-schon-wer noch gelebt hat, lag ein Fluch auf der Stelle. Nie länger als ein Jahr konnte ein Lehrer in diesem Fach unterrichten. Nach ’nem Jahr war’s immer vorbei.“
Albus hatte David bereits alles über Voldemort erzählt und David hatte sich sogar, dass Buch, welches Rose ihm empfohlen hatte, sich aus der Bibliothek ausgeliehen, doch das Unbehagen, dass Hagrid, Albus und Rose überkam, als Hagrid ihn erwähnt hatte, blieb bei ihm aus.
„Jedenfalls hat seit dem Professor Merryfort die Stelle und die Lehrer können sich nicht beklagen, dennoch wäre sie glücklicher mit der anderen Stelle.“, vollendete er seinen Beitrag.
„Ich fänd’s komisch, wenn Harry hier unterrichten würde“, meinte Rose. „Nicht das ich glaube, dass er ein schlechter Lehrer ist, nein im Gegenteil, aber trotzdem einfach komisch.“
Albus nickte leicht und runzelte die Stirn. David, der sich an einem von Hagrids selbst gebackenen Felsenkeksen versucht hatte, hustete leicht und verzog leicht sein Gesicht, weil sein Mundwerk so schwer damit beschäftigt war, den Keks hinunterzuschlucken.
„Aber das mit James und Quidditch is’ ’nen großes Ding, was? Toll, Harry wäre stolz gewesen, hätt’ er ihn gesehen“; sagte Hagrid und nickte dabei.
Während Albus begeistert auf das Thema Quidditch einging und David interessiert zuhörte wurden die Ländereien in ein helles Rosa getaucht und die Sonne neigte sich.
Es war schon dunkel, als die Drei aufbrachen und Hagrid bestand darauf, sie zum Schloss zurückzubegleiten. Schnell begannen sie die Treppen zum Gryffindorturm hinaufzulaufen. Sie waren fast angekommen, als Rose eine Hand ausstreckte und ihnen zu verstehen gab leise zu sein. Eine Stimme drang aus einem leeren Klassenzimmer zu ihrer Rechten und sie wollten schon leise weiterschleichen, als die Tür aufgestoßen wurde. Stubbins der einarmige Hausmeister trat heraus und blickte sich mit scharfen Augen um. Schnell sah er die drei sich hinter einer Rüstung versteckenden Gryffindor. Hinter ihm trat Professor Nolde aus dem Klassenzimmer. Rose zog scharf die Luft ein und machte sich hinter David ganz klein.
„Na, Mr. Potter, Mr. Tyler und sie Miss Weasley“, fügte er beinah enttäuscht hinzu. Er sah demonstrativ auf seine Uhr und lächelte und sagte dann: „Um diese Uhrzeit alleine auf den Korridoren-“ er seufzte missbilligend „das hätte ich nicht von ihnen erwartet, vor allem von ihnen nicht, Miss Weasley. Ich werde das ihrem Hauslehrer melden und sonst 15 Punkte Abzug für Gryffindor, so Leid es mir tut, Regeln sind Regeln.“

Nach ihrer nächsten Kräuterkundestunde am Dienstag rief Professor Longbottom, wie Albus ihn jetzt nannte, nach vorne. Der schüchterne, kleine Junge war zu einem großen, zwar immer noch etwas pummeligen, aber respektierten Lehrer geworden.
„Also“, sagte er freundlich und lächelte sie an. „Ich habe von Professor Nolde über ihre Aktivitäten am späten Abend gehört. Wie kam es dazu?“, und der Freund seines Vaters, den Albus nur als den netten Mann mit dem runden Gesicht kannte, sah ihn aus ungewohnt strengen Augen an. Sein Gehirn ratterte. Er wollte Hagrid nicht in Schwierigkeiten bringen, aber andererseits, wie sollte er es sonst erklären? Doch bevor er zu einer Antwort ansetzen konnte, erwiderte Rose: „ Es tut uns wirklich leid, wir haben irgendwie die Zeit vergessen. Wir haben noch Hausaufgaben gemacht und weil der Gemeinschaftsraum abends immer so voll ist, wollten wir in ein leeres Klassenzimmer gehen und haben dann gemerkt, dass es schon so spät war.“
„Und warum sind sie nicht einfach in die Bibliothek gegangen?“, fragte er, doch Albus merkte, dass er ihnen nicht wirklich böse war.
„Madam Pince“, sagte Albus plötzlich. „Sie sagt immer, wir reden zu laut.“ Das stimmte nun nicht ganz, doch Professor Longbottom schien die Geschichte für halbwegs glaubwürdig zu halten.
„Na gut, dann lassen wir es erst mal dabei. Doch ich hoffe, dass dies eine einmalige Sache bleiben wird, sonst werde ich ihnen noch Strafarbeiten geben müssen“ und dies schien er für eine vollkommen überflüssige Sache zu halten. Sie waren schon am Gehen, als er noch rief.
„Und Albus, stimmt es das Harry im Dezember kommt?“
„Jaah“, sagte dieser und grinste. Auf dem Weg zurück zum Schloss trafen sie Hagrid, der dabei war die riesigen Kürbisse in die Große Halle zu transportieren.
„Für Halloween“, sagte er überflüssigerweise auf die Kürbisse deutend.
„Ich freue mich schon auf das Bankett“, bemerkte David, als sie wieder im Schloss waren.
„Das Essen am Schulanfang war großartig.“

Und wirklich als sie am Halloweenabend die Große Halle betraten und sich die goldenen Teller vor ihnen mit tausenden von köstlichen Gerichten füllten, breitete sich ein großes Lächeln auf Davids Gesicht auf.
„Bei uns“, sagte er den Mund voller Kartoffeln. „Gibt es immer nur ausländisches Essen, also so etwas Afrikanisches.“
„Wieso das?“, fragte Albus.
„Meine Eltern sind Ethnologen, sie arbeiten in Südafrika.“, antwortete er.
„Ethno- was?“, entgegnete Albus.
„Eth-no-log-en“, sagte David, aber er kam nicht mehr dazu, zu erklären, was seine Eltern machte, weil der Fast Kopflose Nick, der nicht weit von ihnen saß, meinte: „Aber seit froh, dass ihr heute überhaupt noch etwas zu Essen bekommt. Das Essen kommt ja auch etwas verspätet, das habt ihr natürlich nicht mitbekommen, wegen der langen Rede der Schulleiterin, aber es gab anscheinend Probleme in der Küche.“
„Wieso Probleme?“, fragte James, der neben Nick saß.
„Das weiß keiner so genau, viele von den Hauselfen waren jedenfalls gar nicht anwesend, als der Hausmeister heute in der Küche etwas reparieren musste. Er meinte, dass viele verängstigt waren oder verwirrt. Wird sich wohl jemand einen Spaß erlaubt haben und ihnen einen Verwechslungszauber aufgehext haben“, erzählte er ihnen.
„Was sind Hauselfen?“, fragte David.
„Wieso sollte das jemand tun?“, fragte Albus und ignorierte Davids Frage.
„Na, ja es gibt bestimmte Leute, die Hauselfen als etwas Minderwertiges wahrnehmen und so etwas lustig finden“, meinte Rose.
„Ich weiß nicht, ob das hier der Fall war“, gab Nick zu Bedenken. „Ich habe die Professoren Flitwick und Merryfort darüber reden hören und es hörte sich nach einem Spaß an, den sich Schüler einfach so mal erlauben.“
„Sondern? Eben meinten sie noch, dass sich jemand einen Spaß erlaubt haben muss“, hakte Fred nach. Albus war sich sicher, wäre Nick nicht silberweiß und durchsichtig gewesen, wäre er errötet. Er hatte anscheinend etwas gesagt, dass er eigentlich für sich behalten sollte.
„Ja“, begann er und schien sich seine Worte genau zu überlegen. „Da haben sie Recht, da habe ich etwas anderes gemeint. Jedenfalls scheint es mir hier, als hätte es einen anderen Grund gegeben.“
Ehe jemand etwas darauf erwidern konnte, verabschiedete er sich kurz und schwebte dann weiter.
James schüttelte den Kopf.
„Was war das jetzt? Er hat uns doch jetzt irgendetwas verschwiegen, oder?“, meinte er. Fred nickte. „Ja, da ist ihm jetzt irgendwas rausgerutscht, hatte ich das Gefühl.“
„Aber was könnte den der Grund gewesen sein? Und was genau ist überhaupt passiert?“, fragte Rose. David hatte die Stirn gerunzelt und fragte: „Kann mir vielleicht irgendjemand erklären, was Hauselfen überhaupt sind?“
Rose holte Luft: „ Hauselfen sind sozusagen die Sklaven der Zauberer-“, doch sie wurde unterbrochen.
„Bevor du das wiederholst, was dir deine Mutter eintrichtert, erkläre ich lieber“, sagte James und sah Rose mit einem überlegenden Blick an. Rose schnalzte missbilligend mit ihrer Zunge, setzte sich dem zwei Jahre älteren Schüler jedoch nicht zur Wehr.
„In vielen Zaubererfamilien gibt es Hauselfen, die ihnen mit dem Haushalt helfen. Sie sind eigentlich getrimmt darauf, alles was ihnen ihr Meister befiehlt zu befolgen. Nur wenn man ihnen Kleidung schenkt, dann sind sie so genannte freie Elfen, was jedoch unter den meisten Elfen als eine Schande gilt. In Hogwarts arbeiten dutzende von Hauselfen, die putzen, aufräumen, kochen und so weiter.“, erklärte James.
„Ihr Leben besteht also darin, den Zauberern ihr eigenes Leben leichter zu machen“, ergänzte Rose.
„Kleidung schenken?“, wiederholte David fragend.
„Na ja sie laufen in Lumpen rum und wenn du ihnen beispielsweise einen Hut gibst, dann heißt das so viel wie, du kannst gehen“, antwortete Fred.
„Aber was mich interessiert ist, wieso jemand die Hauselfen verzaubern wollte“, meldete sich Rose wieder zu Wort.
„Ich glaube wirklich einfach, um sie zu ärgern oder halt damit sie irgendwas machen sollen“, sagte Albus.
„Wahrscheinlich hat Al Recht, außerdem das Essen steht auf dem Tisch, wozu muss man sich da noch weiter fragen?“, sagte Fred und fuhr damit fort, sein Gulasch zu essen.
Rose ließ es dabei bleiben, doch Albus fühlte, dass es sie nicht losließ. Er hatte sowieso beobachtet, wie sie Professor Nolde von der Hornzunge erzählt hatte, nachdem Albus und David ihr zur Verstehen gegeben hatten, dass sie dies für nicht weiter auffällig hielten. Vielleicht täuschten sie sich auch, aber es war ihm vorher nie aufgefallen, wie neugierig sie doch war. Als wollte sie seine Gedanken bestärken, fragte sie in diesem Moment: „Wo ist überhaupt euer Freund Sean?“
James sah kurz zu Fred und grinste: „Strafarbeit bei Foretti..“
„Warum?“
„Foretti hat ihn angemacht, weil er die ganze Zeit geredet hat und ihm Punkte abgezogen. Im Gegenzug haben wir einen von den Weasleys-Feuerwerken in seinem Büro platziert. Leider wurde Sean von ihm gesehen, hat sich tierisch aufgeregt und ihm für die ganze Woche Strafarbeiten gegeben, selbst an Halloween. Er muss alte Schulkessel putzen.“
Albus lachte an dem Gedanken an ein Feuerwerk in Forettis Büro, was dabei wohl alles kaputt gegangen war, kein Wunder, dass er sich so aufgeregt hatte. Er hatte schon in den letzten zwei Jahren immer wieder durch Briefe von Professor Longbottom mitbekommen, dass James und seine Freunde Unruhe stifteten und sich eine ganz Hand voll Scherze erlaubten. Ginny und Hermine hatten sich in aller Ausführlichkeit über den schlechten Einfluss von Ron und George ausgelassen, die einen Laden für Scherzartikel besaßen und von dem alle Kinder sich begeistert immer wieder die neusten Sachen, die noch nicht ausgestellt waren, vorführen ließen. Albus, der von James am vergangenen Sonntag eine Stinkbombe in sein Bett gelegt bekommen hatte, hatte so auch erfahren, dass es einen Scherzartikelladen in Hogsmeade gab. Er hatte Rose gebeten ihr etwas von den Sachen zu geben, die Ron ihr heimlich mitgeschmuggelt hatte, doch musste enttäuscht feststellen, dass sie diese schon hatte konfiszieren lassen. („Du kannst dich doch nicht auf James Niveau herunterlassen, Al!“).
Der Nachtisch kam und die Unmengen von Torten, Puddings und Cremes verschlugen allen den Atem. Dass die Hauselfen nicht zu verwirrt waren, schien für Albus klar, als er die Köstlichkeiten nach der Reihe ausprobierte.
Als sich alle den Bauch vollgeschlagen hatten, verließen alle Schüler die, von leuchtenden Kürbissen gesäumte, Große Halle, um zu ihren jeweiligen Gemeinschaftsräumen zu bewegen. Ein lautes Summen erfüllte die Halle, als hunderte von Füßen nach draußen schwemmten. Die Gryffindors stiegen die Marmortreppe in ihren Turm hinauf. Müde und satt setzte Albus einen Fuß vor den anderen, als er im Augenwinkel eine bizarre Szenerie beobachtete. In einem Seitengang sah er nur, wie ein Hauself von einer Hand in einen Raum gedrängt wurde. Er tippte Rose und David an und zeigte mit dem Finger darauf. Kein anderer schien es zu bemerken, wie die kleine, dünne Gestalt des Hauselfen nun in dem Zimmer verschwand.
„Lass’ uns das angucken“, flüsterte er plötzlich selbst von einer Neugier getrieben.
„Ich weiß nicht Al, wir wurden doch letztens erst erwischt, wie wir-“, begann Rose sorgenvoll.
„Ach komm schon, Rose“, unterbrach sie David und ohne eine Reaktion von ihr abzuwarten, lösten sie sich von der Gruppe und ordneten sich unbemerkt in eine Schar Ravenclaws ein, die in eine andere Richtung strömten.
„Aber-“, wisperte Rose, doch Albus legte einen Finger auf den Mund und zerrte sie hinter eine große Rüstung. Dann liefen sie geduckt in den Seitengang und kauerten sich neben die Statur eines Wasserspeiers. Aus dem Raum erklang die piepsige Stimme des Hauselfen: „Ja, Meister, natürlich! Das- das war ein Versehen.“
„Die Anweisungen waren klar! Es sollte unbemerkt bleiben“, erwiderte eine Albus unbekannte Männerstimme schroff.
„Es tut mir Leid, Meister. Es war so nicht geplant“, fiepte der Hauself zittrig.
„Ich hoffe doch, die anderen Elfen wurden wieder ins Schloss gebracht worden.“
„Ja, ja, sie sind alle wieder da.“
„Und wirst du dafür sorgen, dass sie ordentlich bestraft werden?“
„Sicher, sicher, Meister! Sie werden selbst schon dabei sein, sich zu bestrafen.“
„Ich hoffe, das wird nicht wieder vorkommen.“
Albus erinnerte sich willkürliche an das Gespräch mit Professor Longbottom am Morgen und es schien ihm Tage zurück zu liegen. Was ging hier vor? Wer war dieser Mann, der anscheinend für das Verschwinden der Hauselfen verantwortlich war und was hatte er den Hauselfen aufgetragen?
„Dann geh jetzt, Hauselfe“, befahl der Mann und jetzt erst bemerkte Albus, wie Rose ihn panisch antickte. Sie zeigte mit dem Finger in eine Richtung weg von dem Raum. Leise liefen sie los und gerade rechtzeitig als die der kleine Hauself aus dem Raum gehastet war, hatten sie die Ecke erreicht. Auf Zehenspitzen erklommen sie die Treppenstufen und als sie einen Stock höher waren, rannten sie schnell Richtung Portraitloch.
„Passwort?“, fragte die Fette Dame.
„Armleuchter“, keuchte David.
„Sehr richtig!“
Das Portrait schwang nach vorne und hastig kletterten sie durch das Loch. Der Gemeinschaftsraum der Gryffindors war leer. Albus war viel zu aufgewühlt, als dass er jetzt hätte schlafen können. Er musste über das eben Gehörte reden und anscheinend ging es denn anderen ähnlich, denn David ließ sich in einen großen Sessel vor dem Kamin sinken und Rose machte keine Anstalten zum Mädchenschlafsaal hochzugehen.
„Das war knapp“, sagte David und kreuzte die Arme hinter seinem Rücken.
„Wer war das bloß?“, fragte Albus und auch er setzte sich in einen Sessel.
„Ich habe keine Ahnung, jedenfalls war es ein Erwachsener, oder?“
„Es muss jemand von den Lehrern gewesen sein“, meinte Rose. Albus versuchte sich an die Stimme zu erinnern, er war sich ganz sicher, sie noch nie zuvor gehört zu haben.
„Aber nicht von einem, den wir kennen“, entgegnete er dann.
„Wären wir nur etwas länger da geblieben, dann hätten wir ihn gesehen“, fügte er hinzu.
„Bist du verrückt?“, fragte David.
„Wir wären erwischt worden und ich möchte nicht wissen, was der mit uns gemacht hätte!“
„Hinter dem Wasserspeier hätte er uns wahrscheinlich gar nicht gesehen“, verteidigte er sich.
„Trotzdem Al, der Hauself hätte uns sicher entdeckt und wie David schon gesagt hatte, nachdem wir erst am Samstag von Professor Nolde gesehen worden sind, wäre das gar nicht gut gekommen. Vor allem nicht nach unserem Gespräch mit Professor Longbottom“, sagte Rose.
„Aber wir hätten immerhin gewusst, wer hinter dieser ganzen Hauselfgeschichte steckt.“
Hätte er nur einen Tarnumhang wie sein Vater, dachte Albus wehmütig. Dann könnte man ungesehen zu jeder Uhrzeit überall hin. Er hätte viel dafür gegeben, zu wissen, wer in diesem Zimmer gewesen war, obwohl es ihn beim Essen gar nicht so sehr interessiert hatte, was in der Küche vorgefallen war. Nachdem er gehört hatte, dass es ein geplantes Verschwinden von anscheinend mehreren Hauselfen gegeben hatte, war sein Interesse geweckt.
„Was glaubt ihr meinte mit: die anderen Hauselfen wurden wieder ins Schloss gebracht? Wo waren sie denn dann?“, fragte David.
„Ich weiß nicht, aber glaubt ihr nicht auch, dass es das war, was Nick meinte?“, meinte Rose stirnrunzelnd.
„Was?“
„Na ja, dass viele Hauselfen immer noch nicht aufgetaucht waren, also dass sie sozusagen verschleppt worden waren.“
„Vielleicht, aber wie sollte jemand das am mitten am Tag machen, ohne dass es jemand merkt?“, fragte Albus.
„Al“, sagte Rose und sah ihn an. „Hast du je in diesem Schloss einen Hauselfen gesehen?“
„Nein, also ja- heute!“
„Siehst du! Wir sehen die Hauselfen nie, da wird es wohl nicht sehr schwierig sein, ihnen zu befehlen irgendwo hinzugehen, ohne dass es jemand sieht.“
„Trotzdem finde ich das alles sehr komisch. Wer war das?“, sagte Albus erneut.
„Wir werden die Person bestimmt irgendwann bald sprechen hören. Ich meine, es kann ja nicht sein, dass man einen von den Lehrern hier nie zu hören bekommt. So viele Lehrer gibt’s dann ja wieder auch nicht.“, sagte David.
„Ich weiß nicht genau“, warf Rose ein. „Wen von den Lehrern haben wir denn noch nie sprechen hören?“
„Was weiß ich, also es gibt so manche von denen, die am Lehrertisch, die ich nicht kenne.“
„Die Fächer, die wir nicht haben sind Muggelkunde, Arithmantik, Pflege Magischer Geschöpfe, Alte Runen und Wahrsagen.“
„Ich werd’ James fragen, welche Lehrer er in Wahrsagen und Arithmantik hat“, sagte Albus.
„Vielleicht hat er seine Stimme auch verzaubert“, sagte David. „Das geht doch?“, fragte er und sah Rose an.
„Jaah“, sagte sie und zögerte. „Warum sollte er das machen? Ich meine, er wusste doch nicht, dass er belauscht wird.“
David zuckte mit den Schultern und gähnte dann.
„Vielleicht sollten wir uns aber lieber da raus halten“, meinte sie dann langsam, während sie mit einem langen Stock im Feuer herumstocherte. „Nachher werden wir erwischt und-“, sie stockte.
„Du hast doch nur Angst schlechte Noten zu kriegen“, grinste David.
„Ja und? Ist daran etwas schlimm?“, gab sie bissig zurück. „Ich geh dann jetzt zu Bett“, sagte sie plötzlich und stand auf. Als wäre dies ein Signal gewesen, standen auch Albus und David auf und alle begannen sie die Treppen zu ihren jeweiligen Schlafsälen hochzulaufen.
Später als Albus im Bett lag, beugte er sich flüsternd zu David herüber und meinte: „Aber es wäre schon interessant gewesen, wir hätten ihn gesehen.“
„Jah, aber Rose hat Recht. Es wäre zu riskant gewesen“, antwortete er. Resigniert lehnte Albus sich zurück und zog die Decke über sich.
„Na ja dann Gute Nacht“, hörte er ihn neben sich sagen und er erwiderte ebenfalls „Gute Nacht!“
Er drehte sich zur Seite und schloss die Augen. Sofort erschien das Bild eines dünnen in ein Küchentuch gewickelten Hauselfen, der in einer kauernden Haltung zu einem großen Mann aufblickte, der ein dunkles, böses Gesicht besaß. Wer war der Mann und was wollte er? Er öffnete wieder die Augen und starrte in die klare, sternenlose Nacht aus seinem Fenster. Lange lag er an diesem Abend wach und als er schließlich in den Schlaf versank, verfolgten in die Bilder von Hauselfen die an einer Leine von Hagrid geführt in den Verbotenen Wald geführt worden und Nick der versuchte, die Hauselfen zu verdecken, damit sie keiner sah.

In den folgenden Wochen, hörten sie weder Geschichten von weiteren verschwundenen Hauselfen noch sahen sie den Mann, den sie in der Halloweennacht belauscht hatten.
Das Wetter wurde stürmischer und Albus konnte aus dem Zimmer des Gemeinschaftsraumes immer öfter die Quidditchmannschaften trainieren sehen. Immer öfter kam James abends regennass und durchgeschwitzt in den Gemeinschaftsraum und ließ sich müde in einen der Sessel nieder. Keiner der von ihm beschriebenen Lehrer passte auf den Menschen, den Albus suchte und enttäuscht und auch von sonstigen Dingen wie Hausaufgaben abgelenkt, verschwanden seine Bemühungen, in dieser Sache etwas herauszufinden nach einer Weile.
Das kommende Quidditchspiel Gryffindor gegen Slytherin rückte immer mehr in den Mittelpunkt und Albus Vorfreude auf das Spiel und die damit verbundene gute Laune wurde noch gesteigert, als Foretti sie am Montag vor dem Spiel früher gehen ließ, weil er angeblich noch etwas zu erledigen hatte.
„Wenn ihr mich fragt, hat er sich einfach nur verletzt und jetzt keinen Bock zu unterrichten“, meinte David beim Mittagessen. Auch Albus waren die weißen Verbände an Forettis Händen aufgefallen.
„Vielleicht hat es etwas mit der Hornzunge zu tun. Vielleicht hat er sie falsch benutzt“, spekulierte Rose und Albus und David verdrehten die Augen.
„Jetzt fang nicht damit schon wieder an.“
Doch Rose ignorierte ihn und sagte: „Das wird es wohl gewesen sein. Dann kann ich ja beruhigt sein, dass er sie jetzt nicht mehr hat.“
„Wahrscheinlich hat er in seinem Vorrat aber noch einen ganzen Kessel davon“, sagte David in gespielt entsetztem Ton. Selbst Rose lachte und bevor sie zu Geschichte der Zauberei gingen, schlug sie ihnen sogar vor, ihre Hausaufgaben durchzulesen unter der Vorraussetzung, sie würden in der folgenden Stunde wenigstens versuchen zuzuhören.
Am Anfang klappte es noch relativ gut, fand zumindest Albus. Er nahm ungefähr, die Hälfte von dem, was Professor Binns sagte, auf, doch nach den ersten zehn Minuten schweiften seine Gedanken wieder zu Quidditch ab. Die Traditionen und Gebräuche aus den Zeiten der alten Ägypter mochten noch so spannend sein, befand Albus, doch auch schwarzmagische Orakel wurden von Binns so erklärt, als würde er ein Schlaflied singen.
Nach der Stunde gingen sie hoch in den Gemeinschaftsraum.
„Fandet ihr nicht auch den Kult um das Skaradaeiorakel total spannend?“, fragte sie Rose, doch als sie in die verständnislosen Gesichter der beiden Jungen sah, seufzte sie nur und setzte sich dann zu ihrer Freundin Cathy McDougan.
„Sie kann nicht im Ernst von uns erwarten, dass wir bei dem Geschwafel aufpassen“, sagte David an Albus gewandt, als sie sich gerade in einer Ecke niederließen und ihre Hausaufgaben rausholten.
„Geschwafel?“, fragte jemand hinter Albus.
„Ihr redet doch nicht von Binns, oder?“, fragte James.
„Wie kommst du darauf?“, fragte Albus und grinste.
„Und wie geht’s mit dem Training voran?“, fragte er.
„Ach, wir machen die Slytherins platt.“, sagte Sean übermütig.
„Wobei ich sagen muss“, sagte Fred. „Ich habe die Slytherins letztens von hier aus beobachtet. Swan fliegt leider nicht schlecht.“
James Miene verdunkelte sich.
„Ich habe ähnliches gehört. Er soll gut sein…“
„Aber Freddie, das ist doch kein Wort gegen McQueen oder?“, sagte Sean laut und grinste. Fred errötete und machte eine schnelle Bewegung, als würde er sein Umfeld kurz von allen Seiten überprüfen. James lachte und Albus runzelte die Stirn.
„Fred steht auf sie, weißt du“, erklärte James und Fred schnalzte mit der Zunge: „Gar nicht wahr.“
„Jedenfalls“, sagte Fred etwas lauter, als wolle er das Thema wechseln. „Auch wenn er ein kleines Miststück ist, fliegt Swan nicht schlecht und ich würde mich nicht zu sehr auf- ähm andere Spieler verlassen.“
„Sein Besen schlägt natürlich auch alle anderen“, fügte Sean zweifelnd an.
„Feuerblitz2, ich weiß“, entgegnete James mürrisch, der letztes Jahr den neusten Besen aus der Nimbusreihe zum Geburtstag bekommen hatte. Erstklässlern war es nicht erlaubt einen Besen zu besitzen, doch auch Albus hoffte darauf, in seinem zweiten Jahr in Hogwarts einen Besen zu bekommen. Im Insgeheimen wünschte er es sich sehnlich auch in die Quidditchmannschaft aufgenommen zu werden, doch als er bei den Auswahlspielen die anderen Mitglieder gesehen hatte, waren ihm Zweifel gekommen, ob er gut genug war.
Nach dem Mittagessen machten sie sich zu Zauberkunst auf und ehe Albus sich versah, war auch schon wieder Samstag.
Er wachte ungewöhnlich früh auf und obwohl er gar nicht mitspielte, breitete sich eine kribbelnde Wärme in seinem Körper aus. Er hatte schon oft Quidditchspiele gesehen, da seine Mutter schließlich Sportkorrespondentin im Tagespropheten war und so oft auch Freikarten für seinen Vater oder seine Geschwister bekommen. Sie selbst hatte er allerdings erst einmal fliegen gesehen. Das war zwei Jahre nachdem Rose auf die Welt gekommen war. Sie hatte sich noch einmal auf ihren Besen geschwungen, bevor sie sich zurückzog, um von zuhause aus für den Tagespropheten zu schreiben. Doch die Hogwartsquidditchspiele waren etwas Besonderes. Jeder der großen Stars hatte einmal dort angefangen, jedenfalls die, die in Hogwarts zur Schule gegangen waren.
Er schwang sich aus dem Bett, schlüpfte in seine Anziehsachen und ging runter in den noch sehr leeren Gemeinschaftsraum. Es war seltsam ihn so leer, aber aufgeräumt wiederzufinden. Eine warme Ruhe strömte von ihm aus und seine friedliche Atmosphäre ließ Albus lächeln. In den letzten Monaten war es doch so etwas wie sein zweites zuhause geworden.
Er ließ sich in einen Sessel fallen und beschloss einen Brief an seine Eltern zu schreiben. Seine Feder lag noch vom Vorabend auf dem Tisch und schon begann er sein Pergament zu beschriften. Er musste James nachher fragen, ob er sich seine Eule ausleihen konnte.
Langsam füllte sich der Gemeinschaftsraum und aufgeregte Stimmen erfüllten ihn. David und er gingen zum Frühstück, um danach gleich zum Feld zu gehen.
Der Himmel war wolkenverhangen und es sah nach Regen aus. Sie setzten sich ganz nach oben auf die Tribünen. Ein eisiger Novemberwind wehte von den Ländereien herüber und Albus zog seinen Gryffindorschal enger. Viele Schüler trugen auffällige Kleidung in den Farben von Gryffindor oder Slytherin und einige hielten große, magisch verzauberte Transparente in die Höhe.
„Hey, kann ich mich hier hin setzte“, kam eine unsichere Stimme von hinten. David und Albus drehten sich um. Nilson Ackerley, der sich eine Gryffindorrosette an den Umhang geheftet hatte und eine für ihn viel zu große Mütze trug stand hinter ihnen.
„Klar“, sagte Albus und machte ihm Platz.
„Ich bin für Gryffindor“, sagte er und deutete auf seine Rosette. David klopfte ihm auf die Schulter. „Gut so. Ich bin so gespannt auf mein erstes Quidditchspiel!“
„Ist es echt dein erstes Quidditchspiel?“, fragte Nilson und David bejahte.
Die beiden Mannschaften waren nun auf den Platz gekommen und McQueen und Gonzales, die jeweiligen Kapitäne der Mannschaften gaben sich gezwungen die Hand. Gerade als Madame Jones einen gellenden Pfiff ausstieß und die Bälle entließ erreichten Rose und Cathy ihre Reihe.
„Hallo Al, David, Nilson“, sagte sie und setzte sich mit von der Kälte geröteten Wangen neben David.
„Hallo“, begrüßten sich auch die anderen. „Warum seid ihr so spät?“, wollte David wissen, doch Roses Antwort ging in den lauten Worten des Kommentators unter, der nun das Megaphon erhoben hatte.
„Und wieder beginnt eine Quidditchsaison mit dem lang ersehnten Spiel Slytherin gegen Quidditch. Mein Name ist Henry Tennessee und ich werde life und in Farbe das Spiel kommentieren.“ Einige Leute lachten auf.
Albus beugte sich nach vorne, sodass er Tennessee sehen konnte. Es war ein hochgewachsener, dunkelhaariger Junge mit hellen, blauen Augen. Er saß mit einem selbstgefälligem Lächeln im Gesicht, zurückgelehnt in einem Stuhl direkt neben den Lehrern.
„ Nach der Niederlage von Slytherin im letzten Jahr, hoffen diese nun auf Revanche. Doch Gryffindor jetzt im Quaffelbesitz. Robbins hat ihn sicher und fliegt direkt auf den linken Torring der Slyhterins zu, Pittsburgh geht in Stellung vor seinen Ringen. Während es bei den Löwen in diesem Jahr einige Veränderung gab, hat Slytherin nur eine neue Position, wenn diese auch als recht viel versprechend gilt. Robbins geht nun zum Angriff über, wirft – oh nein, gutes Ablenkungsmanöver, geschickt hat er den Quaffel zu Nester geworfen, die nun von der anderen Seite kommt und JA! Sie hat ihn reingemacht, da war Pittsburgh zu langsam. Gryffindor geht in Führung.“
Albus jubelte beigeistert mit, als die gutaussehende, blonde Selma Nester den Quaffel elegant in den Torring von Slytherin versenkt hatte. James hatte bisher noch keine Gelegenheit gehabt, sich zu beweisen und war etwas zurückhaltend im Hintergrund gewesen, doch Albus wusste, dass er um Weiten besser fliegen konnte, als er jetzt zeigte.
„Nun hat sich Slyhterins Kapitän Gonzales den Ball erobert, fliegt auf die gegnerische Seite zu, gibt ab an Wotzki, dieser fliegt – doch oh!“
Ein Klatscher, der gezielt von der kleinen, unscheinbaren Tina Leng in Richtung Wotzki geschleudert worden war, traf diesen an der Schulter. Der bullige Viertklässler fuhr zusammen, ließ den Quaffel fallen und fühlte seine Schulter. Die Gryffindors johlten. Der Quaffel fiel, und nun preschte James nach vorne.
„Der erste Einsatz vom neuen Gryffindorjäger Potter. Und er beschleunigt und ja! Fängt den Quaffel. Uh!“
James war in einem atemberaubenden Tempo in die andere Richtung geflogen und war nur knapp mit einem gefährlichen Seitenschlenker einem Klatscher ausgewichen, der von der Treiberin der Slytherins ausgegangen war. Sie war eins der zwei Mädchen in der Slytherinmannschaft und erinnerte Albus an eine sehr hässliche Bulldogge.
„Potter weicht geschickt Wotzki aus und oh ja, sehr schick, hat ihn versenkt!“ James hatte es in irgendeiner Weise geschafft am Slytherinhüter Pittsburgh vorbeizukommen und den Quaffel dabei unbemerkt, aber gnadenlos zielsicher in einen der Torringe geworfen. Er riss die Hände in die Höhe und flog freihändig auf seine Mannschaftskameraden zu, die ihn jubelnd abklatschten. Auch auf den Rängen gab es Beifall. James, der immer als sehr guter Quidditchspieler gegolten hatte, hatte dies jedoch noch nie wirklich zu Beweis stellen können. Auch die meisten Hufflepuffs und Ravenclaws waren für Gryffindor, sodass der Jubel die Buhrufe der Slytherins um weiten übertönte.
Nachdem ein Tor von Mark Robbins und ein weiteres von James die Gryffindors zu einem Punktstand von 40:0 verhalfen, wurden die Slyhterins unwirsch. Wotzki foulte so offensichtlich, dass es einen Strafwurf gab. Robbins durfte werfen und traf. Gonzales fluchte.
„Die Slyhterins nun unter Druck müssen sich jetzt aber bemühen. Und ja, dort kommt die Jägerin Slurk. Unter uns, ein wirklich gut aussehendes Mädchen, und ja! Da hat Snyder keine Chance gehabt.“
Die Slytherins johlten und Jeremy Snyder, der zuvor einige sehr schwierige Bälle gehalten hatte, ballte eine Faust vor Zorn.
„50:10 und nun geht es weiter. Nester in Ballbesitz, doch uh - wirklich geschickter Klatscher- nun also Wotzki, der heute ja noch gar nichts von seinem Talent beweisen konnte. Ja, das sieht gut aus, doch was ist das?“
Ein überraschter Aufruf war durch die Menge gegangen. McQueen, die bisher das Spiel von oben aus beobachtet hatte und Kreise um das Feld gezogen hatte, war urplötzlich in die Höhe geschossen und verfolgte offensichtlich den Schnatz. Albus Blick huschte zu Swan, der gelassen auf seinem Feuerblitz2 saß. Er war einige Meter über McQueen und sie steuerte in seine Richtung. Er beugte sich nun runter und raste los, jedoch in eine ganz andere Richtung. McQueen verlangsamte verwirrt ihre Geschwindigkeit und sah ihm nach, doch da schoss dieser auch schon wieder in die Höhe und mit rasantem Tempo verfolgte er nun den Schnatz. Den Vorsprung, den er sich durch dieses Ablenkungsmanöver verschafft hatte, konnte McQueen klar nicht mehr aufholen und Albus sah entsetzt zu, wie Swan nun die Hand ausstreckte. Ein siegessicheres Lächeln trat auf sein Gesicht und aus dem Augenwinkel sah Albus Malfoy, der schon ölig grinsend zum bevorstehenden Jubel aufgestanden war. Rose schlug die Hände vors Gesicht und dann WUMM. Ein Klatscher traf Swan direkt in die Seite. Vor lauter Aufregung hatte er ihn nicht kommen sehen. Die Menge stöhnte laut auf und begeistert stürmten die Gryffindorspieler auf ihren Treiber Martin Oblovski zu, der immer noch mit ausgestreckter Hand sein Schlagholz von sich hielt.
„Was? Was ist passiert, warum hat er den Schnatz nicht gefangen?“ Rose, die die Hände wieder vom Gesicht genommen hatte, blickte verwirrt auf Swan, der einige Meter nach unten gesackt war und von den anderen Spielern umringt war.
„Genial!“, rief Albus aus. „Er hat einen Klatscher abbekommen.“
„Das war aber knapp für die Gryffindors und wer der bessere Sucher ist, wissen wir jetzt allerdings auch“, tönte Tennessees Stimme aus dem Megaphon und die Gryffindors warfen ihm böse Blicke zu.
„Und das Spiel geht weiter. Nach einem kurzen Schockmoment geht es auch Swan wieder besser. Und Gonzales prescht nach vorne, wirft – ah guter Fang von Snyder. Jetzt mit Nester an der Führung gibt an Potter ab, der fliegt nach vorne und – ja sehr gut ausgewichen – TOR.“ Albus klatschte enthusiastisch. Er sah wie Swan James mit zugekniffenen Augen beobachtete und dann Wotzki etwas zurief, was Albus jedoch nicht verstehen konnte. Dieser grinste und flog weiter. Gryffindor war den grünen Spielern weit überlegen. Das konnte jeder sehen. Wäre der Schnatz doch nur noch einmal aufgetaucht. James spielte überragend gut. Als er gerade dabei war noch ein Tor zu machen, traf ihn ein Klatscher perfekt platziert am Hinterkopf. Rose und Cathy schrieen auf, David sagte: „Meine Fresse!“ und Nilson sprang auf, um besser sehen zu können. James schien das Bewusstsein verloren zu haben und sein Besen begann sich nach unten zu senken. Er rutschte vom Besen und fiel geradewegs auf den Boden zu. Albus schluckte. Er hatte seine Augen auf James gerichtet und auf Mark Robbins und Martin Oblovski, die dabei waren auf ihn zuzufliegen und aufzufangen, als Rose sagte: „Oh mein Gott, der Schnatz!“ Albus riss seinen Blick los und suchte das Feld ab. Swan jagte einem kleinen, goldenen Schimmer nach, während McQueen ihren Blick auf James geheftet hatte und ihn nichts bemerkte. Erst als Tennessee sagte: „Und während James Potter von dem Jäger Robbins und Treiber Oblovski aufgefangen wird, fängt Nero Swan, neuer Sucher der Slytherins, gerade den Schnatz.“ Ein Raunen ging durch das Publikum und McQueen schreckte verwundert hoch und sah sich um. Albus konnte erkennen, wie sich ihre Augen weiteten und sie sich daran machte Swan einzuholen. Doch es war zu spät. Swan hielt bereits den Schnatz triumphierend in die Höhe und die Slytherins jubelten.
„Verdammt“, schallte Freds Stimme einige Reihen vor ihnen auf.
„Slytherin gewinnt! Der endgültige Punktestand ist 140: 80 für Slytherin.“
„Was? Nein, das kann nicht sein!“
„Das war alles geplant, ich habe doch gesehen, wie Swan und Wotzki sich da was ausgedacht haben.“
„Aber sie waren doch viel besser!“
„Wie geht es James wohl?“
„Egal, wir haben verloren!“
Alle redeten durcheinander und der Schock, dass sie verloren hatten, verwandelte sich nach und nach in Wut auf die Slytherins. Nach den ersten Minuten war es für Albus klar gewesen, dass sie gewinnen würden. Nie wäre es ihm in den Sinn gekommen, sie würden verlieren. James, der inzwischen wieder bei Bewusstsein war, wurde in den Krankenflügel gebracht und die anderen Spieler gingen entweder resigniert in ihre Umkleidekabinen oder ließen sich noch auf dem Feld feiern. Albus und die anderen stiegen von den Rängen hinunter.
„Hey Potter, du musst dir, glaube ich, keine Sorgen um den Kopf deines Bruders machen. Da ist ja sowieso nichts drin“, johlte die Stimme von Malfoy an Albus Ohr und er drehte sich wütend um. Auch Sean und Fred hatten dies gehört und Sean, der um einiges größer war als Malfoy ging schnellen Schrittes auf ihn zu.
„Viel Grips scheinst du ja auch nicht zu besitzen, Malfoy“, raunte der ihm zu, doch da stellten sich schon Swan und Wotzki vor ihn.
„Na Warncross, steckst dein fettes Gesicht auch mal wieder überall rein“, sagte Swan, der noch immer den Schnatz in der Hand hielt.
„Fühlst dich wohl ganz groß, weil du jetzt den Schnatz gefangen hast, was?“, entgegnete er.
„Besser den Schnatz gefangen, als einen Klatscher in die Fresse zu bekommen, oder?“
„Immerhin haben wir ein faires Spiel gespielt!“, meldete sich Fred zu Wort.
„Immerhin haben wir einen aufmerksamen Sucher, Weasley“, meinte Wotzki. Sean knackte mit seinen Knöcheln und die zwei sahen sich grimmig an.
„Komm, lass uns gehen“, sagte Rose leise zu Albus und David und sie machten sich von dannen. Es hatte angefangen zu regnen.


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