
von lenkpflaume
„Sie sind sich sicher, dass sie keinen gesehen haben?“, fragte Professor McGonagall und ihre Augen blickten prüfend durch die quadratischen Brillengläser.
„Nein“, antwortete Victoire. Die Teetasse, die sie in ihrer Hand hielt, zitterte bedrohlich und ihre Stimme schien immer noch schwach. Nachdem Professor McGonagall sich den Schauplatz angesehen hatte, Hagrid damit beauftragte, den Elfen wegzutragen und Professor Flitwick bat, das Ufer und den See nach Zaubern zu untersuchen, waren sie alle zusammen in ihr Büro gegangen. Sie saß nun hinter dem großen Schreibtisch, hinter dem einst Dumbledore seinen Platz gehabt hatte und befragte Victoire. Albus, Rose und David drückten sich im hinteren Teil des großen runden Raumes herum und fühlten sich ein wenig fehl am Platz, während Harry unten mit Professor Flitwick den See untersuchte.
„Und den Elfen,haben sie ihn zufällig vorher gesehen, wie er am See gewesen ist?“, forschte sie weiter nach.
„Ne-ein, ich habe gar keine Hauselfen gesehen. Nur die anderen Schüler waren dort, aber nach der ersten Erschütterung habe ich sie ja weggeschickt, da ich dachte, dass es vielleicht gefährlich für sie sei. Es kann allerdings sein, dass der Hauself schon vorher da war, ich habe nicht wirklich auf mein Umfeld geachtet.“
Professor McGonagall legte die Fingerkuppen aneinander und starrte konzentriert auf einen Punkt hinter Victoires rotblondem Schopf.
„Sonst ist ihnen auch nichts Ungewöhnliches aufgefallen?“, fragte sie schließlich, die Augenbrauen immer noch zusammengezogen.
„Nein, überhaupt nicht, Professor“, erwiderte sie kopfschüttelnd.
Professor McGonagall schien dies erwartet zu haben, doch trotzdem machte sich eine kleine Spur der Enttäuschung über diesen Mangel an Informationen in ihrem Gesicht bemerkbar.
„Ihnen auch nicht, oder?“, fragte sie nun an die anderen drei gewandt.
Erschrocken, dass sie angesprochen wurden, zuckte Albus leicht zusammen und beeilte sich dann zu antworten. „Nein Professor, überhaupt nicht. Wir waren ja die ganze Zeit über in Hagrids Hütte.“
„Ich werde die anderen Lehrer informieren. Ich möchte natürlich nicht, dass das Geschehene an fremde Ohren gerät. Es muss ja nicht jeder wissen, dass Hauselfen hier umkommen“, meinte sie dann und stand auf. Sie strich ihren smaragdgrünen Umhang glatt und schritt gemäßigt um den Tisch herum.
„Miss Weasley, wenn sie sich nicht wohl fühlen, können sie in den Krankenflügel und sich einen Beruhigungstrank geben lassen. Sonst halte ich es für angemessen wenn sie in den Gemeinschaftsraum zurückkehren. Sie werden bei dem nächsten Schulsprechertreffen unterrichtet, ob es neue Erkenntnisse zu diesem Vorkommnis gibt“, fügte sie hinzu und ihr schmaler Mund verzog sich zu einem leichten Lächeln.
„Es geht schon. Danke, Professor“, entgegnete Victoire leise, stand ebenfalls auf und atmete tief aus. Sie gingen zusammen die Wendeltreppe bis vor die Statue des Wasserspeiers hinunter, traten in den Korridor und die vier machten sich auf den Weg zum Gryffindorgemeinschaftsraum. Sie waren schon am Treppenabsatz angelangt als sie die laute Stimme von Professor Raue-Pritsche vernahmen. Albus hielt inne und drehte sich um. Aus der anderen Richtung kam die Lehrerin für Pflege magischer Geschöpfe auf Professor McGonagall zugelaufen.
„Minerva, wie gut, dass ich sie treffe. Ich wollte sowieso mit ihnen über diese Thestralsache reden. Es ist schon das zweite Mal, dass sie angegriffen wurden von-“, doch Professor McGonagall unterbrach sie.
„Es tut mir leid, Wilhelmina, aber ich bin im Moment in Eile. Komm doch bitte mit zum Lehrerzimmer, du kannst mir unterwegs erzählen, was mit den Thestralen ist. Ich nehme an, dass es wieder die Käfer waren, die du bereits erwähntest“, hörten sie sie antworten.
„Ja, ja genau. Ich verstehe einfach nicht…“, die Stimmen der beiden verebbten, als sie sich dem Lehrerzimmer näherten und die vier anderen setzten stumm schweigend ihren Weg fort, jeder seinen eigenen Gedanken folgend. Albus dachte an die Thestrale, die anscheinend angegriffen worden waren. Rose überlegte, wie der Elf in den See gekommen war, während Victoire der Anblick des toten Hauselfen nicht mehr losließ. David fabulierte derweil sich die aufregendsten Geschichten zusammen bezüglich des Erdbebens und dessen Ursachen.
Natürlich wusste innerhalb der nächsten drei Tage die ganze Schule über die Geschehnisse am See Bescheid und das Geflüster über Hauselfen und Erschütterungen verfolgte Albus den ganzen Tag über. Weder sein Vater, der wieder abgereist warnoch Professor McGonagall hatten noch ein Wort in seiner Gegenwart darüber verloren und auch Professor Nolde war am folgenden Dienstag regulär zum Unterricht erschienen. Albus hatte noch einige Male versucht mit David und Rose über dieses Thema zu reden. David war begeistert in das Gespräch eingestiegen, doch nachdem sie feststellen mussten, dass ihre Spekulationen ins Unmögliche abschweiften und Rose nur stirnrunzelnd den Kopf schüttelte, ließen sie es bleiben.
Sie war auch mit die einzige, die noch konzentriert in den Schulstunden mitarbeitete. Die meisten Schüler waren darin übergegangen, die Stunden gelangweilt abzusitzen und auf die bevorstehenden Ferien zu denken. Nach der Kräuterkundestunde am Donnerstagmorgen trafen sie auf Hagrid, der zwei große Tannenbäume durch den Schnee zum Schloss hinaufschleifte.
„Ernsthaft“, sagte David durch den Schnee stapfend. „Lasst uns nicht zu Zaubertränke gehen. Ich meine es ist die letzte Stunde vor den Ferien und Foretti wird es überhaupt nicht auffallen, wenn wir nicht kommen.“
„David“, erwiderte Rose scharf und eine kleine Dunstwolke schwebte in der kalten Luft aus ihrem Mund. „Gerade deshalb wird es ihm auffallen. Das steht außer Frage!“
„Hallo Hagrid“, begrüßte Albus derweil Hagrid, da er wusste, dass es keinen Sinn hatte mit Rose darüber zu diskutieren.
„Hey Al, wie geht’s?“, Hagrids bärtiges Gesicht kam unter der großen Kapuze seines Maulwurffellmantels zum Vorschein.
„Gut, was machst du mit den ganzen Bäumen?“, fragte Albus.
„Die sin’ für die Große Halle. Kommt und schaut’s euch an. Sie wird gerade geschmückt.“
Also folgten sie Hagrid in die Große Halle und Albus vergaß bei dem fantastischen Anblick, der sich ihnen bot, für einen Moment sogar die bevorstehende Zaubertrankstunde.
„Wow“, kommentierte David.
Hagrid platzierte die beiden Bäume direkt neben den Lehrertisch und schüttelte den Schnee von ihnen ab. Die restlichen zehn Bäume waren schon mit Lametta und goldenen und roten Kugeln geschmückt. Es rieselte Schnee von der Decke und echte verzauberte Feen flatterten um sie herum.
„Stimmt es, dass ihr die Ferien über da seid?“, fragte Hagrid sie, der leicht schnaufend zu ihnen zurückkehrte.
„Die erste Woche jedenfalls. Ich glaube an Heiligabend sind wir auch noch da, aber an Weihnachten* dann zu hause“, meinte Albus.
„Wann fangen denn die Ferien überhaupt an?“, fragte er.
„Morgen ist der letzte Schultag“, antwortete David freudig. Es waren ihre ersten Ferien auf Hogwarts und Albus freute sich schon einmal das Schloss erkunden zu können, ohne dass es überfüllt war und ohne an den Unterricht denken zu müssen.
Tatsächlich als sie am nächsten Abend sich von Rose verabschiedet hatten, die nach hause gefahren war und sich im Gryffindorgemeinschaftsraum umsahen, waren außer James, drei Viertklässlerinnen und einem mürrischen Sechstklässler niemand mehr da.
James hatte sich zu ihnen gesetzt und schaute ihnen,während er in einem Buch über Quidditch las,beim Zaubererschach zu.
„Wie leer es hier doch sein kann“, sagte er,lehnte sich in seinem Sessel zurück und seufzte.
„Schade bloß, dass Fred und Sean nach hause gefahren sind.“
„Tja, dann musst du wohl mit uns Vorlieb nehmen. Schachmatt!“, entgegnete Albus und grinste zufrieden, als er seine Dame dabei beobachtete, wie sie Davids König enthauptete.
„Also, dieses Spiel finde ich ja etwas brutal“, meinte David und fuhr sich durch seine hellbraunen Locken.
James hatte die Stirn in Falten gelegt und sagte schließlich: „Also,was glaubt ihr, was es gewesen ist?“
„Was?“, fragten Albus und David perplex.
„Na, dieses Beben. Das mit dem Hauselfen“, erwiderte James ungeduldig. Augenblicklich setzte sich Albus gerade auf und blickte James an.
„Weißt duwas?“, fragte er gerade heraus.
„Natürlich nicht“, antwortete er und bedachte seinen Bruder mit einem geringschätzigen Blick, als wüsste er nicht, wovon er da überhaupt sprach.
„Ich meine nur, ob ihr eine Idee habt…“
„Ich weiß nicht, aber musst du nicht auch immer daran denken, Al?“, fragte nun David zögernd und sah Albus dabei nachdenklich an. Dieser war sichtlich verwirrt und entgegnete leicht verärgert: „ Könnt ihr vielleicht mal klar sagen, wovon ihr sprecht?“
„Weißt du nicht mehr? An Halloween, das mit den Hauselfen und-“, er stoppte und Albus fiel wieder ein, wie sie den einen Hauselfen nach dem Fest gesehen hatten.
„Das was Nick meinte?“, fragte James interessiert und legte das Quidditchbuch endgültig weg.
„Wir haben da noch was anderes beobachtet“, meinte Albus und erzählte James schnell, was sie an Halloween gesehen hatten. James hatte die Augenbrauen hochgezogen und sagte dann: „Das ist in der Tat merkwürdig. Und ihr habt wirklich keine Ahnung, wer das da gewesen sein könnte?“
Die Beiden schüttelten verdrießlich den Kopf.
„Also Jungs, ich bin enttäuscht von euch, warum habt ihr nicht einen Blick gewagt, als der Hauself weggegangen war?“, fragte er und schaute sie mit dem Albus bekannten Großen-Bruder-Gesichtsausdruck an.
„Bist du verrückt, als ob wir von diesem Typen, der sowieso schon schlechte Laune gehabt hat, entdeckt werden wollten. Wir hätten gleich unsere Koffer packen können,und stell dir Mums Gesichtsausdruck vor, wenn sie erfährt, dass ich es geschafft habe, vor dir von der Schule zu fliegen.
„Ja, stimmt, dass hättest du ihr wirklich nicht antun sollen“, grinste James und verdrehte dann aber doch die Augen. „Na ja, aber wer könnte es gewesen sein?“
„Was mich auch interessiert, was der da eigentlich vor hat?“, erwiderte David. „Ich meine, was hat er vor mit den Hauselfen und was war das da am See?“
„Ich habe keine Ahnung und dazu haben wir auch irgendwie zu wenige Anhaltspunkte. Wir dürfen nicht vergessen, Dad zu fragen, ob er schon mehr weiß“, sagte Albus und betrachtete das neu aufgestellte Schachbrett.
„Wir müssen ihn auch unbedingt wegen Professor Nolde fragen. Ich habe ihn seit die Ferien angefangen haben, überhaupt nicht mehr gesehen“, sagte James.
„Oh ja, stimmt. Bauer D vier!“, befahl David und sah seinem Bauern beim Vorantreten zu.
Um kurz vor zwölf verabschiedete James sich und ging hoch in den Jungenschlafsaal und nicht viel später, als David Albus ein letztes Mal in einer haarsträubenden Partie geschlagen hatte, machten sie sich auch gähnend dazu auf,ins Bett zu gehen.
Die nächsten Ferientage verliefen weitestgehend ruhig, auch wenn James, dem anscheinend langweilig war, seine Scherze nun ausdrücklich auf Albus und David konzentrierte, womit er sich immer wieder die Lacher der drei Viertklässlerinnen einholte. Der See war nun komplett zugefroren und man konnte sogar Schlittschuh darauf laufen. Sie besuchten Hagrid und erfuhren von ihm, dass schon zum zweiten Mal Thestrale von magischen Skarabäuskäfern angegriffen worden waren und dass die Anklage gegen Professor Nolde fallen gelassen wurde, wegen Mangel an Beweisen. „Es konnte nicht nachgewiesen werden, dass sein Zauberstab je mit den Zeitumkehrern in Kontakt getreten ist oder dass er sie überhaupt je angefasst hätte.“
Die meiste Zeit verbrachten sie jedoch im gemütlich warmen Gemeinschaftsraum und waren froh,einmal nicht Hausaufgaben machen zu müssen. Als sie am 24. morgens aufstanden, um zum Frühstück zu gehen, war James schon lange wach. Er hatte den ganzen Morgen damit verbracht seine Sachen zu packen und die letzten Weihnachtspräparationen abzuschließen.
„Ich habe eine Eule von Dad bekommen!“, begrüßte er sie aufgeregt. „Wir werden heute nach dem Festessen abgeholt und nach London gebracht“, erzählte er und Albus Herz machte einen Hüpfer. Sie würden nach hause fahren – endlich.
„Wie werden wir nach London kommen?“, fragte David.
„Warum werden wir abgeholt, ich dachte wir reisen mit Flohpulver?“, fragte Albus.
„Keine Ahnung“, entgegnete James. „Dad hat nicht geschrieben, inwiefern wir abgeholt werden, aber ich denke auch, dass wir einfach Flohpulver nehmen werden.“
Als sie hinunter in die Große Halle gingen, waren die meisten schon da. Die vier Haustische waren seit Beginn der Ferien beiseite geschoben worden, sodass sie alle an einem großen Tisch zusammen Platz nehmen konnten. Außer den sieben Gryffindorschülern, waren noch drei Ravenclawschüler und ein Slytherin dageblieben und James hatte schon Witze darüber gemacht, dass die Hufflepuffs alle so gute Freunde waren und deswegen nicht in Hogwarts bleiben mussten.
Es war ein schöner Tag. Es schneite leicht und das winterliche Schloss versetzte alle in feierliche Stimmung. Am Nachmittag gab es Tee, kalten Braten mit Brot und allerlei Sorten von Plätzchen und Stollen. Professor Nolde, der wieder aufgetaucht war, hatte besonders gute Laune und gab einige Weihnachtslieder zum Besten zum Vergnügen von Albus und David. Sogar Peeves verschonte sie von seinen Scherzen und ließ es dabei bleiben, die Rüstungen mit albernen Weihnachtsmannaccessoires auszustatten. Nach dem Tee liefen sie Schlittschuh auf dem See und Professor Nolde zeigte ihnen sogar, wie sie ihre Schlittschuhe so verzaubern konnten, dass sie schneller fahren konnten und automatisch bremsten.
Als sie durchgefroren wieder in den Gemeinschaftsraum kamen, trafen sie dort auf James, der schon vorher gegangen war. Als er sie gesehen hatte, sprang er auf.
„Hey, ich habe noch mal darüber nachgedacht, was ihr mir letztens erzählt habt. Das mit dem Hauselfen, ne?“, rief er aufgeregt und winkte sie zu sich, weil der Sechstklässler sie aufmerksam musterte.
„Vorhin als ich hier hoch gegangen bin, habe ich ihn gesehen und gedacht, warum nicht er? Ich habe ihn zwar noch nie sprechen hören, aber das heißt ja nicht, dass er es nicht kann“, erzählte er ihnen im Flüsterton.
„Wen?“, fragte David, doch Albus wusste, wen er meinte.
„Stubbins?“, rief er aus und schlug sich dann auf den Mund. „Glaubst du wirklich? Na ja, also wenn ich so drüber nachdenke, wäre das doch nicht unwahrscheinlich“, fügte er hinzu und sah David an, welchem gerade ein Licht aufgegangen war.
„Assicio“, sagte Albus und hielt seine Zauberstabspitze auf den Saum seines Umhangs, der als der heiße Dampf aus seinem Zauberstab quoll augenblicklich trocknete.
„Ja, ja das macht Sinn, doch was macht er bloß damit?“, entgegnete David, der Albus nachahmte und auch seine Sachen trocknete.
„Ich weiß nicht, doch-“, James Gesicht hellte sich auf und er sprang auf. „Wir können zwar nicht nachgucken, was er macht, aber wo er es macht“, rief er und lief hoch zum Jungenschlafsaal.
„Wartet!“
Albus und David sahen sich verständnislos an und zuckten dann mit den Schultern. Kaum eine Minute später hechtete James wieder zu ihnen hinunter, in der Hand ein kleines Stück Pergament.
„Was ist das?“, wollte Albus wissen und starrte auf das Pergament, als ihm ein Gedanke kam. „James, ist es das, was ich denke und wenn ja, woher hast du es?“, fragte er und sah James mit einer Mischung aus Verärgerung und Ehrfurcht an. Dieser lächelte schelmisch und faltete das Pergament auseinander. Er zückte seinen Zauberstab und sagte: „Ich schwöre feierlich, dass ich ein Tunichtgut bin!“
Albus keuchte auf und David sah sie perplex an. „James, sag nicht, dass Dad sie dir gegeben hat“, flüsterte er so, dass nur er ihn verstehen konnte.
„Was denkst du denn, Al? Ich hab mir sie einfach genommen, sie war in Dads Schreibtischschublade“, erwiderteerund Albus Augen weiteten sich. „ Was? Er kann doch sowieso nichts damit anfangen“, meinte er . Während Albus David von der Karte des Rumtreibers erzählte, suchte James sie nach dem Punkt von Stubbins ab. Seine Finger fuhren über Madam Puckles, die im Krankenflügel herumfuhwerkte, Foretti, der sich im zweiten Stock herumdrückte und Stubbins!
„Ich hab ihn“, rief er aus. „Aber oh“, die Begeisterung in seiner Stimme nahm schlagartig ab. „Er ist in seinem Büro.“
„Na ja, da kann man nichts machen, aber wir können ihn weiter im Auge behalten“, kommentierte Albus enttäuscht.
Am Abend gingen sie herunter zum Festessen in die große Halle und der Geruch von fettem Braten, Backkartoffeln und süßen Kürbissaft trat ihnen in die Nase. Das Essen schmeckte vorzüglich und Albus vergaß sogar Stubbins für eine Weile, während er sich mit den Anderen ausgelassen an den köstlichen Speisen versuchte. Die Aussicht, dass er noch am selben Abend nachhause fahren würde, ließ den Abend in einem besonders hellen Glanz erscheinen und als sie schließlich alle ihren Weihnachtspudding vertilgt hatten, kam Professor McGonagall zu ihnen an den Platz und sagte, sie sollen ihr in ihr Büro folgen.
Als sie angekommen waren und die Tür zu dem runden, großen Raum öffneten, stand schon jemand dort.
Es war Harry und Albus, wie auch James,fielen ihm fröhlich um den Hals.
„Dad, was machst du hier?“, fragte James sofort.
„Ich hole euch ab. Los, wir müssen uns beeilen. Mum wartet schon, ich habe eure Sachen schon einmal vorschicken lassen. Ron, Hermine, Rose und Hugo sind auch da, die Anderen müssten auch jeden Augenblick kommen“, sagte er und trat einige Schritte beiseite zum Kamin hin.
„Kommen wir mit Flohpulver nach London?“, fragte Albus und Harry nickte.
„Aber dazu hättest du uns doch nicht abholen müssen“, meinte James großspurig, obwohl Albus genau sah, dass er sich freute. Harry lachte und nahm den Pott mit Flohpulver in die Hand.
„Na dann mal los, David;weißt du, wie das geht?“
„Ich hab’s ihm schon erklärt“, fuhr Albus dazwischen und griff einmal in die Dose. Er verabschiedete sich von Professor McGonagall und öffnete die Hand genau über dem Feuer. Die Flammen verfärbten sich smaragdgrün und er trat in sie hinein. Das unangenehme Gefühl, dass sich immer bei ihm einstellte, bevor er durch den Kamin gesogen wurde, ignorierte er und mit fester Stimme sagte er: „Grimmauldplatz Nummer zwölf!“
Das Feuer wirbelte neben ihm auf und das Schulleiterbüro löste sich langsam vor seinen Augen auf und verwandelte sich in einen bunten Farbschleier. Gerade als er das Gefühl von ansteigender Übelkeit vernahm, kam er wieder zum Stehen und das Bild der Küche von Grimmauldplatz Nr. 12 nahm vor seinen Augen Gestalt an. Eine Person stand mit dem Rücken zu ihm und an den langen, feuerroten Haaren erkannte er seine Mutter.
„Mum“, rief er aufgeregt und als sie sich umdrehte sah er ihr breites Lächeln.
„Al!“
Er lief auf sie zu und kurz darauf tauchte James im Kamin hinter ihm auf. Ginny ließ von ihm ab und nahm James in die Arme. Albus trat aus der Küche und wäre fast gegen Lily gestoßen, die freudestrahlend durch die Tür gelaufen war.
„Pass doch auf“, ermahnte Albus sie und sie rollte mit den Augen. „Phh, aber selber!“
„Hallo Schwesterherz“, tönte James laute Stimme hinter ihnen und Lily lachte. Im Esszimmer erkannte Albus Rose, Hugo, Hermine und Ron, welche gerade vom Tisch aufgestanden waren, um die Neuankömmlinge zu begrüßen.
Es gab ein großes Hallo und nachdem auch David und Harry angekommen waren, wurde ersterer vorgestellt. David hatte noch etwas Ruß an den Haaren und das Reisen mit Flohpulver schien anscheinend nicht seinen Gefallen gefunden zu haben. Er schien immer noch etwas verwirrt und war schon dabei sich mithilfe seines Zauberstabs zu säubern, als Harry sagte: „Das übernehme lieber ich.“
Überrascht ließ er den Zauberstab sinken und Albus sah ihn belustigt an. „Schon vergessen, wir sind nicht mehr in Hogwarts. Hier dürfen wir nicht mehr zaubern.“
David schlug sich mit der Hand vor die Stirn.
„ Ach ja, ich komme mir irgendwie immer noch vor wie in Hogwarts“, murmelte er und sah sich nun genauer in dem großen Raum um.
„Typisch“, meinte Rose und schüttelte leicht tadelnd und lächelnd ihren roten Schopf. Das Esszimmer war von dem Feuer aus dem Kamin hell erleuchtet und ein großer, bunt geschmückter Weihnachtsbaum stand in der Ecke. Die Fenster waren leicht beschlagen und der Geruch von Braten erfüllte die Luft. Der Tisch war schon gedeckt.
„Aber wir haben doch gerade gegessen!“, rief James beim Anblick des Tisches.
„Keiner hat gesagt, dass ihr auch etwas bekommt“, erwiderte Ginny und schnaufte beim Anblick von James, der sich aus der Küche etwas Kuchen mitgenommen hatte und sich diesen in den Mund stopfte.
„Wir warten noch auf die andern vier und fangen dann an zu essen“, sagte Ginny.
„ Die brauchen doch noch ewig, wie ich George kenne. Wollen wir nicht lieber schon mal anfangen?“, meldete sich Ron zu Wort.
„Ron, das ist unhöflich“, fuhr Hermine ihn an und er seufzte resigniert. „Du weißt, dass ich am Verhungern bin, oder?“, doch Hermine ignorierte ihn und lächelte die Kinder an.
„Und wie waren eure Ferien in Hogwarts?“
„Ja, ganz entspannt. Der See ist zugefroren und es gab keine Hausaufgaben“, antwortete Albus.
James setzte gerade zu einer Antwort an, als sie Geräusche aus der Küche hörten.
„Sie kommen“, rief Harry aufgeregt und einen Augenblick später trat George durch die Tür, dicht gefolgt von Fred, der James breit angrinste.
„Hallo“, rief George und schaute fröhlich in die Runde. „Angelina und Roxanne kommen gleich, sie waren noch nicht ganz fertig, und da dachten wir, dass wir euch unsere Abwesenheit nicht länger aufdrängen.“
„Wurde auch mal Zeit“, entgegnete Ron, der seinem Bruder grinsend auf den Rücken schlug.
„ Also, wo sollen wir unser Zeug hinbringen?“, fragte George, nachdem er alle begrüßt hatte.
„Ach, das erledigt Kreacher schon“, meinte Ginny. „Ihr seid in dem großen Schlafzimmer im dritten Stock. Albus,willst du David nicht mal dein Zimmer zeigen? Eure Sachen sind auch schon oben“, sagte sie an Albus gewandt.
„Wir kommen mit“, rief James sofort und er und Fred folgten den beiden in den Flur. Der Flur war spärlich beleuchtet und schmal. Eine Reihe von Portraits, die hinter ihren Rahmen schlummerten, hingen an der Wand. Albus machte ein Zeichen mit der Hand, das David befahl,leise zu sein. Albus gehörte das Zimmer, welches ehemals Regulus bewohnt hatte und er wusste nie, ob er dies als Ehre verstehen sollte. James bewohnte das alte Zimmer von Sirius und früher war Albus oft neidisch darauf gewesen, dass James in dem Zimmer von Harrys Paten wohnen durfte, bis er sich schließlich damit abgefunden hatte und sich damit zufrieden stellte, dass seines schöner gelegen war. Die beiden Zimmer befanden sich in der obersten Etage des Hauses und Albus hatte beinahe vergessen, wie viele Treppen es bis nach ganz oben waren.
„Und wie waren die Ferien?“, fragte nun auch Fred.
„Es war auch ein bisschen langweilig“, meinte James und zwinkerte ihm dabei zu.
„Hast du das von Sean gehört?“, fragte dieser ihn daraufhin.
„Was?“, wollte James wissen. „ Er hat einen Kater zum Geburtstag bekommen. Weißt du,was das heißt?“
Sie waren oben angekommen und bevor die beiden in James Zimmer verschwanden, vernahmen Albus und David nur noch die Antwort James: „Das wir uns immer mit einem Kater im Schlafsaal rumplagen müssen? Halb so wild, wir haben auch eine Katze, das ist schon okay!“
Albus blieb vor seiner Tür stehen und öffnete diese dann. „Das ist mein Zimmer“, präsentierte er dieses David und ließ ihn eintreten. Nichts mehr erinnerte an den alten Bewohner. Sämtliche Slytherinposter waren entfernt worden und die grüne Farbe wurde durch ein neutrales weiß ersetzt. Es gab einige Schrägen und durch die Chudley Cannons Poster, die er von Ron bekommen hatte, weil er mit Abstand der begeisterte Fan der Cannons in der Familie war, wirkte der Raum etwas kleiner, als er in Wirklichkeit war. Albus wettete, dass seine Mutter hier noch einmal aufgeräumt hatte, bevor sie gekommen waren, denn es sah ungewöhnlich ordentlich aus. Neben Albus Bett war ein zweites, kleineres gestellt worden und die Koffer der beiden standen schon daneben. Albus ließ sich auf sein Bett fallen und seufzte erleichtert. Es war schön, wieder zuhause zu sein. Das Gryffindorbanner über seinem Bett betrachtete er nun grinsend. Wie schrecklich es für ihn gewesen wäre, es herunterzunehmen. „Setz dich“, meinte er an David, der ungewöhnlich zurückhaltend in der Tür stehen geblieben war und das Zimmer betrachtete. Fasziniert ließ er seinen Blick über die fliegenden Quidditchspieler, einem Radio, Albus altem Spielzeugbesen, dem lautlos brüllenden Löwen in dem Banner, die zerfledderten Bücher im Regal und die davor verstreuten Comics schweifen und sagte dann: „Das ist echt cool. Wäre ich nur in einer Zauberererfamilie groß geworden“, seufzte er.
„Warum?“, fragte Albus sofort.
„Na, wegen diesem hier“, antwortete David und zeigte auf die Sachen um sich herum. Albus schaute um sich herum, konnte jedoch nichts Auffälliges entdecken und runzelte die Stirn.
„Wegen den ganzen Zauberersachen. Den sich bewegenden Bildern, Quidditch, wegen einfach allem“, führte David aus.
„Ach so“, entgegnete Albus. „Ja, ist das denn bei den Muggeln so anders?“, fragte er und David nickte heftig.
„Auf jeden Fall, komm doch in den Sommerferien zu uns und guck es dir an, alles ist anders“, antwortete er und begann dann seinen Koffer aufzumachen, um seine Sachen auszupacken.
Aus dem Zimmer nebenan hörten sie plötzlich ein Knallen.
„Was machen die denn da schon wieder?“, meinte Albus und ging zur Tür, um nach draußen zu sehen.
„Ich wette, die haben schon wieder alle Feuerwerkskisten ausgepackt und da sind ihnen welche losgegangen.“
Doch es waren keine Feuerwerke. James hatte Kreacher gerufen und ihn gebeten, seine und Freds Sachen auszupacken. Dieser hatte gesagt, dass er dies natürlich mache, vorher aber das Essen fertig machen müsse.
„ Böser Kreacher“, rief James und Kreacher lief mit ein paar Verbeugungen aus dem Zimmer und grummelte etwas vor sich hin, von wegen er würde sich bestrafen. James lachte nur, doch Albus konnte den Anblick nicht vergessen, als er eines Morgens in die Küche gekommen war und Kreacher sich als Bestrafung wegen irgendeines Missgeschicks die Hände für zehn Minuten in kochendes Wasser gelegt hatte. Harry und Ginny hatten auf Drängen Hermines hin ihm verboten,sich in irgendeiner Weise zu bestrafen, doch diese Umstellung war Kreacher schwieriger, als man es sich vielleicht vorstellen konnte.
„Das ist übrigens unser lieber Hauself Kreacher“, sagte James, der Albus und auch David bemerkt hatte, die neugierig aus dem Zimmer guckten.
„Schaffst du es jetzt noch nicht mal mehr selber, deinen Koffer auszupacken oder was?“, meinte Albus, doch James schlug schon die Tür zu.
„Der hat auch nicht mehr alle Kessel im Schrank“, meinte Albus und machte sich daran den Koffer auszupacken. Albus zeigte David noch das Badezimmer und führte ihn dann unter Flüstern wieder ins Esszimmer. Es hatte immer noch keiner geschafft, das Portrait von Mrs. Black zu entfernen. Freds Schwester Roxanne, die ein Jahr jünger war als Lily,und ihre Mutter Angelina waren nun auch angekommen. Roxanne hatte kurze, schwarz gelockte Haare und die gleiche dunkle Hautfarbe wie ihre Mutter.
Das Essen wurde aufgetischt und Ron machte sich über James wegen Kreacher lustig. Ginny hatte ihm nur einen strafenden Blick zugeworfen und gesagt, zuhause müsse er seine Sachen schon selbst regeln. Obwohl sie erst eine Stunde zuvor ein ganzes Festmahl verdrückt hatten, konnten die drei nicht umhin auch noch bei diesem Weihnachtsmahl zu naschen, welches nicht minder gut schmeckte. Es herrschte eine ausgelassene Stimmung unter den Erwachsenen, während Albus vor allem schon an seine Geschenke dachte.
Gedankenverloren schaute er den Weihnachtsbaum an. Es rieselte verzauberter Schnee über ihm und das Gewicht des Schmuckes schien fiel zu schwer, als dass der Baum es ohne magische Unterstützung hätte tragen können. Albus ging davon aus, dass seine Mutter ihn auch dieses Jahr wieder, aus Angst die Katze könne den Baum zu Fall bringen, mit einem Imperturbatiozauber belegt. Der Nachtisch in Form von einer riesigen Schokoladentorte kam auf den Tisch und ehe Albus es sich versehen hatte, waren auch schon zwei Stück davon in seinem Bauch gelandet.
„Habt ihr welche verteilt?“
„ Ein paar, doch zugegebenermaßen war es schwieriger als wir gedacht haben. Die älteren Schüler scheinen uns nicht wirklich zu vertrauen, habe ich das Gefühl“.
George hatte James und Fred, ohne dass davon Angelina oder Ginny etwas wussten, damit beauftragt, einige der neuen Produkte in Hogwarts zu verteilen. Interessiert hörte Albus zu, während sein Blick den Tisch hoch huschte. Befriedigt stellte er fest, dass Ginny sich angeregt mit Hermine unterhielt und sagte dann: „Um welche Sachen geht’s denn da?“
„Wir haben die Nasch- und Schwänzleckereien komplett neu aufgearbeitet. Die ganze Produktlinie wird verändert. Wir haben zum Beispiel die Pockenpralinen ganz neu entwickelt, das wird super ankommen. Wir wollten den Markt jetzt auch intern in Hogwarts ausweiten, da wir ja wieder vertrauenswürdige Helfer vor Ort haben“, erklärte George und grinste James und Fred an.
„Was ist wenn ihr erwischt werdet?“, schaltete sich nun Rose ein, die heimlich mitgelauscht hatte. James stöhnte auf.
„Oh nein, wie konntest du nur wagen mitzuhören? Jetzt wirst du wieder alles ausplappern…bei Hermine, ich seh’s doch schon kommen“, sagte er leise und Rose setzte eine entrüstete Miene auf.
„Jetzt ist aber mal gut, als ob ich so eine Petze wäre“, erwiderte sie, doch keiner antwortete ihr darauf. Sie sah Albus wütend an, der nur hilflos mit den Schultern zuckte.
„Jetzt überlege ich es mir noch mal“, meinte sie. George blickte die drei Jungen verärgert an.
„Was soll das denn jetzt? Rosie, jetzt hör mir mal gut zu! Du wirst Hermine nichts davon erzählen. Sowieso keinem hier, na ja,Ron kannst du es sagen und“, er überlegte kurz. „Harry natürlich auch, doch den Müttern ist nicht zu trauen“, meinte er und senkte die Stimme.
„Was heckt ihr denn da eigentlich schon wieder aus?“, rief plötzlich Angelinas laute Stimme und die fünf zuckten zusammen.
„Das würde mich aber auch mal interessieren“, sagte Ginny.
„Weihnachtspläne“, kam es schnell von James, der Ginny mit Unschuldsmiene ansah.
„Wer’s glaubt“, sagte diese und sah auf ihre Uhr.
„So, ich glaube, ihr müsstet dann aber jetzt wirklich mal ins Bett. Es ist schon spät und morgen – nein keine Widerrede. Albus, James!“
Die beiden murrten noch etwas, doch als James herzhaft gähnte, konnte auch er nicht mehr von sich behaupten, hellwach zu sein.
Albus wurde am nächsten Morgen von einem lauten Schrei aus dem Nebenzimmer geweckt: „Freddie! Aufwachen, Geschenke!“
Auch ihm fiel urplötzlich wieder ein, dass Weihnachten war,und alle Müdigkeit war verflogen. Er setzte sich kerzengrade auf, als auch schon James die Tür aufriss. Er hatte noch seinen Pyjama an und grinste ihn breit an.
„Los raus aus den Federn. Lass uns nach unten gehen!“
Albus stand auf, streckte sich und griff dann nach seinem Morgenmantel. Auch David war bei dem ganzen Tumult aufgewacht und rieb sich immer noch leicht verwirrt die Augen. James und Fred waren schon, ohne auf die beiden zu warten, die Treppen heruntergelaufen und das Gepolter weckte glatt die alte Mrs. Black auf, deren lautes Geschrei bis nach oben klang.
„Ungeziefer tummelt sich in meinem alten Haus. ABSCHAUM! Ihr Rotzbengel und Blutsverräter! Schlammblüter!“, kreischte ihr lautes Organ durch das Haus und David blickte ihn entsetzt an: „Wer ist das denn?“
„Ach, dass ist bloß Sirius Mum, du weißt, der Pate von Dad? Ihm hat das Haus gehört“, erklärte Albus mit einer wegwerfenden Handbewegung. Sie liefen die Treppe hinunter und in das Geschrei von Mrs. Black mischte sich auch noch die wütenden Anschuldigungen von Ginny, die Fred und James vorwarf, mit Absicht das ganze Haus aufgeweckt zu haben.
„ Lass sie doch rumschreien. Alle sollen heute ihren Spaß haben“, meinte James nur. „Außerdem wer möchte denn heute ausschlafen?“, fragte er.
„Ich vielleicht“, sagte Ron verärgert, der nun auch in die Küche gekommen war und immer noch sehr müde wirkte.
„Jungs, ihr könntet morgens echt ein bisschen leiser sein. Hast du mal eine Tasse Kaffee Ginny?“, fragte er. Ginny, die schon am Herd stand und Eier in der Pfanne briet, schnalzte mit der Zunge. Ihr Gesicht war vor Aufregung leicht gerötet.
„Dir auch einen guten Morgen Ron. Natürlich habe ich einen Kaffee für dich, kommt sofort. Vielleicht noch etwas Milch und Zucker?“, erwiderte sie sarkastisch.
„Jetzt sei doch nicht so Mum. Es ist Weihnachten“, meinte James und stellte sich hinter sie, um einen Blick in die Pfanne zu werfen. Währenddessen brüllte Mrs. Black im Flur weiter: „Verdammte Blutsverräter besudeln das Haus. Nur noch Abschaum hier!“
„Kann vielleicht einer von euch die Güte haben, dieses verdammte Portrait ruhig zu stellen“, zischte Ginny und schaute dabei Ron und James bewusst an.
„Ist schon gut, ich mach das schon“, sagte Ron und stand auf. „Aber wenn ich zurück bin, möchte ich einen Kaffee haben.“
Ginny rollte mit den Augen und begrüßte dann die anderen. „Guten Morgen, wollt ihr erst etwas frühstücken oder die Geschenke auspacken?“, fragte sie und James und Albus sahen sie ungläubig an.
„Geschenke, na was denkst du denn?“, sagten sie im Chor und grinsten sich danach an. Das Geschrei im Flur verstummte und Ginny atmete auf.
„Gut, dann wartet aber auf die anderen. Sonst Fred und David, möchtet ihr schon was essen?“, fragte sie. Doch die beiden schüttelten den Kopf.
„So, wo ist mein Kaffee?“
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