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Fanfiction

Dämmerung - Für besondere Fälle

von FreyaLi

Untitled
Da ich die letzten beiden Tage frei hatte, hatte ich genügend Zeit dieses Kapitel hier zu überarbeiten und eure lieben Reviews haben mich gleich dazu verleitet, es auch schon zu posten ;) Wünsche euch viel Spaß beim Lesen und bedanke mich hier noch einmal an alle Review-Schreiber!
LG
F.L.

@*Lillian*: Danke für dein Review! Deine Fragen werden heute allesamt beantworten, also: viel Spaß beim Lesen!
@Bellamine: Danke für dein Review! Keine Sorge, sterben lass ich Hermine nicht - damit wäre die Geschichte wohl vorzeitig zu Ende ;) Stimmt, Lucius braucht sie noch, aber nicht unbedingt für Informationen - aber dazu später mehr! Wünsche dir viel Freude am heutigen Chap!
@VeriLepakka: Danke für dein Review! Ja, Snapes Sympathiepunkte steigen - wie lange wohl noch? Wünsche dir viel Spaß am heutigen Chap!
@NicoleSnape: Danke für dein Review! Nun, Snape nicht, aber wer anders ;) wünsche dir viel Spaß beim Lesen!
@Suschi: Hallo, willkommen und danke für dein Review! Freut mich, dass dir meine Geschichte gefällt - ich gebe mir mit Snape auch viel Mühe um ihn in etwa so zu lassen, wie er in den Büchern war - auch wenn das nicht immer leicht ist. Wünsche dir auf jeden Fall viel Spaß beim Lesen und hoffe, dass du weiterhin dabei bist!
@Chellie: Wow - danke für dieses tolle, lange, ausführliche Review!! Das erfreut doch ein jedes Autorenherz, wenn man sieht, dass sich jemand so mit der Geschichte befasst und es einem dann auch noch so schön mitteilt! Snapes Reue - das war für mich auch schwer zu formulieren und darzustellen. Ich fürchte mich bei so etwas immer, dass er doch noch aus der Rolle fällt … Wie Lucius - oder wer anders? - das geschafft hat wird noch aufgeklärt, keine Sorge :) Dass der Cliff gemein war, weiß ich schon - dafür gibt's auch schon ziemlich früh ein neues Chap! (und entschuldige dich bloß nicht für so tolle Reviews, ich musste durchwegs grinsen!!) Wünsche dir viel Spaß beim heutigen Chap!


So, nun geht's aber wirklich los!





Hermine wich unwillkürlich zurück bis sie an die Wand hinter sich stieß. Sie wollte Draco schlagen, ihm irgendeine wüste Beschimpfung an den Kopf werfen doch in Angesicht seines erhobenen Zauberstabs tat sie es nicht. Sie würde die Schmerzen, die er ihr zweifelsohne zufügen würde, nur noch schlimmer machen.
„Jetzt hast du keine so große Klappe mehr, was? Hat Severus dir ein paar Manieren beigebracht?“ fragte er gehässig und trat langsam auf sie zu. Hermine verlor, wie sooft in den letzten Tagen, die Beherrschung. Sich dachte nicht mehr an den Cruciatus oder daran, ihn so lange wie möglich zu beschäftigen bis Snape wieder da war - sie bedachte gar keine der Gefahren mehr, die von diesem Mann hier ausgingen.
„Du bist jämmerlich“ zischte sie halblaut und in dem Moment in dem sie gesprochen hatte wusste sie, dass sie einen Fehler begangen hatte. Draco hob seinen Zauberstab und sie schloss die Augen. Doch anstatt von den Schmerzen überfallen zu werden, die sie erwartete, spürte sie nur eine seltsame Starre in ihrem Körper. Sie öffnete die Augen und blickte an sich hinab. Sie konnte weder ihre Arme noch ihre Beine bewegen. Entgeistert blickte sie Draco an. Was hatte er vor? Es wurde ihr noch im selben Moment schmerzlich bewusst, als er so nah an sie trat, dass sich ihre Lippen beinahe berührten.
„Ich darf dich nicht töten … glaube mir, sonst würde ich es auf der Stelle tun … aber Severus hat sicherlich nichts dagegen, dich mir für eine Nacht auszuleihen“ sagte er lüstern als er sich wieder einen Schritt von ihr entfernt hatte. Er betrachtete sie eingehend und Hermine wurde schlecht bei dem Gedanken, sich nicht einmal wehren zu können.
„Da kennst du Severus aber schlecht“ hörte Hermine eine ihr bekannte Stimme sagen - sie konnte die Person nicht sehen, Draco versperrte ihr die Sicht. Doch worauf sie sehr wohl Ausblick hatte war Dracos Gesichtsausdruck: überrumpelt, erschrocken und … ja, sie sah wohl richtig: voller Angst. Er wandte sich langsam um und ließ die Besucherin somit auch in Hermines Blickfeld gelangen. Ein von dunklen Haaren umrahmtes Gesicht blickte Hermine kurz an, dann wanderte ihre Aufmerksamkeit wieder zu Draco.
„Daria …“ begann er doch er wurde unterbrochen.
„Du solltest gehen, Draco. Severus sollte nicht herausfinden, was du gerade tun wolltest. Seine Loyalität zu deinem Vater ist groß, aber nicht unendlich“ Daria bedachte den jungen Mann mit einem letzten abschätzigen Blick „du solltest dich nicht noch einmal an seinem Eigentum vergreifen - das hier ist kein Spiel für kleine Jungs“
Hermine betrachtete die Szene vor sich stumm - wie hätte sie auch anders können? Keiner der beiden sagte mehr ein Wort, niemand rührte sich von der Stelle. Eine beinahe unhaltbare Spannung lag in der Luft. Wenige Sekunden, oder vielleicht waren es auch Minuten, später, ging die Tür zum Arbeitszimmer wieder auf und sie konnte aus dem Augenwinkel sehen, dass Snape in den Raum trat. Er blickte kurz zwischen Daria und Draco hin und her, teilnahmslos wie es schien.
„Daria“ er nickte ihr zu und Hermine kam nicht umhin, die Andeutung eines Lächelns auf dem Gesicht der Frau zu erkennen. Erst als sein Blick zu ihr fiel, wie sie immer noch bewegungsunfähig an der Wand stand, zog er eine Augenbraue nach oben.
„Würde mir jemand bitte erklären, was hier vor sich geht?“ fragte er und taxierte Draco mit einem scharfen Blick. Sein Tonfall ließ keine Zweifel daran zu, dass er bereits genau wusste, was vor sich ging.
„Das Problem ist bereits gelöst, Severus“ sagte Daria schlicht und nahm ihm die Tränke aus der Hand „ich werde Draco begleiten. Ansonsten bekommt Lucius vielleicht eine etwas verfälschte Sicht der Geschehnisse“. Snape nickte, aber nicht ohne Draco ein weiteres Mal mit einem Blick zu streifen, den Hermine bereits einmal bei ihm gesehen hatte: als sie in der zweiten Klasse seinen Vorratsschrank um eine Baumschlangenhaut erleichtert hatte. Draco jedoch wich seinem Blick aus, nichts erinnerte mehr an den selbstgefälligen Mann der noch vor wenigen Minuten vor ihr gestanden hatte. Offensichtlich hatte er wirklich Angst vor Snape, auch wenn es Hermine stets so vorgekommen war, als würde der Zaubertränkelehrer in mögen. Doch vielleicht war das alles nur Teil der Rolle gewesen, die Snape zu spielen hatte.
Draco nickte seinem ehemaligen Lehrer zu, bedachte Hermine mit einem hasserfülltem Blick und war auch schon wieder verschwunden. Daria blieb noch einen kurzen Augenblick länger im Wohnzimmer stehen, warf Snape einen letzten, bedeutenden Blick zu und verschwand dann.
Snape wartete kurz, dann richtete er den Zauberstab auf Hermine und nahm den Zauber von ihr. Sie war trotzdem unfähig sich zu bewegen. Stumme Tränen rannen über ihre Wangen. Zum ersten Mal an diesem Tag war ihr wieder schmerzlich bewusst geworden, in welcher Lage sie sich befand. Sie wollte sich gar nicht vorstellen, was geschehen würde wenn Lucius Malfoy entschied, sie in sein Haus zu holen. Zum ersten Mal seit sie hier war blickte sie Snape an und war froh darüber, bei ihm gelandet zu sein. Sie war nicht einmal imstande, sich Gedanken über die seltsame Frau zu machen, die sie gerade vor Malfoy bewahrt hatte - alles um sie herum war unwichtig geworden.

Sie trat, immer noch zitternd, zum Sofa hin und ließ sich darauf fallen. Zusammen gesunken saß sie da und wartete darauf, dass der Tränenstrom versiegte. Es war ihr sogar egal, dass Snape sie so sah. Inzwischen war ihr alles egal geworden. Es war unwichtig, was dieser Mann von ihr hielt. Sie würde hier ausharren und darauf warten, dass Malfoy seine Meinung irgendwann aus einer Laune heraus ändern würde und dann würde er sie töten. Es war nichts anderes als das Warten auf den Galgen. Selbst Snape würde daran nichts ändern können.
Als sie sich wieder beruhigt hatte, sah sie auf. Snape stand immer noch an der selben Stelle und betrachtete sie mit einem Blick, den sie nicht zu deuten wusste. Sie war auf eine beleidigende Bemerkung gefasst, doch sie blieb aus.
„Danke“ sagte sie leise, war sich aber nicht sicher, ob Snape es überhaupt gehört hatte. Wenn, dann ignorierte er ihr Worte.
„Sind sie verletzt?“ fragte er knapp und besah sie sich prüfend.
„Nein … nein … dazu hatte er wohl keine Zeit“ erwiderte sie und wischte sich mit dem Ärmel die Tränen aus dem Gesicht und musste den Gedanken, der sich in ihrem Kopf manifestiert hatte, einfach aussprechen „was passiert, wenn Malfoy davon erfährt?“
Snape schüttelte verachtend den Kopf „Nichts. Lucius kennt mich lange genug um zu wissen, wie ich bin.“ Hermine atmete auf und hoffte inständig, dass sich Snapes Worte bewahrheiteten. Beruhigen konnte sie sich immer noch nicht, dafür waren die Bilder, die Draco ihr in den Kopf gesetzt hatte, noch zu frisch.
„Jetzt lassen Sie dieses Geheule doch bleiben“ schnarrte Snape sie an „er ist weg. So etwas wird nicht wieder passieren“ Die Unterredung schien zu Ende, doch Snape bewegte sich nicht vom Fleck und Hermine war nicht imstande, sich zu erheben. Ihre Beine zitterten und Ekel stieg in ihr auf.
„Ich hasse ihn“ sagte sie, einfach nur um die Stille zu durchbrechen „er ist ein schrecklicher Mensch“
„Und Sie kennen ihn nicht einmal“ erwiderte Snape. Hermine wollte schon erwidern, dass sie ihn für ihren Geschmack gut genug kennen gelernt hatte, doch er kam ihr zuvor.
„Glauben Sie mir, er ist zu Dingen fähig, die Sie sich vermutlich gar nicht vorstellen können - die nicht einmal ich mir hatte vorstellen können“ Snape trat einen Schritt vor und setzte sich auf den Sessel unweit von Hermine. Er legte die Hände vor's Gesicht und schüttelte den Kopf. Hermine beobachtete ihn ungläubig - zeigte Severus Snape gerade wirklich gerade eine Andeutung von Schwäche vor ihr? Der Mann, der jahrelang Voldemort ausspioniert und unglaubliches gesehen und getan hatte ließ sich von dem Werdegang eines Jungen erschüttern? Hatte er, der diese Familie und alles, womit sie zu tun hatte, soviel besser kannte als sie, das nicht voraus sehen können?
Eben in jenem Moment richtete sich Snape wieder auf und zeigte ihr jenes Gesicht, dass sie in den letzten Tagen kennen gelernt hatte. Nichts war mehr zu sehen von dem kurzen Aufblitzen von Bedauern, vielleicht sogar Traurigkeit.
„Ich dachte immer, dass er aus den Fehlern seiner Eltern lernen würde“ murmelte er, mehr zu sich selbst als zu seinem Gegenüber. Hermine nickte bedächtig. Severus Snape erzählte ihr gerade etwas persönliches - man konnte das ganze schon beinahe als eine Unterhaltung sehen, wenn auch eine einseitige; sie wagte nicht, irgendetwas zu erwidern. Doch Snape erhob sich auch schon wieder, keine Gefühlsregung zeigend. Als wären seine Worte von eben nie gewesen, als könnte er einfach jegliche Emotion, die kurz in ihm aufflackerte, von sich abschütteln.
„Ich muss später noch weg - Malfoy will seinen Sieg über Potter feiern“ sagte er abrupt das Thema wechselnd und verschwand wieder in seinem Labor. Hermine blieb, verdutzt, sitzen. Gerade hatte sie einen Snape erlebt, denn sie nicht kannte. Wieder irgendwie menschlicher als sonst. Er war imstande, Erschütterung zu empfinden, Traurigkeit. Kurz überlegte sie, ihm zu folgen, doch dieses Mal fand sie den Mut dazu nicht. Stattdessen erhob sie sich und ging nach oben. Sie wollte dies Situation Revue passieren lassen - hatte sie es nicht schon während ihrer Schulzeit so getan, wenn sich ein unerwartetes Problem gezeigt hatte? Alles noch einmal in Gedanken Schritt für Schritt durchgehen, analysieren und dann, abseits von allem, was sie ablenken konnte, ihre Schlüsse daraus ziehen.

In Ermangelung der Bibliothek, die ihr bevorzugter Ort für Grübeleien und Nachforschungen gewesen war, suchte sie ihren zweit liebsten Ort für solcherlei Tätigkeiten auf: das Badezimmer. Beinahe hätte sich ein Schmunzeln auf ihr nachdenkliches Gesicht geschlichen, wenn sie an diese seltsame Angewohnheit von ihr dachte. Doch kaum hatte sie das kleine Bad betreten stutzte sie. Auf dem Rand der Badewanne fand sie eine Flasche Shampoo. Bei genauerem Betrachten stellte sie fest, dass es eine Linie für Frauen war, genauso wie der Badeschaum der daneben stand. Neben dem Waschbecken fand sie einen Becher samt Zahnbürste. Kopfschüttelnd stand sie in der Mitte des Raumes und verwarf ihr Vorhaben, alles in ihren Gedanken zu ordnen. Sie würde aus Snape nicht schlau werden - nicht wenn er damit fort fuhr, so sonderbar untypische Dinge zu tun. Diese Seite Snapes bereitete ihr weit mehr Unbehagen als die zynische, herablassende. Damit hatte sie umzugehen gelernt. Sie hatte all ihren Hass, ihre Wut, ihren Schmerz und ihre Traurigkeit auf ihn schieben können; er war das Ventil für alles geworden, was sich in ihr aufgestaut hatte. Sie hatte seine scharfen Bemerkungen erwartet und - meist - kontern können. Seufzend setzte sie sich auf den Rand der Badewanne. Sie verbat sich, ihre Meinung über Snape zu ändern. Er mochte kein Todesser sein, aber das machte ihn zu keinem gutem Menschen - und sie durfte gar nicht erst beginnen, sich hier sicher zu fühlen; das würde diese Farce nur gefährden. Es war sicherer für sie und für den Plan, wenn sie ihn Snape weiter hin das sah, was er war: Ein Mann, der gefährlich sein konnte. Ein Mann, in dessen Haus sie gefangen war. Der ihr noch vor wenigen Tagen all die Schrecklichkeiten vor Augen gerufen hatte, zu denen er fähig war. Ihr Blick wanderte zum Rand der Badewanne. Ein Mann, der ihr Shampoo kaufte.

***

Der Nachmittag verging zähend langsam. Hermine verbrachte ihn damit auf ihrem Bett zu sitzen, ab und an einen Versuch zu machen zu lesen und nach wenigen Minuten wieder auf die große Standuhr zu blicken. Der Gedanke an die Vorkommnisse des Vormittags ließen sie nicht los. Nachdem sie es aufgegeben hatte, über Snape nachzudenken, wanderte ihre Aufmerksamkeit zu der Frau. Daria. Wer war sie? Sie hatte sie zuvor nie gesehen, war sich sicher, dass sie nicht bei der Schlacht in Hogwarts dabei gewesen war. Auch war sie nicht auf der Liste der verurteilten oder gesuchten Todesser gestanden, sie hatte sie nie bei einem der hundert Prozesse gesehen. Hermine war sich sicher, sich an diese Frau zu erinnern, wenn dem so gewesen wäre. Irgendwie schien sie nicht besonders angetan von Lucius Malfoy zu sein, doch vielleicht verstand Hermine ihre Worte und Gesten auch falsch - beide Male, in denen sie die Frau gesehen hatte, hatten ihr nicht unbedingt viel Gelegenheit zu genaueren Beobachtungen gegeben.
Es klopfte vorsichtig an der Tür und Hermine sah auf: Elly stand vor ihr.

„Das Abendessen, Miss“ sagte sie höflich und war auch schon wieder in der Küche verschwunden. Hermine blickte überrascht auf die Wanduhr und stellte fest, dass es bereits nach sieben war. Sie blickte erstaunt auf das Buch hinab. Hatte sie wirklich so lange hier gesessen und sich den Kopf zerbrochen? Sie machte sich auf den Weg in die Küche und setzte sich. Elly servierte ihr einen Teller mit Lasagne, den sie nur zur Hälfte schaffte. Sie beleidigte die Hauselfe zutiefst in dem sie ihr anbot, ihr beim Abwasch zu helfen, was eisernes Schweigen nach sich zog. Nachdem sie sich ein paar Mal entschuldigt und den Gedanken an B.Elfe.R wieder verworfen hatte verzog sie sich in das spärlich eingerichtete Wohnzimmer. Sie nahm sich vor, Snapes Rückkehr nicht zu verpassen. Falls es irgendetwas Neues gab wollte sie nicht erst morgen früh davon erfahren. Sie nahm sich ein Buch über die Anfänge der Zaubertränke aus dem Regal und blätterte darin, bis sie ein Kapitel fand, das interessant genug klang um sie eine Zeit lang zu beschäftigen. Ein paar Mal blickte sie auf die Uhr und bemerkte, wie sie langsam schläfrig wurde. Ein Tag im Hause Snape war um einiges anstrengender als Nachforschungen für den Orden zu betreiben.
Nachdem sie einiges mehr über das Entstehen der Tränkebrauerei erfahren hatte kämpfte sie mit dem Schlaf - es war kurz vor Mitternacht, doch sie ging ihrem Drang ins Bett zu gehen nicht nach. Sie erhob sich um sich eine Tasse Kaffee aus der Küche zu holen. Gerade als sie sich wieder an ihren Platz setzen wollte hörte sie ein Geräusch. Die Tür zum Wohnzimmer öffnete sich und Snape trat herein. Hermine fragte sich, weshalb er nicht direkt apparierte doch die Frage wurde von der viel stärkeren Neugier verdrängt, die sie wieder wach werden ließ. Snape betrachtete sie grimmig.
„Guten Abend“ sagte Hermine leise.
„Es gibt nichts Neues“ sagte er knapp und ging in die Küche. Hermine seufzte leise und ging nach oben. Dafür war sie also die halbe Nacht aufgeblieben. Sie suchte in der Kommode nach einem Schlafanzug, fand aber nur ein unbequemes, kurzes, schwarzes Nachthemd, das ihr ihre Mutter zu Weihnachten geschenkt hatte.
„Für besondere Fälle“ hatte sie schmunzelnd gesagt und Hermine hatte sie nur zweifelnd angesehen, sich dann aber wie eine brave Tochter bedankt. Ihre Mutter hatte zweifelsohne gedacht, dass sie nun mit zwanzig Jahren langsam alt genug war, jemanden zu verführen. Sie fragte sich einen Moment, mit welchen Hintergedanken Snape wohl genau dieses Teil mitgenommen hatte. Sie hielt es nachdenklich in den Händen. Vermutlich war es das einzige gewesen, dass sich in ihrem Schrank befunden hatte. Ihr altehrwürdiger Teddybärpyjama war Gott sei Dank unter ihrem Kopfkissen gewesen. Sie schlüpfte zufrieden in das Nachthemd. Sollte Snape ruhig denken, sie würde von solchen Kleidungsstücken Gebrauch machen und sie nicht nur in ihrem Schrank verstauben lassen. Sie hielt inne und schüttelte über ihre eigenen Gedanken den Kopf. Es sollte ihr doch absolut egal sein, was er über sie dachte. Sie öffnete vorsichtig die Tür und und schlüpfte dann rasch ins Bad.
Nachdem sie sich die Zähne geputzt hatte - was war das für ein fantastisches Gefühl! - verließ sie das Badezimmer und rannte im Flur prompt mit Snape zusammen. Überrumpelt standen sie einen Moment einfach nur da und blickten sich in die Augen. Der Geruch von Feuerwhisky drang Hermine in die Nase. Sie spürte Snapes Blick auf sich und es war ihr mehr als unangenehm, so bekleidet vor ihm zu stehen. Plötzlich kam Angst in ihr auf und sie trat einen Schritt zurück, wobei sie mit dem Rücken an die Wand stieß. Snape sah ihr direkt ins Gesicht.
„Haben sie Angst vor mir, Miss Granger?“ fragte er seidig und blickte erneut an ihr herab. Hermine schluckte. Sie wollte etwas sagen, doch ihre Stimme versagte ihr. Auch wenn er kein Todesser war - sie wusste nicht, was für ein Mensch er war. Er konnte hier mit ihr tun, was er wollte. Himmel, beinahe alle dachten, sie seit tot! Stumm nickte sie.
„Habe ich ihnen irgendeinen Grund dazu gegeben?“ fragte er und trat einen weiteren Schritt näher. Er war ihr nun so nahe, dass er spürte, dass sie am ganzen Leib zitterte. Ihr fielen tausend Gründe ein, weshalb man Angst vor einem betrunkenen Mann haben sollte, der einen mitten in der Nacht an eine Wand drängte, doch sie erwiderte nichts. Selbst wenn sie gewollt hätte, hätte sie kein Wort aus sich heraus gebracht.
„Ob sie es glauben oder nicht, ich habe meine Triebe sehr wohl unter Kontrolle“ sagte er gedehnt und etwas an seinem Ton gefiel Hermine gar nicht. Er drehte sich auf dem Absatz um und verschwand mit wehendem Umhang in der Tür, hinter der sie stets sein Schlafzimmer vermutete hatte. Hermine blieb starr zurück, es dauerte eine Weile, bis sie den Flur ebenfalls verlassen konnte. Heute drehte sie den Schlüssel an der Zimmertür um - selbst wenn sie wusste, dass es gegen einen Zauber nichts ausrichten würde. Ihre Mutter hatte bei der Auswahl dieses Geschenkes sicherlich nicht daran gedacht, dass sie damit die Beherrschung eines ehemaligen Todessers auf die Probe stellen würde, in dessen Haus sie gefangen war.


---
So, wieder mal ein Kapitel zu Ende! Das nächste Mal dürft ihr euch auf ein Kapitel aus Snapes Sicht freuen :)
(Reviewer werden gern gesehen und aus der Ferne geknuddel!)


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