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Fanfiction

Dämmerung - Should I stay or should I go?

von FreyaLi

Untitled
Nun gibt's auch schon das nächste Kapitel - ein Schlüsselkapitel, wenn man so sagen will ;) wünsche euch allen viel Spaß beim Lesen und danke hier noch mal den Reviewschreibern: ihr motiviert mich immer wieder aufs Neue!
LG
F.L.

@*Lillian*: Danke für dein Review! Die Spannung hat heute ein Ende, jetzt erfährst du, was Malfoy vor hat! Hoffe, dass es dir gefällt!
@*Chellie*: wieder so ein tolles Review, wieder ein großes Dankeschön dafür!! Was Malfoy vorhat erfährst du gleich - bin gespannt, ob es dich überrascht (ich glaube aber eher schon). Auch an der unfreiwilligen Wohnsituation der beiden wird sich heute - zumindest gedanklich - etwas ändern ;) (und ich greife schon wieder vor …!). Nun, ich liebe Cliffanhänger nun mal (und bitte keine Scheu vor Kritik, da bin ich froh drüber und kann auch damit umgehen ;) ) Hoffe du hast Spaß am heutigen Chap!
@NicoleSnape: Danke für dein Review! Die Spannung hat - zumindest in dieser Hinsicht - heute ein Ende! Hoffe du hast Spaß am heutigen Kapitel!
@BellaMine: Danke für dein langes Review! Was Snape so zu erzählen hat und was Malfoy wirklich vor hat erfährst du heute, also will ich dich gar nicht noch länger auf die Folter spannen ;) Wünsche dir viel Spaß beim Leben!
@mia.winchester: Danke für dein Review, freut mich dass du noch mit liest! Malfoy wird in diesem Chap auch nicht unbedingt netter … aber ich brauchte einfach einen Bösewicht und er bietet sich da an ;) Mit den Gedanken an zu Hause hast du natürlich Recht - mir ist das beim Schreiben gar nie so aufgefallen. Werde versuchen Hermines Gefühle in dieser Hinsicht in den nächsten Chaps besser einzubringen! (das Hermine das Gedächtnis ihrer Eltern nach dem Krieg wieder herstellt habe ich aus der PotterWiki, die wiederum haben es von JKR ;) ). Ich werde weiterhin an deiner Bekehrung zum HG/SS Fan arbeiten und wünsche dir viel Spaß beim heutigen Chap und gute Besserung!








Hermine blickte Snape über den Couchtisch hinweg an, in diesem Moment froh darüber das wenigstens irgendetwas zwischen ihnen stand. Ein paar Momente lang verharrte sie schweigend, während Snape an seinem Glas nippte.
„Nun?“ fragte sie irgendwann, forscher als gewollt. Snape zog die linke Augenbraue gekonnt nach oben.
„Miss Granger, diese Geschichte hier bedarf etwas Vorbereitungszeit“ erwiderte er und stellte sein Glas bedächtig wieder hin. Hermine harrte, in Ermangelung irgendwelcher Worte, einfach auf der Couch aus und begnügte sich damit, ihren ehemaligen Zaubertrankprofessor anzustarren. Was auch immer es war, um das er solch ein Aufheben machte: es musste wichtig sein.
„Lucius hat mir gestern eröffnet, was er mit Ihnen vorhat“ begann Snape, zu leise und vorsichtig als dass das ungute Gefühl in Hermine sich nicht noch mehr ausbreiten würde „er hat diesen Plan wohl schon in dem Moment gefasst, als klar war, dass Voldemort tot ist, hatte aber nie den Mut und das Wissen, ihn durchzuführen.“ Hermine war unwillkürlich ein Stück nach vorne gerutscht. Was ging hier nur vor? Snape, der sein Glas inzwischen geleert hatte, schenkte sich ein weiteres Mal ein. Sie fragte sich, ob er vorhatte sie bis zum Zerreißen auf die Folter zu spannen. Gerade als sie darüber nachdachte mit welchen Worten sie dies wohl am besten zum Ausdruck bringen konnte, fuhr er fort.
„Vermutlich hat er es nie wirklich tun wollen; aber in den letzten Monaten hat er Stück für Stück Siege errungen und vermutlich schmeckt ihm die Macht zu gut.“ ein weitere Schluck, wieder Warten. Hermine wagte es nicht, auch nur das leiseste Geräusch zu machen, aus Angst, sie könnte dies hier noch länger hinauszögern. Snape blickte sie nun zum ersten Mal während diesem sonderbaren Gespräch direkt an.
„Er will einen Horkrux erschaffen. Er muss nur noch ein Gefäß finden, dass seiner würdig ist. Den Mord hat er schon geplant.“ Hermine schluckte. Die Worte brannten sich in ihren Geist und würden dort wohl für immer blieben. Den Mord hat er schon geplant. Lucius Malfoy wollte sie töten, um einen Horkrux zu erschaffen. Er wollte ihren Tod, dieses Mal würde sie einen echten sterben müssen, dazu verwenden, seine Seele zu spalten. Sie blickte hilflos zu Snape, doch dieser blickte nur unergründlich zurück. Die Stille im Raum war beängstigender als alles, was sie bis her gehört hatte. Ein Horcrux. Sie ging dem Drang nach, sie an etwas fest zu halten und griff nach dem Glas vor ihr. Die brennende Schärfe des Whiskys holte sie wieder in die Gegenwart zurück. Das Glas klirrte, als sie es wieder auf den Tisch stellte und sie war froh über das Geräusch.
„Warum … warum ich?“ fragte sie, einfach um Snape nicht mehr stumm und tatenlos dasitzen zu sehen.
„Sie sind wichtig genug, um das Aufsehen zu erregen, das er haben will. Sie waren ungeschützt genug, um leicht an Sie heran zu kommen. Ihr Tod war leicht genug vorzutäuschen, damit während der Vorbereitungszeit niemand dahinter kommt. Jetzt, im Nachhinein gesehen, war es eine Verkettung von Zufällen. Es hätte eine Menge Leute treffen können.“ Snape schenkte ihr nach und sie griff ohne darüber nachzudenken nach dem Glas. Er hatte Recht gehabt, sie brauchte das hier. Ein weiterer Schluck brannte ihren Hals hinunter und erinnerte sie daran, warum sie Whisky nie gemocht hatte.
„Ich … ich weiß gar nicht mehr, was ich sagen soll“ murmelte sie still in sich hinein. Snape schnaubte.
„Das hat Sie selten davon abgehalten, es trotzdem zu tun“ erwiderte er und nahm selbst einen Schluck. Hermine ignorierte die Bemerkung, inzwischen war ihr egal, ob Snape sie beleidigte. In Anblick ihrer baldigen Funktion für etwas so Abscheuliches wie ein Horkrux wirkte seine Boshaftigkeit nicht mehr. Sie atmete tief durch und leerte auch das zweite Glas. Es war an der Zeit, wieder rational zu denken. Sie durfte nicht in Panik verfallen; das passierte viel zu oft in letzter Zeit.
„Wie viel Zeit haben wir noch?“ fragte sie, so sachlich wie möglich. Sie trank, solange noch etwas in ihrem Glas war.
„Schwer zu sagen. Er sucht immer noch nach einem Gefäß - genauso wie jeder andere Magier, der auf die absurde Idee kommt einen Horkrux zu erstellen ist er von dem Gedanken besessen, dass es etwas Besonderes sein muss. Außerdem benötigt er noch Informationen. Es ist kein einfaches Unterfangen und ich werde den Teufel tun und ihm sagen, was ich weiß“ Hermine nickte bedächtig. Dass Snape wusste, wie man einen Horkrux erstellte, schob sie beiseite. Sie wollte nicht wissen woher und warum er diese Informationen hatte, es war - besonders nach Voldemorts Tod - beinahe unmöglich daran zu kommen. Doch das Snape mehr über die dunklen Künste wusste, als es irgendjemand tun sollte, wusste sie bereits.
„Er wird es nicht schaffen“ sagte Snape und Hermine hatte das Gefühl, dass dieses Mal er es war, der die Stille durchbrechen wollte. „Malfoy mag ein kluger Mann sein, aber er war und ist kein großer Zauberer. Davon abgesehen, scheint ihn die Macht wahnsinnig gemacht zu haben.“
„Nicht unbedingt gut für uns“ warf Hermine trocken ein „und selbst wenn er es nicht schafft, bin ich der Preis für sein Scheitern, oder nicht? Der Mord geht dem Zauber voraus“ Snape zog eine Augenbraue nach oben - sie bemerkte im Stillen, dass er sie von Mal zu Mal abwechselte - und nahm einen weiteren Schluck.
„Woher wissen Sie das?“ fragte er zwischen zwei Schlucken. Er meinte das mit dem Whisky offensichtlich wirklich ernst. Hermine blickte ihn ungläubig an.
„Ich habe ein Jahr damit verbracht, nach diesen verdammten Dingern zu suchen.“ Snape nickte nur.
„Was werden wir jetzt tun?“ fragte sie, in der Hoffnung, dass er einen Plan aus dem Ärmel schütteln würde der all diesen Irrsinn stoppen konnte.
„Wir werden gar nichts tun, Miss Granger. Ich werde die Banne von diesem Grundstück nehmen. Sie werden gehen und ich lasse mir irgendetwas einfallen, was ich Malfoy über ihre Flucht erzähle.“ Hermine starrte in über den Couchtisch hinweg an und wusste nicht recht, was sie denken oder tun sollte. Gerade eben hatte sich ihre Situation grundlegend geändert. Sie beobachtete Snape wie er seinen Zauberstab aus dem Umhang nahm und ein paar Worte murmelte. Es war als fiele mit den Zauberbannen eine Last von ihr, die sie kaum mehr hatte tragen können. Sie konnte gehen. Die Tragweite des Momentes machte sie unfähig, auch nur einen Finger zu rühren. Erst Snape riss sie aus ihrem Zustand.
„Na los!“ fuhr er sie an. Sie zuckte unter den Worten zusammen, schaffte es aber tatsächlich, sich zu erheben. Ihre Beine schienen noch nie so schwer gewesen zu sein, wie in diesem Moment. Doch sie lenkten sie ohne das Zutun ihres Verstandes und sie war froh darüber. Bis zur Tür schaffte sie es, immer noch ungläubig, dann musste sie sich einfach zu ihm umdrehen. Er würdigte sie keines Blickes mehr, starrte stattdessen auf sein schon wieder gefülltes Whiskyglas. Hermine schüttelte jegliche Zweifel von sich ab und öffnete die Tür zum Vorraum, den sie noch nie betreten hatte. Die karge Einrichtung war ihr egal, alles was sie im Blick hatte war die Haustür, die nun - unverschlossen - vor ihr stand. Das Drehen des Türknaufs war ein Gefühl, dass sie nicht beschreiben konnte und wohl auch nie mehr fühlen würde. Sie war frei. Sie konnte gehen.

Das triste Bild der Industriegegend vor der Tür bemerkte sie kaum. Sie ignorierte die Backsteinmauern der wenigen anderen Häuser, sah die Rauchschwaden nicht die von den Fabrikgebäuden aufstiegen. Die ergrauten Wiesen drangen nicht bis zu ihrem Bewusstsein vor, genauso wenig wie es der verkommene kleine Vorgarten tat. Alles war nebensächlich, es zählte nur die kaum befahrene Straße die sich vor ihr erstreckte und von hier wegführte, irgendwohin wo die Welt sich noch drehte. In die Welt, in der sie gelebt hatte. Sie stolperte über die paar Treppen hinunter, richtete sich unten wieder auf und zwang sich dazu, sich nicht zu dem Haus um zu drehen, in dem sie die letzte Zeit gefangen gewesen war. Es war keine Zeit zum zurück blicken, sie musste einfach nur weg von hier. Das Gehen stellte sich als schwierig heraus. Ein Schritt folgte dem andern nach nervenaufreibenden Zeitabständen. Sie erwartete jeden Moment etwas, was sie zurückhielt, sah schon beinahe eine Horde Todesser auf sich zukommen. Doch nichts durchbrach diese Momente der Ungläubigkeit. Sie war fast an der Bordsteinkante angelangt.
Sie konnte einfach los laufen, bis sie jemanden fand, der ihr helfen würde. Sie könnte alles aufklären. Wieder bei ihren Freunden sein. Der nächste Schritt war viel leichter, als alle davor es gewesen waren. Ihre Familie wieder sehen. Wieder ein Schritt. Ron wiedersehen. Mit ihm über all das sprechen können und aufholen was sie verpasst hatten. Einen Moment hielten ihre Gedanken inne - das Denken an Ron hatte sich verändert und mit dieser Einsicht veränderte sich gerade alles. Natürlich waren ihre Gedanken geprägt von ihren Freunden und ihrer Familie gewesen, sie war schockiert und aus allen Wolken gefallen als sie gehört hatte, dass er verletzt war. Aber er war plötzlich wieder nur mehr Ron in ihrem Kopf, der Freund, den sie sieben Jahre lang gehabt hatte. Sie strafte sich selbst mit einem verbietenden Kopfschütteln, über ihre Beziehung zu Ron würde sie sich noch früh genug Gedanken machen können. Ein weiterer Schritt, doch er war nicht mehr so leicht wie die davor. Sie schien direkt in der Luft inne zu halten, von ihren eigenen Gedanken gestoppt. Snape. Er würde auffliegen. Was auch immer sie versuchen würde, er hatte deutlich gemacht, dass er nicht mit dem Ministerium gemeinsame Sache machen würde - es war auch lächerlich. Im Moment war er für alle tot und wenn sich herausstellte, dass er lebte, dann würde die Frage nach dem Warum auftauchen. Warum hatte er sich nicht zu erkennen gegeben? Warum war er nicht einfach zum Orden gegangen? Warum hatte er all die Jahre für die Todesser gearbeitet? Der nächste Schritt, ein viel viel kleinerer, war noch schwerer, die Gedanken ließen sie nicht los. Warum hatte er sie, Hermine Granger, gefangen gehalten? Warum hatte er sie nicht gehen lassen? Sie selbst wusste, dass die Antworten die sie geben konnte, niemanden zufrieden stellen würde. Selbst wenn sie es schaffte, Snape zu verheimlichen würde Malfoy ihn dafür töten, dass er sie hatte entkommen lassen. Selbst wenn er sagte, er würde sich etwas einfallen lassen - hatte er nicht selbst gesagt, dass Malfoy wahnsinnig war? Sein Plan wäre vorerst vereitelt und er würde keine Erklärung dafür zulassen. Snape wäre in dem Moment tot, indem ihre vermeintliche Flucht bekannt wurde. Kein Schritt mehr. Sein Plan, die Todesser von innen heraus zu zerstören, wäre gescheitert. Und er selbst hätte keine Chance mehr, irgendetwas gut zu machen. Hermine stand wie angewurzelt an der Straße und blickte sich um. Eine Industriegegend, karg und leer. Und doch: der Himmel war blau und wolkenlos. Sie seufzte.
„Für jemand, der gerade flieht, sind sie etwas langsam, Miss Granger“ hörte sie Snapes Stimme hinter sich. Sie wandte sich nicht um. „In einer Minute komme ich wieder heraus und dann sollten sie verschwunden sein“ die Worte hallten in Hermines Kopf. Doch sie konnte nicht gehen. Sie verstand nicht, warum er es so plötzlich zulassen wollte. Tat er das tatsächlich um ihr Leben zu retten? Sie hätte bis zu dem Moment nicht gedacht, dass ihn so perfide Dinge wie ihr Leben davon abhalten würden, seinen Kampf gegen die Todesser weiterzuführen. Sie konnte es ihm, wenn überhaupt, nur danken, indem sie versuchte ihn nicht sterben zu lassen. Stumm wandte sie sich um, warf einen letzten Blick auf den blauen Himmel der nur von den schwarzen Rauchschaden durchzogen wurde und stieg die Treppen wieder hinauf. Wieder drehte sie den Türknauf, doch dieses Mal war das Gefühl ein anderes, resignierendes. Wenn sie ging, würde sie ihn in den Tod schicken, davon war sie plötzlich vollkommen überzeugt. Der Türknall hinter ihr war weitaus nicht so beängstigend, wie es die Stille vorher gewesen war.
Snape saß immer noch in dem Sessel, die Flasche hatte seit ihrem Fortgehen beträchtlich an Inhalt verloren.
„Was zum Teufel machen sie noch hier?“ fragte Snape, leiser als gewohnt, ohne sich zu ihr um zu drehen.
„Ich werde nicht gehen“ mit wenigen Schritten war der Raum durchquert und sie selbst hatte sich wieder auf dem Sofa nieder gelassen. Snape betrachtete sie grimmig.
„Und warum? Ich vermute nicht, dass es die heimelige Atmosphäre dieses Hauses ist?“
„Weil Sie sonst sterben würden“ antwortete Hermine schlicht. Sie war gefasst auf eine Diskussion mit ihm. Prophylaktisch schenkte sie sich ebenfalls ein weiteres Glas ein. Snape machte ein Geräusch, das entfernt an Lachen erinnerte.
„Wie gryffindor“ murmelte er in sich hinein ohne sie anzusehen.
„Sie müssen es noch einmal versuchen. Das beleidigt mich nicht“ erwiderte Hermine, stolz darauf, dass seine Worte sie nicht mehr verletzten. Auch wenn es eine halbe Flasche Feuerwhisky gebraucht hatte um das zu erreichen.
„Sie werden gehen“ Snape war ruhig und doch überzeugt. Vermutlich versuchte er, Bestimmtheit in seine Stimme zu legen, doch es gelang ihm nicht mehr „wenn Sie hier bleiben, werden Sie sterben. Ich werde Sie vielleicht nicht retten können“ Hermine schüttelte den Kopf obwohl er sie nicht ansah.
„Ich habe es eine ganze Zeit lang alleine geschafft. Irgendetwas wird uns einfallen“ erst bei der offensichtlichen Wir-Form blickte Snape auf und bedachte sie über sein Glas hinweg mit einem Blick, der ihr noch vor wenigen Stunden Angst eingejagt hätte. Doch das war vorbei. Jegliche Bedenken über Snape als Gefahr für sie waren mit dem Drehen des Türknaufs weggewischt worden.
„Ich arbeite allein“.
„Jetzt nicht mehr“ Hermines Ton war sachlich, ganz so, als ob sie um etwas feilschen würde. Sie erwartete Gegenworte, vielleicht Geschrei, wahrscheinlich sogar Zauberstabgefuchtel - doch es blieb aus.
„Sie haben keine Ahnung, in welche Gefahr Sie sich bringen“ war alles, was sie als Antwort bekam.
„Natürlich habe ich das. Was Sie auch sagen, Sie werden mich schon mit Gewalt hier raus schaffen müssen.“ Sie hielt den Atem an als Snape den Zauberstab hob. Es war ihm also wirklich ernst. Doch anstatt dass irgendetwas mit ihr geschah, tauchte lediglich eine weitere Flasche Whisky auf dem Couchtisch auf. Sie konnte sich ein schwaches Zucken ihrer Mundwinkel nicht verkneifen. Ein Sieg war ein Sieg und wen es nur einer gegen einen angetrunkenen Severus Snape war. Nach außen hin mochte sich wenig geändert haben: sie war immer noch in seinem Haus, wusste nicht, wann sie wieder hinaus kommen würde und schwebte in noch größerer Gefahr als zu Beginn gedacht. Doch in Wahrheit war alles anders. Sie hatte sich entschieden hier zu sein. Sie würde diesen Kampf bestreiten und das - so absurd es sich auch anhörte - gemeinsam mit Severus Snape.
„Und nun sollten Sie damit beginnen mich aufzuklären. Ich muss Bescheid wissen, über alles. Was hat Malfoy genau vor?“ Hermine richtete sich bei ihren eigenen Worten automatisch auf. Es fühlte sich wieder alles richtig an. Snape sah sie mit zusammen gekniffenen Augenbrauen an und schüttelte dann, kaum merklich den Kopf - ein Zeichen der Kapitulation, das Hermine nicht bemerkte.
„Er will es groß aufziehen. Wie gesagt, aller Verstand scheint ihn verlassen zu haben. Sein Plan ist es, möglichst viele Leute an ihrem … an ihrem Tod dabei sein zu lassen. Allen voran natürlich Potter.“ Hermine atmete hörbar aus. Sie konnte sich nichts vormachen, sie hatte Angst. Doch das hatte sie jedes Mal gehabt, kein Jahr während ihrer Schulzeit war vergangen, ohne dass sie sich vor irgendetwas hatte fürchten müssen. War sie im letzten Jahr, auf der Suche nach den Horkruxen, nicht Tag für Tag vor Angst beinahe gestorben?
„Es ist irrsinnig, dass Sie hier bleiben“ sagte Snape. Seine Stimme klang belegt, endlich ein Zeichen dafür, dass er die letzte Flasche beinahe im Alleingang geleert hatte.
„Nicht irrsinniger als das, was Sie immer schon getan haben“ erwiderte Hermine leise. Sie nippte an ihrem Glas und spürte das Brennen beinahe nicht mehr, ihr ganzer Körper schien wie betäubt von dem Entschluss den sie gefasst hatte. Sie spürte die Wirkung des Alkohols erst jetzt, ihr Blick wurde schummrig. Sie musste sich abstützen um aufstehen zu können.
„Ich … sollte mich etwas hinlegen“ murmelte sie. Snape schnaubte.
„Sie vertragen nicht viel“ erwiderte er nur, schon wieder ein neues Glas in der Hand.
„Ich bin nicht so geübt wie Sie.“ Hermine wandte sich um. Sie benötigte wirklich etwas Zeit um dieses Gespräch und die Ereignisse der letzten halben Stunde zu verdauen. Und vor allem wieder einen klaren Kopf. Sie war beinahe bei der Treppe angelangt, als sie sich von der Stimmung der Situation dazu getrieben noch einmal umwandte. Etwas Mut hatte sie noch übrig.
„Gute Nacht, Severus“ sagte sie halblaut in den Raum hinein. Snape wandte sich nicht zu ihr um, doch sie konnte die obligatorisch nach oben gezogene Augenbraue vor sich sehen.
„Ich kann mich nicht daran erinnern wann wir zum Du übergegangen sind, Miss Granger“ er zog ihren Namen gekonnt in die Länge doch die Worte klangen nicht so schroff, wie er es vielleicht gewollt hatte.
„In Anbetracht unserer Situation ist es wohl angebracht“ erwiderte Hermine, immer noch nicht vorsichtiger. Sie bekam keine Wiederworte. Triumphierend wandte sie sich zur Treppe um, schwankte ein einziges Mal kurz und verließ dann den Raum. Es hatte sich wirklich viel geändert - nun entschied sie ebenfalls, was in diesem Haus als angebracht galt und was nicht.


Severus Snape blieb, allein mit seiner Whiskyflasche zurück. Er blickte ihr nicht nach. Schon lange hatte sich ihm niemand mehr so entgegen gestellt wie sie es getan hatte. Er war sich sicher, dass ein jeder andere gegangen wäre, sobald er die Chance dazu bekommen hätte. Um sein Leben hatte sich niemand mehr geschert seit - ja, seit wann eigentlich? Natürlich war es lächerlich, was sie vorhatte. Sie konnte rein gar nichts ausrichten. Es war einfach nur dumm und übermütig, sie tat genau das, was Gryffindors taten: sich unüberlegt in Gefahr begeben, um des Guten willens. Snape schüttelte den Kopf, er versuchte sich einzureden dass ihre Motive nichtig waren um sich davon abzuhalten, ihr den für ihre Mut notwendigen Tribut zu zollen. Er schaffte es kaum vor sich selbst zuzugeben, dass es gut tat nicht mehr allein zu sein, auch wenn sie nur hier blieb, um ihr Gewissen zu beruhigen. Ihre Stimme hallte in seinem Kopf während er an seinem Glas nippte.
„Hermine“ murmelte er, versuchsweise, in das selbige hinein. Es fühlte sich besser an als er vor irgendjemanden zugegeben hätte.


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Es gibt einen Grund dafür, warum alle großen Fantasy- und Science-Fiction-Filme im Gedächtnis der Leute geblieben sind. Sie haben eine große Tiefe und nicht nur eine oberflächliche Handlung. Und deswegen werden wir in 50 oder 100 Jahren auch immer noch die Harry-Potter-Bücher lesen und hoffentlich die Filme anschauen.
Michael Goldenberg