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Fanfiction

Dämmerung - In dubio pro reo

von FreyaLi

Untitled
So, und schon geht's weiter! Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und möchte mich hier noch einmal bei den lieben Reviewschreibern bedanken!
LG
F.L.

@mia.winchester: danke erst mal für dein Review und dein Lob, hat mich sehr gefreut! Als ich angefangen habe, Fanfictions zu lesen, habe ich auch erst mal einen großen Bogen um dieses Pairing gemacht, aber dann bin ich über ein paar Geschichten gestolpert, die mich bekehrt haben ;) würde mich wirklich geehrt fühlen, wenn ich das bei dir auch schaffen würde :) Nun, ich steckt mal keine zu großen Ziele und hoffe vorerst einfach mal, dass dir das neue Chap gefällt!

@Chellie: auch dir ein großes Dankeschön für dein Rewiev und das Lob, freut einen Schreiberling ja immer wenn seine Werke gefallen :) (mit der Szene, die du erwähnt hast, habe ich aber tatsächlich eine Weile gekämpft und sie immer wieder umgeschrieben, bis sie mir irgendwann gefallen hat - schön, dass sich die Mühe gelohnt hat!) Wünsche dir viel Spaß beim Lesen des heutigen Kapitels!

@*Lillian*: Hallo, willkommen und Dankeschön für das Review! Bis es soweit ist wirst du dich wohl noch ein wenig gedulden müssen … vorab schon mal viel Spaß mit dem heutigen Chap!

@NicoleSnape: Danke für das Review! Hoffe, dir gefällt das heutige Chap!






Als Hermine erwachte, wusste sie erst nicht, wo sie war. Nach und nach kamen die Erinnerungen an den letzten Tag wieder zurück und mit Schrecken wurde ihr wieder bewusst, in welcher Lage sie sich befand. Der schmale Streifen Sonnenlicht, der durch das kleine Fenster auf ihr Bett fiel, verriet ihr nur, dass es Tag war. Sie rührte sich vorsichtig und bemerkte überrascht, dass sie kaum mehr Schmerzen hatte. Ihr Kopf dröhnte nicht mehr und auch der Schüttelfrost, der ihren fiebrigen Schlaf überschattet hatte, war vorbei. Anstelle des pochenden Schmerzes in ihrem Fuß machte sich nun jedoch ein schmerzliches Ziehen in ihrer Seite breit - was die Ursache dafür war beschäftigte sie im Moment nicht.
Sie drehte sich vorsichtig zur Tür um, darauf bedacht keinen Laut von sich zu geben. Mit einem leisen Aufschrei erkannte sie Snape, der auf einem Stuhl neben ihrem Bett saß und sie finster anstarrte. Sie rückte unmerklich ein Stück von ihm weg. Der Gedanke, dass er sie beim Schlafen beobachtete hatte, machte ihr Angst. Sein Blick verriet keinerlei Emotion, er war kalt und durchdringend wie eh und je. Für einige Sekunden trafen sich ihre Blicke, keiner von ihnen sagte ein Wort. Dann räusperte sich Hermine.

„Was … passiert jetzt?“ fragte sie leise. Ihre Stimme klang immer noch rau und nicht nach ihr, genauso wie nach einem heftigen Schnupfen. Sie schmeckte einen bitteren Geschmack im Mund - vielleicht ein Trank, den man ihr eingeflößt hatte.
„Sie werden hier bleiben, bis Malfoy etwas anderes befielt“ antwortete Snape kühl und erhob sich. Wieder rückte Hermine ein Stück von ihm ab und bemerkte bei dieser Bewegung eine Schiene um ihren Knöchel. Er schmerzte immer noch, aber es war nichts gegen das Gefühl, das sie vorher gehabt hatte.
„Lassen Sie mich mal ihre Seite sehen“ befahl Snape und trat an ihr Bett. Hermine durch fuhr ein Schauer. Sie machte keine Anstalten sich zu bewegen. Snape murmelte etwas in sich hinein und drehte sie unsanft auf die rechte Seite. Als Hermine sich wehren wollte ließ er sie mit einem Seufzer sofort los.
„Jetzt halten Sie doch still, verdammt noch eins“ fuhr er sie an „ich muss mir ihre Rippen ansehen.“
Hermine sah ihn verständnislos an, verschränkte aber immer noch die Arme vor sich. Sie hatte keine Ahnung, wovon er sprach.
„Bestnoten“ murmelte er in sich hinein und wandte sich dann wieder zu ihr „Ihre Rippe ist gebrochen. Ich muss mir das ansehen, bevor ich sie wieder zusammenflicke - wie den Rest von ihnen“ seine Stimme klang exakt so, wie vor zehn Jahren, als er der Klasse einen schweren Trank erklärt hatte: entnervt, gelangweilt und voller Abneigung. Hermine schnaubte.
„Sollte ich ihnen etwa danken?“ fragte sie und bereute ihre Worte schon im nächsten Moment, als sie seinen wütenden Blick erkannte.
„Ich verzichte. Und jetzt lassen Sie mich nachsehen, ihre Rippe sticht vielleicht in die Leber. Malfoy will sie lebend und falls Sie in Anatomie nicht so versiert sind wie in anderen Bereichen: man benötigt die Leber zum leben“ je länger er sprach, desto mehr erinnerte er Hermine an den Lehrer, der er einst gewesen war und wieder kamen Zweifel in ihr auf. Die Geschichte war nicht schlüssig. Wieso sollte Snape erst dabei helfen, Voldemort zu besiegen indem er Harry seine Erinnerungen zeigte und nun wieder auf der Seite der Todesser kämpfen? War er vielleicht einfach nur ein Opportunist, der sich stets auf die Seite derjenigen schlug, die gerade die Oberhand hatten? Sie kam nicht dazu, weiter darüber nachzudenken: Snapes erhobener Zauberstab holte sie wieder in das Hier und Jetzt zurück, indem sie davon ausgehen musste, dass er nichts Gutes im Schilde führte.
„Nein nein … ich … also … tun Sie's einfach“ murmelte sie erschöpft. Es graute ihr davor, sich wieder nicht bewegen zu können und sich so erneut jegliche Gelegenheit auf Gegenwehr zu nehmen. Snape legte den Zauberstab neben sie aufs Bett und zog ihr kaputtes T-Shirt unsanft nach oben. Darunter offenbarte sich ein riesiger Bluterguss. Hermines Blick schweifte zu dem Zauberstab, der in Greifweite lag … konnte sie es wagen, hatte sie eine Chance?
„Denken Sie gar nicht daran“ schnarrte Snape, ohne den Blick von ihrer Seite abzuwenden. Er strich über besagte Stelle und Hermine zuckte zusammen, einerseits vor Schmerz, andererseits machte ihr diese Berührung Angst. Snape konnte mit ihr machen, was er wollte - so lange er sie am Leben ließ, würde es niemanden stören. Fachmännisch nahm Snape seinen Zauberstab, murmelte einen einfachen Heilzauber und augenblicklich ließ auch dieser Schmerz nach. Er trat zurück. Hermine zog ihr T-Shirt wieder nach unten. Sie wagte es kaum ihn anzusehen.

„Was haben Sie mit mir vor?“ fragte sie so ruhig, wie es ihr Innenleben zuließ. Sie hätte heulen können, schreien, um sich schlagen doch sie hielt sich mit aller Kraft zurück. Sie konnte an ihrer momentanen Lage nichts ändern also musste sie wenigstens soviel wie möglich darüber heraus finden. Snape blickte sie ausdruckslos an. Er musste die Angst in ihrem Gesicht sehen können. Ein kurzer Gedanke durch fuhr Hermine: wie oft hatte dieser Mann wohl schon jemanden angesehen, der vor Angst vor ihm zusammen zuckte? Egal was er jetzt war, er war einmal ein Todesser gewesen. Ein Schauer überkam sie.
„Was glauben Sie denn?“ fragte er tonlos und blickte sie durchdringend an. Hermine schluckte und schüttelte den Kopf. Sie wollte sich auf kein Spiel einlassen - denn das war offensichtlich, was Snape hier machte.
„Miss Granger“ er zog ihren Namen in die Länge, als hätte er etwas albernes an sich „sie wissen doch, was Todesser mit Gefangenen machen, oder nicht? Haben Sie nicht oft genug Prozesse mit angehört?“ Hermine schluckte abermals. Sie war Mitglied der Aurorenzentrale, hatte bei jeder einzelnen Vernehmung und Verurteilung im Gericht gesessen. Ja, sie kannte genügend Geschichten, eine schrecklicher als die andere. Todesser, denen man Veritaserum gegeben hatte, hatten ihre Taten vor dem Gericht gestanden; abscheuliche, kaum aussprechbare Taten. Auf den Gesichtern der Schildernden war nie Scham oder Reue getreten - es schien viel mehr, als würden sie sich an glückliche Momente zurück erinnern. Langsam nickte sie.
„Und glauben Sie auch, dass ich dazu imstande wäre?“ fragte er weiter, in einem geschmeidigem Tonfall, einen Schritt näher tretend. Er näherte sein Gesicht dem ihren doch Hermine entschied, dass es genug mit der Zurückhaltung war. Mit aller Kraft die ihr Körper aufbringen konnte schlug sie ihm ins Gesicht. Snape schreckte nicht zurück, er funkelte sie nur gehässig an. In diesem Moment hätte sie ihm - zweifelsohne - alles zugetraut.
„Miststück“ murmelte er und erhob sich wieder. Hermines Hand zitterte, immer noch erhoben. Sie konnte den roten Abdruck sehen, den sie auf seiner Wange hinterlassen hatte. Hatte sie das Fass nun endgültig zum überlaufen gebracht?

„Gegenüber ist das Bad. Sie riechen, als wären sie direkt aus der Gosse gekommen“ murmelte er und verließ den Raum ohne ein weiteres Wort. Hermine blickte noch ein paar Augenblicke lang zur Tür, dann erhob sie sich. Vielleicht war das ein kleine Sieg gewesen. Mit wenigen Schritten war sie beim Fenster und hatte es geöffnet. Eine viel befahrene Straße lag darunter. Sie streckte die Hand aus dem Fenster und ihre Vermutung bewahrheitete sich: es war, als würde sie gegen eine unsichtbare Mauer greifen. Sie kannte diesen Schutzzauber und ohne Zauberstab war er nicht zu umgehen. Sie seufzte und blickte hinab auf ihre blutverschmierten Arme. Snape hatte ihren Knöchel geheilt und vermutlich auf ihre Platzwunde am Kopf, genauso wie die gebrochene Rippe. Irgendetwas hatte er ihr wohl auch gegen das Fieber gegeben - um den Rest hatte er sich aber nicht geschert. Sie versuchte, nicht an diesen Mann zu denken, der im Moment alle Macht über sie hatte. Bis jetzt hatte er ihr noch nichts angetan, aus welchem Grund auch immer.
Sie wandte sich um und ging zur Tür, durch trat sie und kam wieder in den schmalen Flur. Sie vernahm Geräusche von unten, also befand er sich vermutlich im Erdgeschoss. Ihr Blick fiel auf die Tür Gegenüber, das musste das Badezimmer sein. Daneben gab es noch zwei andere Türen doch sie stellten sich schnell als verschlossen heraus, was Hermine nicht weiter wunderte. Sie konnte Snape nicht einschätzen, hatte es noch nie können, aber dass er kein unvorsichtiger Mensch war, das wusste sie.

Das kleine Badezimmer bestand nur aus einer Toilette, einem Waschbecken nebst Spiegel und Wandschrank und einer Badewanne. Die Fließen waren altmodisch und wohl einmal weiß gewesen, aber die Zeit hatte auch hier ihre Spuren hinterlassen und sie ergrauen lassen. Ein ausgefranster Teppich lag auf dem Boden, doch dies war auch schon alles. Hermine schloss die Tür hinter sich und drehte den rostigen Schlüssel um, auch wenn sie wusste, dass die Tür für einen Zauberer einfach zu öffnen sein würde. Sie ließ Wasser in die Wanne ein. Sie wusste zwar, dass es andere Dinge geben sollte über die sie sich Gedanken machen musste, aber im Moment war sie einfach nur erleichtert über dieses Bad.
Während sich die Wanne füllte, warf sie einen Blick in den Spiegel über dem Waschbecken. Sie erkannte sich beinahe selbst nicht als sie in das blasse, blutverschmierte Gesicht sah, das ihr entgegen blickte. Ihre Lippen waren aufgerissen und rau, ihre Haare schmutzig und verfilzt. Unter ihren Augen bildeten sich dunkle Ringe. Vielleicht waren es die Nachwirkungen des Fiebers die ihren Körper dermaßen auszehrten, vielleicht war es aber auch die Hoffnungslosigkeit ihrer Lage.
Hermine stieg in die Badewanne und genoss das warme Wasser, dass sie umgab. In der ganzen Absurdität der letzten Tage war dies der erste Funken Normalität der ihr vergönnt war. Zum ersten Mal erfasste sie die Lage, in der sie sich befand, wirklich. Während all der Ereignisse hatte sie kaum einen klaren Gedanken fassen können. Die ganze Situation war mehr als grotesk. Sie befand sich im Haus von Severus Snape, einem Mann, der eigentlich hätte tot sein müssen. Ein Todesser. Bei diesem Gedanken schauderte sie, obwohl sich zum ersten Mal seit ihrer Gefangenschaft das Gefühl von Wärme in ihrem Körper breit gemacht hatte. Aber er im Gegensatz zu den Malfoys, die ihr mit offener Gewalt begegnet waren, hatte er ihr noch kein Leid angetan. Er hatte ihre Knochenbrüche geheilt, ihr ein Bett und ein Bad gegeben. Hermine schüttelte den Kopf. Sie versuchte sich mit diesen Gedanken wohl selbst davon zu überzeugen, dass Snape doch nicht so böse war, doch so etwas durfte sich nicht in ihrem Kopf fest setzen. In dubio pro reo war kein Grundsatz, der in ihrer Situation angemessen gewesen wäre.

Sie suchte die Wanne nach etwas wie Shampoo oder Seife ab, entdeckte aber nichts. Sie wunderte sich nicht darüber und es würde auch ohne gehen. Als sie aus der Wanne stieg fand sie neben der Badewanne ein unordentlich zusammen gefaltetes Handtuch. Sie wickelte es sich um den Körper und blickte suchend nach ihren Kleidern. Zu ihrer Verwunderung waren sie verschwunden, statt dessen lag saubere Wäsche auf dem Platz, wo sie ihren zerfetzten Umhang auf den Boden geworfen hatte. Sie schlüpfte rasch in die Jeans und das schwarze T-Shirt, die ihr beide zu groß waren. Es war ihr egal. Das Gefühl, wieder saubere Kleidung zu tragen, kam ihr wie ein Privileg vor. Dann versuchte sie ihre Haare so gut als möglich trocken zu reiben. Sie warf einen erneuten Blick in den Spiegel. Sie sah immer noch elend aus, aber wenigstens fühlte sie sich nun ein bisschen besser. Sie wünschte sich nichts sehnlicher als eine Zahnbürste, allerdings würde sie wohl auch darauf verzichten müssen.

Hermine holte einmal tief Luft und öffnete dann die Tür. Im Flur hielt sie inne und überlegte, was sie tun sollte. Einerseits zog es sie wieder in das kleine Zimmer, wo sie in Ruhe nachdenken konnte. Andererseits wollte sie herausfinden, was in der unteren Etage des Hauses gerade vor sich ging. Ihre Neugier überwog und sie ging langsam die Treppe hinunter. Sie warf einen kurzen Blick um sich, musterte die ausgetreten Treppenstufen und die farblose Tapete, der sie am vorderen Tag keine Beachtung geschenkt hatte. Wieder entdeckte sie das Bild, das etwa in Augenhöhe an der Wand angebracht war doch erstaunt stellte sich fest, dass sich etwas darin verändert hatte. Im fahlen Licht erkannte sie nicht was es war und als sie näher herantrat konnte sie nur noch einen wehenden Umhang aus dem Bild verschwinden sehen. Stirnrunzelnd stand Hermine vor dem Bild, das nun wieder lediglich einen leeren Raum zeigte. Vielleicht hatte sie sich getäuscht und es war nur eine Sinnestäuschung gewesen, die ihr verzweifelter Verstand ihr in den Kopf zu setzen suchte, aber sie glaubte doch eine silberweise Haarsträhne am Rand des Bildes gesehen zu haben. Ein Gedanke, der sie hoffen ließ, machte sich in ihr breit doch ehe sie ihn weiterführen konnte wurde sie von Stimmen abgelenkt, die ihren Ursprung hinter der verschlossenen Tür zum Erdgeschoss zu haben schienen.
„Wo ist sie?“ hörte sie eine Stimme fragen, die sie gleich als Malfoys wieder erkannte. Sofort machte sich eiskalte Angst in ihr breit. So schnell und leise wie sie konnte begab sie sich wieder nach oben. Was bedeutete es, dass er wieder hier war? Brauchte er Informationen? Oder, noch viel schlimmer, war ihm klar geworden, dass sie ihm nichts mehr nützte? Fieberhaft dachte sie darüber nach, was sie tun sollte. Sie konnte nicht weg, genauso wenig konnte sie etwas gegen ihn ausrichten. Wenn er sie wirklich töten wollte, dann würde sie ihn nur mit Worten davon überzeugen können, es nicht zu tun. Sie kramte Informationen zusammen, die sie ihm als wichtig verkaufen konnte, es aber in Wirklichkeit nicht waren. Unbedenkliche Kleinigkeiten über die Arbeit des Ordens oder des Ministeriums die vielleicht reizvoll klingen konnten. Vielleicht würde er wieder Veritaserum verwenden, also konnte sie ihm nicht einfach irgendwelche Lügen auftischen. Fieberhaft dachte sie nach doch bevor sie zu irgendeinem Ergebnis gekommen war wurde die Tür auch schon geöffnet. Lucius Malfoy trat in den Raum, gefolgt von Snape und einer Frau, die Hermine irgendwo her kannte, die sie aber nicht einzuordnen wusste. Erst in geraumer Zukunft würde sie es schaffen eine Verbindung zwischen ihr und der Frau zu knüpfen, die sie als eine Fantasie ihres Fieberwahns abgetan hatte.
Abschätzig blickte die die um einiges größere Frau auf Hermine hinab. Ihr langes, dunkles Haar fiel ihr glatt über die Schultern und umrahmte ihr blasses Gesicht. Der schwarze Umhang verhüllte ihre zweifelsohne grazile Gestalt und verlieh ihr ein noch düstereres Aussehen als sie ohnehin schon inne hatte. Sie wäre zweifelsohne hübsch gewesen, wenn sich nur eine einzige Gefühlsregung auf ihrem Gesicht breit gemacht hätte.
Die Rangordnung der drei war kaum zu übersehen: Lucius stand gebietend vor den beiden anderen, seine Gestalt - obwohl er keinen der anderen überragte - strahlte in dieser Konstellation pure Macht aus.

„Ach, du hast sie baden lassen?“ fragte er Snape mit hoch gezogenen Augenbrauen. Sein Tonfall klang amüsiert. Hermine formte ihre Hände zu Fäusten. Noch nie hatte sie solch einen Hass für jemanden empfunden, wie für diesen Mann hier vor ihr. Wenn sie nicht gewusst hätte, dass sie nur wieder Schmerzen erwarten würde, wäre sie über ihn hergefallen.
„Mit Verlaub, Lucius … sie stank wie ein Stück Dreck“ wandte die Frau neben Snape ein „eine solche Zumutung möchte ich nicht in meinem Haus haben“. Ihre Stimme klang genauso, wie Hermine es erwartet hatte; tonlos und spöttisch. Lucius bedachte ihre Äußerung mit einem kurzen Auflachen, wandte sich aber nicht von Hermine ab.

„Ein hübsches Mädchen“ sagte er so leise, dass wohl nur Hermine es hören konnte und strich ihr über die Wange, wie er es schon in seinem Haus getan hatte. Reiner Ekel überkam sie. „Schade, dass sie ein Schlammblut ist“. Hermine konnte nicht mehr an sich halten, ließ alle Bedenken außer Acht und gab ihm, genauso wie sie es bei Snape getan hatte, eine schallende Ohrfeige. Für den Bruchteil einer Sekunde herrschte Ruhe im Raum, dann trat die dunkelhaarige Frau so nah an Hermine, dass nur noch ihr erhobener Zauberstab zwischen ihnen stand. Von der kühlen Zurückhaltung mit der sie sie bis jetzt bedacht hatte, war nichts mehr zu erkennen, stattdessen funkelte sie sie wutentbrannt an. Der verrückte Ausdruck in ihren Augen erinnerte Hermine, die immer noch mit erhobener Hand dastand, an den Anblick Bellatrix Lestranges, jener geisteskranken Hexe die so viele Freunde von ihr auf dem Gewissen hatte. Eine tief gehende Abneigung gegen diese Frau - die sicherlich eine Todesserin war - stieg in Hermine auf.
„Du wagst es …“ presste ihr Gegenüber hervor und stach mit ihrem Zauberstab gegen Hermines Hals. Noch ehe sie weiter sprechen konnte legte Lucius ihr die Hand auf die Schulter und zog sie kopfschüttelnd zurück. Verständnislos blickte sie ihn an.
„Lucius …“ begann sie, doch mit einer raschen Handbewegung ließ er sie verstummen.
„Das ist nicht deine Aufgabe, Daria.“ sagte er unbeeindruckt. Sein Blick streifte Snape, der immer noch unbeteiligt hinter ihnen stand „du solltest deine Pflicht nicht einfach so einer Frau übergeben. Bestrafe sie“ die letzten Worte zog er in die Länge und es hörte sich nicht so an, als ob er Widerrede zulassen würde. Hermines Blick huschte schlagartig zu Snape, der keine Anstalten machte, irgendetwas zu tun.

„Sie hat deinen Herrn angegriffen!“ rief die Frau, die offenbar Daria hieß, entrüstet ein, den Zauberstab immer noch in der Hand. Snape blieb noch einen Augenblick starr stehen, dann zog er seinen Zauberstab.
„Crucio“ er flüsterte die Worte, die Hermine die nur zu gut bekannten Schmerzen bereitete. Sie fühlte wie sie zu Boden sank und eine Schmerzwelle nach der anderen ihre Glieder durch fuhr. Doch anders als bei den anderen Malen verschwamm der Raum nicht vor ihren Augen, sie schaffte es noch klar denken zu können und sah sogar wie Malfoy Snape zunickte und gemeinsam mit der in schwarz gekleideten Frau apparierte. Kaum war er verschwunden senkte Snape seinen Zauberstab und Hermine fand sich, immer noch zitternd, zusammen gekrümmt auf dem Boden liegend wieder. Snape stand vor ihr und zum ersten Mal, seit sie bei ihm war, starrte er sie nicht mit seinem gewohnt kaltem Blick an. Hätte sie diesem Gesichtsausdruck, den sie noch nie zuvor bei ihm gesehen hatte, einen Namen geben müssen so wäre es Erschütterung gewesen.
„Es tut mir Leid“ flüsterte er kaum hörbar. Er blickte sie einen Moment lang mit unergründlicher Miene an und verließ dann das Zimmer. Der Knall der zu fallenden Tür riss Hermine aus ihrem Zittern und sie zwang sich, wieder gleichmäßig zu atmen. Stumm schloss sie die Augen und fragte sich, was zur Hölle das alles zu bedeuten hatte.


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Und im nächsten Kapitel erfahrt ihr dann einiges mehr über Snapes … nun, nennen wir es „Gesinnung“, ihr dürft gespannt sein! ;)
LG F.L.


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