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Fanfiction

Dämmerung - Das Haus der lebenden Toten

von FreyaLi

Untitled
Hallo ihr Lieben, es gibt heute auch schon ein neues Chap - zu dem ich mal ausnahmsweise nichts im vorhinein zu sagen habe, außer: wünsche euch viel Spaß beim Lesen (und danke den lieben Rewievschreibern!)
LG
F.L.

@*Lilian*: Hallo und danke für dein Review! Freut mich, dass dir die Geschichte immer noch gefällt und hoffe, dass es so bleibt ;) Viel Spaß beim Lesen!
@Bellamine: Hallo, willkommen und danke für dein Review und dein Lob! Freut mich sehr, dass du auf meine Story gestoßen bist und sie dir gefällt!
@VeriLepakka: Hey, danke für dein Review! Stimmt, wenn Hermine noch weiter gefragt hätte, dann wäre das wohl gar nicht mehr „gryffindor-like“ gewesen :)
@NicoleSnape: Hallo und dankeschön für deinen Kommentar! Freut mich, dass du weiterhin mit dabei bist und wünsche dir viel Spaß beim Lesen!


Hermine lag auf dem Bett und starrte an die Denke. Ohne es zu bemerken kaute sie an ihrer Unterlippe herum, was sie immer tat, wenn sie nachdachte. Sie kannte nun jeden Winkel dieses Zimmers, jeden Riss in der Tapete, jeden Fleck auf den Vorhängen. Es beruhigte sie auf diese fast schon krampfhafte Weise mit ihrer Umgebung vertraut zu sein, sie war hier nun nicht mehr so fremd und verloren wie zu Beginn all dieser Geschehnisse.
Ihr Blick fiel zum wiederholten Mal auf die Standuhr neben der Kommode. Es war viertel vor Acht. Vor beinahe zehn Stunden hatte die Aurorenzentrale Malfoy Manor stürmen wollen. Hätte Hermine sich nicht entführen lassen, hätten sie vermutlich den Großteil der Todesser samt Lucius Malfoy heute schnappen können. Doch sie würden ein leeres Haus vorfinden, mehr nicht. Vielleicht sogar in einen Hinterhalt geraten. Sie verfluchte sich selbst dafür, ihre Wohnung nicht mit mehr Bedacht geschützt zu haben. Harry hatte ihr oft genug ans Herz gelegt, sie solle untertauchen, genauso wie er es getan hatte, nachdem die Todesser ihre Stellung bezogen hatten. Doch sie hatte es nicht getan, mit einem Lachen abgewinkt. Sie sei nicht wichtig genug, als dass sie hinter ihr her sein könnten. Sie schüttelte den Kopf über ihre Naivität. Sie war Mitglied des Ordens und hatte einen hohen Rang in der Aurorenzentrale, zudem war sie eine der besten Freunde Harrys und war maßgeblich an Voldemorts Fall beteiligt gewesen … wie hatte sie nur so dumm sein können, sich und damit all die Informationen, die sie kannte, nicht zu schützen?
Es klopfte leise an der Tür.
„Ja“ antwortete sie, überrascht, dass Snape sich offenbar Manieren angewöhnt hatte. Doch es war nicht Snape, der eintrat. Es war eine Hauselfe, in ein schmutziges Geschirrtuch gehüllt.
„Guten Abend, Miss Granger“ sagte sie höflich und verbeugte sich vor ihr. Hermine erhob sich, verwundert über die Elfe, die sie bis jetzt noch nicht bemerkt hatte „das Abendessen ist fertig, Miss.“
Hermine erhob sich, trat auf die Elfe zu und ging vor ihr in die Hocke.
„Danke. Aber du kannst mich Hermine nennen. Und wie heißt du?“
„Elly, Miss. Aber es schickt sich nicht, Ihren Vornamen zu benutzen, Miss“ sagte die Hauselfe gewissenhaft, verbeugte sich ein weiteres Mal und trat aus dem Zimmer. Hermine rümpfte die Nase und folgte ihr. Sie verkniff sich eine lang einstudierte Rede über B.Elfe.R. - hier und jetzt war sicherlich nicht der richtige Zeitpunkt dafür und sie glaubte auch, dass sie in Snape nicht gerade Freude auslösen würde, wenn sie seine Hauselfe zum Aufstand animierte. Es sah ihm gleich, eine Elfe zu beschäftigen. Auch wenn sie nun mit Sicherheit wusste, dass er kein Todesser war, so war er doch einer der letzten Menschen, mit denen sie in einem Haus eingesperrt werden wollte.
Hermine hatte eine Weile überlegt, wie sie hier heraus kommen könnte doch die einzige Möglichkeit, die sie sah, war dass die Auroren sie fanden. Snape würde sie nicht gehen lassen, dass hatte er unmissverständlich klar gemacht - das Vertrauen, dass Malfoy ihm schenkte, war noch nicht gefestigt und würde mit einem Schlag zunichte gemacht, wenn er eine unbewaffnete Frau „fliehen“ ließ.
Sie betrat das schlichte Wohnzimmer, wo Elly auf sie wartete.
„Die Küche ist hier, Miss“ sagte sie höflich und zeigte auf eine Tür direkt gegenüber Snapes Labor. Hermine trat in den kleinen und ebenfalls einfach eingerichteten Raum ein. Der kleine Esstisch war für zwei gedeckt, doch Snape war nirgends zu sehen. Aus der Schüssel in der Mitte duftete es herrlich. Hermine setzte sich hin und versuchte sich daran zu erinnern, wann sie zum letzten Mal etwas Warmes, selbst gekochtes gegessen hatte. Es musste Ewigkeiten her sein. Während der letzten Monate hatte sie kaum Zeit gehabt, mittags und abends ein Sandwich hinunter zu schlingen, geschweigeden sich hin zu setze und in Ruhe zu essen. Auf eine groteske, äußerst verwirrende Weise war dies hier wie eine Art Erholung.
Als sie sich gerade von dem Eintopf nehmen wollte, trat Snape in die Küche. Er blickte sie kurz an, setzte sich ohne ein Wort zu sagen und zog eine Zeitung hervor. Dann füllte er sein Teller und aß schweigend, seine Pupillen rasten beim Lesen förmlich hin und her. Hermine entschied, dass es besser war, ihn in Ruhe zu lassen. Todesser hin oder her, diese Mann war leicht reizbar und sie befand sich in seiner Gewalt.
Etwa die Hälfte des Essens schaffte sie es, ihn nur stumm anzustarren, dann konnte unterlag ihre Selbstbeherrschung ihrer Neugierde. Sie hatte tausend Fragen, die sie am Morgen nicht an ihn hatte richten können - sie wusste nicht, wie lange das Veritaserum angehalten hatte und er hatte mehr als deutlich gemacht, dass sie nur eine einzige Frage zu stellen hatte.
„Entschuldigen Sie“ sagte sie leise. Snape sah von seiner Lektüre auf und schnaubte.
„Und ich dachte schon, sie hätten ihr penetrantes Plappermaul endlich im Griff“
Hermine war darauf und dran etwas heftiges zu erwidern, doch sie hielt sich zurück. Sie wollte sich die Antwort auf die Frage, die ihr auf der Zunge lag, nicht verscherzen.
„Was geschah heute in Malfoy Manor?“ fragte sie, so ruhig sie eben konnte.

Snape seufzte, faltete die Zeitung in aller Ruhe zusammen und legte sie sorgsam beiseite - ganz so, als wüsste er, wie sehr alles in Hermine nach einer Antwort auf diese Frage schrie.
„Es war ein Reinfall. Dank Ihnen waren die Todesser darauf vorbereitet. Das Haus war vollkommen leer, bis auf ein paar schwarzmagische Fallen, in die ihre Freunde natürlich, wie nicht anders zu erwarten, direkt hinein marschiert sind“ Hermine hörte nicht gut genug zu um erstaunt darüber zu sein, dass er keinen Vorwurfsvollen Ton anschlug.
„Geht es ihnen gut?“ fragte sie leise.
„Es sind alle heil davon gekommen, bis auf Weasley. Er liegt im St. Mungos.“ Hermine schluckte schwer. Ron.
„Ist er … in Lebensgefahr?“ fragte sie stockend und musste verärgert feststellen, dass ihre Stimme zitterte. Snape musterte sie genau.
„Nein“ antwortete er kurz und wandte sich wieder seiner Zeitung zu. Hermine setzte zu einer weiteren Frage an, doch er unterbrach sie bereits beim ersten Wort.
„Miss Granger, darf ich Sie erinnern, dass Sie in meinem Haus sind? Ich pflege in Ruhe zu essen und dabei Zeitung zu lesen. Entweder Sie halten sich an meine Regeln oder verzichten aufs Essen.“ fuhr er sie zornig an. Es war, als hätte er in Hermine mit diesen Worten einen Schalter umgelegt, der ihre Beherrschung endgültig untergrub und ihren Zorn hinaus ließ. Wutentbrannt sprang sie auf und stellte sich vor Snape.
„Ich habe es mir nicht ausgesucht, hier zu sein.“ sagte sie, um den letzten Deut Zurückhaltung kämpfend „Sie haben mich hier her gebracht“
„Nun, wenn sie lieber zu Malfoy zurück gehen wollen, bitte! Wir wollen sehen, was er alles für Sie in Petto hat“ Snape erhob seine Stimme nicht, doch es war genau sein monotoner, gleichgültiger Tonfall, der in Hermine eine Welle tiefer Abneigung aufkommen ließ.
„Ich gedenke nicht, noch lange hier zu bleiben“ erwiderte sie bemüht, ruhig zu sprechen.
„Ach ja? Und wie gedenken Sie von hier weg zu kommen?“ fragte Snape höhnisch.
„Man wird mich finden. Irgendeinen Fehler werden die Todesser gemacht haben, der den Orden oder die Auroren hier her führen wird. Es ist nur eine Frage der Zeit“ sagte sie und fühlte sich dabei wie ein trotziges Kind. Doch es fühlte sich gut an, ihm all das ins Gesicht zu sagen. So abschätzig Snape auch über Harry sprechen mochte, er hatte Voldemort schlussendlich besiegt. Sie erwartete zwar, dass es eine Zeit lang dauern würde, aber er würde sie finden. Sie kannte ihn und sie kannte Ron - so unüberlegt sie manchmal auch handelten, sie würden nicht ruhen, ehe sie nicht wussten, wo Hermine war.
„Darauf würde ich an ihrer Stelle nicht hoffen“ erwiderte Snape kühl.
„Und wie kommen sie darauf?“ Er konnte sie beleidigen, es machte ihr wenig aus, und auch ihre Freunde; aber sobald er ihre Loyalität untereinander in Frage stellte, ging er zu weit.
„Dieses Haus ist so gut wie unauffindbar. Und ihre Freunde haben besseres zu tun, als nach einer Toten zu suchen“ sagte er langsam und hielt Hermine den Tagespropheten vor die Nase. Sie stutze. Ein Bild von ihr prangte auf der Titelseite. Darunter stand in großen Buchstaben: Hermine Granger (21) von Todessern entführt und getötet.
„Also“ er machte eine ausladende Bewegung durch die Küche „willkommen im Haus der lebenden Toten“

„Nein“ sagte Hermine bestimmt „das ist unmöglich“
„Lesen sie“ sagte Snape,

Die zwanzigjährige Hermine Granger (Titelbild) wurde am Abend des 15. Augusts aus ihrer Wohnung in London entführt. Bereits wenig später schickte das Ministerium erste Suchtrupps nach ihr aus, da ihr Nachbar Martin Weeler (kl. Bild) Lärm gehört und gleich eine Eule an die Notrufzentrale geschickt hatte. Bis gestern Mittag war die Lage der jungen Aurorin unklar. Erst als eine Gruppe aus Auroren und Mitgliedern des Orden des Phönix (unter anderem Harry Potter, der am Vortag selbst nur knapp einem Anschlag in seinem derzeitigen Wohnort Edinburgh entging) das Haus von Lucius Malfoy stürmten, bekam die Zaubererwelt die bittere Gewissheit. Das Haus, in dem Insider das momentane Hauptquartier der Todesser vermuteten, wurde leer vorgefunden. Bis auf Hermine Granger, die tot in den Kerkern vor gefunden wurde.

Hermine japste erschrocken auf und ließ die Zeitung fallen. Sie blickte zu Snape, der sie nur unergründlich über den Eintopf hinweg ansah.
„Wie ist das möglich? Ich meine … sie können mich nicht gefunden haben … ich bin doch …“ als ob sie sich davon überzeugen müsste, dass sie wirklich am Leben war, blickte sie an sich hinab.
„Ich vermute, er hat Vielsafttrank benützt oder irgendeinen anderen Täuschungszauber. Die Leiche gehörte jemand anderem“ sagte Snape trocken.
„Aber Vielsafttrank wirkt nur eine Stunde“ sagte Hermine sachlich „er … er hätte aufgehört zu wirken … sie hätten es herausfinden müssen.“
„Ich dachte, Sie wüssten, wie Todesser vorgehen. Was von Ihnen übrig war, wurde vermutlich schnellst möglich … verpackt“ erläuterte Snape und aß ohne mit einer Wimper zu zucken weiter „aber das kann ich nicht mit Sicherheit sagen. In diesen Plan waren nur wenige eingeweiht und ich war zu dem Zeitpunkt noch nicht vertrauenswürdig.“
Hermine betrachtete angeekelt, wie Snape weiter an seinem Eintopf aß.
„Weshalb haben sie das getan?“ fragte sie nach einer Weile, in der das Klirren von Snapes Löffel die absolute Stille im Raum durchbrochen hatte.
„Sie wollen ein Zeichen setzten, denke ich. Eine angesehene Aurorin, beste Freundin des großen Harry Potters … das ist ein Mord der was her macht.“
„Irgendjemand ist tot“ sagte sie und ihre Stimme zitterte „irgendjemand wird statt mir beerdigt werden. Jemand, dessen Familie vielleicht nicht einmal weiß, dass er tot ist …“
„Seien sie froh, dass nicht sie es sind“ sagte ihr Gegenüber schlicht. Hermine blickte ihn fassungslos an.
„Wie können sie nur so kalt sein? Jemand ist gestorben!“ sagte sie angewidert.
„Man gewöhnt sich dran“ erwiderte er, erhob sich vom Tisch und verließ den Raum. Hermine blickte ihm hasserfüllt nach. Sie konnte nicht glauben mit welcher Gleichgültigkeit er von dieser Sache sprach. Erschöpft ließ sie sich auf einen Stuhl sinken und legte die Hände vor ihr Gesicht. Noch vor einer Stunde hatte sie geglaubt, dass es sich nur noch um Tage handeln konnte, bis sie gefunden wurde. Inzwischen hielt man sie für tot. Die Tatsache, dass sie mit einem gleichgültigen, zynischen, verbitterten Mann hier fest saß, verbesserte ihre Laune auch nicht. Erschöpft ließ sie sich wieder auf den Stuhl fallen von dem sie vor wenigen Minuten hitzig aufgesprungen war. Sie legte die Hände vor ihr Gesicht und versuchte, die Tränen zurück zu halten. Snape konnte jeden Moment wieder zurück kommen und sie wollte nicht, dass er in einem Augenblick solcher Schwäche zu Gesicht bekam.

Sie stand auf und hob den Tagespropheten vom Boden auf. Nachdenklich betrachtete sie das Foto von ihr, dass sie stumm und schüchtern anlächelte. Sie konnte sich noch genau an den Tag erinnern, an dem es gemacht worden war. Einige Wochen nach dem finalen Kampf war sie gemeinsam mit Ron und Harry auf den Wiesen nahe des Fuchsbaues spazieren gegangen und Ron hatte dieses Foto geschossen. Da war die Welt noch in Ordnung gewesen. Man hatte nach den Todessern gesucht, doch keiner hatte daran gedacht, dass sie sich wieder zusammen schließen würden. Voldemort war tot. Sie war einfach nur glücklich darüber gewesen, Rons Hand zu halten und daran zu glauben, dass von nun an alles gut gehen würde. Beim Gedanken an Ron zog sich etwas tief in ihrer Brust zusammen, als hätte jemand ein Seil darum geschnürt. Sie hatte geglaubt, mit ihm glücklich sein zu können. Und dann war alles furchtbar schief gelaufen. Während ihrer Aurorenausbildung hatten sie sich beinahe nie gesehen und da sie eigentlich nicht wirklich zusammen waren - oder jedenfalls nie darüber gesprochen hatten, was genau sie waren - hatten sie sich, als sie endlich wieder Zeit für einander gehabt hätten, wieder so verhalten, als wären sie lediglich Freunde. Hermine hatte es dabei belassen. Sie hatte auch immer geglaubt, dass sie noch ein Leben lang Zeit hätten. Früher waren ihre Gedanken stets bis Voldemorts Fall in die Zukunft gewandert, in letzter Zeit war es der Sieg über die Todesser - und nun? An was konnte sie jetzt die nächste Etappe festmachen? Ihr Leben war offiziell beendet. Sie stellte sich vor, was nun wohl in ihren Freunden vorging. Harry und Ron würden am Boden zerstört sein, da war sie sich sicher, genauso wie ihre Eltern. Und da sie eine Person war, die die Öffentlichkeit als jemanden kannte der sowohl am Sieg gegen Voldemort beteiligt gewesen war als auch nun gegen die Todesser gekämpft hatte würde ihr Tod wohl auch beim Rest der Zaubererwelt Erschütterung hervorrufen. Snape hatte Recht. Ein Mord an jemandem wie ihr machte ganz schön was her.
Was würden all die Leute sagen, wenn sie irgendwann wieder auftauchen würde? Sie seufzte. Irgendwann konnte auch erst in zwei Jahren sein. Bis dahin würde sie vermutlich schon längst vergessen sein. Ein erschreckender Gedanke kam in ihr auf. Bis jetzt war sie sich stets sicher gewesen, dass sie gerettet werden würde, dass entweder der Orden des Phönix oder das Ministerium sie hier raus holen konnte. Darauf konnte sie nun nicht mehr zählen. Snape hatte Recht, wie schrecklich es auch klang: ihre Freunde hatten besseres zu tun, als nach zu forschen und so sehr sie die beiden schätzte, bezweifelte sie doch, dass Harry und Ron hinter diese Farce kommen würden. Sie fragte sich, wie lange Malfoy wohl noch der Meinung sein würde, sie solle am Leben bleiben. Sobald er zu dem Schluss kommen würde, dass sie nutzlos für ihn sei, wäre sie verloren. Der einzige Mann, auf den sie jetzt noch vertrauen konnte, war Severus Snape. Ein Gedanke, der nicht wirklich zur Freude anregte.

Hermine ließ den Tagespropheten sinken und schaffte es nun endgültig nicht mehr, die Tränen zurück zu halten. All die Anspannung der letzten paar Tage, all der Schmerz, die Angst und die Erschütterung die sich in ihr angesammelt hatte musste ihrem Körper irgendwie entweichen. Lautlos weinend saß sie am Küchentisch, bis Elly die Hauselfe durch die Tür trat und sie besorgt anblickte.
„Ist alles in Ordnung, Miss?“ fragte sie und reichte ihr ein Taschentuch. Hermine schnäuzte sich lauthals.
„Danke, Elly“ sagte sie nur leise.
„Möchten Sie vielleicht ein Stück Schokoladenkuchen?“ fragte die Hauselfe vorsichtig, doch Hermine schüttelte den Kopf.
„Danke, aber nein. Ich bin im Moment nicht wirklich in der Stimmung.“ erwiderte sie und versuchte, ihre Tränen unter Kontrolle zu bringen - kaum vorstellbar wie sie sich fühlen würde, wenn Snape zurückkommen und sie so vorfinden würde.
„Mit Verlaub Miss, Schokolade hilft immer“ sagte Elly und schwenkte nun ein Teller mit einer wirklich recht ansehnlichen Torte vor ihrem Gesicht hin und her. Hermine blickte sie traurig an.
„Ich glaube nicht, dass sie mir jetzt viel helfen würde. Ich bin in meinem Leben noch nie so tief in der Scheiße gesessen wie jetzt“ sie und Elly erschraken gleichermaßen über die untypische Wortwahl für Hermine, was der Situation schon beinahe wieder etwas lustiges gab.
„Aber schaden kann sie sicher nicht“ sagte die Elfe bestimmt und stellte den Teller vor Hermine ab. Diese seufzte und nahm schließlich die Gabel in die Hand und würgte einen Bissen hinunter.
„Wirklich gut“ sagte sie und wischte sich die Tränen aus den Augen. Schokolade hilft immer ... Genau das hatte ihre Mutter immer zu ihr gesagt, wenn sie aus irgendeinem Grund traurig gewesen war. Sie dachte an die nun scheinbar lächerlichen Probleme zurück, mit denen sie damals zu ihr gekommen war. Was hätte sie jetzt dafür getan, sich wieder mit der scheinbar unergründlichen Psyche von pubertierenden Jungs oder mit ihren asymmetrischen Schneidezähnen herumschlagen zu müssen? Stattdessen war sie nun - theoretisch gesehen und in der Meinung der meisten Menschen, die ihr etwas bedeuteten - tot. Praktisch gesehen saß sie auf unbestimmte Zeit hin im Haus eines ehemaligen Todessers fest und konnte nichts anderes unternehmen als darauf zu hoffen, dass Lucius Malfoy seine Meinung über sie nicht änderte und sie am Leben ließ, bis sie irgendeine Lösung für dieses Dilemma gefunden hatte. Und da saß sie doch tatsächlich in der Küche und aß ein Stück Schokoladenkuchen. Es war alles so unglaublich, dass sie sich ein Auflachen nicht mehr verkneifen konnte. Je länger sie darüber nachdachte, den Kuchen vor sich stehend, desto weniger konnte sie an sich halten und ging schließlich in ein lautes, herzhaftes Lachen über.
„Sehen sie, Miss, Schokolade hilft immer - das sage ich auch immer zu Master Snape“ wiederholte Elly ihre Worte zufrieden, so als ob der plötzliche Wechsel von einem Tränenausbruch in einen Lachanfall eine völlig normale Nebenwirkung von Schokoladenkuchen wäre. Hermine wischte sich eine Träne aus den Augenwinkeln und stutzte, als in ihren Gedanken ein Bild von Severus Snape auftauchte, von Sorgen geplagt, ein großes Stück Kuchen essend. Erneut konnte sie ein Auflachen nicht verhindern. Kuchen gab ihm irgendwie … so etwas normales, zog ihn weit weg von dem Spion, dem Todesser, dem Professor und all den anderen Rollen, die er inne hatte. Wenn Severus Snape so menschlich war, dass er Schokoladenkuchen aß, den ihm seine Hauselfe aufdrängte, dann steckte vielleicht noch mehr in ihm. Hermine nahm einen großen Bissen, genoss dieses Stückchen Normalität und beschloss in diesem Moment heraus zu finden, welcher Mensch sich hinter Severus Snape versteckte. Später - viel später - würde sie an diesen Abend zurück denken und es mehr als grotesk finden, dass ausgerechnet ein Stück Kuchen den Anstoß für all die folgenden Ereignisse gegeben hatte.



So, hier ist auch schon wieder Schluss! Das nächste Kapitel wird es voraussichtlich am Wochenende geben! Bis dahin: eine schöne Woche wünsche ich euch!
(über Kommentare freue ich mich übrigens wie ein Keks ;) )


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